Zusammensetzung, Zahl und Bindestrich

Zum Wochenende relativ leichte Kost – es muss ja nicht immer so kompliziert sein:

Frage

Gibt es eine Regel oder Norm die besagt, wie Wortzusammensetzungen mit Zahlen und Einheiten korrekt geschrieben werden? Zum Beispiel:

230 V Antrieb,
230-V-Antrieb oder
230 V-Antrieb?

Antwort

Sehr geehrte Frau V.,

in Wortzusammensetzungen mit Zahlen und Abkürzungen setzt man zwischen alle Teile der Zusammensetzung einen Bindestrich. Beispiele sind:

der 230-V-Antrieb
der 500-m-Lauf
das 1.-Kl.-Abteil
die 4-Zr.-Wohnung
die 100-km/h-Grenze
die 9/11-Attentate

Auch wenn das nicht abgekürzte Wort steht, verwendet man Bindestriche:

der 230-Volt-Antrieb
der 500-Meter-Lauf
das 1.-Klasse-Abteil
die 4-Zimmer-Wohnung
die 100-Stundenkilometer-Grenze
die 11.-September-Attentate

Die entsprechende Regeln finden Sie hier und hier.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

3 Kommentare

  1. Markus Bertheau schreibt:

    September 15, 2011 um 09:47

    Ich sehe diese ja als eine der nächsten Regeln, die – leider! – dem Sprachgebrauch angepasst werden müssen.

  2. Dr. Bopp schreibt:

    September 15, 2011 um 10:42

    Schade vielleicht, denn es ist relativ einfach: Es gibt im Prinzip keine Zusammensetzungen mit Leerschritt. Aber falls einmal niemand mehr sich daran hält, passt man die Regel wohl am besten dem Gebrauch an. Die etwas populistisch formulierte, „explosive“ Frage, die ich hier ausdrücklich nicht weiter behandeln will, lautet ja: Dient die Rechtschreibung den Sprachbenutzern oder die Sprachbenutzer der Rechtschreibung? Vorerst ist aber – glücklicherweise! – kaum mit einer weiteren Reform zu rechnen. Ich wüsste jedenfalls nicht, wer sich in den nächsten Jahren in diese Nesseln setzen möchte.

  3. Koppschüttler schreibt:

    September 16, 2011 um 13:03

    Ich denke. daß die Schrift in erster Linie ein Medium ist und das „Dienstverhältnis“ beiderseitig ist. Wenn die Schriftsprache ungeeignet ist wiederzugeben, was wir denken und sagen wollen, erfüllt sie ihre Aufgabe nicht. Auf der anderen Seite ist Rechtschreibung und Schriftsatz mit viel Gehirnschmalz entstanden; hinter all den Regeln steckt ja ein Zweck. Und ich behaupte, daß jeder, der sich mit den Themen ernsthaft beschäftigt, das nachvollziehen kann. So finde ich beispielsweise die allseits grassierende Neigung, Satzzeichen als optional anzusehen, sehr nervig.

    Aber auch Andernorts (Quelle muss ich recherchieren) wurde gesagt: Es müssen immer entweder der Schreiber oder der Leser die Arbeit verrichten die Kommunikation zu bewältigen – die Frage ist, in welchem Verhältnis. Doch, so meine ich, in der Regel hat der Schreibende das Interesse sich verständlich zu machen. Und demnach zeugt es nicht nur von Respekt, sondern purem Eigeninteresse sich „allgemeinverständlich“ auszudrücken. Und das bedeutet eben auch, sich an die Rechtschreibung zu halten.