4. März 2010 um 12:59
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Autor: Dr. Bopp
Frage
Bei uns in der Redaktion ist gerade Streit ausgebrochen in Bezug auf die Bindestrich-Regel bei Eigennamen. Es gibt zum Beispiel eine Veranstaltung namens Intel Friday Night Games. Schreibt man nun Intel Friday Night Games-Teilnehmer oder Intel-Friday-Night-Games-Teilnehmer?
Antwort
Sehr geehrter Herr S.,
nach den amtlichen Regeln müssen Sie zwischen allen Teilen der Zusammensetzung Bindestriche verwenden:
der Intel-Friday-Night-Games-Teilnehmer
Wenn eine Zusammensetzung eine mehrteilige Wortgruppe enthält, werden alle Teile der Zusammensetzung mit Bindestrichen verbunden. Das gilt auch dann, wenn der erste Teil ein mehrteiliger Eigenname ist. Weitere Beispiele:
die Van-Gogh-Ausstellung
die Vincent-van-Gogh-Ausstellung
der Tour-de-France-Gewinner
die Rio-de-la-Plata-Mündung
das Einstürzende-Neubauten-Album
eine iPod-Touch-Applikation
Windows-7-Benutzer
Big-Brother-Fans und Gute-Zeiten-schlechte-Zeiten-Zuschauer
Sehen Sie hierzu auch diese Regel und diese Regel.
Wenn Ihnen all diese Bindestriche in Intel-Friday-Night-Games-Teilnehmer nicht gefallen, gibt es noch eine andere Formulierung, die stilistisch sogar ein bisschen besser und auch etwas leserfreundlicher ist:
Teilnehmer an den Intel Friday Night Games
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bopp
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9. Februar 2010 um 18:38
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Autor: Dr. Bopp
Frage
Schreibt man Ordinalzahlen über 1000, wenn Sie in Ziffern dargestellt werden, mit einem Punkt (1000.) oder mit einem Buchstabenzusatz (1000ste)? Gibt es dafür eine Regel?
Antwort
Sehr geehrter Herr R.,
grundsätzlich werden in Ziffern geschriebene Ordnungszahlen durch einen Punkt gekennzeichnet. Es gibt keine Sonderregel für große Zahlen. Also:
der 1000. Besucher
die 15 000. Anfrage
das 100 000. Auto
Die Schreibung mit -ste ist nach der amtlichen Rechtschreibregelung nicht vorgesehen. Sie ist aber auch nicht ausdrücklich ausgeschlossen und kommt relativ häufig vor. Wenn man sie verwendet, sollte die Endung -ste direkt, also ohne Bindestrich, mit der Zahl verbunden werden:
der 1000ste Besucher
die 15 000ste Anfrage
das 100 000ste Auto
Am besten gefällt mir allerdings immer wieder die ausgeschriebene Variante. Gerade bei runden Zahlen ist das Wörterlesen mindestens so einfach wie das Nullenzählen:
der tausendste Besucher
die fünfzehntausendste Anmeldung
das hunderttausendste Auto
Wenn Sie eine Schreibung mit Ziffern verwenden wollen oder müssen, empfehle ich Ihnen, der amtlichen Regelung zu folgen und einen Punkt zu verwenden:
1000.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bopp
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2. Februar 2010 um 12:56
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Autor: Dr. Bopp
Frage
Heißt es Frühstück auf Amerikanisch (wie Rede auf Deutsch) oder Frühstück auf amerikanisch?
Antwort
Sehr geehrte Frau M.,
gehen wir einmal davon aus, dass Sie ein Frühstück nach amerikanischer Art und nicht das amerikanische Wort für Frühstück meinen. Dann scheint die Frage nach der Groß- oder Kleinschreibung nicht eindeutig geklärt zu sein. Ich finde jedenfalls nirgendwo eindeutige Angaben dazu. Meine Empfehlung lautet:
Frühstück auf amerikanisch
Liebe auf italienisch
einparken auf französisch
Scheidung auf katholisch
Wenn mit der Verbindung von auf und einem unflektiertem Adjektiv die Art und Weise gemeint ist, sollte man kleinschreiben. Dies gilt auch zum Beispiel für die umgangssprachliche Wendung auf cool machen. Ich stütze mich dabei auf diese Rechtschreibregel.
Wenn eine Sprache gemeint ist, schreibt man aber nach auf tatsächlich groß (Regel):
ein Rede auf Deutsch halten
Wie heißt Frühstück auf Amerikanisch?
Wie sagt man Liebe auf Italienisch?
einparken auf Französisch
Man schreibt also einparken auf Französisch, wenn es darum geht, wie das Wort im Französischen lautet (se garer). Mit einparken auf französisch ist die Art und Weise gemeint, wie man in Frankreich einparkt (hinten ein bisschen schubsen, vorne etwas schieben – voilà! – schon ist der Wagen perfekt geparkt).
Diese an Haarspalterei grenzende Unterscheidung lässt sich m. E. damit begründen, dass es das Substantiv das Französisch als Sprachbezeichnung gibt, nicht aber als Bezeichnung der Art und Weise.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bopp
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28. Januar 2010 um 13:24
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Autor: Dr. Bopp
Heute wieder einmal ein Dauerbrenner im Bereich der Groß- und Kleinschreibung:
Frage
Schreibt man: herzlich willkommen oder herzlich Willkommen?
Antwort
Sehr geehrte Frau S.,
auch wenn man es sehr oft und vielerorts anders liest, sollte man immer und überall schreiben:
Herzlich willkommen!
Diese Formulierung steht nämlich für: „Seien Sie herzlich willkommen!“ Das Wort willkommen ist hier ein Adjektiv, das man entsprechend kleinschreibt. Vergleichen Sie die folgenden Sätze.
Sie sind ein willkommener Gast.
Seien Sie herzlich willkommen!
Herzlich willkommen!
Die Großschreibung ist aber nicht völlig ausgeschlossen. Wenn willkommen als Substantiv verwendet wird, schreibt man es groß:
Ein herzliches Willkommen!
Mehr zum Wort willkommen finden Sie auf dieser Rechtschreibseite und in einem älteren Blogeintrag.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bopp
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19. Januar 2010 um 18:17
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Autor: Dr. Bopp
Frage
Das Wort “darüberhinaus” fehlt in CanooNet und ich denke, es sollte wohl drin sein. In der Kombination “darüberhinausgehend” ist es zu finden. Einfach zu Ihrer Information.
Antwort
Sehr geehrte Frau W.,
vielen Dank für Ihren Hinweis! In diesem Fall sind unsere Angaben allerdings richtig.
Das Wort darüberhinaus kommt nicht in unserem Wörterbuch vor, weil man hier nach der amtlichen Rechtschreibregelung getrennt schreiben muss: darüber hinaus. Zum Beispiel:
bis in die Unendlichkeit und darüber hinaus
Darüber hinaus finden Sie hier Informationen zu weiteren Veranstaltungen.
Angaben, die darüber hinausgehen
alles, was darüber hinausführt
Sehen Sie auch die Rechtschreibangaben zum Wort darüber.
Bei darüberhinausgehend handelt es sich nicht um eine Kombination von darüberhinaus und gehend, sondern von darüber und hinausgehend. Man kann es getrennt oder zusammenschreiben:
darüber hinausgehende Angaben
darüberhinausgehende Angaben
(Sehen Sie auch darüberhinaus und die entsprechende Rechtschreibregel)
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bopp
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30. Dezember 2009 um 11:21
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Autor: Dr. Bopp
Dieser Eintrag kommt eigentlich zu spät, denn die Rückblicke, Bestenlisten und Aufzählungen der unterschiedlichsten Höhepunkte des sich dem Ende neigenden Jahrzehnts sind ja schon fast alle zusammengestellt und veröffentlicht worden. Mir fällt dabei unter anderem auf, dass eine Frage, die viele am Anfang dieses Jahrhunderts beschäftigte, beantwortet zu sein scheint: Wie nennt man die Jahre des ersten Jahrzehnts eines Jahrhunderts? In sehr vielen Rückblicken findet man dafür das Wort Nullerjahre.
Die Nullerjahre. Ich finde es kein besonders schönes Wort – doch das ist reine Geschmackssache. Es ist ein praktisches Wort. Es bezeichnet ziemlich genau das, was gemeint ist, und es fügt sich problemlos in den Wortschatz des Deutschen ein. Die Siebzigerjahre, die Achtzigerjahre, die Neunzigerjahre – in diese Reihe passen die Nullerjahre ausgezeichnet. Auch strengste Anglizismenjäger können nichts daran auszusetzen haben. Es findet sich bestimmt jemand, der „logische“ oder andere Einwände gegen diese Wortschöpfung hat, doch seit über die Sprache nachgedacht, gesprochen und geschrieben wird, hat es wohl noch nie eine sprachliche Neuerung gegeben, gegen die niemand etwas einzuwenden gehabt hätte. Die Nullerjahre sind also ganz zu Recht auf dem Weg, sich durchzusetzen.
Eigentlich wollte ich nur ganz kurz etwas zur Rechtschreibung sagen. Während man sehr oft ganz richtig die Nullerjahre liest, begegnet man auch hin und wieder anderen Schreibungen wie die Nuller-Jahre und die Nuller Jahre. Die erste Schreibung enthält einen unnötigen, aber nicht grundsätzlich falschen Bindestrich. Die zweite Schreibung ist falsch. Wenn Nuller ein Substantiv ist, muss es mit Jahre zusammengeschrieben werden: die Nullerjahre. Wenn man es als vorangestelltes Adjektiv interpretierte, müsste es wie zum Beispiel achtziger kleingeschrieben werden: die nuller Jahre (vgl. achtziger Jahre). Sie schreiben also am besten in den Nullerjahren des 21. Jahrhunderts (oder, wie ich es rein stilistisch vorziehe, im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts).
Guten Rutsch in die Zehnerjahre und ein glückliches neues Jahr!
Dr. Bopp
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28. Dezember 2009 um 12:54
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Autor: Dr. Bopp
Auch zwischen Weihnachten und Silvester sind wir für Sie da. Die Besucherzahlen auf CanooNet zeigen zwar jedes Jahr, dass das Interesse an sprachlichen Fragen aus nicht völlig unbegreiflichen Gründen über die Feiertage auf einen absoluten Tiefpunkt sinkt, aber wir möchten ja die wenigen verbleibenden Interessierten nicht gänzlich vor dem Nichts stehen lassen. Deshalb hier eine Frage zum Wort nichts:
Frage
„Wegen Nichts bekommt er einen vor den Kopf.“
Meine Frage zum Wort nichts: Ist im Beispielsatz nur die Kleinschreibung nichts erlaubt oder wäre auch die Großschreibung Nichts möglich?
Antwort
Sehr geehrter Herr E.,
hier ist nur die Kleinschreibung richtig:
Wegen nichts bekommt er einen vor den Kopf.
Ebenso:
…, weil nichts und niemand uns aufhalten kann.
alles oder nichts
Danke für nichts!
mit nichts zufrieden sein
Man kann ihm nichts erzählen, ohne dass es nachher das ganze Dorf weiß.
Das Pronomen nichts schreibt man also grundsätzlich klein. Man muss allerdings großschreiben, wenn nichts als Substantiv verwendet wird. Das ist dann der Fall, wenn es von einem Artikelwort begleitet wird. Zum Beispiel:
Wegen eines Nichts bekommt er einen vor den Kopf.
vor dem Nichts stehen
aus dem Nichts erscheinen
Sehen Sie auch die Angaben zur Rechtschreibung von nichts im CanooNet-Wörterbuch.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bopp
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15. Dezember 2009 um 10:36
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Autor: Dr. Bopp
Eine häufiger gestellte Frage, die ausnahmsweise einmal (fast) ohne Wenn und Aber zu beantworten ist:
Frage
Jetzt, zu Weihnachten, möchten wir uns bei allen Kolleginnen und Kollegen bedanken. Da die Wörter Kolleginnen und Kollegen im Text nicht noch einmal vorkommen sollen, lautet der Satz: „Wir möchten uns bei allen für das Engagement bedanken.“ Nun kam die Frage auf, ob allen groß- oder kleingeschrieben wird?
Antwort
Sehr geehrter Herr B.,
man schreibt alle/alles immer klein. Es wird nur in der Wendung sein Ein und (sein) Alles sowie natürlich am Satzanfang und wie oben als erstes Wort in einer Überschrift großgeschrieben. Ihr Satz ist also richtig geschrieben:
Wir möchten uns bei allen für das Engagement bedanken.
Ebenso zum Beispiel:
Hast du alle informiert?
Ich habe mit allen geredet.
Wenn alle nur noch Hbf. verstehen
Die Kleinschreibung gilt also auch dann, wenn alle sich auf Personen bezieht. Sie gilt sogar dann, wenn man sich direkt in der Höflichkeitsform an mehrere Personen richtet:
Wir danken Ihnen allen für Ihren Einsatz
Ich möchte Sie alle herzlich einladen …
Sehen Sie auch diese Seiten zur Rechtschreibung von alle und zur Kleinschreibung von Pronomen im Allgemeinen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bopp
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8. Dezember 2009 um 12:15
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Autor: Dr. Bopp
Frage
Wie schreibt man 25 er Packung korrekt?
Antwort
Sehr geehrter Herr J.,
man schreibt
Fünfundzwanzigerpackung
oder abgekürzt mit Ziffern
25er-Packung
So einfach kann es manchmal sein! Die entsprechende Rechtschreibregel finden Sie hier. Weitere Beispiele:
| Sechserpackung |
6er-Packung |
| im Zehnerpack |
im 10er-Pack |
| das Zwölfersystem |
das 12er-System |
|
die 68er-Generation |
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bopp
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24. November 2009 um 13:11
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Autor: Dr. Bopp
Frage
Heute benötige ich wieder einmal Ihre Hilfe beim schwierigen Thema Bindestriche! Wie verhält es sich bei Kombinationen aus englischen (oder schon eingedeutschten) und deutschen Wörtern? Bisher habe ich sie immer mit Bindestrich geschrieben, bin aber mittlerweile bei bestimmten Begriffen verunsichert. Können Sie weiterhelfen? Hier ein paar Beispiele aus meinen Texten: Personal-Management, Software-Modul, Ressourcen-Planer, Team-Besprechung.
Antwort
Sehr geehrte Frau P.,
Zusammensetzungen von oder mit Fremdwörtern – auch aus dem Englischen – werden im Prinzip gleich geschrieben wie „normale“ Zusammensetzungen: zusammen. Sie schreiben also am besten:
Personalmanagement
Softwaremodul
Ressourcenplaner
Teambesprechung
Bei langen und unübersichtlichen fremdsprachigen Nomen-Nomen-Verbindungen KANN man Bindestriche verwenden, um die Lesbarkeit zu erhöhen. Zum Beispiel:
Desktopmanagement o. Desktop-Management
Hardcovereinband o. Hardcover-Einband
Sciencefiction o. Science-Fiction
Sciencefictionautorin o. Science-Fiction-Autorin (o. Sciencefiction-Autorin)
Die Schreibungen mit Bindestrich sind also auch bei Ihren Beispielen nicht grundsätzlich falsch. Falsch wäre hier aber die auch immer öfter anzutreffende Getrenntschreibung!
Es liegt an Ihnen, wann Sie eine Verbindung für so unübersichtlich halten, dass ein Bindestrich angebracht ist. Ich finde, dass man den Lesern oft viel längere Wörter zumuten kann, als allgemein gedacht wird. Meine Empfehlung ist deshalb: Gehen Sie sparsam mit dem Bindestrich um! So würde ich in keinem Ihrer eingangs genannten Beispiele einen Bindestrich verwenden.
Die entsprechenden Rechtschreibregeln und noch mehr zum Thema Fremdwörter und Bindestrich finden Sie hier und hier.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bopp
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