Vergissmeinnicht und Urlaub

Vergissmeinnicht

Weil sie im Garten und darum herum gerade so schön geblüht haben und sie einen so speziellen Namen tragen, hier ein paar Worte zum Vergissmeinnicht. Sie finden diese Angaben auch in etymologischen Wörterbüchern und andernorts, aber ich habe es hier einmal für Sie zusammengetragen:

Der ungewöhnliche Name Vergissmeinnicht kommt seit Anfang des 15. Jahrhunderts vor. Er wurde für Blumen verwendet, die nun andere, aber nicht viel weniger fantasievolle Namen tragen: Männertreu, Jelängerjelieber (eine Art Geißblatt) u.a.m. Die genaue Herkunft der Bezeichnung ist unbekannt, aber man nimmt an, dass diese Blumen als Aphrodisiakum angesehen wurden oder als Symbol für Liebende und die Vergänglichkeit der Liebe Verwendung fanden. Mitte des 16. Jahrhunderts (1561) findet man Vergissmeinnicht beim Schweizer Gelehrten Conrad Gesner zum ersten Mal als Name für die Blume mit den kleinen blauen Blüten und den rauhaarigen Blättchen.

Vergissmeinnicht

Ebenfalls im 15. Jahrhundert findet sich im Französischen die gleichbedeutende Bezeichnung ne m’oublie(z) mie (Modernfrz. ne m’oubliez pas). Ein gemeinsamer Vorfahre oder ein direkter Zusammenhang lässt sich offenbar nicht nachweisen. Interessant ist aber, dass sich dieser deutsche und französische Name wahrscheinlich mit Hilfe von botanischen Schriften auch in anderen Sprachen etablieren konnte. Hier ein paar Beispiele:

eng. forget-me-not
nld. vergeet-mij-nietje
schwed. förgätmigej
sp. nomeolvides
it. nontiscordardimé
russ. nezabúdka (незабудка)
poln. niezapominajka

Fast ebenso poetisch finde ich übrigens den botanischen Namen des Blümchens: Myosotis. Dieses griechische Wort bezieht sich auf die Form und die weiche Behaarung der Blättchen: Es bedeutet Mäuseohr.

Urlaub

Vom 25. Mai bis 5. Juni habe ich Urlaub (in einem Land, in dem das Blümchen neben myosotis auch ne m’oubliez pas heißt). Es wird also in den nächsten Tagen keine neuen Blogeinträge geben und auch auf eine Reaktion auf Ihre Fragen und Kommentare müssen Sie leider länger warten. Vom 6. Juni an werde ich versuchen, Ihnen so schnell wie möglich zu antworten. Vergessen Sie mich in der Zwischenzeit bitte nicht!

1 Kommentar

  1. Blogspektrogramm 21/2016 – Sprachlog schreibt:

    Mai 29, 2016 um 08:00

    […] kam das Vergissmeinnicht zu seiner Bezeichnung? Stephan Bopp hat's auf FRAGEN SIE DR. BOPP zusammengetragen. Besonders spannend: »Ebenfalls im 15. Jahrhundert findet sich im Französischen die […]