Zweimal, 2-mal, 2 x

Für Liebhaber rechtschreiblicher Haarspaltereien:

Frage

Man sieht häufig in Listen oder in Aufzählungen, dass für einmal, zweimal usw. 1 x, 2 x usw. verwendet wird. Wird das „x“ nun mit Abstand zur Zahl gesetzt oder ohne Abstand? Es ist ja kein Rechenzeichen, sondern ersetzt eine Silbe. Können Sie es mir vielleicht genau sagen und begründen?

Antwort

Sehr geehrte Frau G.,

die Abkürzung 2 x für zweimal ist weder in der Rechtschreibregelung noch in typografischen oder anderen Richtlinien vorgesehen. Ich kann Ihnen deshalb nicht genau sagen und begründen, wie Sie die Abkürzung schreiben müssen. An eine Empfehlung möchte ich mich aber trotzdem wagen:

Davon ausgehend, dass x für mal steht, sehe ich verschiedene Argumentationsmöglichkeiten:

a) 2x

Die Ziffer 2 steht für zwei, der Buchstabe x steht für mal, also kürzt man zweimal ohne Leerschritt ab.

b) 2-x

Es handelt sich um eine Zusammensetzung mit einer Ziffer und einem Einzelbuchstaben. Zusammensetzungen mit Ziffern und Einzelbuchstaben werden mit Bindestrich geschrieben (vgl. 2-mal, x-mal; Regel).

Entsprechend ist die Schreibung a) 2x eigentlich falsch. Allerdings darf man 2-fach (für zweifach) auch zusammenschreiben: 2fach. Wenn man nun beschließt, diese Ausnahme auch für 2-x zuzulassen, sind wir wieder bei a).

c) 2 x

Man kann zweimal bei besonderer Betonung auch getrennt schreiben: zwei Mal. Die Abkürzung orientiert sich außerdem an der mathematischen Schreibweise (wobei das x nur ein Ersatz für das eigentliche Malzeichen, den mittigen Punkt, ist). Bei Gleichungen setzt man vor und nach dem x ein Leerzeichen: 2 x 5 = zwei mal fünf.

Alle Begründungen sind möglich und vertretbar. Bindende Richtlinien gibt es nicht. Wenn Sie diese Art der Abkürzung überhaupt verwenden wollen, würde ich persönlich empfehlen, die Schreibung c) zu verwenden. Sie folgt dem Gebrauch der Schreibung, von der die Abkürzung abgeleitet ist (Mathematik) und sie wird häufig verwendet. Schreibung a) ist bei strenger Anwendung der amtl. Rechtschreibregeln eigentlich falsch (nur durch Einführung einer neuen Ausnahme zu rechtfertigen) und Schreibung b) kommt schlicht kaum vor. Also:

Die Eingabe muss 2 x bestätigt werden.
Wir verlosen 5 x 2 Freikarten!

Andere Schreibungen sind aber, wie gesagt, ebenfalls vertretbar.

Am besten gefallen mir außerhalb von mathematischen Gleichungen die ausgeschriebenen Formen zweimal und fünfmal. Über zwei Freikarten würde ich mich allerdings auf jeden Fall freuen, gleichgültig, ob sie nun 5x, 5-x, 5 x, 5-mal oder fünfmal verlost werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

15 Kommentare

  1. I.H. schreibt:

    Dezember 21, 2011 um 11:20

    Der (typografische) Buchstabe x darf nicht für das (mathematische) Malzeichen stehen, für dieses ist ein Extrazeichen, das dem x gleicht, reserviert. Man findet es z.B. im InDesign unter „Glyphen“ . Oder man nimmt, wie oben erwähnt, den mittigen Punkt. Hinzu kommt, dass man zwischen mathematischen Zeichen und Ziffern/Buchstaben ein Spatium (geschütztes flexibles Leerzeichen) setzt. Richtige Typografie geht über die (richtige) Rechtschreibung hinaus.

  2. Nightstallion schreibt:

    Dezember 21, 2011 um 17:30

    Die richtigen Zeichen wären × oder ·, je nach Geschmack, aber nicht x, ja.

  3. Antonius R. schreibt:

    Dezember 21, 2011 um 18:07

    Duden schreibt eindeutig vor: „2-mal“. – Tja, wo man das findet?
    „x“ [ob klein, ob groß] als Ersatz für „mal“ wäre ja pleonastisch.
    Vgl. K 31 (im Duden 2009., 25. Aufl.)

  4. Antonius R. schreibt:

    Dezember 21, 2011 um 18:09

    Duden schreibt eindeutig vor: „2-mal“.
    Wo das steht?
    Na, hier: Duden 2009, 25. Aufl. K 31, S. 40.

  5. Dr. Bopp schreibt:

    Dezember 21, 2011 um 19:20

    @ I.H. und Nightstallion
    1. Es geht hier um Rechtschreibung, nicht um Typografie.
    2. Es geht nicht um das Malzeichen in Gleichungen, sondern um eine „inoffizielle“ Abkürzung für das Adverb mal.
    Ich bin aus diesen Gründen nicht auf die Form des Malzeichens eingegangen (außer mit einer kurzen Bemerkung in Klammern). Es ist in diesem Fall nämlich üblich, den Buchstaben x zu verwenden. Das stammt noch aus einer Zeit, in der man mit Hilfe einer Schreibmaschine schrieb. Auf die eigentliche Frage, ob nun zwischen 2 und x ein Leerzeichen, ein Bindestrich oder nichts stehen soll, geben auch die (mir bekannten) typografischen Regeln keine Antwort.

    @ Antonius R.
    Der erste Satz im Beitrag lautet:

    […] die Abkürzung 2 x für zweimal ist weder in der Rechtschreibregelung noch in typografischen oder anderen Richtlinien vorgesehen.

    Es geht hier nur darum, wie man es schreiben könnte, wenn man trotzdem mal mit x abkürzen will. Wie man zweimal nach den Rechtschreibregeln abkürzen kann, steht nicht nur im Duden, sondern zum Beispiel auch hier und hier (im Beitrag verweise ich auch auf diese Seiten).
    Wieso das x als Ersatz für mal pleonastisch ist, verstehe ich nicht.

    @ alle: Aus dem Beitrag geht wohl nicht klar genug hervor, dass es sich nur um Argumentationen handelt, wie man schreiben könnte, wenn man statt mal ein x verwendet. Die Rechtschreibregeln und typografischen Konventionen sehen diese Art der Abkürzung nicht vor.

  6. Nightstallion schreibt:

    Dezember 22, 2011 um 11:36

    Mein Kritikpunkt war, dass es in Zeiten von Unicode genau null Gründe gibt, x statt × zu schreiben.

    Sämtliche Abhandlungen über Bindestriche oder Abstände gelten dann genau gleich für das typographisch zu bevorzugende × (also 2-× oder was immer).

  7. Michael Kuhlmann schreibt:

    Dezember 22, 2011 um 14:25

    @Nightstallion:

    Doch, mir fallen auf Anhieb drei Gründe ein:

    1. Es sieht einfach völlig behelmt aus. Das liegt daran, dass das Formelzeichen × eine höhere Einrückung hat (dafür gibt’s auch einen Fachausdruck), also über dem Boden zu schweben scheint. Üblicherweise tut dies kein anderes Zeichen im Fließtext, auch die Zahlen nicht, sodass es besonders unschön aussieht.

    2. Auch wenn mal „zweimal“ mit „2 x“ abkürzt, schreibt man trotzdem noch keine mathematische Formel, sondern Fließtext. Üblicherweise werden Formeln auch durch eine andere Schriftart abgesetzt, die zudem normalerweise keine Proportionalschrift ist. Man müsste das also auch hier konsequent vornehmen, was erst recht bescheuert aussähe, denn das nachfolgende Wort wird dann sicher wieder in der Normalschrjft umgesetzt.

    3. Auch in Zeiten von Unicode wird nicht alles in Unicode (oder TeX oder sonstwas) geschrieben. Ich zum Beispiel *hasse* HTML-Mails und werde meine Weihnachtsgrüße dementsprechend im ASCII-Format verschicken. Außerdem sollte man einen normalen Weihnachtsgruß ohne zusätzliche Hilfsmittel auf einer normalen Tastatur schreiben können und nicht ständig irgendwelche Zusatzprogramme verwenden müssen, um unübliche Zeichen einfließen lassen zu müssen. Und dann erzählt mal Oma Kulicke was von Unicode, wenn sie mit einem Füllfederhalter ihre Weihnachtsgrüße 2 x verschickt.

    Letztlich ging’s hier ja nicht um Typographie, daher soll es das hiermit gewesen sein,. Ich wünsche allen x-mal schöne Feiertage!

  8. Nightstallion schreibt:

    Dezember 23, 2011 um 17:05

    @„behelmt“: Gewöhnungssache (wie z. B. auch das große scharfe ß).
    @Unicode: Du verwechselst hier einiges – die Encodierung der E-Mail hat nichts mit ASCII-Mails/HTML-Mails zu tun. Ich verschicke prinzipiell nur Text-Mails, aber das Encoding ist natürlich auf Unicode eingestellt. (Ein anderes Problem ist, dass viele Programme zu @%*@#%$# dämlich sind, um Unicode richtig zu erkennen und dann die Sonderzeichen verhunzen …)

  9. Dr. Bopp schreibt:

    Dezember 24, 2011 um 16:05

    @Nightstallion: Dass es viele Programme gibt, die Unicode nicht richtig erkennen, ist ein vierter Grund.

    Wichtig ist mir aber auch der dritte Grund, den Herr Kuhlmann nennt, und zwar ganz unabhängig davon, ob er nun die Verschlüsselung einer Mail richtig beschreibt oder nicht. Sie können doch nicht von mir und den durchschnittlichen Blogleserinnen und -lesern verlangen, dass wir uns in einem Blog zur deutschen Rechtschreibung und Grammatik bzw. in unserem alltäglichen Schreibleben auch noch mit Typografie und Unicode-Kodierungen herumschlagen (und zusätzlich damit, wo sie akzeptiert werden und wo nicht), d. h. dass wir uns beim Schreiben auch noch um die richtige Verwendung und Codierung von zum Beispiel Viertelgeviert-, Halbegeviert- und Geviertstrichen und sonstigen typografischen Sonderzeichen (Auslassungszeichen, halber Leerschritt, Malzeichen …) kümmern. Bei der Rechtschreibung geht es darum, welche Zeichen man verwendet, nicht darum, wie diese Zeichen genau auszusehen haben.

    Typografische Regeln sind sinnvoll, aber sie sind vor allem für typografisch Tätige bestimmt. Sie sind nicht Gegenstand der Rechtschreibung und sie sind vor allem nur für diejenigen verbindlich, die sich daran halten wollen oder durch Haustil oder Auftraggeber dazu verpflichtet sind. Es ist nicht so, dass ich von nun an das große Eszett verwenden und dies auch den sprachlich Interessierten vorschreiben muss, weil es diesen Buchstaben seit 2008 in Unicode gibt. Es ist nicht so, dass ich 2 x für zweimal nicht mit einem x schreiben darf, nur weil es in Unicode ein besonderes Malzeichen gibt. Ich kann als Dr. Bopp den Leuten nicht vorschreiben, dass sie sich gefälligst an Regeln zu halten haben, die nicht verbindlich sind und die nicht für den Alltagsgebrauch, sondern für den professionellen Schriftsatz konzipiert sind.

    @ alle: Schöne Weihnachten!

  10. Christian schreibt:

    Dezember 25, 2011 um 19:48

    @ Kommentar vom 24.12./16.05:

    Haustil? Hat Haustil etwas mit Verkloppen zu tun? Diese kleinen Tippfehler sind manchmal das Salz in der Suppe, verehrter Herr Dr. Bopp. *ggg*

    Wünsche ein friedvolles Weihnachtsfest.

    Christian

  11. ×er×es schreibt:

    Dezember 25, 2011 um 19:58

    Eine kleine Anmerkung:
    AFAIK sind × und · nicht gleichbedeutend; das X scheint besonders dann verwendet zu werden, wenn der Term nicht einfach durch einen gleich(wertig)en andern ersetzt werden kann: Ein Teppich hat glücklicherweise die Maße 3×4 und nicht 0,03×400, 3·4 und 0,03·400 dagegen sind gleich.
    Für jedes dieser Zeichen hat sich eine ASCII-Umschrift eingebügert, nämlich * für · und, eben x für ×

  12. Dr. Bopp schreibt:

    Dezember 27, 2011 um 18:11

    Haustil – tatsächlich ein amüsanter Fehler. Es könnte sich hier sogar um einen freudschen Verschreiber handeln.

  13. michael schreibt:

    Dezember 31, 2011 um 10:38

    Ich kann da nach all den ortho- und typographischen Argumenten höchstens noch mein persönliches Empfinden anfügen:

    2x lese ich ohne zu zögern als zweimal
    2 x lese ich als 2 mal den Buchstaben x (analog zu 2 Äpfel)
    2-x ergibt für mich beim Lesen keinen Sinn, da ich das noch nie angetroffen habe

    Andere werden das anders empfingen. Für mich ist bei solchen Fragen über die Argumentation hinaus jeweils wichtig, was ich selbst – ohne zu stolpern – fliessend lesen kann. (Das typographische Malzeichen jedenfalls könnte ich nicht fliessend lesen, obwohl ich durchaus mathephil bin. Nur verwende ich die mathematische Schreibweise eben ausschliesslich in mathematischen Formeln und nicht in Texten.)

    Ich wünsche allen dennoch ein gutes neues Jahr 🙂

    Michael

  14. ben schreibt:

    April 24, 2013 um 14:09

    Hallo Dr. Bopp,

    Worauf fundieren deine Aussagen bezüglich der Schreibweisen?
    Hast du Links dazu?

    LG Ben

  15. Dr. Bopp schreibt:

    April 24, 2013 um 15:52

    Die Links stehen im Artikel (blau dargestellt, Sie müssen sie einfach anklicken). Ein weiterer Link ist dieser. Sie finden dort allgemeine Rechtschreibangaben zu Mal/mal. An den Stellen, auf die ich verweise, finden Sie weitere Links auf die entsprechenden Rechtschreibregeln. Was Sie dort nicht finden werden, ist eine genaue Angabe, wie dieser konkrete Fall zu schreiben ist. Das ist ja der Sinn des ganzen Artikels.