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	<title>Fragen Sie Dr. Bopp! &#187; Konjugation/Deklination</title>
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	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
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		<title>Das Möbel(stück)</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 18:19:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Schreibt man „Ich brauche ein Möbel für mein Telefon“ oder „Ich brauche ein Möbelstück für mein Telefon“? Antwort Sehr geehrte Frau S., das Wort Möbel steht meistens in der Mehrzahl. Es ist aber nicht grundsätzlich falsch, es in der Einzahl zu verwenden (steht zum Beispiel auch in Duden, DWDS, Wahrig, Pons, Canoonet). Je nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Schreibt man „Ich brauche ein Möbel für mein Telefon“ oder „Ich brauche ein Möbelstück für mein Telefon“?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau S.,</p>
<p>das Wort <em>Möbel</em> steht meistens in der Mehrzahl. Es ist aber nicht grundsätzlich falsch, es in der Einzahl zu verwenden (steht zum Beispiel auch in Duden, DWDS, Wahrig, Pons, Canoonet). Je nach Region, Alter, Beruf oder was sonst noch eine Rolle spielen mag, finden wir die Einzahl <em>das Möbel</em> unmöglich, ungewöhnlich oder ganz normal. <em>Möbel</em> ist also – anders als das englische <em>furniture</em> und anders als gelegentlich gesagt wird – nicht ein Wort, das ausschließlich in der Mehrzahl verwendet werden darf.</p>
<p>Daneben wird auch das Wort <em>Möbelstück</em> verwendet, vor allem von denjenigen, die sich nicht mit <em>das Möbel</em> anfreunden können oder wollen. Sie können also beides sagen:</p>
<blockquote><p>Ich brauche ein Möbel für mein Telefon.<br />
Ich brauche ein Möbelstück für mein Telefon.</p></blockquote>
<p>In meinen Ohren klingen allerdings beide Formulierungen etwas ungewöhnlich. Die Einzahl von <em>Möbel</em> ist wohl deshalb wenig gebräuchlich, weil vom winzigen japanischen Lacktischchen bis hin zum kolossalen Bücherschrank aus Eichenholz alles den Namen <em>Möbel</em> trägt. Wenn man einen einzelnen Einrichtungsgegenstand meint, gibt man deshalb meistens genauer an, was gemeint ist. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Im Korridor versperrt ein großer Schrank den Durchgang.<br />
Wann kaufst du endlich ein neues Sofa?<br />
Ich brauche ein Tischchen für mein Telefon</p></blockquote>
<p>Wenn Sie aber noch nicht wissen, welche Art Einrichtungsgegenstand Sie sich anschaffen wollen, können Sie auch von <em>einem Möbel</em> oder <em>einem Möbelstück</em> reden. Dabei steht es Ihnen frei, die Variante zu wählen, die Ihnen weniger ungewöhnlich vorkommt.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mord an Polizeibeamten</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/01/06/mord-an-polizeibeamten/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 18:19:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Auf einem Fahndungsplakat heißt es „Mord an Polizeibeamten“, wobei ein einzelner Polizeibeamter gemeint ist. Nun bin ich unsicher, ob es nicht „Mord an Polizeibeamtem“ heißen müsste. &#8230; Antwort Sehr geehrter Herr G., es müsste tatsächlich heißen: Mord an Polizeibeamtem Das Wort Beamter wird wie ein Adjektiv gebeugt: Singular: Nom.: der Beamte, ein Beamter, Beamter Dat.: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage<br />
<span style="font-weight: normal;"> </span></strong></p>
<p><strong><span style="font-weight: normal;">Auf einem Fahndungsplakat heißt es „Mord an Polizeibeamten“, wobei ein </span></strong>einzelner Polizeibeamter gemeint ist. Nun bin ich unsicher, ob es nicht „Mord an Polizeibeamtem“ heißen müsste.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-7044" title="Fahndungsbild" src="http://canoo.net/blog/wp-content/uploads/2012/01/Fahndungsbild-300x116.jpg" alt="" width="300" height="116" /></p>
<p style="text-align: center;">&#8230;</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr G.,</p>
<p>es müsste tatsächlich heißen:</p>
<blockquote><p>Mord an Polizeibeamtem</p></blockquote>
<p>Das Wort <em>Beamter</em> wird wie ein Adjektiv gebeugt:</p>
<blockquote><p><em>Singular:</em><br />
<em>Nom.:</em> der Beamte, ein Beamter, Beamter<br />
<em> Dat.:</em> dem Beamten, einem Beamten, <strong>Beamtem<br />
</strong><br />
<em> Plural:</em><br />
<em>Nom.:</em> die Beamten, Beamte<br />
<em>Dat.:</em> den Beamten, <strong>Beamten</strong></p></blockquote>
<p>Im Dativ Singular steht also die Endung <em>em</em>, wenn <em>Beamter</em> oder <em>Polizeibeamter</em> ohne Artikelwort steht:</p>
<blockquote><p>Mord an Polizeibeamtem<br />
= Mord an einem Polizeibeamten</p></blockquote>
<p>Die Endung <em>en</em> steht im Dativ dann, wenn <em>Polizeibeamter</em> von einem gebeugten Artikelwort begleitet wird:</p>
<blockquote><p>Mord an einem Polizeibeamten<br />
der Mord an diesem Polizeibeamten</p></blockquote>
<p>Die Endung <em>en</em> steht aber auch im Plural. Wenn mehr als ein Polizeibeamter ermordet worden wäre, müsste die Kriminalpolizei auf dem Fahndungsplakat schreiben:</p>
<blockquote><p>Mord an Polizeibeamten<br />
= Mord an mehreren Polizeibeamten</p></blockquote>
<p>Solche artikellosen Formulierungen findet man vor allem in Titeln, stichwortartigen Aufzählungen und juristischen oder juristisch daherkommenden Texten. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Zielvereinbarungen zwischen <em>Studierendem/Studierender</em> und Ausbildungsinstitut<br />
Verkehrsmissstände mit <em>Verantwortlichem</em> des Campingplatzes besprechen<br />
Rentner wegen erzwungenem Sex mit <em>Verlobter</em> vor Gericht<br />
<em>Mitreisende</em> gesucht<br />
Drei<em> Jugendliche</em> vemisst<br />
Staatsanwaltschaft wirft <em>Angeklagter</em> 50 Straftaten vor<em>.</em><em> </em><br />
<em>Betrunkener</em> bricht <em>Polizeibeamtem</em> den Finger</p></blockquote>
<p>Im zweitletzten Satz ist mit <em>Angeklagt<strong>er</strong></em> (Dativ Singular) eine Frau gemeint. Im letzten Satz bezeichnet <em>Betrunken<strong>er</strong></em> (Nominativ Singular) aber einen Mann. Kein Wunder, dass die Fälle hier manchmal durcheinandergeraten.</p>
<p>Wenn Sie einmal gar nicht mehr weiterwissen, denken Sie sich einfach <em>Mann</em> oder <em>Frau</em> (oder im Plural <em>Menschen</em>) dazu, dann finden Sie die richtige Form ganz einfach:</p>
<blockquote><p>Staatsanwalt wirft angeklagter Frau 50 Straftaten vor.<br />
=&gt; Staatsanwalt wirft Angeklagter 50 Straftaten vor.</p></blockquote>
<blockquote><p>Betrunkener Mann bricht Polizeibeamtem den Finger.<br />
=&gt; Betrunkener bricht Polizeibeamtem den Finger.</p></blockquote>
<p>Beim Beamten ist dies allerdings schwieriger. Wenn Sie ihn ohne Artikel verwenden wollen oder müssen und nicht sicher sind, welche Endung Sie verwenden sollten, ersetzen Sie ihn am besten durch ein Wort wie <em>Angestellter</em>:</p>
<blockquote><p>Betrunkener bricht angestellt<strong>em</strong> Mann den Finger.<br />
Betrunkener bricht Angestellt<strong>em </strong>den Finger.<br />
=&gt; Betrunkener bricht Polizeibeamt<strong>em</strong> den Finger.</p></blockquote>
<p>Wenn hier stehen würde</p>
<blockquote><p>Betrunkener bricht Polizeibeamten den Finger.</p></blockquote>
<p style="text-align: left;">müsste der Betrunkene mindestens zwei Polizistenfinger gebrochen haben.</p>
<p>Im öffentlichen Dienst tätige Frauen machen uns das Leben hier übrigens wieder einmal viel einfacher: Die Beugung des Wortes <em>Beamtin/Beamtinnen</em> bietet keine größeren Schwierigkeiten.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Rechtsklicken Sie?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/12/09/rechtsklicken-sie/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2011/12/09/rechtsklicken-sie/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 09 Dec 2011 17:04:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Bei uns kam die Diskussion auf, ob es das Wort „rechtsklicken“ überhaupt gibt. Zum Beispiel: Rechtsklicken Sie auf das Objekt, um das Kontextmenü zu öffnen. Ich finde, dass das furchtbar klingt, bin mir aber nicht sicher, ob man es dennoch verwenden kann/darf. Antwort Sehr geehrte Frau F., wenig subtil ausgedrückt könnte man sagen: Wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Bei uns kam die Diskussion auf, ob es das Wort „rechtsklicken“ überhaupt gibt. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Rechtsklicken Sie auf das Objekt, um das Kontextmenü zu öffnen.</p></blockquote>
<p>Ich finde, dass das furchtbar klingt, bin mir aber nicht sicher, ob man es dennoch verwenden kann/darf.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau F.,</p>
<p>wenig subtil ausgedrückt könnte man sagen: Wenn Sie ein Wort verwenden, gibt es das Wort. Die Frage ist nur, ob es verständlich und üblich ist.</p>
<p>Ist <em>rechtsklicken</em> verständlich? – Die meisten, die regelmäßiger mit einer Computermaus arbeiten, sollten eigentlich verstehen, was mit <em>rechtsklicken</em> gemeint ist.</p>
<p>Ist <em>rechtsklicken</em> üblich? – Das Wort kommt relativ häufig vor. Selbst ein eingefleischter Apple-Nutzer wie ich hat es schon hin und wieder gelesen. (Ich besitze keine Macintosh-Aktien und bin auch sonst in keiner Weise mit Apple verwandt oder verschwägert. Ich erwähne dies nur, weil Apple-Mäuse in der Regel keine rechte Maustaste haben.)</p>
<p>Ihr Zweifel ist aber dennoch verständlich. Das Verb <em>rechtsklicken</em> gehört zu einer Gruppe von zusammengesetzten Verben, die häufig nur im Infinitiv (und Partizip) verwendet werden. Andere Beispiele sind:</p>
<blockquote><p>bauchtanzen, fehlernähren, kaltschweißen, paarlaufen, seilhüpfen, tieftauchen</p></blockquote>
<p>Bei den konjugierten Formen entsteht im Hauptsatz nämlich eine Problem: Ist das Verb trennbar, wie seine Betonung es eigentlich vermuten ließe, oder ist es untrennbar? Heißt es also <em>ich rechtsklicke</em> oder <em>ich klicke rechts</em>? Diese Frage stellt sich bei <em>rechtsklicken</em> auch für die Befehlsform, die man in Anleitungen u. Ä. häufiger antrifft:</p>
<blockquote><p>a) Rechtsklicken Sie auf das Objekt!<br />
b) Klicken Sie rechts auf das Objekt!<br />
c) Klicken Sie auf das Objekt rechts!</p></blockquote>
<p>Die meisten werden wohl einverstanden sein, dass für das Verb <em>rechtsklicken</em> nur die untrennbare Variante a) in Frage kommt.</p>
<p>Weshalb „klemmt“ die Formulierung aber trotzdem irgendwie? Das hat mit der Betonung zu tun. Das Verb <em>rechtsklicken</em> wird auf dem ersten Teil betont: <strong><em>rechts</em></strong><em>klicken</em>. Verben, die auf dem ersten Teil betont werden, sind normalerweise trennbar. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p><strong>ein</strong>laden: Laden Sie die Waren ein!<br />
ent<strong>lad</strong>en: Entladen Sie den Wagen!</p>
<p><strong>um</strong>fahren: Fahren sie den Kegel um!<br />
um<strong>fah</strong>ren: Umfahren Sie den Kegel!</p>
<p><strong>an</strong>klicken: Klicken Sie das Objekt an!<br />
ver<strong>klick</strong>en: Verklicken Sie sich nicht!<br />
<strong>rechts</strong>klicken: Rechtsklicken Sie auf das Objekt!</p></blockquote>
<p>Deshalb klingt die ungetrennte Befehlsform <em>Rechtsklicken Sie!</em> ungewohnt. Solche ungetrennten Formen kommen allerdings auch bei einigen anderen Verben vor, die auf dem ersten Wortteil betont werden. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Downloaden Sie hier unseren Katalog!<br />
Staubsaugen Sie die Teppiche regelmäßig!</p></blockquote>
<p>Der langen Rede kurzer Sinn: Gegen den Infinitiv <em>rechtsklicken</em> als fachsprachlichen Begriff gibt es wenig einzuwenden. Es ist auch nicht „verboten“, ungetrennte Formen wie <em>Rechtsklicken Sie!</em> oder <em>Rechtsklicke!</em> zu verwenden. Sie klingen für viele eher ungewohnt, aber sie sind nicht grundsätzlich falsch. Stilistisch gesehen würde ich aber trotzdem in den meisten Fällen eine etwas wortreichere Formulierung verwenden:</p>
<blockquote><p>Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Objekt!</p></blockquote>
<p>Dasselbe gilt übrigens auch für <em>doppelklicken</em> &#8230;</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Null Punkte, zéro point</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/11/06/null-punkte-zero-point/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2011/11/06/null-punkte-zero-point/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 11:24:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Zahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Bemerkung Das Plural-/Singularthema im Blog rief mir in Erinnerung, dass es in unterschiedlichen Sprachen unterschiedliche Verwendungen des Numerus gibt. Im Deutschen sagt man zum Beispiel „null Punkte“, im Französisch jedoch „zéro point“, also ohne Plural-s. Erst wenn man diese beiden Formen nebeneinander sieht, fällt einem auf, dass die französische Form „logischer“ ist, wir uns aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bemerkung</strong></p>
<p>Das <a href="   http://canoo.net/blog/2011/10/21/eineinhalb-pfund-erbsen-singular-oder-plural/ ">Plural-/Singularthema im Blog</a> rief mir in Erinnerung, dass es in unterschiedlichen Sprachen unterschiedliche Verwendungen des Numerus gibt. Im Deutschen sagt man zum Beispiel „null Punkte“, im Französisch jedoch „zéro point“, also ohne Plural-s. Erst wenn man diese beiden Formen nebeneinander sieht, fällt einem auf, dass die französische Form „logischer“ ist, wir uns aber am deutschen Gebrauch nie an der „unlogischen“ Form gestört haben respektive stören.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr H.,</p>
<p>tatsächlich ein bemerkenswerter Unterschied. Während wir ausschweifend pluralisch mit <em>null Punkten</em> unzufrieden und mit <em>null Fehlern</em> zufrieden sind, ärgern oder freuen sich die Französischsprachigen bescheiden singularisch über <em>zéro point </em>und <em>zéro faute</em>. Wir stören uns wahrscheinlich deshalb nicht am Plural, weil er gar nicht so unlogisch ist. Wenn man <em>null</em> mit <em>kein</em> gleichsetzt, sieht man, dass beides etwa gleich sinnvoll ist:</p>
<blockquote><p>Sie haben keinen Punkt erhalten.<br />
Sie haben keine Punkte erhalten.</p></blockquote>
<p>Ganz einfach gesagt: Wenn nichts da ist, macht es nicht so viel aus, ob eine Einzahl oder eine Mehrzahl fehlt. Warum wir allerdings nach <em>null</em> immer die Mehrzahl wählen, ist eine Frage, die ich leider nicht zu beantworten weiß.</p>
<p>Wir sind allerdings nicht die einzigen, die hier den Plural dem Singular vorziehen. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>en: <em>zero points</em> (Sing. = <em>point</em>)<br />
it: <em>zero punti </em>(Sing. = <em>punto</em>)<br />
sp: <em>cero puntos</em> (Sing. = <em>punto</em>)<br />
nl: <em>nul punten</em> (Sing. = <em>punt</em>)<br />
pl: <em>zero punktów</em> (Sing. = <em>punkt</em>)</p></blockquote>
<p>Das Französische steht also mit dem Singular <em>zéro point</em> schon ein bisschen allein da.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Jede(r) der Neubauten</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/10/31/jeder-der-neubauten/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2011/10/31/jeder-der-neubauten/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 17:16:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Kongruenz]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal sind ganz einfach klingende Fragen auf den zweiten Blick doch gar nicht so einfach. Frage Ein schwieriger Fall, der, je länger ich drüber nachdenke, umso verworrener wird: Heißt es „Jeder der Neubauten ist schön“ oder „Jede der Neubauten ist schön“? Ich tendiere ja zu Letzterem. Antwort Sehr geehrter Herr L., zuerst dachte ich, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal sind ganz einfach klingende Fragen auf den zweiten Blick doch gar nicht so einfach.</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Ein schwieriger Fall, der, je länger ich drüber nachdenke, umso verworrener wird: Heißt es „Jeder der Neubauten ist schön“ oder „Jede der Neubauten ist schön“? Ich tendiere ja zu Letzterem.<strong> </strong></p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr L.,</p>
<p>zuerst dachte ich, dass die Antwort auf Ihre Frage ganz einfach sei. Dann aber schlug meine eigene Unsicherheit zu. Was ist nun eigentlich richtig? Im Prinzip heißt es:</p>
<blockquote><p>Jeder der Neubauten ist schön.</p></blockquote>
<p><em>Neubauten</em> ist der Plural des männlichen Substantivs <em>Neubau</em>:</p>
<blockquote><p><a href="http://canoo.net/inflection/Neubauten">der Neubau / die Neubauten</a></p></blockquote>
<p>Man sollte hier deshalb die männliche Form <em>jeder</em> verwenden. Vgl.</p>
<blockquote><p>Jeder der Männer erhielt ein Stück Kuchen.<br />
Jede der Frauen erhielt ein Stück Kuchen.<br />
Jedes der Kinder erhielt eine Stück Kuchen.</p></blockquote>
<p>Ganz so unkompliziert ist es bei <em>Neubauten</em> allerdings doch nicht. Die Unsicherheit entsteht dadurch, dass die Form <em>Bauten</em> irgendwie so weiblich aussieht. Das liegt daran, dass sie dies eigentlich auch war: Der Plural <em>die Bauten</em> von <em>der Bau</em> gehörte ursprünglich zum heute kaum mehr verwendeten weiblichen Wort <em>die Baute </em>(<em>das Gebäude</em>).</p>
<p>Falls Ihnen die Formulierung <em>jeder der Neubauten</em> immer noch nicht gefallen will (sie „klemmt“ auch in meinen Ohren), verwenden Sie doch einfach eine andere. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Alle diese Neubauten sind schön.<br />
Sämtliche Neubauten sind schön.</p></blockquote>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>1,5 Pfund Erbsen – Singular oder Plural?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/10/21/eineinhalb-pfund-erbsen-singular-oder-plural/</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 08:54:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation]]></category>
		<category><![CDATA[Maße]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem ich die Antwort auf die untenstehende Frage wieder zurückerhalten habe („Absender unbekannt“), möchte ich Sie wieder einmal bitten, darauf zu achten, im Kontakformular die richtige Adresse anzugeben oder einfach die ebenfalls hier genannte E-Mail-Adresse zu verwenden. Sie erhalten dann nämlich ganz bestimmt eine Antwort – und auch noch schneller. Frage Auf Ihrer Webseite http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Verb/Numerus-Person/ProblemNum.html führen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich die Antwort auf die untenstehende Frage wieder zurückerhalten habe („Absender unbekannt“), möchte ich Sie wieder einmal bitten, darauf zu achten, im Kontakformular die richtige Adresse anzugeben oder einfach die ebenfalls <a href="http://canoo.net/blog/feedback/ ">hier</a> genannte E-Mail-Adresse zu verwenden. Sie erhalten dann nämlich ganz bestimmt eine Antwort – und auch noch schneller.</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Auf Ihrer Webseite <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Verb/Numerus-Person/ProblemNum.html">http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Verb/Numerus-Person/ProblemNum.html</a> führen Sie den Beispielsatz an: „Hinzu kommen 1,5 Pfund Erbsen.“ Mehrere Personen sind der Meinung, dass dies „Hinzu kommt 1,5 Pfund lauten muss“ (ab „2 Pfund“ dagegen Plural). Mit den anderen Beispielsätzen sind wir dagegen einverstanden.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag!</p>
<p>Als standardsprachlich richtig gilt:</p>
<blockquote><p>Hinzu kommen 1,5 Pfund Erbsen.</p></blockquote>
<p>Vermutlich finden Sie in diesem Beispielsatz die Einzahl besser, weil Sie 1,5 als eine Einzahl ansehen. Dass dies nicht der Fall ist, wird dann ersichtlich, wenn das nachfolgende Substantiv keine immer in der Einzahl stehende Mengenangabe wie <em>Pfund</em> ist:</p>
<blockquote><p>1 Pfund Erbsen<br />
1,5 Pfund Erbsen<br />
2 Pfund Erbsen</p>
<p>1 Tonne Erbsen<br />
1,5 Tonn<strong>en</strong> Erbsen (nicht: 1,5 Tonne)<br />
2 Tonnen Erbsen</p>
<p>Ein Tag ist lang.<br />
eineinhalb Tag<strong>e</strong> sind lang. (nicht: eineinhalb Tag)<br />
Zwei Tage sind lang.</p></blockquote>
<p>Wir haben es also bei <em>1,5 Pfund Erbsen</em> mit einer Mengenangabe in der Mehrzahl und etwas Gemessenem in der Mehrzahl zu tun. Standardsprachlich sollte das Verb deshalb ebenfalls in der Mehrzahl stehen (siehe <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Verb/Numerus-Person/ProblemNum.html#Mengenangabe-PL-PL">hier</a>):</p>
<blockquote><p>Hinzu kommen 1,5 Pfund Erbsen.</p></blockquote>
<p>Vgl.</p>
<blockquote><p>Hinzu kommen 1,5 Tonnen Erbsen.<br />
Hinzu kommen 2 Pfund Erbsen.</p></blockquote>
<p>Es ist allerdings nicht sehr erstaunlich, dass Sie hier den Singular wählen möchten: 1,5 (<em>eins Komma fünf) </em>beginnt mit 1 (<em>eins</em>) und <em>Pfund</em> steht trotz der „mehrzahligen“ Bedeutung in der Einzahl (<em>1,5 Pfund</em>, nicht <em>1,5 Pfunde</em>). Bei so vielen wie eine Einzahl aussehenden Elementen drängt sich die Singularform für das Verb beinahe auf. Standardsprachlich sollte aber, wie gesagt, trotzdem der Plural stehen. Wie bei vielen Mengenangaben, die ja nicht grundlos zu den problematischen Fällen gezählt werden, findet man „in der freien Wildbahn“ auch hier häufig andere Formulierungen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Böden, Bögen, Bröte</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/09/24/boden-bogen-brote/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2011/09/24/boden-bogen-brote/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 Sep 2011 15:22:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrzahl]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage In „Allerhand Sprachdummheiten“ bin ich über die Pluralbildung gestolpert: „Bei einer Anzahl von Hauptwörtern wird der Plural jetzt oft mit dem Umlaut gebildet, wo dieser keine Berechtigung hat &#8230; Ärme, Böte, Bröte, Röhre, Täge, Böden, Bögen.“ Bei „Ärme“ und „Bröte“ hab ich ja noch geschmunzelt, aber bei „Böden“ und „Bögen“ fühle ich mich ertappt und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong><br />
In „Allerhand Sprachdummheiten“ bin ich über die Pluralbildung gestolpert:</p>
<blockquote><p>„Bei einer Anzahl von Hauptwörtern wird der Plural jetzt oft mit dem Umlaut gebildet, wo dieser keine Berechtigung hat &#8230; Ärme, Böte, Bröte, Röhre, Täge, Böden, Bögen.“</p></blockquote>
<p>Bei „Ärme“ und „Bröte“ hab ich ja noch geschmunzelt, aber bei „Böden“ und „Bögen“ fühle ich mich ertappt und Google liefert jede Menge Belegstelle für z. B. „Bögen“, „Sportbögen“, „Pfeile und Bögen“ etc. Gibt es eine heute gültige Regel, die das teilweise erlaubt, oder ist das nach wie vor schlicht falsch?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr B.,</p>
<p>in den über hundert Jahren, seit „Allerhand Sprachdummheiten“ von Gustav Wustmann (1844&nbsp;–&nbsp;1910) erschienen ist*, hat sich in der deutschen Sprache einiges getan; auch in diesem Bereich: Während die umgelauteten Mehrzahlformen <em>Ärme</em>, <em>Böte</em>, <em>Bröte</em>, <em>Röhre</em> und <em>Täge</em> standardsprachlich immer noch als falsch gelten, ist <em>die Bögen</em> heute als die „im Süden“ gebräuchliche Variante zu <em>die Bogen</em> akzeptiert. Die Form <em>die Böden</em> hat den nicht umgelauteten Plural <em>die Boden</em> standardsprachlich sogar ganz verdrängt:</p>
<blockquote><p>der Bogen – die Bogen, <em>auch: </em>die Bögen<br />
der Boden – die Böden</p></blockquote>
<p>Eine feste Regel gibt es hier nicht. Entscheidend ist der Gebrauch in der sogenannten Standardsprache. Als Standardsprache gilt – einfach gesagt – die Sprache in der Form, in der sie allgemein akzeptiert im offiziellen und im formelleren Umgang verwendet und auch an Schulen gelehrt wird. Das ist eine recht ungenaue Definition. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass häufiger eine gewisse Uneinigkeit oder Unsicherheit herrscht, welche Formen als standardsprachlich korrekt gelten. So geben einige Wörterbücher bei <em>Kragen</em> auch heute noch nur den Plural <em>die Kragen</em> an (z. B. Wahrig), während andere auch <em>die Krägen</em> als im südlichen deutschen Sprachraum verwendeten Pluralvariante erwähnen (z. B. Duden).</p>
<p>Wenn Sie wissen möchten, was heute als richtiges Deutsch gilt, können Sie also besser in Wörterbüchern und Grammatiken nachschlagen, die etwas jüngeren Datums als „Allerhand Sprachdummheiten“* sind. (<a href="http://www.canoo.net/inflection/Boden">Boden</a>, <a href="http://www.canoo.net/inflection/Bogen&amp;features=(Cat+N)">Bogen</a>). Es ist allerdings immer interessant, ältere Beschreibungen der deutschen Sprache zu lesen. Sie zeigen unter anderem, wie zeitgebunden die Etiketten „richtig“ und „falsch“ sein können.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>* Gustav Wustmann: <em>Allerhand Sprachdummheiten. Kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen und des Häßlichen. Ein Hilfsbuch für alle, die sich öffentlich der deutschen Sprache bedienen</em>. Grunow, Leipzig 1891;<br />
2. erw. Aufl. 1896; 3. erw. Aufl. 1903; 4. erw.. 1908;<br />
Nachdruck der 3. Aufl 2008.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wegen etwas anderen? – Manchmal passt der Genitiv einfach nicht</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/09/07/wegen-etwas-anderem/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 10:52:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Genitiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Ich bin gerade sehr verwirrt. Schreibe ich „wegen etwas anderem“ oder „wegen etwas anderen“? Antwort Guten Tag M., am besten schreiben Sie wegen einer anderen Sache oder aus einem anderen Grund. Das Deutsche meidet nämlich Nomen- und Pronomengruppen im Genitiv, wenn sie - nicht mindestens ein konjugiertes Artikelwort oder Adjektiv enthalten und - nicht mindestens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Ich bin gerade sehr verwirrt. Schreibe ich „wegen etwas anderem“ oder „wegen etwas anderen“?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Guten Tag M.,</p>
<p>am besten schreiben Sie <em>wegen einer anderen Sache</em> oder <em>aus einem anderen Grund</em>.</p>
<p>Das Deutsche meidet nämlich Nomen- und Pronomengruppen im Genitiv, wenn sie</p>
<p style="padding-left: 30px;">- nicht mindestens ein konjugiertes Artikelwort oder Adjektiv enthalten und<br />
- nicht mindestens ein Element der Gruppe eine s- oder eine r-Endung hat.</p>
<p>Zum Beispiel:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>nicht:</em> der Konsum Alkohols<br />
<em> sondern: </em>der Konsum von Alkohol<br />
<em> aber:</em> der Konsum <strong>rein</strong>en Alkohol<strong>s</strong> (vgl. <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Satzgliedbau/Nomen/Nomen.html#Anchor-Ersatz-47857">hier</a>)</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>nicht:</em> wegen Regenfälle<br />
<em> sondern:</em> wegen Regenfällen<br />
<em> aber:</em> wegen <strong>heftiger</strong> Regenfälle (vgl. <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Genitiv.html#Anchor-Genitiv-3800">hier</a>)</p>
<p>Zurück zu Ihrer Frage: Wenn nach <em>wegen</em> nur der Genitiv verwendet werden darf, muss es heißen: <em>wegen etwas anderen</em>. Diese Formulierung erfüllt aber die genannten Bedingungen nicht: <em>etwas</em> ist unveränderlich und die Genitivendung von <em>ander-</em> ist hier weder <em>es </em>noch<em> er</em>, sondern<em> en</em>. Deshalb hat diese Wendung Sie in Verwirrung gebracht und deshalb ist sie auch im Standarddeutschen unüblich. Man weicht hier oft auf den Dativ aus: <em>wegen etwas anderem</em>. Weil viele den Dativ nach <em>wegen</em> leider grundsätzlich für falsch halten, empfehle ich Ihnen, in der schriftlichen Standardsprache vorsichtshalber auf eine Formulierung wie <em>wegen einer anderen Sache </em>auszuweichen. Das Gleiche gilt für zum Beispiel *<em>wegen nichts anderen</em>, für das man üblicherweise<em> wegen nichts anderem</em> oder (vor allem wenn der Dativ nach <em>wegen</em> einem grundsätzlich ein Gräuel ist) <em>aus keinem anderen Grund</em> verwendet.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Andreas&#8217; A</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/08/24/andreas-a/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Aug 2011 13:43:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Buchstaben]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Nein, es geht hier nicht um den Apostroph! Frage Heute bin ich über die Pluralform von Buchstaben gestolpert und habe gemerkt, dass es „die A“ und nicht die „As“ heißt. Somit schreibt man also: „Andreas aß alle A aus der Buchstabensuppe“. Ich hoffe, so weit, so richtig. Wie ist das in einem Genitiv-Fall? Heißt es dann: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, es geht hier nicht um den Apostroph!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Heute bin ich über die Pluralform von Buchstaben gestolpert und habe gemerkt, dass es „die A“ und nicht die „As“ heißt. Somit schreibt man also: „Andreas aß alle A aus der Buchstabensuppe“. Ich hoffe, so weit, so richtig. Wie ist das in einem Genitiv-Fall? Heißt es dann: „Anna aß Andreas&#8217; A aus der Buchstabensuppe“? Dann wäre ja nicht klar, ob die Einzahl oder die Mehrzahl gemeint ist.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr W.,</p>
<p>Buchstaben sind in der Standardsprache unveränderlich. Umgangssprachlich werden sie im Genitiv der Einzahl und in der Mehrzahl auch mit der Endung s gesprochen. Geschrieben wird diese Endung aber nicht (siehe <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/InflectionRules/FRegeln-N/FKlassen/Letters.html">hier</a>). In Ihrem Beispielsatz</p>
<blockquote><p>Anna aß Andreas&#8217; A aus der Buchstabensuppe</p></blockquote>
<p>ist deshalb tatsächlich nicht klar, ob es sich bei <em>A</em> um eine Einzahl- oder um eine Mehrzahlform handelt. Der Genitiv spielt hier insofern eine Rolle, als die Genitivform eines Eigennamens vor dem <em>A</em> steht und dabei den Artikel ersetzt. (Mehr dazu finden Sie <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Satzgliedbau/Nomen/Nomen.html#Anchor-Stellung-47857">hier</a>.) Der Satz enthält also nichts mehr, das es erlauben würde, den Numerus von <em>A</em> zu bestimmen. Wenn man diese Unklarheit vermeiden will, muss man den Satz umformulieren. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Anna aß alle von Andreas&#8217; A aus der Buchstabensuppe.<br />
Anna aß das A von Andreas aus der Buchstabensuppe.</p></blockquote>
<p>oder ohne <em>von</em>:</p>
<blockquote><p>Anna aß alle A aus Andreas&#8217; Buchstabensuppe.<br />
Anna aß das A aus Andreas&#8217; Buchstabensuppe.</p></blockquote>
<p>Unklarheiten dieser Art gibt es übrigens nicht nur bei Buchstaben. Sie entstehen immer dann, wenn ein Nomen ohne ein gebeugtes Artikelwort oder Adjektiv steht, dieses Nomen nicht Subjekt des Satzes ist und seine Singular- und Pluralform sich im verlangten Kasus nicht voneinander unterscheiden:</p>
<blockquote><p>Anna spricht mit Andreas&#8217; Neffen.<br />
Anna bezahlt Andreas&#8217; Berater.<br />
Andreas sorgt für Annas Kaninchen.<br />
Andreas hasst Annas Kater.</p></blockquote>
<p>Spricht Anna mit einem oder mit mehreren Neffen? Bezahlt sie einen oder mehrere Berater? Sorgt Andreas für ein oder für mehrere Kaninchen? Hasst er nur einen oder mehr als einen Kater? Bei solchen isolierten Beispielsätzen lassen sich diese Fragen nicht beantworten. Sehr oft verdeutlicht allerdings der Satzzusammenhang, ob die Einzahl oder die Mehrzahl gemeint ist. Wenn nicht, sollte man umformulieren.</p>
<p>Es zeigt sich hier, dass Sätze nicht immer eindeutig sind, wenn man sie einzeln betrachtet. Ganz ohne Kontext ist übrigens auch ziemlich unklar, warum Anna Andreas&#8217; A aus der Suppe aß, ganz gleich, ob nun ein oder mehrere A in der Buchstabensuppe schwammen. Sie tat es wohl um des <a href="http://www.dwds.de/?qu=Alliteration">Stabreimes</a> willen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
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		<item>
		<title>Welche Künste gibt es auch im Plural?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/07/27/kuenste-im-plural/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2011/07/27/kuenste-im-plural/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Jul 2011 12:50:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Über Canoonet]]></category>
		<category><![CDATA[canoonet]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrzahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Nach welchen Regeln haben z. B. Kochkunst und Malkunst einen Plural (&#8230;künste), Filmkunst aber nicht? - Weitere Beispiele mit Pluralformen: Kriegskunst, Verführungskunst - Weitere Beispiele ohne Pluralformen: Dichtkunst, Schmiedekunst Antwort Guten Tag Herr oder Frau Z., es gibt keine allgemeinen Regeln, die festlegen, welche Wörter einen Plural haben und welche nicht. Entscheidend sind die Bedeutung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Nach welchen Regeln haben z. B. <em>Kochkunst</em> und <em>Malkunst</em> einen Plural (<em>&#8230;künste</em>), <em>Filmkunst</em> aber nicht?</p>
<p>- Weitere Beispiele mit Pluralformen: <em>Kriegskunst, Verführungskunst</em><br />
- Weitere Beispiele ohne Pluralformen: <em>Dichtkunst, Schmiedekunst</em></p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag Herr oder Frau Z.,</p>
<p>es gibt keine allgemeinen Regeln, die festlegen, welche Wörter einen Plural haben und welche nicht. Entscheidend sind die Bedeutung und der Gebrauch. Für Zusammensetzungen mit <em>Kunst</em> an zweiter Stelle gilt Folgendes:</p>
<p>Wörter wie <em>Kochkunst</em>, <em>Malkunst</em>, <em>Filmkunst</em>, <em>Dichtkunst</em> usw. haben keinen Plural, wenn es um die Kunst des Kochens, des Malens, des Filmemachens, des Dichtens usw. geht. Bei einigen dieser Wörter wird aber häufiger der Plural verwendet, wenn damit das Können, die Fähigkeiten auf einem gewissen Gebiet gemeint sind:</p>
<blockquote><p>die Kochkünste der Küchenchefin<br />
die Malkünste unserer Kleinen<br />
die Verführungskünste eines Latin Lovers<br />
usw.</p></blockquote>
<p>Es gibt, wie gesagt, keine feste Regeln, bei welchen Wörtern dieser Plural vorkommt. Möglich ist er im Prinzip überall. Wenn ein solches Wort in unserem Wörterbuch Mehrzahlformen hat, bedeutet dies, dass der Lexikograph oder die Lexikographin in den zur Verfügung stehenden Wörterlisten und anderen Quellen solche Formen gefunden hat. Wenn keine Pluralformen angegeben werden, bedeutet dies entsprechend, dass zur Zeit der Spezifikation in den verfügbaren Quellen keine oder fast keine Pluralformen zu finden waren. Es bedeutet nicht, dass man nicht in einem bestimmten Zusammenhang von den <em>Filmkünsten</em> eines Urlaubscineasten oder den <em>Dichtkünsten</em> einer Hobbypoetin reden dürfte.</p>
<p>Bei der Bestimmung, ob ein Wort Pluralformen hat oder nicht, geht es bei abstrakten Begriffen wie <em>&#8230;kunst</em> oft um eine Art Gratwanderung zwischen dem, was theoretisch möglich ist, und dem, was wirklich (einigermaßen regelmäßig) vorkommt. Es ist deshalb leider nicht immer möglich, eine in jeder Hinsicht konsequente Darstellung anzubieten. So weit reichen unsere Wörterbuchkünste leider nicht.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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