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	<title>Fragen Sie Dr. Bopp!</title>
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	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
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		<title>Bonne journée aus dem Hochgeschwindigkeitszug</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/02/07/bonne-journee-aus-dem-hochgeschwindigkeitszug/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2010/02/07/bonne-journee-aus-dem-hochgeschwindigkeitszug/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 12:51:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Wieder einmal darf ich auf Reisen sein. Zurzeit bin ich irgendwo in Frankreich in einem Hochgeschwindigkeitszug unterwegs. Es wäre natürlich interessant, etwas über die Unterschiede bei der Wortbildung in verschiedenen Sprachen zu schreiben. So kann oder muss man den vier Wörter zählenden französischen Ausdruck train à grande vitesse mit dem für Französischsprechende unaussprechlichen Wortungetüm Hochgeschwindigkeitszug [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wieder einmal darf ich auf Reisen sein. Zurzeit bin ich irgendwo in Frankreich in einem Hochgeschwindigkeitszug unterwegs. Es wäre natürlich interessant, etwas über die Unterschiede bei der Wortbildung in verschiedenen Sprachen zu schreiben. So kann oder muss man den vier Wörter zählenden französischen Ausdruck <em>train à grande vitesse </em>mit dem für Französischsprechende unaussprechlichen Wortungetüm <em><a href="http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=wordformation&amp;input=Hochgeschwindigkeitszug  ">Hochgeschwindigkeitszug</a> <span style="font-style: normal;">ins Deutsche übersetzen. Zwei so unterschiedliche Strategien, Konzepte auf der Wortebene zu einem neuen Konzept zusammenzufügen, verdienten einen Kommentar. Ich könnte auch etwas darüber schreiben, dass das Wort <em>Zug</em> tatsächlich von <em>ziehen</em> abgeleitet ist. Bei dem </span><span style="font-style: normal;">Zug</span><span style="font-style: normal;">, in dem ich mich gerade befinde, handelt es sich um eine direkte Übersetzung des gleichbedeutenden englischen Wortes <em>train</em>. Ursprünglich war ein Zug ein Gefolge, dann eine Reihe von Packtieren und Wagen, die hintereinander durch die Lande zogen.</span></em></p>
<p>Doch das ist es nicht, was mich zurzeit am meisten beschäftigt. Ich bin nämlich auf kommunikationstechnischem Gebiet ziemlich altmodisch. Im Gegensatz zu Leuten, die selbst während eines Fallschirmabsprungs noch kurz über iPod oder Blackberry ihre Mail abrufen, finde ich Folgendes schon beinahe an ein Wunder grenzend erstaunlich: Ich brause mit 300 Stundenkilometern durch die französische Landschaft, schreibe einen Blogeintrag und kann ihn vom Zug aus direkt im Blog veröffentlichen! Ich komme eben tatsächlich noch aus der Zeit, in der es noch nichtelektrische Schreibmaschinen gab &#8230; In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen schönen Tag und <em>bonne journée</em>!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Immer dieser Genitiv: Welcher Fall steht bei innerhalb?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/02/03/immer-dieser-genitiv-welcher-fall-steht-bei-innerhalb/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2010/02/03/immer-dieser-genitiv-welcher-fall-steht-bei-innerhalb/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 12:59:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Genitiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
Heißt es innerhalb x Monate oder innerhalb x Monaten? [...] Dass die Formulierung innerhalb von das Problem löst, ist bloß das eine, das andere ist: Was ist korrekt?
Antwort
Sehr geehrter Herr Z.,
in vielen Wörterbüchern steht bei innerhalb einfach „mit Genitiv“. Im Prinzip ist das auch richtig:
innerhalb eines Monats
innerhalb zweier Monate
innerhalb der Stadtgrenzen
innerhalb großer Gebäude
Doch wie so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Heißt es <em>innerhalb x Monate </em>oder <em>innerhalb x Monaten</em>? [...] Dass die Formulierung <em>innerhalb von</em> das Problem löst, ist bloß das eine, das andere ist: Was ist korrekt?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr Z.,</p>
<p>in vielen Wörterbüchern steht bei <em>innerhalb</em> einfach „mit Genitiv“. Im Prinzip ist das auch richtig:</p>
<blockquote><p>innerhalb eines Monats<br />
innerhalb zweier Monate<br />
innerhalb der Stadtgrenzen<br />
innerhalb großer Gebäude</p></blockquote>
<p>Doch wie so oft ist die Sache nicht ganz so einfach. Wenn nämlich der <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Genitiv.html#Anchor-Genitiv-3800">Genitiv nicht ersichtlich</a> ist, steht im Plural der Dativ:</p>
<blockquote><p>innerhalb zwei Monaten<br />
innerhalb drei Monaten<br />
innerhalb Tagen<br />
innerhalb Gebäuden</p></blockquote>
<p>Eine andere Möglichkeit ist dann auch die bereits von Ihnen erwähnte Wendung <em>innerhalb von </em>(mit Dativ):</p>
<blockquote><p>innerhalb von zwei Monaten<br />
innerhalb von vier Monaten<br />
innerhalb von Tagen<br />
innerhalb von Gebäuden</p></blockquote>
<p>Man kann <em>innerhalb von</em> auch dann verwenden, wenn ein Adjektiv, aber kein Artikel steht:</p>
<blockquote><p>innerhalb von großen Gebäuden<br />
<em>oder:</em> innerhalb großer Gebäude<br />
innerhalb von vorgegebenen Grenzen<br />
<em>oder:</em> innerhalb vorgegebener Grenzen</p></blockquote>
<p>Die gleiche Wahl hat man, wenn ein Substantiv im Singular allein steht, was eigentlich nur bei geografischen Namen vorkommt:</p>
<blockquote><p>innerhalb von Tirol<br />
<em>oder</em> innerhalb Tirols<br />
innerhalb von Luxemburg<br />
<em>oder</em> innerhalb Luxemburgs</p></blockquote>
<p>Sie sehen also, dass man mit einem einfachen „mit Genitiv“ auch hier die Sache wieder einmal nur sehr unvollkommen beschreibt. Um nun auf Ihre Frage zurückzukommen: Richtig ist (zumindest grammatisch):</p>
<blockquote><p>Ein Kind kommt innerhalb neun Monaten zur Welt.<br />
Die Schuld sollte innerhalb sechs Monaten getilgt sein.<br />
<em>oder</em><br />
Ein Kind kommt innerhalb von neun Monaten zur Welt.<br />
Die Schuld sollte innerhalb von sechs Monaten getilgt sein.</p></blockquote>
<p>Und wenn Sie wieder einmal etwas unsicher sind, was nun genau hinter <em>innerhalb</em> steht, finden Sie die (etwas kürzere) Antwort wie so oft in <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Genitiv.html#Anchor-innerhalb-53555">CanooNet</a>.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Frühstück auf amerikanisch</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/02/02/fruhstuck-auf-amerikanisch/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2010/02/02/fruhstuck-auf-amerikanisch/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 11:56:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[groß/klein]]></category>
		<category><![CDATA[Redewendungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=1857</guid>
		<description><![CDATA[Frage
Heißt es Frühstück auf Amerikanisch (wie Rede auf Deutsch) oder Frühstück auf amerikanisch?
Antwort
Sehr geehrte Frau M.,
gehen wir einmal davon aus, dass Sie ein Frühstück nach amerikanischer Art und nicht das amerikanische Wort für Frühstück meinen. Dann scheint die Frage nach der Groß- oder Kleinschreibung nicht eindeutig geklärt zu sein. Ich finde jedenfalls nirgendwo eindeutige Angaben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Heißt es <em>Frühstück auf Amerikanisch</em> (wie <em>Rede auf Deutsch</em>) oder <em>Frühstück auf amerikanisch</em>?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau M.,</p>
<p>gehen wir einmal davon aus, dass Sie ein Frühstück nach amerikanischer Art und nicht das amerikanische Wort für Frühstück meinen. Dann scheint die Frage nach der Groß- oder Kleinschreibung nicht eindeutig geklärt zu sein. Ich finde jedenfalls nirgendwo eindeutige Angaben dazu. Meine Empfehlung lautet:</p>
<blockquote><p>Frühstück auf amerikanisch<br />
Liebe auf italienisch<br />
einparken auf französisch<br />
Scheidung auf katholisch</p></blockquote>
<p>Wenn mit der Verbindung von <em>auf</em> und einem unflektiertem Adjektiv die Art und Weise gemeint ist, sollte man kleinschreiben. Dies gilt auch zum Beispiel für die umgangssprachliche Wendung <em>auf cool machen</em>. Ich stütze mich dabei auf <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Gross-klein/Nominalisierung.html#Anchor-Adverbiale-49575">diese Rechtschreibregel</a>.</p>
<p>Wenn eine Sprache gemeint ist, schreibt man aber nach <em>auf</em> tatsächlich groß (<a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Gross-klein/Nominalisierung.html#Anchor-Viele-47857">Regel</a>):</p>
<blockquote><p>ein Rede auf Deutsch halten<br />
Wie heißt <em>Frühstück</em> auf Amerikanisch?<br />
Wie sagt man <em>Liebe</em> auf Italienisch?<br />
<em>einparken</em> auf Französisch <em><br />
</em></p></blockquote>
<p><em><span style="font-style: normal;">Man schreibt also <em>einparken auf <strong>F</strong>ranzösisch</em>, wenn es darum geht, wie das Wort im Französischen lautet (<em>se garer</em>). Mit </span>einparken auf <strong>f</strong>ranzösisch</em> ist die Art und Weise gemeint, wie man in Frankreich einparkt (hinten ein bisschen schubsen, vorne etwas schieben  – voilà! &#8211; schon ist der Wagen perfekt geparkt).</p>
<p>Diese an Haarspalterei grenzende Unterscheidung lässt sich m. E. damit begründen, dass es das Substantiv <em>das Französisch</em> als Sprachbezeichnung gibt, nicht aber als Bezeichnung der Art und Weise.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Schraubenzieher und Schraubendreher, Glühbirnen und Glühlampen, Geranien und Pelargonien</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/01/31/fachsprache-und-allgemeinsprache/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2010/01/31/fachsprache-und-allgemeinsprache/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 12:18:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Stilistisches]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Wortwahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern bin ich wieder einmal über die häufig geführte Diskussion gestolpert, ob man Schraubendreher oder Schraubenzieher sagen müsse. Die Verfechter der ausschließlichen Verwendung von Schraubendreher haben zwei Hauptargumente: 1) Mit diesem Werkzeug zieht man Schrauben nicht, man dreht sie. 2) Nach der Deutschen Industrienorm (DIN) gibt es seit einigen Jahrzehnten nur noch Schraubendreher. Ergo: Schraubenzieher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern bin ich wieder einmal über die häufig geführte Diskussion gestolpert, ob man <em>Schraubendreher</em> oder <em>Schraubenzieher</em> sagen müsse. Die Verfechter der ausschließlichen Verwendung von <em>Schraubendreher</em> haben zwei Hauptargumente: 1) Mit diesem Werkzeug zieht man Schrauben nicht, man dreht sie. 2) Nach der Deutschen Industrienorm (DIN) gibt es seit einigen Jahrzehnten nur noch <em>Schraubendreher</em>. Ergo: <em>Schraubenzieher</em> ist falsch.</p>
<p>Das erste Argument ließe sich damit entkräften, dass die Erfinder und anfänglichen Verwender des Schraubenziehers – wie wir auch heute noch – diesen verwendeten um Schrauben an- oder festzuziehen. Deshalb nannten sie ihn auch <em>Schraubenzieher</em>. Doch eigentlich geht es mir vor allem um das zweite Argument.</p>
<p>Hier zeigt sich nämlich der Unterschied zwischen Fachsprache und Allgemeinsprache. Es ist allen klar, dass <em>Kaffeefilter</em> und <em>Kopfschmerzen</em> allgemeinsprachliche Wörter sind, während <em>Hämofiltration</em> und <em>Enzephalitis</em> vor allem in der Fachsprache verwendet werden. Bei solchen Begriffen kann es zu keinen linguistischen Grabenkriegen kommen. Anders sieht es bei fachsprachlichen Ausdrücken aus, die uns weniger fremd sind.</p>
<p>Irgendwann einmal in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurde beschlossen, dass es nach DIN nur noch <em>Schraubendreher</em> gebe. Seither wird in der Fachsprache zumindest offiziell nicht mehr von Schraubenziehern gesprochen. Das mag in fachlich-technischer Hinsicht sogar gerechtfertigt sein – ich bin ja nur ein „Sprachler“, der hin und wieder ein lockeres Schräubchen anziehen oder festdrehen muss. Diese fachsprachliche Festlegung des Begriffes heißt aber noch lange nicht, dass sich die Allgemeinsprache unbedingt danach zu richten hat und nun auch nur noch <em>Schraubendreher</em> sagen darf. <em>Schraubenzieher</em> ist ein gebräuchliches, allen verständliches, „natürlich“ entstandenes Wort, das bei sprachlichen Normalverbrauchern zu keinerlei Unfällen, stilistischen Unschönheiten oder anderen Problemen führt.</p>
<p>Ich sage hier mit so vielen Worten, dass die Allgemeinsprache sich nicht unbedingt nach fachsprachlichen Definitionen richten muss. Fachsprachliche Definitionen dienen dazu, die in einem Fachbereich notwendige Präzision bei der Formulierung zu ermöglichen. In der Allgemeinsprache ist diese Präzision in den meisten Fällen gar nicht notwendig. Es ist einem Normalsterblichen auch kaum möglich, sie immer und überall zu erreichen. Wussten Sie zum Beispiel das Folgende:</p>
<ul>
<li>Fachsprachlich gibt es keine Glühbirnen, nur Glühlampen. Weiter sind das, was man allgemeinsprachlich Lampen nennt, fachsprachlich Leuchten.</li>
<li>Fachsprachlich zieren im Sommer nicht Geranien, sondern Pelargonien Fenster und Balkone. Geranium nennt die Fachsprache nämlich die Blume, die in der Allgemeinsprache Storchenschnabel heißt.</li>
<li>Fachsprachlich sind Tomaten, Gurken, Zucchini, Auberginen und Paprikas Früchte, nicht Gemüse. Trotzdem findet man sie nirgendwo in der Obstabteilung.</li>
<li>Fachsprachlich liegen Sie falsch, wenn Sie im Park von Enten, Gänsen und Schwänen sprechen. Sie müssten eigentlich von Enten, Echten Gänsen und Schwänen sprechen. Schwäne gehören nämlich zur Unterfamilie der Gänse, zu der übrigens die Pfeifgänse wieder nicht gehören.</li>
<li>Fachsprachlich sind Spermien keine Samen, denn Samen sind bereits befruchtet und enthalten den Embryo einer Pflanze.</li>
<li>Fachsprachlich kann man nur <a href="http://canoo.net/blog/2008/07/07/verwundete-retten-und-tote-bergen/">Tote bergen</a>. Verletzte müssen gerettet werden.</li>
<li>In der rechtlichen Fachsprache können Sie der stolze Besitzer oder die stolze Besitzerin einer Sache sein, auch wenn diese nicht Ihr Eigentum ist. Das geht so weit, dass juristisch gesehen ein Dieb nach einem Diebstahl Ihr Eigentum in seinem Besitz hat. In der Allgemeinsprache werden die beiden Begriffe mehr oder weniger mit der gleichen Bedeutung verwendet.</li>
<li>Holländisch ist nur eine Dialektgruppe des Niederländischen, wie auch Holland und Holländer nur einen Teil der Niederlande bzw. der Niederländer bezeichnen.</li>
</ul>
<p>Die Liste ließe sich beliebig weiterführen. Sie soll hier aufzeigen, dass man sich als Kenner einer Fachsprache davor hüten sollte, der Allgemeinsprache seine Begriffe und Definitionen aufdrängen zu wollen. Niemand kennt alle Definitionen aller Begriffe in allen Fachsprachen. Das ist auch nicht notwendig, denn in der Alltagssprache versteht man sich ausgezeichnet, ohne immer den genau definierten, vorgeschriebenen Begriff zu verwenden. Deshalb sind fachsprachliche Definitionen keine Begründung und kein „Beweis“ dafür, dass ein allgemeinsprachlich übliches Wort falsch ist!</p>
<p>Wenn dem doch so wäre, wenn also Schraubenzieher falsch ist, weil die DIN Schraubendreher vorschreibt, dann</p>
<ul>
<li>schrauben Sie nur noch Leuchten, also keine Lampen, an die Decke;</li>
<li>müssten wir eigentlich Tomaten und Zucchini beim Obst und nicht beim Gemüse suchen;</li>
<li>sollten die Bibelübersetzungen dahingehend umgeschrieben werden, dass Onan nicht seinen Samen, sondern seine Spermien auf den Boden fallen lässt;</li>
<li>bestimmen Sie vorher immer genau die rechtlichen Verhältnisse, bevor Sie vom Besitzer einer Wohnung oder von der Eigentümerin eines Fahrzeuges sprechen;</li>
<li>behaupten Sie nur noch, dass die <em>Niederländer</em> eigentlich nicht Fußball spielen können und dass es für Automobilisten nichts Schlimmeres gibt, als einen Alpenpass hinter einem <em>niederländischen</em> Wohnwagen überqueren zu müssen, auch wenn solche Klischees mit <em>Holländer</em> und <em>holländisch</em> einfach besser klingen.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Herzlich willkommen und das kleine w</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/01/28/herzlich-willkommen-und-das-kleine-w/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2010/01/28/herzlich-willkommen-und-das-kleine-w/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 12:24:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[groß/klein]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute wieder einmal ein Dauerbrenner im Bereich der Groß- und Kleinschreibung:
Frage
Schreibt man: herzlich willkommen oder herzlich Willkommen?
Antwort
Sehr geehrte Frau S.,
auch wenn man es sehr oft und vielerorts anders liest, sollte man immer und überall schreiben:
Herzlich willkommen!
Diese Formulierung steht nämlich für: „Seien Sie herzlich willkommen!“ Das Wort willkommen ist hier ein Adjektiv, das man entsprechend kleinschreibt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute wieder einmal ein Dauerbrenner im Bereich der Groß- und Kleinschreibung:</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Schreibt man: <em>herzlich willkommen </em>oder <em>herzlich Willkommen</em>?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau S.,</p>
<p>auch wenn man es sehr oft und vielerorts anders liest, sollte man immer und überall schreiben:</p>
<blockquote><p>Herzlich willkommen!</p></blockquote>
<p>Diese Formulierung steht nämlich für: „Seien Sie herzlich willkommen!“ Das Wort <em>willkommen</em> ist hier ein Adjektiv, das man entsprechend kleinschreibt. Vergleichen Sie die folgenden Sätze.</p>
<blockquote><p>Sie sind ein willkommener Gast.<br />
Seien Sie herzlich willkommen!<br />
Herzlich willkommen!</p></blockquote>
<p>Die Großschreibung ist aber nicht völlig ausgeschlossen. Wenn <em>willkommen</em> als Substantiv verwendet wird, schreibt man es groß:</p>
<blockquote><p>Ein herzliches Willkommen!</p></blockquote>
<p>Mehr zum Wort <em>willkommen</em> finden Sie auf <a href="http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=spelling&amp;input=willkommen&amp;features=(Cat+A)">dieser Rechtschreibseite</a> und in einem <a href="http://canoo.net/blog/2009/03/06/willkommen-%E2%80%9Ezu%E2%80%9C-meiner-webseite/">älteren Blogeintrag</a>.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>„Was frägst du?“, frug er</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/01/26/was-fragst-du-frug-er/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2010/01/26/was-fragst-du-frug-er/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 15:11:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=1792</guid>
		<description><![CDATA[Frage
Gibt es die Wortform frägt von fragen in der dritten Person Einzahl?
Antwort
Sehr geehrter Herr H.,
in der heutigen Standardsprache sind beim Verb fragen nur die regelmäßigen Formen du fragst und er fragt gebräuchlich. Dasselbe gilt für die Vergangenheitsform fragte. Die Formen frägst und frägt sowie in der Vergangenheit  frug und früge gelten als veraltet oder regionalsprachlich.
Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Gibt es die Wortform <em>frägt</em> von <em>fragen</em> in der dritten Person Einzahl?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr H.,</p>
<p>in der heutigen Standardsprache sind beim Verb <em>fragen</em> nur die <a href="http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=inflection&amp;input=fragen&amp;features=(Cat+V)">regelmäßigen Formen</a><em> du fragst</em> und <em>er fragt</em> gebräuchlich. Dasselbe gilt für die Vergangenheitsform <em>fragte. </em>Die Formen <em>frägst </em>und<em> frägt</em> sowie in der Vergangenheit <em> frug</em> und <em>früge</em> gelten als veraltet oder regionalsprachlich.</p>
<p>Die unregelmäßigen Formen traten anfänglich im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Niederdeutsch">Niederdeutschen</a> auf, wahrscheinlich unter dem Einfluss der starken Formen von <em>tragen</em> (<em>trägt, trug</em> usw.). Luther schrieb noch ausschließlich <em>fragt</em> und <em>fragte</em>. Bei Goethe und Schiller kamen dann neben <em>fragt</em> und <em>fragte</em> schon einige <em>frägt</em> und <em>frug</em> vor. Die Hochzeit der unregelmäßigen Formen war das 19. Jahrhundert: Georg Büchner, Friedrich Engels, Theodor Fontane, Heinrich Heine, E.T.A. Hoffmann, Karl May, C.F. Meyer, Eduard Mörike: sie alle verwendeten (auch) die starken Formen.</p>
<p>Später wurden aber <em>frägt</em> und <em>frug</em> im Standarddeutschen wieder weniger verwendet. Heute gelten sie standardsprachlich als veraltet. Die deutsche Sprache hatte also schon früher ihre Modeerscheinungen – in diesem Fall sogar eine „hausgemachte“.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Es schneit</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/01/24/es-schneit/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2010/01/24/es-schneit/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 11:22:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>
		<category><![CDATA[Verbergänzung]]></category>

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		<description><![CDATA[Es schneit wieder einmal. In den vergangenen Jahren wurde die kalte Jahreszeit vor allem in tieferen Lagen ihrem Namen oft nicht gerecht, aber nun wintert es richtig, wie es sich gehört. Wenn Sie nun vermuten, dass ich beim heutigen Schneefall etwas über Skirennen, globale Erwärmung oder verspätete Züge schreibe, täuschen Sie sich. Mir ist das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es schneit wieder einmal. In den vergangenen Jahren wurde die kalte Jahreszeit vor allem in tieferen Lagen ihrem Namen oft nicht gerecht, aber nun wintert es richtig, wie es sich gehört. Wenn Sie nun vermuten, dass ich beim heutigen Schneefall etwas über Skirennen, globale Erwärmung oder verspätete Züge schreibe, täuschen Sie sich. Mir ist das Wörtchen <em>es</em> aufgefallen. Es geht also um das <em>es</em> in zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Es schneit.<br />
Es wintert.<br />
Es geht also um &#8230;</p></blockquote>
<p>Wahrscheinlich wissen viele, dass dieses <em>es</em> ein sogenanntes unpersönliches <em>es</em> ist. Es gibt nichts und niemanden, der oder das schneien, wintern oder in diesem Sinne um etwas gehen würde. Dieses <em>es</em> hat also weder Inhalt noch Bedeutung. Wozu dient es denn, wenn es nichts bedeutet?</p>
<p>Das unpersönliche <em>es</em> hat mit dem Satzbau des Deutschen zu tun. Es gibt verschiedene Regeln, wie ein grammatisch korrekter deutscher Satz auszusehen hat. Einige dieser Regeln sind sehr stark, andere wiederum sind eher schwache Tendenzen. Eine sehr starke Regel lautet, dass ein Satz ein konjugiertes Verb und ein Subjekt haben muss, nach dem sich die Verbform richtet. Diese Regel ist so stark, dass wir ein völlig inhaltsleeres Wörtchen benutzen müssen, nur damit sie eingehalten wird. Auch wenn wir beim besten Willen nicht bestimmen können, wer oder was schneit, können wir nicht einfach das Subjekt weglassen. Nein, wir müssen ein <em>es</em> einfügen, weil es nun einmal keine subjektlosen Sätze geben darf.</p>
<p>Nun könnte man meinen, dass dies wieder so etwas typisch Deutsches sei: eine Regel, die so streng gehandhabt wird, dass man sogar Wörter für nicht Bestehendes bemüht, nur um sie einhalten zu können. Das Klischee stimmt aber insofern nicht, als das Deutsche hier unter den europäischen Sprachen nicht allein steht. Während zum Beispiel das Italienische und Spanische ohne die Nennung eines Subjekts auskommen,</p>
<blockquote><p>Nevica.<br />
Está nevando.</p></blockquote>
<p>muss man z. B. im Englischen, Französischen, Niederländischen und Schwedischen wie im Deutschen ein unpersönliches Wörtchen für das Subjekt verwenden:</p>
<blockquote><p><em>It </em>is snowing.<br />
<em>Il</em> neige.<br />
<em>Het</em> sneeuwt.<br />
<em>Det</em> snöar.</p></blockquote>
<p>Im Weiteren gibt es „sogar“ im Deutschen Ausnahmen zu dieser Muss-Regel: Wenn man gewisse intransitive Verben im Passiv verwendet, stehen sie manchmal ganz ohne Subjekt. Nicht einmal ein <em>es</em> ist in ihnen zu finden:</p>
<blockquote><p>Dem Manne kann geholfen werden.<br />
Überall wird gelacht und gesungen.</p></blockquote>
<p>Hier zeigt sich wieder einmal mehr, dass das Deutsche gar nicht so streng und strikt ist: keine Regel ohne Ausnahme. Mehr zum Wörtchen <em>es</em> finden Sie <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/InflectionRules/FRegeln-P/Pron-es.html">hier</a>. Ich werde jetzt geeignetes Schuhwerk für einen Spaziergang durch den Schnee anziehen. Inzwischen hat <strong><em>es</em></strong> nämlich aufgehört zu schneien.</p>
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		<title>Das Schwarze-Loch-Paar? Wenn schwarze Löcher in Paaren auftreten</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/01/21/das-schwarze-loch-paar-wenn-schwarze-locher-in-paaren-auftreten/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 14:20:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bindestrich]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
Ich habe immer wieder ein Problem, wenn es um gewisse zusammengesetzte Begriffe geht. Zum Beispiel: Ein Paar von zwei schwarzen Löchern nennt man ein Schwarzes-Loch-Paar? (Gemeint sind die extrem dichten Himmelskörper.) Oder ist es das Schwarze-Loch-Paar? Wenn man einem Schwarzen-Loch-Paar zu nahe kommt, wird man eingesaugt. Oder heißt es: wenn man einem Schwarze-Loch-Paar zu nahe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Ich habe immer wieder ein Problem, wenn es um gewisse zusammengesetzte Begriffe geht. Zum Beispiel: Ein Paar von zwei schwarzen Löchern nennt man ein <em>Schwarzes-Loch-Paar</em>? (Gemeint sind die extrem dichten Himmelskörper.) Oder ist es das <em>Schwarze-Loch-Paar</em>? Wenn man einem Schwarzen-Loch-Paar zu nahe kommt, wird man eingesaugt. Oder heißt es: wenn man einem Schwarze-Loch-Paar zu nahe kommt? Die Anziehung des Schwarzen-Loch-Paares oder des Schwarze-Loch-Paares?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr K.,</p>
<p>es ist nicht unmöglich, ein solches Paar von schwarzen Löchern im Deutschen <em>Schwarze(s)-Loch-Paar</em> zu nennen, aber üblich ist es nicht. Das ist auch der Grund, weshalb Ihnen (und mir) die Beugung dieser Wortbildung Schwierigkeiten bereitet. Man spricht zum Beispiel auch selten von einem Schwarze-Pferde-Gespann, der Rote-Meer-Küste oder der Dritte-Zähne-Reinigung, sondern vielmehr von einem Gespann schwarzer Pferde, der Küste des Roten Meeres oder der Reinigung der dritten Zähne. So schreiben Sie auch hier am besten:</p>
<blockquote><p>ein Paar schwarze Löcher<br />
ein Paar schwarzer Löcher<br />
ein Paar von schwarzen Löchern<br />
ein doppeltes schwarzes Loch</p></blockquote>
<p>Natürlich gibt es &#8211; wie sollte es auch anders sein &#8211; auch Ausnahmen wie zum Beispiel <a href="http://www.canoo.net/services/Controller?input=Dritte-Welt-Laden">Dritte-Welt-Laden</a> oder <a href="http://www.canoo.net/services/Controller?input=Erste*-Klasse-Abteil&amp;service=canooNet">Erste[r]-Klasse-Abteil</a>. Im Allgemeinen sollte man solche Zusammensetzungen aber vermeiden, insbesondere wenn ein männlicher oder sächlicher Ausdruck in der Einzahl an erster Stelle steht. Solche Erstglieder führen nämlich zu großen Unsicherheiten bei der Beugung. Heißt es S<em>chwarzes-Loch-Paar </em>oder <em>Schwarze-Loch-Paar</em> oder beides, je nachdem ob <em>ein</em> oder <em>das</em> davorsteht?</p>
<p>Ebenfalls nicht grundsätzlich ausgeschlossen wäre <em>das Schwarze-Löcher-Paar</em>. Zu empfehlen ist aber auch diese Wortbildung nicht. Was im Englischen einfach durch eine Zusammensetzung wie <em>black hole pair</em> beschrieben werden kann, muss im Deutschen manchmal durch eine Wortgruppe ausgedrückt werden. Wir sind eben doch nicht die absolut unschlagbaren Wortzusammensetzungsweltmeister (auch wenn dieses letzte Wort schon fast das Gegenteil vermuten ließe).</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
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		<title>Warum „darüberhinaus“ nicht im Wörterbuch steht</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/01/19/darueberhinaus/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 17:17:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[getrennt/zusammen]]></category>
		<category><![CDATA[Wort unbekannt]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
Das Wort &#8220;darüberhinaus&#8221; fehlt in CanooNet und ich denke, es sollte wohl drin sein. In der Kombination &#8220;darüberhinausgehend&#8221; ist es zu finden. Einfach zu Ihrer Information.
Antwort
Sehr geehrte Frau W.,
vielen Dank für Ihren Hinweis! In diesem Fall sind unsere Angaben allerdings richtig.
Das Wort darüberhinaus kommt nicht in unserem Wörterbuch vor, weil man hier nach der amtlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Das Wort &#8220;darüberhinaus&#8221; fehlt in CanooNet und ich denke, es sollte wohl drin sein. In der Kombination &#8220;darüberhinausgehend&#8221; ist es zu finden. Einfach zu Ihrer Information.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau W.,</p>
<p>vielen Dank für Ihren Hinweis! In diesem Fall sind unsere Angaben allerdings richtig.</p>
<p>Das Wort <em>darüberhinaus</em> kommt nicht in unserem Wörterbuch vor, weil man hier nach der amtlichen Rechtschreibregelung getrennt schreiben muss: <em>darüber hinaus</em>. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>bis in die Unendlichkeit und darüber hinaus<br />
Darüber hinaus finden Sie hier Informationen zu weiteren Veranstaltungen.<br />
Angaben, die darüber hinausgehen<br />
alles, was darüber hinausführt</p></blockquote>
<p>Sehen Sie auch die Rechtschreibangaben zum Wort <a href="http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=spelling&amp;input=darueber"><em>darüber</em></a>.</p>
<p>Bei <em>darüberhinausgehend</em> handelt es sich nicht um eine Kombination von <em>darüberhinaus</em> und <em>gehend</em>, sondern von <em>darüber</em> und <em>hinausgehend</em>. Man kann es getrennt oder zusammenschreiben:</p>
<blockquote><p>darüber hinausgehende Angaben<br />
darüberhinausgehende Angaben</p></blockquote>
<p>(Sehen Sie auch <a href="http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=spelling&amp;input=darueberhinausgehend&amp;features=(Cat+A)"><em>darüberhinaus</em></a> und die entsprechende <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Getrennt-zusammen/Adjektiv.html#Anchor-Verbindungen-35882">Rechtschreibregel</a>)</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Die Parabel, das Symbol und der Teufel</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/01/17/die-parabel-das-symbol-und-der-teufel/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 15:25:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdwörter]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Zufällig bin ich letzte Woche auf einen historischen Wortzusammenhang gestoßen, der mich überrascht hat: Die Wörter Parabel, Symbol und Teufel haben alle eine gemeinsame Wurzel: werfen.
Die Parabel, eine gleichnishafte Erzählung, geht auf das gleichbedeutende griechische Wort parabolé zurück. Seine wörtliche Bedeutung ist das Danebenwerfen. Es gehört zum Verb parabállein = danebenwerfen, vergleichen (para = entlang, neben; bállein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zufällig bin ich letzte Woche auf einen historischen Wortzusammenhang gestoßen, der mich überrascht hat: Die Wörter<em> Parabel, Symbol </em>und <em>Teufel</em> haben alle eine gemeinsame Wurzel: <em>werfen</em>.</p>
<p>Die Parabel, eine gleichnishafte Erzählung, geht auf das gleichbedeutende griechische Wort <em>parabolé</em> zurück. Seine wörtliche Bedeutung ist <em>das Danebenwerfen</em>. Es gehört zum Verb <em>parabállein = danebenwerfen, vergleichen</em> (para = entlang, neben; bállein = werfen).</p>
<p>Auch das Wort <em>Symbol</em> lässt sich auf <em>werfen</em> zurückführen: Das griechische Wort <em>sýmbolon</em> bedeutete <em>Kennzeichen</em> oder wörtlicher <em>Zusammengefügtes</em>. Es war ein von zwei verschiedenen Parteien festgelegtes Erkennungszeichen. Dazu wurde ein Tonstück, ein Ring oder etwas Ähnliches zerbrochen und jede Partei erhielt ein Bruchstück. Wenn sich dann später Vertreter der beiden Parteien trafen, konnten die Bruchstücke zusammengefügt werden und so die Rechtmäßigkeit der Vertretung überprüft werden. Das Wort <em>sýmbolon</em> gehört zum Verb <em>symbállein = zusammenwerfen; zusammenfügen</em> (sýn = zusammen, bállein = werfen)</p>
<p><em> </em></p>
<p>Genau das Gegenteil von Zusammenwerfen treffen wir bei <em>Teufel</em> an. Das Wort geht über Formen wie <em> tiuvel, tievel, tiufal </em> auf das kirchenlateinische <em>diabolus</em> zurück, das vom griechischen Wort <em>diábolos = Verleumder</em> kommt. Das Verb <em>diabállein</em> bedeutete <em>verleumden, entzweien, verfeinden</em> oder ganz wörtlich <em>auseinanderwerfen</em> (dia = durch, auseinander; bállein = werfen).</p>
<p><em> </em></p>
<p>Natürlich lassen sich die Bedeutungen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser drei Wörter heute kaum mehr mit <em>danebenwerfen, zusammenwerfen</em> und <em>auseinanderwerfen</em> umschreiben oder erklären. Dafür haben sich die jeweiligen Bedeutungen zu sehr von der ursprünglichen wörtlichen Bedeutung entfernt. Aber eine kleine Meldung in der Rubrik „Verschiedenes“ der Wochenendbeilage finde ich diese „Entdeckung“ doch wert.</p>
<p><em> </em></p>
<p>Es gibt übrigens noch weitere Wörter, bei denen man das griechische Wort für <em>werfen</em> antrifft. Dazu gehören <em>das Anabolikum</em> (Präparat zum Aufbau von Muskeln), <em>die Diskobolie</em> (ein sehr gelehrtes Wort für Diskuswerfen) und <em>der Ball</em> im Sinne von Tanzfest.</p>
<p><em> </em></p>
]]></content:encoded>
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