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	<title>Fragen Sie Dr. Bopp!</title>
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	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
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		<title>Mause- bzw. Rattenfallen</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2009/06/30/mause-bzw-rattenfallen/</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 21:48:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Bindestrich]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
Der Titel einer Broschüre heißt: „Ihr Erfolg durch Erbe- und Nachfolgeplanung“. Nun trat die Frage auf, ob es nicht richtiger wäre, ohne das e zu schreiben, da es ja auch Erbplanung heißt: „Ihr Erfolg durch Erb- und Nachfolgeplanung“. Was wäre aus Ihrer Sicht richtig?
Antwort
Sehr geehrte Frau B.,
richtig ist:
Ihr Erfolg durch Erb- und Nachfolgeplanung
Ein Ergänzungsstrich steht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Der Titel einer Broschüre heißt: „Ihr Erfolg durch Erbe- und Nachfolgeplanung“. Nun trat die Frage auf, ob es nicht richtiger wäre, ohne das <em>e </em>zu schreiben, da es ja auch <em>Erbplanung</em> heißt: „Ihr Erfolg durch Erb- und Nachfolgeplanung“. Was wäre aus Ihrer Sicht richtig?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau B.,</p>
<p>richtig ist:</p>
<blockquote><p>Ihr Erfolg durch Erb- und Nachfolgeplanung</p></blockquote>
<p>Ein Ergänzungsstrich steht für den Wortteil, der weggelassen wird. Der Wortteil, den man stehen lässt, bleibt unverändert. Das gilt auch dann, wenn er wie hier <em>Erb</em> allein stehend kein eigenes Wort ist:</p>
<blockquote><p>Erb<em>planung</em> und Nachfolgeplanung =&gt; Erb- und Nachfolgeplanung</p></blockquote>
<p>Andere Beispiele:</p>
<blockquote><p>End<em>bearbeitung</em> und Nachbearbeitung =&gt; End- und Nachbearbeitung<br />
Erdbeer<em>eis</em> oder Vanilleeis =&gt; Erdbeer- oder Vanilleeis<br />
Mause<em>fallen</em> bzw. Rattenfallen =&gt; Mause- bzw. Rattenfallen<br />
Vergnügungs<em>parks</em> und Freizeitparks =&gt; Vergnügungs- und Freizeitparks<br />
weder ein<em>laden</em> noch ausladen =&gt; weder ein- noch ausladen</p></blockquote>
<p>Mehr zum Ergänzungsstrich finden Sie <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Interpunktion/Ergaenzungsstrich.html">hier</a>.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Dialekt und Grammatik</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2009/06/28/dialekt-und-grammatik/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2009/06/28/dialekt-und-grammatik/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Jun 2009 09:21:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
Wir haben derzeit angeregte Diskussionen zum Thema deutsche Grammatik und Dialekte – daher die folgenden Fragen:
Gelten Grammatikfehler im Hochdeutschen, z.B. wegen+Dativ statt wegen+Genitiv, auch als Grammatikfehler im Dialekt, z.B. im Schwäbischen? Oder gelten Dialekte sozusagen als „eigene“ Sprachen und sind dort solche Dinge dann möglicherweise richtig?
Wie steht es also mit dem schwäbischen Konstrukt die, wo [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Wir haben derzeit angeregte Diskussionen zum Thema deutsche Grammatik und Dialekte – daher die folgenden Fragen:</p>
<p>Gelten Grammatikfehler im Hochdeutschen, z.B. <em>wegen</em>+Dativ statt <em>wegen</em>+Genitiv, auch als Grammatikfehler im Dialekt, z.B. im Schwäbischen? Oder gelten Dialekte sozusagen als „eigene“ Sprachen und sind dort solche Dinge dann möglicherweise richtig?</p>
<p>Wie steht es also mit dem schwäbischen Konstrukt <em>die, wo </em>oder <em>kleiner wie</em>? Ist und bleibt es falsch oder ist es im Dialekt richtig?</p>
<p>Und eine letzte Frage: unterscheiden sich die einzelnen deutschen Dialekte eigentlich bezüglich der Menge oder des Ausmaßes der Abweichungen zur deutschen Grammatik (z.B. Schwäbisch verglichen mit Sächsisch)?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau D.,</p>
<p>da ich kein Dialektologe bin und der Platz hier beschränkt ist, kann ich leider nur ein paar allgemeine Angaben machen:</p>
<p>Was in der Standardsprache als Fehler gilt, kann im Dialekt richtig sein. Vieles, was im Standarddeutschen als Grammatikfehler angemerkt wird, findet seinen Ursprung in den Dialekten. Ein Dialekt ist aber keine mehr oder weniger unorganisierte, mit „amüsanten“ Ausdrücken garnierte Ansammlung von Grammatik- und Aussprachefehlern, sondern ein eigenes Sprachsystem mit eigenen Regeln.</p>
<p>Jeder Dialekt hat seine eigene Grammatik. So ist es zum Beispiel in den schwäbischen Dialekten eigentlich falsch, <em>wegen des schönen Wetters</em> zu sagen. Im Schwäbischen (und vielen anderen südlichen Dialekten) steht <em>wegen</em> mit dem Dativ. Ein anderes Beispiel: In den Deutschschweizer Dialekten ist es nicht nur falsch, sondern unmöglich <em>das Haus meines Onkels</em> zu sagen. Dort ist nur (in Übersetzung) <em>das Haus von meinem Onkel</em> oder <em>meinem Onkel sein Haus</em> richtig. Auch in anderen Dialekten ist ein solcher Genitiv im Prinzip falsch und führt in einem Gespräch zwischen Dialektsprechenden zu gehobenen Augenbrauen und unterdrücktem „Wie redet den der/die?“</p>
<p>Ob die Formulierungen<em> die, wo</em> im Schwäbischen korrekt ist, weiß ich leider nicht. Es könnte aber gut sein, dass die Grammatik der schwäbischen Dialekte eine solche Formulierung zulässt oder sogar verlangt.</p>
<p>Was in der deutschen Standardsprache als richtig und falsch gilt, entscheidet nicht eine einzelne Instanz, auch nicht der Duden. Entscheidend sind der allgemeine Gebrauch, eine Übereinstimmung der Sprachbenutzer und die als Standardwerke akzeptierten Beschreibungen verschiedener Spezialisten. Diese Regeln sind aber nicht immer <a href="http://canoo.net/blog/2007/08/15/wegen-unsportlichem-verhalten-wegen-mit-dem-dativ/">unumstritten</a>! Dass <em>die, wo</em> im Standarddeutschen als falsch gilt, liegt daran, dass Grammatiken, Schulbücher, „gelehrte Häupter“ und tonangebende Schriftsteller sich an diese Regel halten und dass die meisten Leute diese Formulierung aus diesem Grund nicht verwenden, wenn sie Hochdeutsch sprechen und schreiben.</p>
<p>Man sollte also eigentlich nicht von richtig und falsch, sondern von üblich und unüblich oder gebräuchlich und nicht gebräuchlich sprechen. Und somit sind wir wieder zurück bei den Dialekten: Jeder Dialekt hat, wie bereits gesagt, seine eigenen Grammatik. Diese Grammatik muss nicht durch einen Duden und Schulbücher festgelegt sein. Ob etwas „richtig“ oder „falsch“ ist, sieht man daran, ob es in einem Dialekt üblich oder unüblich ist, ob die Dialektsprechenden es als Dialekt erfahren oder nicht.</p>
<p>Der Unterschied zwischen Standardsprache und Dialekt ist nicht bei allen Dialekten gleich groß. Die wenigsten Abweichungen vom Standarddeutschen sollen in den Thüringisch-Obersächsischen Dialekten, der Anhaltischen Mundart und den Ostfränkischen Dialekten zu finden sein. Dagegen unterscheiden sich zum Beispiel die alemannischen und bayrischen Dialekte stärker vom Standarddeutschen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>PS: Mehr Informationen zu den deutschen Dialekten und weiterführende Links finden Sie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Dialekte">hier</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Megastar und der Moonwalk</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2009/06/26/der-megastar-und-der-moonwalk/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2009/06/26/der-megastar-und-der-moonwalk/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 11:51:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wissen Sie, wann einen das Gefühl des Älterwerdens beschleicht? – Wenn man feststellt, dass die meisten Arbeitskollegen jünger sind, wenn die Lesebrille sich ankündigt und dann, wenn wie heute eine Ikone aus der Jugendzeit gestorben ist. Man kann von seiner Musik und seinem Lebensstil (oder was man darüber zu wissen glaubt) halten, was man will, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wissen Sie, wann einen das Gefühl des Älterwerdens beschleicht? – Wenn man feststellt, dass die meisten Arbeitskollegen jünger sind, wenn die Lesebrille sich ankündigt und dann, wenn wie heute eine Ikone aus der Jugendzeit gestorben ist. Man kann von seiner Musik und seinem Lebensstil (oder was man darüber zu wissen glaubt) halten, was man will, über eines sind sich wohl die meisten einig: Michael Jackson war eine Popikone. Er hat, wie man heute überall hört und liest, Musikgeschichte geschrieben. Dieses Kapitel der Popgeschichte, das ich, obwohl ich nicht zu seinen größten Fans zähle, über die Jahre hinweg mitverfolgen konnte, ist nun abgeschlossen.</p>
<p>Michael Jackson hat keinen großen Einfluss auf unsere Sprache gehabt. Mir kommen dennoch spontan zwei Wörter in den Sinn: <em>Megastar</em> und <em>Moonwalk</em>. Wenn es das erste Wort nicht gegeben hätte, hätte man es für ihn erfinden müssen. Er war der Megastar schlechthin. So steht sein Name wohl ganz zu Recht in Dudens „Großem Wörterbuch der deutschen Sprache“ bei den Beispielen zum Stichwort <em>Megastar</em>. Auch bei Angaben zu den Kookkurenzen dieses Wortes, das heißt zu den Wörtern, die zusammen mit <em>Megastar</em> in Texten erscheinen, sind  <em>Michael</em> und <em>Jackson</em> prominent vertreten (siehe <a href="http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-bin/wort_www.exe?site=23&amp;Wort_id=7421167&amp;Wort=Megastar&amp;stpw=5&amp;verweise=7">Wortschatzlexikon</a>). Der Moonwalk ist offenbar ebenfalls keine Erfindung Michael Jacksons, aber er hat diesen Tanzschritt weltberühmt gemacht (siehe zum Beispiel <a href="http://www.youtube.com/watch?v=n_3v-_p3ESo">YouTube</a>).</p>
<p>Dies ist übrigens eine Situation, in der Anglizismen angebracht sind: Man könnte zwar sagen, dass der Mondgang durch die Megaberühmtheit und den König der populären Musik bekannt geworden ist, aber nur <em>Moonwalk</em>, <em>Megastar</em> und <em>King of Pop</em> sind zu Michael Jackson passende Begriffe. Ich werde mir heute wieder einmal „Billie Jean“ anhören.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Sack als Mengenangabe</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2009/06/24/der-sack-als-mengenangabe/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2009/06/24/der-sack-als-mengenangabe/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 09:40:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Maße]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrzahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
Wann verwendet man die Mehrzahl Sack, wann Säcke? Ich kaufe 2 Sack oder 2 Säcke Mehl?
Antwort
Sehr geehrte Frau L.,
wenn eine Mengenbezeichnung ein „gewöhnliches“ männliches oder sächliches Wort wie Sack ist, kann oft sowohl die Einzahl also auch die Mehrzahl verwendet werden. Wenn die reine Mengenangabe gemeint ist, kann die Einzahl stehen:
Ich habe zwei Sack Kaninchenfutter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><b>Frage</b></p>
<p>Wann verwendet man die Mehrzahl <i>Sack</i>, wann <i>Säcke</i>? Ich kaufe 2 Sack oder 2 Säcke Mehl?</p>
<p><b>Antwort</b></p>
<p>Sehr geehrte Frau L.,</p>
<p>wenn eine Mengenbezeichnung ein „gewöhnliches“ männliches oder sächliches Wort wie <i>Sack</i> ist, kann oft sowohl die Einzahl also auch die Mehrzahl verwendet werden. Wenn die reine Mengenangabe gemeint ist, kann die Einzahl stehen:</p>
<blockquote><p>Ich habe zwei Sack Kaninchenfutter bestellt.</p>
</blockquote>
<p>Wenn der volle Begriff gemeint ist, das heißt, wenn mehrere einzelne Einheiten bezeichnet werden sollen, wird der Plural verwendet:</p>
<blockquote><p>Ich habe im Stall soeben noch zwei Säcke Kaninchenfutter gesehen.</p>
</blockquote>
<p>Da der Übergang fließend ist, kann bei Mengenangaben dieser Art meist sowohl die Einzahl als auch die Mehrzahl stehen:</p>
<blockquote><p>Er hat drei Glas Wein getrunken.<br />
Er hat drei Gläser Wein getrunken.</p>
<p>zwanzig Kasten Bier bestellen<br />
zwanzig Kästen Bier bestellen</p>
<p>Sie hat drei Sack Mehl gekauft.<br />
Sie hat drei Säcke Mehl gekauft.</p>
</blockquote>
<p>Bei weiblichen Mengenbezeichnungen verwendet man bei mehr als einer Einheit immer den Plural:</p>
<blockquote><p>
acht Tonnen Weizen<br />
sieben Kisten Sekt<br />
zwei Prisen Salz</p>
</blockquote>
<p>Mehr dazu finden Sie auf <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Nomen/Numerus/Menge.html">dieser Seite</a> in Canoo.net, insbesondere <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Nomen/Numerus/Menge.html#Anchor-49575">hier</a>.
</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wer hat im (T)raumschiff den Oberbefehl: der Captain, der Kapitän oder der Käpten?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2009/06/22/wer-hat-im-traumschiff-den-oberbefehl-der-captain-der-kapitan-oder-der-kapten/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2009/06/22/wer-hat-im-traumschiff-den-oberbefehl-der-captain-der-kapitan-oder-der-kapten/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 12:25:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Unbekannte Wörter]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Wortwahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
Ich muss eine kleine Geschichte über ein Raumschiff schreiben und meine Frage ist: Welche der folgenden Formen ist korrekt?
Cepten, Ceptain, Capten, Captain, Cäpten, Cäptain,
Kepten, Keptain, Kapten, Kaptain, Käpten, Käptain

Mein Duden schlägt noch Kapitän vor, der allerdings ein Boot oder Schiff, aber kein Raumschiff dirigiert. Darauf komme ich, weil doch, egal ob „Star Trek“, „Raumschiff Enterprise“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><b>Frage</b></p>
<p>Ich muss eine kleine Geschichte über ein Raumschiff schreiben und meine Frage ist: Welche der folgenden Formen ist korrekt?</p>
<blockquote><p>Cepten, Ceptain, Capten, Captain, Cäpten, Cäptain,<br />
Kepten, Keptain, Kapten, Kaptain, Käpten, Käptain</p>
</blockquote>
<p>Mein Duden schlägt noch <i>Kapitän</i> vor, der allerdings ein Boot oder Schiff, aber kein Raumschiff dirigiert. Darauf komme ich, weil doch, egal ob „Star Trek“, „Raumschiff Enterprise“ oder „Traumschiff Surprise“, überall nach dem <i>Cäpten</i> und nicht nach dem Kapitän gerufen wird. Oder ist der Ausdruck <i>Cäpten</i> einfach nur Umgangssprache oder vielleicht sogar erfunden?</p>
<p><b>Antwort</b></p>
<p>Sehr geehrter Herr W.,</p>
<p>Sie finden den Titel, den Herr Kirk im Raumschiff Enterprise trägt, deshalb nicht in deutschen Wörterbüchern, weil es ein englischer Titel ist. Sehen Sie hierzu den folgenden Wikipedia-Artikel: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Charaktere_im_Star-Trek-Universum#Captain_James_Tiberius_Kirk" mce_href="http://de.wikipedia.org/wiki/Charaktere_im_Star-Trek-Universum#Captain_James_Tiberius_Kirk">Captain Kirk</a>. Auch andere Figuren in dieser Raumschiffserie tragen englische Titel: zum Beispiel Commander Spock und Lieutenant Uhura.</p>
<p>Der Film „Traumschiff Surprise – Periode 1“ ist zwar eine deutsche Kinokomödie, aber die Handlung (soweit sie auf der Erde stattfindet) spielt in den Vereinigten Staaten. Außerdem wird dort der Oberbefehlshaber in einer der sehr vielen sehr gewollten Analogien mit dem Raumschiff Enterprise <i>Captain Kork</i> genannt (meist<i> Käpt&#8217;n Kork</i> geschrieben).</p>
<p>In der Fernsehserie „Das Traumschiff“ trägt der oberste Schiffsoffizier den deutschen Titel <i>Kapitän</i>. Es wird aber öfter mit dem norddeutschen umgangssprachlichen Ausdruck <i>Käpten</i> nach ihm gerufen. <i>Käpten</i> und <i>Captain</i> klingen aus deutschem Munde genau gleich. Auch die Schreibung<i> Käpt&#8217;n</i> Kork greift wohl auf diese norddeutsche Form zurück.</p>
<p>Ein Kapitän ist der Kommandant eines Schiffes oder eines Flugzeuges. Da man bei einem Raumschiff wie bei einem Schiff oder Flugzeug <i>an Bord</i> und <i>von Bord</i> geht, kann man dessen Kommandanten sicher auch Kapitän nennen.</p>
<p>Es gibt also verschieden Möglichkeiten, wie Sie den obersten Chef Ihres Raumschiffes nennen können: Captain W., Kapitän W., Kommandant W. Und wenn man etwas kumpelhaft nach ihm ruft (oder aus Ihrer Geschichte eine deutsche Kinokomödie macht &#8230;): Käpten W. oder Käpt&#8217;n W.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Fussball Club statt Fußballclub?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2009/06/19/fussball-club-statt-fusballclub/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2009/06/19/fussball-club-statt-fusballclub/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 13:29:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Eigennamen]]></category>
		<category><![CDATA[getrennt/zusammen]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
Ich habe eine Frage zum Wort Fußball . Die deutsche Rechtschreibung für das Wort Fußball ist eindeutig. Doch wenn das Wort  Fußball für die Bezeichnung eines Fußballvereines verwendet wird, darf man dann das Wort sozusagen als Eigenname mit ss schreiben? Im konkreten Fall geht es um den Fußballverein Berliner Fussball Club Dynamo, die offizielle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><b>Frage</b></p>
<p>Ich habe eine Frage zum Wort <i>Fußball </i>. Die deutsche Rechtschreibung für das Wort <i>Fußball</i> ist eindeutig. Doch wenn das Wort  <i>Fußball</i> für die Bezeichnung eines Fußballvereines verwendet wird, darf man dann das Wort sozusagen als Eigenname mit <i>ss</i> schreiben? Im konkreten Fall geht es um den Fußballverein <i>Berliner Fussball Club Dynamo</i>, die offizielle Abkürzung lautet <i>BFC Dynamo</i>.</p>
<p><b>Antwort</b></p>
<p>Sehr geehrter Herr Z.,</p>
<p>schreiben <i>dürfen</i> Sie im Prinzip so, wie Sie wollen, außer an der Schule und bei staatlichen Stellen. Die Rechtschreibung ist nämlich, grob gesagt, nur in diesen beiden Bereichen verbindlich. Wenn man sich aber – wie auch ich es empfehle – an die Rechtschreibregeln hält, schreibt man <i>Fußball</i>, nicht <i>Fussball</i>.</p>
<p>Beim BFC Dynamo spielt, wie Sie richtig vermuten, etwas anderes eine Rolle. Die Schreibung <i>Berliner Fussball Club Dynamo</i> kommt im Logo des Clubs vor. Es ist sogar eine Schutzmarke (oder soll es werden). In diesem Bereich, dem Bereich der Eigennamen, gelten die Rechtschreibregeln nur bedingt: Man kann seinen Club, seine Firma usw. so nennen und schreiben, wie man will. Insofern „darf“ also dieser Berliner Fußballclub in seinem Clublogo die Schreibung <i>Fussball</i> verwenden. Das Logo enthält übrigens noch einen zweiten „Fehler“: <i>Fußballclub</i> schreibt man zusammen.</p>
<p>Ein anderes Beispiel (über das sich, so weit ich weiß, kaum jemand aufregt) für eine von der amtlichen Regelung abweichende Schreibung dieser Art ist die geschützte Handelsmarke <i>Meissener Porzellan</i> der Meißener Firma <i>Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH</i>.</p>
<p>Es könnte sein, dass mehr oder weniger international orientierte Institutionen lieber ein Logo mit <i>ss</i> als eines mit dem außerhalb des deutschen Sprachraums nicht ganz so bekannten <i>ß</i> verwenden.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Fahrradtürchen und Bergtürlein</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2009/06/17/fahrradturchen-und-bergturlein/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2009/06/17/fahrradturchen-und-bergturlein/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 20:01:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Umgangssprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
Probleme bereitet mir die Diminutivform von Tour. Kürzlich las ich Türchen. Gibt es überhaupt ein Wort dafür?
Antwort
Sehr geehrte Frau M.,
wenn man zu Tour eine Diminutivform bildet, lautet sie wohl Türchen oder Türlein. Diese Formen fallen lautlich und in der Schreibung mit den Verkleinerungsformen von Tür zusammen, aber das sollte normalerweise dank dem Satzzusammenhang zu keinerlei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Probleme bereitet mir die Diminutivform von <em>Tour</em>. Kürzlich las ich <em>Türchen</em>. Gibt es überhaupt ein Wort dafür?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau M.,</p>
<p>wenn man zu <em>Tour</em> eine Diminutivform bildet, lautet sie wohl <em>Türchen</em> oder <em>Türlein</em>. Diese Formen fallen lautlich und in der Schreibung mit den Verkleinerungsformen von <em>Tür</em> zusammen, aber das sollte normalerweise dank dem Satzzusammenhang zu keinerlei Verständigungsproblemen führen. Es ist also möglich, einen Diminutiv von <em>Tour</em> zu bilden und zu verwenden. Standardsprachlich sind diese Formen allerdings nicht üblich. Man spricht dann eher von einer kleinen Tour. Umgangssprachlich ist jedoch gar nichts dagegen einzuwenden, am Wochenende bei schönem Wetter je nach landschaftlicher Beschaffenheit der Umgebung ein erholsames Fahrradtürchen oder ein gemütliches Bergtürlein zu unternehmen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Was ich in der Bretagne über Großbritannien lernte</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2009/06/14/was-ich-in-der-bretagne-uber-grosbritannien-lernte/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2009/06/14/was-ich-in-der-bretagne-uber-grosbritannien-lernte/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 14 Jun 2009 15:40:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Essen/Trinken]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[„Reisen bildet“, sagt man. So weiß ich jetzt zum Beispiel, dass man in der Bretagne bestens Austern, Muscheln und andere Meeresbewohner essen kann, dass es dort guten Cidre (Apfelwein) zu trinken gibt und dass die Crêpes in der bretonischen Küche erfunden worden sind. Auch „richtige“ Kultur findet man en masse: von frühgeschichtlichen Megalithen über mittelalterliche Bauten bis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Reisen bildet“, sagt man. So weiß ich jetzt zum Beispiel, dass man in der Bretagne bestens Austern, Muscheln und andere Meeresbewohner essen kann, dass es dort guten Cidre (Apfelwein) zu trinken gibt und dass die Crêpes in der bretonischen Küche erfunden worden sind. Auch „richtige“ Kultur findet man <em>en masse</em>: von frühgeschichtlichen Megalithen über mittelalterliche Bauten bis hin zu moderner Kunst. Ich habe außerdem gelernt, wo das <em>groß</em> in Großbritannien herkommt.</p>
<p>Zur Zeit der alten Römer hieß der römisch besetzte Teil Großbritanniens <em>Brit(t)annia.</em> Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bretagne">Bretagne</a> wurde <em>Aremorica </em>genannt. Letzteres kommt aus dem Keltischen und soll <em>Land am Meer</em> bedeuten. Nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches wanderten viele britannische Kelten von ihrer Insel nach Aremorica aus und verdrängten im Laufe der Zeit die dort herrschende, schon weitgehend romanisierte Kultur. So ersetzte auch der Name ihrer ursprünglichen Heimat den Namen Aremorica fast vollständig. Es gab also zwei Britannien: das ursprüngliche, große Britannien auf der Insel und das kleine Britannien auf dem Festland. Dies ist eine stark vereinfachte Darstellung der historischen Zusammenhänge, aber sie erklärt, wie Großbritannien zum Zusatz <em>groß</em> in seinem Namen kam. Viel besser sieht man diesen Zusammenhang im Französischen, wo man die Bretagne natürlich <em>la Bretagne</em> und Großbritannien <em>la Grande-Bretagne</em> nennt.</p>
<p>Interessant ist auch, dass die heutigen Bretonen zwar eine keltische Sprache sprechen, dass dies aber nicht die direkte Nachfolgerin der Sprache ist, in der sich Asterix, Obelix und andere Gallier unterhielten. Das gallische Keltisch war wahrscheinlich bereits ausgestorben, als die Keltisch sprechenden Britannier in die Bretagne einwanderten. Die heutigen Bretonen sind also zumindest kulturhistorisch gesehen keine Gallier, sondern vor langer Zeit eingewanderte Briten.</p>
<p>So viel über Kelten, Gallier, Britannier und Bretonen. Nach diesem urlaubsbedingten historischen Ausflug wende ich mich ab morgen wieder Fragen über die deutsche Sprache zu.</p>
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		<title>Urlaub</title>
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		<pubDate>Thu, 28 May 2009 06:55:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Dr. Bopp macht Urlaub. Ich kann deshalb Ihre wichtigen und weniger wichtigen Fragen zurzeit leider nicht beantworten. Nach dem 12. Juni stehe ich hoffentlich wieder frisch und munter für Ihre Fragen zur Verfügung.
Das heißt natürlich nicht, dass Canoo.net einfach stillliegt. Unser Team wird dafür sorgen, dass die unter www.canoo.net verfügbaren Sprachdienste wie immer vierundzwanzig Stunden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Bopp macht <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bretagne">Urlaub</a>. Ich kann deshalb Ihre wichtigen und weniger wichtigen Fragen zurzeit leider nicht beantworten. Nach dem 12. Juni stehe ich hoffentlich wieder frisch und munter für Ihre Fragen zur Verfügung.</p>
<p>Das heißt natürlich nicht, dass Canoo.net einfach stillliegt. Unser Team wird dafür sorgen, dass die unter <a href="http://www.canoo.net">www.canoo.net</a> verfügbaren Sprachdienste wie immer vierundzwanzig Stunden am Tag online verfügbar sind.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Das Nadelöhr</title>
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		<pubDate>Wed, 27 May 2009 07:18:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern musste ich einen Hosenknopf annähen. Wissendes, verständnisvolles oder schadenfrohes Lächeln ist hier nicht angebracht:  Er wurde nicht aufgrund wachsender Leibesfülle vom Hosenbund gesprengt. Es war so ein Knopf mit zu scharfen Knopflochrändchen, die den Faden langsam durchtrennen. Den Knopf (einen anderen natürlich) habe ich an der genau gleichen Stelle angenäht und die Hose [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern musste ich einen Hosenknopf annähen. Wissendes, verständnisvolles oder schadenfrohes Lächeln ist hier nicht angebracht:  Er wurde nicht aufgrund wachsender Leibesfülle vom Hosenbund gesprengt. Es war so ein Knopf mit zu scharfen Knopflochrändchen, die den Faden langsam durchtrennen. Den Knopf (einen anderen natürlich) habe ich an der genau gleichen Stelle angenäht und die Hose passt noch immer. So!</p>
<p>Problematischer war das Nadelöhr. Das Einfädeln (was für eine schöne Wortbildung!) gelang mir erst, als ich mich zum Licht drehte und die Arme etwas streckte. Wie ich vernehmen musste, sind das untrüglichen Vorboten der Lesebrille. Das oben noch unpassende Lächeln sei hier zugestanden.</p>
<p>Dass das Verb <em>einfädeln</em> so schön ist, merkte ich erst, als ich es aufschrieb. Beim Hosenknopfannähen fiel mir etwas anderes auf: das Wort <em>Öhr</em>. Es hat so etwas eigentümlich Altertümliches. Meine Vermutung, dass es mit <em>Ohr</em> zu tun haben könnte, wurde nach kurzer Suche im Wörterbuch bestätigt. Es ist eine alte Ableitung von <em>Ohr</em> mit der ursprünglichen Bedeutung <em>ohrartige Öffnung</em>.</p>
<p>Das Bild des „Nadelohrs“ findet man zum Beispiel auch im polnischen<em> ucho igielne</em> und im tschechischen <em>ucho jehly</em> (in beiden Sprachen <em>ucho = Ohr</em>). Ebenfalls recht gebräuchlich ist das Bild des „Nadelauges“: englisch <em>eye</em>, spanisch <em>ojo</em>, schwedisch <em>öga</em>. Ganz sachlich sind wieder andere Sprachen wie zum Beispiel das Portugiesische und das Türkische: Sowohl <em>buraco da agulha</em> als<em> iğne deliği</em> bedeuten einfach <em>Nadelloch</em>.</p>
<p>Mit unserem <em>Öhr</em> sind wir übrigens nicht die einzigen, die ein eigenes Wort speziell für die Öffnung in der Nadel haben. Im Italienischen gibt es das Wort <em>cruna</em>, das – auch ein schönes Bild – wahrscheinlich auf <em>corona = Krone</em> zurückgeht. Beim französischen Wort <em>le chas</em> ist die Herkunft schlichtweg unbekannt.</p>
<p>So kann man über das kurze Wort für das kleine Loch in der Nadel einen ganzen Artikel schreiben, auch dann, wenn man die biblische Kamel-Nadelöhr-Metapher (fast) unerwähnt lässt.</p>
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