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	<title>Fragen Sie Dr. Bopp! &#187; Grammatik</title>
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	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Feb 2012 16:11:37 +0000</lastBuildDate>
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		<title>&#8230; außer dem Holz im Kamin</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 16:07:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Genitiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage „Als Konrad Lang zurückkam, stand alles in Flammen, außer dem Holz im Kamin.“ So beginnt der Roman „Small World“ von Martin Suter. Gerühmt wird dabei allenthalben der eben zitierte Eingangssatz. Ich bin dabei ein paar Male hängengeblieben. Ist das nun richtig mit dem Dativ? [...] Gefühlsmäßig hätte ich den Genitiv angewendet. [...] Hat das vielleicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>„Als Konrad Lang zurückkam, stand alles in Flammen, außer dem Holz im Kamin.“ So beginnt der Roman „Small World“ von Martin Suter. Gerühmt wird dabei allenthalben der eben zitierte Eingangssatz. Ich bin dabei ein paar Male hängengeblieben. Ist das nun richtig mit dem Dativ? [...] Gefühlsmäßig hätte ich den Genitiv angewendet. [...] Hat das vielleicht damit zu tun, dass Suter Schweizer ist? Es tauchen im Buch eine Reihe von Schweizer Ausdrücken auf, wie z. B. Serviertochter für Kellnerin, Randen für rote Bete etc.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr S.,</p>
<p><em>Serviertocher</em> und <em>Randen</em> sind eindeutig schweizerische Wörter, das erste eher etwas antiquiert, das zweite so lebendig wie gesund. Der Dativ nach <em>außer</em> hingegen ist kein Helvetismus. Den Genitiv verwendet man nach <em>außer</em> nämlich nur in festen Wendung:</p>
<blockquote><p>außer Landes<br />
außer Hauses</p></blockquote>
<p>Sonst steht nach der Präposition <em>außer</em> in der Regel der Dativ:</p>
<blockquote><p>Niemand war im Haus außer mir selbst.<br />
Wir brauchen außer einem Liter Milch auch etwas Butter und Käse.<br />
am Ende jedes Monats außer dem letzten</p></blockquote>
<p>Deshalb schreibt Martin Suter ganz korrekt (also ohne den Tod des Genitivs zu fördern): <em>außer dem Holz</em>.</p>
<p>Das ist aber nicht alles: Man kann <em>außer</em> auch als Konjunktion verwenden. Die ihm folgende Wortgruppe steht dann im gleichen Fall wie das Wort, auf das sie sich bezieht:</p>
<blockquote><p>Alles stand in Flammen, außer das Holz im Kamin.<br />
Niemand war im Haus außer ich selbst.<br />
Wir brauchen außer einen Liter Milch auch etwas Butter und Käse.<br />
am Ende jedes Monats außer des letzten.</p></blockquote>
<p>Hier steht also</p>
<blockquote><p><em>- das Holz</em> im Nominativ wie <em>alles</em>,<br />
<em>- ich selbst</em> im Nominativ wie <em>niemand,</em><br />
<em>- einen Liter Milch</em> im Akkusativ wie <em>etwas Butter und Käse,</em><br />
<em>- des letzten</em> im Genitiv wie<em> jedes Mo</em><em>nats</em>.</p></blockquote>
<p>Vgl. die Angaben zu <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Dativ.html#Anchor-11306"><em>außer</em> in Canoonet</a>.</p>
<p>Die mit <em>außer</em> eingeleitete Wortgruppe kann übrigens durch Kommas abgetrennt werden, wenn sie besonders hervorgehoben werden soll. Dies ist bei Suters einleitendem Satz der Fall. Das Komma vor <em>außer</em> deutet hier eine kleine Pause an, die den Überraschungseffekt schön unterstützt:</p>
<blockquote><p>„Als Konrad Lang zurückkam, stand alles in Flammen, außer dem Holz im Kamin.“<br />
<small>[Martin Suter,<em> Small World</em>, Diogenes, Zürich, 1997]</small></p></blockquote>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Anders, keiner, niemand, nichts und umgekehrt als</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/02/03/anders-keiner-niemand-nichts-und-umgekehrt-als/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 11:57:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Ist es richtig, zu sagen: „Bei mir ist es anders wie bei allen anderen“, oder wäre es besser, zu sagen: „Bei mir ist es anders als bei allen anderen&#8221;? Antwort Guten Tag S., bei Vergleichen mit anders verwendet man standardsprachlich das Vergleichswort als: Bei mir ist es anders als bei allen anderen. anders als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p><strong> </strong>Ist es richtig, zu sagen: „Bei mir ist es anders wie bei allen anderen“, oder wäre es besser, zu sagen: „Bei mir ist es anders als bei allen anderen&#8221;?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag S.,</p>
<p>bei Vergleichen mit <em>anders</em> verwendet man standardsprachlich das Vergleichswort <em>als</em>:</p>
<blockquote><p>Bei mir ist es anders als bei allen anderen.<br />
anders als erwartet<br />
Ihr wart ganz anders als sonst.<br />
Ich mache das anders als du.<br />
Es kommt oft anders, als man denkt.</p></blockquote>
<p>Das Vergleichswort<em> als</em> steht auch bei <em>kein, niemand, nichts </em>und<em> umgekehrt</em>:</p>
<blockquote><p>Der Eingebildete sieht keinen als sich selbst.<br />
Sie verneigt sich vor niemandem als vor Gott und dem König.<br />
Mit dir hat man nichts als Scherereien.<br />
Die Sache verhält sich umgekehrt, als man dir erzählt hat.</p></blockquote>
<p>Genauso wie bei <em>größer wie</em> statt <em>größer als</em> gilt hier die Verwendung von <em>wie</em> statt <em>als</em> als umgangssprachlich. (Ein Satz wie der letzte kann mit all den <em>als</em> und <em>wie</em> eher verwirrend als erhellend wirken. Falls dem so ist, können Sie alles in der <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Adjektiv/Komparation/Komparativ.html#Anchor-Vergleichswort-47857  ">Canoonet-Grammatik</a> nachlesen.)</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Mit Fokus auf den Akkusativ oder mit Fokus auf dem Dativ</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/01/26/mit-fokus-auf-den-akkusativ-oder-mit-fokus-auf-dem-dativ/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 11:17:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Ich bin zwar Deutsche, verzweifle gerade aber an der Frage, ob es „englischsprachig mit Fokus auf interkulturelle Kompetenz“ oder „englischsprachig mit Fokus auf interkultureller Kompetenz“ heißt. Antwort Sehr geehrte Frau L., auch Muttersprachige können hier unsicher werden, sobald sie anfangen, darüber nachzudenken. Das liegt daran, dass Fokus in Kombination mit auf in unterschiedlicher Weise [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Ich bin zwar Deutsche, verzweifle gerade aber an der Frage, ob es „englischsprachig mit Fokus auf interkulturell<strong>e</strong> Kompetenz“ oder „englischsprachig mit Fokus auf interkulturell<strong>er</strong> Kompetenz“ heißt.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau L.,</p>
<p>auch Muttersprachige können hier unsicher werden, sobald sie anfangen, darüber nachzudenken. Das liegt daran, dass <em>Fokus</em> in Kombination mit <em>auf</em> in unterschiedlicher Weise in einem Satz auftreten kann:</p>
<blockquote><p>Der Fokus ist auf eine Sache gerichtet.<br />
Der Fokus liegt auf einer Sache.</p></blockquote>
<p>Je nachdem, ob der Fokus gerichtet ist oder ob er liegt, steht nach <em>auf</em> der „dynamische“ Akkusativ  oder der „statische“ Dativ. In der Wendung<em> mit Fokus auf </em>kann man nicht sehen, ob es sich um einen liegenden oder einen gerichteten Fokus handelt. Der entscheidende Satzzusammenhang fehlt und es gibt eigentlich keinen merkbaren Bedeutungsunterschied. Deshalb sind beide Formulierungen möglich:</p>
<blockquote><p>mit Fokus auf interkulturelle Kompetenz<br />
= mit auf interkulturelle Kompetenz gerichtetem Fokus</p></blockquote>
<blockquote><p>mit Fokus auf interkultureller Kompetenz<br />
= mit auf interkultureller Kompetenz liegendem Fokus</p></blockquote>
<p>Der mit der üblichen Vorsicht zu genießende schnelle Google-Blick ins Internet zeigt allerdings, dass der Akkusativ hier häufiger vorzukommen scheint.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Artikellos an Bord</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/01/22/artikellos-an-bord/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 11:03:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Redewendungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Bild des vor der Insel Giglio verunglückten Kreuzfahrtschiffes ist jetzt schon ein Kandidat für das Medienbild des Jahres. Auch die Worte des Offiziers der Hafenbehörde von Livorno an den Kapitän der Costa Concordia sind inzwischen schon fast weltberühmt: „Vada a bordo!“ („Gehen Sie an Bord!“) Er ließ dieser Aufforderung noch einen Kraftausdruck folgen, den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Bild des vor der Insel Giglio verunglückten Kreuzfahrtschiffes ist jetzt schon ein Kandidat für das Medienbild des Jahres. Auch die Worte des Offiziers der Hafenbehörde von Livorno an den Kapitän der Costa Concordia sind inzwischen schon fast weltberühmt: „Vada a bordo!“ („Gehen Sie an Bord!“) Er ließ dieser Aufforderung noch einen Kraftausdruck folgen, den man übrigens nicht, wie ich an verschiedenen Stellen gelesen habe, ganz wörtlich mit einer vulgären Bezeichnung für den männlichen Körperteil übersetzen kann. Auf gut Deutsch bekräftige er seinen Befehl mit einem von Herzen kommenden „verdammt nochmal“.</p>
<p>Es geht hier nun nicht um Schuld- und Sicherheitsfragen. Sie sind gerade bei einem Ereignis, bei dem Menschen das Leben lassen mussten, etwas zu groß für einen Blogeintrag an dieser Stelle. Mir fiel bei den Worten „Vada a bordo!“ einfach auf, dass man offenbar auch in der italienischsprachigen Schifffahrt bei gewissen Ausdrücken auf den Artikel verzichtet: <em>a bordo</em>. Vgl.:</p>
<blockquote><p>an Bord<br />
von Bord gehen<br />
über Bord gehen/werfen</p></blockquote>
<p>Das Wort <em>Bord</em> erscheint sogar (fast?) nur in solchen Ausdrücken. Wüssten Sie auf Anhieb, ob es <em>der</em>, <em>die</em> oder <em>das Bord </em>ist? Gemäß z. B. <a href="http://www.dwds.de/?kompakt=1&amp;qu=bord">DWDS</a> ist dieses Nomen <em>Bord</em> männlich und wurde es früher auch ohne <em>an</em>, <em>von</em> oder <em>über</em> verwendet:<em> der schwankende Bord</em>.</p>
<p>Auch andere Substantive werden in Wendungen aus der Seefahrt ohne Artikel verwendet. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>an Deck, auf Deck, unter Deck<br />
an Land<br />
auf See, in See stechen<br />
auf Grund laufen</p></blockquote>
<p>Eine schöne Erklärung wäre, dass Ausdrücke und Befehle auf einem Schiff kurz und bündig sein mussten, damit man sie auch ganz oben in der Takelage und allgemein bei Sturmdröhnen und Wellendonnern verstehen konnte. Das mag eine Rolle gespielt haben, aber</p>
<p>– nicht alle Wendungen aus der Seefahrt sind nur ohne Artikel gebräuchlich:</p>
<blockquote><p>am Bug<br />
am Wind, im Wind segeln<br />
über das Heck kentern<br />
über die Toppen flaggen</p></blockquote>
<p>– artikellose feste Wendungen dieser Art gibt es auch im Bereich der Landratten:</p>
<blockquote><p>außer Haus<br />
bei Tisch<br />
gegen Abend<br />
ohne Gewähr<br />
zu Bett gehen</p></blockquote>
<p>Es gibt also feste Wendungen, die ohne Artikel stehen. Es ist mir nicht gelungen, eine Erklärung oder sogar eine Regel zu finden, wann genau diese Artikellosigkeit auftritt. Ich weiß also nicht genau, warum es <em>an Bord gehen</em> und nicht <em>an den Bord gehen </em>heißt oder warum man sagt, dass der Kraftausdruck, der dem Befehl „Vada a bordo!“ folgte, artikellos <a href="http://canoo.net/blog/2011/07/04/artikellos-von-herzen/"><em>von Herzen</em></a> kam. Man muss diese Wendungen bewusst oder unbewusst lernen – wie <em>a bordo</em> zeigt, nicht nur im Deutschen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Welche Rolle spielt der Relativsatz?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/01/19/welche-rolle-spielt-der-relativsatz/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/01/19/welche-rolle-spielt-der-relativsatz/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 15:22:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[In letzter Zeit scheint die Bestimmung der Satzglieder aktuell zu sein. Es werden häufiger als sonst Fragen zu diesem Thema gestellt. Ich nehme allerdings an, dass es sich um einen Zufall handelt. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass viele für 2012 den guten Vorsatz gefasst haben, ihre Kenntnisse der deutschen Satzanalyse aufzupolieren. Ein besonderes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In letzter Zeit scheint die Bestimmung der Satzglieder aktuell zu sein. Es werden häufiger als sonst Fragen zu diesem Thema gestellt. Ich nehme allerdings an, dass es sich um einen Zufall handelt. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass viele für 2012 den guten Vorsatz gefasst haben, ihre Kenntnisse der deutschen Satzanalyse aufzupolieren. Ein besonderes Knacknüsschen ist offenbar der Relativsatz:</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>„Alle, die sich interessieren, können einen Museumsführer kaufen.“ Stimmt es, dass der Relativsatz ein Subjektsatz ist, zu dem das Artikelwort &#8220;alle&#8221; gehört? Oder ist der Relativsatz ein Attributsatz?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr B.,</p>
<p>der Relativsatz in Ihrem Beispiel</p>
<blockquote><p>Alle, die sich interessieren, können einen Museumsführer kaufen.</p></blockquote>
<p>ist kein Subjektsatz. Ein Subjektsatz ist ein Nebensatz, der im Gesamtsatz die Funktion des Subjekts hat. Beispiele sind die folgenden Nebensätze:</p>
<blockquote><p>Dass du gekommen bist, freut mich.<br />
Wann wir ankommen werden, ist ungewiss.</p></blockquote>
<blockquote><p><em>– Wer oder was</em> freut mich?<br />
<em>– Dass du gekommen bist</em>, freut mich.</p></blockquote>
<blockquote><p>– <em>Wer oder was</em> ist ungewiss?<br />
– <em>Wann wir ankommen</em>, ist ungewiss.</p></blockquote>
<p>Mehr zum Subjektsatz finden Sie <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Komplex/Funktion/Subjekt.html">hier</a>.</p>
<p>Nebensätze erfüllen in der Regel eine bestimmte Funktion im Hauptsatz. Was ist nun die Funktion des Relativsatzes <em>die sich interessieren</em>? Es ist kein Subjektsatz, denn der Kern der Antwort auf die Frage, wer oder was einen Museumsführer kaufen kann, ist das Pronomen* <em>alle</em>:</p>
<blockquote><p>– <em>Wer oder was</em> kann einen Museumsführer kaufen?<br />
– <em>Alle</em> können einen Museumsführer kaufen.</p></blockquote>
<p>Der Relativsatz bestimmt genauer, was mit <em>alle</em> gemeint ist, d. h., um „welche alle“ es sich handelt: <em>alle, die sich interessieren</em>:</p>
<blockquote><p>– <em>Wer oder was kann</em> einen Museumsführer kaufen?<br />
– <em>Alle, die sich interessieren</em>, können einen Museumsführer kaufen.</p></blockquote>
<p>Das Subjekt des Gesamtsatzes ist also <em>alle, die sich interessieren</em>. Es besteht aus dem Kern <em>alle</em> und einem sogenannten <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Satzgliedbau/Attribut.html">Attribut</a>, das ihn genauer bestimmt:  <em>die sich interessieren</em>. Man nennt den Relativsatz nach dieser Funktion einen Attributsatz.</p>
<p>Attributsätze kommen nicht nur beim Subjekt vor:</p>
<blockquote><p>Ich habe die Frage, die Sie gestellt haben, beantwortet.</p></blockquote>
<p>Die Wortgruppe <em>die Frage, die Sie gestellt haben</em> ist das Akkusativobjekt. Dabei ist der Relativsatz<em> die Sie gestellt haben</em> ein Attribut zum Kern <em>Frage</em>.</p>
<blockquote><p>– <em>Wen oder was</em> habe ich beantwortet?<br />
– <em>Die Frage, die Sie gestellt haben</em>, habe ich beantwortet.<em> [hoffe ich zumindest]</em></p></blockquote>
<p>Ein weiteres Beispiel:</p>
<blockquote><p>Sie wohnt in dem Haus, das abgerissen werden soll.</p></blockquote>
<p>Hier ist der Relativsatz (<em>das abgerissen werden soll</em>)<em> </em>Attribut zu einem Nomen (<em>Haus</em>) in einer Adverbialbestimmung des Ortes:</p>
<blockquote><p><em>– Worin/wo </em>wohnt sie?<br />
– Sie wohnt<em> in dem Haus, das abgerissen werden soll.</em></p></blockquote>
<p>Ich weiß nicht, welchen konkreten Nutzen dieses Wissen haben könnte, wenn man sich nicht gerade mit der Bestimmung von Satzgliedern beschäftigt. Falls Sie dies aber tun wollen oder müssen, wissen Sie nun, dass Relativsätze im Gesamtsatz in der Regel die Funktion eines Attributs haben. Es sind Attributsätze. Mehr dazu finden Sie <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Komplex/Funktion/Attribut/index.html  ">hier</a> und <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Komplex/Funktion/Attribut/Relativ/index.html">hier</a>.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>* <em><a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/InflectionRules/FRegeln-P/Pron-Indef/Pron-all3.html">alle</a></em> wird hier als Pronomen, nicht als Artikelwort verwendet.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Von geschlossenen und zuen Schuhen</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/01/08/von-geschlossenen-und-zuen-schuhen/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 16:16:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Umgangssprache]]></category>
		<category><![CDATA[Wortwahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer zurzeit nicht in den Bergen im Schnee versinkt, hört in tieferen Gefilden meist sumpfig-schmatzende Geräusche unter den Sohlen, wenn er zu Fuß abseits asphaltierter oder anderweitig befestigter Straßen unterwegs ist. Bei den gegenwärtigen Schnee- und Regenmengen ist von Sandalen und anderem offenem Schuhwerk dringend abzuraten. Die zu diesem Thema passende, nicht allzu neue Frage: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer zurzeit nicht in den Bergen im Schnee versinkt, hört in tieferen Gefilden meist sumpfig-schmatzende Geräusche unter den Sohlen, wenn er zu Fuß abseits asphaltierter oder anderweitig befestigter Straßen unterwegs ist. Bei den gegenwärtigen Schnee- und Regenmengen ist von Sandalen und anderem offenem Schuhwerk dringend abzuraten. Die zu diesem Thema passende, nicht allzu neue Frage:</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Wenn man von geschlossenem Schuhwerk spricht, wie schreibt man dann „zuhe“ Schuhe?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr R.,</p>
<p>wenn man von geschlossenen Schuhen redet und das Wort <em>zu</em> verwendet, schreibt man <em>zue Schuhe</em> oder<em> zune Schuhe</em>. Diese Verwendung von <em>zu</em> als vorangestelltes Adjektiv ist allerdings rein umgangssprachlich. Sie gilt standardsprachlich sogar als falsch. Standardsprachlich spricht und schreibt man nur von <em>geschlossenen Schuhen</em>. Auch zu(n)e Türen, ein am Sonntag zu(n)es Restaurant oder eine noch zu(n)e Kaugummipackung trifft man in der Standardsprache nicht so an, sondern als geschlossene Türen, ein am Sonntag geschlossenes Restaurant oder eine noch ungeöffnete Kaugummipackung.</p>
<p>Dasselbe gilt übrigens auch für das Gegenteil von <em>zu</em>. Weder ein <em>aufes Fenster</em> noch <em>aufe Schuhe</em> sind im Standardeutschen akzeptiert. Wenn es zieht und man an die Füße friert, liegt das standardsprachlich an einem offenstehenden Fenster und offenen Schuhen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die besser als erwarteten Konjunkturdaten?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/01/04/die-besser-als-erwarteten-konjunkturdaten/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/01/04/die-besser-als-erwarteten-konjunkturdaten/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 10:32:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>
		<category><![CDATA[Steigerung]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Jahreswechsel ist eine Zeit, in der neue Erwartungen formuliert und alte überprüft werden. Vor allem bei Letzterem begegnet man häufiger einer fragwürdigen Formulierung. Frage Ist die folgende Formulierung zulässig? die meist besser als erwarteten Konjunkturdaten Müsste es nicht etwa heißen: „Die Konjunkturdaten, die meist besser ausfielen als erwartet &#8230;“? Antwort Sehr geehrter Herr F., die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Jahreswechsel ist eine Zeit, in der neue Erwartungen formuliert und alte überprüft werden. Vor allem bei Letzterem begegnet man häufiger einer fragwürdigen Formulierung.</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Ist die folgende Formulierung zulässig?</p>
<blockquote><p>die meist besser als erwarteten Konjunkturdaten</p></blockquote>
<p>Müsste es nicht etwa heißen: „Die Konjunkturdaten, die meist besser ausfielen als erwartet &#8230;“?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr F.,</p>
<p>die Formulierung ist tatsächlich „krumm“. Das liegt daran, dass <em>erwartet</em> in <em>besser als erwartet</em> sich nicht als Adjektiv auf <em>Konjunkturdaten </em>bezieht<em>.</em> Es ist ein Partizip, das zu einem Vergleichssatz gehört:</p>
<blockquote><p>besser, als man erwartet hatte</p></blockquote>
<p>Dieser verkürzte Vergleichssatz ist eine Erweiterung von <em>besser</em> (<em>wie? </em>– <em>besser als erwartet</em>). Die Wortgruppe <em>als erwartet</em> bezieht sich also auf <em>besser</em>. Das Adjektiv, das sich auf <em>Konjunkturdaten</em> bezieht, ist <em>besser</em>.</p>
<blockquote><p>Die Konjunkturdaten sind <em>besser</em>.<br />
die <em>besseren</em> Konjunkturdaten</p>
<p>Die Konjunkturdaten sind viel <em>besser</em>.<br />
die viel <em>besseren</em> Konjunkturdaten.</p>
<p>Die Konjunkturdaten sind <em>besser</em> als erwartet.<br />
die ??? Konjunkturdaten</p></blockquote>
<p>Das Partizip <em>erwartet</em> kann hier eigentlich nicht attributiv vor das Substantiv gestellt werden. Vergleichen Sie zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Die Konjunkturdaten sind nicht so hoch wie erwartet.<br />
Die Konjunkturdaten sind besser als von den Analysten erwartet.<br />
Die Konjunkturdaten sind besser als letztes Jahr.<br />
(Der Schrank ist breiter als hoch.)</p></blockquote>
<p>In diesen Fällen kann <em>erwartet</em> ebenfalls nicht vor das Substantiv treten. Also <strong>nicht</strong>:</p>
<blockquote><p>*die nicht so hoch wie erwarteten Konjunkturdaten<br />
*die besser als von den Analysten erwarteten Konjunkturdaten<br />
*die besser als letztes Jahr Konjunkturdaten<br />
(*der breiter als hohe Schrank)</p></blockquote>
<p>Genauso wenig kann man eigentlich sagen:</p>
<blockquote><p>*die besser als erwarteten Konjunkturdaten</p></blockquote>
<p>Trotzdem kommt die letzte Formulierung häufig vor, auch in eher standardsprachlichen Kontexten. Sie ist nämlich so schön kurz und bündig. Grammatisch ist sie aber wie gesagt sehr fragwürdig und stilistisch ist sie alles andere als ein Meisterwerk. Ich würde sie auf jeden Fall vermeiden! Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Die Konjunkturdaten, die meist besser ausfielen als erwartet, &#8230;<br />
Die Konjunkturdaten sind meist besser als erwartet. Sie &#8230;</p></blockquote>
<p>Manchmal lohnt es sich einfach, ein paar Wörter mehr zu „investieren“.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Meinetwegen</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/12/16/meinetwegen/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 10:35:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Genitiv]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Ich kenne zwar keinen, der es sagt, aber man hört ja manchmal dass „wegen mir“ wohl eher „wegen meiner“ heißen müsste. Kehrt man die Reihenfolge um, bekommt man die viel üblichere Variante „meinetwegen“. Aber nur fast. Woher kommt eigentlich das t? Antwort Sehr geehrter Herr M., wenn man nicht wegen mir sagen will, weil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Ich kenne zwar keinen, der es sagt, aber man hört ja manchmal dass „wegen mir“ wohl eher „wegen meiner“ heißen müsste. Kehrt man die Reihenfolge um, bekommt man die viel üblichere Variante „meinetwegen“. Aber nur fast. Woher kommt eigentlich das t?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr M.,</p>
<p>wenn man nicht <em>wegen mir</em> sagen will, weil der <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Genitiv.html#Anchor-wegen-58500">Dativ nach <em>wegen</em></a> standardsprachlich, gelinde gesagt, umstritten ist, empfiehlt es sich <em>meinetwegen</em> zu verwenden.</p>
<blockquote><p>Macht euch meinetwegen keine Sorgen!<br />
Wir sind nur euretwegen gekommen.</p></blockquote>
<p>Die Formulierung <em>wegen meiner</em> hören Sie deshalb nicht sehr oft, weil sie veraltetet ist (oder das Resultat eines „Genitivkrampfes“, der manche beim Anblick des Wörtchens <em>wegen</em> befällt). Das Wort <em>meinetwegen</em> geht ursprünglich auf die Wendung <em>von meinen wegen </em>zurück. Im Verlauf der Zeit schlich sich der Übergangskonsonant t ein, der nur der Aussprache dient: <em>meinent wegen</em>, <em>meinentwegen</em>. Später fiel dann noch das n vor dem t weg, was zur heute üblichen Form <em>meinetwegen</em> führte. Eine ähnliche Entstehungsgeschichte haben auch <em>meinethalben</em>, <em>allenthalben</em> und <em>meinetwillen</em>. Ein eingeschobenes t findet man weiter auch bei zum Beispiel <em>wöchentlich, hoffentlich, wesentlich</em> u. a. m.</p>
<p>Im Zusammenhang mit der Ächtung des Dativs nach <em>wegen</em> gefällt mir das folgende „pikante“ Detail: Das Wort <em>meinetwegen</em>, das man anstelle von <em>wegen mir</em> zu verwenden hat, ist ursprünglich ein Dativ: <em>von meinen wegen &#8230;</em></p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Nicht minder wichtig als oder wie</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/12/14/nicht-minder-wichtig-als-oder-wie/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 11:52:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Steigerung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Frage nach als und wie in Vergleichen ist ein Dauerbrenner in vielen Diskussionen rund um den korrekten Sprachgebrauch. „Bei Gleichheit wie, bei Ungleichheit als“, lautet die allgemeine Regel: gleich groß wie größer als Die Formulierung größer wie wird im Allgemeinen als falsch oder zumindest als nur umgangssprachlich bezeichnet. Sie kommt allerdings so häufig vor, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage nach <em>als</em> und <em>wie</em> in Vergleichen ist ein Dauerbrenner in vielen Diskussionen rund um den korrekten Sprachgebrauch. „<a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Adjektiv/Komparation/Positiv.html#Anchor-Vergleichswort-47857">Bei Gleichheit <em>wie</em></a>, <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Adjektiv/Komparation/Komparativ.html#Anchor-Vergleichswort-47857">bei Ungleichheit <em>als</em></a>“, lautet die allgemeine Regel:</p>
<blockquote><p>gleich groß wie<br />
größer als</p></blockquote>
<p>Die Formulierung <em>größer wie</em> wird im Allgemeinen als falsch oder zumindest als nur umgangssprachlich bezeichnet. Sie kommt allerdings so häufig vor, dass ich mich schon lange frage, ob man diese Regel nicht einmal etwas lockerer nehmen könnte. Doch darum geht es hier heute <strong><span style="color: #ff0000;">nicht</span></strong>. Die maßgeblichen deutschsprachigen Geister (wer immer das sein mag) sind noch lange nicht so weit. Man sollte deshalb in der Standardsprache <em>als</em> und <em>wie</em> noch schön säuberlich voneinander trennen.</p>
<p>Doch wie ist es genau im folgenden Fall?</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Die Aufgabe lautet:</p>
<blockquote><p>Die Vorbereitungen halte ich für nicht minder wichtig &#8230; die eigentliche Arbeit.</p></blockquote>
<p>Auf dem Lösungsblatt steht „wie“. Da es sich um einen verneinten ungleichen Vergleich handelt, bin ich aber für „als“. Was meinen Sie?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau K.,</p>
<p>Sie haben recht. Im heutigen Standarddeutsch sollte hier <em>als</em> stehen. Mit <em>nicht minder</em> wird auf der Bedeutungsebene zwar eine Art Gleichheit ausgedrückt, die eigentliche Konstruktion ist aber, wie Sie richtig sagen, ein verneinter ungleicher Vergleich. Bei Ungleichheit steht in Vergleichen <em>als</em>.</p>
<blockquote><p>Die Vorbereitungen halte ich für minder wichtig als die eigentliche Arbeit.<br />
<em>Verneint:</em><br />
Die Vorbereitungen halte ich für nicht minder wichtig als die eigentliche Arbeit.</p></blockquote>
<p>Dass die Verneinung hier keinen Einfluss auf die Wahl von <em>als</em> oder <em>wie</em> hat, zeigen auch die folgenden Beispiele:</p>
<blockquote><p>- Sie sind besser als wir.<br />
- Nein, sie sind nicht besser als wir.</p></blockquote>
<blockquote><p>- Mit dem Zug ist man weniger schnell als mit dem Auto.<br />
- Nein, mit dem Zug ist man nicht weniger schnell als mit dem Auto.</p></blockquote>
<p>Kurz zusammengefasst: Bei verneinter Ungleichheit steht in Vergleichen <em>als</em>. Komplizierter als das ist es nicht.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Rechtsklicken Sie?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/12/09/rechtsklicken-sie/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Dec 2011 17:04:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Bei uns kam die Diskussion auf, ob es das Wort „rechtsklicken“ überhaupt gibt. Zum Beispiel: Rechtsklicken Sie auf das Objekt, um das Kontextmenü zu öffnen. Ich finde, dass das furchtbar klingt, bin mir aber nicht sicher, ob man es dennoch verwenden kann/darf. Antwort Sehr geehrte Frau F., wenig subtil ausgedrückt könnte man sagen: Wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Bei uns kam die Diskussion auf, ob es das Wort „rechtsklicken“ überhaupt gibt. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Rechtsklicken Sie auf das Objekt, um das Kontextmenü zu öffnen.</p></blockquote>
<p>Ich finde, dass das furchtbar klingt, bin mir aber nicht sicher, ob man es dennoch verwenden kann/darf.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau F.,</p>
<p>wenig subtil ausgedrückt könnte man sagen: Wenn Sie ein Wort verwenden, gibt es das Wort. Die Frage ist nur, ob es verständlich und üblich ist.</p>
<p>Ist <em>rechtsklicken</em> verständlich? – Die meisten, die regelmäßiger mit einer Computermaus arbeiten, sollten eigentlich verstehen, was mit <em>rechtsklicken</em> gemeint ist.</p>
<p>Ist <em>rechtsklicken</em> üblich? – Das Wort kommt relativ häufig vor. Selbst ein eingefleischter Apple-Nutzer wie ich hat es schon hin und wieder gelesen. (Ich besitze keine Macintosh-Aktien und bin auch sonst in keiner Weise mit Apple verwandt oder verschwägert. Ich erwähne dies nur, weil Apple-Mäuse in der Regel keine rechte Maustaste haben.)</p>
<p>Ihr Zweifel ist aber dennoch verständlich. Das Verb <em>rechtsklicken</em> gehört zu einer Gruppe von zusammengesetzten Verben, die häufig nur im Infinitiv (und Partizip) verwendet werden. Andere Beispiele sind:</p>
<blockquote><p>bauchtanzen, fehlernähren, kaltschweißen, paarlaufen, seilhüpfen, tieftauchen</p></blockquote>
<p>Bei den konjugierten Formen entsteht im Hauptsatz nämlich eine Problem: Ist das Verb trennbar, wie seine Betonung es eigentlich vermuten ließe, oder ist es untrennbar? Heißt es also <em>ich rechtsklicke</em> oder <em>ich klicke rechts</em>? Diese Frage stellt sich bei <em>rechtsklicken</em> auch für die Befehlsform, die man in Anleitungen u. Ä. häufiger antrifft:</p>
<blockquote><p>a) Rechtsklicken Sie auf das Objekt!<br />
b) Klicken Sie rechts auf das Objekt!<br />
c) Klicken Sie auf das Objekt rechts!</p></blockquote>
<p>Die meisten werden wohl einverstanden sein, dass für das Verb <em>rechtsklicken</em> nur die untrennbare Variante a) in Frage kommt.</p>
<p>Weshalb „klemmt“ die Formulierung aber trotzdem irgendwie? Das hat mit der Betonung zu tun. Das Verb <em>rechtsklicken</em> wird auf dem ersten Teil betont: <strong><em>rechts</em></strong><em>klicken</em>. Verben, die auf dem ersten Teil betont werden, sind normalerweise trennbar. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p><strong>ein</strong>laden: Laden Sie die Waren ein!<br />
ent<strong>lad</strong>en: Entladen Sie den Wagen!</p>
<p><strong>um</strong>fahren: Fahren sie den Kegel um!<br />
um<strong>fah</strong>ren: Umfahren Sie den Kegel!</p>
<p><strong>an</strong>klicken: Klicken Sie das Objekt an!<br />
ver<strong>klick</strong>en: Verklicken Sie sich nicht!<br />
<strong>rechts</strong>klicken: Rechtsklicken Sie auf das Objekt!</p></blockquote>
<p>Deshalb klingt die ungetrennte Befehlsform <em>Rechtsklicken Sie!</em> ungewohnt. Solche ungetrennten Formen kommen allerdings auch bei einigen anderen Verben vor, die auf dem ersten Wortteil betont werden. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Downloaden Sie hier unseren Katalog!<br />
Staubsaugen Sie die Teppiche regelmäßig!</p></blockquote>
<p>Der langen Rede kurzer Sinn: Gegen den Infinitiv <em>rechtsklicken</em> als fachsprachlichen Begriff gibt es wenig einzuwenden. Es ist auch nicht „verboten“, ungetrennte Formen wie <em>Rechtsklicken Sie!</em> oder <em>Rechtsklicke!</em> zu verwenden. Sie klingen für viele eher ungewohnt, aber sie sind nicht grundsätzlich falsch. Stilistisch gesehen würde ich aber trotzdem in den meisten Fällen eine etwas wortreichere Formulierung verwenden:</p>
<blockquote><p>Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Objekt!</p></blockquote>
<p>Dasselbe gilt übrigens auch für <em>doppelklicken</em> &#8230;</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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