Archiv für März, 2016

Etwas in Kauf nehmen

Heute mache ich es mir einmal ganz einfach. Ich zitiere zuerst die schöne Frage von Herrn P. und verwende für die Antwort ein Zitat aus dem Redensarten-Index, einem Wörterbuch, auf das wir in Canoonet für Angaben zu Redewendungen und Redensarten verweisen und das ich für solche Fragen sehr empfehlen kann. 

Frage

Woher stammt die Redewendung „etwas in Kauf nehmen“? Sie erinnert mich an die ehemalige Sowjetunion. Wie überall in den sozialistischen Ländern herrschte hier Planwirtschaft. Wer den Plan erfüllte oder übererfüllte, bekam eine Prämie. Das  führte zu folgenden Erscheinungen: Beim Kauf von Kaviar musste man zusätzlich Sprotten nehmen, [eine Art Heringe,] die keiner haben wollte. Kaviar war zwar nicht sehr teuer, kam aber selten auf den Ladentisch. Hier musste man  wörtlich beim Kaviarkauf die Sprotten in Kauf nehmen.

Antwort

Sehr geehrter Herr P.,

Ihre Vermutung ist richtig. Die Redewendung etwas in Kauf nehmen (etwas hinnehmen; etwas Unangenehmes bei einer sonst vorteilhaften Angelegenheit dulden) hat offenbar genau diesen Ursprung.

Ich mache es mir diesmal ganz einfach und zitiere hier den Redensarten-Index, auf den wir auch von unseren Seiten aus verweisen:

Die Wendung geht auf die Form „etwas mit in den Kauf nehmen“ zurück. Ein Käufer bekam früher gelegentlich etwas Ware zusätzlich mit in den Kauf, wenn der Händler nicht genug Kleingeld zum Herausgeben hatte. „In den Kauf geben“ bezeichnete also eine Zugabe des Verkäufers. Auch bürdeten Wucherer dem Entleiher oft für einen Teil des geborgten Geldes Waren auf, die dieser zwar nicht gebrauchen konnte, die er aber abnahm, um überhaupt ins Geschäft zu kommen. Dies führte zu der Bedeutung: unliebsame Zugabe zu etwas Vorteilhaftem hinnehmen. Der Käufer nahm etwas Unliebsames mit „in (den) Kauf“. Ein Beispiel für die übertragene Bedeutung findet sich 1785 bei Friedrich Wilhelm Gotter in dem Gedicht „Liebeserklärung“: „Ach, Einen Kuß von dir (und ging auch eine Dachtel [=Ohrfeige] / In Kauf) bezahlt‘ ich gern mit meines Lebens Achtel“
Quelle: Redensarten-Index, Eintrag etwas in Kauf nehmen

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Kommentare

Seit Anbringen des Schildes – substantivierte Infinitive erkennen

Frage

Wenn seit dem Anbringen des Schildes kein Unfall passiert ist, dann trifft es doch zu, dass auch seit Anbringen des Schildes kein Unfall passiert ist. Wäre es dann immer noch richtig, wenn im zweiten Beispiel „Anbringen“ kleingeschrieben würde?

Antwort

Sehr geehrter Herr P.,

auch in seit Anbringen des Schildes muss Anbringen großgeschrieben werden. Es handelt sich auch hier um eine Substantivierung. Substantivierte Infinitive erkennt man am einfachsten, wenn sie mit einem Artikel stehen:

das Anbringen, beim Anbringen
das Öffnen, zum Öffnen
durch das Drücken, mit dem Drücken

Aber auch wenn sie mit einem gebeugten Adjektiv stehen, sind Infinitive substantiviert:

illegales Anbringen
fachgerechtes Öffnen
spontanes Drücken

Ein nicht substantivierter Infinitiv ist eine Verbform und kann als solche nur durch ein ungebeugtes Adjektiv näher bestimmt sein:

illegal anbringen
fachgerecht öffnen
spontan drücken

Auch in Ihrem Beispiel wird der Infinitiv von etwas begleitet, das nur bei einem Substantiv stehen kann: ein Genitivattribut. Eine nachgestellte Genitivgruppe kann nur ein Substantiv näher bestimmen.

seit Anbringen des Schildes

Sie kann nicht ein Verb näher bestimmen:

nicht: dass wir anbringen des Schildes
sondern: dass wir das Schild anbringen

Ebenso zum Beispiel:

Verb: die Fenster öffnen
Substantivierung: Öffnen der Fenster verboten

Verb: den Knopf drücken
Substantivierung: durch Drücken des Knopfes

Einen substantivierten Infinitiv erkennt man also daran, dass er sich im Satz wie ein Substantiv benimmt, das heißt in diesem Fall, dass er Ergänzungen bei sich hat, die bei einem Substantiv, nicht aber bei einem Verb stehen können. Häufig ist das ein Artikel, es kann aber auch ein gebeugtes Adjektiv oder wie in Ihrem Beispiel ein Genitivattribut sein.

substantivierte Infinitive einfach erkennen
einfaches Erkennen substantivierter Infinitive

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Kommentare

Grippe und Ostern

Grippewelle um Grippewelle kam diese Saison vorbei – und ich habe sie alle unbeschadet überstanden. Man achtet ja auf gute Ernährung und versucht auch sonst gesund zu leben, dann kriegt man keine Grippe. Seit vorgestern weiß ich (wieder), dass ich entweder nicht gesund genug lebe oder dass man auch trotz guter Ernährung die Grippe kriegen kann: Ich huste und pruste, habe einen schweren Kopf und fühl mich auch sonst alles andere als wohl. Mit etwas Ruhe, Tee und ein paar Mittelchen aus der Hausapotheke werde ich es bestimmt bald hinter mir haben, aber regelmäßige Besucherinnen und Besucher des Blogs muss ich leider auf die Zeit nach Ostern vertrösten. Diese Woche kommt nichts mehr von Dr. Bopp.

Ostereier

Ich wünsche allen schöne (und gesunde) Ostertage!

Dr. Bopp

Kommentare

Warum in und nicht auf Polynesien?

Immer wieder gibt es Fragen dazu, welche Präpositionen bei Inseln zu verwenden sind (siehe zum Beispiel hier und hier). Immer wieder erstaunt mich das, denn das deutsche Sprachgebiet ist ja nicht besonders inselreich. Vielleicht erklärt gerade die relative Inselarmut die Popularität dieser Frage. Die Regel, die die meisten irgendwann einmal lernen, ist ganz einfach: bei Namen von Orten, Regionen und Ländern verwendet man in (in Dresden, in Osaka, in Sachsen, im Burgund, in Deutschland, in den Niederlanden), bei Inseln aber auf (auf Sylt, auf Curaçao, auf der Mainau). Dass es aber nicht immer ganz so eindeutig ist, sehen Sie  hier und hier. Und heute ein weiteres Beispiel, weshalb es trotz der Einfachheit der Regel zu Fragen kommen kann.

Bora Bora

Inselfrage

Polynesien scheint unter den Sonderfällen ein Sonderfall zu sein. Man ist „in“ Polynesien, obwohl man „auf“ den Inseln weilt. Man kann auf den Kanaren geboren sein, aber nicht auf Polynesien. Die geopolitischen Ansätze funktionieren hier nicht mehr. (Quantengrammatik ?)

Antwort

Sehr geehrter Herr B.,

um die Verwendung von in bei Polynesien zu erklären, braucht man keine „Quantengrammatik“. Der Name Polynesien bezeichnet anders als zum Beispiel Kanaren, Azoren und Bahamas nicht eine Inselgruppe, sondern eine ganze Region, die aus verschiedenen eigenständigen Inseln und Inselgruppen besteht. Das sieht man auch daran, dass Polynesien zwar viele Inseln umfasst, als Name aber in der Einzahl steht (Polynesien hat/ist…). Man lebt nicht auf einer Region, sonder in einer Region. So lebt man zum Beispiel auf Hawaii, auf Samoa oder auf den Cook-Inseln, die alle in Polynesien liegen. Dasselbe gilt für Melanesien und Mikronesien – und auch für Inselstaaten wie Indonesien und Japan.

Auch bei Japan und Indonesien heißt es nicht auf Japan, sondern in Japan und nicht auf Indonesien, sondern in Indonesien, obwohl es sich, wie ein Blick auf die Karte zeigt, um Inselgruppen handelt. Die Namen Japan und Indonesien werden also als Name eines Landes oder einer Region aufgefasst und entsprechend behandelt.

Als Faustregel kann gelten: Namen von aus Inselgruppen bestehenden Ländern und Regionen werden nur dann mit auf verwendet, wenn der Name ein Plural ist:

auf den Kanaren, auf den Azoren, auf den Philippinen
in Polynesien, in Indonesien, in Japan

Es ist nicht die brisanteste aller deutschen Grammatikfragen, sie zeigt aber gut, dass es auch bei so etwas Übersichtlichem wie Inselgruppen mehr als eine Betrachtungsweise und entsprechend mehr als eine sprachliche Ausdrucksweise geben kann.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Kommentare (2)

Das hartnäckige Komma im Titel

Frage

Ich habe eine simple Frage. Der Claim meines Blogs lautet: Produktmanagement das funktioniert. Ich bin mir jetzt unsicher. Kommt noch Produktmanagement ein Komma oder nicht? Was ist korrekt?

Antwort

Sehr geehrter Herr D.,

die Frage klingt simpel, doch bei den Satzzeichen in Titeln u. Ä. werden viele hin und wieder unsicher. Die Antwort ist übrigens gleich simpel wie die Frage: Vor das muss ein Komma stehen. Natürlich kann ich es nicht lassen, noch ein paar erklärende Worte hinzuzufügen:

Dieses das ist ein Relativpronomen, das einen Relativsatz (das funktioniert) einleitet. Ein Relativsatz ist ein Nebensatz und muss als solcher durch ein Komma abgetrennt werden. Das gilt auch dann, wenn er nicht von einem ganzen Satz, sondern wie hier nur von seinem Bezugswort begleitet wird. Und Titel, Slogans, Claims usw. sind nicht davon ausgenommen. So hartnäckig kann das Komma sein:

Ich zeige Ihnen Projektmanagement, das funktioniert.
Ich zeige Projektmanagement, das funktioniert.
Zeige Projektmanagement, das funktioniert.

Projektmanagement, das funktioniert

Ganz allgemein werden die Satzzeichen in Titeln, Überschriften usw. gleich gesetzt wie in „normalem“ Text. Ein paar Beispiele:

Irrungen, Wirrungen (Roman)
Wetten, dass …? (Fernsehsendung)
Good bye, Lenin! (Film)
Der Mann, der zu viel wusste (Der Mann, der zuviel wußte; Film)
Von einem, der auszog[,] das Fürchten zu lernen (Märchen)

Die einzige Ausnahme ist der Schlusspunkt: Er wird in Titeln u. Ä. nicht gesetzt. Außerdem gilt auch hier: Dichterischer Freiheit sind keine Grenzen gesetzt. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie Titeln und Überschriften begegnen, die es mit der offiziellen Zeichensetzung nicht so genau nehmen:

punkt punkt komma strich (Roman)

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Kommentare (2)

Noch einmal das Komma vor „und“

Im Prinzip wäre es ja ganz einfach: Vor und steht kein Komma. Natürlich geht es auch hier nicht ohne Ausnahmen, die ich in einem früheren Eintrag schon einmal erwähnt habe. Hier folgt noch ein solcher Spezialfall: 

Frage

Wie lauten hier die Kommaregeln? Gibt es eine einfache Faustregel? Ich bin etwas irritiert. Zum Beispiel:

Wenn du es zeichnest ist es rund, und wenn du es schreibst ist es gerade.
Wenn du es zeichnest, ist es rund und wenn du es schreibst, ist es gerade.
Wenn du es zeichnest, ist es rund, und wenn du es schreibst, ist es gerade.

Was ist richtig? Können Sie mir weiterhelfen?

Antwort

Sehr geehrter Herr S.,

in Ihrem Satz würde ich den dritten Vorschlag wählen und die Kommas wie folgt setzen:

Wenn du es zeichnest, ist es rund, und wenn du es schreibst, ist es gerade.

Das und verbindet hier zwei selbstständige Satzgefüge:

Wenn du es zeichnest, ist es rund
und
wenn du es schreibst, ist es gerade

In einem solchen Fall ist das Komma vor und im Prinzip fakultativ (es verbindet zwei gleichrangige selbstständige Sätze, vgl. hier). Wenn der zweite Satz aber ein Satzgefüge ist, das mit einem Nebensatz beginnt, ist es zu empfehlen, zur Verdeutlichung der Satzstruktur ein Komma zu verwenden.

Hier noch ein paar Beispiele:

Die Tür war aus Holz gefertigt, und wenn er sie öffnete, knarrte sie.
Sie diskutierten bis tief in die Nacht, und weil sie ein paar Gläser Wein getrunken hatte, nahm sie ein Taxi nach Hause.
Wir speisten darauf beim Gouverneur, und nachdem wir von ihm Abschied genommen hatten, gingen wir auf das Schiff zurück.
Zu guter Letzt bekam der brave Geselle Hans seine Appolonia zur Frau, und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.

Bei Unsicherheit wäre es natürlich am einfachsten, solche Formulierungen zu vermeiden. Doch so sehr sollte man sich nicht durch eine Komma-Unsicherheit einschüchtern lassen, und wenn man es einmal weiß, ist es ja gar nicht so kompliziert.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Kommentare (3)

10-Prozent-Anteil und 10-Euro-Schein mit % und €

Frage

Wie sind Wortbildungen mit Sonderzeichen wie „die 30°C-Marke“ oder „der 10%-Anteil“ oder „der 10€-Schein“ korrekt zu schreiben? Und lassen sich solche Bildungen auch ausschreiben? Also: „die Dreißiggradcelsiusmarke“?

Antwort

Sehr geehrte Frau S.,

es gibt verschiedene Möglichkeiten, solche Bildungen zu schreiben. So können sie ganz in Worten oder mit einer Ziffer geschrieben werden:

Dreißig-Grad-Celsius-Marke
30-Grad-Celsisus-Marke
(Dreißiggradcelsiusmarke ist möglich, aber nicht sehr gut lesbar)

Zehnprozentanteil
10-Prozent-Anteil

Zehneuroschein
10-Euro-Schein

Vgl. hier und hier.

Komplizierter wird es, wenn die Maßeinheit mit einer Abkürzung wiedergegeben wird. Es wird zwar sehr(!) häufig anders geschrieben, aber man sollte auch dann Bindestriche zwischen allen Teilen der Zusammensetzung verwenden (siehe hier):

100-g-Beutel
10-km-Lauf

Und nun kommen wir endlich zu Ihrer eigentlichen Frage: Es gibt keine feste Regel mehr, wenn nicht Buchstaben und Ziffern, sondern Sonderzeichen und Symbole in einer Zusammensetzung vorkommen. Die Rechtschreibregelung macht nämlich keine Angaben dazu. Es gibt drei mögliche Schreibweisen, von denen ich keine als wirklich falsch bezeichnen würde:

30° C-Marke* 30°C-Marke 30°-C-Marke*
10 %-Anteil 10%-Anteil 10-%-Anteil
10 €-Schein 10€-Schein 10-€-Schein
1 £-Note 1£-Note 1-£-Note

Beim Prozentzeichen empfehlen die Wörterbücher die Schreibung mit einem (geschützten, schmalen) Leerzeichen zwischen Ziffer und %: 10 %-Anteil. Zu den anderen Symbolen machen sie keine Angaben.

Weiter ist noch zu bemerken, dass beim Eurozeichen die Schreibung mit einem Leerzeichen zu Missverständnissen führen kann:

10 €-Scheine = Zehn-Euro-Scheine oder zehn Euroscheine

10 €-Scheine

Es gibt also keine einfache, allgemein verbindliche und alle Fälle abdeckende Regel. Alles in allem würde ich deshalb empfehlen, wenn möglich in Zusammensetzungen keine Sonderzeichen zu verwenden:

30-Grad-Celsius-Marke
10-Prozent-Anteil
10-Euro-Schein
1-Pfund-Note

Diese Wörter lassen sich problemlos schreiben, sind gut lesbar und nicht furchtbar viel länger als die Varianten mit Symbolen und Sonderzeichen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

* Fachsprachlich auch 30 °C-Marke, 30-°C-Marke; vgl. hier.

Kommentare (1)

Gentiv-s oder Fugen-s?

Auch heute eine ziemlich theoretische Frage:

Frage

Ein Dr.Dr. behauptet, das „s“ in „Einkaufswagen“ sei ein Genitiv-s. Ich denke eher an ein Bindeglied. Wer hat recht?

Antwort

Sehr geehrter Herr R.,

das s, das zwischen den beiden Elementen einer Zusammensetzung stehen kann, ist aus dem Genitiv-s entstanden. Es hat seine Funktion und Bedeutung aber zu einem großen Teil verloren.

Ein Einkaufswagen ist nicht ein Wagen des Einkaufs, sondern ein Wagen für den Einkauf. Die Lebensfreude ist nicht die Freude des Lebens, sondern die Freude am Leben. Die Lieblingsfarbe ist nicht die Farbe des Lieblings usw. usw. Das s entspricht zwar der Form nach dem Genitiv-s (vgl. des Einkaufs, des Lebens, des Lieblings), es hat aber in Zusammensetzungen nicht immer eine genitivische Bedeutung.

In Verbindungen wie den folgenden, die sehr häufig vorkommen, hat das s erst recht nichts mehr mit einem Genitiv-s zu tun: Unterhaltungsmusik, Identitätsausweis, Operationssaal, Hochzeitstorte, Abfahrtsrennen, Ansichtssache … Keines der Wörter, die hier vor dem s stehen, bildet den Genitiv mit s.

Rein formal gesehen, ist das s in Einkaufswagen ein Genitiv-s, denn es entspricht dem s von des Einkaufs. Nach Funktion und (fehlender) Bedeutung ist es aber ein Fugen-s, das heißt ein Bindeglied, das vor allem dazu dient, den Übergang zwischen zwei Elementen einer Zusammensetzung zu markieren.

Je nachdem, wie man die Sache betrachtet, haben Sie beide recht. Das s in Einkaufswagen kann als Genitiv-s interpretiert werden. Es unterscheidet sich dann aber vom s in Unterhaltungsmusik, das ja kein Genitiv-s sein kann. Das s in Einkaufswagen kann auch wie in Unterhaltungsmusik als Fugen-s interpretiert werden. Dann lässt man aber die formale Identität mit dem Genitiv-s außer Acht. Letztlich ist es also vor allem eine theoretische Entscheidung, wie man dieses s nennen will.

Eine sehr ähnliche Diskussion lässt sich übrigens auch über die Fugenelemente führen, die einer Pluralendung entsprechen (z.B. in Rosenblatt, Hundebiss, Kinderhand). Siehe hier.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Kommentare