Walpershofen und die Walpershof(en)er

Walpershofener wie Aachener oder Walpershofer wie Bremer, das ist heute die Frage:

Frage

Wie heißen die Bürger von Walpershofen, Walpershofer oder Walpershofener?

Antwort

Sehr geehrter Herr D.,

bei Ortsnamen, die wie Walpershofen auf ein unbetontes en enden, kann das en wegfallen oder stehen bleiben, wenn ein er angehängt wird. Beides ist nach den Wortbildungsregeln des Deutschen richtig. Welche Variante die „richtige“ ist, entscheidet vor allem der heutige (Standard-)Sprachgebrauch in der betreffenden Ortschaft und deren Umgebung. Ein paar Beispiele mit und ohne Wegfall von en:

Bremer, Erlanger, Saarbrücker, Sankt-Galler (in Deutschland auch: Sankt-Gallener)
Aachener, Baden-Badener, Essener, Gießener

Eine feste Regel für die Bildung der Einwohnernamen auf er und der gleichlautenden Adjektive gibt es hier also nicht.

Wie ist es nun bei Walpershofen? Ein kurzer Blick ins Internet zeigt, dass vor allem die Variante ohne en üblich ist. Man findet unter anderem Artikel zum Walpershofer Weihnachtsmarkt und sieht, dass in den umliegenden Orten einige Straßen, die nach Walpershofen führen, Walpershofer Straße heißen. Die Einwohner und Einwohnerinnen von Walpershofen heißen also üblicherweise Walpershofer und Walpershoferinnen. Wenn man sie Walpershofener und Walpershofenerinnen nennt, liegt man zwar nicht grundsätzlich falsch, aber man „outet“ sich wahrscheinlich als ortsfremd.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

PS: Da auch ich ortsfremd bin – ich war noch nie auch nur in der Nähe von Walpershofen, einem Ort im Saarland – beruht meine Schlussfolgerung rein auf dem, was das Internet dazu hergibt. Falls zufällig jemand der knapp zweitausend Einwohner und Einwohnerinnen von Walpershofen oder sonst eine ortskundige Person diesen Artikel liest: Bestätigung oder Widerspruch sind willkommen!

3 Kommentare »

  1. cimddwc schreibt:

    Januar 9, 2018 um 13:50

    Fügen wir noch ein t hinzu, sind wir bei Walpertshofen, einem Ort hier in Bayern in meinem Nachbarlandkreis sowie einem in Baden-Württemberg – letzterer offenbar mit -hofer, ersterer mit -hofener…

  2. Rolf Kanert schreibt:

    Januar 29, 2018 um 12:09

    … es wäre noch eine Variante auf -höfer denkbar.

  3. Dr. Bopp schreibt:

    Januar 31, 2018 um 10:41

    Auch -höfener wäre nicht ausgeschlossen. Das konkrete Beispiel muss ich allerdings „auf die Schnelle“ schuldig bleiben.

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