<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Fragen Sie Dr. Bopp!</title>
	<atom:link href="http://canoo.net/blog/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://canoo.net/blog</link>
	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
	<lastBuildDate>Fri, 24 May 2013 19:36:40 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Die Gurgelbacher gegen die Mönche</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2013/05/24/die-gurgelbacher-gegen-die-monche/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2013/05/24/die-gurgelbacher-gegen-die-monche/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 May 2013 16:49:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Eigennamen]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=10377</guid>
		<description><![CDATA[Das Einzige, was ich als Sportmuffel erster Klasse zum morgigen Duell in London beitragen kann, ist ein wenig Namenkunde: Bayern Wo die Bayern herkommen ist ungeklärt. Lange Zeit wurde angenommen, dass sie im 5. Jahrhundert aus Böhmen eingewandert waren und sich mit ein paar Germanen und der verbleibenden römisch-keltischen Bevölkerung vermischt hatten. Der Name Bayern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Einzige, was ich als Sportmuffel erster Klasse zum morgigen Duell in London beitragen kann, ist ein wenig Namenkunde:</p>
<p><strong>Bayern</strong></p>
<p>Wo die Bayern herkommen ist ungeklärt. Lange Zeit wurde angenommen, dass sie im 5. Jahrhundert aus Böhmen eingewandert waren und sich mit ein paar Germanen und der verbleibenden römisch-keltischen Bevölkerung vermischt hatten. Der Name <em>Bayern</em> wäre demnach über <em>Bajuwaren</em> aus einem alten Wort mit der ungefähren Bedeutung <em>Männer aus Böhmen</em> entstanden. Neuere Forschungen zeigen aber, dass dies nicht so sein kann, werfen damit aber mehr Fragen auf, als sie beantworten.* Sicher und recht bekannt ist, dass die heutige Schreibung mit y auf einen Beschluss König Ludwigs I. im Jahre 1825 zurückgeht. Bevor der große Verehrer der antiken Griechen das griechische Ypsilon einführte, war die Schreibung <em>Baiern</em> üblich.</p>
<p><small>*Die Anfänge Bayerns, Von Raetien und Noricum zur frühmittelalterlichen Baiovaria, hrsg. von Hubert Fehr und Irmtraut Heitmeier, EOS Verlag, 2012</small></p>
<p><strong>Borussia</strong></p>
<p>Mit einer klassischen Sprache hat auch dieser Name zu tun. <em>Borussia</em> ist die neulateinische Bezeichnung für <em>Preußen</em>. In der Zeit, als man wichtige Texte noch in lateinischer Sprache abfasste, wurden auch die Ortsbezeichnungen latinisiert. So wurde zum Beispiel <em>Hessen</em> in lateinischen Texten zu <em>Hassia</em>, <em>Leipzig</em> zu <em>Lipsia</em>, <em>Bayern</em> zu <em>Bavaria</em> und <em>Preußen</em> zu <em>Borussia</em>. Der Fußballclub wurde aber – so will es zumindest die Legende – nicht direkt nach Preußen, sondern nach einer Brauerei mit dem Namen Borussia benannt.</p>
<p><strong>Dortmund</strong></p>
<p>Dieser Name ist wahrscheinlich germanischen Ursprungs. Die älteste Nennung von Dortmund stammt aus dem Jahr 889: <em>Throtmanni</em>. Darüber, wo dieser Name herkommt, herrscht – wie könnte es anders sein – Uneinigkeit. Der erste Teil des Namens könnte auf das altgermanische Wort <em>throt (Kehle, Gurgel, Schlund, Hals)</em> zurückgehen, das heute noch im englischen <em>throat</em> fortlebt. Der zweite Teil könnte vom altsächsischen Wort <em>manni (Gewässer)</em> oder einer altgermanischen Form <em>*munt (Berg, Hügel, Anhöhe)</em> kommen. Dortmund bedeutete dann also <em>Gurgelbach</em> oder <em>Berg mit einem Einschnitt</em> o. Ä. Problematisch ist allerdings, dass nicht nachgewiesen werden kann, dass es dort einen Gurgelbach oder einen Hügel mit Einschnitt gegeben hat. Eine weitere Theorie meint dann auch, dass Dortmund ursprünglich einem Mann namens Throtmann gehört haben könnte. Der neulateinische Name ist übrigens <em>Tremonia</em>, aber das ist wieder eine andere Geschichte.</p>
<p><strong>München</strong></p>
<p>Der Name München wird üblicherweise aus <em>bei den Mönchen</em> hergeleitet. Im Jahr ihrer Gründung, 1158, wurde die Stadt in einem Dokument <em>apud Munichen genannt (apud = </em>lateinisch<em> bei, munich = </em>althochdeutsch<em> Mönch)</em>. Auf dem dortigen Petersbergl gab es schon seit dem 8. Jahrhundert eine Siedlung von Mönchen. Der Mönch im Stadtwappen sowie der neulateinische Name <em>Monacum</em> o. <em>Monachum</em> (lat. <em>monachus = Mönch</em>) gehen auf diese Erklärung zurück.</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Den eingefleischten Fans mag dies alles ganz egal sein, Hauptsache, ihre Mannschaft gewinnt. Ich meine dazu ganz diplomatisch: Ob es nun die Gurgelbacher oder die Mönche sind, möge die bessere Mannschaft gewinnen!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2013/05/24/die-gurgelbacher-gegen-die-monche/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das teure Hotel und der Gegenwartsbezug</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2013/05/21/das-teure-hotel-und-der-gegenwartsbezug/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2013/05/21/das-teure-hotel-und-der-gegenwartsbezug/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 21 May 2013 19:52:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=10363</guid>
		<description><![CDATA[Frage Es geht darum, zwei Sätze zu verbinden: „Ihr wart in einem Hotel in New York“ und „Das Hotel ist/war teuer“.  Nun ist die Frage, ob es da zwei Möglichkeiten gibt oder die eine besser als die andere ist? Es erstaunt mich nicht, dass das Hotel, in dem ihr in New York wart, sehr teuer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Es geht darum, zwei Sätze zu verbinden: „Ihr wart in einem Hotel in New York“ und „Das Hotel ist/war teuer“.  Nun ist die Frage, ob es da zwei Möglichkeiten gibt oder die eine besser als die andere ist?</p>
<blockquote><p>Es erstaunt mich nicht, dass das Hotel, in dem ihr in New York wart, sehr teuer ist.</p></blockquote>
<p>Oder heißt es am Ende:</p>
<blockquote><p>Es erstaunt mich nicht, dass das Hotel, in dem ihr in New York wart, sehr teuer war.</p></blockquote>
<p>Ich meine, dass beide Lösungen i. O. sind. Und was meinen Sie? <strong> </strong></p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau L.,</p>
<p>Ihre Frage zielt eigentlich darauf, ob es eine obligatorische Zeitenfolge gibt. Zuerst die allgemein Antwort, die für Liebhaber und Liebhaberinnen strenger Regeln enttäuschend, aber für „Freiheitsliebende“ eher erfreuliche sein mag: Im Gegensatz zu anderen Sprachen kennt das Deutsche keine streng geregelte Folge der Zeiten. In längeren geschriebenen Texten herrscht zwar gewöhnlich das Präsens oder das Präteritum vor, aber es gibt keine obligatorische Zeitenabfolge in aufeinanderfolgenden Sätzen (<em>Consecutio Temporum</em>; wenn Satz a im Tempus x, dann Satz b „zwangsläufig“ im Tempus y). Nur bei Nebensätzen und den ihnen übergeordneten Sätzen gibt es gewisse Tendenzen, die <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Verb/Tempora/Zeitfolge.html">hier</a> angedeutet werden.</p>
<p>In Ihrem Beispielsatz haben wir es mit zwei möglichen Sehensweisen oder Aspekten zu tun, die bei der Wahl der Verbform zu einem unterschiedlichen Resultat führen. Damit meine ich eigentlich nur: Auch ich finde beide Formulierungen richtig.</p>
<blockquote><p>Es erstaunt mich nicht, dass das Hotel, in dem ihr in New York wart, sehr teuer <em>ist</em>.</p></blockquote>
<p>Bei der Verwendung der Präsensformt <em>ist</em> wird davon ausgegangen, dass es das Hotel zum Sprechzeitpunkt noch gibt und dass es immer noch teuer ist. Es gibt einen deutlichen Gegenwartsbezug. Eine mögliche Gesprächssituation wäre, dass jemand ebenfalls an Hotels in New York interessiert ist.</p>
<blockquote><p>Es erstaunt mich nicht, dass das Hotel, in dem ihr in New York wart, sehr teuer <em>war</em>.</p></blockquote>
<p>Bei der Verwendung der Präteritumsform <em>war</em> wird nichts über den gegenwärtigen Zustand des Hotels gesagt. Es gibt keinen direkten Gegenwartsbezug. Das Hotel kann noch bestehen und immer noch teuer sein, es kann aber auch geschlossen oder ausgesprochen billig geworden sein. Die Formulierung bleibt innerhalb der Schilderung von etwas Vergangenem. Sie könnte zum Beispiel ein interessierter oder höflicher Kommentar zu einem Reisebericht sein.</p>
<p>Die Wahl der Zeitform hängt also vom weiteren Kontext ab. Wichtig ist hier nicht ein zeitliches Verhältnis zwischen zwei Teilsätzen (z.B. Gleichzeitigkeit oder Nachzeitigkeit), sondern die Frage, ob in einem Teilsatz ein Bezug zur Gegenwart besteht. Das ist auch in den folgenden, „selbstgestrickten“ Beispielsätzen der Fall:</p>
<p>Ohne direkten Gegenwartsbezug:</p>
<blockquote><p>Ich traf dort eine Frau, die im Zirkus <em>arbeitete</em>.<br />
Er sang ein Lied, das mir gut <em>gefiel</em>.<br />
Ich wusste, dass er in Salzburg <em>wohnte</em>.</p></blockquote>
<p>Mit Bezug auf die Gegenwart:</p>
<blockquote><p>Ich traf dort eine Frau, die im Zirkus <em>arbeitet</em>.<br />
Er sang ein Lied, das mir gut <em>gefällt</em>.<br />
Ich wusste, dass er in Salzburg <em>wohnt</em>.</p></blockquote>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2013/05/21/das-teure-hotel-und-der-gegenwartsbezug/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Trotzdem dennoch wie obwohl?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2013/05/18/trotzdem-dennoch-wie-obwohl/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2013/05/18/trotzdem-dennoch-wie-obwohl/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 18 May 2013 12:35:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>
		<category><![CDATA[Stil]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=10340</guid>
		<description><![CDATA[Frage Wie unterscheiden sich die Konjunktionen „trotzdem“, „dennoch“ und „obwohl“? Antwort Sehr geehrte Frau S., das Wort obwohl ist eine Konjunktion, die einen Einräumungssatz (Konzessivsatz) einleitet. In einem Einräumungssatz wird eine Situation, eine Ursache geschildert, die nicht die zu erwartende oder gewünschte Wirkung hat: Obwohl es stark regnete, fuhr sie mit dem Fahrrad zu Schule. Sie fuhr mit dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Wie unterscheiden sich die Konjunktionen „trotzdem“, „dennoch“ und „obwohl“?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau S.,</p>
<p>das Wort <em>obwohl</em> ist eine Konjunktion, die einen <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Komplex/Funktion/Adverbial/Konzessiv.html">Einräumungssatz</a> (Konzessivsatz) einleitet. In einem Einräumungssatz wird eine Situation, eine Ursache geschildert, die nicht die zu erwartende oder gewünschte Wirkung hat:</p>
<blockquote><p>Obwohl es stark regnete, fuhr sie mit dem Fahrrad zu Schule.<br />
Sie fuhr mit dem Fahrrad zur Schule, obwohl es stark regnete.</p></blockquote>
<p>In einem Satz mit dem Wort <em>dennoch</em>, wird die nicht gewünschte oder nicht zu erwartende Folge angegeben:</p>
<blockquote><p>Es regnete stark und dennoch fuhr sie mit dem Fahrrad zur Schule.<br />
Selbst wenn es stark regnete, fuhr sie dennoch mit dem Fahrrad zur Schule.</p></blockquote>
<p>Dabei ist das Wort <em>dennoch</em> keine Konjunktion, sondern ein sogenanntes <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Adverb/Klasse/Konjunktional.html">Konjunktionaladverb</a>. Wie eine Konjunktion verbindet es zwei Sätze miteinander, es hat aber die Wortstellung eines Adverbs. Es ist ein Satzglied und kann als solches allein vor der konjugierten Verbform oder im Satzinnern stehen:</p>
<blockquote><p>Dennoch fuhr sie mit dem Fahrrad zur Schule.<br />
Sie fuhr dennoch mit dem Fahrrad zur Schule.</p></blockquote>
<p>Zum Vergleich: Mit der Konjunktion <em>obwohl</em> ist dies nicht möglich:</p>
<blockquote><p><em>nicht:</em> *Obwohl regnete es stark &#8230;<br />
<em> nicht:</em> *Es regnete obwohl stark &#8230;</p></blockquote>
<p>(Vgl. auch Unterschied zwischen <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Adverb/Klasse/Konjunktional.html">Konjunktionaladverbien und Konjunktionen</a>.)</p>
<p>Ein spezieller Fall ist <em>trotzdem</em>. In der Standardsprache ist es wie <em>dennoch</em> ein Konjunktionaladverb. Es hat auch ungefähr die gleiche Bedeutung:</p>
<blockquote><p>Es regnete stark und trotzdem fuhr sie mit dem Fahrrad zur Schule.<br />
Selbst wenn es stark regnete, fuhr sie trotzdem mit dem Fahrrad zur Schule.</p></blockquote>
<p>Manchmal wird <em>trotzdem</em> aber auch wie <em>obwohl</em> als Konjunktion verwendet. Es hat dann die gleiche Bedeutung wie <em>obwohl:</em></p>
<blockquote><p>Trotzdem es regnete, fuhr sie mit dem Fahrrad zur Schule.<br />
Sie fuhr mit dem Fahrrad zur Schule, trotzdem es regnete.</p></blockquote>
<p>Diese Verwendung von <em>trotzdem</em> ist aus der Formulierung <em>trotz dem, dass</em> entstanden.</p>
<p><strong>Aber</strong>: Nicht alle finden <em>trotzdem</em> im Sinne von <em>obwohl</em> standardsprachlich korrekt. Vorsichtige unter Ihnen verwenden <em>trotzdem</em> deshalb besser nur mit der Bedeutung <em>dennoch</em>. Wenn Sie aber kein Problem mit <em>trotzdem</em> im Sinne von <em>obwohl</em> haben und die eventuelle Kritik, es sei umgangssprachlich, Sie nicht stört, können Sie <em>trotzdem</em> auch als <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Konjunktion/Bedeutung/konzessiv.html">konzessive Konjunktion</a> verwenden. Sie verwenden dann also <em>trotzdem</em> dennoch wie <em>obwohl</em>.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2013/05/18/trotzdem-dennoch-wie-obwohl/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie antichambrieren zum i kam</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2013/05/16/wie-antichambrieren-zum-i-kam/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2013/05/16/wie-antichambrieren-zum-i-kam/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 16 May 2013 22:21:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdwörter]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=10324</guid>
		<description><![CDATA[Heute geht es um ein etwas altmodisches Wort: antichambrieren. Es bedeutete früher, dass man im Vorzimmer, dem Antichambre, einer wichtigen Persönlichkeit wartete, um vorgelassen zu werden. Außer in historischen Büchern und Filmen bedeutet es heute – wenn es überhaupt noch verwendet wird – bei einer Person oder Instanz um Gunst betteln, katzbuckeln (vgl. hier). Frage Ein Kollege [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute geht es um ein etwas altmodisches Wort: <em>antichambrieren</em>. Es bedeutete früher, dass man im Vorzimmer, dem Antichambre, einer wichtigen Persönlichkeit wartete, um vorgelassen zu werden. Außer in historischen Büchern und Filmen bedeutet es heute – wenn es überhaupt noch verwendet wird – <em>bei einer Person oder Instanz um Gunst betteln, katzbuckeln</em> (vgl. <a href="http://www.dwds.de/?qu=antichambrieren&amp;view=1">hier</a>).</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Ein Kollege beharrt, dass man „antechambrieren“ schreiben müsse (weil das die logische Schreibung aufgrund der lateinischen/franzözischen Herkunft sei). Die (korrekte) Schreibung „antichambrieren“ sei völlig widersinnig. Können Sie erklären, warum die Schreibung mit i trotzdem die einzig korrekte zu sein scheint?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr T.,</p>
<p>Ihr Kollege hat insofern recht, als das griechische <em>anti</em> im Allgemeinen für <em>gegen</em> steht: <em>antibakteriell, antimilitarisch, Antifaschismus, Antimaterie.</em> Das im Deutschen nur sehr selten vorkommende lateinische Präfix <em>ante</em> hingegen bedeutet <em>vor</em>: <em>antedatieren, antediluvianisch (vorsintflutlich), antezedieren (vorhergehen)</em>. Man würde deshalb bei der Bedeutung <em>Vorzimmer</em> tatsächlich eher die Vorsilbe <em>ante</em> als <em>anti</em> erwarten.</p>
<p>Trotzdem heißt es <em>ant<strong>i</strong>chambrieren</em> und nicht <em>a</em><em>nt<strong>e</strong>chambrieren</em>. Der „Fehler“ ist in Italien zu suchen. Wir haben das Wort <em>antichambrieren</em> aus dem Französischen übernommen. Die Franzosen wiederum haben das Wort <em>antichambre</em> (mit i) im 16. Jahrhundert nach dem italienischen Muster <em>anticamera</em> gebildet. Das i stammt also aus dem Italienischen. Im volkstümlichen Italienisch war die lateinische Vorsilbe <em>ante</em> zu <em>anti</em> geworden und fiel lautlich mit dem aus dem griechischen stammenden <em>anti</em> zusammen. Man findet dieses <em>anti</em> im Sinne von <em>vor</em> in zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>antidiluviano (vorsintflutlich)<br />
anitmeridiano (vormittäglich)<br />
antipasto (Vorgericht)<br />
antibagno (Badezimmervorraum)<br />
anticamera (Vorzimmer)</p></blockquote>
<p>Die Vorsilbe <em>ante</em> hat übrigens im Italienischen vor allem in eher „gelehrten“ Wörtern ebenfalls überlebt: <em>antefatto (Vorgeschichte), anteporre (voranstellen, vorziehen), anteguerra (Vorkriegszeit).</em></p>
<p>Das i in <em>antichambrieren</em> stammt also nicht aus dem Lateinischen oder dem Französischen, sondern aus dem Italienischen, wo <em>ante</em> teilweise zu <em>anti</em> geworden ist. Wie man sieht, kann uns die klassische Bildung manchmal auch auf die falsche Fährte bringen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Stephan Bopp</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2013/05/16/wie-antichambrieren-zum-i-kam/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Neue Version der Canoonet-App für das iPhone</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2013/05/14/neue-version-der-canoonet-app-fur-das-iphone/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2013/05/14/neue-version-der-canoonet-app-fur-das-iphone/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 14 May 2013 17:10:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Über Canoonet]]></category>
		<category><![CDATA[canoonet]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=10301</guid>
		<description><![CDATA[Falls Sie ein iPhone besitzen und noch nicht wussten, dass es eine Canoonet-App gibt: Es gibt im App-Store eine Canoonet-App für das iPhone, die es ermöglicht, unsere Wörterbücher und die Grammatik auch offline zu nutzen. Mehr Informationen zur App finden Sie bei Canoo. Sie können die App auch direkt bei iTunes beziehen. Falls Sie ein iPhone besitzen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Falls Sie ein iPhone besitzen und noch nicht wussten, dass es eine Canoonet-App gibt:</strong> Es gibt im App-Store eine Canoonet-App für das iPhone, die es ermöglicht, unsere Wörterbücher und die Grammatik auch offline zu nutzen. Mehr Informationen zur App finden Sie bei <a href="http://www.canoo.com/languageexperts/products/canoonet/?l=de#canoonetmobile">Canoo</a>. Sie können die App auch direkt bei <a href="https://itunes.apple.com/de/app/canoonet/id294330973?l=de&amp;ls=1&amp;mt=8">iTunes</a> beziehen.</p>
<p><strong>Falls Sie ein iPhone besitzen und die Canoonet-App bereits benutzen:</strong> Im App-Store ist jetzt die neue Version 3.2. erhältlich. Neu ist:</p>
<ul>
<li>kompatibel mit iOS 6</li>
<li>ca. 5 000 neue Wörterbuch-Einträge</li>
<li>erweiterte Angaben zu mehr als 10 000 Einträgen</li>
<li>Anpassungen und Erweiterungen zu Rechtschreibung und Grammatik</li>
<li>Bugfixes</li>
</ul>
<p><strong>Falls Sie die Canoonet App bereits benutzten und Ihr iPhone auf iOS 6 umgestellt haben</strong> mussten Sie zu Ihrem Ärger feststellen, dass die Canoonet-App nicht mehr richtig funktionierte. Die neue Version ist jetzt iOS-6-kompatibel! Für die zwischenzeitlichen Unannehmlichkeiten bitten wir Sie um Entschuldigung.</p>
<p><strong>Mehr Informationen zur App bei <a href="http://www.canoo.com/languageexperts/products/canoonet/?l=de#canoonetmobile">Canoo</a>.<br />
Die Canoonet-App bei <a href="https://itunes.apple.com/de/app/canoonet/id294330973?l=de&amp;ls=1&amp;mt=8">iTunes</a>.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" title="Canoonet-App fürs iPhone" src="http://canoo.net/blog/wp-content/uploads/2013/05/iPhone.jpg" alt="" width="245" height="539" /></p>
<p><span style="color: #ff0000;">AKTION ZUM RELEASE</span>: 60% Rabatt! Wenn Sie die App (unbegrenzte Nutzung) bis zum 30. Juni kaufen, kostet sie nur 5,99 EUR statt 14,99 EUR.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2013/05/14/neue-version-der-canoonet-app-fur-das-iphone/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kompositorisches zum Muttertag</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2013/05/12/kompositorisches-zum-muttertag/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2013/05/12/kompositorisches-zum-muttertag/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 12 May 2013 12:54:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=10292</guid>
		<description><![CDATA[Es gibt viele, die davon ausgehen, dass man bei einem zusammengesetzten Wort genauere Angaben über die Bedeutung der Verbindung zwischen den beiden Elementen machen kann. Das ist natürlich gut möglich, aber erst wenn man weiß, was das Wort bedeutet. Wenn wir einem zusammengesetztes Wort wie Muttertag zum ersten Mal begegnen und sonst keine weiteren Informationen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele, die davon ausgehen, dass man bei einem zusammengesetzten Wort genauere Angaben über die Bedeutung der Verbindung zwischen den beiden Elementen machen kann. Das ist natürlich gut möglich, <strong>aber</strong> erst wenn man weiß, was das Wort bedeutet. Wenn wir einem zusammengesetztes Wort wie <em>Muttertag</em> zum ersten Mal begegnen und sonst keine weiteren Informationen zur Verwendung erhalten, können wir nur sagen, dass es sich um einen Tag handeln muss, der in irgendeiner Weise etwas mit einer Mutter oder mit Müttern zu tun hat. Wie das genaue Verhältnis zwischen <em>Tag</em> und <em>Mutter</em> ist, lässt sich nicht sagen, das heißt, die genaue Bedeutung des Wortes lässt sich nicht an der isolierten Form <em>Muttertag</em> ablesen. Ist es der Tag, an dem wir unsere Mutter besuchen,  der Tag an dem eine Frau Mutter wird, der erste oder wichtigste Tag in einer Reihe von Tagen oder ein den Müttern gewidmeter Tag? Nur der Kontext und unsere Kenntnis der „Welt“ sagen uns, dass die letztgenannte Bedeutung die allgemein übliche ist.</p>
<p>Das ist nicht weiter tragisch und führt zu keinem großem Verständigungschaos, denn Wörter kommen nur sehr selten ohne jeglichen Kontext vor. Auch bei Zusammensetzungen, die wir zum allerersten  Mal hören oder lesen, ist dank des Kontextes, in dem sie erscheinen, meistens schnell deutlich was sie (ungefähr) bedeuten.</p>
<p>Anhand von Zusammensetzungen mit dem Wort <em>Mutter </em>an erster Stelle, soll hier kurz gezeigt werden, wie unterschiedlich die Bedeutungsverhältnisse innerhalb von Komposita sein können:</p>
<p>Eine große Gruppe von Zusammensetzungen mit Mutter hat die Bedeutung <em>der/die/das Mutter ist</em>:</p>
<blockquote><p>Mutterbaum. Mutterpflanze, Muttersau, Mutterschaft, Mutterschwein, Mutterstute, Muttertier, Muttervieh, Mutterwild</p></blockquote>
<p>Oft ist damit <em>Mutter</em> in einem übertragenen Sinne gemeint:</p>
<blockquote><p>Mutterboden, Muttererde, Muttergarbe, Muttergesellschaft, Mutterhaus, Mutterkonzern, Muttergestein, Muttergewebe, Mutterhaus, Mutterkirche, Mutterland*, Mutterlauge, Mutterpartei, Mutterschlüssel, Mutterpflanze</p></blockquote>
<p>Eine weitere große Gruppe sind Komposita, die im weitesten Sinne ein Besitzverhältnis angeben <em>(einer Mutter gehörend)</em>. Hier sind auch einige eher verhüllende Verwendungen von <em>Mutter</em> im Sinne von <em>Gebärmutter</em> zu finden:</p>
<blockquote><p>Mutterbrust, Mutterfreuden, Muttergefühl, Mutterfreude, Mutterherz, Mutterkuchen, Mutterleib, Mutterliebe, Muttermilch, Muttermund, Mutterpflicht, Mutterschoß, Mutterschwester, Muttersöhnchen, Muttertrompete</p></blockquote>
<p>Und dann kommt eine ganze Reihe von verschiedenen Arten von Bedeutungsverhältnissen:</p>
<blockquote><p><em>von der Mutter / über die Mutter<br />
</em>Mutterbild</p></blockquote>
<blockquote><p><em>von der Mutter (erhalten)<br />
</em>Muttermal, Muttersprache, Mutterwitz</p></blockquote>
<blockquote><p><em>mit der Mutter<br />
</em>Mutterbindung</p></blockquote>
<blockquote><p><em>durch die Mutter<br />
</em>Mutterherrschaft</p></blockquote>
<blockquote><p><em>für (anstelle) die Mutter<br />
</em>Mutterersatz, Mutterstelle</p></blockquote>
<blockquote><p><em>für (zum Vorteil) die Mutter<br />
</em>Mutterkreuz, Muttertag, Mutterschutz</p></blockquote>
<blockquote><p><em>in Bezug auf die Mutter<br />
</em>Mutterkomplex, Mutterkult, Muttermord, Mutterrecht</p>
<p><em>bei der Behandlung von Müttern verwendet<br />
</em>Mutterkorn, Mutterkraut</p></blockquote>
<p>Allzu strikt ist diese Einteilung übrigens nicht zu verstehen. Sie soll nur zeigen, wie flexibel die Wortzusammensetzung im Deutschen auf der Bedeutungsebene verwendet wird. Ich wünsche allen Müttern, aber auch allen Vätern, Söhnen und Töchtern einen schönen Tag!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2013/05/12/kompositorisches-zum-muttertag/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Unter blaustem Himmel wird der Wald immer grüner</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2013/05/06/unter-blaustem-himmel-wird-der-wald-immer-gruener/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2013/05/06/unter-blaustem-himmel-wird-der-wald-immer-gruener/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 May 2013 07:44:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Steigerung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=10281</guid>
		<description><![CDATA[Eine häufig diskutierte Frage: die Steigerung von Farbadjektiven. Frage Können Farben gesteigert werden? Antwort Sehr geehrte Frau G., Farbadjektive bezeichnen außerhalb von physikalischen und ähnlichen Fachtexten keine absoluten Größen. Farben können eine höhere oder eine niedrigere Intensität haben. Sie können mehr oder weniger der Farbe entsprechen, die wir als „Basisrot“, „Basisblau“, „Basisgrün“ usw. empfinden. Farbadjektive [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine häufig diskutierte Frage: die Steigerung von Farbadjektiven.</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Können Farben gesteigert werden?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau G.,</p>
<p>Farbadjektive bezeichnen außerhalb von physikalischen und ähnlichen Fachtexten keine absoluten Größen. Farben können eine höhere oder eine niedrigere Intensität haben. Sie können mehr oder weniger der Farbe entsprechen, die wir als „Basisrot“, „Basisblau“, „Basisgrün“ usw. empfinden. Farbadjektive können deshalb in vielen Fällen problemlos gesteigert werden.</p>
<blockquote><p>Der Himmel wirkt heute noch blauer als in den letzten Tagen.<br />
Der Wald wird jetzt jeden Tag grüner.<br />
Mit einem Quarzgehalt von 99,7% ist es der weißeste Sand der Welt!</p></blockquote>
<p>Dies gilt auch bei der Verwendung von Farbadjektiven mit übertragener Bedeutung:</p>
<blockquote><p>der schwärzeste Tag ihres Lebens<br />
H. war einer der braunsten Politiker des Landes.</p></blockquote>
<p>Nicht gesteigert werden aber in der Regel zusammengesetzte Farbadjektive wie &#8220;hellblau&#8221;, &#8220;flaschengrün&#8221;, &#8220;graublau&#8221;.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10290" title="Frühling" src="http://canoo.net/blog/wp-content/uploads/2013/05/Waldgrün.jpg" alt="" width="455" height="325" /></p>
<p>Ich wünsche Ihnen einen schönen Frühlingstag mit blaustem Himmel und strahlendstem Sonnenschein!</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2013/05/06/unter-blaustem-himmel-wird-der-wald-immer-gruener/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wenn die Crème brûlée bio ist</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2013/05/02/wenn-die-creme-brulee-bio-ist/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2013/05/02/wenn-die-creme-brulee-bio-ist/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 May 2013 17:31:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Bindestrich]]></category>
		<category><![CDATA[getrennt/zusammen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=10254</guid>
		<description><![CDATA[Frage Wie verhält es sich mit der Schreibung von „Crème brûlée“, wenn noch ein „Bio-“ davortritt? Bio-Crème brûlée oder Bio-Crème-brûlée Antwort Sehr geehrter Herr F., wenn Dinge bio sind, das heißt, wenn sie biologisch im Sinne von naturrein etc. sind, kann dieses bio auch vor dem Wort stehen, das es bestimmt. In der gesprochenen Sprache [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong><br />
Wie verhält es sich mit der Schreibung von „Crème brûlée“, wenn noch ein „Bio-“ davortritt?</p>
<blockquote><p>Bio-Crème brûlée<br />
<em>oder<br />
</em>Bio-Crème-brûlée</p></blockquote>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr F.,</p>
<p>wenn Dinge <em>bio</em> sind, das heißt, wenn sie <em>biologisch</em> im Sinne von <em>naturrein etc.</em> sind, kann dieses <em>bio</em> auch vor dem Wort stehen, das es bestimmt. In der gesprochenen Sprache ist das problemlos, in der geschriebenen Sprache führt es aber oft zu recht abenteuerlichen Schreibungen. Im Prinzip ist es ganz einfach: <em>Bio-</em> wird vor einem Substantiv mit dem Substantiv zusammengeschrieben.</p>
<p>Biologisch erzeugtes Gemüse ist <em>Biogemüse</em>. Der Bauer, der es anbaut ist ein <em>Biobauer</em> und der Laden, in dem <em>Bioprodukte</em> aus <em>Bioanbau</em> und <em>Bioproduktion</em> verkauft werden, ist ein <em>Bioladen </em>oder ein<em> Bioshop</em>. Also:</p>
<blockquote><p>Biogemüse, Biobäuerin, Bioprodukte, Bioanbau, Bioproduktion, Bioladen, Bioshop</p></blockquote>
<p>Da viele heute den Bindestrich sehr mögen und es in der Rechtschreibregelung den häufig ge- und missbrauchten <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Amtlich/Bindestrich/pgf40-45.html#pgf45">Paragraphen</a> über den „verdeutlichenden“ Bindestrich gibt, muss die Schreibung mit Bindestrich in diesen Fällen (meinerseits eher zähneknirschend) ebenfalls akzeptiert werden:</p>
<blockquote><p>Bio-Gemüse, Bio-Bäuerin, Bio-Produkte, Bio-Anbau, Bio-Produktion, Bio-Laden, Bio-Shop.</p></blockquote>
<p>Zweifellos gerechtfertigt ist die Verwendung von Bindestrichen auch für mich in Wortungetümen wie<em>:</em></p>
<blockquote><p>Bio-Meerrettich-Gewürzpaste, Bio-6-Korn-Flocken, Bio-Mini-Schoko-Doppelkekse</p></blockquote>
<p>Nach den geltenden Rechtschreibregeln <strong>nicht</strong> korrekt ist die Getrenntschreibung:</p>
<blockquote><p>*Bio Gemüse, *Bio Produkte, *Bio Laden, *Bio Shop, *Bio Mini Schoko-Doppelkeks, *Bio Paprika Chips</p></blockquote>
<p>Etwas schwieriger wird es, wenn <em>Bio-</em> vor eine getrennt geschriebene Wortgruppe tritt. Dann gilt die <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Bindestrich/Wortgruppen.html#Anchor-Der-23240">Regel</a>, dass zwischen allen Teile der Verbindung ein Bindestrich stehen muss. So wird die <em>Crème brûlée</em> mit Zutaten aus biologischer Produktion zur <em>Bio-Crème-brûlée:</em></p>
<blockquote><p>Crème brûlée → Bio-Crème-brûlée</p></blockquote>
<p>Ebenso:</p>
<blockquote><p>Sauce hollandaise → Bio-Sauce-hollandaise<br />
High Society → Pseudo-High-Society<br />
Mister Schweiz → Ex-Mister-Schweiz</p></blockquote>
<p>So weit, so gut. Die Rechtschreibung lässt uns aber dann im Stich, wenn es um Wortgruppen dieser Art geht:</p>
<blockquote><p>grüner Tee → ?<br />
dunkle Schokolade → ?</p></blockquote>
<p>Dieser Fall war wohl nicht vorgesehen. Wer die Rechtschreibregeln nicht missachten will, muss deshalb kreativ werden und ein bisschen umformulieren:</p>
<blockquote><p>Bio-Grüntee<br />
dunkle Bioschokolade<br />
biologischer grüner Tee<br />
biologische dunkle Schokolade</p></blockquote>
<p>Wenn ich Entwerfer von Verpackungen, Prospekten und Webseiten für Bioprodukte wäre, würde ich von den „zuständigen Stellen“ einfordern, dass hier eine umfassende und einfache Lösung für die korrekte Schreibung von Bioprodukten gefunden wird, die auf exotische <span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Schreibungen wie <em>Bio-Crème-brûlée</em> verzichten kann. Bis dann werden wir uns mit <em>Bio-Paprika-Chips</em> (oder dem fast unlesbaren <em>Biopaprikachips</em>) behelfen müssen, weil die wohl am häufigsten vorkommende Schreibung <em>Bio Paprika Chips</em> auf der Verpackung zwar „knalliger“ wirkt, aber orthografisch leider nicht den Regeln entspricht.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2013/05/02/wenn-die-creme-brulee-bio-ist/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der König und die Krone</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2013/04/29/der-koenig-und-die-krone/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2013/04/29/der-koenig-und-die-krone/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 15:51:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=10236</guid>
		<description><![CDATA[Neben Fußballmeisterschaften und Songfestivals scheinen die Einwohner von Republiken auch große Ereignisse in fremden Königshäusern faszinierend zu finden. Wem es dennoch entgangen sein sollte, dass uns morgen wieder ein solches Ereignis bevorsteht: In den Niederlanden dankt die Königin ab und übernimmt ihr Sohn als König das Szepter in Königshaus und Land. Zu diesem Anlass kam [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neben Fußballmeisterschaften und Songfestivals scheinen die Einwohner von Republiken auch große Ereignisse in fremden Königshäusern faszinierend zu finden. Wem es dennoch entgangen sein sollte, dass uns morgen wieder ein solches Ereignis bevorsteht: In den Niederlanden dankt die Königin ab und übernimmt ihr Sohn als König das Szepter in Königshaus und Land.</p>
<p>Zu diesem Anlass kam mir eine Frage in den Sinn, die Frau M. vor einiger Zeit in einem anderen Zusammenhang gestellt hatte. Sie wollte wissen, ob die Wörter <em>König</em> und <em>Krönung</em> wortgeschichtlich etwas miteinander zu tun haben.</p>
<p>Eine Krönung im eigentlichen Sinne wird in Amsterdam offenbar nicht stattfinden. Es ist offiziell eine Amtseinsetzung. Aber auch wenn Willem-Alexander keine Krone aufs Haupt gesetzt wird, so gehört die Krone doch zu einem König wie der Cowboyhut zu einem Texaner: Wenn man einen zeichnen muss, geht es nicht ohne die typische Kopfbedeckung.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-10249" title="Koenig" src="http://canoo.net/blog/wp-content/uploads/2013/04/Koenig.jpg" alt="" width="129" height="203" /></p>
<p>Gibt es nun einen wortgeschichtlichen Zusammenhang zwischen <em>König</em> und <em>Krone</em>? Die Antwort lautet nein.</p>
<p>Das Wort <em>König</em> ist altgermanischen Ursprungs. Es bedeutete ursprünglich ungefähr <em>Mann, der aus einem vornehmen Geschlecht stammt</em>. Der Stamm <em>kun/kün</em> ist heute noch zum Beispiel im englischen Wort <em>kin = Familie, Sippe</em> zu finden (vgl. auch <em>next of kin = Verwandte</em>). Diese Bezeichnung gab es früher auch im Deutschen. Im <a href="http://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemma=kuenne">Wörterbuch der Gebrüder Grimm</a> kommt noch das Wort <em>Künne</em> vor mit der Umschreibung: „Geschlecht, ein altes edles Wort“. Ganz weit hinten ist <em>König</em> über diesen Wortstamm auch mit dem lateinischen <em>genus</em> verwandt und über sieben Ecken mit dem Wort <em>Kind</em>, das ja auch etwas mit Familie und Geschlecht zu tun hat.</p>
<p>Das Wort <em>Krone</em> hingegen ist ein altes Lehnwort aus dem Lateinischen: <em>corona = Kranz, Krone</em>. Das lateinische Wort geht auf das griechische Wort für <em>Ring, Kranz (korone) </em>und <em>gekrümmt (koronos)</em> zurück.</p>
<p>Außer dass sie entfernt ähnlich klingen, sind die beiden Wörter also nur im Bedeutungsfeld, in das sie gehören, miteinander verwandt: Ein König trägt eine Krone – zumindest ein prototypischer König. Gemeinsame wortgeschichtliche Vorfahren haben sie nicht.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-10245" title="Krone" src="http://canoo.net/blog/wp-content/uploads/2013/04/Krone.png" alt="" width="100" height="87" /></p>
<p>Ob mit oder ohne Krone: Möge der neue König Willem-Alexander lang und weise regieren – oder was man einem König halt so wünscht, wenn er seinen Job anfängt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2013/04/29/der-koenig-und-die-krone/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Beredte Beamte</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2013/04/27/beredte-beamte/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2013/04/27/beredte-beamte/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 27 Apr 2013 12:41:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=10221</guid>
		<description><![CDATA[Frage Gibt es eine Erklärung dafür, warum bei „beredt“ im Gegensatz zu „bedienstet“ oder „behemdet“ trotz d im Stammauslaut kein e eingeschoben wird? Gibt es noch andere solcher Beispiele? Antwort Sehr geehrter Herr B., in beredt ist das unbetonte e der Endung weggefallen. Die volle Form wäre ja beredet wie zum Beispiel geredet, befreundet, vergoldet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Gibt es eine Erklärung dafür, warum bei „beredt“ im Gegensatz zu „bedienstet“ oder „behemdet“ trotz d im Stammauslaut kein e eingeschoben wird? Gibt es noch andere solcher Beispiele?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr B.,</p>
<p>in <em>beredt</em> ist das unbetonte e der Endung weggefallen. Die volle Form wäre ja <em>beredet</em> wie zum Beispiel <em>geredet, befreundet, vergoldet </em>usw. (vgl.<a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/InflectionRules/FRegeln-V/Texte/e-Erweiterung.html"> e-Erweiterung</a>). Die Tilgung von unbetonten Vokalen zwischen zwei Konsonanten, auch Synkope genannt, kommt relativ häufig vor. Manchmal ist sie obligatorisch:</p>
<blockquote><p>regnen (Reg<em>e</em>n), atmen (At<em>e</em>m), zeichnen (Zeich<em>e</em>n)<br />
edle (ed<em>e</em>l), noble (nob<em>el</em>), integre (integ<em>e</em>r)</p></blockquote>
<p>Manchmal ist sie fakultativ:</p>
<blockquote><p>goldne (gold<em>e</em>ne), silbrig (silb<em>e</em>rig), andre (and<em>e</em>re), Münchner (Münch<em>e</em>ner)</p></blockquote>
<p>Das unbetonte e kann aber nicht überall wegfallen. Es geschieht vor allem bei Wortstämmen, die auf unbetontes <em>el, en</em> und <em>er</em> enden (vgl. Beispiele oben). Früher konnte das e auch bei Partizipien und ähnlichen Wörtern der Form <em>&#8230;det</em> und <em>&#8230;tet</em> getilgt werden. Ein paar Beispiele aus der Dichtersprache, in der die Synkope zur Wahrung des Versmaßes häufig verwendet wurde und wird:</p>
<blockquote><p>Ein Weib das mit dem Manne scherzet / Wie ein <em>gebildter</em> Marmorstein  / Das ohne Glut und Reiz ihn herzet / Das kann kein gutes sein.<br />
<small>[G.E. Lessing, <em>Die schlimmste Frau</em>]</small></p></blockquote>
<blockquote><p>Niemand mehr, der ihn gekannt / Der <em>befreundt</em> ihm war / Dem er Bruder war genannt / Oder Liebster gar?<br />
<small>[F. Rückert, <em>Die goldne Hochzeit</em>]</small></p></blockquote>
<blockquote><p>Über die <em>vergoldten</em> Zinnen / Trat der Monden eben vor / »Holla ho! ist niemand drinnen?« / Fest verriegelt ist das Tor.<br />
<small>[J. von Eichendorff, <em>Heimkehr</em>]</small></p></blockquote>
<p>Diese Art der Synkope ist heute nicht mehr üblich. Wir verwenden nur noch die Formen mit e: <em>gebildeter</em>, <em>befreundet</em>, <em>vergoldeten</em>. Bis in unsere Zeit gelangt sind nur <em>beredt</em> und – ein viel häufiger vorkommendes Wort – <em>der Beamte</em> (statt <em>der Beamtete</em>).</p>
<p>Die Wörter <em>beredt</em> und <em>Beamter</em> sind also Überbleibsel aus älteren Zeiten, die wir heute noch verwenden. Wären diese Formen nicht in der verkürzten Form erhalten geblieben, benötigten <em>beredte Beamte</em> zwei Silben mehr, um sich selbst zu charakterisieren. Gerade das würde allerdings <em>beredeten Beamteten </em>nicht allzu viel Mühe bereiten.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2013/04/27/beredte-beamte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
