Archiv für August, 2007

Sabotage

Heute morgen hörte ich, wie jemand seinen Mitarbeiter der Sabotage bezichtigte. Woher stammt dieses Wort eigentlich?

Die Wörter sabotieren und Sabotage stammen aus dem Französischen. Das hätten Sie bestimmt auch ohne meine Hilfe gewusst oder erraten. Das Verb saboter bedeutet(e) unter anderem mit Holzschuhen (sabots) bearbeiten und im übertragenen Sinne eine Arbeit schlecht machen, hinschludern. So weit gehen die Angaben im Duden. Man kann sich vorstellen, dass über einige Bedeutungserweiterungen und –verschiebungen der Sinn entstanden ist, den wir aus dem Französischen übernommen haben: absichtlich die Leistung oder die Funktion einer Einrichtung u. Ä. stören. Es gibt aber schönere Erklärungen:

Der Holzschuh (sabot) war das Symbol der französischen anarchistischen Arbeiterbewegung des neunzehnten und beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts. Der Sabot soll zum Symbol geworden sein, weil die Arbeiter zur Zeit der industriellen Revolution ihre Holzschuhe in die Maschinen warfen, um sie zu beschädigen, sodass nicht weitergearbeitet werden konnte. Dies taten sie aus Protest im Kampf gegen die Patrons oder vielleicht auch nur, um sich Zeit für eine Pause zu verschaffen. Man sabotierte also in dieser Weise die Maschinen der Patrons.

Eine andere Erklärung ist die folgende: Das Symbol Sabot bezog sich auf den Holz- oder Metallkeil, der beim Rangieren zum Bremsen unter die Räder der Eisenbahnwaggons geschoben wurde. Diesen Beruf übten die enrayeurs (Bremser) aus, die auch saboteurs genannt wurden.

Welche der drei Varianten die richtige ist, konnte ich leider nicht herausfinden. Die Sabotage scheint jedenfalls entfernt etwas mit Holzschuhen zu tun zu haben. Es ist an Ihnen, die Variante zu wählen, die Sie für die wahrscheinlichste halten. Mir gefällt die zweite am besten, weil sie so schön anschaulich ist. Aber gerade Anschaulichkeit ist leider oft ein Hinweis auf Volksetymologie und phantasievolles Interpretieren.

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nochmal

Frage

Ich habe nochmal in Ihre Suchmaske eingegeben und zur Antwort bekommen: „Keine Einträge gefunden“. Das wundert mich ein wenig. Mögen Sie mir erklären, warum nochmal bei Ihnen nicht verzeichnet ist?

Antwort

Sehr geehrte Frau B.,

das Wort nochmal steht zurzeit nicht in unserem Wörterbuch, weil nach unseren Quellen nochmal und noch mal als umgangssprachlich gelten. Standardsprachlich verwendet man nochmals oder noch einmal.

umgangssprachlich: etwas nochmal tun oder etwas noch mal tun
standardsprachlich: etwas nochmals tun oder etwas noch einmal tun

Ihre Frage hat uns aber auf ein Wort aufmerksam gemacht, dass das sehr, sehr häufig vorkommt; so häufig, dass wir nicht sicher sind, ob es nicht mittlerweile auch als standardsprachlich üblich gelten muss. Wir werden die Aufnahme des Wortes nochmal bei Gelegenheit nochmals prüfen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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unser beider Hund

Heut wieder einmal eine etwas spezialistischere Frage: Es geht um eine nicht mehr allzu häufig benutzte, aber deswegen nicht weniger schöne Ausdrucksweise mit dem Genitiv.

Frage
Als Kenner der alten Sprachen hat sich mir neulich ein Problem bei einer lebenden aufgetan. Es handelt sich um ein Problem aus meiner Muttersprache: Der Satz Unser beider Hund läuft schnell ist zwar nicht ganz alltäglich, aber erscheint doch den meisten als grammatikalisch korrekt.

Meine Frage dazu: Kann man die Kombination unser beider (respektive auch euer beider, unser aller etc. pp.) beugen? Im Deutschen habe ich beispielsweise mit dem Satz Ich liebe unser beider Hund ein Problem. Auch Ich liebe unseren beider Hund erscheint mir fremd. Ebenso Unsere beider Schlange … oder Unser beider Schlange …

Antwort
Sehr geehrter Herr H.,

Wortgruppen wie unser beider, unser aller usw. lassen sich beugen, aber nicht in dem Sinne, wie sie wahrscheinlich meinen. Es handelt sich um die Kombination eines Personalpronomens mit alle resp. beide. Solche Wortgruppen werden in folgender Weise gebeugt:

Nom: wir alle, wir beide
Akk: uns alle, uns beide
Dat: uns allen, uns beiden
Gen: unser aller, unser beider

In Ihrem Beispielsatz ist unser beider ein Genitivattribut, das das Nomen Hund bestimmt:

Wessen Hund? – unser beider Hund.

Im Normalfall werden Besitzverhältnisse im weiteren Sinne nicht durch Personalpronomen, sondern durch Possessivpronomen ausgedrückt:

Wessen Hund? – unser Hund.
Wessen Hund? – euer Hund.
Wessen Hund? – ihr Hund.

Nur in Verbindung mit aller und beider kommen die Genitivformen des Personlapronomens noch mit dieser Funktion vor:

Wessen Hund? – unser aller Hund.
Wessen Hund? – euer beider Hund.
Wessen Hund? – ihrer aller Hund.

Sie bemerken, dass in diesen Beispielen die Form des Personlapronomens sich nur in der dritten Person Plural von der Form des Possessivpronomens unterscheidet: ihr vs ihrer. Anders sieht es in einem anderen Kasus oder bei einem weiblichen Bezugswort aus.

Ohne wen oder was können wir nicht mehr leben?
– ohne unseren Freund, das Handy
– ohne unser aller Freund, das Handy

Wessen Unterstützung bieten wir an?
unsere Unterstützung.
unser beider Unterstützung.

Wie es für alle Genitivattribute gilt, verändern sich auch die Genitivattribute dieser Art nicht, wenn die Nomengruppe dekliniert wird:

Nom: Unser aller Interesse ist das faire Miteinander.
Akk: Es geht mir um unser aller Interesse.
Dat: Es ist in unser aller Interesse.
Gen: die Wahrung unser aller Interesses

Sie sehen also, dass unser beider Schlange und Ich liebe unser beider Hund korrekt formuliert sind. Es klingt wohl deshalb ziemlich fremd in den Ohren, weil unser beider, euer aller usw. zum gehobenen und literarischen Sprachgebrauch gehören, während die genannten Beispiele eher aus dem alltäglichen Sprachgebrauch stammen.

Falsch hingegen sind Ich liebe unseren beider Hund und unsere beider Schlange.

Möge diese schöne Ausdrucksweise noch lange unser aller die deutsche Sprache liebendes Auge erfreuen!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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in Urlaub sein / im Urlaub sein?

Eine der klassischsten Sommerfragen zur deutschen Sprache ist die folgende Frage eines Canoo.net-Nutzers:

Ich beschäftige mich mit der Frage, wie folgender Satz richtig heißt:

Da Sie sich im Urlaub befanden …
Da Sie sich in Urlaub befanden …

Oder ist beides möglich? Welche Regel gibt es hier?

Antwort

Es gibt hier keine Grammatikregel, sondern der allgemeine Gebrauch bestimmt, was richtig und akzeptiert ist. Man kann sowohl im Urlaub sein als auch in Urlaub sein sagen. Beide Varianten werden verwendet und gelten als standardsprachlich richtig.

Das hat wohl damit zu tun, dass Urlaub sowohl ohne Artikel als auch mit Artikel verwendet werden kann:

Ohne Artikel:

Urlaub haben
Urlaub nehmen
Urlaub machen
Urlaub nötig haben

Mit Artikel(wort):

den Urlaub im Ausland verbringen
der diesjährige Urlaub
unser Urlaub am Meer
die große Liebe im Urlaub kennen lernen

Ohne Artikelwort ist Urlaub im Allgemeinen abstrakter als mit Artikelwort. Dieser Unterschied ist aber bei in/im Urlaub sein kaum merkbar.

Für mich unerklärlich ist dann aber, warum das Gleiche nicht auch für Ferien gilt:

Ferien haben
Ferien nehmen
Ferien machen
Ferien nötig haben

Und trotzdem kann man nur in den Ferien sein sagen. Die Variante ohne Artikel ist nicht korrekt. Es kann nicht ausschließlich am Plural liegen, denn man kann ganz gut ohne Artikel in Nöten sein oder von Sinnen sein. Vielleicht komme ich Anfang September irgendwie auf die Lösung dieses Rätsels. Dann bin ich nämlich ein paar Tage im oder in Urlaub. Und wenn Sie die Antwort auf diese Frage kennen, lassen Sie mich bitte nicht weiter im Ungewissen.

Dr. Bopp

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wegen unsportlichem Verhalten: wegen mit dem Dativ?

Frage von Herrn C. aus der Schweiz

Ich habe einen Disput mit dem Kunden. Was ist richtig:

Ein Fahrer wird wegen unsportlichen Verhaltens … oder wegen unsportlichem Verhalten …

Antwort

Sehr geehrter Herr C.,

ich hoffe, dass der Disput mit dem Kunden nicht allzu heftig war, denn ich finde beide Varianten richtig.

Im Prinzip steht wegen mit dem Genitiv. Also wegen unsportlichen Verhaltens. Aber vor allem im südlichen deutschen Sprachraum ist auch der Dativ allgemein üblich: wegen unsportlichem Verhalten.

Strengere Grammatiker sagen, dass der Dativ nur in der Umgangssprache verwendet werden kann und dass nur der Genitiv in der Standardsprache korrekt ist. Ich bin da milder und finde, dass in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz der Dativ so gebräuchlich ist, dass er zumindest dort auch in der Standardsprache verwendet werden kann, ohne dass dies ein Fehler ist. Siehe auch unsere Grammatikseite zu wegen. Wenn Sie allerdings ganz sicher sein wollen, dass wirklich niemand Sie eines Fehlers bezichtigen wird, verwenden Sie den Genitiv.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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hat geendet/ist geendet

Frage

Wir diskutieren gerade, ob man sagt Die Frist ist gestern geendet oder Die Frist hat gestern geendet.

Antwort

Sehr geehrter Herr K.,

das Verb enden wird in den meisten Fällen mit haben konjugiert. Also:

Die Frist hat gestern geendet.

Auch was für viele leider bald ziemlich aktuell ist, formuliert man mit dem Hilfsverb haben:

Die Ferien haben geendet.

Aus irgendeinem Grund verwendet man hier aber eher Formulierungen mit sein:

Die Ferien sind zu Ende.
Die Ferien sind zu Ende gegangen.
Die Ferien sind vorbei.

Vielleicht stammt daher die Unsicherheit über die Wahl des Hilfsverbs bei enden. Richtig ist aber – wenn man das Verb überhaupt in der Vorvergangenheit verwendet – meistens haben. Dies gilt nicht nur für Fristen und Ferien, sondern für fast alles, das enden kann: ein Vortrag (um 21.30 Uhr), eine Streiterei (in einer Prügelei), ein Freiluftkonzert (wenn man Pech hat im strömenden Regen), ein Film (mit einem Happy End), ein Rendezvous (wenn man Happy Ends mag mit einem Kuss im strömenden Regen), strömender Regen (je nachdem zu früh, zu spät oder gerade rechtzeitig), der Deutsche Aktienindex DAX (zurzeit meist im Minus), Buslinien (am Stadtrand), Wege (am Waldrand), Röcke (kurz über oder unter dem Knie) und so weiter. All diese Verwendungen von enden verlangen im Perfekt das Hilfsverb haben.

Weshalb dann aber die Angabe in canoo.net, dass enden auch mit sein stehen kann? Das Hilfsverb sein kann dann verwendet werden, wenn es um nichts weniger als das Leben geht, das endet. Dann nämlich sind beide Hilfsverben erlaubt:

Sie hat/ist kläglich geendet.
Er hat/ist in der Gosse geendet.
Sie hat/ist im Zuchthaus geendet.
Er hat/ist durch Selbstmord geendet.
Sie hat/ist als Hexe auf dem Scheiterhaufen geendet.

Und mit diesen nicht gerade fröhlichen Beispielen endet auch dieser Beitrag.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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jemanden treffen/sich mit jemandem treffen

Frage

Wo liegt der Bedeutungsunterschied bei den folgenden Sätzen?

Ich treffe Dich in der Stadt.
Ich treffe mich mit Dir in der Stadt.

Oder ist dies wirklich nur ein grammatikalischer Unterschied?

Antwort

Sehr geehrte Frau J.,

Ihre beiden Beispielsätze können je nach Zusammenhang die gleiche oder eine unterschiedliche Bedeutung haben. Es hängt davon ab, wie zufällig das Treffen ist.

Der Ausdruck jemanden treffen kann hier zwei Bedeutungen haben, nämlich

jemandem zufällig begegnen
mit jemandem aufgrund einer Verabredung zusammenkommen

Der Ausdruck sich mit jemandem treffen hat nur die zweite Bedeutung.

Am besten zeigt sich das in der Vergangenheit:

a) Ich habe ihn in der Stadt getroffen
= Ich habe ihn wie verabredet in der Stadt getroffen.
= Ich habe ihn zufällig in der Stadt getroffen.

b) Ich habe mich mit ihm in der Stadt getroffen
= Ich habe mich wie verabredet mit ihm in der Stadt getroffen.
Nicht: Ich habe mich zufällig mit ihm in der Stadt getroffen.

Wenn das Treffen im Beispielsatz a) verabredet ist, ist er gleichbedeutend mit dem Beispielsatz b). Ist das Treffen im Satz a) zufällig, hat er eine andere Bedeutung als der Satz b), in dem das Treffen nur verabredet sein kann.

Wenn man seinem Schatz eine Affäre verheimlichen will, ist also von der Verwendung des Ausdrucks sich mit jemandem treffen dringenst abzuraten. Aber auch den Ausdruck jemanden treffen ergänzt man dann vorsichtshalber am besten mit einer Angabe wie zufällig.

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Die Sauregurkenzeit

Sie ist zwar schon bald wieder vorbei, aber auch bei den E-Mails zu Grammatik- und Rechtschreibfragen ist sie deutlich zu spüren: die Sauregurkenzeit. Es ist ja auch gut zu verstehen, dass viele in Ferienzeiten die (deutsche) Sprache vor allem für das Bestellen von Eis, kühlen Getränken, Tapas und was es sonst noch alles an den Sommer Erfrischendem und Versüßendem gibt. Auch wenn der Sommer dieses Jahr nicht ganz immer und nicht ganz überall so richtig mitspielen will: Ferien sind Ferien und Urlaub ist Urlaub. Wer mag sich dann schon den Kopf über komplizierten Mehrzahlformen und Kommaregeln zerbrechen?

Der Name Sauregurkenzeit stammt (zumindest nach meinen Quellen) aus der Zeit, als Gemüse und Früchte noch ganz ohne die Hilfe von Gewächshäusern auskommen mussten. Die Gurken wurden deshalb vor allem Mitten im Sommer geerntet und zur besseren Haltbarkeit in Essig eingelegt. Sonst war im Handel offenbar in dieser Zeit des Jahres auch früher schon nicht mehr viel los, so dass diese ruhige und ereignislose Periode Sauregurkenzeit genannt wurde. Im Niederländischen gibt es einen ähnlichen Ausdruck: komkommertijd. Das heißt so viel wie Gurkenzeit. Sogar in Holland wurden also die Gurken früher hauptsächlich im Sommer geerntet. Im Norwegischen soll es auch einen Ausdruck mit Gurken für diese Zeit geben, aber leider konnte ich ihn nicht finden.

Da ich es aus „berufsdeformatorischen“ Gründen doch nicht ganz lassen kann: Die Sauregurkenzeit darf auch mit Bindestrichen geschrieben werden: Saure-Gurken-Zeit. Das ist wohl so, weil sie sowohl als feststehender Ausdruck (zusammen) als auch als Zusammensetzung mit einer Wortgruppe (mit Bindestrich) interpretiert werden kann. Und auch bei der Beugung hat sie eine Besonderheit in petto: das Adjektiv darf mitgebeugt werden. Man kann in der Saure-Gurken-Zeit oder in der Sauren-Gurken-Zeit sagen. Das Gleiche gilt für das Ende der Saure-Gurken-Zeit und das Ende der Sauren-Gurken-Zeit. Bei der Schreibung ohne Bindestrich der Formen mit gebeugtem Adjektiv wird es dann irgendwie so kompliziert, dass die verschiedenen Wörterbücher zu unterschiedlichen Resultaten kommen. In diesem Fall würde ich einfach auf das Sommerloch ausweichen. Das bedeutet ungefähr das Gleiche und der Ausdruck ist eigentlich fast genauso schön.

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Der 1. August

Die Schweizer und die in der Schweiz Wohnenden anderer Nationalitäten mögen mir den für sie überflüssigen Anfang dieses Beitrages verzeihen, aber außerhalb der Schweiz wissen nur wenige, dass die Schweiz am ersten August den Ersten August feiert. Am ersten August wird nämlich mit Feiern, Festreden, Höhenfeuern und (in nicht allzu trockenen Sommern wie diesem) Feuerwerk des Rütlischwures gedacht. Der Rütlischwur markiert – so will es die Legende – den Beginn der Eidgenossenschaft: Im Jahre 1291 trafen sich Vertreter aus den drei Urkantonen Uri, Schwyz und Unterwalden auf der Rütliwiese am Vierwaldstättersee und schlossen ein Verteidigungsbündnis gegen die Österreicher und andere lästige Feinde. Das wurde natürlich mit einem Eid besiegelt. Und damit ist auch gleich der Ursprung des offiziellen Namens Schweizerische Eidgenossenschaft geklärt.

Am ersten August feiert die Schweiz also den Ersten August, ihren Nationalfeiertag. Wenn mit diesem Datum nicht das Datum, sondern der spezielle Feiertag gemeint ist, schreibt man das Adjektiv groß. Dies gilt auch für andere besondere Kalendertage wie den Ersten Mai, den Weißen Sonntag, den Heiligen Abend und den Internationalen Frauentag. Die entsprechende Rechtschreibregel finden Sie hier.

Wenn man nicht mehr sicher weiß, ob man nun erster August für das Datum oder Erster August für den Feiertag schreiben muss, nimmt man am besten Zuflucht zur Schreibung mit Ziffern: der 1. August. So geschrieben bezieht er sich nämlich auf beides.

Damit haben wir aber noch nicht ganz alle möglichen Rechtschreibklippen umsegelt. Schreibt man Zusammensetzungen mit Erster August getrennt, zusammen oder mit Bindestrich? Wenn jemand feierliche Worte zur Feier des Ersten Augusts spricht, hält er oder sie dann

a) eine 1. August Rede / Erste August Rede
b) eine 1. August-Rede / Erste August-Rede
c) eine 1.Augustrede / Ersteaugustrede
d) eine 1.-August-Rede / Erste-August-Rede?

Die Lösungen a) und c) sind falsch. Die Lösung b) ist es auch, außer wenn es sich um eine erste von mehreren August-Reden handeln würde. Hier geht es aber um eine Rede zum Ersten August. Zusammensetzungen mit einer Wortgruppe – und um eine solche handelt es sich bei Erste August – werden mit Bindestrich geschrieben. Richtig ist also d) 1.-August-Rede oder Erste-August-Rede wie zum Beispiel auch Erste-Hilfe-Kurs, Dritte-Welt-Laden und – zurzeit auch gerade noch aktuell – Tour-de-France-Gewinner. Siehe hierzu die Rechtschreibregel.

Der Punkt vor dem Bindestrich in 1.-August-Rede sieht zwar vielleicht etwas ungewohnt aus, er ist aber korrekt. Diese Kombination gibt es zum Beispiel auch in

Tel.-Nr.
Dipl.-Ing.
1.-Klasse-Abteil
1.-Mai-Feier

Vgl. §40 der Amtlichen Regelung

Den Schweizern wünsche ich einen schönen Ersten August mit ansprechenden und hoffentlich nicht zu langen 1.-August-Reden. Und allen anderen wünsche ich einfach einen schönen ersten August.

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