3. Februar 2009 um 15:50
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Autor: Dr. Bopp
Frage
Schon seit Jahren muss ich mich mit dem Wörtchen mikro herumschlagen. Immer wieder begegne ich (ausgesprochenen) Mükrometer oder Mükroliter ohne mich intellektuell und sprachlich fundiert verteidigen zu können.
Antwort
Sehr geehrte Frau S.,
das Wortelement mikro wird tatsächlich mit i und nicht mit ü ausgesprochen. Man spricht also nicht von einem Mükrometer oder der Mükrowelle, sonder von einem Mikrometer und der Mikrowelle.
Im Standarddeutschen wird das y in aus dem Griechischen stammenden Wörtern als ü ausgesprochen:
hypermodern = hüpermodern
mythisch = mütisch
Thymian = Tümian
Ypsilon = Üpsilon
Das Wortelement mikro stammt zwar aus dem Griechischen (µικρòς, mikròs = klein), aber es wird mit einem i geschrieben und mit einem i ausgesprochen. Woher kommt dann die Aussprache mit ü?
In technischen Bereichen bedeutet mikro vor Maßeinheiten Millionstel. Ein Mikrometer ist ein Millionstelmeter, ein Mikroliter ist ein Millionstelliter. Dieses mikro wird mit dem griechischen Buchstaben µ abgekürzt.
ein Mikrometer = 1 µm
ein Mikroliter = 1 µl
Der Buchstabe µ entspricht dem deutschen m und wird als mü ausgesprochen (und als My ausgeschrieben). Abkürzungen wie µm und µl werden deshalb manchmal als Mümeter und Müliter ausgesprochen. Wenn mikro als mükro ausgesprochen wird, könnte es also gut sein, dass dies in falscher Analogie mit der Aussprache Müliter für µl geschieht.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bopp
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1. Februar 2009 um 11:42
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Autor: Dr. Bopp
Zum Ersten des Monats ein paar Worte zum Namen des Monats: Wie alle Monatsnamen haben wir auch diesen den alten Römern zu verdanken. Der Monat februarius mensis war der Monat der Reinigung. So gab es auch das Adjektiv februarius = zur Reinigung gehörig.
Wieso war der Februar der Monat der Reinigung? Ist es nicht etwas früh im Jahr für den Hausputz? Doch wenn man bedenkt, dass die klimatischen Verhältnisse in mediterranen Gefilden etwas milder sind als nördlich der Alpen, könnte es gut sein, dass die alten Römerinnen damals den Frühjahrsputz schon im Februar veranstalteten. Außerdem war der März der erste Monat im neuen Jahr. Ich kann mir also gut vorstellen, dass man den Dreck des alten Jahres hinter sich lassen und das neue Jahr in einem sauber geputzen Haus anfangen wollte.
Ganz so banal ist es dann natürlich in Wirklichkeit nicht. Wie so oft bei den alten Römern muss man „mythologisieren“: Die Reinigung hatte nicht nur konkret mit Lappen und Besen, sondern vor allem mit Göttern und Opfern zu tun. Der Monatsname ist mit dem Sühnefest der Februalia verbunden, die am Ende des Jahres, also in diesem Monat, dem Gott der Unterwelt, des Todes und der Läuterung gewidmet waren. Bei den Etruskern hieß dieser Gott Februus:
Februus: Etruscischer Gott der Unterwelt, mit Pluto identificirt; nach ihm ist der Monat Februar benannt, der ihm geweiht war, und in dessen zweiter Hälfte man alle freudigen Handlungen unterliess, keine Hochzeiten, feierte, und nichts that, was man gern mit glücklichen Vorbedeutungen anfing, sondern durch allerlei Beschwörungsmittel die Larven austrieb, die Häuser, die Begräbnissplätze und die Stadt selbst von neuem weihete, sich mit den Göttern versöhnte, und dasselbe für den Staat vornahm. F. war es, der zu dieser Zeit die Macht hatte, die Gespenster und Plagegeister in ihre unterirdischen Höhlen einzuschliessen. [Quelle]
Der Februar war also der Reinigungsmonat, aber es ging nicht um fröhliches Schrubben und Putzen, sondern um Reinigung im Sinne der Läuterung und Sühne. Nicht (nur) das konkrete Wohnhaus, sondern das individuelle und das kollektive geistig-moralische Haus wurden im Monat Februar einem „Jahresendputz“ unterworfen.
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