Hähbät Bähgä

Soeben hörte ich jemanden „Extremdeutsch“ sprechen. Er sagte etwas, dass ich ungefähr so aufschreiben würde:

Eä heißt Hähbät Bähgä.

Gemeint war:

Er heißt Herbert Berger.

In die gleiche Reihe gehören Aussprachen wie:

eeählich (ehrlich)
hähtä (härter)
Fahbe (die Farbe)
a la kaaht (à la carte)

Nun ist es so, dass das r in vielen Regionen nicht „rollend“ gesprochen wird und das rollende r entsprechend im Standarddeutschen fast nicht (mehr) üblich ist, aber man kann alles übertreiben! Das sollten sich Hähbät-Sager und Gähda-Sagerinnen überlegen, bevor sie die Aussprache anderer kritisieren oder belächeln. Es sind nämlich häufig solche extremen „r‑Vokalisierer“, die meinen, eine besonders gute Standardaussprache zu haben.

6 Kommentare

  1. michael schreibt:

    Februar 27, 2011 um 20:30

    Ähnlich ist es ja auch im britischen Englisch: Da wird das an den Vokal angehängte „r“ oft auch nicht ausgesprochen. (Genaueres dazu findet man in jedem englischen Wörterbuch…)

    Viele britische Dialekte halten sich aber in der Praxis nicht an diese „Regeln“.

  2. Dietmar Schindler schreibt:

    Februar 28, 2011 um 11:14

    Wo im britischen Englisch das auf einen Vokal folgende r laut Wörterbuch nicht ausgesprochen wird, ist es nun gerade nicht ähnlich zum Deutschen, da hierzulande in der genannten Reihe r gesprochen werden soll.

  3. michael schreibt:

    März 1, 2011 um 16:30

    Stimmt: Im „Extremdeutschen“ wird das ‚r‘ ausgesprochen, wenn es zwischen zwei Vokalen steht. Im Standardenglischen fällt es dann weg.

  4. Antonius Reyntjes schreibt:

    März 2, 2011 um 10:45

    Dieses vokalisierte „r“ ist typisch für das Ruhrdeutsch; die o. g. Beispiel finden hier alltäglich statt, aber auch insbesondere in der lustvollen, gerne gehörten satirischen Verballhornung.

    Herbert Knebel z.B. ist mit diesem Extemdeutsch sparsam und nutzt es nur für Floskeln:

    http://www.youtube.com/watch?v=Ht1nbNtn-BA

    Das verschwundene „r“ hat schon einige Wurzeln im NIederdeutschen.

  5. Ivan Panchenko schreibt:

    März 3, 2011 um 12:33

    Ich würde Herbert Berger aber nicht mit Hähbät Bähgä umschreiben, sondern mit Heabat Beaga. Oder sagt tatsächlich jemand Hähbät Bähgä?

  6. Dr. Bopp schreibt:

    März 3, 2011 um 18:23

    „Extremvokalisierer“ sagen tatsächlich „Hähbät“ und nicht etwa nur „Heɐbeɐt“.