Vom tz und vom ck

Frage

Die Buchstabenverbindungen ck respektive tz werden wie Doppelkonsonanten behandelt. Sie gelten als Kürzezeichen und stehen darum nach kurzen Vokalen. In der Fachliteratur steht oft als Begründung, weshalb ck resp. tz geschrieben wird, dies sei historisch begründet. Was für historische Gründe sind das?

Antwort

Liebe Familie S.,

die Schreibungen tz und ck haben eine unterschiedliche Herkunft. Fangen wir mit dem tz an:

Das z steht nicht für einen Laut, sondern für zwei Laute, nämlich t und s. Viele (also nicht alle) z sind sprachgeschichtlich aus einem t entstanden. Man sieht dies heute am besten an Wörtern aus dem Niederländischen, Schwedischen und Englischen, in denen das t ein t geblieben ist. Zum Beispiel:

Hitze: hitte, hetta, heat
schwitzen: zweten, svettas, sweat
Münze: munt, mynt, u.a. mint
zwölf: twaalf, tolv, twelve

Auch aus heutiger Sicht ist die Schreibung tz nach einem kurzen Vokal noch relativ gut zu erklären. Wenn man ein Wort mit tz im Wortinneren trennt, spricht man nicht zwei z (ts-ts), sondern ein t und ein z (o. evtl. ein t und ein s):

Hit – ze, schwit – zen, Fet – zen, put – zen

Die Schreibung tz statt zz erklärt sich also sowohl aus historischer Sicht (z ist aus t entstanden), als auch aus lautlicher Sicht (z steht für ts; bei Worttrennung spricht man t-z nicht ts-ts).

Beim ck ist es einfacher, aber vielleicht weniger überzeugend: Die Buchstaben c und k standen und stehen oft für denselben Laut (früher zum Beispiel Camerad, Canal, Concert und Creatur neben Kamerad, Kanal, Konzert und Kreatur). Bei der Verdoppelung nahm man nicht „unschön“ zweimal den gleichen Buchstaben kk, sondern die „schönere“ Verbindung von zwei verschiedenen Buchstaben mit dem gleichen Wert ck. Diese Schreibtradition, ck statt kk, hat sich bis in die heutige Schrift gehalten.

Das ist natürlich nicht die ganze Geschichte, aber als kurze Erklärung von einem Nicht-„Schriftgelehrten“ dürfte es hoffentlich ausreichend sein.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

2 Kommentare

  1. Thomas schreibt:

    Juni 1, 2015 um 23:25

    Beim „ck“ kommt noch hinzu, dass das „c“ gerne als End-„k“ verwendet wurde. Beispielsweise im mittelhochdeutschen „tac“. Wenn man also ein Wort wie „Ec-ke“ trennt, hat man in der ersten Silbe ein End-„k“, das gerne „c“ geschrieben wurde, und in der zweiten Silbe ein Anfang-„k“, das dann meistens „k“ geschrieben wurde.

  2. Dr. Bopp schreibt:

    Juni 2, 2015 um 16:20

    Vielen Dank für diese interessante Ergänzung.