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	<title>Fragen Sie Dr. Bopp!</title>
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	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
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		<title>So schnell wie möglich, so schnell als möglich</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/03/09/so-schnell-wie-moglich-so-schnell-als-moglich/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 13:51:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Steigerung]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
„Wir haben Ihre Anfrage erhalten und werden diese so schnell als möglich beantworten.“ Ist das korrekt? Müsste es nicht heissen „&#8230; so schnell wie möglich“?
Antwort
Sehr geehrte Frau G.,
beide Formulierungen sind möglich und korrekt:
so schnell wie möglich
so schnell als möglich
In Vergleichen mit der Grundstufe ist das Vergleichswort normalerweise wie:
Der Baum ist gleich hoch wie das Haus.
Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>„Wir haben Ihre Anfrage erhalten und werden diese so schnell als möglich beantworten.“ Ist das korrekt? Müsste es nicht heissen „&#8230; so schnell wie möglich“?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau G.,</p>
<p>beide Formulierungen sind möglich und korrekt:</p>
<blockquote><p>so schnell <em>wie</em> möglich<br />
so schnell <em>als</em> möglich</p></blockquote>
<p>In Vergleichen mit der <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Adjektiv/Komparation/Positiv.html">Grundstufe</a> ist das Vergleichswort normalerweise <em>wie</em>:</p>
<blockquote><p><span>Der Baum ist gleich</span><span> hoch </span><em><span>wie</span></em><span> das Haus.<br />
Das Mittel war </span><span>so</span><span> teuer </span><em><span>wie</span></em><span> nutzlos.</span><span><br />
Ich bleibe so lange <em>wie</em> möglich bei euch.</span></p></blockquote>
<p><span>In Verbindung mit <em>möglich</em>, das heißt, wenn <em>so&nbsp;&#8230; wie möglich </em>die Bedeutung<em> möglichst&nbsp;&#8230;</em> hat, wird seltener <em>als</em> statt <em>wie</em> verwendet:<br />
</span></p>
<blockquote><p><span>Ich bleibe so lange <em>als</em> möglich bei euch.<br />
</span></p></blockquote>
<p><span>Ebenso:</span></p>
<blockquote><p><span>so bald wie möglich / so bald als möglich<br />
so rasch wie möglich / so rasch als möglich<br />
so viel wie möglich / so viel als möglich<br />
usw.</span></p></blockquote>
<p><span>Die Verwendung von <em>als</em> ist seltener, sie gilt aber in diesem Fall als korrekt. Sehen Sie auch <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Adjektiv/Komparation/Positiv.html">diese Seite</a> der CanooNet-Grammatik (insbesondere unter </span>„Vergleichswort“).</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Stephan Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Kaninchen</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/03/07/kaninchen/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 11:59:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Essen/Trinken]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute gibt es Kaninchen. (Ja, Dr. Bopp isst Kaninchen. Siehe hier). Da dies leider oder, je nach Interesse, glücklicherweise keine Kochrubrik ist, verschone ich Sie mit Rezepten und Weintipps. Es geht natürlich um das Wort Kaninchen. Warum denn chen? Ein großes Kaninchen ist doch kein Kanin, wie ein großes Hündchen ein Hund ist oder wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute gibt es Kaninchen. (Ja, Dr. Bopp isst Kaninchen. Siehe <a href="http://canoo.net/blog/2009/01/25/der-blaue-wiener-und-das-kaninchenessen/">hier</a>). Da dies leider oder, je nach Interesse, glücklicherweise keine Kochrubrik ist, verschone ich Sie mit Rezepten und Weintipps. Es geht natürlich um das Wort <em>Kaninchen</em>. Warum denn <em>chen</em>? Ein großes Kaninchen ist doch kein Kanin, wie ein großes Hündchen ein Hund ist oder wie man ein großes Häuschen meist einfach ein Haus nennt. Weshalb also <em>chen</em>?</p>
<p>Mit der Nachsilbe <a href="http://www.canoo.net/services/WordformationRules/Derivation/To-N/Suffixe/chen.html "><em>chen</em></a> bildet man Diminutive oder zu gut Deutsch Verkleinerungsformen. Vor allem im Süden verwendet man dafür oft auch <a href="http://www.canoo.net/services/WordformationRules/Derivation/To-N/Suffixe/lein.html"><em>lein</em></a>. Richtung Norden lockt man deshalb als Hexe Kinder, die sich im Wald verlaufen haben, eher in ein Lebkuchenhäus<em>chen</em>, während man als südliche Hexe eher ein Lebkuchenhäus<em>lein</em> bewohnt, in dem man dann das Mädchen als Mägdchen zur Kinderarbeit zwingt und den Jungen wie ein Kaninchen einsperrt und fett mästet. So geht es jedenfalls – ganz gleich ob Häuschen oder Häuslein – in einem ordentlichen Märchen zu und her.</p>
<p><em>Kaninchen</em> ist nicht der einzige ursprüngliche Diminutiv, bei dem das Grundwort im heutigen Deutschen nicht mehr bekannt oder gebräuchlich ist. Auch zum Beispiel bei <em>Mädchen</em> und <em>Märchen</em> oder beim <em>Zipperlein</em>, das böse Hexen plagen möge, ist das Grundwort nicht mehr allgemein bekannt. Das Wort <em>Mädchen</em> geht auf <em>Mägdchen</em>, also kleine Magd, zurück und wurde in einer Zeit gebildet, in der eine Magd noch nicht eine Bedienstete, sondern eine junge weibliche und idealerweise jungfräuliche Person war. Ein <em>Märchen</em> ist eine kurze <em>Mär</em>, das heißt eine kurze Geschichte oder Erzählung. Die Herkunft von <a href="http://www.dwds.de/?kompakt=1&amp;sh=1&amp;qu=zipperlein"><em>Zipperlein</em></a> erspare ich ihnen; das wird sogar mir zu umständlich.</p>
<p>Bleibt also noch das Kaninchen. Das Grundwort <em>Kanin</em> gab es einmal (und gibt es überigens immer noch als Fachwort für Kaninchenfell). Ein großes Kaninchen war früher also doch ein <em>Kanin</em>! Es geht über das alte französische Wort <em>conin</em> auf lateinisch <em>cuniculus</em> zurück. Auch das Wort <em>Karnickel</em> lässt sich über eine niederdeutsche Verkleinerungsform <em>kanineken</em> aus <em>conin</em> herleiten. Das <em>r </em>hat sich unterwegs einmal als überkorrekte Aussprache eingeschlichen.</p>
<p>Das lateinische <em>caniculus</em> gelangte auch noch auf anderem Wege ins Deutsche und ist so noch in landschaftlich gebräuchlichen Formen wie <em>Künig</em>, <em>Chüngel</em>, <em>Kinigl</em> oder <em>Kiniglhas</em> zu finden. Weil es volkstümlich als mit <em>König</em> (verkl. <em>Königlein</em>) verwandt angesehen wurde, gibt es im Südbayrischen und Österreichischen auch die Bezeichnungen <em>Königlein</em> und <em>König(s)hase</em>.</p>
<p>Beim lateinischen Wort <em>cuniculus</em> könnte es sich um ein Lehnwort aus dem Iberischen (d.h. aus einer der damals auf der Iberischen Halbinsel gesprochenen Sprache) handeln. Eine andere Erklärung sagt, dass der Name des Tieres vom lateinischen Wort für unterirdischer Kanal, Gang, Stollen <em>cuniculus</em> abzuleiten sei. Der Name der Behausung wäre dann auf das Tier übergegangen.<strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Ein paar Informationen zu Form und Herkunft des Wortes <em>Kaninchen</em> hätte ich somit zusammengesucht und beschrieben. Der Geist ist also wieder frei, sich mit „wichtigeren“ Dingen zu beschäftigen: Wie bereiten wir das Kaninchen zu und welcher Wein könnte gut dazu passen? Doch das ist, wie bereits gesagt, Stoff für ein ganz anderes Blog.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Van-Gogh-Ausstellung, die iPod-Touch-Applikation, der Big-Brother-Fan und der Bindestrich.</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/03/04/die-van-gogh-ausstellung-die-ipod-touch-applikation-der-big-brother-fan-und-der-bindestrich/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 11:59:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Bindestrich]]></category>
		<category><![CDATA[Eigennamen]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
Bei uns in der Redaktion ist gerade Streit ausgebrochen in Bezug auf die Bindestrich-Regel bei Eigennamen. Es gibt zum Beispiel eine Veranstaltung namens Intel Friday Night Games. Schreibt man nun Intel Friday Night Games-Teilnehmer oder Intel-Friday-Night-Games-Teilnehmer?
Antwort
Sehr geehrter Herr S.,
nach den amtlichen Regeln müssen Sie zwischen allen Teilen der Zusammensetzung Bindestriche verwenden:
der Intel-Friday-Night-Games-Teilnehmer
Wenn eine Zusammensetzung eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Bei uns in der Redaktion ist gerade Streit ausgebrochen in Bezug auf die Bindestrich-Regel bei Eigennamen. Es gibt zum Beispiel eine Veranstaltung namens <em>Intel Friday Night Games</em>. Schreibt man nun <em>Intel Friday Night Games-Teilnehmer</em> oder <em>Intel-Friday-Night-Games-Teilnehmer</em>?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr S.,</p>
<p>nach den amtlichen Regeln müssen Sie zwischen allen Teilen der Zusammensetzung Bindestriche verwenden:</p>
<blockquote><p>der Intel-Friday-Night-Games-Teilnehmer</p></blockquote>
<p>Wenn eine Zusammensetzung eine mehrteilige Wortgruppe enthält, werden alle Teile der Zusammensetzung mit Bindestrichen verbunden. Das gilt auch dann, wenn der erste Teil ein mehrteiliger Eigenname ist. Weitere Beispiele:</p>
<blockquote><p>die Van-Gogh-Ausstellung<br />
die Vincent-van-Gogh-Ausstellung<br />
der Tour-de-France-Gewinner<br />
die Rio-de-la-Plata-Mündung<br />
das Einstürzende-Neubauten-Album<br />
eine iPod-Touch-Applikation<br />
Windows-7-Benutzer<br />
Big-Brother-Fans und Gute-Zeiten-schlechte-Zeiten-Zuschauer</p></blockquote>
<p>Sehen Sie hierzu auch <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Bindestrich/Wortgruppen.html#Anchor-Der-23240">diese Regel</a> und <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Bindestrich/Eigennamen.html#Anchor-Zusammensetzungen-14210">diese Regel</a>.</p>
<p>Wenn Ihnen all diese Bindestriche in <em>Intel-Friday-Night-Games-Teilnehmer</em> nicht gefallen, gibt es noch eine andere Formulierung, die stilistisch sogar ein bisschen besser und auch etwas leserfreundlicher ist:</p>
<blockquote><p>Teilnehmer an den Intel Friday Night Games</p></blockquote>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Glitt er neben ihr oder neben sie ins Bett?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/03/02/glitt-er-neben-ihr-oder-neben-sie-ins-bett/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2010/03/02/glitt-er-neben-ihr-oder-neben-sie-ins-bett/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 11:30:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
Es ist mir einmal mehr unmöglich, eine Frage zu klären, trotz des Versuchs, diverse Erklärungen auf Webseiten zu verstehen. Heißt es „Er glitt neben IHR ins Bett“ oder „Er glitt neben SIE ins Bett“ oder ist beides richtig und enthält eine unterschiedliche Aussage?
Antwort
Sehr geehrte Frau S.,
das Wort neben gehört zu den Präpositionen, die mit dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Es ist mir einmal mehr unmöglich, eine Frage zu klären, trotz des Versuchs, diverse Erklärungen auf Webseiten zu verstehen. Heißt es „Er glitt neben IHR ins Bett“ oder „Er glitt neben SIE ins Bett“ oder ist beides richtig und enthält eine unterschiedliche Aussage?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau S.,</p>
<p>das Wort <em><a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/2Kasus.html#Anchor-neben-52645">neben</a></em> gehört zu den Präpositionen, die mit dem Dativ oder dem Akkusativ stehen können. Sie werden deshalb gelegentlich auch <a href="http://www.canoo.net/services/Controller?input=wechselpr%E4position&amp;service=canooNet">Wechselpräpositionen</a> genannt. Man verwendet den Dativ, wenn eine Ortsangabe gemacht wird (wo?), und den Akkusativ, wenn das Ziel einer Bewegung angebend wird (wohin?):</p>
<blockquote><p>Er liegt neben ihr <em>(wo?)</em><br />
Er legt sich neben sie <em>(wohin?)</em></p></blockquote>
<p>Manchmal sind in einem Satz beide Sehensweisen möglich:</p>
<blockquote><p>Er glitt neben ihr ins Bett.<br />
<em>Wo glitt er ins Bett? &#8211; Neben ihr.</em></p></blockquote>
<blockquote><p>Er glitt neben sie ins Bett<br />
<em>Wohin glitt er? &#8211; Neben sie ins Bett.</em></p></blockquote>
<p>Zwischen den beiden Formulierungen, gibt es, wenn überhaupt, nur einen geringen Bedeutungsunterschied. Sehen Sie auch die allgemeinen <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/2Kasus.html#Anchor-Im-48219">Angaben zu dieser Art von Präpositionen</a>, insbesondere: „Oft sind beide Sehensweisen möglich“.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Können du und Sie zu ihr werden?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/02/28/konnen-du-und-sie-zu-ihr-werden/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2010/02/28/konnen-du-und-sie-zu-ihr-werden/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 14:54:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Stilistisches]]></category>
		<category><![CDATA[Anrede]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
Wenn ich zwei Personen ansprechen möchte, wobei ich mit der einen per du und mit der anderen per Sie bin (z. B. die Schwiegermama mit ihrer Schwester), spreche ich sie beide mit „ihr“ oder mit „Sie“ an?
Antwort
Sehr geehrter Herr F.,
diese Frage kann ich leider nicht eindeutig beantworten. Welche Anrede Sie wählen, hängt davon ab, wie formell [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Wenn ich zwei Personen ansprechen möchte, wobei ich mit der einen per du und mit der anderen per Sie bin (z. B. die Schwiegermama mit ihrer Schwester), spreche ich sie beide mit „ihr“ oder mit „Sie“ an?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr F.,</p>
<p>diese Frage kann ich leider nicht eindeutig beantworten. Welche Anrede Sie wählen, hängt davon ab, wie formell die Situation ist und wie formell Sie mit den beteiligten Personen umgehen. In formellen Situationen empfiehlt es sich, <em>Sie</em> zu verwenden oder die Personen einzeln anzusprechen:</p>
<blockquote><p>– Darf ich Ihnen etwas anbieten?<br />
– Darf ich Ihnen, Frau Muster, und dir, Anna, etwas anbieten?</p></blockquote>
<p>In informelleren Situationen darf man meiner Ansicht nach <em>ihr</em> verwenden, auch wenn man sich danach wieder mit <em>Sie</em> an eine der beiden Personen richtet. Es ist sicher nicht grundsätzlich ausgeschlossen und auch nicht völlig unüblich, sich mit <em>ihr</em> an Personen zu richten, die man siezt.  Wenn Sie also sagen</p>
<blockquote><p>– Darf ich euch etwas anbieten?</p></blockquote>
<p>wird die Schwester der Schwiegermutter Ihnen das als angeheiratete Tante kaum übel nehmen und je nach Tageszeit und persönlichen Vorlieben gerne ein Tässchen Kaffee oder ein Gläschen Portwein annehmen.</p>
<p>Eine eindeutige Antwort gibt es also nicht. Es geht hier nicht um Grammatik, sondern um gesellschaftliche Umgangsformen. Vieles hängt von der Situation und dem Verhältnis zu den beteiligten Personen ab. Wahrscheinlich spielt daneben auch die Region eine Rolle: Was in Rostock und Kiel üblich ist, braucht noch lange nicht in Dresden, Saarbrücken, Luzern oder Wien gang und gäbe zu sein. Mit etwas Fingerspitzengefühl gelingt es einem aber meistens ganz gut, den richtigen Ton zu treffen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wann kann man den Polizisten ohne Endung anklagen?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/02/25/wann-kann-man-den-polizisten-ohne-endung-anklagen/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2010/02/25/wann-kann-man-den-polizisten-ohne-endung-anklagen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 16:20:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=1973</guid>
		<description><![CDATA[Frage
In der Zeitung las ich die Überschrift „Anklage gegen Polizist erhoben“. Nach gegen steht aber der Akkusativ. Müsste es dann nicht heißen: „Anklage gegen Polizisten erhoben“?
Antwort
Sehr geehrter Herr S.,
nach gegen steh der Akkusativ (gegen wen oder was?) und die Akkusativform von Polizist lautet den Polizisten. Trotzdem steht in Ihrer Zeitung ganz korrekt „Anklage gegen Polizist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>In der Zeitung las ich die Überschrift „Anklage gegen Polizist erhoben“. Nach <em>gegen</em> steht aber der Akkusativ. Müsste es dann nicht heißen: „Anklage gegen Polizisten erhoben“?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr S.,</p>
<p>nach <em><a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Akkusativ.html#Anchor-gegen-3800  ">gegen</a></em> steh der Akkusativ (<em>gegen wen oder was?</em>) und die Akkusativform von <em><a href="http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=inflection&amp;input=Polizist&amp;features=(Cat+N)">Polizist</a></em> lautet <em>den Polizisten</em>. Trotzdem steht in Ihrer Zeitung ganz korrekt „Anklage gegen Polizist erhoben“. Wieso?</p>
<p>Wenn ein Substantiv der <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/InflectionRules/FRegeln-N/FKlassen/Klasse-en-en2.html">en/en-Klasse</a> (ein schwach gebeugtes Substantiv) im Singular steht und kein Artikel oder Adjektiv vorangeht, lässt man die Endung <em>en</em> in der Regel weg. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>a) von Mensch zu Mensch<br />
b) von einem Menschen zum anderen Menschen</p>
<p>a) das Gespräch zwischen Arzt und Patient<br />
b) das Gespräch zwischen dem Arzt und dem Patienten</p>
<p>a) Der Professor, begleitet durch Assistent Müller, &#8230;<br />
b) Der Professor, begleitet durch seinen Assistenten Müller, &#8230;</p>
<p>a) Das Orchester spielt ohne Dirigent.<br />
b) Das Orchester spielt ohne einen Dirigenten.<br />
b) Das Orchester spielt ohne echten Dirigenten.</p>
<p>a) Als Student konnte man ihn nicht bezeichnen.<br />
b) Als gewissenhaften Studenten konnte man ihn nicht bezeichnen.</p>
<p>a) Anklage gegen Polizist erhoben<br />
b) Anklage gegen einen Polizisten erhoben<br />
b) Anklage gegen fehlbaren Polizisten erhoben</p></blockquote>
<p>Das Weglassen der Endung ist bei allein stehenden Formen standardsprachlich korrekt und üblich (Beispielsätze a). Es hat damit zu tun, dass die Endung <em>en</em> oft als Pluralendung missverstanden werden könnte. In den anderen Fällen (Beispielsätze b), darf die Endung <em>en</em> aber nicht weggelassen werden.</p>
<p>Dies ist wieder einmal so ein Fall, der zeigt, dass man Sprache nicht mit Mathematik verwechseln darf. Hier ergibt nämlich eins (<em>gegen</em> mit Akkusativ) und eins (Akkusativ ist <em>Polizisten</em>) nicht zwei (<em>gegen Polizisten</em>), sondern eher so etwas wie anderthalb (<em>gegen Polizist</em>).</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Oper, Toast und Eponyme</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/02/23/oper-toast-und-eponyme/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2010/02/23/oper-toast-und-eponyme/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 10:43:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Eigennamen]]></category>
		<category><![CDATA[Essen/Trinken]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Soeben bin ich zufällig über diese Information gestolpert: Heute ist der 79. Todestag der australischen Opernsängerin Helen Porter Mitchell (19. Mai 1861 – 23. Februar 1931). Unter dem Namen Nelly Melba sang die international gefeierte Sopranistin u. a. Verdi, Rossini, Donizetti, Puccini und Wagner in Häusern wie der Mailänder Scala, der New Yorker Metropolitan Opera und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Soeben bin ich zufällig über diese Information gestolpert: Heute ist der 79. Todestag der australischen Opernsängerin Helen Porter Mitchell (19. Mai 1861 – 23. Februar 1931). Unter dem Namen Nelly Melba sang die international gefeierte Sopranistin u. a. Verdi, Rossini, Donizetti, Puccini und Wagner in Häusern wie der Mailänder Scala, der New Yorker Metropolitan Opera und dem Londoner Royal Opera House.</p>
<p>Es geht mir hier aber nicht um die Sangeskünste dieser Primadonna, sondern ums Essen. Wie es sich für eine Diva gehört, wohnte Frau Melba in London im Savoy Hotel, wo der französische Meisterkoch Georges Auguste Escoffier das Zepter über die Küche schwang. Hier soll nun der Meisterkoch für die Primadonna ein Dessert (<em>Nachtisch </em>klingt hier eindeutig zu gewöhnlich) kreiert haben, das er nach ihr benannte: Pfirsich mit Vanilleeis und Himbeermark, bekannt unter dem Namen <em>Pêche Melba</em> oder <em>Pfirsich Melba</em>. Einige Jahre später soll die Sängerin während eines Aufenthalts in London auf Diät gegangen sein, dies im Zusammenhang mit einer Erkrankung und nicht etwa wegen des Kalorienreichtums des Desserts. Für diese Krankendiät schuf Escoffier einen trockenen, sehr dünnen Toast, der wahrscheinlich auf Veranlassung des ebenfalls sehr berühmten Hotelbesitzers César Ritz den Namen <em>Toast Melba</em> erhielt.</p>
<p>Neben dem <em>Melba-Toast</em> und dem <em>Pfirsich Melba</em> gibt es noch die Bezeichnung <em>Melba-Sauce</em> für die Himbeersauce und die Farbbezeichnung <em>Melba</em> für einen bestimmten Pfirsichton. All diese Wörter sind Beispiele für Bezeichnungen, die auf einen Personennamen zurückgehen. Solche Wörter nennt man <a href="http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=inflection&amp;input=Eponym&amp;features=(Cat+N)">Eponyme</a>. Andere Beispiele sind <em>Achillesferse, Béchamelsauce, Brailleschrift, Casanova, Chauvinismus, Diesel, Geigerzähler, Kalaschnikow, pasteurisieren, Saxophon, Zeppelin</em>. Hiermit ist mir der Dreh von der Opernsängerin über das Essen zur Sprachwissenschaft gelungen!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Allerwesentlichste</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/02/22/das-allerwesentlichste/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Feb 2010 15:19:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Steigerung]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
Bisher glaubte ich, dass „das Allerwesentlichste“ eindeutig zuviel ist; also „das Wesentliche in Kürze“, allenfalls noch „das Wesentlichste in Kürze“. Nun habe ich gesehen, dass es dafür sogar Übersetzungen in Englisch, Portugiesisch etc. gibt. Kann man das so sagen?
Antwort
Sehr geehrte Frau M.,
im Prinzip reicht es, das Wesentlichste zu sagen, wenn man das wirklich Wichtigste meint. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Bisher glaubte ich, dass „das Allerwesentlichste“ eindeutig zuviel ist; also „das Wesentliche in Kürze“, allenfalls noch „das Wesentlichste in Kürze“. Nun habe ich gesehen, dass es dafür sogar Übersetzungen in Englisch, Portugiesisch etc. gibt. Kann man das so sagen?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau M.,</p>
<p>im Prinzip reicht es, <em>das Wesentlichste</em> zu sagen, wenn man <em>das wirklich Wichtigste</em> meint. Wesentlicheres als das Wesentlichste kann es rein logisch gesehen ja nicht geben. Dennoch kennt das Deutsche eine Vorsilbe, mit der man Superlative zusätzlich verstärken kann: <em><a href="http://www.canoo.net/services/WordformationRules/Derivation/To-A/Praefixe/aller.html">aller-</a></em>:</p>
<blockquote><p>allerbeste<br />
allergrößte<br />
allerheiligste<br />
allerliebste<br />
allerschönste<br />
allerwichtigste<br />
<em>usw.</em></p></blockquote>
<p>Die Form <em>allerwesentlichste</em> gibt es also – und sie ist korrekt. Stilistisch gesehen sollte man Formen mit <em>aller-</em> aber eher sparsam verwenden, denn man riskiert sonst ziemlich marktschreierisch zu wirken.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mit oder ohne wen oder wem?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/02/19/mit-oder-ohne-wen-oder-wem/</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 11:14:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
Heißt es in der folgenden Formulierung einem oder einen? „Sie haben das Recht, die Gesellschaft mit oder ohne einen/einem Nachfolger ihrer Wahl weiterzuführen.“
Antwort
Sehr geehrter Herr S.,
man sagt und schreibt normalerweise:
mit oder ohne einen Nachfolger
Die Präposition mit verlangt den Dativ: mit einem Nachfolger. Nach ohne steht der Akkusativ: ohne einen Nachfolger. Da die beiden Wortgruppen in diesen beiden Fällen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Heißt es in der folgenden Formulierung <em>einem</em> oder <em>einen</em>? „Sie haben das Recht, die Gesellschaft mit oder ohne einen/einem Nachfolger ihrer Wahl weiterzuführen.“</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr S.,</p>
<p>man sagt und schreibt normalerweise:</p>
<blockquote><p>mit oder ohne einen Nachfolger</p></blockquote>
<p>Die Präposition <em>mit</em> verlangt den Dativ: <em>mit eine<strong>m</strong> Nachfolger</em>. Nach <em>ohne</em> steht der Akkusativ: <em>ohne eine<strong>n</strong> Nachfolger</em>. Da die beiden Wortgruppen in diesen beiden Fällen nicht die gleiche Form haben, sollte man sie eigentlich nicht zusammenziehen. Es müsste also heißen: <em>mit einem Nachfolger oder ohne einen Nachfolger.</em> Da die Wendungen <em>mit oder ohne</em> und <em>mit und ohne</em> häufig vorkommen und ausformuliert sehr schwerfällig klingen, hat sich auch in der Standardsprache eingebürgert, sie mit dem Akkusativ zu verwenden. Da <em>ohne</em> der Wortgruppe näher steht, hat es sozusagen bei der Fallzuteilung gewonnen:</p>
<blockquote><p>Wir werden die Sache mit oder ohne dich zu Ende führen.<br />
Apfelkuchen mit oder ohne gesüßte Schlagsahne<br />
Warum gibt es deutsche Flaggen mit und ohne den Adler?<br />
Das Gerät kann mit und ohne einen Festnetzanschluss betrieben werden.</p></blockquote>
<p>Dies gilt übrigens nur für die Formulierungen <em>mit oder ohne</em> und <em>mit und ohne</em>. Die nachfolgenden Formulierungen gelten zumindest standardsprachlich als unschön, auch wenn der Fall der am nächsten stehenden Präposition verwendet wird:</p>
<blockquote><p>von und über die Leute reden<br />
Wenn man ab oder via einen europäischen Flughafen fliegt, &#8230;<br />
Übersetzungen aus und in die italienische Sprache</p></blockquote>
<p>Besser – so umständlich es manchmal auch klingen mag – sind Formulierungen wie diese:</p>
<blockquote><p>von den Leuten und über die Leute reden<br />
Wenn ein europäischer Flughafen Abflug- oder Umsteigeort ist, &#8230;<br />
Übersetzungen aus dem Italienischen und ins Italienische</p></blockquote>
<p>Kein Problem ist die Zusammenziehung dann, wenn sich die Wortformen in den verschiedenen Fällen nicht voneinander unterscheiden:</p>
<blockquote><p>viel von und über sich reden<br />
Wenn man ab oder via Wien fliegt, &#8230;</p></blockquote>
<p>Einen Überblick zu diesem Thema finden Sie in der <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/index.html#Anchor-Schwierigkeiten-35882">CanooNet-Grammatik</a>.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Kommt Kunst von Können?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/02/17/kommt-kunst-von-konnen/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 12:04:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbedeutung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
„Kunst kommt von Können“ ist eine verbreitete Plattitüde. Ich habe einmal in einem Wörterbuch gelesen „es kommt zwar von Können, jedoch meinte dieses früher ‚Kennen’ also im Sinne von ‚Wissen’ &#8230;“. Was sagen Sie?
Antwort
Sehr geehrter Herr K.,
das Wort Kunst kommt tatsächlich vom Verb können. Dieses Verb bedeutete nicht nur können, sondern auch kennen, vermögen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>„Kunst kommt von Können“ ist eine verbreitete Plattitüde. Ich habe einmal in einem Wörterbuch gelesen „es kommt zwar von Können, jedoch meinte dieses früher ‚Kennen’ also im Sinne von ‚Wissen’ &#8230;“. Was sagen Sie?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr K.,</p>
<p>das Wort <em>Kunst</em> kommt tatsächlich vom Verb <em>können</em>. Dieses Verb bedeutete nicht nur <em>können</em>, sondern auch <em>kennen, vermögen</em> und ursprünglich<em> kennen, wissen</em>.** Entsprechend hatte <em>Kunst</em> ursprünglich die Bedeutung <em>Wissen(schaft), Fertigkeit</em> (vgl. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_Freie_K%C3%BCnste">die sieben freien Künste</a>). Danach erhielt es die Bedeutung <em>durch Übung erworbene Fertigkeit</em>, die man auch heute noch verwendet, wenn zum Beispiel jemandes Koch<em>kunst</em> gelobt wird oder jemandes Fahr<em>künste</em> Anlass zur Sorge geben. Noch später (seit dem 18. Jahrhundert) wurde <em>Kunst</em> für die künstlerische, schöpferische Betätigung des Menschen und für das Produkt dieser Betätigung verwendet. Dies ist die heute am häufigsten verwendete Bedeutung von <em>Kunst</em>.</p>
<p>Bevor man nun aber ganze philosophische Betrachtungen oder gar Streitdiskussionen über das Wesen der Kunst an der Herkunft des Wortes „aufhängt“, sollte man nicht außer Acht lassen, dass die Bedeutung eines Wortes vor allem damit zu tun hat, wie wir es heute verwenden, und oft nur sehr wenig damit, was es früher einmal bedeutet hat. So kann man zwar zu Recht behaupten, dass <em>Weib</em> früher einfach <em>Frau</em> bedeutete, aber man kann das Wort <em>Weib</em> heute trotzdem nicht mehr losgelöst von seiner negativen Bedeutung verwenden. Wörter haben heute die Bedeutung, mit der sie heute verwendet werden. Die Antwort auf die Frage, ob das Wort <em>Kunst</em> von <em>können</em> oder von <em>wissen</em> kommt, sagt deshalb nicht viel darüber aus, was heute „zu Recht“ als Kunst bezeichnet wird.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>**Die Verben <em>können</em> und <em>wissen</em> sind in anderen Sprachen auch heute noch eng miteinander verbunden. So verwendet man zum Beispiel in romanischen Sprachen wie Französisch und Italienisch dasselbe Verb (<em>savoir</em> resp. <em>sapere</em>) für sowohl <em>wissen</em> als auch für <em>können</em> im Sinne von <em>die Fertigkeit haben</em>:</p>
<blockquote><p>Je <em>sais</em> ce que tu as fait. = Ich <em>weiß</em>, was du getan hast.<br />
Je <em>sais</em> nager. = Ich <em>kann</em> schwimmen.</p></blockquote>
<blockquote><p><em>Sapete</em> quando parte il treno? = <em>Wisst</em> ihr, wann der Zug fährt?<br />
<em> Sapete</em> giocare a tennis? = <em>Könnt</em> ihr Tennis spielen?</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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