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Kein „als auch“ ohne „sowohl“

Frage

Kann man statt „sowohl … als auch“ nur „als auch“ verwenden?

Antwort

Guten Tag Frau B.,

es ist nicht üblich, als auch ohne sowohl zu verwenden. Es heißt also nicht:

*Sie hat mich als (auch) meine Eltern eingeladen.
*In der Schachtel liegen grüne als (auch) rote Farbstifte.

sondern:

Sie hat sowohl mich als (auch) meine Eltern eingeladen.
In der Schachtel liegen sowohl grüne als (auch) rote Farbstifte.

Man kann sowohl dann weglassen, wenn wie auch statt als auch steht:

Sie hat sowohl mich wie (auch) meine Eltern eingeladen.
Sie hat mich wie (auch) meine Eltern eingeladen.

In der Schachtel lagen sowohl grüne wie (auch) rote Farbstifte.
In der Schachtel lagen grüne wie (auch) rote Farbstifte.

Während wie (auch) ganz allein zwei Elemente verbinden kann, gelingt dies als (auch) nur zusammen mit sowohl.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Bopp

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Je mehr Geld, desto ein größeres oder ein desto größeres Haus?

Frage

Ist in dem folgenden Satz der Satzbau korrekt?

Je mehr Geld du investieren wirst, desto ein größeres Haus kannst du bauen.

Antwort

Guten Tag Herr B.,

mit je … desto und je … umso werden zwei sich in gleichen Maße verändernde Geschehen miteinander in Bezug gebracht. Der sich verändernde Grad wird durch ein Adjektiv oder Adverb im Komparativ ausgedrückt.

Je schneller ihr arbeitet, desto/umso schneller werdet ihr fertig sein.
Je weiter man ins Landesinnere vordringt, desto/umso weniger Europäer trifft man.

Die Konjunktion je leitet einen Nebensatz ein (Verb an letzter Stelle). Mit desto oder umso wird ein Hauptsatz eingeleitet (Verb an zweitere Stelle). Das Adjektiv oder Adverb steht immer unmittelbar nach je respektive desto und umso.

Je mehr Geld du investierst, desto/umso größere Autos kannst du dir leisten.

In Ihrem Satz kommt nun ein unbestimmter Artikel hinzu, der für Probleme sorgt. Der unbestimmte Artikel steht vor dem Adjektiv. Steht desto jetzt als Konjunktion ganz am Anfang (desto ein größeres) oder, wie es die oben genannte Regel fordert, unmittelbar vor dem Adjektiv (ein desto größeres)? Die Antwort lautet:

Je mehr Geld du investieren wirst, ein desto/umso größeres Haus kannst du bauen.
Je mehr man mit ihnen sprichst, einen desto/umso besseren Eindruck erhält man von ihnen.
Je schneller man fährt, eine desto/umso höhere Buße muss man bezahlen

Das gilt auch für je in Kombination mit einem unbestimmten Artikel:

Ein je größeres Spektrum genutzt wird, desto/umso höher ist die erreichbare Datenrate.

Da viele – auch ich – Formulierungen wie ein desto größeres, eine umso höhere stilistisch nicht sehr gelungen finden, wird oft auf eine andere Formulierung ausgewichen. Zum Beispiel:

Je mehr Geld du investieren wirst, desto größer ist das Haus, das du bauen kannst.
Je mehr man mit ihnen spricht, desto besser lernt man sie kennen.
Je schneller man fährt, desto höher wird die zu bezahlende Buße.
Je größer das genutzte Spektrum ist, desto größer wird die erreichbare Datenrate.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Gibt es „aformal“?

Frage

In einem Text über Architektur finde ich das Wort „aformal“. Das scheint es nicht zu geben, das heißt, es steht nicht in Duden, Pons oder im Leipziger Wortschatzregister. […]

Antwort

Guten Tag Frau D.,

wenn ein Wort nicht in den Wörterbüchern zu finden ist, bedeutet dies noch nicht, dass es dieses Wort nicht gibt oder nicht geben kann. Das gilt auch für aformal. Es ist ein ungebräuchliches Wort, kann aber mit dem bildungssprachlichen Präfix a- gebildet werden und ist in einem solchen Kontext auch verständlich. Siehe auch hier.

Vielleicht erklärt sich die Wahl für aformal im Text, in dem Sie ihm begegnet sind, dadurch, dass:

  • nicht formal als zu „gewöhnlich“ empfunden wird,
  • un- im Gegensatz zu a- und in- nur selten bei der Verneinung von fachsprachlichen fremden Adjektiven vorkommt und
  • die verneinte Form informal bereits im Sinne von informell verwendet wird.

Es gibt also nichts gegen die Wortbildung aformal einzuwenden, außer wenn man ungewöhnliche Fremdwörter lieber vermeidet.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Die Kinder sind drei und ein Jahr(e?) alt

Frage

Können Sie mir beantworten, welcher der zwei Formulierungen der Vorzug zu geben ist:

Meine zwei Kinder sind 3 und 1 Jahre alt.
Meine zwei Kinder sind 3 und 1 Jahr alt.

Oder geht Ihres Erachtens nur: „3 Jahre und 1 Jahr alt“?

Antwort

Guten Tag Herr H.,

Wenn ein Substantiv in einer Aufzählung mehr als einmal erscheint und dabei unterschiedliche Attribute bei sich hat, muss es nur einmal genannt werden. Das gilt auch dann, wenn das Substantiv nicht immer dieselbe Form hat.

Anders und weniger genau, dafür hoffentlich leichter verständlich formuliert heißt das: Wenn ein Substantiv in einer Aufzählung ausgelassen wird, formuliert man gleich, wie wenn kein Wort weggelassen würde:

Meine Kinder sind drei und ein Jahr alt (drei [Jahre] und ein Jahr alt)
Meine Kinder sind ein und drei Jahre alt (ein [Jahr] und drei Jahre alt)

Ebenso zum Beispiel:

Gibt es nur eine oder mehrere Wahrheiten?
Kann es mehrere oder nur eine Wahrheit geben?
sowohl das große als auch die kleinen Zelte
sowohl die kleinen als auch das große Zelt
mit einer oder mehreren Personen
mit mehreren oder nur einer Person

Es ist eigentlich ganz einfach. Sie sind vielleicht deshalb unsicher geworden, weil es häufiger vorkommt, dass zuerst der Singular und dann der Plural genannt wird:

ein und drei Jahre alt
mit einer oder mehreren Personen

Die umgekehrte Reihenfolge trifft man weniger häufig an. Sie ist deshalb möglicherweise ein bisschen gewöhnungsbedürftiger:

drei und ein Jahr alt
mehrere oder nur eine Person

Sie können aber stolz und grammatisch korrekt sagen, dass Ihre Kinder drei und ein Jahr alt sind.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Kein Bindestrich bei »nicht«: Nichteinschreiten, Nichtfachleute, nichteuropäisch

Zusammensetzungen mit nicht werden häufig mit Bindestrich geschrieben, obwohl dies in der Rechtschreibregelung nicht so vorgesehen ist.

Frage

Angenommen, das Wort „das Einschreiten“ soll mit „nicht“ verbunden werden, dann müsste das Negationswort doch direkt mit dem Substantiv verbunden werden, oder sehe ich das falsch? Korrekt müsste es also heißen: „das Nichteinschreiten“.

Antwort

Guten Tag Herr R.,

es stimmt tatsächlich, dass man nach der Rechtschreibregelung Verbindungen mit nicht und einem substantivierten Infinitiv zusammenschreibt (vgl. hier).

nicht + substantivierter Infinitiv

das Nichteinschreiten

das Nichteinhalten des Vertrages
Rückgabe der Ware bei Nichtgefallen
Nichtwissen schützt nicht vor Strafe

Wird hingegen eine substantivierte Infinitivgruppe verneint, dann besteht sie aus mehr als zwei Elementen und wird entsprechend mit Bindestrichen geschrieben (vgl. hier).

nicht + subtantivierte Infinitivgruppe

das Gefühl des Nicht-gewollt-Seins
das Nicht-mehr-warten-Können

Das ist übrigens der einzige Fall, in dem die Rechtschreibregelung bei Zusammensetzungen mit nicht die Schreibung mit einem Bindestrich vorsieht. So schreibt man nicht nur nicht und substantivierte Infinitive zusammen (Nichteinhalten, Nichtwissen), sondern im Prinzip alle Verbindungen mit nicht und einem Substantiv (vgl. hier).

nicht + Substantiv

Nichteinhaltung
Nichterfolg
Nichtfachleute
Nichtedelgase
Nichteuropäer/Nichteuropäerin
Personen und Nichtpersonen
Nichtmuttersprachler/Nichtmuttersprachlerin

Hier wird allerdings entgegen der Grundregel häufig mit Bindestrich geschrieben. Noch häufiger kommt der in der Rechtschreibregelung nicht vorgesehene Bindestrich bei der Kombination von nicht mit einem Adjektiv vor. Für diesen Fall bestimmt die amtliche Regelung (§36.2.3) ausdrücklich, dass entweder zusammen- oder getrennt geschrieben wird (vgl. hier).

nicht + Adjektiv

nicht eheliche/nichteheliche Kinder
nicht europäisch/nichteuropäisch
nicht geschäftsfähig/nichtgeschäftsfähig
eine nicht kontrastive/nichtkontrastive Verneinung
nicht leitende/nichtleitende Materialien
nicht tumorbedingte/nichttumorbedingte Schmerzen

Siehe auch hier.

Bei absichtlichem oder nicht absichtlichem/nichtabsichtlichem Nichteinhalten dieser Regeln wird man sicher nicht gleich des Nicht-schreiben-Könnens bezichtigt, aber wenn Sie sich lieber nicht der Nichtbeachtung der Regeln schuldig machen wollen, kommen Sie bei nicht fast immer ohne Bindestriche aus.

Das Meiste können Sie hier in konzentrierterer Form nachlesen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Die Seilbahn und ihre Vorgängerin

Frage

Manchmal stolpere ich beim Lesen über Formulierungen wie diese:

Die Seilbahn fasst dreimal so viele Passagiere wie ihre Vorgängerin
Die XY-Aktie war die größte Verliererin im DAX
Die dunkle Materie ist Herrscherin des Universums

Ist es nicht so, dass Wörter, die mit -in enden, Frauen bezeichnen, und ist es daher nicht im Grunde falsch, so zu formulieren? Ist es Gender-Sprache?

Die alternativen Formulierungen wären:

Die Seilbahn fasst dreimal so viele Passagiere wie ihr Vorgänger
Die XY-Aktie war der größte Verlierer im DAX
Die dunkle Materie ist Herrscher des Universums

Antwort

Guten Tag Herr G.,

es ist im Deutschen möglich und üblich, weibliche Substantive auf -in, die im Prinzip Personenbezeichnungen sind, auch für weibliche Sachbezeichnungen zu verwenden:

Antragstellerin ist die Universität
die Stadtverwaltung als Arbeitgeberin

Es ist ebenfalls möglich, die entsprechende männliche Bezeichnung zu verwenden:

Antragsteller ist die Universität
die Stadtverwaltung als Arbeitgeber

Die Zitate in Ihrer Frage sind also mit Vorgängerin, Verliererin und Herrscherin richtig formuliert, sie könnten aber auch mit Vorgänger, Verlierer und Herrscher stehen. Siehe auch hier und hier.

Diese Verwendung weiblicher Substantive auf -in hat ihren Ursprung übrigens nicht in der geschlechtergerechten Sprache. Es gab sie schon, bevor von Gendern die Rede war:

Allein die wahre Weisheit ist die Begleiterin der Einfalt.
Kant, Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik, 1766

Erfahrung bleibt des Lebens Meisterin
Goethe, Die natürliche Tochter, 1803. 4. Akt, 2. Szene

Die Vernunft ist des Herzens größte Feindin
Casanova (1725 – 1798), Memoiren. Vollständige Ausgabe in der Übertragung von Heinrich Conrad, 1911

Es könnte sein, dass die Aufmerksamkeit für die geschlechtergerechte Sprache dafür sorgt, dass diese Art der Formulierung häufiger vorkommt, doch dazu liegen mir leider keine Angaben vor. Mangelnde Information ist hier die Spielverderberin.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Sich weglassen?

Es ist wahrscheinlich möglich, einen Kontext zu finden, in dem das Verb weglassen reflexiv verwendet wird, aber darum geht es hier nicht. Vielmehr fragt Herr D., ob man wiederholtes sich weglassen kann.

Frage

Können Wiederholungen von sich ausgelassen werden? Fantasiebeispiel:

…, sodass sie sich versammelten, (sich) manche darüber wunderten und einige (sich) auf den Weg machten

Antwort

Guten Tag Herr D.,

wiederholtes sich kann manchmal weggelassen werden:

Wackelaugen, die sich öffnen und schließen
Sie freute und ärgerte sich gleichzeitig
Sie versammelten und wunderten sich

Das ist aber nicht immer der Fall. Das Reflexivpronomen sich kann unter anderem dann nicht weggelassen werden, wenn es sich – anders als in den Beispielen oben – nicht auf dasselbe Subjekt bezieht.

In Satz a) bezieht sich sich immer auf dasselbe Subjekt, nämlich sie. Es kann dann zusammen mit dem Subjekt eingespart werden:

a) … sodass sie sich versammelten, _ darüber wunderten und _ auf den Weg machten

In Ihrem Beispiel bezieht sich sich auf verschiedene Subjekte, nämlich sie, manche und einige. Dann kann es nicht weggelassen werden:

b) … sodass sie sich versammelten, sich manche darüber wunderten und einige sich auf den Weg machten

Damit man den Unterschied auch richtig gut sieht, hier noch zwei einfachere (nicht unbedingt genderneutrale) Beispiele, in denen sich zusammen mit dem Subjekt ausgelassen werden kann:

Er wäscht und rasiert sich jeden Morgen
Sie wäscht und schminkt sich jeden Morgen

Aber nur mit Wiederholung von sich, wenn das Reflexivpronomen sich auf unterschiedliche Subjekte bezieht:

Er rasiert sich und sie schminkt sich jeden Morgen.
nicht: *Er rasiert und sie schminkt sich jeden Morgen.

Schlussfolgerung: Nicht immer lässt sich sich weglassen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Anglizismus des Jahres 2018

Die verschiedenen Wahlen zum Wort des Jahres lasse ich normalerweise links liegen. Für die Interessierten verweise ich wieder einmal auf die Übersichten der jeweiligen Wörter und Unwörter des Jahres in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die in Wikipedia zu finden sind.

(Wörterwolke von Anglizismus des Jahres)

Dieses Jahr sei hier trotzdem wieder einmal auf den Anglizismus des Jahres hingewiesen, der die Wortwahlsaison abschließt. Gewonnen hat den Titel „Anglizismus des Jahres 2018“:

Gendersternchen

Mehr dazu lesen Sie auf der Website Anglizismus des Jahres und im Sprachlog.

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Dehnungszeichen

Frage

Das Dehnung-h und das Dehnungs-e (nach einem i) kennt jeder. Das Dehnungs-c kennen nur wenige (z. B. Mecklenburg, Dortmund-Brackel). Gibt es weitere Dehnungsbuchstaben? Warum gibt es im Deutschen eine solche Vielfalt?

Antwort

Guten Tag Herr M.,

im heutigen Deutschen dienen tatsächlich nur noch die Buchstaben h und e als Dehnungs- oder Längenzeichen. Das Dehnungs-h kommt nach allen Vokalen vor:

Sahne, Strähne, kehren, ihr, hohl, Föhn, Ruhm, Bühne

Das Dehnungs-e wird heute nur noch nach i verwendet:

Biene, lieben, schwierig

Nur noch selten kommen andere Dehnungszeichen vor, zum Beispiel:

  • In Laer, Soest o. Gelsenkirchen-Buer gibt das e an, dass a, o resp. u lang gesprochen wird [Laar, Soost, Buur]
  • In Voigt, Boisheim o. Buisdorf gibt das i an, dass o resp. u lang gesprochen wird [Voogt, Boosheim, Buusdorf]
  • In Pouch wird das o vor u lang gesprochen wird [Pooch]
  • In Teltow o. Pankow wird das o vor w lang gesprochen [Teltoo, Pankoo]

Diese Dehnungszeichen stammen aus der Zeit, in der die deutsche Rechtschreibung noch nicht normiert war und es von Region zu Region oder sogar von Schreiber zu Schreiber unterschiedliche Schreibweisen gab. Sie sind nach der Normierung der Rechtschreibung verschwunden, außer in einigen Eigenamen wie den oben zitierten.

Das gilt auch für das c in zum Beispiel Mecklenburg (Ausgesprochen mit langem e [Meeklen…], heute aber auch häufig der Schreibweise folgend mit kurzem e) und Brackel [Braakel]. Auch dieses c stammt aus „vornormierter“ Zeit. Es ist allerdings kein eigentliches Längenzeichen. Es stammt aus einer Zeit, in der man Konsonanten gerne häufte, das heißt, ck steht hier eigentlich für ein einfaches k. Solche Buchstabenhäufungen gab es auch bei anderen Buchstaben. Einige haben in Eigennamen „überlebt“, zum Beispiel in Schwartzkopff, Kneipp, Württemberg, Creutzfeldt.

Diese besonderen Dehnungszeichen sind also Überbleibsel aus früheren Zeiten, in denen die Schrift noch nicht normiert war. Das erklärt einerseits ihre Vielfalt und andererseits, warum sie nur noch in einigen wenigen Eigennamen vorkommen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp
(ohne Dehnungszeichen, dafür mit doppeltem p und griechisch inspiriertem ph im Vornamen)

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Uhrzeitangaben schreiben

Was man nicht alles an einem verregneten Sonntagmorgen im Januar tut, an dem nur schon die Vorstellung, die wohlige Wärme des Hauses zu verlassen, für ein Schaudern sorgt. Man kann sich damit beschäftigen, wie Uhrzeitangaben geschrieben werden. Wahrscheinlich steht das aber nicht bei allen ganz oben auf der Liste der sonntäglichen Lieblingsbeschäftigungen. Dennoch:

Frage

Meine Frage betrifft die Schreibweise der Uhrzeit. Regelmäßig werde ich gefragt, ob man zum Beispiel 15.00 Uhr oder 15:30 Uhr schreibt. Wie lautet eine „richtige“ Schreibweise der Uhrzeit: mit Punkt oder mit Doppelpunkt oder ist beides korrekt?

Antwort

Guten Tag Herr S.,

es gibt keine allgemein gültige Vorschrift, wie Uhrzeitangaben geschrieben werden. Nach der DIN 5008 (sie legt Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung fest) schreibt man Uhrzeitangaben immer mit vier Ziffern und einem Doppelpunkt:

09:25 Uhr
15:30 Uhr

Die DIN 5008 ist aber nicht allgemein verbindlich. Man muss sich nur daran halten, wenn zum Beispiel ein Hausstil, die auftraggebende Firma oder eine sich selbst auferlegte Richtlinie dazu verpflichtet.

Neben dieser Schreibweise ist vor allem die Schreibung mit einem Punkt üblich. Dabei kann auf die Null am Anfang verzichtet werden.

9.25 Uhr auch 09.25 Uhr
15.30 Uhr

Weiter wird auch die Schreibung mit hochgestellten Minutenangaben verwendet:

925 Uhr
1530 Uhr

So viel „Freiheit“ gibt es hier: All diese Schreibungen sind als korrekt anzusehen. Dringend zu empfehlen ist nur, innerhalb eines Textes oder einer Textreihe immer dieselbe Variante zu verwenden. So viel zu diesem Thema um kurz nach 10.00 Uhr, 10:00 Uhr resp. 1000 Uhr.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

PS: Das alles gilt nur für Zeitangaben nach dem 24-Stunden-Prinzip. Für die Angaben nach dem 12-Stunden-Prinzip gelten andere Regeln und Gebräuche. Dies als kurze Ergänzung um fünf nach zehn [Uhr].

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