Archiv für Rechtschreibung

Die Maße und die Masse in der Schweiz

Frage

Wie unterscheidet ein Schweizer die Worte Masse und Maße?

Antwort

Sehr geehrter Herr M.,

die Schweizer unterscheiden Masse und Maße tatsächlich nicht im Schriftbild, aber dadurch entstehen keine Probleme. Normalerweise gibt nämlich schon der direkte Satzzusammenhang an, was gemeint ist (N.B.: Schweizer Leser sind sich im Gegensatz zu anderen Lesern von vornherein gewöhnt, dass ein Vokal vor ss kurz ODER lang ausgesprochen werden kann):

die idealE Masse eines Atoms
die idealEN Masse eines Models
Die Masse IST eineS der Masse, die …
Die Masse SIND nicht bekannt.

Auch wenn die Beugung der umstehenden Wörter nicht angibt, welches der beiden Wörter gemeint ist, gibt der weitere Satzzusammenhang Aufschluss: Man spricht selten von der Masse eines Mannequins und ebenso selten von den Maßen eines Atoms. Wenn es zu Wartezeiten kommt, weil die Menschen in Massen zuströmen, ist recht eindeutig, dass damit nicht in Maßen gemeint ist. In den äußerst seltenen Fällen, in denen auch das nichts hilft, kann man immer noch zu anderen Mitteln greifen. Zum Beispiel:

Masse (in cm) = Maße
Masse (Länge x Breite x Höhe) = Maße
Masse (in kg) = Masse
in grossen Massen = in Massen
mit (statt in) Massen geniessen = in Maßen (mit Massen genießen = unwahrscheinlich)

Das Gleiche gilt auch für Busse-Buße und Russen-Rußen. So außergewöhnlich ist dieser Fall übrigens nicht. Der Rest der Deutsch schreibenden Welt geht nämlich auch problemlos mit Fällen wie den folgenden um:

das Heroin – die Heroin
das Band – die Band
der Gang – die Gang
modern (Verb) – modern (Adjektiv)
die Gründung (das Gründen) - der Gründung (Grün-Dung)
die Hochzeit (Trauung) - die Hochzeit (Blütezeit)
umfahren - umfahren
der anhaltende Zug (stoppt) - der anhaltende Regen (stoppt nicht!!)

Die menschliche Sprache ist viel zu robust, als dass sie sich schon wegen einer kleinen Zweideutigkeit aus der Bahn werfen ließe. Es lassen sich natürlich immer mehr oder weniger theoretische Fälle konstruieren, in denen diese Zweideutigkeit tatsächlich zu Verständigungsproblemen führen kann, aber dann muss man halt ein anderes Wort wählen oder ein kurze Erläuterung mitliefern. Nicht einmal im Physikunterricht an Schweizer Schulen oder in schweizerischen Patentbüros, wo man sich regelmäßig sowohl mit Massen als auch mit Maßen abgibt, hat das Fehlen des Buchstabens ß je zu größeren Problemen geführt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Das Saufen, das Komma und das Koma

Frage

In der Schule meines Sohnes läuft derzeit eine Aktion gegen den Alkoholmißbrauch durch Jugendliche. Auf dem entsprechenden Plakat ist als Aufmacher „Saufen bis der Arzt kommt“ gedruckt. Ein Deutschlehrer ist nun der Meinung, nach Saufen müßte ein Komma stehen. Ist das richtig?

Antwort

Sehr geehrter Herr G.,

der Deutschlehrer hat recht. Es handelt sich zwar nicht um einen vollständigen Satz, aber zwischen Saufen, das für den Hauptsatz steht, und dem Nebensatz bis der Arzt kommt muss man eigentlich ein Komma setzen:

Saufen, bis der Arzt kommt

Das ist das gleiche Komma, das auch bei einem vollständigen Satz stehen muss (Regel):

Sie saufen, bis der Arzt kommt.

Auf Postern, in Überschriften und so weiter steht aber bei solchen verkürzten Formulierungen oft (bewusst?) kein Komma, vielleicht weil es grafisch als störend empfunden wird. Wenn man die Rechtschreibregeln streng anwendet, ist dies aber nicht korrekt. Man muss sich dann als Texter oder Grafikerin die Frage stellen, ob man die Regeln immer so streng anwenden will. Auf einer Schule empfiehlt es sich aber schon, die Rechtschreibregeln zu berücksichtigen.

Das Wichtigste ist allerdings nicht, ob hinter Saufen ein Komma steht, sondern dass das Koma nach dem Saufen – und das Saufen ganz allgemein – verhindert wird.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Ein Eis zu viert

Frage

Ich möchte eine kleine Zeitungsanzeige schalten und würde gerne wissen, ob so alles richtig geschrieben ist – insbesondere das zu Viert. Gekürzte Version:

Hallo! Wir haben uns im Tiergarten gesehen. Du warst mit deiner Tochter da, ich mit meiner. Lust auf ein Eis zu Viert? Oder seid ihr schon vergeben?

Antwort

Sehr geehrte Frau H.,

bis auf das Wort, bei dem Sie schon zweifelten, ist Ihre Anzeige richtig geschrieben. Die endungslosen Formen der Ordnungszahlen kommen nur in Verbindung mit zu vor und werden dann kleingeschrieben: zu zweit, zu dritt usw. Richtig ist also:

Lust auf ein Eis zu viert?

Sehen Sie hierzu auch diese Seite.

Viel Glück beim Eisessen und freundliche Grüße

Dr. Bopp

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Okay: all correct oder Otto Kowalski?

Frage

Woher kommt eigentlich der Ausdruck o. k.?

Antwort

Auf diese Frage gibt es viele Antworten, denn niemand scheint es genau zu wissen. Der Duden zum Beispiel beschränkt sich auf ein einfaches H. u. (Herkunft unbekannt). Das ist gut verständlich, denn die große Anzahl der Theorien lässt sich kaum in einem Wörterbuchartikel zusammenfassen.

Da es sich um einen Ausdruck aus dem amerikanischen Englisch handelt, habe ich auch in DEM amerikanischen Online-Wörterbuch, dem Merriam-Webster, nachgeschaut. Es soll sich bei O.K. um eine absichtlich falsch geschriebene Abkürzung für all correct handeln. Das ist plausibel, denn man spricht das ja ungefähr als ool korrekt aus, so dass o. k. sicher als gesprochene Abkürzung viel besser passt als a. c. Außerdem soll es in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts in Boston und Umgebung Mode sein gewesen, solche falsch oder phonetisch geschriebenen Abkürzungen zu verwenden. Der Ausdruck kommt dann auch zum ersten Mal im Frühjahr 1839 in der Boston Morning Post“ nachweislich in gedruckter Form vor.

Viel interessanter und zum Teil lustiger sind aber andere Erklärungen und Erklärungsversuche. Hier ein Griff aus der Wundertüte:

Eine Erklärung greift auf das Griechische zurück: o. k. soll auf ‘olos kalos (alles gut) zurückgehen. Eine andere These besagt, dass okay von den Siedlern aus der Sprache der Choctaw-Indianer übernommen worden sei. Dort bedeutet der Begriffe okeh soviel wie in der Tat.

Aus der Armeewelt stammt die Erklärung, es sei eine Abkürzung für den Ausdruck order known, mit dem ein Befehl quittiert wurde, oder eine Abkürzung für zero killed (0k, keiner tot), was man wirklich als äußerst okay ansehen darf.

Am besten gefallen mir aber die Erklärungen, die mit Initialen zu tun haben. Zum Teil sind sie nur schon deshalb nicht plausibel, weil sie die Entstehung der Abkürzung auf eine Zeitpunkt nach 1839 festlegen. Hier eine kurze Auswahl:

  • Orrin Kendall & Sons, ein Biskuithersteller, der während des amerikanischen Bürgerkrieges Kekse an die Armee lieferte. Ob diese Kekse so gut waren?
  • Oswald Kowalski (oder Otto Kaiser, Otto Krause u.a.), der Leiter der Qualitätssicherung bei den Ford-Werken in Detroit. Jedes Auto, das das Band verließ, hatte ein Prüfzertifikat, das er mit dem Kürzel OK unterzeichnete.
  • Oskar Keller, ein Kartoffelzüchter, der auf jede Kiste seine Initialen stempelte und immer gleichbleibend hohe Qualität geliefert haben soll.

Noch mehr Theorien finden Sie auf Wikipedia oder zum Beispiel auch hier.

Und weil ich es wieder einmal nicht lassen kann, hier noch etwas zur Rechtschreibung: Man schreibt den ausgeschriebenen Ausdruck als Adjektiv und Adverb klein und als Substantiv groß. Bei der Abkürzung hat man etwas mehr Freiheit:

Alles ist okay.
sein Okay geben

Alles ist o. k. oder O. K.
sein O. K. geben

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Wenig zufriedens-tellende Silbentrennung

Frage

Mein Word 2007 trennt mir mit der automatischen Silbentrennung das Wort zufriedenstellend immer zufriedens-tellend. Ich weiß, dass man mit der neuen Rechtschreibung st trennen darf (Fens-ter usw.), aber in diesem Fall macht das doch überhaupt keinen Sinn, oder? Ist es trotzdem korrekt?

Antwort

Sehr geehrte Frau L.,

richtig trennt man zufrieden-stellend. Man darf st zwar trennen, aber nicht an dieser Stelle. Die hier geltende Trennregel lautet nämlich, dass bei zusammengesetzten Wörtern zwischen den Teilen der Zusammensetzung getrennt wird: zufrieden-stellend. Erst dann wird innerhalb der Einzelteile getrennt: zu-frie-den-stel-lend. Ebenso:

Abend-stern nicht Abends-tern
Dach-stube nicht Dachs-tube
ein-streichen nicht einst-reichen

Die entsprechende Rechtschreibregel finden Sie hier.

Dann folgen ganz ungefragt ein paar „erbauliche Worte von Dr. Bopp“: Es fällt mir immer wieder auf, dass viele Leute eigentlich viel ungezwungener mit den automatischen Korrekturhilfen umgehen sollten. Diese Programme können nämlich viel, aber nicht alles. Hier kennt das Programm offenbar das Wort zufriedenstellend nicht und es kann auch dessen Zusammenstellung nicht analysieren. Deshalb trennt es falsch, nämlich wie wenn zufriedenstellend ein nicht zusammengesetztes Wort wäre. Wenn Sie also finden, dass ein Korrekturprogramm wie hier einen unsinnigen Vorschlag macht, sollten Sie sich einfach darüber hinwegsetzen. Die Verwendung von Korrekturprogrammen ist zwar sehr nützlich, aber es hilft, wenn man selber auch noch ein bisschen etwas von der Rechtschreibung weiß und dem Programm dann ein wenig selbstbewusster „gegenübertritt”. Die wichtigsten Regeln kennen wir nämlich auch nach der Reform besser, als viele von uns meinen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

PS: Man kann zufriedenstellend übrigens auch getrennt schreiben: zufrieden stellend.

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Vandalismus mit Apostroph

Heute wieder einmal eine Frage zu einem Dauerbrenner in den Top Ten der Rechtschreibung: der Apostroph.

Frage

Kürzlich bekam ich folgende Antwort auf eine Mail:

„Der Artikel war wegen vermehrten Vandalismus’ seit letztem Jahr gesperrt.“

Liege ich richtig, wenn ich den Apostroph als falsch ansehe? Schließlich wird er doch nur dann gesetzt, wenn ein Eigenname auf s, x, z… endet.

Antwort

Sehr geehrter Herr P.,

Sie liegen richtig: Der Apostroph steht nur bei auf s, x oder z endenden Eigennamen anstelle eines Genitiv-s – und auch dort nur, wenn die Genitivform alleine, das heißt ohne Artikelwort steht. Zum Beispiel:

Aristoteles’ Werke
Lukas’ Schwester
Karl Marx’ „Das Kapital“

aber ohne Apostroph:

die Werke des Aristoteles
die Schwester unseres Lukas
„Das Kapital“ des Karl Marx

Bei Wörtern, die keine Eigennamen sind, schreibt man im Genitiv nie einen Apostroph:

wegen Vandalismus
trotz Optimismus und guter Laune
die Effekte des Vandalismus
anstelle eines Genitiv-s
usw.

Diese Substantive sind im Genitiv ganz einfach endungslos. Weitere Informationen finden Sie hier:

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Die Rotschnäblige Spitzschwanzamandine

Heute war ich im Zoo. Keine Angst, es war ein Zoo ohne Eisbärennachwuchs. Es folgt also keine verspätete Kolumne zu Jungtierhysterie und erfolgreichem Tiergartenmarketing. Nein, es war ein Zoo ganz ohne Eisbären, aber mit allem was sonst so dazu gehört, einschließlich schreiender Kinderhorden auf den Spielplätzen. Ich wundere mich immer wieder darüber, dass so kleine Geschöpfe so viel Lärm produzieren können. Papageienkolonien und Brüllaffengruppen sollen allerdings noch schlimmer sein. Außderdem gab es noch kleinerer Exemplare der Spezies Homo sapiens, die entweder unbedingt nicht in den Kinderwagen oder unbedingt aus dem Kinderwagen wollten, sowie natürlich die dazugehörenden Eltern in den verschiedensten Stadien der Entnervung.

Es geht also um einen ganz gewöhnlichen Sonntagnachmittag im Zoo. Aber wie kriege ich jetzt die Kurve zu Sprache oder Rechtschreibung? Ganz einfach: Bei jedem Gehege gibt es Tafeln mit wissenswerter Information über die Tiere. Dazu gehört auch der deutsche und der lateinische Name. Und dabei hat der Tiergarten, dessen Namen ich jetzt nicht verraten will, oft die amtliche Rechtschreibung nicht ganz eingehalten. Das fiel Dr. Bopp auf, weil er a) wie schon mehrmals erwähnt an Berufsdeformation leidet und b) keine Kinder bei sich hatte und deshalb auf solche Kleinigkeiten achten konnte. Es wäre eigentlich gar nicht so schwierig, denn es gelten ein bis zwei allgemeine Regeln plus eine Ausnahme:

Zusammensetzungen werden zusammengeschrieben:

der Brüllaffe
der Graupapagei

Auch wenn die Zusammensetzung länger wird, schreibt man sie einfach zusammen. Wie ich des Öfteren schon sagte: Dem Leser und der Leserin kann man meistens viel längere Wörter zumuten, als man denkt:

der Rothandbrüllaffe
der Guatemalabrüllaffe
der Rotbauchpapagei
der Kongograupapagei

Wenn geographische Namen verwendet werden, ist oft auch der verdeutlichende Bindestrich üblich. Er kann auch dann verwendet werden, wenn es um wirklich lange oder unübersichtliche Namensgebilde geht:

der Guatemala-Brüllaffe
der Kongo-Graupapagei
der Neuguinea-Edelpapagei
der Schwarzschulter-Edelpapagei

Soweit steht hier eigentlich nichts Besonderes, denn diese Regeln gelten für alle Zusammensetzungen. Nun zur Ausnahme: In zoologischen und botanischen Bezeichnungen von Arten und Unterarten schreibt man auch Adjektive groß:

der Schwarze Brüllaffe
der Amazonische Schwarze Brüllaffe
der Westafrikanische Graupapagei
der Hellrote Ara

Viel mehr gibt es eigentlich für den zoologischen Durchschnittsverbraucher nicht zu sagen. Ich möchte Sie deshalb nur noch dazu auffordern, im Zoo (oder im Botanikbüchlein) einmal auf die oft beinahe märchenhaft-poetischen Wortschöpfungen zu achten:

die Salbeiwühlmaus
die Gemeine Höckerechse
das Echte Dornschwanzhörnchen
die Östliche Purpurzungenschlange
der Karibische Halsband-Soldatenfisch
die Chinesische Pfauenaugenschildkröte
die Rotschnäblige Spitzschwanzamandine

Ganze Märchenbücher und Phantasyromane könnte man mit solchen Namen füllen!

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Oranje, Oranien und Orange

Die folgende Tatsache ist in letzter Zeit wohl nicht nur den Einwohnern von Bern und Basel und nicht nur Fußballfans aufgefallen: Wenn die niederländische Nationalmannschaft spielt, erkennt man die entsprechenden Fans schnell und eindeutig an der Farbe Orange. Auch die Fußballelf tritt am liebsten von Shirt bis Socke in Orange gekleidet an. Bei der Farbe Blau muss man genauer hinschauen, ob es les bleus“ aus Frankreich oder gli azzurri“ aus Italien sind. Bei roten Trikots ist die Auswahl ganz besonders groß: Österreicher, Polen, Portugiesen, Schweizer, Spanier, Tschechen, Türken und vielleicht auch noch andere spielen, wenn es geht, in Rot. Bei orangefarbenen T-Shirts hingegen gibt es wie bei Wohnwagen mit gelben Nummernschildern nicht den geringsten Zweifel: Das sind Holländer.

Wieso orange? Das liegt am niederländischen Königshaus, dem Haus von Oranien-Nassau (nld. Oranje-Nassau). Der erste Teil, Oranien, bezieht sich auf die französische Stadt Orange und das erklärt die Vorliebe der Niederländer für die Farbe Orange (nld. oranje), wenn es um Königin und Vaterland geht.

Wie das geschichtlich genau zu erklären ist, passt nicht hierher. Schon eher die Frage, was die Farbe Orange mit der Stadt Orange zu tun hat. Die Antwort lautet: erstaunlich wenig. Der Name der Frucht Orange, von der die Farbbezeichnung stammt, kam unter Anlehnung an das frühere niederländische oranjeappel aus dem Französischen. Wie so oft, wenn es um Exotischeres geht, stammt der Name aus dem Arabischen: narang (dies wiederum aus dem Persischen). Das n fiel irgendwann einmal weg und für das o am Wortanfang gibt es verschiedene Erklärungen. Es soll von or (frz. für Gold) oder eben vom Namen der Stadt Orange beeinflusst sein. Die Stadt habe früher etwas mit dem Orangenhandel zu tun gehabt. Die Bezeichnung Apfelsine verdanken wir übrigens direkt den Niederländern: Dort hieß die Frucht früher appelsina, Apfel aus China, und sie wird auch heute noch nicht etwas oranje, sondern sinaasappel oder appelsien genannt.

Und wenn Sie wissen möchten, wann man Farbbezeichnungen klein- und wann großschreibt, hier eine kleine Liste:

das Trikot ist orange
die orange Farbe
die Farbe Orange
in Orange gekleidet

Dies und auch noch eine kurze Bemerkung dazu, ob man ein orange Trikot oder ein oranges Trikot sagt oder sagen sollte, finden Sie auf dieser Seite.

Selbst ein eingefleischter Fußballmuffel wie ich kann sich also nicht ganz dem EM-Rummel entziehen. Andere eingefleischte Fußballmuffel mögen mir diesen Moment der Schwäche verzeihen. Ganz so fußballlastig ist dieser Beitrag ja nun auch wieder nicht.

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Fugen-s und Bindestrich

Frage

Eine Frage zur Wortbildung mit Bindestrich: Ist es erlaubt, einen Bindestrich zu setzen, wenn der erste Wortteil ein Fugenelement enthält, oder fällt dieses dann weg?

Beispiel: Schaltvorgangs-Beschreibung oder Schaltvorgang-Beschreibung oder Schaltvorgangsbeschreibung?

Antwort

Sehr geehrte Frau M.,

stilistisch gesehen ist es meist nicht so schön, direkt nach einem Fugenelement einen Bindestrich zu schreiben. Schließlich gibt ja das Fugenelement schon an, wo die Trennstelle zwischen den beiden Wortteilen liegt. Am besten schreiben Sie also Schaltvorgangsbeschreibung. Meistens kann man nämlich seinen Lesern und Leserinnen problemlos viel längere Wörter zumuten, als man denkt.

Es ist aber nicht verboten, nach einem Fugenelement zur Verdeutlichung einen Bindestrich zu setzen. Manchmal muss sogar ein Bindestrich verwendet werden:

Festtags-Make-up
Installations-CD
Herren-WC
Fugen-s

Und bei einem Wortungetüm wie Hochgeschwindigkeits-Internetzugang ist ein Bindestrich zur Verdeutlichung sicher gerechtfertigt. Wenn Sie also „unbedingt“ die Struktur des zusammengesetzten Wortes verdeutlichen wollen, können Sie einen Bindestrich verwenden: Schaltvorgangs-Beschreibung.

Sehen Sie auch die entsprechende Rechtschreibseite.

Zu guter Letzt: Ein Fugenelement fällt vor einem Bindestrich nicht weg.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Guten Tag(,) Frau Schneider – Briefanreden mit oder ohne Komma?

Frage

Ich habe versucht, auf Ihrer Internetseite folgende Kommasetzung zu finden:

Hallo, Frau Schneider!
Guten Tag, Herr Schulz!

Wir sind uns im Büro leider nicht einig, ob nach Hallo und Guten Tag in Briefanreden ein Komma gesetzt wird oder nicht.

Antwort

Sehr geehrte Frau Z.,

es ist nicht besonders verwunderlich, dass Sie sich im Büro bei dieser Frage nicht einig werden können. Nach den Beispielen in der DIN 5008 (sie legt Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung fest) schreibt man ohne Komma:

Hallo Frau Schneider,
Guten Tag Herr Schulz,

Nach den Beispielen in Duden - Richtiges und gutes Deutsch kann man nach Hallo ein Komma setzen und muss man nach Guten Tag ein Komma verwenden:

Hallo[,] Frau Schneider,
Guten Tag, Herr Schulz

Was ist also richtig? Ich greife hier auf die amtlichen Rechtschreibregeln zurück, die besagen, dass man bei Anreden ein Komma setzt, wenn man sie besonders hervorheben will (siehe Regel). Die Unsicherheit entsteht durch den dort stehenden Nebensatz „die besonders hervorgehoben werden sollen“. Man muss hier also nicht unbedingt Kommas verwenden.

Hervorhebung wird in der gesprochenen Sprache u. a. durch eine kurze Pause angegeben. Anreden wie Hallo[,] Frau Meier oder Guten Tag[,] Herr Schulz kann man sowohl mit, als auch ohne Hervorhebung resp. Pause lesen. Entsprechend kann mit oder ohne Komma geschrieben werden.

Soweit ich weiß üblicher und für mein Auge etwas weniger gewöhnungsbedürftig sind übrigens die Briefanreden ohne Komma. Wenn die Anrede länger wird, drängt sich allerdings wieder eher die Verwendung des Kommas auf:

Guten Tag, sehr geehrte Frau Schneider,

Der langen Rede kurzer Sinn: Ein Komma ist nicht notwendig, es kann aber gesetzt werden. Das ist keine eindeutige Regel, aber das macht nichts. Diese Anreden werden ja verwendet, weil sie weniger förmlich sind als das traditionelle Sehr geehrte(r). Dann darf man sicher auch die Kommasetzung etwas lockerer nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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