Archiv für Februar, 2008

Schaltjahr und Schalttag

Zum heutigen 29. Februar (endlich kann unser Nachbarsjunge wieder einmal seinen „echten“ Geburtstag feiern – ich grautliere!) erlaube ich mir einen kleinen mehrsprachigen Exkurs, denn die deutschen Wörter Schaltjahr und Schalttag geben nicht viel Interessantes her. Es geht schließlich einfach um einen speziellen Tag, der in speziellen Jahren eingeschaltet wird.

Wenn wir sprachfamiliär in der Nähe bleiben, dann haben wir zum Beispiel im Niederländischen den schrikkeldag und das schrikkeljaar und im Schwedischen den skottdagen und das skottår. Während die niederländische Variante noch wenig spektakulär ist (Mittelniederländisch schrikken = springen), wird es beim Schwedischen und den anderen skandinavischen Sprache schon etwas poetischer: Wenn man wörtlich übersetzt, kommt man nämlich auf Schusstag und Schussjahr (oder Sprosstag und Sprossjahr? – mein Skandinavisch lässt leider viel zu wünschen übrig).

Wie die Niederländer und die Flamen springen auch die Englischprachigen: leap day und leap year (leap = springen, Sprung). Aber wie so oft kann sich der englische Wortschatz natürlich nicht einfach auf einen Ausdruck beschränken. Weitere Wörter sind: intercalary day und intercalary year oder bissextile day und bissextile (year). Sie bilden die Brücke zu den romanischen Sprachen, die fast alle fast die gleichen Bezeichnungen verwenden

Französich:
jour bissextil – anée bissextile
jour intercalaire – année intercalaire

Italienisch
giorno intercalare – anno bisestile

Spanisch
día del año bisiesto, día intercalar – año bisiesto,

Das Adjektiv intercalaire, intercalar(e) geht auf das lateinische intercalaris oder intercalarius zurück, das eingeschaltet, eingeschoben bedeutet und auch damals offenbar viel im Zusammenhang mit im Kalender eingeschalteten Tagen und Monaten verwendet wurde.

Das andere Wort ist interessanter. Es hat nicht mit sexus (Geschlecht), sondern mit bis (zweimal, doppelt) und sextus (sechste) zu tun. Das Wort bissextilis könnte man frei mit doppelsechste übersetzen. Es geht auf den römischen Kalender zurück, in dem auch schon geschoben werden musste, um ihn wieder parallel zum Sonnenjahr verlaufen zu lassen. Was hat nun der 29. Februar mit einem Doppelsechsten zu tun? Eigentlich nichts. Die Römer zählten nämlich rückwärts. So hieß unser 24. Februar der sechste Tag vor Anfang März. In einem Schaltjahr wurde nun vor diesen sechsten Tag vor Anfang März noch ein sechster Tag vor Anfang März eingeschoben, so dass es zweimal hintereinander einen sechsten Tag vor Anfang März gab. Der eigentliche Schalttag war also nicht der 29., sondern der 24. Februar.

So interessant das auch sein mag, wenn dieses Jahr kein Schaltjahr wäre, wäre es heute schon Samstag und brauchte ich nicht zu arbeiten.

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eBay und iPod: Namen mit kleinem Anfangssbuchstaben

Frage

Ihr Internetangebot ist sehr hilfreich. Beim Thema Markennamen bin ich allerdings nicht fündig geworden.

Bspw. eBay (wie vom Unternehmen geschrieben).

Ist es erlaubt diesen Begriff in etwas wie E-Bay umzuformen? Wenn der Begriff in der eBay-Form geschrieben wird, bleibt er dann bei Verwendung am Satzanfang ebenfalls in dieser Form (kleines e)?

Antwort

Sehr geehrter Herr B.,

Markennamen unterliegen insofern nicht den Rechtschreibregeln, als man ein Unternehmen oder ein Produkt im Prinzip so nennen kann, wie man will (solange man nicht mit einem geschützten Markenzeichen o. Ä. in Konflikt kommt). Namen wie eBay oder iPod verstoßen dann auch gegen ein bis zwei amtliche Rechtschreibregeln, sind aber dennoch nicht falsch oder gar „illegal“. Man kann sich höchstens darüber streiten, ob sie in dieser Form wünschenswert sind.

Es steht Ihnen frei, in einem nicht geschäftlichen Umfeld zum Beispiel E-Bay oder I-Pod zu schreiben, aber es ist nicht sicher, ob die Leser dann noch wissen, wer oder was gemeint ist. Diese Namen sind vor allem wegen ihres auffälligen optischen Effekts so gewählt worden. Bei der ursprünglichen Schreibung entsteht am Satzanfang tatsächlich ein kleines Problem, aber auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten: Sie können entweder sämtliche Proteste ihres Sprachgefühls und aller Rechtschreib- und Grammatikkorrekturprogramme außer Acht lassen und mit einem Kleinbuchstaben beginnen, oder Sie formen den Satz so um, dass ein solcher Produktname nicht am Anfang steht:

eBay ist ein Firmenname. iPod ist ein Produktname.

oder zum Beispiel:

Der Name eBay ist ein Firmenname und iPod ist ein Produktname.

Ich persönlich würde Ihnen in den meisten Fällen die zweiten Lösung empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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sich einer Sache sicher sein

Frage

Heute in der deutschen Tagesschau: „… wenn sich die SPD dem grünen Partner nicht mehr sicher sein kann.“ (http://www.tagesschau.de/inland/hamburgwahl104.html). Ich bin mir (sic!) nicht sicher, ob das stimmt… 😉

Antwort

Sehr geehrter Herr B.,

Sie können sich dessen sicher sein, dass der deutschen Tagesschau hier ein Fehler unterlaufen ist. Der Ausdruck lautet sich jemandes/einer Sache sicher sein. Er verlangt den Genitiv. Richtig ist somit „… wenn sich die SPD des grünen Partners nicht mehr sicher sein kann.“ Sehen Sie hierzu auch diese Grammatikseite.

Normalerweise bin ich nicht so streng, wenn es darum geht, dass „der Dativ dem Genitiv sein Tod“ sein soll. In diesem Fall handelt es sich aber um einen Ausdruck der eher gehobenen Sprache, den man in einer Sendung wie der Tagesschau – wennschon, dennschon – korrekt verwenden sollte. Wir machen allerdings alle Fehler. Die Tagesschau sei in diesem Sinne nicht allzu harsch verurteilt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Bopp

Heute geht es um eine eher persönliche Frage, die nicht unmittelbar etwas mit Sprache zu tun hat. Doch am Wochenende gesteht meine Brötchengeberin Canoo ihrem Hauslinguisten wohl eine solche Abschweifung zu. Und auch wenn es persönlich ist, so gebe ich zumindest ein paar Hinweise, wo auch Sie auf eine eigene kleine Entdeckungsreise gehen können.

Vor einiger Zeit fragte Herr Bopp (es ist hier ausnahmsweise wenig sinnvoll, den Fragesteller zu Herr B. zu „anonymisieren“), ob ich wisse, wo unser Familienname herkomme. Er hatte gelesen, dass der Name Bopp aus dem Französischen kommen könnte. Es folgt die Antwort an meinem Namensvetter:

———-

Sehr geehrter Herr Bopp,

als Träger des gleichen Familiennamens müsste ich lügen, wenn ich sagen wollte, dass mir Ihre Frage nicht ganz besonders interessant erscheint. Hier dann also, was ich zu diesem Thema finden konnte:

Bopp: aus dem alten Lallnamen Boppo entstandener Familienname.
(Duden – Familiennamen – Herkunft und Bedeutung. 2., völlig neu bearbeitete Auflage, Dudenverlag 2006).

Bopp: Poppo, vielleicht Kurzform zu Bodobert oder Lallwort zu „buobe“ ‚Knabe‘.
(nach einem durch die Zürcher Kantonalbank 1994 herausgegebenen Büchlein über Zürcher Familiennamen)

Der Name ist also nicht französischen, sondern germanischen Ursprungs.

Hat der Name etwas mit Boppard zu tun? Wikipedia und andere Quellen sagen das Folgende über die Entstehung von Boppard:

Von den Römern als Festung gegründet. In Anlehnung an das in der Nähe liegende keltische Dorf nannten die Römer dieses Kastell Vicus Baudobriga (Bodobriga, Bontobrica).

Der Name Boppard geht also nicht – wie Sie gelesen haben – auf das französiche beau port oder bon port (schöner resp. guter Hafen) zurück. Und wenn wir diese Angaben mit dem oben Gesagten vergleichen, ist ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Namen der Stadt und unserem Namen höchst unwahrscheinlich.

Ein anderer interessanter Ortsname ist Boppelsen im Schweizer Kanton Zürich, wo mein „Ast“ der Bopps herkommt. Der Name kommt von Boppinsolo (bei den Sumpflachen des Boppo). Er hat also insofern mit unserem Familiennamen zu tun, als er vom gleichen Namen, das heißt von Boppo abgeleitet wurde.

Zur Verbreitung des Namens:

Gemäß einer Webseite, die die Verbreitung von Familiennamen aufgrund von Telefonanschlüssen anzeigt, wohnen in Deutschland zurzeit die meisten Bopps in Baden-Würtemberg und Hessen. Diese Daten sind aus namenshistorischer Sicht natürlich unzuverlässig, aber ein Blick auf diese Seite lohnt sich allemal (einfach Bopp eingeben und auf Kartieren klicken). Gemäß der gleichen Webseite kommt der Name Bopp in Österreich nur sehr selten vor. Eine andere Seite mit ähnlichen Karten ist diese.

In der Schweiz soll unser Name auffällig häufig in der Nähe von Boppelsen im Kanton Zürich vorgekommen sein, er ist aber heute auch an vielen anderen Orten zu finden. Sehen Sie hier eine Karte, die ebenfalls auf Telefonanschlüssen basiert.

In Frankreich kommen die Bopps gemäß dieser Karte, die aufgrund der Geburtenregister erstellt wird, vor allem im Elsass vor. Das widerspricht also dem germanischen Ursprung des Namens nicht.

Der Familienname Bopp kommt somit im südwestlichen deutschen Sprachraum am häufigsten vor und findet dort wohl auch als Ableitung des verkürzten Vornamens oder Lallwortes Boppo seinen Ursprung. Mir hätte es auch besser gefallen, wenn unser Name nicht auf ein Lallwort, sondern auf Beauport zurückzuführen wäre (am liebsten noch mit einem adligen de davor), aber dem ist nun einmal nicht so. Wir werden damit leben müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Kommentare (2)

Der Vorstandsvorsitzende der Deutsche(n?) Post AG

Das liechtensteinische Bankgeheimnis und die deutsche Steuerhinterziehungsaffäre haben mich an eine schon etwas weiter zurückliegende Frage erinnert. Dabei geht es nicht darum, wie man die Bank nennt, die Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein „mitbesitzt“: Erbprinz Alois’ Bank, Erbprinzen Aloisens Bank oder dem Erbpinz Alois seine Bank? (Die erste Version ist die richtige; auch im Deutschen kann oder muss man manchmal im Genitiv einen Apostroph verwenden.) Nein, es geht hier um den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post AG – oder heißt es der Deutsche Post AG?

Frage

Bei meinen Kollegen ist folgende Diskussion aufgekommen: Heißt es

die Aktien der Deutsche Post AG
die Aktien der Deutschen Post AG
die Aktien von der Deutsche Post AG
die Aktien von Deutsche Post AG

Antwort

Sehr geehrte Frau K.,

die beiden folgenden Varianten sind korrekt:

die Aktien der Deutschen Post AG
die Aktien der Deutsche Post AG

Im Allgemeinen gelten Abkürzungen wie AG und GmbH in Firmennamen als Zusätze (fachsprachlich: Appositionen) zum eigentlichen Firmennamen. Für die Deutsche Post AG heißt das, dass Deutsche Post der Kern des Namens ist, der auch dekliniert wird:

die Aktien der Deutschen Post AG

Wenn aber die Rechtsform der Firma betont wird, dann ist AG resp. GmbH der Kern des Namens und bleibt Deutsche Post ungebeugt:

die Aktien der Deutsche Post Aktiengesellschaft

oder eben

die Aktien der Deutsche Post AG

Beide Varianten werden allgemein verwendet und kommen auch auf den Webseiten der Deutschen Post vor (mit n, ohne n). Die Formulierungen mit von anstelle des Genitivs sind stilistisch sehr unschön resp. falsch.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Nachtrag:

Die Antwort auf die am Anfang gestellte Frage lautet also, dass beides möglich ist:

der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post AG
der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Post AG

Die gebeugte Variante gefällt mir persönlich allerdings besser. Weil ich mich nicht so viel mit Aktien, Aktiengesellschaften und Ähnlichem beschäftige, ist das AG für mich eben doch nur ein Anhängsel.

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-ung oder -rung: Werden Suffixe abgetrennt?

Frage

Wie kann ich das Wort Berufserfahrungen trennen (Einkonsonantenregel oder Stamm-Suffix Regel)?

Berufserfahr-ung-en oder
Berufserfah-run-gen

Antwort

Sehr geehrte Frau V.,

Bei der Worttrennung gibt es in der deutschen Rechtschreibung keine Stamm-Suffix-Regel. Anders als zum Beispiel im Englischen wird am Zeilenende nicht zwischen dem Stamm und der Endung getrennt, sondern wie im Wortinnern zwischen zwei Sprechsilben. Bei der Worttrennung gelten die folgenden Grundregeln:

Präfixe (Vorsilben) werden abgetrennt:

Be-ruf
be-enden
ver-arbeiten
Aus-übung

Zusammengesetzte Wörter werden voneinander getrennt:

Trenn-regel
Hoch-ebene
Leder-waren-abteilung
Berufs-erfahrung

Innerhalb dieser Segmente wird nach Sprechsilben getrennt:

ar-bei-ten
Re-gel
Ebe-ne

Dies gilt auch, wenn es sich um eine Kombination Stamm+Endung handelt:

Ab-tei-lung
Er-fah-rung
Bä-cke-rei
mu-tig
ak-zep-ta-bel

Richtig ist also Be-rufs-er-fah-run-gen.

Auch andere Sprachen gehen sehr ähnlich vor. Achten Sie auf die Trennstelle beim Suffix -abel in zum Beispiel dem Französischen (ac-cep-ta-ble), Italienischen (ac-cet-ta-bi-le), Spanischen (acep-ta-ble), Niederländischen (ac-cep-ta-bel) und Norwegischen (ak-sep-ta-bel).

Im Englischen macht man das allerdings anders: ac-cept-able. Dies geschieht dort aus begreiflichen Gründen. Es hat mit der mehr historischen als phonetischen Schreibweise zu tun, aber ich kann hier leider nicht weiter darauf eingehen. Es scheint jedenfalls so zu sein, dass die englischsprachigen Kinder viel später – oder gar nie – lernen, wie man richtig trennt. Man muss dort oft auch die unterliegende Struktur eines Wortes kennen, was nicht immer ganz so einfach ist wie bei -able. Dass man Suffixe nicht abtrennt, sondern sich einfach an die Sprechsilben hält, macht unser System offenbar im Vergleich dazu einfacher.

Die entsprechenden Trennregeln und weitere Informationen finden Sie hier:
Wortrennung bei einfachen Wörtern
Worttrennung bei komplexen Wörtern

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Canoo.net-Umfrage

Vor einiger Zeit haben wir eine Umfrage unter den Canoo.net-Nutzerinnen und -Nutzern gestartet. Inzwischen ist die Umfrage abgeschlossen. Wie gestern beim Valentinstag mache ich es mir auch heute einfach, indem ich für mehr Informationen auf andere verweise. Lesen Sie also hier, was Hendrik Kruse allen in der Canoo.net-Mailingliste Eingetragenen bereits mitgeteilt hat:

––––––––––

Sehr geehrte Nutzerinnen und Nutzer von Canoo.net,

für Ihre zahlreiche Teilnahme an unserer Umfrage zur Nutzung von Canoo.net möchten wir Ihnen herzlich danken! Insgesamt haben knapp 560 Personen unseren Fragebogen ausgefüllt und uns so geholfen, unsere Leistungen in Zukunft besser an Ihre Bedürfnisse anpassen zu können. Auch kann sich Frau Becker aus Tettnang am Bodensee über einen gewonnenen iPod touch freuen. Dazu gratulieren wir ganz herzlich!

Ein in der Umfrage häufig geäußerter Wunsch ist, Canoo.net in den Browser zu integrieren. Dies ist für die Verwender des Internet Explorer sowie für Verwender von Mozilla Firefox bereits möglich. Ein ebenfalls häufig geäußerter Wunsch ist, Canoo.net als Rechtschreibhilfe in Textverarbeitungsprogrammen verwenden zu können. Dies ist für viele Versionen von Microsoft Word bereits möglich.

Gehen Sie zur Installation dieser Canoo.net-Erweiterungen auf unsere Supportseite und folgen Sie einfach der jeweiligen Anleitung.

Wir wünschen weiterhin viel Freude mit Canoo.net!
Beste Grüße aus Basel

Das Canoo.net-Team

––––––––––

Wenn Sie auch gerne über die aktuellsten Neuerungen und Produkte von Canoo.net informiert werden wollen, tragen Sie sich doch einfach hier in unsere Mailingliste ein.

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Alles, was Sie schon immer über den Valentinstag wissen wollten

Heute wollte ich der Aktualität gehorchend ein paar Worte zum Valentinstag und dem 14. Februar schreiben. Ich habe aber bald entdeckt, dass der Tag sprachlich gesehen nicht viel hergibt und alles andere bereits an anderer Stelle ausführlich beschrieben ist. (Außerdem finde ich aus rein egozentrischen Gründen den Stephanstag viel interessanter.) Wenn Sie sich also für den Valentinstag interessieren und tatsächlich alles darüber wissen wollen, klicken Sie weiter und lesen die folgenden Wikipedia-Seiten:

Valentinstag
Valentin von Terni
14. Februar

Ich wünsche Ihnen – wie es weniger auf Englisch als vielmehr auf gut Neudeutsch heißt – Happy Valentine!

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Hompage des Musikverein Eintracht – Wo bleibt das s?

Frage

Gibt es irgend einen Grund, warum man sehr häufig schreibt: „Konzert des Musikverein XXX“ ohne dabei ein s nach Musikverein anzuhängen?

Antwort

Sehr geehrter Herr K.,

in mehrteiligen Namen von Institutionen, Betrieben, Vereinigungen usw. wird das zentrale Wort manchmal ohne Endung verwendet, auch wenn es im Genitiv steht und eigentlich eine Endung haben müsste. Zum Beispiel:

auf der Homepage des Musikverein Eintracht
die Präsidentin des Verband der Deutschen Möbelindustrie
im Auftrag des Zweiten Deutschen Fernsehen

Das hat vielleicht damit zu tun, dass man sich scheut, einen „feststehenden“ Namen durch die Verwendung einer Endung zu „verändern“. Eine andere mögliche Erklärung ist, dass die Endung weggelassen wird, wie dies bei mit Artikel stehenden Personennamen geschehen muss:

Johann Sebastian Bachs Kompositionen
aber endungslos: die Kompositionen des Johann Sebastian Bach
(Siehe Regel)

Ob dies die Gründe sind oder ob es eine weitere Erklärung gibt, müssten genauere Untersuchungen ausweisen. Die Endungslosigkeit gilt hier in jedem Fall standardsprachlich als nicht korrekt. Richtig muss es also bei dieser Art von Eigennamen immer heißen:

auf der Homepage des Musikvereins Auenberg
die Präsidentin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie
im Auftrag des Zweiten Deutschen Fernsehens

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Die Bildung von Einwohnernamen

Einwohnernamen geben immer wieder zu Fragen Anlass (nicht nur bei “Fragen Sie Dr. Bopp?). Deshalb auch hier einmal ein Beitrag mit ein paar allgemeinen Worten zur Bildung von Einwohnernamen:

Frage

Eine ausländische Freundin fragte mich kürzlich, ob es denn im Deutschen eine Regel gäbe zur Bildung der Bezeichnung der Einwohner eines Landes, also z. B.

Deutschland –> der Deutsche / die Deutsche
Schweiz –> der Schweizer / die Schweizerin
Frankreich –> der Franzose / die Französin

Antwort

Sehr geehrte Frau L.,

es gibt im Deutschen keine festen Regeln, wie Einwohnernamen gebildet werden. Dies zeigen schon Ihre drei Beispiele. Wie die Einwohner eines Ortes, einer Region oder eines Landes heißen, wird durch den Gebrauch bestimmt. Dabei spielen historische gewachsene Namen (zum Beispiel Franzose, Italiener) und deutsche Ableitungsregeln (zum Beispiel Österreicher, Liechtensteiner, Japaner), aber auch fremdsprachigen Namen (zum Beispiel Guatemalteke, Madrilene) eine Rolle.

So ist nicht durch Regeln zu erklären, warum in England Engländer, in Holland Holländer, aber in Lettland Letten statt Lettländer und in Griechenland Griechen und nicht Griechenländer wohnen. Und in Deutschland wohnen Deutsche, ein Einwohnername, der als einziger wie ein Adjektiv gebeugt wird. Weiter wohnen in Norwegen Norweger, aber in Schweden nicht etwas Schweder, sondern Schweden. Auch in Dänemark trifft man nicht Dänemarker, sondern Dänen. Und dann gibt es noch die “exotischeren? Namen wie Guatemalteke, Chinese, Togolese, Zypriote, Kosovare, Montenegriner, Brasilianer, Jemenit usw.

Man muss also oft lernen, wie die Einwohner eines Ortes, Gebietes oder Landes heißen. Die häufigste Art, einen Einwohnernamen zu bilden, ist das Suffix -er. Siehe die Ableitungsregel in Canoo.net. Auch bei einigen fremdsprachlich beeinflussten Einwohnernamen setzt sich immer mehr die Form auf -er durch. Z.B. Togoer statt Togolese, Zyprer statt Zypriote, Azorer statt Azoreaner. Zum letzten Namen gibt es bereits einen Blogeintrag. Dort finden Sie auch zwei Hinweise, wo Sie Länderlisten mit Einwohnernamen herunterladen können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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