Markennamen sind auch genitivtauglich

Frage

Es geht um Wendungen wie „Googles Bilderkennung“. Ich empfinde es als falsch, den Firmennamen als Genitivattribut anzugeben und tendiere zur Variante „die Bilderkennung von Google“. Können Sie mir bitte sagen, was richtig ist?

Antwort

Guten Tag Frau F.,

auch wenn manche Werbe- und Marketingleute uns etwas anderes glauben machen wollen, sind Firmen- und Markennamen nicht unantastbar. Es spricht nichts dagegen, sie in der allgemeinen Sprache wie „gewöhnliche“ Namen zu beugen. Sagen und schreiben Sie also ungeniert zum Beispiel:

Googles Bilderkennung
Facebooks CEO Zuckerberg
Audis neustes Modell
Lidls Start in den USA
Coca-Colas Werbebudget

Solche Formulierungen kommen häufig vor. Wenn Sie Namen dieser Art ausschließlich unverändert verwenden wollen oder müssen, können Sie auf andere Formulierungen ausweichen, grundsätzlich notwendig ist dies aber keineswegs. Nur wenn der Name auf s, x oder z endet, ist die Formulierung mit einem Apostroph unüblich:

Siemens’ neue Produktionsstätte (selten)
die neue Produktionsstätte von Siemens / die neue Siemens-Produktionsstätte

Hertz’ Mietwagengeschäft (selten)
das Mietwagengeschäft von Hertz

Firmen- und Markennamen sind also auch „genitivtauglich“. Was man nicht alles in Canoos Sprachblog erfahren kann!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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