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	<title>Fragen Sie Dr. Bopp! &#187; Wortbildung</title>
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	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
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		<title>Feuerwerk</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 14:54:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbedeutung]]></category>

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		<description><![CDATA[Es knallt hier schon seit gestern ziemlich oft und ziemlich laut. Viele können nicht bis heute Mitternacht warten. Ich kann es ja verstehen. Es hat etwas Schönes, Faszinierendes und Gefährliches. Mir gefällt auch das leicht altertümlich anmutende Wort: Feuer-werk. Wenn man ein bisschen im Wörterbuch herumsucht, stellt man fest, dass es viele Zusammensetzungen mit -werk an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es knallt hier schon seit gestern ziemlich oft und ziemlich laut. Viele können nicht bis heute Mitternacht warten. Ich kann es ja verstehen. Es hat etwas Schönes, Faszinierendes und Gefährliches. Mir gefällt auch das leicht altertümlich anmutende Wort: <em>Feuer-werk.</em></p>
<p>Wenn man ein bisschen im Wörterbuch herumsucht, stellt man fest, dass es viele Zusammensetzungen mit <em>-werk</em> an letzter Stelle gibt. Noch erstaunlicher ist die Vielfalt der Bedeutungen dieser Wörter.</p>
<p>Eine erste Gruppe von auf <em>-werk</em> endenden Wörtern bezeichnet die Gesamtheit von etwas. Es kann etwas Natürliches sein:</p>
<blockquote><p>Astwerk, Blätterwerk, Haarwerk, Laubwerk, Rankenwerk, Strauchwerk, Wurzelwerk</p></blockquote>
<p>Die Gesamtheit kann aber auch etwas von Menschenhand Geschaffenes sein:</p>
<blockquote><p>Federwerk (Uhr), Festungswerk, Mauerwerk, Räderwerk, Segelwerk, Seilwerk, Tauwerk</p></blockquote>
<p>Beispiele von nicht ganz so konkreten Dingen:</p>
<blockquote><p>Gesetzeswerk, Reformwerk, Vertragswerk, Regelwerk</p></blockquote>
<p>Wörter auf <em>–werk</em> Bezeichnen auch Produkte bestimmter Tätigkeiten:</p>
<blockquote><p>Backwerk, Bauwerk, Druckwerk, Knüpfwerk, Schnitzwerk</p></blockquote>
<p>Wozu sie dienen:</p>
<blockquote><p>Naschwerk, Schleckwerk, Räucherwerk</p></blockquote>
<p>Woraus sie bestehen:</p>
<blockquote><p>Maschenwerk, Netzwerk, Zuckerwerk</p></blockquote>
<p>Weiter gibt es die Gruppe der Vorrichtungen und Maschinen, die etwas Bestimmtes tun:</p>
<blockquote><p>Laufwerk, Triebwerk, Schöpfwerk, Förderwerk, Hebewerk, Heizwerk, Leitwerk, Mahlwerk, Rührwerk, Schaltwerk, Schlagwerk, Zählwerk</p></blockquote>
<p>Diese Gruppe geht über in die Gruppe der Wörter, die ganze Betriebe bezeichnen, in denen etwas getan wird:</p>
<blockquote><p>Emaillierwerk, Kopierwerk, Lieferwerk, Presswerk, Pumpwerk, Sägewerk, Schmelzwerk, Stauwerk, Walzwerk</p></blockquote>
<p>Ganz allgemein bezeichnet <em>Werk</em> auch einen Betrieb, eine Fabrik.</p>
<p>- Betrieb nach Erzeugnis:</p>
<blockquote><p>Betonwerk, Chemiewerk, Elektrizitätswerk, Gaswerk, Kraftwerk, Stahlwerk, Zementwerk (im weiteren Sinne auch: Hilfswerk)</p></blockquote>
<p>- Betrieb nach Bereich:</p>
<blockquote><p>Bergwerk, Hüttenwerk, Industrierwerk</p></blockquote>
<p>- Ganz allgemein Betrieb:</p>
<blockquote><p>Audiwerke, Volkswagenwerke, Siemenswerke, Stadtwerke, Zweigwerk</p></blockquote>
<p>Die nächste große Gruppe umfasst ganz andere Bezeichnungen, nämlich die Resultate kreativen Tuns:</p>
<blockquote><p>Bach-Werk, Bühnenwerk, Erstlingswerk, Frühwerk, Geschichtswerk, Hauptwerk, Jahrhundertwerk, Kunstwerk, Lebenswerk, Lehrwerk, Musikwerk, Nachschlag(e)werk, Prosawerk, Sprachwerk</p></blockquote>
<p>Andere Wörter auf <em>–werk</em> bezeichnen die Tätigkeit selbst (und deren Resultat) unter verschiedenen Gesichtspunken:</p>
<blockquote><p>Handwerk, Maßwerk<br />
Einigungswerk, Pionierwerk, Zerstörungswerk<br />
Friedenswerk, Liebeswerk<br />
Menschenwerk, Teufelswerk<br />
Blendwerk, Gaukelwerk<br />
Machwerk, Flickwerk</p></blockquote>
<p>Eine letzte Restgruppe konnte ich nirgendwo richtig einteilen:</p>
<blockquote><p>Fuhrwerk, Grottenwerk, Schuhwerk, Stockwerk, Mundwerk</p></blockquote>
<p>Ganz für sich allein darf heute dieses schöne Wort stehen:</p>
<blockquote><p>Feuerwerk</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-6975" title="Feuerwerk" src="http://canoo.net/blog/wp-content/uploads/2011/12/silvester-feuerwerk-kinder-g-300x134.jpg" alt="" width="300" height="134" /></p></blockquote>
<p>Ich wünsche Ihnen einen guten Start ins neue Jahr! Falls Sie es mit Feuerwerk begrüßen, seien Sie bitte vorsichtig. Wenn man nicht gut aufpasst, kann das erste im Wort genannte Element gefährlich sein.</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>&#8212;</p>
<p>PS: Bevor Sie sich nun vielleicht kopfschüttelnd ans Nachschlagen und Neueinteilen machen, beachten Sie bitte das Folgende: Diese Übersicht ist weder vollständig noch sehr genau – und auch nicht die einzig mögliche.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wenn mindestens, zumindest und zum mindesten nicht genügen</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/11/22/wenn-mindestens-zumindest-und-zum-mindesten-nicht-genuegen/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 12:24:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Stilistisches]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Stil]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Dauerbrenner in vielen Fragenrubriken zur deutschen Sprache: Frage Heute geht es um das gute, alte „zumindest“. Zumindest war ich bislang der Meinung, dass man so sagt. Nun höre ich aber immer häufiger, selbst in Fernsehnachrichten oder seriösen Reportagen, dass stattdessen „zumindestens“ gesagt wird. [...] Seit nun eben auch noch die automatische Rechtschreibhilfe meines Schreibprogrammes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Dauerbrenner in vielen Fragenrubriken zur deutschen Sprache:</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Heute geht es um das gute, alte „zumindest“. Zumindest war ich bislang der Meinung, dass man so sagt. Nun höre ich aber immer häufiger, selbst in Fernsehnachrichten oder seriösen Reportagen, dass stattdessen „zumindestens“ gesagt wird. [...] Seit nun eben auch noch die automatische Rechtschreibhilfe meines Schreibprogrammes diese Wendung vorschlug, bin ich reif für Ihre Hilfe!</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau H.,</p>
<p>das Standarddeutsche stellt uns drei ähnlich klingende Ausdrücke zur Verfügung, wenn wir „wenigsten, auf jeden Fall“ sagen möchten:</p>
<blockquote><p>mindestens<br />
zumindest<br />
zum mindesten / zum Mindesten</p></blockquote>
<p>Drei sind aber offenbar nicht genug, denn man hört tatsächlich häufiger auch die aus <em>zumindest</em> und <em>mindestens</em> zusammengebastelte vierte Form <em>zumindestens</em>. Man nennt eine solche Zusammenziehung zweier Wörter oder Wendungen eine Kontamination.</p>
<p>Kontaminationen sind nicht immer grundsätzlich falsch, aber das Wort <em>zumindestens</em> gilt (vorläufig noch?) als umgangssprachlich. Es sollte deshalb ähnlich wie zum Beispiel <em>antelefonieren</em>, <em>berechtfertigen</em> und <em>meines Erachtens nach</em> in der Standardsprache vermieden werden. Ihre Rechtschreibhilfe ist mit dem Vorschlag <em>zumindestens</em> ihrer Zeit zumindest ein paar Jährchen voraus.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Nicht nur für Murgtäler und Friedrichstalerinnen</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/11/20/nicht-nur-fur-murgtaler-und-friedrichstalerinnen/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Nov 2011 15:20:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Eigennamen]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Ich komme aus einem Ort im Murgtal  im Schwarzwald und es ist üblich wenn man zu mir (zu uns) sagt: „Du bist ein (Ihr seid) Murgtäler.“ Jetzt wohne ich in Friedrichstal bei Karlsruhe. Viele bestehen hier darauf als Friedrichstaler und nicht als Friedrichstäler angesprochen zu werden. Was ist grammatikalisch korrekt? Antwort Guten Tag Herr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Ich komme aus einem Ort im Murgtal  im Schwarzwald und es ist üblich wenn man zu mir (zu uns) sagt: „Du bist ein (Ihr seid) Murgtäler.“ Jetzt wohne ich in Friedrichstal bei Karlsruhe. Viele bestehen hier darauf als Friedrichstaler und nicht als Friedrichstäler angesprochen zu werden. Was ist grammatikalisch korrekt?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag Herr oder Frau M.,</p>
<p>bei Einwohnernamen sollte man vor allem auf die Einwohner und Einwohnerinnen hören. Rein grammatikalisch sind nämlich beide Formen richtig. Wenn man geographische Adjektive und Einwohnernamen mit <em>-er</em> bildet, kann das Grundwort umgelautet werden. Es muss aber nicht umgelautet werden. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Rom – Römer<br />
Elsass – Elsässer<br />
Schwarzwald – Schwarzwälder<br />
Mühlhausen – Mühlhäuser (Thüringen)</p></blockquote>
<blockquote><p>Bonn – Bonner<br />
Stuttgart – Stuttgarter<br />
Greifswald – Greifswalder<br />
Mühlhausen – Mühlhaus[en]er (Elsass)</p></blockquote>
<p>Korrekt sind also theoretisch sowohl:</p>
<blockquote><p>Murgtäler<br />
Friedrichstäler</p></blockquote>
<p>als auch:</p>
<blockquote><p>Murgtaler<br />
Friedrichstaler</p></blockquote>
<p>Entscheidend ist aber, was am Ort oder in der Region üblich ist:</p>
<blockquote><p>Murgtäler<br />
Friedrichstaler</p></blockquote>
<p>Sie sind also ein Murgtäler oder eine Murgtälerin und wohnen nun zwischen den Friedrichstalern und Friedrichstalerinnen. Bei Ortsnamen auf <em>-tal</em> kommt die Form ohne Umlaut übrigens häufiger vor (z.B. <em>Wuppertaler, Emmentaler, Zillertaler</em>). Das heißt aber nicht, dass <em>Murgtäler</em> in irgendeiner Weise falsch oder weniger gut wäre. Es ist die Form, die im Murgtal verwendet wird, und somit ist es die richtige Form.</p>
<p>Das gilt ganz allgemein. Auch wenn fast alle Orte mit einem Namen auf <em>–stadt</em> Einwohner auf <em>–städter</em> haben (<em>Darmstädter, Ingolstädter, Eisenstädter</em>) nennen sich die Einwohner und Einwohnerinnen von Schifferstadt ganz richtig und ganz zu Recht <em>Schifferstadter</em> und <em>Schifferstadterinnen</em>. Auch wenn gemäß den Wörterbüchern das Adjektiv und der Einwohnername zu Basel auch <em>Bas<strong>e</strong>ler</em> lauten soll und es in verschiedenen deutschen Städten tatsächlich eine <em>Bas<strong>e</strong>ler Straße</em> gibt, käme es in Basel (und dem Rest der deutschsprachigen Schweiz) kaum jemandem in den Sinn, von der <em>Baseler</em> Firma Canoo zu reden. Es heißt hier immer nur: die <em>Basler</em> Firma <a href="http://www.canoo.com/?l=de">Canoo</a>.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Konstellieren</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/09/16/konstellieren/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 17:47:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Wort unbekannt]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute wieder einmal etwas dazu, warum es gar nicht so einfach ist, ein neugebildetes Wort zu verwenden. Frage Letztens stieß ich in einem wissenschaftlichen Text auf das Wort „konstellieren“ (abgeleitet von „Konstellation“). Ich fand’s sehr hübsch, traue mich aber nicht, es selbst zu verwenden, weil ich nicht weiß, ob es das Wort wirklich gibt. Eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute <a href="http://canoo.net/blog/2010/07/12/ein-wort-erfunden-was-nun/">wieder einmal</a> etwas dazu, warum es gar nicht so einfach ist, ein neugebildetes Wort zu verwenden.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Letztens stieß ich in einem wissenschaftlichen Text auf das Wort „konstellieren“ (abgeleitet von „Konstellation“). Ich fand’s sehr hübsch, traue mich aber nicht, es selbst zu verwenden, weil ich nicht weiß, ob es das Wort wirklich gibt. Eine Google-Stichprobe ergab, dass es kaum vorkommt. In den Wörterbüchern taucht es gar nicht auf. Ist es Ihnen bekannt?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr H.,</p>
<p>das Verb <em>konstellieren</em> ist mir nicht bekannt. Auch in den mir zur Verfügung stehenden Wörterbüchern und -listen kommt es nicht vor. Ist es deshalb ein falsches oder unmögliches Wort?</p>
<p>Seine Form passt gut in ein häufig vorkommendes Muster: Zu vielen auf <em>–ieren</em> endenden Verben gibt es ein Substantiv auf <em>–ation</em>:</p>
<blockquote><p>isolieren – Isolation<br />
konzentrieren – Konzentration<br />
partizipieren &#8211; Partizipation<br />
restaurieren – Restauration<br />
u. v. a. m.</p></blockquote>
<p>Dazu passt mühelos auch dieses Wortpaar:</p>
<blockquote><p>konstellieren – Konstellation</p></blockquote>
<p>Die Form ist also kein Problem. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb das Wort bei flüchtigerem Lesen unbemerkt „durchrutscht“. Bei genauerem Lesen stellt sich dann allerdings die Frage der Bedeutung. Doch wie oft kommt es nicht vor, dass man in wissenschaftliche oder wissenschaftlich daherkommenden Texten einem Wort begegnet, dessen Bedeutung man nicht oder nur vage kennt. „Es wird wohl etwa mit <em>zusammenstellen</em> zu tun haben“, war mein erster Gedanke. Erst wenn man es genauer wissen will, stockt man beim Verb <em>konstellieren</em>.</p>
<p>Fangen wir einmal beim in den Wörterbüchern verzeichneten Substantiv <em>Konstellation</em> an: Es geht auf das lateinische <em>constellatio</em> mit der Bedeutung <em>Stellung der Sterne (untereinander) </em>zurück. Diese Bedeutung hat es auch heute noch. Es wird auch im übertragenen Sinne verwendet und bezeichnet dann das Zusammentreffen bestimmter Umstände und die sich daraus ergebende Situation: <em>eine neue politische Konstellation, eine ungünstige Konstellation der Umweltfaktoren</em>.</p>
<p>Im Französischen und Italienischen gibt es ein dazu passendes Verb: <em>consteller</em> bzw. <em>costellare</em>. Beide bedeuten <em>mit Sternen übersäen</em> und figürlich <em>mit etwas besetzten/bestreuen</em>. Ich weiß nun nicht, ob Ihnen bei der deutschen Neuschöpfung eine ähnliche Bedeutung vorschwebt oder ob Sie mit diesem Verb etwas anderes ausdrücken möchten. Vielleicht ist damit <em>zu einer bestimmten Konstellation führen</em>, <em>eine bestimmte Konstellation entstehen lassen </em>gemeint. Es könnte auch sein, dass ganz einfach meine erste Intuition richtig war: Sie möchten <em>konstellieren</em> als eine Art gelehrter klingende Variante von <em>zusammenstellen</em> benutzen.</p>
<p>Damit sind wir beim eigentliche Problem der Verwendung von Neubildungen wie <em>konstellieren </em>angelangt: Das Wort ist weder prinzipiell falsch noch unmöglich, Sie können aber nicht sicher sein, dass man versteht, was Sie genau damit meinen. Ihr Zögern ist also gerechtfertigt. Wenn Ihnen das Wort so gut gefällt, dass Sie es einfach nicht lassen können, es zu verwenden, sollten Sie es kurz erklären oder dafür sorgen, dass aus dem Kontext deutlich hervorgeht, was gemeint ist.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Reib(e)käse</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/08/28/reib-e-kaese/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2011/08/28/reib-e-kaese/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Aug 2011 16:47:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Sie heute Abend Spaghetti essen oder einen Auflauf mit Käse überbacken, verwenden Sie dann Reibkäse oder Reibekäse? Frage Heißt es Reibkäse oder Reibekäse? Nach meiner bisherigen Recherche scheint es so zu sein, dass mit Reibe- Substantive beginnen, die etwas bezeichnen, das durch Reibung entstanden ist, z. B. Reibekuchen oder Reibelaut. Reib- hingegen scheint Verwendung zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Sie heute Abend Spaghetti essen oder einen Auflauf mit Käse überbacken, verwenden Sie dann Reibkäse oder Reibekäse?</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Heißt es Reibkäse oder Reibekäse? Nach meiner bisherigen Recherche scheint es so zu sein, dass mit <em>Reibe-</em> Substantive beginnen, die etwas bezeichnen, das durch Reibung entstanden ist, z. B. <em>Reibekuchen</em> oder <em>Reibelaut</em>. <em>Reib-</em> hingegen scheint Verwendung zu finden, wenn das Substantiv etwas bezeichnet, das unmittelbar mit Reibung zu tun hat, wie z. B. das <em>Reibeisen</em>.</p>
<p>Nach dieser Folgerung wäre der Reibkäse ein Produkt, welches zur Verwendung in geriebener Form gedacht, also noch am Stück ist. Dagegen wäre Reibekäse Käse in geriebener Form.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr G.,</p>
<p>Ihr Gedankengang klingt einleuchten<span style="color: red;">d</span>. Ich kann Ihre Schlussfolgerung leider trotzdem nicht teilen. Ob man in Zusammensetzungen mit einem Verb an erster Stelle ein e verwendet oder nicht, hängt meist nicht von der Bedeutung ab. Entscheidend ist die Form des Verbstammes – und was üblich ist.</p>
<p>Zur Form: Bei Verbstämmen, die wie <em>reib(en)</em> auf ein b enden, wird manchmal ein e eingefügt und manchmal nicht. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Werbeagentur – Webstuhl<br />
Lebewesen – Lebzeiten<br />
gebefreudig – schreibgewandt.</p></blockquote>
<p>Was ist üblich: Bei <em>reiben</em> kommen sowohl Bildungen mit e als auch Bildungen ohne e vor. Die Bedeutung spielt hierbei keine Rolle:</p>
<blockquote><p>Reibeisen = Eisen, das zum Reiben dient<br />
Reibebrett = Brett, das zum Reiben dient</p>
<p>Reibkäse = Käse der gerieben wird/gerieben werden kann<br />
Reibeputz = Putz der aufgerieben wird/aufgerieben werden kann</p>
<p>Reibelaut<em>,</em> Reibekuchen – Reibfläche, Reibrad</p></blockquote>
<p>Es gibt also keine feste Regel, nach der man entscheiden könnte, ob <em>Reib-</em> oder <em>Reibe-</em> richtig ist.</p>
<p>Gehen wir nun zum Ausgangswort zurück: Die häufiger in Wörterbüchern verzeichnete Form lautet <em>Reibkäse</em>, weil es wahrscheinlich die etwas häufiger verwendete Variante ist. Man nennt dabei sowohl den Käse, der gerieben werden kann, als auch den bereits geriebenen Käse <em>Reibkäse</em>. Daneben wird aber auch sehr häufig – und nicht weniger korrekt – <em>Reibekäse</em> gesagt und geschrieben; dies ebenfalls sowohl für den reibbaren als auch für den geriebenen Käse. Es könnte hier regionale Unterschiede geben, doch dazu habe ich keine Angaben finden können. In meinem persönlichen Wortschatz kommt nur <em>Reibkäse</em> vor.</p>
<p>Meine Schlussfolgerung lautet: Sowohl <em>Reibkäse</em> als auch <em>Reibekäse</em> sind korrekte Formen. Einen Bedeutungsunterschied gibt es nicht. Sowohl reibbarer Käse am Stück als auch bereits geriebener Käse wird jeweils mit dem gleichen Wort bezeichnet.</p>
<p>Mehr zum Fugenlaut e bei Verben finden Sie <a href="http://www.canoo.net/services/WordformationRules/Komposition/WB-Elements/Fuge-e-V.html">hier</a>. Und ob Sie nun Reibkäse oder Reibekäse verwenden: Achten Sie auf gute Qualität! Es lohnt sich!</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Überraschen überraschend einfach</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/08/01/ueberraschen/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 11:45:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Viele Wörter im Deutschen lassen sich zerlegen und offenbaren dadurch eine Bedeutung, die einem so nicht bewusst war. Heute bin ich im gleichen Sinne über das Wort „überraschen“ gestolpert. Nun frage ich mich, gibt oder gab es das Wort „raschen“ und wenn ja, was bedeutet es? Antwort Guten Tag L., das Wort überraschen gehört [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Viele Wörter im Deutschen lassen sich zerlegen und offenbaren dadurch eine Bedeutung, die einem so nicht bewusst war. Heute bin ich im gleichen Sinne über das Wort „überraschen“ gestolpert. Nun frage ich mich, gibt oder gab es das Wort „raschen“ und wenn ja, was bedeutet es?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag L.,</p>
<p>das Wort <em>überraschen</em> gehört zu den Wörtern, die so selbstständig, selbstverständlich und selbstbewusst in unserem Wortschatz auftreten, dass man sich kaum je die Frage stellt, wie sie eigentlich zustande gekommen sind. Mir war der Zusammenhang zwischen der Form <em>über+rasch+en</em> und der Bedeutung <em>überraschen</em> jedenfalls auch nicht klar.</p>
<p>Woher kommt also <em>überraschen</em>? Auch wenn es so einfach klingt, dass man es kaum glauben mag: <em>überraschen</em> ist von <em>rasch</em> abgeleitet. Das Verb hat also nichts mit <em>rascheln</em> zu tun. Es bedeutet nicht <em>etwas für jemanden tun, ohne es durch Rascheln zu verraten</em> oder <em>so laut rascheln, dass die anderen etwas nicht bemerken</em>. Es ist auch keine durch Präfixaustausch und Umstellung von <em>a</em> und <em>r</em> dezent verhüllte Variante des eher vulgären Ausdrucks <em>verarschen</em>. So kompliziert ist es nicht. Das Verb <em>überraschen</em> ist einfach eine direkte Ableitung des Adjektivs <em>rasch = schnell</em>. Es bedeutete ursprünglich <em>rascher als jemand sein</em> oder kriegerischer <em>rasch über jemanden herfallen, jemanden rasch überfallen</em>.</p>
<p>Die heutige Bedeutung ist glücklicherweise meistens in einem abgeschwächten, übertragenen Sinne zu verstehen. Man muss also bei zum Beispiel einer Geburtstagsüberraschung in der Regel nicht befürchten, eventueller teurer Geschenke wegen an seinem Geburtstag rasch überfallen zu werden.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Twenty-one, vingt-et-un, zwanzigundeins &#8230;</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/06/26/5255/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2011/06/26/5255/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 26 Jun 2011 13:25:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Zahlen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=5255</guid>
		<description><![CDATA[Frage Eine Frage liegt mir schon eine Weile am Herzen: die Zahlenaussprache in der deutschen Sprache. Englisch Deutsch Russisch eleven elf [adínatzat'] twelve zwölf [dwinátzat'] thirteen dreizehn [trinátzat] fourteen vierzehn [tschityrnatzat'] fifteen fünfzehn [pitnátzat'] sixteen sechzehn [schyßnátzat'] seventeen siebzehn [ßimnátzat'] eighteen achtzehn [waßimnátzat'] nineteen neunzehn [diwitnátzat'] twenty zwanzig [dwátzat'] twenty-one einundzwanzig [dwátzat' adín] Warum wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Eine Frage liegt mir schon eine Weile am Herzen: die Zahlenaussprache in der deutschen Sprache.</p>
<blockquote>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>Englisch</strong></td>
<td><strong>Deutsch</strong></td>
<td><strong>Russisch</strong></td>
</tr>
<tr>
<td>eleven</td>
<td>elf</td>
<td>[adínatzat']</td>
</tr>
<tr>
<td>twelve</td>
<td>zwölf</td>
<td>[dwinátzat']</td>
</tr>
<tr>
<td>thirteen</td>
<td>dreizehn</td>
<td>[trinátzat]</td>
</tr>
<tr>
<td>fourteen</td>
<td>vierzehn</td>
<td>[tschityrnatzat']</td>
</tr>
<tr>
<td>fifteen</td>
<td>fünfzehn</td>
<td>[pitnátzat']</td>
</tr>
<tr>
<td>sixteen</td>
<td>sechzehn</td>
<td>[schyßnátzat']</td>
</tr>
<tr>
<td>seventeen</td>
<td>siebzehn</td>
<td>[ßimnátzat']</td>
</tr>
<tr>
<td>eighteen</td>
<td>achtzehn</td>
<td>[waßimnátzat']</td>
</tr>
<tr>
<td>nineteen</td>
<td>neunzehn</td>
<td>[diwitnátzat']</td>
</tr>
<tr>
<td>twenty</td>
<td>zwanzig</td>
<td>[dwátzat']</td>
</tr>
<tr>
<td>twenty-one</td>
<td>einundzwanzig</td>
<td>[dwátzat' adín]</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Warum wird im Deutschen und im Englischen eine eigenständige 11 und 12 gesprochen und nicht z.B. <em>ein-zehn</em>, <em>zwei-zehn</em> wie im Russischen (1-[natzat], 2-[natzat]). Ab 13 haben alle drei Sprachen wieder die Zusammensetzung Einerzahl+<em>zehn</em>.</p>
<p>Und dann noch folgender Unterschied: Während im Englischen und Russischen ab zwanzig zuerst die Zehnerzahl und dann die Einerzahl genannt wird (<em>twenty-one, [dwátzat' adín]</em>), ist es im Deutschen umgekehrt (einundzwanzig).</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr D.,</p>
<p>die einfachste Antwort auf Ihre Frage könnte lauten: Weil es so ist. Diese Antwort wäre aber wenig befriedigend. Ich meine damit, dass verschiedene Sprachen verschiedene Methoden entwickelt haben, um dasselbe auszudrücken.</p>
<p>Dass einige Sprachen wie das Deutsche und Englische ein einfaches Wort für elf und zwölf haben, liegt wohl daran, dass man früher nicht nur das Dezimalsystem verwendetet. Häufig rechnete man zum Beispiel mit Dutzend (12),  halbem Dutzend (6) und Gros (= 12 Dutzend = 144). So werden zum Beispiel Eier auch heute noch häufig in Verpackungen zu 6 oder 12 Eiern verkauft. Man ging in diesem System bei den Zahlwörtern erst nach 12 auf das Dezimalsystem und die entsprechenden zusammengesetzten Bezeichnungen über*. Das ist bis heute so erhalten geblieben.</p>
<p>Eine Art Zwanzigersystem gab es im französischen Sprachraum: Man zählt in Frankreich auch heute noch zwischen 60 (= 3 x 20) und 80 (= 4 x 20) durch, das heißt es gibt kein Wort für <em>siebzig</em>:</p>
<blockquote><p>soixante-neuf, soixante-dix, soixante-et-onze, soixante-douze<br />
= sechzig-neun, sechzig-zehn, sechzig-und-elf, sechzig-zwölf</p></blockquote>
<p>Zwischen 80 und 99 wird es noch komplizierter:</p>
<blockquote><p>80 = quatre-vingt = vier [mal] zwanzig<br />
81 = quatre-vingt-un = vier zwanzig eins<br />
89 = quatre-vingt-neuf = vier zwanzig neun<br />
90 = quatre-vingt-dix = vier zwanzig zehn<br />
91 = quatre-vingt-onze = vier zwanzig elf<br />
99 = quatre-ving-dix-neuf = vier zwanzig zehn neun</p></blockquote>
<p>In verschiedenen Sprachen haben sich also verschiedene Zählsysteme entwickelt, die in unterschiedlicher Weise bis heute erhalten geblieben sind. So kompliziert wie bei <em>quatre-vingt-dix-neuf</em> wird es aber selten.</p>
<p>Ähnliches kann über die Reihenfolge der Elemente in zusammengesetzten Zahlen gesagt werden. Einige germanische Sprachen wie Deutsch, Niederländisch, Friesisch und altes o. gehobenes Englisch nennen zuerst die Einerzahl, dann die Zehnerzahl:</p>
<blockquote><p>dt. dreizehn, neunzehn, einundzwanzig<br />
nl. dertien, negentien, <span style="text-decoration: line-through;">eenentwentig</span> eenentwintig<br />
en. thirteen, nineteen, one and twenty</p></blockquote>
<p>Das moderne Englisch wechselt wie das Russische ab zwanzig von der Einer-Zehner-Folge auf die Zehner-Einer-Folge</p>
<blockquote><p>eightnineteen, nineteen || twenty-one, twenty-two</p></blockquote>
<p>Im Englischen ist diese Reihenfolge aber nicht ursprünglich, sondern (gem. Wörterbuch Merriam-Webster) aus dem Französischen übernommen worden. Das alte, aus dem Angelsächsischen stammende <em>one and twenty</em> ist fast gänzlich durch das heute übliche <em>twenty-one</em> ersetzt worden. Das moderne Englisch verwendet also germanische Zahlwörter in romanischer Reihenfolge.</p>
<p>Zur Bevorzugung der einen oder der anderen Variante kann man ganz grob Folgendes sagen: In germanischen Zusammensetzungen wird der Kern einer Zusammensetzung zuletzt genannt, während er in romanischen Sprachen zuerst genannt wird. Das könnte bei der Bildung von Zusammensetzungen für Zahlen einen Einfluss gehabt haben:</p>
<blockquote><p>Fußballmannschaft &#8211; équipe de football<br />
Zahlensysten &#8211; système de numération<br />
marineblau &#8211; bleu marine<br />
einundzwanzig &#8211; vingt-et-un</p></blockquote>
<p>Diese Darstellung beschränkt sich auf einige wenige Sprachen und ist auch sonst alles andere als vollständig. Sie soll nur zeigen, dass verschiedene Sprachen und Sprachgruppen bei der Bennenung der Zahlen ganz unterschiedliche Strategien verwendet haben.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>* Die Zahlwörter <em>elf</em> und <em>zwölf</em> beziehen sich allerdings indirekt auch auf <em>zehn</em>. Ihre ursprüngliche Bedeutung war ungefähr <em>eins übrig</em> und <em>zwei übrig</em>, d. h., was übrig bleibt, wenn man schon zehn gezählt hat.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Einmilliardengrenze</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/05/26/die-einmilliardengrenze/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 May 2011 12:00:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bindestrich]]></category>
		<category><![CDATA[Fugenelement]]></category>
		<category><![CDATA[Zahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Was ist korrekt: jenseits der Ein-Milliarden-Grenze oder jenseits der Eine-Milliarden-Grenze? Antwort Sehr geehrter Herr F., es heißt: jenseits der Einmilliardengrenze Millliarde ist ein Zahlwort, aber es ist wie Million oder Dutzend ein Substantiv. Es hat ein Geschlecht (die Milliarde), hat Einzahl- und Mehrzahlformen (Milliarde – Milliarden) und wird entsprechend großgeschrieben. Auch bei der Wortzusammensetzung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Was ist korrekt: <em>jenseits der Ein-Milliarden-Grenze</em> oder jenseits <em>der Eine-Milliarden-Grenze</em>?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr F.,</p>
<p>es heißt:</p>
<blockquote><p>jenseits der Einmilliardengrenze</p></blockquote>
<p><em>Millliarde</em> ist ein Zahlwort, aber es ist wie <em>Million</em> oder <em>Dutzend</em> ein Substantiv. Es hat ein Geschlecht (<em>die Milliarde</em>), hat Einzahl- und Mehrzahlformen (<em>Milliarde – Milliarden</em>) und wird entsprechend großgeschrieben. Auch bei der Wortzusammensetzung verhält es sich wie ein Substantiv. Das Wort <em>Einmilliardengrenze</em> hat den gleichen Aufbau wie zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Einfamilienhaus, Einparteienstaat, Einpersonenhaushalt, Einschienenbahn, Zweiparteiensystem, Mehrfamilienhaus <em>usw.</em></p></blockquote>
<p>Die Zusammensetzung <em>Einmilliardengrenze</em> entspricht also einer im Deutschen üblichen Wortbildungsart.</p>
<p>Wenn man „unbedingt“ will, kann man Bindestriche verwenden:</p>
<blockquote><p>jenseits der Ein-Milliarden-Grenze</p></blockquote>
<p>Diese Bindestriche sollen der Verdeutlichung dienen. Ich finde aber, dass sie hier im Gegenteil eher verwirren als verdeutlichen. Ist es nicht so, dass Ihre Frage vor allem dann aufkommt, wenn man die einzelnen Elemente der Zusammensetzung durch Bindestriche voneinander trennt? Erst dann fällt so richtig auf, dass die ungebeugte Form <em>ein</em> vor der Form <em>Milliarden</em> steht, die man so isoliert und mit großem M als Pluralform interpretiert: <em> </em></p>
<p><em>Ein-Milliarden</em>?<em> – </em>Es heißt doch<em> ein<strong>e</strong> Milliard<strong>e </strong></em>oder<em> mehrere Milliard<strong>en</strong></em>! <em> </em></p>
<p><em>Milliarden</em> entspricht zwar formal einer Pluralform, hat aber in einer Zusammensetzung wie <em>Einmilliardengrenze</em> nicht mehr diese Funktion (vgl. <a href=" http://www.canoo.net/services/WordformationRules/Komposition/WB-Elements/Fuge.html">Fugenelmente</a>). Und wie zum Beispiel <em>Einfamilienhaus</em> zeigt, verwendet man in Zusammensetzungen die ungebeugte Form <em>ein </em>auch dann, wenn ein weibliches Wort folgt.<em> </em>Zusammensetzungen „funktionieren“ anders als nebeneinanderstehende Wörter in einem Satz.<em> </em>Ich empfehle hier deshalb die Schreibung ohne Bindestriche:</p>
<blockquote><p>Einmilliardengrenze<br />
Einmillionenstadt<br />
Einfamilienhaus</p></blockquote>
<p>Und wenn Ihnen das Wort weder mit Bindestrichen noch ohne sie wirklich gefallen will, können Sie natürlich auch einfach <em>jenseits der Grenze von einer Milliarde</em> sagen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Warum geschlechtig fehlt</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/05/18/warum-geschlechtig-fehlt/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2011/05/18/warum-geschlechtig-fehlt/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 18 May 2011 11:19:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Wort unbekannt]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Im Biologieheft meines Sohnes finde ich die Ausdrücke „eingeschlechtig“ und „zweigeschlechtig“ in Verbindung mit Blüten. Mir war bisher nur „geschlechtlich“ bekannt. In canoonet finde ich kein „geschlechtig“, aber im Wahrig stehen beide Ausdrücke. Warum hat canoonet diesen Ausdruck bisher nicht aufgenommen? Antwort Sehr geehrter Herr K., Sie kannten das Wort geschlechtig nicht, weil geschlechtig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Im Biologieheft meines Sohnes finde ich die Ausdrücke „eingeschlechtig“ und „zweigeschlechtig“ in Verbindung mit Blüten. Mir war bisher nur „geschlechtlich“ bekannt. In canoonet finde ich kein „geschlechtig“, aber im Wahrig stehen beide Ausdrücke. Warum hat canoonet diesen Ausdruck bisher nicht aufgenommen?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr K.,</p>
<p>Sie kannten das Wort <em>geschlechtig</em> nicht, weil <em>geschlechtig</em> im Deutschen nicht als allein stehendes Wort verwendet wird. Es kommt nur in Verbindung mit einem anderen Wort vor. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>eingeschlechtig<br />
zweigeschlechtig<br />
getrenntgeschlechtig</p></blockquote>
<p>Das steht eigentlich auch in (meinem) Wahrig: „geschlechtig, in Fügungen, z. B. getrenntgeschlechtig“. Damit ist gemeint, dass <em>geschlechtig</em> nur in zusammengesetzten Wörtern wie zum Beispiel <em>getrenntgeschlechtig</em> vorkommt. Das ist auch der Grund, weshalb Sie das Wort <em>geschlechtig</em> nicht als separaten Eintrag im Canoonet-Wörterbuch finden. Sie finden aber Zusammensetzungen der Form <em><a href="http://www.canoo.net/*geschlechtig">&#8230;geschlechtig</a></em>:</p>
<blockquote><p>doppelgeschlechtig, eingeschlechtig, getrenntgeschlechtig, gleichgeschlechtig, ungleichgeschlechtig, zweigeschlechtig</p></blockquote>
<p>Interessant ist in diesem Zusammenhang auch <a href="http://www.canoo.net/wordformation/zweigeschlechtig">diese Ansicht</a>.</p>
<p>Neben <em>geschlechtig</em> gibt es noch viele andere Formen, die in gleicher Weise nur in Zusammensetzungen, nicht aber allein stehend vorkommen. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>-armig: achtarmig, beidarmig, langarmig<br />
-äugig: blauäugig, großäugig, scharfäugig<br />
-monatig: einmonatig, dreimonatig, mehrmonatig<br />
-prozentig: hundertprozentig, hochprozentig<br />
-randig: breitrandig, glattrandig, schmalrandig<br />
-sprachig: dreisprachig, mehrsprachig, deutschsprachig</p></blockquote>
<p>Dann noch kurz zur Bedeutung: Die Form <em>-geschlechtig</em> bedeutet <em>ein Geschlecht habend</em>. Die Form <em>-geschlechtlich</em> bedeutet <em>auf das Geschlecht bezogen, sexuell</em>. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>eingeschlechtig = ein Geschlecht habend<br />
gleichgeschlechtig = das gleiche Geschlecht habend<br />
gleichgeschlechtlich = auf das gleiche Geschlecht bezogen</p></blockquote>
<p>Dieser Bedeutungsunterschied zwischen <em>-geschlechtig </em>und <em>-geschlechtlich</em> wird allerdings nicht immer von allen streng eingehalten.</p>
<p>Sie werden natürlich immer wieder Wörtern begegnen, die Sie nicht im Wörterbuch finden. Es gibt sehr, sehr viele und immer wieder neue Wörter, so dass kein Wörterbuch sie alle auflisten kann. Die Form <em>geschlechtig</em> zeigt aber, dass das „Fehlen“ eines Wortes manchmal auch daran liegen kann, dass das Wort in dieser Form gar nicht verwendet wird. Es gibt zwar eingeschlechtige und zweigeschlechtige Blüten, das Wort <em>geschlechtig</em> gibt es aber trotzdem nicht.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Valentinstagsrätsel</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/02/13/valentinstagsraetsel/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Feb 2011 17:55:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bindestrich]]></category>
		<category><![CDATA[Fugenelement]]></category>

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		<description><![CDATA[Es geht hier weder um die Liebe noch um den Kommerz, sondern einfach um die Wortbildung. Frage Mein örtliches Anzeigenblättchen titelte links oben: „Valentinstagsrätsel“. Das klingt furchtbar, aber ist es auch falsch? Das ist gerade mein Rätsel &#8230; Antwort Sehr geehrter Herr K., das Wort Valentinstagsrätsel mag mit seinen beiden Fugen-s nicht allzu melodiös klingen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es geh<span style="text-decoration: underline;">t</span><em> </em>hier weder um die Liebe noch um den Kommerz, sondern einfach um die Wortbildung.</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Mein örtliches Anzeigenblättchen titelte links oben: „Valentinstagsrätsel“. Das klingt furchtbar, aber ist es auch falsch? Das ist gerade mein Rätsel &#8230;</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr K.,</p>
<p>das Wort <em>Valentinstagsrätsel</em> mag mit seinen beiden Fugen-s nicht allzu melodiös klingen, aber es ist korrekt gebildet. Wenn Zusammensetzungen mit dem Wort <em>Tag</em> an zweiter Stelle in einer weiteren Zusammensetzung an erster Stelle stehen, verwendet man in der Regel ein Fugen-s:</p>
<blockquote><p>Sonntagsruhe<br />
Bundestagswahl<br />
Reichstagsabgeordneter<br />
Gründonnerstagsliturgie<br />
Geburtstagsüberraschung<br />
Reformationstagsfeier</p></blockquote>
<p>In den angelsächsischen Ländern ging es, soweit ich weiß, beim Valentinstag eigentlich um (anonyme) <em>Valentinstag</em><strong><em>s</em></strong><em>karten</em>. Heutzutage wird man auch bei uns „multimedial“ dazu aufgefordert, mindestens ein persönliches <em>Valentinstag</em><strong><em>s</em></strong><em>geschen</em><em><span style="text-decoration: underline;">k</span></em> zu überreichen. Ein speziell auf den Valentinstag zugeschnittenes Rätsel ist also auf der Ebene der Wortbildung entsprechend ein <em>Valentinstag</em><strong><em>s</em></strong><em>rätsel</em>. Ebenfalls üblich sind allerdings die Bezeichnungen <em>Valentinskarte</em> und <em>Valentinsgeschenk</em>. Im Titel  hätte also auch der kürzere Begriff <em>Valentinsrätsel</em> stehen können.</p>
<p><em>Valentinstagsrätsel</em> ist vielleicht nicht die schönste aller Wortschöpfungen. Es ist aber immerhin ganz erfreulich, dass Ihr Anzeigenblatt nicht der um sich greifenden „Bindestrichmanie“ erlegen ist (<em>Valentinstags-Rätsel</em>) oder die Rechtschreibregeln gänzlich hinter sich lassend <em>Valentinstags Rätsel</em> oder gar <em>Valentinstag&#8217;s Rätsel </em>geschrieben hat.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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