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	<title>Fragen Sie Dr. Bopp! &#187; Grammatik</title>
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	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
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		<title>In dieser Weise und auf diese Weise</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 11:32:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Ich habe eine Frage zu folgendem Satz: „Man könne sehen, in welcher Weise alles miteinander verbunden ist.“ Wie muss man sich das r in „in welcher Weise“ erklären? Man schreibt doch „auf diese Weise“ und nicht „auf dieser Weise“. Antwort Sehr geehrter Herr M., eine schöne, rundum schließende Erklärung für den Unterschied zwischen in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Ich habe eine Frage zu folgendem Satz: „Man könne sehen, in welcher Weise alles miteinander verbunden ist.“ Wie muss man sich das r in „in welcher Weise“ erklären? Man schreibt doch „auf diese Weise“ und nicht „auf dieser Weise“.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr M.,</p>
<p>eine schöne, rundum schließende Erklärung für den Unterschied zwischen <em>in dieser Weise</em> und <em>auf diese Weise</em> muss ich Ihnen schuldig bleiben. Das <em>r</em> in <em>dieser</em> gehört zur weiblichen Dativendung <em>er</em>. Nach <em>in</em> steht <em>dieser Weise</em> im Dativ und nach <em>auf</em> steht <em>diese Weise</em> im Akkusativ:</p>
<blockquote><p>auf diese Weise; auf welche Weise; auf meine Weise; auf eine bestimmte Weise; auf keine andere Weise<br />
in dieser Weise; in welcher Weise; in meiner Weise; in einer bestimmten Weise; in keiner anderen Weise</p></blockquote>
<p>Das erklärt aber noch nicht viel. Schließlich können sowohl <em>in</em> also auch <em>auf</em> mit dem Dativ oder dem Akkusativ stehen. Es sind sogenannte <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/2Kasus.html">Wechselpräpositionen</a>. Bei einer Richtungsangabe <em>(wohin?)</em> stehen sie mit dem Akkusativ, bei einer statischen Ortsangabe <em>(wo?)</em> mit dem Dativ:</p>
<blockquote><p>Sie steigt auf den Berg. ­– Sie wohnt auf dem Berg.<br />
Sie steigt in den Wagen. – Sie sitzt im Wagen.</p></blockquote>
<p>Bei Ihrer Frage geht es aber nicht um eine konkrete räumliche Verwendung von <em>in</em> und <em>auf</em>. Warum man bei nicht räumlicher Verwendung einer Wechselpräposition einen bestimmten Fall wählt, ist oft nicht oder nicht einfach zu erklären.</p>
<p>Nach <em>auf</em> steht bei einer nicht räumlichen Verwendung meistens der Akkusativ (<em>auf keinen Fall, auf den Cent genau</em>; siehe <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/2Kasus.html#Anchor-auf-27347">hier</a>). Dies gilt auch für <em>auf eine bestimmte Weise</em>.</p>
<p>Nach <em>in</em> steht bei nicht räumlicher und nicht zeitlicher Verwendung der Akkusativ, wenn die Bedeutung „dynamisch“ ist (<em>ins Gespräch kommen, in einen Frosch verwandeln</em>), und der Dativ, wenn die Bedeutung „statisch“ ist (<em>im Gespräch sein, im Notfal</em>l; siehe <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/2Kasus.html#Anchor-in-29677">hier</a>). In übertragenem Sinne tut man etwas nicht <em>in eine bestimmte Weise hinein</em>, sondern <em>innerhalb einer bestimmten Weise</em>. Deshalb sagt man <em>in einer bestimmen Weise</em>.</p>
<p>Bei der Wechselpräposition <em>in</em> hat der Unterschied zwischen statisch und dynamisch also bei nicht räumlicher Verwendung einen größeren Einfluss auf die Wahl des Falles als bei <em>auf</em>.</p>
<p>Warum dies so ist, weiß ich nicht. Das bisher Gesagte taugt noch nicht einmal als strenge Regel. Schwierig ist hier nämlich, dass es keine genaue Grenze zwischen räumlicher und nicht räumlicher Verwendung gibt. In den folgenden Redewendungen ist das räumliche Bild nämlich noch so gut erkennbar, dass auch nach <em>auf</em> der Unterschied zwischen dynamisch und statisch durch den Kasus angegeben wird:</p>
<blockquote><p>auf großem Fuß leben<br />
jemanden auf die Folter spannen</p></blockquote>
<p>Deutschlernenden bleibt also nichts anderes übrig, als sich dies mühsam zu erarbeiten. Muttersprachige sollten sich entsprechend darüber freuen, dass ihnen meist nicht einmal auffällt, dass hier etwas schwierig sein könnte.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Mit frischem Bärlauch</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/04/21/mit-frischem-baerlauch/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Apr 2012 09:30:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Essen/Trinken]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Passend zur Saison (oder ist sie schon wieder vorbei?) gibt es heute eine Bärlauchfrage: Frage Wie heißt es richtig: „Frischkäsecreme mit frischem Bärlauch“ oder „Frischkäsecreme mit frischen Bärlauchblättern“? Bitte bedenken Sie, dass in die Frischkäsecreme mehrere Bärlauchblätter reinkommen Antwort Sehr geehrte Frau K., richtig ist beides, häufiger komt vor: Frischkäsecreme mit frischem Bärlauch Man kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Passend zur Saison (oder ist sie schon wieder vorbei?) gibt es heute eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bärlauch  ">Bärlauch</a>frage:</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Wie heißt es richtig: „Frischkäsecreme mit frischem Bärlauch“ oder „Frischkäsecreme mit frischen Bärlauchblättern“? Bitte bedenken Sie, dass in die Frischkäsecreme mehrere Bärlauchblätter reinkommen <img src='http://canoo.net/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau K.,</p>
<p>richtig ist beides, häufiger komt vor:</p>
<blockquote><p>Frischkäsecreme mit frischem Bärlauch</p></blockquote>
<p>Man kann <em>Bärlauch</em> als <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Nomen/Bedeutung/index.html#Anchor-Stoffbezeichnungen-14210">Stoffbezeichnung</a> wie zum Beispiel <em>Kaffee, Weizen, Kohlrabi, Feldsalat, Spinat, Brunnenkresse</em> usw. verwenden. Es steht dann <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Nomen/Numerus/Singular.html#Anchor-Stoffbezeichnungen-47857">in der Einzahl</a> und hier <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Artikel/Gebrauch/Ohne.html#Anchor-Stoffbezeichnungen-49575">ohne Artikel</a>. Ob Sie die Frischkäsecreme mit einem halben, einem ganzen oder mehreren Bärlauchblättern zubereiten, spielt dabei keine Rolle. Letzteres gilt natürlich nur für die sprachliche Formulierung, nicht für den Geschmack!</p>
<p>Ihre Frage bringt mich auf die Idee, dieses Wochenende wieder einmal etwas mit Bärlauch zu essen. Mir gefällt der Knoblauchgeschmack der jungen Bärlauchblätter auch zum Beispiel im Salat zusammen mit jungem Spinat, an einer Vinaigrette, dazu frisches Brot – ich komme ganz vom Thema ab &#8230; Vielen Dank für diese Frage!</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ein Drittel der Schüler ist/sind</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/04/02/ein-drittel-der-schueler-istsind/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/04/02/ein-drittel-der-schueler-istsind/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Apr 2012 19:41:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Kongruenz]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Ich vergesse stets die Regel und finde auch leider keinen Beleg. Heißt es „wird“ oder „werden“? Ein Drittel aller Schüler werden direkt von der Grundschule übernommen. Antwort Guten Tag J., auf Ihre Frage gibt es zwei Antworten: eine für Liebhaber und Liebhaberinnen eindeutiger, strenger Grammatikregeln und eine für diejenigen, die es etwas lockerer nehmen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Ich vergesse stets die Regel und finde auch leider keinen Beleg. Heißt es „wird“ oder „werden“?</p>
<blockquote><p>Ein Drittel aller Schüler werden direkt von der Grundschule übernommen.</p></blockquote>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag J.,</p>
<p>auf Ihre Frage gibt es zwei Antworten: eine für Liebhaber und Liebhaberinnen eindeutiger, strenger Grammatikregeln und eine für diejenigen, die es etwas lockerer nehmen.</p>
<p>Wenn eine Mengenangabe mit einer Bruchzahl Subjekt ist, richtet sich das Verb in der Regel nach der Bruchzahl, nicht nach dem Gemessenen:</p>
<blockquote><p><em>Singular:<br />
</em>Ein Viertel der Waldfläche ist abgebrannt.<br />
Ein Drittel aller Schüler wird direkt von der Grundschule übernommen.</p></blockquote>
<blockquote><p><em>Plural:<br />
</em>Drei Viertel der Waldfläche sind abgebrannt.<br />
Zwei Drittel aller Schüler werden direkt von der Grundschule übernommen.</p></blockquote>
<p>Neben dieser „syntaktischen Logik“ gibt es aber auch die „semantische Logik“: Seltener richtet sich das Verb nämlich sinngemäß nach dem Gemessenen:</p>
<blockquote><p>Drei Viertel der Waldfläche ist abgebrannt.<br />
Ein Drittel aller Schüler werden direkt von der Grundschule übernommen.</p></blockquote>
<p>Diese nach dem Sinn konstruierten Formulierungen werden allerdings nicht von allen als standardsprachlich korrekt akzeptiert. Deshalb gilt wieder einmal: Wenn Sie es vorziehen, garantiert von keinem freundlichen Mitmenschen auf einen „Fehler“ hingewiesen zu werden, wählen Sie hier für das Verb die Übereinstimmung mit der Bruchzahl (also: <em>Ein Drittel aller Schüler wird &#8230;</em>). Siehe auch: <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Verb/Numerus-Person/ProblemNum.html#Anchor-Mengenangabe-49575  ">Mengenangabe als Subjekt</a>.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Inselfrage – und England</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/03/28/die-inselfrage-%e2%80%93-und-england/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/03/28/die-inselfrage-%e2%80%93-und-england/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 14:19:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Eigennamen]]></category>
		<category><![CDATA[Wortwahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine berühmte Frage ist die „Inselfrage“, wie Frau D. sie so schön nennt. Ich habe mir vorgenommen, diese Frage im Folgenden ein für alle Mal zu beantworten. Ich befürchte allerdings, dass es mir nicht gelingen wird &#8230; Frage Mein Zweifel betrifft die „Inselfrage“. Man sagt „Ich wohne auf Sardinien“ aber „Ich wohne in England“. Heißt es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine berühmte Frage ist die „Inselfrage“, wie Frau D. sie so schön nennt. Ich habe mir vorgenommen, diese Frage im Folgenden ein für alle Mal zu beantworten. Ich befürchte allerdings, dass es mir nicht gelingen wird &#8230;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Frage </strong></p>
<p>Mein Zweifel betrifft die „Inselfrage“. Man sagt „Ich wohne auf Sardinien“ aber „Ich wohne in England“. Heißt es je nach Inselgröße <em>auf</em> oder <em>in</em> oder woran liegt das?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau D.,</p>
<p>bei den Inselnamen ist die Wahl der Präposition tatsächlich nicht so einfach. Die Größe der Insel spielt dabei aber keine Rolle. In der Standardsprache gelten die folgenden „Regeln“:</p>
<p>Bei Inselnamen, die <strong>ohne</strong> Artikel stehen, verwendet man bei einer Zielangabe (Frage <em>wohin?</em>) die Präposition <em>nach</em>:</p>
<blockquote><p>Ich fahre nach Sylt.<br />
Wir fliegen nach Kreta.<br />
die Fähre nach Sizilien</p></blockquote>
<p>Bei Inselnamen, die <strong>mit</strong> Artikel stehen, verwendet man bei einer Zielangabe (Frage <em>wohin?</em>) die Präposition <em>auf</em>:</p>
<blockquote><p>Ich fahre auf die Mainau.<br />
Wir fliegen auf die Isla Margarita.<br />
Sie wanderte auf die Kanarischen Inseln aus.</p></blockquote>
<p>Bei einer Ortsangabe (<em>wo?</em>) steht bei Inselnamen allgemein die Präposition <em>auf</em>:</p>
<blockquote><p>Sie wohnt auf Sylt.<br />
Heraklion liegt auf Kreta.<br />
Ich habe ihn auf Sizilien getroffen.</p>
<p>Wir gingen auf der Mainau spazieren.<br />
Urlaub auf der Isla Margerita<br />
Sie wohnt schon seit Jahren auf den Kanaren.</p></blockquote>
<p>Damit es nicht zu einfach bleibt, folgt noch eine kleine Ergänzung: Bei Inselnamen, die auch Ländernamen sind, kann neben dem zur Insel gehörenden <em>auf</em> auch das zum Land gehörende <em>in</em> stehen:</p>
<blockquote><p>auf Jamaika / in Jamaika<br />
auf Madagaskar / in Madagaskar</p></blockquote>
<p>Noch etwas komplizierter wird es im Fall von <em>England</em>. (Wie könnte es auch anders sein bei einer Nation, die die Punktezählung beim Tennis erfunden hat und erst gerade dabei ist, sich an das metrische System zu gewöhnen!) Man sagt nie <em>auf England</em>, weil England keine Insel ist. Es liegt zusammen mit Wales und Schottland auf der Insel Großbritannien. Doch auch Großbritannien wird nur selten mit <em>auf</em> verwendet. Im deutschen Sprachraum meint man üblicherweise nicht die Insel, sondern den Staat, d. h. das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland, wenn man Großbritannien sagt. Es heißt deshalb fast immer <em>in Großbritannien</em>. Auch wenn man eher umgangssprachlich <em>England</em> für den Staat verwendet, ist nicht die Insel, sondern das Land gemeint. Man antwortet deshalb auf die Frage <em>wo?</em> immer mit <em>in England</em>.</p>
<p>Und wenn Sie mich nun fragen, warum bei Ortsangaben eigentlich immer<em> in Irland</em> und nicht <em>auf Irland </em>gesagt wird (auch wenn die ganze Insel und nicht „nur“ die Republik Irland gemeint ist), muss ich Ihnen die Antwort schuldig bleiben &#8230; Die Inseln machen es einem wirklich nicht einfach!</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Im Gegensatz zu im Gegenteil</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/03/26/im-gegensatz-zu-im-gegenteil/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/03/26/im-gegensatz-zu-im-gegenteil/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 19:55:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Redewendungen]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute wieder einmal eine Frage, über die Muttersprachige sich kaum je Gedanken machen. Entsprechend muss man zuerst einmal gut nachdenken, wenn Deutschlernende sie stellen: Frage Ich würde gern wissen, wie ich meinen kanadischen Deutschschülern den Unterschied zwischen „im Gegenteil“ und „im Gegensatz“ erklären kann. Antwort Sehr geehrte Frau K., auf der Bedeutungsebene gibt es zwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute wieder einmal eine Frage, über die Muttersprachige sich kaum je Gedanken machen. Entsprechend muss man zuerst einmal gut nachdenken, wenn Deutschlernende sie stellen:</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p><strong> </strong>Ich würde gern wissen, wie ich meinen kanadischen Deutschschülern den Unterschied zwischen „im Gegenteil“ und „im Gegensatz“ erklären kann.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau K.,</p>
<p>auf der Bedeutungsebene gibt es zwischen den gegenüberstellenden Wendungen <em>im Gegenteil</em> und <em>im Gegensatz</em> kaum einen merkbaren Unterschied. Das gilt nicht bei ihrer Verwendung im Satz.</p>
<p>Die Wendung <em>im Gegenteil</em> wird allein stehend verwendet, das heißt, das Gegenteilige wird nicht mehr genannt. Mit <em>im Gegenteil</em> wird angegeben, dass etwas vorher Gesagtes (ganz und gar) nicht zutrifft:</p>
<blockquote><p>Gestern war das Wetter schön, aber heute nicht mehr. Heute hat es im Gegenteil den ganzen Tag geregnet.<br />
Ich bin nicht unzufrieden, ganz im Gegenteil.</p></blockquote>
<p>Bei <em>im Gegensatz</em> wird die Person oder Sache, der etwas gegenübergestellt wird, mit <em>zu</em> angefügt. Eine vorher genannte Sache oder ein vorher genannter Umstand erscheint oft als <em>dazu</em> oder <em>hierzu</em>:</p>
<blockquote><p>Gestern war das Wetter schön. Heute hat es im Gegensatz dazu den ganzen Tag geregnet.<br />
Du bist unzufrieden. Ich bin im Gegensatz zu dir sehr zufrieden.<br />
Im Gegensatz zu seiner Schwester ist er nicht sehr sportlich.</p></blockquote>
<p>Mit der üblichen Vorsicht können Sie den Unterschied für Ihre kanadischen Schüler wie folgt auf das Englische und Französische übertragen:</p>
<blockquote><p>im Gegenteil = <em>on the contrary, au contraire</em><br />
im Gegensatz zu = <em>in contrast to, contrairement à</em></p></blockquote>
<p>Einfach die Übersetzung anzubieten ist im Fremdsprachenunterricht nicht die eleganteste Methode, aber in diesem Fall vielleicht doch die effizienteste.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Vor, während und nach dem Spiel</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/03/13/vor-waehrend-und-nach-dem-spiel/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 11:50:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Bekanntlich ist ja nach dem Spiel vor dem Spiel. Während man aber vor und nach dem Spiel den Dativ zu benutzen hat, ist während des Spiels der Genitiv angesagt [...]. Wenn ich immer den richtigen Fall benutzen möchte, also „vor dem Spiel“, „während des Spiels“ und „nach dem Spiel“, darf ich dann sagen „vor, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Bekanntlich ist ja nach dem Spiel vor dem Spiel. Während man aber vor und nach dem Spiel den Dativ zu benutzen hat, ist während des Spiels der Genitiv angesagt [...]. Wenn ich <em>immer</em> den richtigen Fall benutzen möchte, also „vor dem Spiel“, „während des Spiels“ und „nach dem Spiel“, darf ich dann sagen „vor, während und nach dem Spiel“? Oder fühlt sich der Genitiv da vernachlässigt? Gibt es dazu eine Regel? Und gilt diese Regel dann nur auf dem Platz oder auch außerhalb des Platzes? Oder sowohl auf dem als auch außerhalb des Platzes?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr K.,</p>
<p>Die Grundregel sieht recht kompliziert aus:</p>
<p>Wenn</p>
<ul>
<li>mehr als eine Präposition vor einem Nomen (oder Pronomen) steht,</li>
<li>die Präpositionen nicht den gleichen Fall fordern,</li>
<li>das Nomen in den unterschiedlichen Fällen unterschiedliche Formen hat,</li>
</ul>
<p>dann richtet sich das Nomen nach dem Fall der letzten Präposition.</p>
<p>Nach dieser allgemeinen Regel kann man also sagen und schreiben:</p>
<blockquote><p>vor, während und nach dem Spiel<br />
Die Regel gilt auf und außerhalb des Platzes.<br />
Du redest viel von und über dich.</p></blockquote>
<p>Nun kommt wohl nicht ganz überraschend das ABER: Solche Zusammenziehungen gelten stilistisch als unschön. Es empfiehlt sich deshalb, das Nomen in solchen Fällen zu wiederholen oder – das ist oft noch besser – eine andere Formulierung zu wählen:</p>
<blockquote><p>vor dem Spiel, während des Spiels und nach dem Spiel<br />
Die Regel gilt auf dem Platz und außerhalb des Platzes.<br />
Du redest viel von dir und viel über dich.</p></blockquote>
<p>Wenn ein Wort in den verschiedenen Fällen die gleiche Form hat, ist die Zusammenziehung übrigens stilistisch meist unbedenklich:</p>
<blockquote><p>vor, während und nach der Feier<br />
Die Regel gilt auf und außerhalb der Spielfläche.<br />
Er redet viel von und über sich.</p></blockquote>
<p>Eine besondere Stellung haben <em>mit und ohne</em> und <em>mit oder ohne</em>. Die Zusammenziehung ist in diesem Fall standardsprachlich auch dann üblich, wenn ein Wort im Dativ und Akkusativ unterschiedliche Formen hat:</p>
<blockquote><p>Wir werden die Sache mit oder ohne dich zu Ende führen.<br />
Apfelkuchen mit und ohne gesüßte Schlagsahne</p></blockquote>
<p>(Siehe auch <a href="http://canoo.net/blog/2010/02/19/mit-oder-ohne-wen-oder-wem/  ">hier</a>. Mehr Informationen zu dieser Frage finden Sie auf <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/index.html#Anchor-Schwierigkeiten-35882">dieser Seite in der Canoonet-Grammatik</a>)</p>
<p>Soweit die grammatischen und stilistischen Grundsätze. Nun noch ein kleiner persönlicher Zweifel (auch Sprachler zweifeln, wenn es um Sprache geht): Bin ich der Einzige, dem <em>vor, während und nach dem Spiel</em> trotz des oben Gesagten auch stilistisch nicht verunglückt vorkommt? Es mag daran liegen, dass meine Wiege im südlichen deutschen Sprachraum stand, in dem der Dativ nach <em>während</em> gang und gäbe ist. Es könnte aber auch sein, dass es eine allgemein akzeptierte Formulierung ist, die erst dann als „stilistisch unschön“ abgetan wird, wenn man bewusst auf den Erhalt des Genitivs nach <em>während</em> achtet. Kurzum: Gleitet man ins Umgangssprachliche ab, wenn man <em>vor, während und nach dem Spiel</em> akzeptabel findet, oder macht man sich anderseits der stilistischen Prinzipienreiterei schuldig, wenn man diese Formulierung für inakzeptabel hält? Wie so oft bei stilistischen Fragen liegt die Antwort wohl irgendwo dazwischen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Warum heißt die Gegenwart so?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/03/08/warum-heisst-die-gegenwart-so/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/03/08/warum-heisst-die-gegenwart-so/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Mar 2012 13:17:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=7565</guid>
		<description><![CDATA[Kinder stellen gute Fragen. Ich hatte mir die folgende Frage jedenfalls noch nie gestellt – und das als „Sprachler“! Frage Mein achtjähriger Sohn M[...] fragt, warum das Wort „Gegenwart“ so heißt? Woher kommt die Wortverbindung aus „gegen“ und „wart(en?)“ bzw. was hat diese mit der Wortbedeutung zu tun? Antwort Sehr geehrte Frau R., lieber M., [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kinder stellen gute Fragen. Ich hatte mir die folgende Frage jedenfalls noch nie gestellt – und das als „Sprachler“!</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Mein achtjähriger Sohn M[...] fragt, warum das Wort „Gegenwart“ so heißt? Woher kommt die Wortverbindung aus „gegen“ und „wart(en?)“ bzw. was hat diese mit der Wortbedeutung zu tun?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau R., lieber M.,</p>
<p>das Wort <em>Gegenwart</em> ist ein altes Wort. Es ist mit einem Adjektiv verbunden, das <em>gegewertec</em> oder <em>gegenwürtec</em> hieß und <em>gegenwärtig</em>, <em>anwesend</em> bedeutete. Die wörtliche Bedeutung war <em>gegenüber seiend</em>. Es bezeichnete also dasjenige, das sich einem gegenüber befindet, das anwesend ist.</p>
<p>Den Wortteil <em>gegen</em> kann man somit als <em>gegenüber</em> verstehen. Der zweite Teil, <em>wart</em>, hat nichts mit dem Wort <em>warten</em> zu tun. Er ist mit <em>-wärtig</em> verwandt, das <em>gewendet</em>, <em>gerichtet</em> bedeutete. Man findet dieses <em>wärt(ig)</em> heute noch in zum Beispiel <em>auswärts (nach außen gewendet), abwärts (hinab gerichtet),  südwärts (nach Süden gerichtet) </em>usw.</p>
<p>Als Bezeichnung für die Zeitform des Verbs kam <em>Gegenwart</em> erst im 18. Jahrhundert auf.</p>
<p>Von der früheren wörtlichen Bedeutung <em>gegen(über) gerichtet, gegenüber seiend</em> bis zur heutigen Bedeutung <em>Jetztzeit</em> hat das Wort <em>Gegenwart</em> also einen recht langen Weg zurückgelegt, den man aber – wenn man es einmal weiß – recht gut nachvollziehen kann.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
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		<title>In oder auf Highheels gehen?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/03/05/in-oder-auf-highheels-gehen/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 13:12:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Heißt es korrekt: „auf Highheels (o. Stöckelschuhen) gehen&#8221; oder &#8220;in Highheels gehen&#8221;? Ich finde das nirgends und es sind beide Varianten zahlreich vertreten. Antwort Sehr geehrte Frau B., beide Varianten kommen häufig vor, weil beide Varianten möglich sind: in Highheels/Stöckelschuhen gehen auf Highheels/Stöckelschuhen gehen. Man geht in Stöckelschuhen, wie man auch in „normalen“ Schuhen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p><strong></strong>Heißt es korrekt: „auf Highheels (o. Stöckelschuhen) gehen&#8221; oder &#8220;in Highheels gehen&#8221;? Ich finde das nirgends und es sind beide Varianten zahlreich vertreten.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau B.,</p>
<p>beide Varianten kommen häufig vor, weil beide Varianten möglich sind:</p>
<blockquote><p>in Highheels/Stöckelschuhen gehen<br />
auf Highheels/Stöckelschuhen gehen.</p></blockquote>
<p>Man geht <em>in</em> Stöckelschuhen, wie man auch in „normalen“ Schuhen, Wanderschuhen, Stiefeln usw. geht. Man geht <em>auf</em> Stöckelschuhen, wie man auch auf anderen erhöhten „Untersätzen“ geht und steht: auf Stelzen, Rollschuhen, Schlittschuhen.</p>
<p>Highheels vereinigen zwei Aspekte in sich, von denen der eine (Fußbekleidung) mit <em>in</em> und der andere (hohe Absätze) mit <em>auf</em> verwendet werden kann. Es gibt deshalb, wie so oft in der Sprache, mehr als eine korrekte Ausdrucksweise.</p>
<p>Vor einiger Zeit waren wir mit unserer Nachbarstocher und ihrem Freund im übrigens ausgezeichneten italienischen Restaurant ganz in der Nähe essen. Das junge Paar hatte sich zu diesem Anlass fein gemacht. Dazu gehörten bei ihr Highheels, die ihrem Namen alle Ehre machten: bestimmt 15 cm. Obwohl man zu Fuß gerade so schnell ist, wie man ein Auto aus- und wieder einparkt, hätte sie sich wohl doch lieber zum Restaurant chauffieren lassen. Sie bestritt es tapfer, aber es war offensichtlich, dass man weder <em>in</em> noch <em>auf</em> Highheels dieser Höhe wirklich gehen kann. Sie sind vielleicht zum Stehen, aber kaum zum Gehen geeignet. Wirklich neu ist diese Erkenntnis natürlich nicht. Neu war für mich dank unserer Highheels-Debütantin das Folgende: Sitzen mit 15 Zentimeter Absatz am Fuß hat auch so seine Tücken. An manchen Restauranttischen geht das nämlich nur mit eher undamenhaft unter dem Tisch ausgesteckten Beinen oder mit sittlich seitlich geneigten Unterschenkeln. Frau kriegt sonst die Knie nicht unter den Tisch.</p>
<p>Um auf Ihre Frage zurückzukommen: Grammatisch gesehen kann man also <em>in</em> oder <em>auf</em> Highheels gehen. Ob man darin oder darauf wirklich <em>gehen</em> kann, müssen die Trägerinnen (und vereinzelten Träger) allerdings selbst entscheiden.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>20 Minuten Zeit, (um) 100 000 Mark zu besorgen</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/03/02/20-minuten-zeit-um-100-000-mark-zu-besorgen/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Mar 2012 15:17:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Auf der Rückseite der DVD „Lola rennt“ aus 1998, steht: „Nur 20 Minuten Zeit, um 100&#160;000 Mark zu besorgen. Nur 20 Minuten Zeit, Mannis Leben zu retten.“ Frage: Warum steht nicht in beiden Sätzen „um zu“ oder nur „um“? Antwort Sehr geehrte Frau B., ohne Ihre Frage hätte ich wohl einfach über diesen kleinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Auf der Rückseite der DVD „Lola rennt“ aus 1998, steht: „Nur 20 Minuten Zeit, um 100&nbsp;000 Mark zu besorgen. Nur 20 Minuten Zeit, Mannis Leben zu retten.“ Frage: Warum steht nicht in beiden Sätzen „um zu“ oder nur „um“?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau B.,</p>
<p>ohne Ihre Frage hätte ich wohl einfach über diesen kleinen Unterschied hinweggelesen. Es handelt sich hier um zwei verschiedene Konstruktionen, die in diesem Fall ungefähr die gleiche Bedeutung haben.</p>
<blockquote><p>20 Minuten Zeit, um 100 000 Mark zu besorgen.</p></blockquote>
<p>Die Infinitivkonstruktion mit <em>um zu</em> entspricht hier einem Zwecksatz. Sie hat im Satz die Rolle einer adverbialen Bestimmung des Zwecks.</p>
<blockquote><p>- Wofür/wozu hat Lola (nur 20 Minuten) Zeit?<br />
- Lola hat nur 20 Minuten Zeit, um 100 000 Mark zu besorgen.</p></blockquote>
<p>Im ersten Satz gibt die Infinitivgruppe an, welchem Zweck die 20 Minuten Zeit dienen. Nun zum zweiten Satz:</p>
<blockquote><p>20 Minuten Zeit, Mannis leben zu retten</p></blockquote>
<p>Die Infinitivkonstruktion ohne <em>um</em> hat hier die Funktion eines Attributs. Sie ist im Satz Teil der Wortgruppe mit dem Kern <em>Zeit</em> und bestimmt diesen näher.</p>
<blockquote><p>- Welche (nur 20 Minuten) Zeit hat Lola?<br />
- Lola hat nur 20 Minuten Zeit, Mannis Leben zu retten.</p></blockquote>
<p>Im zweiten Satz gibt die Infinitivgruppe an, um welche Art zwanzig Minuten Zeit es sich handelt.</p>
<p>In diesem Fall kann also dasselbe (<em>Zeit für etwas</em>) mit einem finalen Adverbialsatz (d. h. <em>die Zeit, um etwas zu tun</em>) oder mit einem Attribut (d. h. <em>die Zeit, etwas zu tun</em>) ausgedrückt werden. Der Text auf der Rückseite der DVD hätte also zum Beispiel auch wie folgt formuliert werden können:</p>
<blockquote><p>Nur 20 Minuten Zeit, um 100 000 Mark zu besorgen. Nur 20 Minuten Zeit, um Mannis Leben zu retten.<br />
Nur 20 Minuten Zeit, 100 000 Mark zu besorgen. Nur 20 Minuten Zeit, Mannis Leben zu retten.</p></blockquote>
<p>Es gibt hier, wenn überhaupt, kaum einen Bedeutungsunterschied zwischen dem Attribut mit <em>zu</em> und dem Zwecksatz mit <em>um zu</em>. Das ist aber meistens nicht so:</p>
<blockquote><p>Lisa benutzt ihre Fähigkeit, andere zu überzeugen.</p></blockquote>
<p>Hier wird gesagt, dass Lisa die Fähigkeit hat, andere zu überzeugen, und dass sie diese Fähigkeit (zu einem nicht genannten Zweck) einsetzt. Die Infinitivkonstruktion bestimmt als Attribut die Fähigkeit, die benutzt wird, näher. Der Zweck wird nicht genannt.</p>
<blockquote><p>Lisa benutzt ihre Fähigkeit, um andere zu überzeugen.</p></blockquote>
<p>Hier wird gesagt, dass Lisa ihre (nicht näher bestimmte) Fähigkeit einsetzt und dass sie dies tut, um andere zu überzeugen. Die Infinitivkonstruktion gibt als Adverbialbestimmung den Zweck an, für den die Fähigkeit eingesetzt wird. Die Art der Fähigkeit wird nicht näher bestimmt. Vgl.:</p>
<blockquote><p>Lisa benutzt ihre Fähigkeit, deutlich zu formulieren, <em>um andere zu überzeugen</em>.<br />
Lisa benutzt ihre Fähigkeit, <em>andere zu überzeugen</em>, um ihre Pläne zu realisieren.</p></blockquote>
<p>Dass die Unterscheidung wichtig sein kann, zeigt das letzte Beispiel:</p>
<blockquote><p>Ich bin gegen ihren Plan, dir zu schaden.<br />
Ich bin gegen ihren Plan, um dir zu schaden.</p></blockquote>
<p>Wäre die erste Aussage an mich gerichtet, wäre ich über die freundliche Unterstützung erfreut. Bei der zweiten würde mich die feindliche Absicht betrüben.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ist oder sind die Groß- und Kleinschreibung problematisch?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/02/16/ist-oder-sind-die-gross-und-kleinschreibung-problematisch/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/02/16/ist-oder-sind-die-gross-und-kleinschreibung-problematisch/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 16 Feb 2012 10:50:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Kongruenz]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Wir sind uns sehr uneins. Heißt es: Die Groß- und Kleinschreibung bereitet ihm große Probleme. oder: Die Groß- und Kleinschreibung bereiten ihm große Probleme. Antwort Sehr geehrter Herr S., hoffenlich waren Sie nicht allzu sehr uneins, denn beides ist möglich: Die Groß- und Kleinschreibung bereitet ihm große Probleme. Hier wird die Wortgruppe die Groß- [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Wir sind uns sehr uneins. Heißt es:</p>
<blockquote><p>Die Groß- und Kleinschreibung bereitet ihm große Probleme.</p></blockquote>
<p>oder:</p>
<blockquote><p>Die Groß- und Kleinschreibung bereiten ihm große Probleme.</p></blockquote>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr S.,</p>
<p>hoffenlich waren Sie nicht allzu sehr uneins, denn beides ist möglich:</p>
<blockquote><p>Die Groß- und Kleinschreibung <em>bereitet</em> ihm große Probleme.</p></blockquote>
<p>Hier wird die Wortgruppe <em>die Groß- und Kleinschreibung</em> als eine Einheit aufgefasst. Die beiden Subjektteile sind durch den gemeinsamen Artikel <em>die</em> und den gemeinsamen Wortteil <em>&#8230;schreibung</em> eng miteinander verbunden. Entsprechend steht das Verb in der Einzahl: <em>bereitet</em>.</p>
<blockquote><p>Die Groß- und Kleinschreibung <em>bereiten</em> ihm große Probleme.</p></blockquote>
<p>Hier wird die Wortgruppe <em>Groß- und Kleinschreibung</em> als zwei separate Subjektteile behandelt (<em>Großschreibung</em> und <em>Kleinschreibung</em>). Entsprechend steht das Verb in der Mehrzahl: <em>bereiten</em>.</p>
<p>Wieder einmal führen unterschiedliche Sehensweisen zu unterschiedlichen Resultaten. Die Groß- und Kleinschreibung <em>ist</em> als ein Rechtschreibphänomen problematisch oder die Groß- und Kleinschreibung <em>sind</em> als zwei verschiedene Schreibweisen problematisch. Beide Auffassungen und Formulierungen gelten als korrekt. Mehr dazu lesen Sie, wenn Sie möchten, auf <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Verb/Numerus-Person/ProblemNum.html#Anchor-Mit-49575">dieser Seite</a> in der Canoonet-Grammatik.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2012/02/16/ist-oder-sind-die-gross-und-kleinschreibung-problematisch/feed/</wfw:commentRss>
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