Der Anglizismus des Jahres 2010

In Anlehnung an die verschiendenen Wörter und Unwörter des Jahres und als Gegenpol zur Entrüstung über die „furchtbar vielen englischen Wörter im Deutschen“ hat der Sprachlog des Sprachwissenschaftlers Anatol Stefanowitsch gestern zum ersten Mal den Anglizismus des Jahres bekanntgegeben.

Den dritten Platz nimmt Whistleblower ein. An zweiter Stelle steht App. Der Sieger ist leaken. Mehr Informationen und eine Begründung für die Wahl dieses Verbs zum Anglizismus des Jahres finden Sie hier.

3 Kommentare

  1. Martin Kraus schreibt:

    Mai 2, 2011 um 01:11

    Eigentlich halte ich ja nicht viel von der verzweifelten Suche nach schlechten deutschen Alternativen zu Anglizismen, aber im Fall von „Whistleblower“ hatte ich das Gefühl, dass es schon ein gutes deutsches Wort gibt. Zunächst dachte ich an „Alarmglockenläuter“, aber das bessere Wort ist wohl „Alarmschläger“ und es wird auch tatsächlich als Übersetzung von Whistleblower verwendet: http://www.heise.de/tp/artikel/25/25520/1.html . Man muss wohl abwarten, was sich langfristig durchsetzt.

    Eine andere Frage: Gibt es ein Wort für Lehnwörter, die nicht mehr in der Sprache verwendet werden, aus der sie entlehnt wurden? (Ich denke an „Ananas“: das Wort kommt aus Südamerika und kam übers Spanische ins Deutsche, aber auf Spanisch heißt die Ananas nun piña.)

    Viele Grüße

  2. Dr. Bopp schreibt:

    Mai 2, 2011 um 12:46

    Ich kenne leider keinen speziellen Ausdruck für solche Lehnwörter.

    Das Wort „Ananas“ ist übrigens kein solcher Fall. Es stammt aus einer südamerikanischen Sprache und kam über das Spanische und Portugiesische zu uns. Im Portugiesischen heißt die Ananas heute ananás und vor allem in Brasilien und Angola abacaxi. Im Spanischen heißt die Frucht wegen ihrer Ähnlichkeit mit den Zapfen von Koniferen tatsächlich meist piña, aber auch ananás oder ananá.

  3. Anglizismus des Jahres 2010: Das Ergebnis | Anglizismus des Jahres schreibt:

    Oktober 29, 2011 um 14:59

    […] Der Anglizismus des Jahres 2010 (Dr. Bopp, 2. Februar […]