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	<title>Fragen Sie Dr. Bopp! &#187; Konjugation/Deklination</title>
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	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
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		<title>In dieser Weise und auf diese Weise</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 11:32:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Ich habe eine Frage zu folgendem Satz: „Man könne sehen, in welcher Weise alles miteinander verbunden ist.“ Wie muss man sich das r in „in welcher Weise“ erklären? Man schreibt doch „auf diese Weise“ und nicht „auf dieser Weise“. Antwort Sehr geehrter Herr M., eine schöne, rundum schließende Erklärung für den Unterschied zwischen in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Ich habe eine Frage zu folgendem Satz: „Man könne sehen, in welcher Weise alles miteinander verbunden ist.“ Wie muss man sich das r in „in welcher Weise“ erklären? Man schreibt doch „auf diese Weise“ und nicht „auf dieser Weise“.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr M.,</p>
<p>eine schöne, rundum schließende Erklärung für den Unterschied zwischen <em>in dieser Weise</em> und <em>auf diese Weise</em> muss ich Ihnen schuldig bleiben. Das <em>r</em> in <em>dieser</em> gehört zur weiblichen Dativendung <em>er</em>. Nach <em>in</em> steht <em>dieser Weise</em> im Dativ und nach <em>auf</em> steht <em>diese Weise</em> im Akkusativ:</p>
<blockquote><p>auf diese Weise; auf welche Weise; auf meine Weise; auf eine bestimmte Weise; auf keine andere Weise<br />
in dieser Weise; in welcher Weise; in meiner Weise; in einer bestimmten Weise; in keiner anderen Weise</p></blockquote>
<p>Das erklärt aber noch nicht viel. Schließlich können sowohl <em>in</em> also auch <em>auf</em> mit dem Dativ oder dem Akkusativ stehen. Es sind sogenannte <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/2Kasus.html">Wechselpräpositionen</a>. Bei einer Richtungsangabe <em>(wohin?)</em> stehen sie mit dem Akkusativ, bei einer statischen Ortsangabe <em>(wo?)</em> mit dem Dativ:</p>
<blockquote><p>Sie steigt auf den Berg. ­– Sie wohnt auf dem Berg.<br />
Sie steigt in den Wagen. – Sie sitzt im Wagen.</p></blockquote>
<p>Bei Ihrer Frage geht es aber nicht um eine konkrete räumliche Verwendung von <em>in</em> und <em>auf</em>. Warum man bei nicht räumlicher Verwendung einer Wechselpräposition einen bestimmten Fall wählt, ist oft nicht oder nicht einfach zu erklären.</p>
<p>Nach <em>auf</em> steht bei einer nicht räumlichen Verwendung meistens der Akkusativ (<em>auf keinen Fall, auf den Cent genau</em>; siehe <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/2Kasus.html#Anchor-auf-27347">hier</a>). Dies gilt auch für <em>auf eine bestimmte Weise</em>.</p>
<p>Nach <em>in</em> steht bei nicht räumlicher und nicht zeitlicher Verwendung der Akkusativ, wenn die Bedeutung „dynamisch“ ist (<em>ins Gespräch kommen, in einen Frosch verwandeln</em>), und der Dativ, wenn die Bedeutung „statisch“ ist (<em>im Gespräch sein, im Notfal</em>l; siehe <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/2Kasus.html#Anchor-in-29677">hier</a>). In übertragenem Sinne tut man etwas nicht <em>in eine bestimmte Weise hinein</em>, sondern <em>innerhalb einer bestimmten Weise</em>. Deshalb sagt man <em>in einer bestimmen Weise</em>.</p>
<p>Bei der Wechselpräposition <em>in</em> hat der Unterschied zwischen statisch und dynamisch also bei nicht räumlicher Verwendung einen größeren Einfluss auf die Wahl des Falles als bei <em>auf</em>.</p>
<p>Warum dies so ist, weiß ich nicht. Das bisher Gesagte taugt noch nicht einmal als strenge Regel. Schwierig ist hier nämlich, dass es keine genaue Grenze zwischen räumlicher und nicht räumlicher Verwendung gibt. In den folgenden Redewendungen ist das räumliche Bild nämlich noch so gut erkennbar, dass auch nach <em>auf</em> der Unterschied zwischen dynamisch und statisch durch den Kasus angegeben wird:</p>
<blockquote><p>auf großem Fuß leben<br />
jemanden auf die Folter spannen</p></blockquote>
<p>Deutschlernenden bleibt also nichts anderes übrig, als sich dies mühsam zu erarbeiten. Muttersprachige sollten sich entsprechend darüber freuen, dass ihnen meist nicht einmal auffällt, dass hier etwas schwierig sein könnte.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Siehe und sieh!</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/04/17/siehe-und-sieh/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 16:37:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Typographie]]></category>
		<category><![CDATA[groß/klein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation]]></category>
		<category><![CDATA[Satzzeichen]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage In unserem Arbeitsalltag als technische Übersetzer stolpern wir oft über Querverweise auf Abbildungen, Tabellen usw. mit dem kleinen Wörtchen „siehe“. Wird dieses groß- oder kleingeschrieben oder gibt es keine wirkliche Konvention. Zum Beispiel: „Die Warnleuchte befindet sich auf der Rückseite des Deckels (siehe/Siehe Abbildung 3 auf Seite 7).“ Und wie verhält es sich mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>In unserem Arbeitsalltag als technische Übersetzer stolpern wir oft über Querverweise auf Abbildungen, Tabellen usw. mit dem kleinen Wörtchen „siehe“. Wird dieses groß- oder kleingeschrieben oder gibt es keine wirkliche Konvention. Zum Beispiel: „Die Warnleuchte befindet sich auf der Rückseite des Deckels (siehe/Siehe Abbildung 3 auf Seite 7).“ Und wie verhält es sich mit den Punkten?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr P.,</p>
<p>eine allgemeingültige Regelung gibt es meines Wissens nicht, aber die folgenden Schreibweisen kommen häufig vor und sind recht praktisch:</p>
<p>Der Verweis wird oft in Klammern gesetzt. Man schreibt <em>siehe</em> dann klein und verwendet direkt nach dem Verweis keinen Punkt:</p>
<blockquote><p>Die Warnleuchte befindet sich auf der Rückseite des Deckels (siehe Abbildung 3, Seite 7). Sie wird mit Schalter C bedient.<br />
Die Warnleuchte befindet sich auf der Rückseite des Deckels (siehe Abbildung 3, Seite 7) und wird mit Schalter C bedient.<br />
Die Warnleuchte befindet sich auf der Rückseite des Deckels (siehe Abbildung 3, Seite 7), wo auch der Schalter C zu finden ist.</p></blockquote>
<p>Man kann dem Verweis auch etwas mehr Gewicht geben, indem man ihn nicht in Klammern setzt, sondern nach einem Punkt separat aufführt. Auch dann verwendet man üblicherweise kein Ausrufezeichen, obwohl es sich bei <em>siehe</em> um eine Art Befehlsform des Verbs <em>sehen</em> handelt.</p>
<blockquote><p>Die Warnleuchte befindet sich auf der Rückseite des Deckels. Siehe Abbildung 3 auf Seite 7.</p></blockquote>
<p>Weiter gibt es noch die folgende Art des Verweises. Man beachte, dass hier zwischen dem eigentlichen Verweis und demjenigen, wozu der Verweis angegeben wird, kein Komma steht (nein, auch nicht vor <em>siehe</em> im ersten Beispiel!):</p>
<blockquote><p>Für die Montage der Warnleuchte siehe Anleitung B auf Seite 7.<br />
Siehe Anleitung B auf Seite 7 für die Montage der Warnleuchte.</p></blockquote>
<p>Dies sind nicht die einzig möglichen Schreibweisen, aber mit diesen einfachen „Regeln“ bin ich bis jetzt immer gut gefahren.</p>
<p>Wenn wir schon dabei sind, hier noch ein paar Worte zur Form: <em>siehe</em> mit <em>e</em> steht nur in Verweisen und Ausrufen:</p>
<blockquote><p>Siehe Seite 7.<br />
Siehe da, es funktioniert!<br />
Und siehe, ein Engel des Herrn erschien.</p></blockquote>
<p>Die „gewöhnliche“ Befehlsform von <em>sehen</em> ist <em>sieh </em>ohne<em> e:</em></p>
<p><em> </em></p>
<blockquote><p><em> </em>Sieh mich bitte an!<br />
Sieh dir den Text noch einmal an!<br />
Sieh her und sei ruhig!</p></blockquote>
<p>Noch eine allerletzte Bemerkung und dann werde ich wirklich ruhig sein: Auch wenn die Befehlsform <em>sieh!</em> kein <em>e</em> am Schluss hat, kommt sie ganz <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Interpunktion/Apostroph.html#Anchor-Kein-45656">ohne Apostroph</a> aus!</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
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		<title>Athen und Basel im Genitiv</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/03/23/athen-und-basel-im-genitiv/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/03/23/athen-und-basel-im-genitiv/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 11:13:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Eigennamen]]></category>
		<category><![CDATA[Genitiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Ist es richtig, dass man zum Beispiel „die Territorialverteidigung des hellenistischen Athen“ und nicht „die Territorialverteidigung des hellenistischen Athens&#8221; schreibt? In der Literatur finde ich beides. Antwort Sehr geehrter Herr O., in der Literatur finden Sie beides, weil Athen – wie viele andere Dörfer, Städte, Regionen und Länder – hier mit und ohne Genitiv-s stehen kann. Wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p><strong></strong>Ist es richtig, dass man zum Beispiel „die Territorialverteidigung des hellenistischen Athen“ und nicht „die Territorialverteidigung des hellenistischen Athens&#8221; schreibt? In der Literatur finde ich beides.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr O.,</p>
<p>in der Literatur finden Sie beides, weil Athen – wie viele andere Dörfer, Städte, Regionen und Länder – hier mit und ohne Genitiv-s stehen kann. Wenn sonst ohne Artikel stehende geographische Namen mit Artikel verwendet werden, wird die Genitivendung oft weggelassen:</p>
<blockquote><p>Bremen<br />
der Baumeister Bremens<br />
der Baumeister des neuen Bremens <em>oder</em><br />
der Baumeister des neuen Bremen</p></blockquote>
<blockquote><p>Deutschland<br />
die Hauptstadt Deutschlands<br />
die Hauptstadt des vereinigten Deutschlands <em>oder<br />
</em>die Hauptstadt des vereinigten Deutschland</p></blockquote>
<p>Ebenso:</p>
<blockquote><p>Athen<br />
die Territorialverteidigung Athens<br />
die Territorialverteidigung des hellenistischen Athens <em>oder</em><br />
die Territorialverteidigung des hellenistischen Athen</p></blockquote>
<p>All diese Formulierungen gelten als korrekt. Sehen Sie hierzu auch die folgenden Angaben in der<a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/InflectionRules/FRegeln-N/FKlassen/Name-Geo-13.html  "> Canoonet-Grammatik (ganz unten auf der Seite)</a>.</p>
<p>Wenn ich die Schönheit Basels anpreise, muss ich also ein Genitiv-s verwenden. Fakultativ ist dieses s aber dann, wenn ich von der Schönheit des frühlingshaften Basels oder eben des frühlingshaften Basel schwärme. Heute möchte ich ergänzend sagen: Hauptsache, die Sonne scheint!</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-7683" title="Mittlere Brücke in Basel" src="http://canoo.net/blog/wp-content/uploads/2012/03/basel-image-300x199.jpg" alt="" width="240" height="159" /></p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Zahlen im Genitiv</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/03/15/zahlen-im-genitiv/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Mar 2012 14:04:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Genitiv]]></category>
		<category><![CDATA[Zahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es geht hier nicht darum, wie man im Genitiv zahlt (zum Beispiel: sich der Kreditkarte bedienen). Mit „Zahlen im Genitiv“ sind  zweier und dreier, die Genitivformen von zwei und drei, gemeint. Frage Auf einer Nachrichtenwebseite las ich diese Formulierung: „Die Anwälte berufen sich auf die Aussagen drei iranischer Überläufer.“ Ist der Genitiv „drei iranischer Überläufer&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es geht hier nicht darum, wie man im Genitiv zahlt (zum Beispiel: sich <em>der Kreditkarte</em> bedienen). Mit „Zahlen im Genitiv“ sind  <em>zweier</em> und <em>dreier</em>, die Genitivformen von <em>zwei</em> und <em>drei,</em> gemeint.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Auf einer Nachrichtenwebseite las ich diese Formulierung: „Die Anwälte berufen sich auf die Aussagen drei iranischer Überläufer.“ Ist der Genitiv „drei iranischer Überläufer&#8221; so richtig? Ist „dreier Überläufer“ eine oft benutzte falsche Floskel oder geht beides?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr K.,</p>
<p>der Satz, den Sie zitieren, ist tatsächlich nicht ganz richtig formuliert. Wenn die Zahlen <em>zwei</em> und <em>drei</em> ohne ein Artikelwort bei einem Nomen im Genitiv stehen, verwendet man nämlich die Formen <em>zweier</em> und <em>dreier</em>:</p>
<blockquote><p>der Verkauf zweier Ponys<br />
mit Hilfe dreier Schräubchen<br />
Die Anwälte berufen sich auf die Aussagen dreier Überläufer.</p></blockquote>
<p>Das gilt auch dann, wenn ein gebeugtes Adjektiv folgt:</p>
<blockquote><p>der Verkauf zweier schwarzer Ponys<br />
mit Hilfe dreier kleiner Schräubchen<br />
Die Anwälte berufen sich auf die Aussagen dreier iranischer Überläufer.</p></blockquote>
<p>Mit Artikelwort verwendet man diese Zahlwörter aber ohne Endung:</p>
<blockquote><p>der Verkauf <em>ihrer</em> zwei [schwarzen] Ponys<br />
mit Hilfe <em>dieser</em> drei [kleinen] Schräubchen<br />
Die Anwälte berufen sich auf die Aussagen <em>der</em> drei [iranischen] Überläufer.</p></blockquote>
<p>Bei der zitierten Formulierung <em>die Aussagen drei iranischer Überläufer</em> handelt es sich also um eine ungebräuchliche Mischform. Sehen Sie hierzu auch <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Adjektiv/Zahlen/Kardinal.html#Anchor-zwei-33869">diese Seite in der Canoonet-Grammatik</a>.</p>
<p>Bei Zahlen ab <em>vier</em> sind Gentivformen mit <em>–er</em> übrigens ungebräuchlich. Ohne Artikelwort verwendet man eine Formulierung mit <em>von</em> (auch wenn man dem Genitiv sonst sehr gewogen ist):</p>
<blockquote><p>mit Hilfe von vier Schräubchen<br />
die Mutter von fünf Kindern<br />
die intelligenten Fragen von sechs Canoonet-Nutzern</p></blockquote>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Riefend gibt es!</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/03/10/riefend-gibt-es/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/03/10/riefend-gibt-es/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 10 Mar 2012 16:29:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Unbekannte Wörter]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbedeutung]]></category>

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		<description><![CDATA[„Riefend gibt es nicht!“, lautet der Kommentar von Lollo, der oder die vielleicht den ebenso fiktiven Familiennamen Rosso trägt und des Weiteren leider eine falschen E-Mail-Adresse angegeben hat. Diese Behauptung möchte ich nicht gänzlich unwidersprochen lassen, zumal das Wort riefend tatsächlich im Canoonet-Wörterbuch zu finden ist. Man findet riefend natürlich nicht bei den Wortformen des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Riefend gibt es nicht!“, lautet der Kommentar von Lollo, der oder die vielleicht den ebenso fiktiven Familiennamen Rosso trägt und des Weiteren leider eine falschen E-Mail-Adresse angegeben hat. Diese Behauptung möchte ich nicht gänzlich unwidersprochen lassen, zumal das Wort <em>riefend</em> tatsächlich im <a href="http://www.canoo.net">Canoonet-Wörterbuch</a> zu finden ist.</p>
<p>Man findet <em>riefend</em> natürlich nicht bei den Wortformen des Verbs <em>rufen</em>. Es gibt im Deutschen schließlich nur das Partizip Präsens <em>rufend</em> und das Partizip Perfekt <em>gerufen</em>. Wenn es zu <em>rufen</em> gehören würde, müsste <em>riefend</em> aber eine Art Partizip Präteritum sein:</p>
<blockquote><p>Er rennt aus vollem Halse rufend auf uns zu.<br />
Er rannte aus vollem Halse *riefend auf uns zu.</p></blockquote>
<blockquote><p>Die Narren ziehen singend und tanzend durch die Straßen.<br />
Die Narren zogen *sangend und *tanztend durch die Straßen.</p></blockquote>
<p>Partizipformen dieser Art (*) gibt es nicht. Trotz seines Namens Partizip <em>Präsens</em> kann dieses Partizip nämlich nicht nur im Präsens verwendet werden. Es drückt keine Zeit aus. Es drückt aus, dass die Verbhandlung verlaufend ist, und wird manchmal wie oben adverbial oder meistens als Adjektiv verwendet (z. B. <em>rufende Eulen, singende Lerchen, tanzende Schwäne</em>). Es kann sowohl in Kombination mit der Gegenwart als auch zusammen mit der Vergangenheit stehen:</p>
<blockquote><p>Er rennt/rannte aus vollem Halse rufend auf uns zu.<br />
Die Narren ziehen/zogen singend und tanzend durch die Straßen.</p></blockquote>
<p>Heute wird deshalb häufig der weniger irreführende Name Partizip I verwendet.</p>
<p>Die Wortform <em>riefend</em> kann also nicht zu <em>rufen</em> gehören, genauso wenig wie <em>sangend</em> eine Form von <em>singen</em> oder <em>tanztend</em> eine Form von <em>tanzen</em> ist. Weshalb steht <em>riefend</em> trotzdem im Wörterbuch? – Es gehört ganz regelmäßig zum Verb <em>riefen</em>, das wie seine Variante <em>riefeln</em> die Bedeutung <em>mit Riefen (= Rillen) versehen</em> hat.</p>
<p>Das Wort <em>riefend</em> ist alles andere als ein Anwärter auf eine Spitzenposition in der Liste der am häufigsten verwendeten Wortformen. Manchmal ist es sogar nur ein <em>triefend</em> oder <em>reifend</em> mit Flüchtigkeitsfehler. Man darf ihm aber trotzdem nicht einfach mit der Behauptung „Riefend gibt es nicht!“ die Daseinsberechtigung absprechen. Auch wenn dies wahrscheinlich außer Scrabble-Spielern, die die entsprechenden Buchstaben legen können, kaum jemanden interessiert: <a href="http://www.canoo.net/riefend">Riefend gibt es!</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Aus 15 Meter(n) Entfernung</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/02/27/aus-15-metern-entfernung/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 08:37:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Maße]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage In Fußballreportagen höre ich immer wieder die Formulierung „ein Schuss aus 15 Metern Entfernung“. Meine Frage dazu wäre, ob es „Meter“ oder „Metern“ heißt – oder ist „Metern“ nur richtig, wenn man dahinter nicht mehr das Wort „Entfernung“ anhängt? Antwort Guten Tag S., beides ist hier möglich. Wenn Meter wie hier als Maßangabe im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>In Fußballreportagen höre ich immer wieder die Formulierung „ein Schuss aus 15 Metern Entfernung“. Meine Frage dazu wäre, ob es „Meter“ oder „Metern“ heißt – oder ist „Metern“ nur richtig, wenn man dahinter nicht mehr das Wort „Entfernung“ anhängt?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag S.,</p>
<p>beides ist hier möglich. Wenn <em>Meter</em> wie hier als Maßangabe im Plural nach einer Zahlenangabe steht, gelten sowohl die endungslose Form <em>Meter</em> also auch die gebeugte Form <em>Metern</em> als richtig. Ob das Wort <em>Entfernung</em> folgt oder nicht, hat darauf keinen Einfluss:</p>
<blockquote><p>ein Schuss aus 15 Metern [Entfernung]<br />
ein Schuss aus 15 Meter [Entfernung]</p></blockquote>
<p>Normalerweise stehen männliche und sächliche Maß- und Mengenangaben ungebeugt im Nominativ Singular:</p>
<blockquote><p>2,5 Kilo Äpfel<br />
zwei Paar Schuhe<br />
fast drei Dutzend Polizisten<br />
12 Euro<br />
eine Bildschirmgröße von 17 Zoll/Inch</p></blockquote>
<p>Eine besondere Stellung nehmen hier die männlichen und sächlichen Maß- und Mengenangaben ein, die auf unbetontes <em>el </em>oder <em>er</em> enden. Speziell sind sie deshalb, weil man ihrer Form oft nicht ansieht, ob sie im Singular oder im Plural stehen:</p>
<blockquote><p>(der/das) Drittel – (die) Drittel<br />
(der) Liter – (die) Liter<br />
(der) Kilometer – (die) Kilometer</p></blockquote>
<p>Im Dativ Plural allerdings unterscheiden sich die Wortformen vom Nominativ Singular. Sie haben dann die Endung n, die sie als Pluralform „verrät“:</p>
<blockquote><p>den Dritteln<br />
den Litern<br />
den Kilometern</p></blockquote>
<p>Bei Maß- und Mengenangaben dieser Art gelten im Dativ Plural sowohl die gebeugte als auch die endungslose Form als korrekt:</p>
<blockquote><p>bei zwei Drittel der Befragten<br />
bei zwei Dritteln der Befragten</p>
<p>ein Inhalt von bis zu 7,5 Liter<br />
ein Inhalt von bis zu 7,5 Litern</p>
<p>ein Schuss aus 15 Meter Entfernung<br />
ein Schuss aus 15 Metern Entfernung</p>
<p>eine Höhe von 10 Zentimeter<br />
eine Höhe von 10 Zentimetern</p></blockquote>
<p>Mehr hierzu finden Sie auf der <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Nomen/Numerus/Menge.html#Anchor-49575">dieser Seite</a> in der  Canoonet-Grammatik (insbesondere Abschnitt „Spezialfall: Meter, Liter, Drittel“).</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>PS: Außergewöhnlich aufmerksamen Lesern und Leserinnen mag aufgefallen sein, dass dieses Thema im Jahr 2010 <a href=" http://canoo.net/blog/2010/06/24/von-litern-metern-und-vierteln/">schon einmal</a> im Blog behandelt wurde. Da ich davon ausgehe (so realistisch bin ich schon), dass die meisten den Blog nicht so regelmäßig und lesen, nehme ich es niemandem übel, dass die Frage nach diesem Dativ-n immer wieder auftaucht. Ich hoffe, dass mir umgekehrt niemand diese Wiederholung zum Vorwurf macht.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Möbel(stück)</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/01/16/das-moebelstueck/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/01/16/das-moebelstueck/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 18:19:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Schreibt man „Ich brauche ein Möbel für mein Telefon“ oder „Ich brauche ein Möbelstück für mein Telefon“? Antwort Sehr geehrte Frau S., das Wort Möbel steht meistens in der Mehrzahl. Es ist aber nicht grundsätzlich falsch, es in der Einzahl zu verwenden (steht zum Beispiel auch in Duden, DWDS, Wahrig, Pons, Canoonet). Je nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Schreibt man „Ich brauche ein Möbel für mein Telefon“ oder „Ich brauche ein Möbelstück für mein Telefon“?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau S.,</p>
<p>das Wort <em>Möbel</em> steht meistens in der Mehrzahl. Es ist aber nicht grundsätzlich falsch, es in der Einzahl zu verwenden (steht zum Beispiel auch in Duden, DWDS, Wahrig, Pons, Canoonet). Je nach Region, Alter, Beruf oder was sonst noch eine Rolle spielen mag, finden wir die Einzahl <em>das Möbel</em> unmöglich, ungewöhnlich oder ganz normal. <em>Möbel</em> ist also – anders als das englische <em>furniture</em> und anders als gelegentlich gesagt wird – nicht ein Wort, das ausschließlich in der Mehrzahl verwendet werden darf.</p>
<p>Daneben wird auch das Wort <em>Möbelstück</em> verwendet, vor allem von denjenigen, die sich nicht mit <em>das Möbel</em> anfreunden können oder wollen. Sie können also beides sagen:</p>
<blockquote><p>Ich brauche ein Möbel für mein Telefon.<br />
Ich brauche ein Möbelstück für mein Telefon.</p></blockquote>
<p>In meinen Ohren klingen allerdings beide Formulierungen etwas ungewöhnlich. Die Einzahl von <em>Möbel</em> ist wohl deshalb wenig gebräuchlich, weil vom winzigen japanischen Lacktischchen bis hin zum kolossalen Bücherschrank aus Eichenholz alles den Namen <em>Möbel</em> trägt. Wenn man einen einzelnen Einrichtungsgegenstand meint, gibt man deshalb meistens genauer an, was gemeint ist. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Im Korridor versperrt ein großer Schrank den Durchgang.<br />
Wann kaufst du endlich ein neues Sofa?<br />
Ich brauche ein Tischchen für mein Telefon</p></blockquote>
<p>Wenn Sie aber noch nicht wissen, welche Art Einrichtungsgegenstand Sie sich anschaffen wollen, können Sie auch von <em>einem Möbel</em> oder <em>einem Möbelstück</em> reden. Dabei steht es Ihnen frei, die Variante zu wählen, die Ihnen weniger ungewöhnlich vorkommt.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Mord an Polizeibeamten</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/01/06/mord-an-polizeibeamten/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 18:19:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Auf einem Fahndungsplakat heißt es „Mord an Polizeibeamten“, wobei ein einzelner Polizeibeamter gemeint ist. Nun bin ich unsicher, ob es nicht „Mord an Polizeibeamtem“ heißen müsste. &#8230; Antwort Sehr geehrter Herr G., es müsste tatsächlich heißen: Mord an Polizeibeamtem Das Wort Beamter wird wie ein Adjektiv gebeugt: Singular: Nom.: der Beamte, ein Beamter, Beamter Dat.: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage<br />
<span style="font-weight: normal;"> </span></strong></p>
<p><strong><span style="font-weight: normal;">Auf einem Fahndungsplakat heißt es „Mord an Polizeibeamten“, wobei ein </span></strong>einzelner Polizeibeamter gemeint ist. Nun bin ich unsicher, ob es nicht „Mord an Polizeibeamtem“ heißen müsste.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-7044" title="Fahndungsbild" src="http://canoo.net/blog/wp-content/uploads/2012/01/Fahndungsbild-300x116.jpg" alt="" width="300" height="116" /></p>
<p style="text-align: center;">&#8230;</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr G.,</p>
<p>es müsste tatsächlich heißen:</p>
<blockquote><p>Mord an Polizeibeamtem</p></blockquote>
<p>Das Wort <em>Beamter</em> wird wie ein Adjektiv gebeugt:</p>
<blockquote><p><em>Singular:</em><br />
<em>Nom.:</em> der Beamte, ein Beamter, Beamter<br />
<em> Dat.:</em> dem Beamten, einem Beamten, <strong>Beamtem<br />
</strong><br />
<em> Plural:</em><br />
<em>Nom.:</em> die Beamten, Beamte<br />
<em>Dat.:</em> den Beamten, <strong>Beamten</strong></p></blockquote>
<p>Im Dativ Singular steht also die Endung <em>em</em>, wenn <em>Beamter</em> oder <em>Polizeibeamter</em> ohne Artikelwort steht:</p>
<blockquote><p>Mord an Polizeibeamtem<br />
= Mord an einem Polizeibeamten</p></blockquote>
<p>Die Endung <em>en</em> steht im Dativ dann, wenn <em>Polizeibeamter</em> von einem gebeugten Artikelwort begleitet wird:</p>
<blockquote><p>Mord an einem Polizeibeamten<br />
der Mord an diesem Polizeibeamten</p></blockquote>
<p>Die Endung <em>en</em> steht aber auch im Plural. Wenn mehr als ein Polizeibeamter ermordet worden wäre, müsste die Kriminalpolizei auf dem Fahndungsplakat schreiben:</p>
<blockquote><p>Mord an Polizeibeamten<br />
= Mord an mehreren Polizeibeamten</p></blockquote>
<p>Solche artikellosen Formulierungen findet man vor allem in Titeln, stichwortartigen Aufzählungen und juristischen oder juristisch daherkommenden Texten. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Zielvereinbarungen zwischen <em>Studierendem/Studierender</em> und Ausbildungsinstitut<br />
Verkehrsmissstände mit <em>Verantwortlichem</em> des Campingplatzes besprechen<br />
Rentner wegen erzwungenem Sex mit <em>Verlobter</em> vor Gericht<br />
<em>Mitreisende</em> gesucht<br />
Drei<em> Jugendliche</em> vemisst<br />
Staatsanwaltschaft wirft <em>Angeklagter</em> 50 Straftaten vor<em>.</em><em> </em><br />
<em>Betrunkener</em> bricht <em>Polizeibeamtem</em> den Finger</p></blockquote>
<p>Im zweitletzten Satz ist mit <em>Angeklagt<strong>er</strong></em> (Dativ Singular) eine Frau gemeint. Im letzten Satz bezeichnet <em>Betrunken<strong>er</strong></em> (Nominativ Singular) aber einen Mann. Kein Wunder, dass die Fälle hier manchmal durcheinandergeraten.</p>
<p>Wenn Sie einmal gar nicht mehr weiterwissen, denken Sie sich einfach <em>Mann</em> oder <em>Frau</em> (oder im Plural <em>Menschen</em>) dazu, dann finden Sie die richtige Form ganz einfach:</p>
<blockquote><p>Staatsanwalt wirft angeklagter Frau 50 Straftaten vor.<br />
=&gt; Staatsanwalt wirft Angeklagter 50 Straftaten vor.</p></blockquote>
<blockquote><p>Betrunkener Mann bricht Polizeibeamtem den Finger.<br />
=&gt; Betrunkener bricht Polizeibeamtem den Finger.</p></blockquote>
<p>Beim Beamten ist dies allerdings schwieriger. Wenn Sie ihn ohne Artikel verwenden wollen oder müssen und nicht sicher sind, welche Endung Sie verwenden sollten, ersetzen Sie ihn am besten durch ein Wort wie <em>Angestellter</em>:</p>
<blockquote><p>Betrunkener bricht angestellt<strong>em</strong> Mann den Finger.<br />
Betrunkener bricht Angestellt<strong>em </strong>den Finger.<br />
=&gt; Betrunkener bricht Polizeibeamt<strong>em</strong> den Finger.</p></blockquote>
<p>Wenn hier stehen würde</p>
<blockquote><p>Betrunkener bricht Polizeibeamten den Finger.</p></blockquote>
<p style="text-align: left;">müsste der Betrunkene mindestens zwei Polizistenfinger gebrochen haben.</p>
<p>Im öffentlichen Dienst tätige Frauen machen uns das Leben hier übrigens wieder einmal viel einfacher: Die Beugung des Wortes <em>Beamtin/Beamtinnen</em> bietet keine größeren Schwierigkeiten.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Rechtsklicken Sie?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/12/09/rechtsklicken-sie/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Dec 2011 17:04:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Bei uns kam die Diskussion auf, ob es das Wort „rechtsklicken“ überhaupt gibt. Zum Beispiel: Rechtsklicken Sie auf das Objekt, um das Kontextmenü zu öffnen. Ich finde, dass das furchtbar klingt, bin mir aber nicht sicher, ob man es dennoch verwenden kann/darf. Antwort Sehr geehrte Frau F., wenig subtil ausgedrückt könnte man sagen: Wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Bei uns kam die Diskussion auf, ob es das Wort „rechtsklicken“ überhaupt gibt. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Rechtsklicken Sie auf das Objekt, um das Kontextmenü zu öffnen.</p></blockquote>
<p>Ich finde, dass das furchtbar klingt, bin mir aber nicht sicher, ob man es dennoch verwenden kann/darf.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau F.,</p>
<p>wenig subtil ausgedrückt könnte man sagen: Wenn Sie ein Wort verwenden, gibt es das Wort. Die Frage ist nur, ob es verständlich und üblich ist.</p>
<p>Ist <em>rechtsklicken</em> verständlich? – Die meisten, die regelmäßiger mit einer Computermaus arbeiten, sollten eigentlich verstehen, was mit <em>rechtsklicken</em> gemeint ist.</p>
<p>Ist <em>rechtsklicken</em> üblich? – Das Wort kommt relativ häufig vor. Selbst ein eingefleischter Apple-Nutzer wie ich hat es schon hin und wieder gelesen. (Ich besitze keine Macintosh-Aktien und bin auch sonst in keiner Weise mit Apple verwandt oder verschwägert. Ich erwähne dies nur, weil Apple-Mäuse in der Regel keine rechte Maustaste haben.)</p>
<p>Ihr Zweifel ist aber dennoch verständlich. Das Verb <em>rechtsklicken</em> gehört zu einer Gruppe von zusammengesetzten Verben, die häufig nur im Infinitiv (und Partizip) verwendet werden. Andere Beispiele sind:</p>
<blockquote><p>bauchtanzen, fehlernähren, kaltschweißen, paarlaufen, seilhüpfen, tieftauchen</p></blockquote>
<p>Bei den konjugierten Formen entsteht im Hauptsatz nämlich eine Problem: Ist das Verb trennbar, wie seine Betonung es eigentlich vermuten ließe, oder ist es untrennbar? Heißt es also <em>ich rechtsklicke</em> oder <em>ich klicke rechts</em>? Diese Frage stellt sich bei <em>rechtsklicken</em> auch für die Befehlsform, die man in Anleitungen u. Ä. häufiger antrifft:</p>
<blockquote><p>a) Rechtsklicken Sie auf das Objekt!<br />
b) Klicken Sie rechts auf das Objekt!<br />
c) Klicken Sie auf das Objekt rechts!</p></blockquote>
<p>Die meisten werden wohl einverstanden sein, dass für das Verb <em>rechtsklicken</em> nur die untrennbare Variante a) in Frage kommt.</p>
<p>Weshalb „klemmt“ die Formulierung aber trotzdem irgendwie? Das hat mit der Betonung zu tun. Das Verb <em>rechtsklicken</em> wird auf dem ersten Teil betont: <strong><em>rechts</em></strong><em>klicken</em>. Verben, die auf dem ersten Teil betont werden, sind normalerweise trennbar. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p><strong>ein</strong>laden: Laden Sie die Waren ein!<br />
ent<strong>lad</strong>en: Entladen Sie den Wagen!</p>
<p><strong>um</strong>fahren: Fahren sie den Kegel um!<br />
um<strong>fah</strong>ren: Umfahren Sie den Kegel!</p>
<p><strong>an</strong>klicken: Klicken Sie das Objekt an!<br />
ver<strong>klick</strong>en: Verklicken Sie sich nicht!<br />
<strong>rechts</strong>klicken: Rechtsklicken Sie auf das Objekt!</p></blockquote>
<p>Deshalb klingt die ungetrennte Befehlsform <em>Rechtsklicken Sie!</em> ungewohnt. Solche ungetrennten Formen kommen allerdings auch bei einigen anderen Verben vor, die auf dem ersten Wortteil betont werden. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Downloaden Sie hier unseren Katalog!<br />
Staubsaugen Sie die Teppiche regelmäßig!</p></blockquote>
<p>Der langen Rede kurzer Sinn: Gegen den Infinitiv <em>rechtsklicken</em> als fachsprachlichen Begriff gibt es wenig einzuwenden. Es ist auch nicht „verboten“, ungetrennte Formen wie <em>Rechtsklicken Sie!</em> oder <em>Rechtsklicke!</em> zu verwenden. Sie klingen für viele eher ungewohnt, aber sie sind nicht grundsätzlich falsch. Stilistisch gesehen würde ich aber trotzdem in den meisten Fällen eine etwas wortreichere Formulierung verwenden:</p>
<blockquote><p>Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Objekt!</p></blockquote>
<p>Dasselbe gilt übrigens auch für <em>doppelklicken</em> &#8230;</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Null Punkte, zéro point</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/11/06/null-punkte-zero-point/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 11:24:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Zahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Bemerkung Das Plural-/Singularthema im Blog rief mir in Erinnerung, dass es in unterschiedlichen Sprachen unterschiedliche Verwendungen des Numerus gibt. Im Deutschen sagt man zum Beispiel „null Punkte“, im Französisch jedoch „zéro point“, also ohne Plural-s. Erst wenn man diese beiden Formen nebeneinander sieht, fällt einem auf, dass die französische Form „logischer“ ist, wir uns aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bemerkung</strong></p>
<p>Das <a href="   http://canoo.net/blog/2011/10/21/eineinhalb-pfund-erbsen-singular-oder-plural/ ">Plural-/Singularthema im Blog</a> rief mir in Erinnerung, dass es in unterschiedlichen Sprachen unterschiedliche Verwendungen des Numerus gibt. Im Deutschen sagt man zum Beispiel „null Punkte“, im Französisch jedoch „zéro point“, also ohne Plural-s. Erst wenn man diese beiden Formen nebeneinander sieht, fällt einem auf, dass die französische Form „logischer“ ist, wir uns aber am deutschen Gebrauch nie an der „unlogischen“ Form gestört haben respektive stören.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr H.,</p>
<p>tatsächlich ein bemerkenswerter Unterschied. Während wir ausschweifend pluralisch mit <em>null Punkten</em> unzufrieden und mit <em>null Fehlern</em> zufrieden sind, ärgern oder freuen sich die Französischsprachigen bescheiden singularisch über <em>zéro point </em>und <em>zéro faute</em>. Wir stören uns wahrscheinlich deshalb nicht am Plural, weil er gar nicht so unlogisch ist. Wenn man <em>null</em> mit <em>kein</em> gleichsetzt, sieht man, dass beides etwa gleich sinnvoll ist:</p>
<blockquote><p>Sie haben keinen Punkt erhalten.<br />
Sie haben keine Punkte erhalten.</p></blockquote>
<p>Ganz einfach gesagt: Wenn nichts da ist, macht es nicht so viel aus, ob eine Einzahl oder eine Mehrzahl fehlt. Warum wir allerdings nach <em>null</em> immer die Mehrzahl wählen, ist eine Frage, die ich leider nicht zu beantworten weiß.</p>
<p>Wir sind allerdings nicht die einzigen, die hier den Plural dem Singular vorziehen. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>en: <em>zero points</em> (Sing. = <em>point</em>)<br />
it: <em>zero punti </em>(Sing. = <em>punto</em>)<br />
sp: <em>cero puntos</em> (Sing. = <em>punto</em>)<br />
nl: <em>nul punten</em> (Sing. = <em>punt</em>)<br />
pl: <em>zero punktów</em> (Sing. = <em>punkt</em>)</p></blockquote>
<p>Das Französische steht also mit dem Singular <em>zéro point</em> schon ein bisschen allein da.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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