Archiv für November, 2008

Muesli, Müsli und Müesli

Da ich nicht unbedingt ein Morgenmensch bin, wälze ich beim Frühstück eigentlich nie komplexe sprachliche Probleme. Komplex wurde es also heute Morgen nicht, auch nicht besonders neu und originell, aber immerhin ein bisschen sprachlich. Obwohl ich die Verpackung bestimmt nicht zum ersten Mal in die Hand nahm und mein Auge schon oft auf das Wort Muesli gefallen sein muss, fragte ich mich aus unerfindlichen Gründen zum ersten Mal, warum es den Getreideflockenfrühstückskostproduzenten behagt hatte, Muesli auf die Verpackung drucken zu lassen. Nicht viel später wurde mir klar, dass eigentlich die ganze Verpackung englisch bedruckt ist. Das hat man halt davon, wenn man seinen Tag unbedingt mit einem Produkt aus angelsächsischem Hause anfangen will, statt heimisches Schaffen zu ehren.

Das englische muesli ist einfach das deutsche Müsli mit ue statt ü. Und – wie wohl den meisten bekannt ist – kommt das deutsche Wort Müsli aus der Schweiz. Dort hat der Schweizer Ernährungswissenschaftler Maximilian Oskar Bircher-Brenner Bircher-Benner, ein Pionier der Vollwertkost, am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts das nach ihm benannte Birchermüesli entwickelt. Er soll es übrigens auf einer Bergwanderung bei Alphirten entdeckt haben. Doch es geht hier weder um die Entstehungsgeschichte des Müslis noch um das Rezept oder darum, dass zu meiner Teenagerzeit ein Mädchen auf unserer Mittelschule eine Großnichte dieses Dr. Bircher gewesen sein soll. Nein, es geht um das fehlende e.

In den meisten deutschen Wörterbüchern steht nämlich nicht nur Müsli, sondern eben auch Müesli. Bei der zweiten Form steht dann oft die Ergänzung schweiz. oder in der Schweiz nur so. Und hiermit sind wir wieder beim Gedankengang, der sich heute mit morgendlicher Trägheit in meinem Hirn entfaltete: ein Müsli ist ein kleines Mus, d.h. ein Müschen oder Müslein. In vielen Schweizerdeutschen Dialekten ist ein Mus ein Mues (für nicht Schweizerdeutsch Sprechende: ue nicht als ü, sondern als Doppelaut aus u und unbetontem e aussprechen). Entsprechend ist ein Müslein ein Müesli (für nicht Schweizerdeutsch Sprechende: hier ist jegliche kurze Beschreibung der Aussprache zum Scheitern verurteilt). Das erklärt aber immer noch nicht, weshalb die Schweizer hier darauf bestehen, die schweizerische Schreibung beizubehalten. Die typisch schweizerische Diminutivendung -li mag dabei eine Rolle spielen, aber vielleicht auch die Tatsache, dass in vielen Deutschschweizer Dialekten Müsli (oder Müüsli) die Verkleinerungsform von Muus = Maus ist. Wer kann es den Schweizer Getreideflockenkonsumenten verübeln, dass sie morgens zum Frühstück keine Mäuschen löffeln wollen?

Kommentare (10)

Was kann womit kollidieren?

Frage

Kann eine Auto mit einer Wand kollidieren? Oder können nur zwei Schiffe kollidieren? Ist der erste Satz korrekt?

Antwort

Sehr geehrter Herr O.,

eigentlich kann nur Bewegliches mit Beweglichem kollidieren. Die Bedeutung von kollidieren ist zusammenprallen. Normalerweise kollidieren Fahrzeuge, Flugzeuge und Schiffe:

Das Fahrradfahrer kollidierte mit einem von rechts kommenden PKW.
Der Dampfer kollidierte mit einem Handelsschiff.
Die Boeing wäre beinahe mit einer aufsteigenden Cessna kollidiert.
Zwei Güterzüge sind außerhalb des Bahnhofs kollidiert.

Auch andere bewegliche „Einheiten“ aller Art können kollidieren:

Die Titanic kollidierte mit einem Eisberg.
Das Hubble-Weltraumteleskop fotografierte kollidierende Galaxien.
Das Mädchen rannte um den Tisch und kollidierte mit dem kleinen Bruder.

Dann gibt es natürlich auch noch – im übertragenen Sinne – kollidierende Meinungen, Interessen, Anliegen, Lösungsmodelle usw.

Man hört und liest aber auch öfters, dass Autos mit Mauern und Schiffe mit Schleusentoren kollidieren. Das ist nach der eigentlichen Bedeutung von kollidieren zumindest zweifelhaft. Es ist so richtig oder falsch, wie wenn ein Auto mit einer Mauer zusammenprallt. Man versteht es, aber stilistisch ist es doch viel besser, zu sagen, dass ein Auto auf eine Mauer prallt oder dass ein Schiff gegen ein Schleusentor prallt.

Stilistisch einwandfrei kann allerdings die Aussage eines übermäßig Beschwipsten sein, wenn er sagt, dass er auf dem Gehsteig mit einem Laternenpfahl kollidiert sei. Der Laternenpfahl musste wohl beweglich sein, denn sonst hätte er ihm ja ausweichen können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Die aktuellsten Nachrichten

Wieder einmal zu einem „Dauerbrenner im Grammatikland“:

Frage

Nach Zwiebelfisch [= Kolumnist Bastian Sick] „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ kann man optimal und aktuell nicht steigern. Wenn etwas aktuell ist, dann ist das andere eben nicht aktuell. Auf Canoo.net werden diese Wörter aber mit Steigerungsformen angegeben. Wer liegt hier richtig?

Antwort

Sehr geehrte Frau F.,

wenn man die wörtliche Definition solcher „absoluter“ Adjektive nimmt, hat Herr Sick natürlich recht. Wenn etwas aktuell ist, dann kann etwas anderes nur ebenfalls aktuell oder nicht (mehr) aktuell sein. Das Optimale ist das Bestmögliche, besser geht also nicht mehr. Und absolut bedeutet ja, dass es darüber hinaus nichts mehr geben kann. Steigerungsformen sind also bei der wörtlichen Bedeutung solcher Adjektive nicht möglich.

Das ist aber ein wenig flexible und sehr einengende Sicht auf die Möglichkeiten der Sprache. Nehmen wir zum Beispiel aktuell: Wenn die aktuellen Nachrichten der ARD eine halbe Stunde älter sind als die aktuellen Nachrichten des ZDF, darf ich dann nicht sagen, dass die Nachrichten des ZDF aktueller sind als diejenigen der ARD? Und wenn die Nachrichten von SAT und RTL usw. noch älter sind, hat dann das ZDF in diesem Moment nicht die aktuellsten Nachrichten? Nach der strengen, wörtlichen Auslegung der Bedeutung von aktuell stimmt das vielleicht nicht: Nur das ZDF hat aktuelle Nachrichten, alle anderen nicht mehr, obwohl sie behaupten, dass Sie aktuellen Nachrichten hätten. Ich glaube aber nicht, dass – außer strengen Grammatikern und deren Anhänger –  jemand hier einen Fehler entdecken kann. Die Steigerungsformen aktueller und aktuellste drücken hier genau aus, was gemeint ist, nämlich dass alle Fernsehstationen aktuelle Meldungen haben und dass diejenigen des ZDF die neuesten oder eben die aktuellsten sind.

Im Allgemeinen gilt, dass man absolute Adjektive auch in einem übertragenen Sinne oder bewusst übertreibend verwenden kann – und wie ich finde auch darf. Wenn es neben beste auch allerbeste gibt, weshalb darf es dann neben optimal im verstärkenden oder übertreibenden Sinne nicht auch optimalste geben? Diese Steigerungsform verdient zugegebenermaßen meistens nicht den Schönheitspreis, aber sie ist nach der Grammatik des Deutschen möglich, weil das Deutsche die bewusste Übertreibung und die Verstärkung des Superlativs (z.B. allerbeste) kennt und zulässt. Die Frage lautet meistens nicht, ob solche Steigerungsformen korrekt sind, sondern vielmehr, ob man sie stilistisch schön, gut oder akzeptabel findet. Man sollte also ihren Gebrauch nicht, wie Herr Sick es tut, von vornherein verurteilen.

Das schönste Beispiel einer solchen Übertreibung habe ich einmal von einer englischsprachigen Linguistin gelesen, an deren Namen ich mich leider nicht erinnere. Sie schrieb sinngemäß das Folgende:

Wer einmal im neunten Monat mit Drillingen schwanger war, wird nie mehr behaupten, dass eine Frau nicht schwangerer sein kann als eine andere.

Ganz so weit würde ich nicht gehen, aber das Beispiel zeigt, dass Wörter nicht nur im engen Käfig ihrer wörtlichen Definition benutzt werden, sondern auch in vielen anderen Kontexten und Bedeutungen.

Sehen Sie hierzu auch einen früheren Blogeintrag und diese Grammatikseite zu den absoluten Adjektiven.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Zweimal werden in einem Satz

Frage

In einer Zeitung las ich folgenden Satz: Die Weltmeisterschaft wird ohne uns stattfinden werden. Es scheint mir übeflüssig zu sein, in diesem Satz zweimal das Wort werden zu schreiben. Ist dieser Satz grammatisch richtig? Mir ist auch eingefallen, dass dieser Satz eine Wahrscheinlichkeit ausdrücken könnte.

Antwort

Sehr geehrter Herr H.,

ich vermute, dass der Zeitung hier ein Fehler unterlaufen ist. Man kann tatsächlich mit werden eine Vermutung ausdrücken:

Niemand reagiert auf das Klingeln. Sie werden nicht zu Hause sein.

Dieses werden der Vermutung wird aber in der Regel nicht wie im aus der Zeitung zitierten Satz zusammen mit einem werden der Zukunft verwendet. Das Hilfsverb werden kommt eigentlich nur im Zusammenhang mit dem werden-Passiv (dem Vorgangspassiv) zweimal in einem Satz vor.

werden-Passiv + Zukunft mit werden

Die WM wird von uns organisiert werden.

werden-Passiv + werden der Vermutung:

Das WC wird wohl gerade gereinigt werden.

Auch als sogenanntes Kopulaverb (= zusammen mit einem Adjekiv oder einem Substantiv) kann werden mit dem Hilfsverb werden kombiniert werden:

Das Wetter wird morgen schön werden.
Sie wird wohl Pilotin werden.

Vielleicht gibt es sogar noch andere Möglichkeiten, die mir im Moment nicht einfallen. Man darf richtig froh sein, dass man sich bei all diesen verschiedene Funktionen und Bedeutungen von werden (meistens) einfach auf sein Sprachgefühl verlassen kann! Erst wenn man anfängt, darüber nachzudenken, kann man so richtig schön unsicher werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Falsche E-Mail-Adressen

Einige von Ihnen haben bei Fragen im Kontaktformular eine falsche E-Mail-Adresse angegeben. Falls Sie sich wundern, weshalb ich nicht antworte, liegt es wahrscheinlich daran. Es geht um:

Nina (Frage zur Kommasetzung)
Tham (Frage zu den Fungenelementen)
Jiri (Frage zu „wird stattfinden werden“) erledigt
H. Maier (Frage zum Plural von Bier und Kilo)
efgiju (Frage zu „ongaschiert“)
Dörte (Frage zu „Wellness“)

Wenn Sie noch an einer Antwort interessiert sind, schicken Sie doch einfach Ihre richtige E-Mail-Adresse an canoonet@canoo.com oder geben Sie sie über das Kontaktformular an. Ihre Frage habe ich noch und die Antwort ist auch schon formuliert!

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Liebe Freundinnen und Freunde

Frage

Kann man anstatt Liebe Freundinnen und Freunde kürzer Liebe FreundInnen (mit großem I) schreiben? Die gleiche Frage stellt sich auch für RätInnen, GenossInnen usw.

Antwort

Sehr geehrter Herr R.,

nach der amtlichen Rechtschreibung ist diese Verwendung eines Großbuchstabens im Wortinnern nicht vorgesehen. Es gibt aber verschiedene Alternativen, wie man Frauen und Männer in einem Ausdruck erwähnen kann. Am besten finde ich, wenn möglich nicht abzukürzen:

Liebe Kolleginnen und Kollegen
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gesucht
die Rätinnen und Räte
Freundinnen und Freunde

Wenn Sie zum Beispiel aus Platzgründen abkürzen müssen oder wollen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Schrägstrich

    Liebe Kolleginnen/Kollegen
    Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen gesucht
    die Rätinnen/Räte
    Freundinnen/Freunde

  • Schrägstrich und Ergänzungsstrich

    Mitarbeiter/-innen gesucht
    250 Schüler/-innen

    Diese Schreibweise sollte nur dann verwendet werden, wenn das erste Wort keine Endung hat. Also besser nicht:

    Kollegen/-innen
    Räte/-innen
    Freunde/-innen

  • Klammern

    Liebe Kolleg(inn)en
    Mitarbeiter(innen) gesucht

    Diese Schreibweise verwenden Sie der Lesbarkeit zuliebe besser nicht, wenn die Wörter unterschiedliche Endungen haben. Also besser nicht:

    Rät(inn)e(n)
    Freund(inn)e(n)

  • Großes I im Wortinnern
    Diese Variante ist, wie bereits gesagt, offiziell nicht anerkannt. Sie sollte vor allem dann nicht verwendet werden, wenn die Wörter wie z.B. Freund-e und Freundinn-en unterschiedliche Endungen haben.

    Liebe KollegInnen
    MitarbeiterInnen gesucht

Bei Freundinnen und Freunde gibt es also nur eine gute Möglichkeit, abzukürzen:

   Liebe Freundinnen/Freunde

Eine Anrede wie Liebe Freundinnen und Freunde würde ich persönlich aber immer ausschreiben. Das sieht irgendwie viel höflicher, netter oder respektvoller aus. Und wenn man sieht, wie kompliziert das Abkürzen sein kann, ist Ausschreiben ohnehin zu empfehlen …

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Canoo.net für unterwegs!

Wenn Sie nie mehr auf direkten Zugang zu unseren Wörterbüchern auf Canoo.net verzichten wollen und stolzer Besitzer oder stolze Besitzerin eines iPhones oder eines iPod Touch sind, gibt es interessante Nachrichten:

Ab sofort gibt es Canoo.net für das iPhone und den iPod Touch. Sie haben damit Zugriff auf die Rechtschreibangaben und die Wortformen der über 250.000 Einträge in Canoo.net! Zusätzlich können Sie auch die Einträge in Wikipedia sowie in den Übersetzungswörterbüchern von LEO (Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Chinesisch) aufrufen. Dies alles wird schnell und in an die kleinen Bildschirmchen angepasster Form präsentiert.

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zum einen – zum anderen

Frage

Schreibt man die Wendung zum einen – zum anderen jeweils klein oder gilt nach der neuen Rechtschreibung zum Einen – zum Anderen?

Antwort

Sehr geehrte Frau K.,

die Pronomen eine und andere werden im Prinzip immer kleingeschrieben. Nach der Reform darf man sie aber neu auch großschreiben, wenn damit unterstrichen werden soll, dass es sich um Substantive handelt.

Der Ausdruck, um den es hier geht, bedeutet etwas Ähnliches wie einerseit – andererseits. Ich empfehle deshalb, einen und anderen kleinzuschreiben:

Damit soll zum einen die Wettbewerbsfähigkeit erhöht, zum anderen die Entwicklung neuer Technologien gefördert werden.

Die Möglichkeit der Großschreibung ist eher für Fälle wie den folgenden vorgesehen:

Er erzählt niemanden die gleiche Geschichte. Zum Einen sagt er dies, zum Anderen wieder das.

Aber auch hier ist die Kleinschreibung korrekt:

Er erzählt niemanden die gleiche Geschichte. Zum einen sagt er dies, zum anderen wieder das.

Nur in der Wendung sein Ein und Alles muss immer großgeschrieben werden. Sehen Sie hierzu auch die Angaben zur Rechtschreibung von andere und eine.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Schnorcheln klingt, wie wenn man es nicht kann.

Der Urlaub war schön: Sonne, Wärme, Strand, schwimmen und – wie sich das für tropische Gewässer gehört – schnorcheln. Dabei habe ich viele bunte Fische und sogar einige Muränen, zwei kleine Seeschildkröten und einen Rochen gesehen. Letzterer war zum Glück kein Riesenexemplar, so dass ich bei seinem Anblick nur mäßig erschrocken bin. Ich tauge eben doch mehr zum Schreibtischtäter als zum Unterwasserhelden.

Über den Unterwasserhelden, der ich nicht bin, kommen wir langsam zu einem eher sprachlichen Thema. Das Word schnorcheln klingt nämlich ganz wie jemand, der nicht schnorcheln kann. Nehmen Sie einmal an, dass Sie beim Schnorcheln Salzwasser in Mund und/oder Nase gekriegt haben, und stellen Sie sich dann vor, wie Sie nach der Wassereinnahme, aber noch vor dem Hustenanfall klingen. Schnorchel trifft es vielleicht nicht ganz, aber es kommt dem Geräusch doch sehr nahe.

Ich wollte also wieder einmal wissen, woher ein Wort kommt. Wir haben es für einmal nicht aus dem Englischen übernommen. Das englische snorkel ist im Gegenteil ein Lehnwort aus dem Deutschen, obwohl die deutschen Küsten im Allgemeinen nicht gerade als Schnorchelparadies bekannt sind. Ein Schnorchel ist nicht nur ein Atemrohr zum Schwimmen unter Wasser, sondern auch ein ausfahrbarer hohler Mast, durch den U-Boote auf Sehrohrtiefe Luft für die Maschinen ansaugen können, ohne auftauchen zu müssen.  Deutsche U-Boote sollen die ersten mit einem solchen Schnorchel gewesen sein. Das erklärt den Wortexport ins Englische vielleicht besser.

Nach den Angaben, die ich finden konnte, geht Schnorchel auf das landschaftliche Wort Schnorgel oder Schnörgel zurück, das Mund, Nase, Schnauze bedeutet. Schnorgel ist ein lautmalerisches Wort, das unter anderem mit dem ebenfalls lautmalerischen schnarchen verwandt ist. Diesmal hat mich also mein erste Intuition wider Erwarten nicht ganz getäuscht. Und wenn sie in Zukunft beim Schnorcheln einmal Wasser statt Luft schnappen, ist das zwar immer noch unangenehm, aber Sie können sich wenigstens mit dem Gedanken „trösten“, dass Sie damit sozusagen zum lautmalerischen Ursprung des Wortes zurückgekehrt sind.

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