Wieso heißen Dominosteine eigentlich Dominosteine?

Passend zum vierten Adventssonntag eine weihnächtliche Frage:

Frage

Wieso heißen Dominosteine eigentlich Dominosteine? Ich meine damit nicht die Spielsteine, sondern die mit Schokolade überzogenen Süßigkeiten aus Lebkuchen, Marzipan und Fruchtgelee. Sie sind nicht dominostein-, sondern würfelförmig. Wieso heißen sie also Dominosteine?

Antwort

Sehr geehrter Herr P.,

leider habe ich keine Ahnung, was den Dresdener Feinbäcker Herbert Wendler im Jahre 1936 dazu bewogen hat, seine inzwischen in ganz Deutschland „weltberühmte“ süße Neuschöpfung Dominosteine zu nennen. Ihn persönlich kann man nicht mehr danach fragen, da er im Jahre 1998 verstorben ist. Auch sonst habe ich nirgendwo entsprechende Informationen finden können.

Ich muss also raten: Vielleicht hatten sie ursprünglich eine länglichere Form. Vielleicht liegt es an den drei Lagen (Lebkuchen, Fruchtgelee, Marzipan), die ein wenig wie drei aufeinandergeschichtet Dominosteine aussehen. Es könnte auch sein, dass zwei nebeneinanderliegende süße Dominosteine von oben gesehen an einen echten Dominostein erinnern. Vielleicht heißen sie so, weil sie mit mehreren zusammen verpackt wie Dominosteine in einer Schachtel liegen. Vielleicht lag es aber auch nur daran, dass sie viereckig sind und dass Dominosteine einfach gut klingt.

Es tut mir leid, dass ich Ihnen eine genauere Antwort schuldig bleiben muss. 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Nachtrag

Geneigte Leser und Leserinnen aus Dresden oder dem Rest der Welt, die Genaueres wissen, mögen doch bitte nicht zögern, ihr Wissen mit uns zu teilen!

5 Kommentare

  1. D.A. schreibt:

    Dezember 20, 2009 um 17:57

    Obwohl ich aus Dresden komme, kann ich Ihnen leider auch nicht weiterhelfen. Mir ist dafür etwas ganz anderes aufgefallen, und zwar das Wort „weihnächtlich“ in Ihrer Einleitung. Das habe ich bisher noch nie gehört und deswegen mal gegoogelt: für „weihnächtlich“ und einige Wortformen (-e, -er, -es, -en) bekommt man gut 25 000 Treffer, für „weihnachtlich“ und denselben Wortformen fast zwei Millionen. Das finde ich interessant, denn bei „Nacht“ + „-lich“ gibt es ja auch einen Umlaut („nächtlich“). Woran das wohl liegt?

  2. Dr. Bopp schreibt:

    Dezember 21, 2009 um 12:19

    weihnachtlich – weihnächtlich
    Sie haben mich hier bei einem sogenannten Helvetismus „erwischt“. Die Variante mit ä-Pünktchen ist vor allem in der Schweiz üblich. Der Rest der deutschprachigen Welt verzichtet hier meist auf den Umlaut. Aus welchem Grund hier (nicht) umgelautet wird, weiß ich leider nicht.

  3. D.A. schreibt:

    Dezember 25, 2009 um 13:57

    Ach so! An die naheliegendste Erklärung, einen regionalen Unterschied, hatte ich nicht gedacht. 😉 Danke für die Aufklärung.

  4. Ofelia schreibt:

    Januar 6, 2010 um 13:27

    Ich liebe die Dominosteine meiner Mutter:) Ehrlich gesagt, habe solche noch nie selbst gemacht…Hier ist sehr interessant, Sie diskutieren ja Fragen, dessen Antworten ich nie gesucht habe….Gut zu wissen!

  5. Dr. Bopp schreibt:

    Oktober 18, 2010 um 08:42

    Herr Panchenko hat die Antwort gefunden:

    Ich habe eine Erklärung gefunden, warum die Dominosteine Dominosteine heißen. Sie waren früher tatsächlich dominostein-/quaderförmig:
    »Genau genommen seien es gar keine Würfel gewesen, sondern eher Quader, erinnert sich seine Tochter Martina Aßmann.«
    http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2585287

    Vielen Dank!