Eingeleitete und integrierte wörtliche Wiedergabe

Frage

Es geht um folgende Satzkonstruktion:

Auf die Frage „War es schön?“ folgt ein muffliges „Kann sein“.

Ich würde die Satzzeichen (Doppelpunkt, Komma, Doppelpunkt) folgendermaßen ergänzen:

Auf die Frage: „War es schön?“, folgt ein muffliges: „Kann sein“.

Liege ich damit richtig?

Antwort

Bei eingeleiteten Zitaten mit Begleitsatz gelten die Regeln, die hier dargestellt werden. Weniger oft wird ein anderer Fall in den Rechtschreibbüchern dargestellt: Ein Zitat kann eng in den Satz integriert sein. Dann sieht die Zeichensetzung etwas einfacher aus (nämlich so).

Der Übergang zwischen „eingeleitet“ und „integriert“ ist allerdings fließend. Integrierte Zitate stehen häufig am Satzanfang oder im Satzinnern oder sie haben ein Artikelwort, ein Adjektiv oder ein Attribut bei sich. Am besten sieht man den Unterschied wahrscheinlich an konkreten Beispielen:

a) eingeleitet direkte Rede
b) integrierte direkte Rede

a) Sie hat gesagt: „Ich gehe nach Hause.“
b) Sie hat „Ich gehe nach Hause“ gesagt.

a) Er fragte: „Wer kommt mit?“, aber niemand antwortete.
b) Auf seine Frage „Wer kommt mit?“ antwortete niemand.

a) Das bekannte Sprichwort lautet: „Eile mit Weile“.
b) Das Sprichwort „Eile mit Weile“ ist sehr bekannt.

a) Nicht alle mögen diese Frage: „Woran denkst du?“
a) „Woran denkst du?“, wollte er schon wieder wissen.
b) „Woran denkst du?“ ist eine Frage, die nicht alle mögen.

a) Das Kind rief laut: „Ich esse das nicht!“
b) Laut klang das „Ich esse das nicht!“ des Kindes.
b) Laut klang sein „Das esse ich nicht!“.

Für Ihren Satz bedeutet dies, dass er ohne zusätzliche Doppelpunkte und ohne ein Komma auskommt:

a) Die Mutter fragte: „War es schön?“, und ich antwortete mufflig: „Kann sein.“
b) Auf die Frage „War es schön?“ folgte ein muffliges „Kann sein“.

Er war also so richtig geschrieben, wie Sie ihn zuerst angegeben haben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

1 Kommentar »

  1. Birgit S. schreibt:

    März 12, 2019 um 23:29

    Sehr geehrter Herr Dr. Bopp,
    ich brauche Ihre Hilfe bei folgendem Problem. Kann ein (eingeschobener) Begleitsatz bei wörtlicher Rede auch mit einem „Nicht-Sprachverb“ beginnen? Oder muss in diesem Fall statt eines Kommas ein Punkt stehen, und der Begleitsatz wird zu einem eigenen Satz? Beispiel: „Und damit“, er hob beide Hände, „sind wir beide wieder im Spiel.“
    Muss es heißen: „Und damit …“ Er hob beide Hände. „…sind wir beide wieder im Spiel.“

    Oder anderes Beispiel: „Diese vielen Verrückten hier“, er schüttelte sich demonstrativ.
    Wäre hier richtig: „Diese vielen Verrückten hier“, schüttelte er sich demonstrativ. Oder muss da unbedingt ein Punkt hin: „Diese vielen Verrückten hier.“ Er schüttelte sich demonstrativ.

    Gibt es irgendwo im Duden dazu Vorschriften o.Ä.?

    Vielen Dank im Voraus!
    Birgit S.

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