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	<title>Fragen Sie Dr. Bopp! &#187; Rechtschreibung</title>
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	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
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		<title>Die 24-Volt-Spannung und die 25-Grad-Grenze</title>
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		<pubDate>Mon, 21 May 2012 12:02:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Abkürzung]]></category>
		<category><![CDATA[Bindestrich]]></category>
		<category><![CDATA[Zahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die elektrische Spannung und die Temperaturgrenze stehen nur deshalb gemeinsam im Titel, weil beide mit Bindestrichen geschrieben werden. Heute geht es nämlich um eine zwar recht einfach zu beantwortende, aber trotzdem immer wieder auftauchende Rechtschreibfrage: Frage Gerne würde ich wissen, wie man Zusammensetzungen wie „24 V Spannung“ und „24 Volt Spannung“ schreibt. Mit Bindestrichen, Leerstellen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die elektrische Spannung und die Temperaturgrenze stehen nur deshalb gemeinsam im Titel, weil beide mit Bindestrichen geschrieben werden. Heute geht es nämlich um eine zwar recht einfach zu beantwortende, aber trotzdem immer wieder auftauchende Rechtschreibfrage:</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Gerne würde ich wissen, wie man Zusammensetzungen wie „24 V Spannung“ und „24 Volt Spannung“ schreibt. Mit Bindestrichen, Leerstellen oder zusammen?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag,</p>
<p>in Zusammensetzungen mit Ziffern und Abkürzungen verwendet man Bindestriche. Für Ihr Beispiel bedeutet dies, das wie folgt geschrieben wird:</p>
<blockquote><p>die 24-Volt-Spannung<br />
die 24-V-Spannung</p></blockquote>
<p>Die entsprechende Regel finden Sie <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Bindestrich/Einzelzeichen.html#Anchor-Zusammensetzungen-33869">hier</a>. Man schreibt also zum Beispiel auch:</p>
<blockquote><p>die 100-Jahr-Feier<br />
der 80-Meter-Lauf <em>oder </em>der 80-m-Lauf<br />
der 5-Liter-Kanister <em>oder</em> der 5-l-Kanister<br />
der 6-Zylinder-Motor<br />
das 2.-Klasse-Abteil <em>oder</em> das 2.-Kl.-Abteil<br />
der ¾-Takt</p></blockquote>
<p>Oft ist natürlich auch die Schreibung in Worten möglich (und meiner Meinung nach zu empfehlen, denn auch längere Wörter sind oft ohne Bindestriche gut lesbar und ergeben ein ruhigeres Schriftbild – doch das ist wohl eher eine Geschmacksfrage):</p>
<blockquote><p>Hundertjahrfeier<br />
Achtzigmeterlauf<br />
Fünfliterkanister<br />
Sechszylindermotor<br />
Dreivierteltakt</p></blockquote>
<p>Wenn das Thermometer die richtige Temperatur anzeigt, haben wir hier soeben die 25-Grad-Grenze überschritten!</p>
<p>Mit sonnigen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
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		<title>Regelmässig trennen</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/04/25/regelmaessig-trennen/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 10:20:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>
		<category><![CDATA[Silbentrennung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Sie denken, im Titel einen Fehler entdeckt zu haben, stimmt das nur bedingt.  Es geht heute um eine Frage, die mich hin und wieder aus der Schweiz erreicht. In der schweizerischen Rechtschreibung gibt es das ß (Eszett) ja nicht. Man verwendet immer ss. Manchmal stellt sich dann am Zeilenende die Frage, wie dieses anstelle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Sie denken, im Titel einen Fehler entdeckt zu haben, stimmt das nur bedingt.  Es geht heute um eine Frage, die mich hin und wieder aus der Schweiz erreicht. In der schweizerischen Rechtschreibung gibt es das <em>ß</em> (Eszett) ja nicht. Man verwendet immer<em> ss</em>. Manchmal stellt sich dann am Zeilenende die Frage, wie dieses anstelle von <em>ß</em> verwendete <em>ss </em>zu trennen ist. Wie also trennt man <em>regelmäßig</em>, wenn man <em>regelmässig</em> schreibt?</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Können Sie mir bitte die korrekte Trennung von „regelmässig“ sagen. Im Duden finde ich nur die deutsche Schreibweise.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau W.,</p>
<p>wenn man <em>ss</em> statt <em>ß</em> schreibt, trennt man <em>ss</em> gleich wie andere Doppelkonsonanten:</p>
<blockquote>
<table border="0" cellspacing="2" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td>re-gel-mäs-sig</td>
<td>(re-gel-mä-ßig)</td>
</tr>
<tr>
<td>schweis-sen</td>
<td>(schwei-ßen)</td>
</tr>
<tr>
<td>Straus-sen-fe-der</td>
<td>(Strau-ßen-fe-der)</td>
</tr>
<tr>
<td>gros-se Füs-se</td>
<td>(gro-ße Fü-ße)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>und</p>
<blockquote>
<table border="0" cellspacing="2" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td>schweiss-te</td>
<td>(schweiß-te)</td>
</tr>
<tr>
<td>scheuss-lich</td>
<td>(scheuß-lich)</td>
</tr>
<tr>
<td>Fleiss-ar-beit</td>
<td>(Fleiß-ar-beit)</td>
</tr>
<tr>
<td>klei-ne Füss-chen</td>
<td>(kleine Füß-chen)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Die entsprechende Regel finden Sie <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Trennung/Einfache.html#Anchor-Einfache-11481  ">hier</a> (unter „x, ss und ß“).</p>
<p>Das war früher, das heißt vor der Rechtschreibreform, übrigens anders. Damals war man „offiziell“ gehalten, für <em>ß </em>stehendes<em> ss </em>gemeinsam abzutrennen (<em>re-gel-mä-ssig</em>). Wahrscheinlich haben sich aber nur wenige an diese Regel gehalten – sofern sie überhaupt bekannt war. Die mit der Reform eingeführte Änderung ist kaum jemandem aufgefallen, geschweige denn, dass es zu Protesten gekommen wäre. Man trennt in der Schweiz heute also nicht nur in der Praxis, sondern auch mit offzieller „Genehmigung“ der Rechtschreibregelung <em>re-gel-mäs-sig</em>.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>NS: Leser und Leserinnen, die diese schweizerische Schreibgewohnheit nicht kennen, und sich nun vielleicht fragen, wie man überhaupt ohne <em>ß</em> auskommen kann, verweise ich auf den schon etwas älteren Blogeintrag <a href="http://canoo.net/blog/2008/09/11/die-mase-und-die-masse-in-der-schweiz/">„Die Maße und die Masse in der Schweiz“</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Siehe und sieh!</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/04/17/siehe-und-sieh/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 16:37:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Typographie]]></category>
		<category><![CDATA[groß/klein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation]]></category>
		<category><![CDATA[Satzzeichen]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage In unserem Arbeitsalltag als technische Übersetzer stolpern wir oft über Querverweise auf Abbildungen, Tabellen usw. mit dem kleinen Wörtchen „siehe“. Wird dieses groß- oder kleingeschrieben oder gibt es keine wirkliche Konvention. Zum Beispiel: „Die Warnleuchte befindet sich auf der Rückseite des Deckels (siehe/Siehe Abbildung 3 auf Seite 7).“ Und wie verhält es sich mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>In unserem Arbeitsalltag als technische Übersetzer stolpern wir oft über Querverweise auf Abbildungen, Tabellen usw. mit dem kleinen Wörtchen „siehe“. Wird dieses groß- oder kleingeschrieben oder gibt es keine wirkliche Konvention. Zum Beispiel: „Die Warnleuchte befindet sich auf der Rückseite des Deckels (siehe/Siehe Abbildung 3 auf Seite 7).“ Und wie verhält es sich mit den Punkten?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr P.,</p>
<p>eine allgemeingültige Regelung gibt es meines Wissens nicht, aber die folgenden Schreibweisen kommen häufig vor und sind recht praktisch:</p>
<p>Der Verweis wird oft in Klammern gesetzt. Man schreibt <em>siehe</em> dann klein und verwendet direkt nach dem Verweis keinen Punkt:</p>
<blockquote><p>Die Warnleuchte befindet sich auf der Rückseite des Deckels (siehe Abbildung 3, Seite 7). Sie wird mit Schalter C bedient.<br />
Die Warnleuchte befindet sich auf der Rückseite des Deckels (siehe Abbildung 3, Seite 7) und wird mit Schalter C bedient.<br />
Die Warnleuchte befindet sich auf der Rückseite des Deckels (siehe Abbildung 3, Seite 7), wo auch der Schalter C zu finden ist.</p></blockquote>
<p>Man kann dem Verweis auch etwas mehr Gewicht geben, indem man ihn nicht in Klammern setzt, sondern nach einem Punkt separat aufführt. Auch dann verwendet man üblicherweise kein Ausrufezeichen, obwohl es sich bei <em>siehe</em> um eine Art Befehlsform des Verbs <em>sehen</em> handelt.</p>
<blockquote><p>Die Warnleuchte befindet sich auf der Rückseite des Deckels. Siehe Abbildung 3 auf Seite 7.</p></blockquote>
<p>Weiter gibt es noch die folgende Art des Verweises. Man beachte, dass hier zwischen dem eigentlichen Verweis und demjenigen, wozu der Verweis angegeben wird, kein Komma steht (nein, auch nicht vor <em>siehe</em> im ersten Beispiel!):</p>
<blockquote><p>Für die Montage der Warnleuchte siehe Anleitung B auf Seite 7.<br />
Siehe Anleitung B auf Seite 7 für die Montage der Warnleuchte.</p></blockquote>
<p>Dies sind nicht die einzig möglichen Schreibweisen, aber mit diesen einfachen „Regeln“ bin ich bis jetzt immer gut gefahren.</p>
<p>Wenn wir schon dabei sind, hier noch ein paar Worte zur Form: <em>siehe</em> mit <em>e</em> steht nur in Verweisen und Ausrufen:</p>
<blockquote><p>Siehe Seite 7.<br />
Siehe da, es funktioniert!<br />
Und siehe, ein Engel des Herrn erschien.</p></blockquote>
<p>Die „gewöhnliche“ Befehlsform von <em>sehen</em> ist <em>sieh </em>ohne<em> e:</em></p>
<p><em> </em></p>
<blockquote><p><em> </em>Sieh mich bitte an!<br />
Sieh dir den Text noch einmal an!<br />
Sieh her und sei ruhig!</p></blockquote>
<p>Noch eine allerletzte Bemerkung und dann werde ich wirklich ruhig sein: Auch wenn die Befehlsform <em>sieh!</em> kein <em>e</em> am Schluss hat, kommt sie ganz <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Interpunktion/Apostroph.html#Anchor-Kein-45656">ohne Apostroph</a> aus!</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Der Bindestrich beim Golfen</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/04/04/der-bindestrich-beim-golfen/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 15:27:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Bindestrich]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdwörter]]></category>
		<category><![CDATA[getrennt/zusammen]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Ich schlage mich gerade mit Golfvokabular herum und bin etwas erstaunt, wie wenig davon in gängigen Nachschlagewerken zur deutschen Sprache zu finden ist. So gerate ich bereits bei Schreibungen von „Hole-in-one“ oder „Driving-Range“ ins Grübeln, was hier denn korrekt wäre. Ich bin hier nicht sicher, ob „driving“ als Partizip einzustufen ist oder nicht [...]. Können [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Ich schlage mich gerade mit Golfvokabular herum und bin etwas erstaunt, wie wenig davon in gängigen Nachschlagewerken zur deutschen Sprache zu finden ist. So gerate ich bereits bei Schreibungen von „Hole-in-one“ oder „Driving-Range“ ins Grübeln, was hier denn korrekt wäre. Ich bin hier nicht sicher, ob „driving“ als Partizip einzustufen ist oder nicht [...]. Können Sie mir weiterhelfen? Auch anspruchsvolle Zeitungen sind sich hier leider nicht immer einig &#8230;</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr F.,</p>
<p>es gibt kaum einen Bereich in der Rechtschreibung, bei dem durch die Rechtschreibregelung vorgeschriebene Schreibungen und wirklich vorkommende Schreibungen so häufig nicht übereinstimmen: Mehrwortbegriffe aus dem Englischen. Es kann deshalb vorkommen, dass man gewisse Begriffe sehr viel öfter in nicht standardgemäßer als in „korrekter“ Schreibung antrifft.</p>
<p>Wenn die Golfbegriffe nicht als Zitatwörter aus dem Englischen gemeint sind (dies ist eigentlich schon eine Art ein „Gummiparagraph“), müssen Sie wie folgt geschrieben werden:</p>
<blockquote><p>Hole-in-one<br />
Driving-Range <em>oder</em> Drivingrange</p></blockquote>
<p>Man kann <em>driving</em> nicht als adjektivisch verwendetes Partizip ansehen, weil es sich hier nicht um eine „drivende Range“, sondern um eine „Range für das Driven“ handelt (engl. nicht so etwas wie <em>range that is driving</em>, sondern <em>range for [the] driving</em>). Man sollte deshalb wie zum Beispiel bei <em>Swimmingpool</em>, <em>Shoppingcenter</em> und <em>Chewinggum</em> zusammen- oder mit einem verdeutlichenden Bindestrich schreiben. Das gilt auch für zum Beispiel die folgenden Golfbegriffe:</p>
<blockquote><p>Putting-Green <em>oder.</em> Puttinggreen <em>resp.</em> Putting-Grün <em>oder</em> Puttinggrün<br />
Pitching-Green <em>oder</em> Pitchinggreen <em>resp</em>. Pitching-Grün <em>oder</em> Pitchinggrün</p></blockquote>
<p>Siehe die <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Getrennt-zusammen/Nomen.html#Anchor-Die-47857">Regel für die Zusammenschreibung</a> und die <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Bindestrich/Fremdwort.html#Anchor-Nomen-49575">Regel für die Schreibung mit Bindestrich</a>.</p>
<p>Soweit also die nach der Rechtschreibregelung korrekten Schreibweisen. Wundern Sie sich aber nicht, wenn Sie – wie eingangs gesagt – sehr häufig andere, sich mehr nach dem englischen Original richtende Schreibungen antreffen!</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Komma, Ergänzungsstrich und Gazanien</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/03/21/komma-ergaenzungsstrich-und-gazanien/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/03/21/komma-ergaenzungsstrich-und-gazanien/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 Mar 2012 12:27:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Komma]]></category>

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		<description><![CDATA[Kommafragen gehören zu Ihren Lieblingsfragen. Das Wort „Lieblingsfragen“ ist wahrscheinlich falsch gewählt. Dass viele Ihrer Fragen den Beistrich betreffen, liegt wohl nicht daran, dass Sie das Komma so mögen, sondern vielmehr daran, dass die Kommasetzung im Deutschen so komplex ist. Während andere Sprachen mit dreieinhalb Regeln auskommen (Über- und Untertreibungen dieser Art sind in Blogs [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kommafragen gehören zu Ihren Lieblingsfragen. Das Wort „Lieblingsfragen“ ist wahrscheinlich falsch gewählt. Dass viele Ihrer Fragen den Beistrich betreffen, liegt wohl nicht daran, dass Sie das Komma so mögen, sondern vielmehr daran, dass die Kommasetzung im Deutschen so komplex ist. Während andere Sprachen mit dreieinhalb Regeln auskommen (Über- und Untertreibungen dieser Art sind in Blogs gestattet), benötigt die amtliche deutsche Rechtschreibregelung acht Paragraphen (§§ 71-79), um dieses Satzzeichen zu bändigen. Acht Paragraphen sind eigentlich nicht viel. Wenn man aber genauer hinschaut, sieht man, dass diese acht Paragraphen insgesamt in ungefähr vierzig(!) Abschnitte und Ausnahmebestimmungen unterteilt sind. Dann wird klarer, warum Sie – und auch ich – des Öfteren nicht mehr wissen, ob ein Komma gesetzt werden muss oder nicht. Ob die Rechtschreibreform die Kommasetzung vereinfacht hat, weiß ich nicht. Wenn ja, war es eine relative „Vereinfachung“ in dem Sinne, dass schrecklich kompliziert einfacher ist als ungeheuerlich kompliziert.</p>
<p>Klagen hilft nichts. Wer korrekt schreiben will, muss sich mit der Beistrichregelung herumschlagen. Irgendwie sind wir ja auch selbst schuld, denn die Deutschsprechenden und -schreibenden wollen immer ganz genau wissen, was richtig und was falsch ist. Gründlichkeit hat ihren Preis. Wären wir bereit, einen lockereren Umgang mit dem Komma zu akzeptieren, kämen vielleicht auch wir mit dreieinhalb Kommaregeln aus.</p>
<p>Wie dem auch sei: Falls Sie einmal nicht weiterkommen, fragen Sie Dr. Bopp! Ich werde versuchen, eine befriedigende Antwort zu finden. Das hat auch Herr W. getan. Diesmal war die Antwort sogar relativ einfach und entsprechend kurz:</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Ich hätte eine Frage zur Kommasetzung an Sie. Schreibt man:</p>
<blockquote><p>Paris ist bald nicht mehr 18 Flug- sondern nur noch vier Autostunden entfernt.</p></blockquote>
<p>oder:</p>
<blockquote><p>Paris ist bald nicht mehr 18 Flug-, (!) sondern nur noch vier Autostunden entfernt.</p></blockquote>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr W.,</p>
<p>vor der Konjunktion <em><a href="http://www.canoo.net/spelling/sondern&amp;features=(Cat+Conjunct)">sondern</a></em> steht immer ein Komma. Das gilt auch dann, wenn vor <em>sondern</em> ein Wort mit einem Ergänzungsstrich steht:</p>
<blockquote><p>Paris ist bald nicht mehr 18 Flug-, sondern nur noch vier Autostunden entfernt.</p></blockquote>
<p>In Aufzählungen u. Ä. kann ganz allgemein ein Komma auf einen Ergänzungsstrich folgen. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>auf Gemeinde-, Landes- und Bundesebene<br />
ein-, aus- und umräumen<br />
Es gibt ein-, aber auch mehrfarbige Blüten.</p></blockquote>
<p>Der letzte Beispielsatz stammt aus der Beschreibung einer <em>Gazanie</em> genannten Pflanzengattung. Ob Gazanien wirklich ein-, aber auch mehrfarbige Blüten haben, weiß ich eigentlich nicht. Ich weiß nur, dass nach <em>ein-</em> ein Komma stehen muss, wenn man diese Blumen so beschreibt. Rechtschreibung ist oft eine farblose Angelegenheit.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-7665" title="Gazanien" src="http://canoo.net/blog/wp-content/uploads/2012/03/gazanie.jpg" alt="" width="120" height="81" /></p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Frage, ob und wenn ja wo hier Kommas stehen müssten</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/02/22/ob-und-wenn-ja/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/02/22/ob-und-wenn-ja/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 07:48:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Komma]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Bitte helfen Sie mir bei der Kommasetzung [...] Wo werden (weitere) Kommas benötigt? Teilen Sie mir bitte mit, ob und wenn ja bis wann Sie die Texte schicken können. Antwort Sehr geehrter Herr T., es werden keine weiteren Kommas benötigt. Wenn man will, kann man allerdings zwei weitere Kommas einfügen. Wie ich zu diesem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Bitte helfen Sie mir bei der Kommasetzung [...] Wo werden (weitere) Kommas benötigt?</p>
<blockquote><p>Teilen Sie mir bitte mit, ob und wenn ja bis wann Sie die Texte schicken können.</p></blockquote>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr T.,</p>
<p>es werden keine weiteren Kommas benötigt. Wenn man will, kann man allerdings zwei weitere Kommas einfügen. Wie ich zu diesem Schluss komme, lässt sich über einige Schritte herleiten.</p>
<p>Es handelt sich bei dieser Formulierung um die Zusammenziehung zweier indirekter Fragen, die mit einem eingeschobenen formelhaft verkürzten Bedingungssatz garniert ist. Wenn wir auf die Zusammenziehung verzichten und den verkürzten Bedingungssatz weglassen, erhalten wir den folgenden Satz:</p>
<blockquote><p>Teilen Sie mir bitte mit, ob Sie die Texte schicken können und wann Sie die Texte schicken können.</p></blockquote>
<p>Vorläufig wird also weder vor dem <em>und</em> noch nach dem <em>und</em> ein Komma benötigt. Da der Satz so aber etwas seltsam ist, fügen wir nun den weggelassenen Bedingungssatz unverkürzt wieder ein:</p>
<blockquote><p>Teilen Sie mir bitte mit, ob Sie die Texte schicken können und, wenn die Antwort ja ist, wann Sie die Texte schicken können.</p></blockquote>
<p>Vor und nach dem eingeschobenen Nebensatz muss, wie man sieht, ein Komma stehen (vor <em>wenn</em> und nach <em>ist</em>).</p>
<p>Nun gehen wir in die umgekehrte Richtung und ziehen wieder zusammen. Wir lassen den zweimal vorkommenden Teil (<em>Sie die Texte schicken können</em>) im ersten Nebensatz weg:</p>
<blockquote><p>Teilen Sie mir bitte mit, ob und, wenn die Antwort ja ist, wann Sie die Texte schicken können.</p></blockquote>
<p>Als letzten Schritt verkürzen wir den eingeschobenen Nebensatz so, dass nur noch <em>wenn ja</em> von ihm übrig bleibt:</p>
<blockquote><p>Teilen Sie mir bitte mit, ob und, wenn ja, wann Sie die Texte schicken können.</p></blockquote>
<p>Der eingeschobene Nebensatz ist so sehr verkürzt, dass er als „formelhaft verkürzter Nebensatz“ gelten kann. Das hat zur Folge, dass man die abtrennenden Kommas auch weglassen darf (<a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Interpunktion/Komma/Nebensatz.html#Anchor-Bei-49575">Regel</a>):</p>
<blockquote><p>Teilen Sie mir bitte mit, ob und wenn ja wann Sie die Texte schicken können.</p></blockquote>
<p>Bei Formulierungen der Art <em>ob und wenn ja &#8230;</em> kann man also den Einschub <em>wenn ja</em> durch Kommas abtrennen, muss dies aber nicht tun. Die Anfangsfrage hätte also auch so gestellt werden können:</p>
<blockquote><p>Meine Frage lautet, ob und wenn ja wo weitere Kommas benötigt werden?<br />
Meine Frage lautet, ob und, wenn ja, wo weitere Kommas benötigt werden?</p></blockquote>
<p>Ich habe mich gefragt, ob und[,] wenn ja[,] an welchem Tag ich diese Frage im Blog erwähnen soll. Warum nicht gleich heute?</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Erstbeste und der erste Beste</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/01/31/die-erstbeste-und-der-erste-beste/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/01/31/die-erstbeste-und-der-erste-beste/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 13:31:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[groß/klein]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Wie schreibt man richtig? Sie glauben doch nicht, dass wir für diese Sache den Erstbesten anheuern. Sie glauben doch nicht, dass wir für diese Sache den erstbesten anheuern. Antwort Guten Tag J., richtig ist hier die Großschreibung: Sie glauben doch nicht, dass wir für diese Sache den Erstbesten anheuern! Das Adjektiv erstbeste wird genau [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Wie schreibt man richtig?</p>
<blockquote><p>Sie glauben doch nicht, dass wir für diese Sache den Erstbesten anheuern.<br />
Sie glauben doch nicht, dass wir für diese Sache den erstbesten anheuern.</p></blockquote>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag J.,</p>
<p>richtig ist hier die Großschreibung:</p>
<blockquote><p>Sie glauben doch nicht, dass wir für diese Sache den <em>Erstbesten</em> anheuern!</p></blockquote>
<p>Das Adjektiv <em>erstbeste</em> wird genau gleich wie <em>beste</em> und andere Adjektive behandelt. Wenn es vor einem Substantiv steht, schreibt man es klein:</p>
<blockquote><p>Was wäre gewesen, wenn Eva nur ein wenig nachgedacht hätte, statt die Ratschläge des <em>erstbesten</em> Reptils zu befolgen.<sup>1</sup><br />
Manche hängen ihre Fahnen nach dem <em>erstbesten</em> Wind.<sup>2</sup></p></blockquote>
<p>Wenn <em>erstbeste</em> allein steht, sich aber auf ein vorhergehendes oder nachfolgendes Substantiv bezieht, schreibt man ebenfalls klein, zum Beispiel in diesem unter anderem von Immobilienhändlern verwendeten „Motto“:</p>
<blockquote><p>Besser die beste Lage als die erstbeste!</p></blockquote>
<p>Großgeschrieben wird dann, wenn <em>erstbeste</em> als substantiviertes Adjektiv verwendet wird:</p>
<blockquote><p>Wir fragten den <em>Erstbesten</em>, dem wir auf der Straße begegneten.<br />
Lass dich doch nicht gleich mit der <em>Erstbesten</em> ein!<br />
Titanic – Das endgültige Satirebuch: Das <em>Erstbeste</em> aus 30 Jahren<sup>3</sup></p></blockquote>
<p>Man kann statt <em>erstbeste</em> auch <em>erste beste</em> verwenden. Dann sieht es mit der Groß- und Kleinschreibung wie folgt aus:</p>
<blockquote><p>Das Mädchen heiratet aus Ärger den <em>ersten besten</em> Mann, der ihr in den Weg gelaufen<sup>4</sup><span><br />
</span></p>
<p><span>Lieber die beste Lösung als die <em>erste beste</em>!</span></p>
<p><span>Wir fragten den <em>ersten Besten</em>, dem wir auf der Straße begegneten.<br />
Verlieb die nicht gleich in die <em>erste Beste</em>!</span></p></blockquote>
<p>Den schrecklichen Witz über die Mutter, die ihrer schwangeren Tochter vorwirft, mit dem Erstbesten das Bett geteilt zu haben, worauf diese erwidert, es sei weder der Erste noch der Beste gewesen, erwähne ich hier nur deshalb, weil er mir jedes Mal unweigerlich in den Sinn kommt, wenn es um das Wort <em>erstbeste</em> geht.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp<br />
<small><br />
<sup>1</sup> Anne Weber, <em>Im Anfang war</em>, Frankfurt 2000, Suhrkamp Verlag, S. 7<br />
<sup>2</sup> Tomte,<em> Das hier ist Fußball</em>, Album:<em> Ich sang die ganze Zeit von dir</em>, Grand Hotel van Cleef, 2006<br />
<sup>3</sup> Peter Knorr, Oliver Maria Schmitt, Martin Sonneborn, Mark-Stefan Tietze,  (Hg.) u.a., <em>Titanic – Das endgültige Satirebuch: Das Erstbeste aus 30 Jahren</em>, Rowohlt Verlag, 2009<br />
<sup>4</sup> Heinrich Heine, <em>Ein Jüngling liebt ein Mädchen</em>, in: <em>Buch der Lieder</em>, 1827</small></p>
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		<title>Scheiß und super</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/01/12/scheiss-und-super/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 11:59:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Bindestrich]]></category>
		<category><![CDATA[getrennt/zusammen]]></category>
		<category><![CDATA[Umgangssprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei zuen Schuhen und aufen Fenstern ging es Anfang dieser Woche um ein umgangssprachliches Phänomen. Auch heute bleiben wir bei der Umgangssprache, allerdings – wie der Titel schon zeigt – bei einer etwas vulgäreren Ausdrucksweise. Frage Man findet oft in Texten die Verbindung von „Scheiß“ mit einem Substantiv: „Scheiß-Maut“, „Scheiß-Aufgabe“ usw. Wie schreibt man das richtig? Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei <em>zuen Schuhen </em>und <em>aufen Fenstern</em> ging es <a href="http://canoo.net/blog/2012/01/08/von-geschlossenen-und-zuen-schuhen/">Anfang dieser Woche</a> um ein umgangssprachliches Phänomen. Auch heute bleiben wir bei der Umgangssprache, allerdings – wie der Titel schon zeigt – bei einer etwas vulgäreren Ausdrucksweise.</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Man findet oft in Texten die Verbindung von „Scheiß“ mit einem Substantiv: „Scheiß-Maut“, „Scheiß-Aufgabe“ usw. Wie schreibt man das richtig? Es ist ja eigentlich nicht richtig im Sinne von „Scheiße“ gemeint, wie z.B. bei „Scheißhaus“, sondern mehr als Adjektiv („die Maut ist scheiße“). Ist es dann besser, wie oben mit Bindestrich zu schreiben („Scheiß-Haus“ ist etwas anderes „als Scheißhaus&#8221;), oder nimmt man das Adjektiv (ohne e: „scheiß Maut“)?</p>
<p>Ich schreibe so etwas nicht <img src='http://canoo.net/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> , aber man kann es oft lesen und ich stolpere immer darüber.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau S.,</p>
<p>man schreibt solche Ausdrücke in einem Wort:</p>
<blockquote><p>Scheißmaut, Scheißaufgaben, Schweißhaus, Scheißschule<br />
scheißfaul, scheißblöd, scheißgemütlich</p></blockquote>
<p>Der Bindestrich dient dazu, unübersichtliche oder missverständliche Zusammensetzungen deutlicher zu gestalten. Er hat nicht die Funktion, Unterschiede zwischen wörtlicher (<em>Scheißhaus</em> = <em>Toilette</em>) und übertragener (<em>Scheißhaus</em> = <em>miserables Haus</em>) Bedeutung anzugeben.</p>
<p>Man schreibt auch (noch) nicht getrennt. Wenn <em>scheiß</em> ein vorangestelltes unveränderliches Adjektiv wäre, müsste anders betont werden. Nun liegt die Hauptbetonung „standardsprachlich“ auf <em>Scheiß</em>-:</p>
<blockquote><p>Schéíßschule, Schéíßhaus, Schéíßmaut</p></blockquote>
<p>wie zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Wéíßkohl, Dúmmkopf, Grátisanzeige</p></blockquote>
<p>Erst wenn <em>scheiß</em> regelmäßig auch unbetont vor einem Substantiv steht, kann man es vielleicht einmal auch getrennt schreiben:</p>
<blockquote><p>diese scheiß Schúle<br />
eine scheiß Àngst</p></blockquote>
<p>Eine solche Entwicklung hat die Vorsilbe <em>super-</em> hinter sich. In der Umgangssprache hat sie sich zu einem eigenständigen, unveränderlichen Adjektiv entwickelt. Dies sieht (oder besser: hört) man an der Betonung: <em>super</em> kann auch unbetont vor einem Nomen stehen:</p>
<blockquote><p>ein Súperangebot – ein super Àngebot<br />
ein Súperteam  – ein super Téám</p></blockquote>
<p>Dabei gibt es nach meinem Sprachgefühl oft einen leichten Bedeutungsunterschied zwischen zum Beispiel <em>Superangebot</em> und <em>super Angebot</em>. Diese Entwicklung hat <em>scheiß</em> (vorläufig?) noch nicht vollendet. Man schreibt hier deshalb standardsprachlich noch besser zusammen, wenn man die Umgangsprache zitiert.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
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		<title>Zweimal, 2-mal, 2 x</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/12/20/zweimal-2-mal-2-x/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 16:50:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Typographie]]></category>
		<category><![CDATA[Abkürzung]]></category>
		<category><![CDATA[Bindestrich]]></category>
		<category><![CDATA[getrennt/zusammen]]></category>
		<category><![CDATA[Zahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Für Liebhaber rechtschreiblicher Haarspaltereien: Frage Man sieht häufig in Listen oder in Aufzählungen, dass für einmal, zweimal usw. 1 x, 2 x usw. verwendet wird. Wird das „x“ nun mit Abstand zur Zahl gesetzt oder ohne Abstand? Es ist ja kein Rechenzeichen, sondern ersetzt eine Silbe. Können Sie es mir vielleicht genau sagen und begründen? Antwort Sehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für Liebhaber rechtschreiblicher Haarspaltereien:</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Man sieht häufig in Listen oder in Aufzählungen, dass für einmal, zweimal usw. 1 x, 2 x usw. verwendet wird. Wird das „x“ nun mit Abstand zur Zahl gesetzt oder ohne Abstand? Es ist ja kein Rechenzeichen, sondern ersetzt eine Silbe. Können Sie es mir vielleicht genau sagen und begründen?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau G.,</p>
<p>die Abkürzung <em>2 x</em> für <em>zweimal</em> ist weder in der Rechtschreibregelung noch in typografischen oder anderen Richtlinien vorgesehen. Ich kann Ihnen deshalb nicht genau sagen und begründen, wie Sie die Abkürzung schreiben müssen. An eine Empfehlung möchte ich mich aber trotzdem wagen:</p>
<p>Davon ausgehend, dass <em>x</em> für <em>mal</em> steht, sehe ich verschiedene Argumentationsmöglichkeiten:</p>
<p style="padding-left: 30px;">a) 2x</p>
<p>Die Ziffer 2<em> </em>steht für <em>zwei</em>, der Buchstabe x steht für <em>mal</em>, also kürzt man <em>zweimal</em> ohne Leerschritt ab.</p>
<p style="padding-left: 30px;">b) 2-x</p>
<p>Es handelt sich um eine Zusammensetzung mit einer Ziffer und einem Einzelbuchstaben. Zusammensetzungen mit Ziffern und Einzelbuchstaben werden mit Bindestrich geschrieben (vgl. <em><a href="http://www.canoo.net/spelling/zweimal  ">2-mal</a>, <a href="http://www.canoo.net/spelling/x-mal">x-mal</a>; </em><a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Bindestrich/Einzelzeichen.html#Anchor-Zusammensetzungen-33869">Regel</a>).</p>
<p>Entsprechend ist die Schreibung a) <em>2x </em>eigentlich falsch. Allerdings darf man <em><a href="http://www.canoo.net/spelling/zweifach">2-fach</a></em> (für <em>zweifach</em>) auch zusammenschreiben: <em><a href="http://www.canoo.net/spelling/zweifach">2fach</a></em>. Wenn man nun beschließt, diese Ausnahme auch für <em>2-x</em> zuzulassen, sind wir wieder bei a).</p>
<p style="padding-left: 30px;">c) 2 x</p>
<p>Man kann <em>zweimal</em> bei besonderer Betonung auch getrennt schreiben: <em>zwei Mal</em>. Die Abkürzung orientiert sich außerdem an der mathematischen Schreibweise (wobei das <em>x</em> nur ein Ersatz für das eigentliche Malzeichen, den mittigen Punkt, ist). Bei Gleichungen setzt man vor und nach dem <em>x</em> ein Leerzeichen: 2 x 5 = <em>zwei mal fünf</em>.</p>
<p>Alle Begründungen sind möglich und vertretbar. Bindende Richtlinien gibt es nicht. Wenn Sie diese Art der Abkürzung überhaupt verwenden wollen, würde ich persönlich empfehlen, die Schreibung c) zu verwenden. Sie folgt dem Gebrauch der Schreibung, von der die Abkürzung abgeleitet ist (Mathematik) und sie wird häufig verwendet. Schreibung a) ist bei strenger Anwendung der amtl. Rechtschreibregeln eigentlich falsch (nur durch Einführung einer neuen Ausnahme zu rechtfertigen) und Schreibung b) kommt schlicht kaum vor. Also:</p>
<blockquote><p>Die Eingabe muss 2 x bestätigt werden.<br />
Wir verlosen 5 x 2 Freikarten!</p></blockquote>
<p>Andere Schreibungen sind aber, wie gesagt, ebenfalls vertretbar.</p>
<p>Am besten gefallen mir außerhalb von mathematischen Gleichungen die ausgeschriebenen Formen <em>zweimal</em> und <em>fünfmal</em>. Über zwei Freikarten würde ich mich allerdings auf jeden Fall freuen, gleichgültig, ob sie nun <em>5x, 5-x, 5 x, 5-mal</em> oder <em>fünfmal</em> verlost werden.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
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		<title>Feiertagswünsche und Kleinbuchstaben</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/12/11/feiertagswuensche-und-kleinbuchstaben/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 11:14:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[groß/klein]]></category>

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		<description><![CDATA[Gehören Sie zu den Menschen, die auch in E-Mails, SMS, Facebookeinträgen, Tweets und anderen digitalen Mitteilungen noch die Groß- und Kleinschreibung berücksichtigen? Oder verschicken Sie vielleicht sogar noch „analoge“ Feiertagswünsche in Form von Karten, die mit so altertümlichen Dingen wie Mit-der-Hand-Schreiben, Umschlag, Briefmarke und einem Gang zum Briefkasten verbunden sind? Dann ist der folgende, alljährlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gehören Sie zu den Menschen, die auch in E-Mails, SMS, Facebookeinträgen, Tweets und anderen digitalen Mitteilungen noch die Groß- und Kleinschreibung berücksichtigen? Oder verschicken Sie vielleicht sogar noch „analoge“ Feiertagswünsche in Form von Karten, die mit so altertümlichen Dingen wie Mit-der-Hand-Schreiben, Umschlag, Briefmarke und einem Gang zum Briefkasten verbunden sind? Dann ist der folgende, alljährlich wiederkehrende Hinweis wahrscheinlich nicht neu für Sie:</p>
<p>In Feiertagswünschen sollte man Adjektive wie <em>frohe, fröhliche, gesegnete, gutes, neues </em>usw. außer am Zeilenanfang kleinschreiben. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachen und ein glückliches neues Jahr.</p></blockquote>
<p>Mehr dazu finden Sie in <a href="http://canoo.net/blog/2007/12/07/typisch-vorweihnachtliche-frage-zur-rechtschreibung/">diesem älteren Blogeintrag</a>.</p>
<p>Für digitale Wünsche kommt der Hinweis etwas früh, aber wenn Sie sie handschriftlich auf Papier verschicken möchten, sollten Sie bedenken, dass heute der dritte Advent ist – und in vierzehn Tagen Weihnachten!</p>
<p>Eine weiterhin schöne Adventszeit wünscht Ihnen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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