Archiv für Über Canoonet

Umzug

Diese Woche sind Blogartikel spärlich und die Antwortzeiten lang. Das liegt daran, dass ich umziehe. Nicht der Blog und nicht Canoonet, sondern Dr. Bopp ganz privat hat morgen Umzugstag, und das bei Temperaturen die besser für einen karibischen Sommerkarnevalsumzug als für einen mitteleuropäischen Wohnungsumzug geeignet wären. Guten Mutes, aber doch schon leicht gestresst muss ich Sie deshalb um etwas Geduld bitten.

Wortbildung Umzug

Diese Wortbildungsinformationen finden Sie in Canoonet

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Ich gelang?

Frage

[…] Es geht um:

Ich gelang (te) auf einem anderen Weg in den Besitz dieses Werkes.

Beim ersten Durchblättern der Grammatiktabellen in einem Werk des […]-Verlages stellte ich fest, dass die Formulierung „ich gelang“ dort nicht vorgesehen ist. Das verwirrt mich sehr, denn sowohl Canoo als auch Wiktionary sehen diese Form vor.

Antwort

Sehr geehrter Herr S.,

die Wortform ich gelang ist tatsächlich in Canoonet zu finden. Warum sie nicht im Werk steht, das Sie konsultiert haben, weiß ich natürlich nicht genau. Wichtig sind hier jedenfalls die folgenden beiden Präzisierungen:

Erstens: Die Form ich gelang gehört zum Verb gelingen. Das Verb gelangen wird regelmäßig gebeugt. Es heißt also korrekt:

Ich gelangte auf einem anderen Weg in den Besitz dieses Werks.

Die Form ich gelang kann nur als (umgangssprachlich oder poetisch) verkürzte Präsensform zu gelangen gehören:

Wie gelang[e] ich in den Besitz dieses Werks?

Zweitens: Die Vergangenheitsform ich gelang kommt äußerst selten vor. Das Verb gelingen wird vor allem in der dritten Person verwendet: etwas gelingt (jemandem). Die Formen der zweiten Person kommen selten vor, zum Beispiel wenn Gegenständliches personifiziert und direkt angesprochen wird:

Was soll ich tun, neuer Tag, dass du gut gelingst?
Lied, wie schlecht gelingst du mir!

Die Formen der ersten Person sind noch seltener. Sie sind wohl vor allem theoretisch möglich:

Lied, wie schlecht gelangst du mir! – Ich gelang dir nicht, weil …

Damit stellt sich die Frage, ob man solche Formen in Konjugationstabellen aufnehmen soll oder nicht. Nimmt man sie auf, könnte der Eindruck entstehen, sie seien allgemein üblich. Nimmt man sie nicht auf, sieht es so aus, als seien sie grundsätzlich falsch. Beides ist nicht der Fall.

Wenn man sie wie Canoonet anzeigt, müsste idealerweise auch eine recht detaillierte Beschreibung der Verwendungsmöglichkeiten von Formen dieser Art hinzugefügt werden. Solche detaillierten Angaben zur Verwendung „problematischerer“ Formen stehen schon lange auf meiner Wunschliste der Dinge, um die ich unsere Wörterbücher gerne ergänzt sehen würde. Aus Kapazitätsgründen verschiedener Art müssen Sie und ich uns aber leider noch gedulden und ohne sie auskommen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Vergissmeinnicht und Urlaub

Vergissmeinnicht

Weil sie im Garten und darum herum gerade so schön geblüht haben und sie einen so speziellen Namen tragen, hier ein paar Worte zum Vergissmeinnicht. Sie finden diese Angaben auch in etymologischen Wörterbüchern und andernorts, aber ich habe es hier einmal für Sie zusammengetragen:

Der ungewöhnliche Name Vergissmeinnicht kommt seit Anfang des 15. Jahrhunderts vor. Er wurde für Blumen verwendet, die nun andere, aber nicht viel weniger fantasievolle Namen tragen: Männertreu, Jelängerjelieber (eine Art Geißblatt) u.a.m. Die genaue Herkunft der Bezeichnung ist unbekannt, aber man nimmt an, dass diese Blumen als Aphrodisiakum angesehen wurden oder als Symbol für Liebende und die Vergänglichkeit der Liebe Verwendung fanden. Mitte des 16. Jahrhunderts (1561) findet man Vergissmeinnicht beim Schweizer Gelehrten Conrad Gesner zum ersten Mal als Name für die Blume mit den kleinen blauen Blüten und den rauhaarigen Blättchen.

Vergissmeinnicht

Ebenfalls im 15. Jahrhundert findet sich im Französischen die gleichbedeutende Bezeichnung ne m’oublie(z) mie (Modernfrz. ne m’oubliez pas). Ein gemeinsamer Vorfahre oder ein direkter Zusammenhang lässt sich offenbar nicht nachweisen. Interessant ist aber, dass sich dieser deutsche und französische Name wahrscheinlich mit Hilfe von botanischen Schriften auch in anderen Sprachen etablieren konnte. Hier ein paar Beispiele:

eng. forget-me-not
nld. vergeet-mij-nietje
schwed. förgätmigej
sp. nomeolvides
it. nontiscordardimé
russ. nezabúdka (незабудка)
poln. niezapominajka

Fast ebenso poetisch finde ich übrigens den botanischen Namen des Blümchens: Myosotis. Dieses griechische Wort bezieht sich auf die Form und die weiche Behaarung der Blättchen: Es bedeutet Mäuseohr.

Urlaub

Vom 25. Mai bis 5. Juni habe ich Urlaub (in einem Land, in dem das Blümchen neben myosotis auch ne m’oubliez pas heißt). Es wird also in den nächsten Tagen keine neuen Blogeinträge geben und auch auf eine Reaktion auf Ihre Fragen und Kommentare müssen Sie leider länger warten. Vom 6. Juni an werde ich versuchen, Ihnen so schnell wie möglich zu antworten. Vergessen Sie mich in der Zwischenzeit bitte nicht!

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Kurzurlaub

Bis zum 4. November bin ich im Urlaub und erlaube mir dabei den Luxus der (relativen) Unerreichbarkeit. Zögern Sie aber nicht, allfällige Kommentare oder Fragen trotzdem zu schicken. Vom 5. November an werde ich versuchen, sie so schnell wie möglich zu beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Urlaub und mehr

Diese Woche bin ich (halb) im Urlaub. Blogeinträge sind deshalb nicht zu erwarten und auch auf eine Reaktion auf Ihre Fragen und Kommentare müssen Sie leider etwas länger warten. Ich bitte Sie um Verständnis dafür.

Und wenn ich schon dabei bin, um Verständnis zu bitten: Wegen technischer Probleme war dieser Blog und die Frage/Kommentar-Seite leider ein paar Tage nur sehr schlecht erreichbar. Ab heute sollte alles wieder gewohnt schnell sein. Alles außer – wie bereits gesagt – meinen Antworten.

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Ein schönes Weihnachtsfest

Eigentlich wollte ich heute oder morgen noch etwas Weihnachtlich-Grammatisches oder Festtäglich-Orthografisches mit leicht besinnlichem Einschlag schreiben; wie es sich für diese Zeit des Jahres gehört. Einkauf, Baumschmuck und unerwartet schönes Wetter – man musste hier heute einfach spazieren gehen ­– fordern aber viel Zeit. Außerdem lassen mich Inspiration und Kreativität sowieso schmählich im Stich. Bevor ich nun trotzdem noch irgendetwas eingermaßen Passendes aus der Tastatur zwinge, beschränke ich mich darauf, Ihnen ein ganz schönes Weihnachtsfest zu wünschen. Auch im Namen von allen an Canoonet Beteiligten. Also:

Wir wünschen Ihnen ein ganz schönes Weihnachtsfest!

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Die Reihenfolge der Kasus in Canoonet

Eine Frage, die immer wieder auftaucht, bezieht sich auf die Reihenfolge der Kasus. In den Tabellen in Canoonet stehen die Fälle nämlich in einer anderen Reihenfolge (Nom. – Akk. – Dat. – Gen.), als wir es aus der klassischen Grammatik kennen (Nom. – Gen. – Dat. – Akk.) Das ist für viele ungewohnt und führt begreiflicherweise immer wieder zu Fragen. Es ist also an der Zeit, diese Frage wieder einmal kurz im Blog zu behandeln. Das Ende des Jahres ist ja ein guter Moment, Liegengebliebenes abzuarbeiten:

Frage

Mir ist aufgefallen, dass der Akkusativ bei Ihnen der zweite Fall ist. Das finde ich nur bei Canoonet so. An allen anderen Stellen ist es der vierte Fall und so habe ich es auch in der Schule gelernt. Warum ist das so? Wenn ich Canoonet auch für die beste Seite halte zum Thema Rechtschreibung, so besuche ich doch meistens auch andere Anbieter. Das mit dem Akkusativ ist wirklich sehr gewöhnungsbedürftig. Aber vielleicht gibt es ja einen guten Grund?

Antwort

Sehr geehrter Herr H.,

Sie sind nicht der Einzige, der sich darüber wundert, dass in Canonet die Reihenfolge der Kasus wie folgt angegeben wird: Nominativ – Akkusativ – Dativ – Genitiv. Wir verwenden also nicht die aus der klassischen lateinischen Grammatiktradition stammende Reihenfolge Nominativ – Genitiv – Dativ – Akkusativ. Eine kurze Begründung habe ich in einem älteren Blogeintrag schon einmal gegeben. Sie finden ihn hier. Da dieser Eintrag schon einige Jährchen alt ist, möchte ich hier ergänzend zwei Zitate etwas jüngeren Datums anführen:

Duden, „Die Grammatik“, 8. Auflage, 2009, Randnummer 199:

In Listen und Tabellen werden in der vorliegenden Grammatik die Kasusmerkmale in der folgenden Anordnung gezeigt:

Nominativ -> Akkusativ -> Dativ -> Genitiv

Diese Abfolge hat die folgenden Vorteile:

(i) Als formaler Grund lässt sich der Formenzusammenfall (Synkretismus) bei bestimmten Paradigmen nennen […]. Nominativ und Akkusativ fallen bei Paradigmen mit den Merkmalen Neutrum, Femininum oder Plural immer zusammen; ein Unterschied besteht nur in der 1. und 2. Person des Personalpronomens bei einem Teil der Maskulina im Singular.
(ii) Als funktionaler Grund lassen sich die Regeln für die Kasusvergabe beim Verb nennen […]:
(a) Wenn ein Verb nur 1 nominales Satzglied verlangt, steht dieses im Nominativ, zum Beispiel: Der Hund bellt.
(b) Wein ein Verb 2 nominale Satzglieder verlangt, steht dasjenige mit der aktiveren semantischen Rolle im Nominativ, das andere im Akkusativ, zum Beispiel: Der Hund sucht den Knochen.
(c) Wenn ein Verb 3 nominale Satzglieder verlangt, steht dasjenige mit der aktivsten semantischen Rolle im Nominativ, das mit der am wenigsten aktiven Rolle im Akkusativ und das dritte im Dativ, zum Beispiel: Der Hund bringt dem Herrchen den Ball.
(d) Verben mit Genitivobjekten sind Sonderfälle, zum Beispiel: Der Hund bemächtigt sich des Knochens.

Wahrig, „Richtiges Deutsch leicht gemacht“, 2009, S. 209:

Nominativ
Akkusativ
Dativ
Genitiv

Während in älteren Grammatiken meist die Kasus der traditionellen Lateingrammatik entsprechend in der Reihenfolge Nominativ – Genitiv – Dativ – Akkusativ aufgelistet werden, werden sie heute zunehmend in der hier gewählten Reihenfolge präsentiert. Dabei spielt vor allem die abnehmende Ähnlichkeit mit dem Nominativ eine Rolle.

Die Reihenfolge Nominativ – Akkusativ – Dativ – Genitiv kommt also nicht nur in Canoonet, sondern auch in anderen neueren Grammatiken vor. Auch im Sprachunterricht, insbesondere im Fremdsprachenunterricht (Deutsch für Fremdsprachige), begegnet man ihr häufiger. Sie hat sich aber in den Flexionstabellen der online abrufbaren Wörterbücher tatsächlich (noch?) nicht durchgesetzt. Die meisten von ihnen verwenden die klassische Darstellung.

Ich möchte hier noch hinzufügen, dass die Reihenfolge der Kasus in Tabellen eigentlich gar nicht so wichtig ist. Ob es nun der Hund – den Hund – dem Hund – des Hundes oder der Hund – des Hundes – dem Hund – den Hund ist, eine andere Reihenfolge ist höchstens etwas gewöhnungsbedürftig. Hauptsache, die Information stimmt und wird einigermaßen konsequent angeboten. Ganz so einfach ist es vielleicht nicht, aber ich hoffe, dass es niemanden allzu sehr stört, wenn wir in Canoonet eine andere Reihenfolge der Kasus anbieten, als er oder sie gewohnt ist – oder war.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Canoonet: schneller und auch für »ältere« Modelle wieder ganz mobil

canoonetRegelmäßigen Nutzern und Nutzerinnen von Canoonet ist es vielleicht aufgefallen: Canoonet ist seit einigen Tagen schneller geworden. Dank dem Einsatz unserer Systemverantwortlichen sind Ihre Abfragen nun noch schneller – auch bei früher relativ zeitraubenden Suchwörtern wie Entente oder das System ziemlich in Verwirrung bringenden Eingaben wie oioioiooooooooooo! Auch bei einer Suche mit *, dem Zeichen für beliebige Zeichen, ist die Reaktionszeit nun wesentlich kürzer: *bar, *ung.

Canoonet-App fürs iPhoneSeit Anfang dieser Woche gibt es auch die neue Version 3.3. der Canoonet-App für iPhone, iPad und iPod touch. Sie ist noch besser mit iOS 7 kompatibel, behebt ein paar Fehlerchen und läuft nun auch wieder mit  iOS 5 (und höher). Mehr zur Canoonet-App finden Sie hier.

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Canoonet-App und iOS 7

Wenn Sie auf Ihrem iPhone oder iPad unbedingt das neue iOS 7 installieren wollen, aber auf keinen Fall auf die Canoonet-App verzichten möchten, kommt hier die „erlösende“ Nachricht: Es funktioniert. Die Version 3.2 der Canoonet-App läuft auch unter iOS 7 problemlos. Auf dem iPad ist die Darstellung sogar besser geworden.

Canoonet offline

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Urlaub ab 9. August in Worten

Frage

Ich möchte fragen, wie man diese Daten nur mit Buchstaben ausschreibt:

ab 1. Januar
ab 2. 4.

Es klingt so, als ob man „ab ersten“ sagen würde, aber „ab“ geht mit Dativ, nicht wahr?

Antwort

Sehr geehrte Frau S.,

diese Daten könne auf Deutsch in verschiedener Weise in Worten ausgedrückt werden:

Am besten gefällt mir die Variante, bei der man den bestimmten Artikel einfügt und dann den Dativ verwendet:

ab 1. Januar = ab dem ersten Januar
ab 2. 4. = ab dem zweiten Vierten

Es ist aber auch möglich, das Datum ohne Artikel zu verwenden. Dann kann sowohl der Dativ als auch – wie Sie gehört haben – der Akkusativ stehen:

ab 1. Januar = ab erstem Januar / ab ersten Januar
ab 2. 4. = ab zweitem Vierten / ab zweiten Vierten

Mehr zu dieser Verwendung von ab finden Sie in Canoonet.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Nachtrag

Wenn ich schreibe, dass ich ab 9. August zehn Tage Urlaub habe, können Sie das also auf verschiedene Arten lesen:

Er hat
– ab dem neunten August
– ab neuntem August
– ab neunten August
zehn Tage Urlaub.

Ab 19. August bin ich dann wieder ganz für Sie da.

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