Ein kleines a für alle

Wie das Jahr im Blog zu Ende ging, so fängt es auch wieder an: mit der Groß- und Kleinschreibung. Wenn Sie allen alles Gute für das Jahr 2018 gewünscht und dabei nur kleine a verwendet haben, haben Sie alles richtig geschrieben. Das Wörtchen all… schreibt man immer klein, das heißt auch dann, wenn es allein steht.

Frage

Heißt es „Museum für Alle“ oder „Museum für alle“? Es gibt zahlreiche ähnliche Bildungen wie „Schule für a/Alle“ oder „Design für a/Alle“ oder „Urlaub für a/Alle“, häufig in einem Kontext, in dem gemeint ist, dass auch behinderte Menschen gemeint sind. Im Internet finde ich auch auf sprachbewussten Seiten beide Schreibweisen, mitunter auch gemischt. […] Daher meine Frage, wie schreibt man es und warum? Spielt es eine Rolle, ob es wie ein Eigenname gebraucht wird?

Antwort

Guten Tag Herr W.,

Pronomen schreibt man auch dann klein, wenn sie alleine stellvertretend für ein Substantiv stehen. Das gilt auch dann, wenn es sich um Personen handelt:

ein Museum für alle
der Kampf von allen gegen alle
Urlaub für alle/jeden/beide/manche/niemanden/keinen

Siehe auch hier, hier und hier.

Am Satzanfang schreibt man natürlich auch diese Wörter groß. Sonst ist die Großschreibung nur dann gerechtfertigt, wenn das Pronomen Teil eines Eigennamens ist. Hier ein paar frei erfundene Beispiele (ich konnte kein Museum mit diesem Namen finden, habe aber auch nicht allzu intensiv gesucht):

Der Name des Museums ist „Museum für Alle“
Eine Ausstellung im Museum für Alle an der Lindenallee
Ich schicke mein Kind in die Schule für Alle in Hausheim

Wenn es sich im ein Museum, eine Schule oder ein Design handelt, das allen zugänglich sein sollte, schreiben Sie also Museum für alle, Schule für alle und Design für alle; so auch die im vergangenen Jahr viel erwähnte Ehe für alle.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

2 Kommentare »

  1. Tilly Dö schreibt:

    Januar 4, 2018 um 04:40

    Zur Schreibung von Buchstaben: Müsste es nicht heißen „Ein kleines A für alle“ oder „Ein ‚a‘ für alle“?

    Viele Grüße

  2. Dr. Bopp schreibt:

    Januar 4, 2018 um 11:49

    Es gäbe zwar Argumente dafür, ein kleines A zu schreiben, da es aber um den Buchstaben a geht, ist es üblich, ein kleines a, ein kleines b usw. zu schreiben. Man kann den Buchstaben dabei in Anführungszeichen setzen oder kursiv darstellen, das ist aber nicht notwendig. Auch die Tatsache, dass bei der schriftlichen Darstellung a das Adjektiv klein streng genommen überflüssig ist, braucht nicht zu stören. Dieser Ansicht sind u. a. Canoonet, Duden und Pons. Vgl. auch den Blogartikel »Das kleine Alpha und das kleine a«.

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