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	<title>Fragen Sie Dr. Bopp!</title>
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	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
	<pubDate>Wed, 27 Aug 2008 12:29:51 +0000</pubDate>
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	<language>en</language>
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		<title>Okay: all correct oder Otto Kowalski?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2008/08/27/okay-all-clear-oder-otto-kowalski/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Aug 2008 09:42:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>

		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
Woher kommt eigentlich der Ausdruck o. k.?
Antwort
Auf diese Frage gibt es viele Antworten, denn niemand scheint es genau zu wissen. Der Duden zum Beispiel beschränkt sich auf ein einfaches H. u. (Herkunft unbekannt). Das ist gut verständlich, denn die große Anzahl der Theorien lässt sich kaum in einem Wörterbuchartikel zusammenfassen.
Da es sich um einen Ausdruck [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Woher kommt eigentlich der Ausdruck o. k.?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Auf diese Frage gibt es viele Antworten, denn niemand scheint es genau zu wissen. Der Duden zum Beispiel beschränkt sich auf ein einfaches <em>H. u. (Herkunft unbekannt)</em>. Das ist gut verständlich, denn die große Anzahl der Theorien lässt sich kaum in einem Wörterbuchartikel zusammenfassen.</p>
<p>Da es sich um einen Ausdruck aus dem amerikanischen Englisch handelt, habe ich auch in DEM amerikanischen Online-Wörterbuch, dem <a href="http://www.merriam-webster.com/dictionary/okay">Merriam-Webster</a>, nachgeschaut. Es soll sich bei <em>O.K.</em> um eine absichtlich falsch geschriebene Abkürzung für <em>all correct</em> handeln. Das ist plausibel, denn man spricht das ja ungefähr als<em> ool korrekt </em>aus, so dass <em>o. k.</em> sicher als gesprochene Abkürzung viel besser passt als <em>a. c.</em> Außerdem soll es in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts in Boston und Umgebung Mode sein gewesen, solche falsch oder phonetisch geschriebenen Abkürzungen zu verwenden. Der Ausdruck kommt dann auch zum ersten Mal im Frühjahr 1839 in der <span class="examples">„</span>Boston Morning Post“ nachweislich in gedruckter Form vor.</p>
<p>Viel interessanter und zum Teil lustiger sind aber andere Erklärungen und Erklärungsversuche. Hier ein Griff aus der Wundertüte:</p>
<p>Eine Erklärung greift auf das Griechische zurück: <em>o. k.</em> soll auf <em>&#8216;olos kalos (alles gut)</em> zurückgehen. Eine andere These besagt, dass <em>okay</em> von den Siedlern aus der Sprache der Choctaw-Indianer übernommen worden sei. Dort bedeutet der Begriffe <em>okeh</em> soviel wie <em>in der Tat</em>.</p>
<p>Aus der Armeewelt stammt die Erklärung, es sei eine Abkürzung für den Ausdruck <em>order known</em>, mit dem ein Befehl quittiert wurde, oder eine Abkürzung für<em> zero killed (0k, keiner tot)</em>, was man wirklich als äußerst okay ansehen darf.</p>
<p>Am besten gefallen mir aber die Erklärungen, die mit Initialen zu tun haben. Zum Teil sind sie nur schon deshalb nicht plausibel, weil sie die Entstehung der Abkürzung auf eine Zeitpunkt nach 1839 festlegen. Hier eine kurze Auswahl:</p>
<ul>
<li>Orrin Kendall &amp; Sons, ein Biskuithersteller, der während des amerikanischen Bürgerkrieges Kekse an die Armee lieferte. Ob diese Kekse so gut waren?</li>
<li>Oswald Kowalski (oder Otto Kaiser, Otto Krause u.a.), der Leiter der Qualitätssicherung bei den Ford-Werken in Detroit. Jedes Auto, das das Band verließ, hatte ein Prüfzertifikat, das er mit dem Kürzel OK unterzeichnete.</li>
<li>Oskar Keller, ein Kartoffelzüchter, der auf jede Kiste seine Initialen stempelte und immer gleichbleibend hohe Qualität geliefert haben soll.</li>
</ul>
<p>Noch mehr Theorien finden Sie auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Okay">Wikipedia</a> oder zum Beispiel auch <a href="http://www.fragenohneantwort.de/fragen/frage65.htm">hier</a>.</p>
<p>Und weil ich es wieder einmal nicht lassen kann, hier noch etwas zur <a href="http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=spelling&amp;input=okay ">Rechtschreibung</a>: Man schreibt den ausgeschriebenen Ausdruck als Adjektiv und Adverb klein und als Substantiv groß. Bei der Abkürzung hat man etwas mehr Freiheit:</p>
<blockquote><p>Alles ist okay.<br />
sein Okay geben</p></blockquote>
<blockquote><p>Alles ist o. k. <em>oder</em> O. K.<br />
sein O. K. geben</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wenig zufriedens-tellende Silbentrennung</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2008/08/25/wenig-zufriedens-tellende-silbentrennung/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2008/08/25/wenig-zufriedens-tellende-silbentrennung/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2008 09:26:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
Mein Word 2007 trennt mir mit der automatischen Silbentrennung das Wort zufriedenstellend immer zufriedens-tellend. Ich weiß, dass man mit der neuen Rechtschreibung st trennen darf (Fens-ter usw.), aber in diesem Fall macht das doch überhaupt keinen Sinn, oder? Ist es trotzdem korrekt?
Antwort
Sehr geehrte Frau L.,
richtig trennt man zufrieden-stellend. Man darf st zwar trennen, aber nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Mein Word 2007 trennt mir mit der automatischen Silbentrennung das Wort <em>zufriedenstellend</em> immer<em> zufriedens-tellend</em>. Ich weiß, dass man mit der neuen Rechtschreibung st trennen darf (<em>Fens-ter</em> usw.), aber in diesem Fall macht das doch überhaupt keinen Sinn, oder? Ist es trotzdem korrekt?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau L.,</p>
<p>richtig trennt man <em>zufrieden-stellend</em>. Man darf <em>st</em> zwar trennen, aber nicht an dieser Stelle. Die hier geltende Trennregel lautet nämlich, dass bei zusammengesetzten Wörtern zwischen den Teilen der Zusammensetzung getrennt wird: <em>zufrieden-stellend</em>. Erst dann wird innerhalb der Einzelteile getrennt: <em>zu-frie-den-stel-lend</em>. Ebenso:</p>
<blockquote><p>Abend-stern <em>nicht </em>Abends-tern<br />
Dach-stube <em>nicht </em>Dachs-tube<br />
ein-streichen <em>nicht </em> einst-reichen</p></blockquote>
<p>Die entsprechende Rechtschreibregel finden Sie <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Trennung/Komplexe.html#Anchor-Zusammengesetzte-49575">hier</a>.</p>
<p>Dann folgen ganz ungefragt ein paar „erbauliche Worte von Dr. Bopp“: Es fällt mir immer wieder auf, dass viele Leute eigentlich viel ungezwungener mit den automatischen Korrekturhilfen umgehen sollten. Diese Programme können nämlich viel, aber nicht alles. Hier kennt das Programm offenbar das Wort <em>zufriedenstellend</em> nicht und es kann auch dessen Zusammenstellung nicht analysieren. Deshalb trennt es falsch, nämlich wie wenn <em>zufriedenstellend</em> ein nicht zusammengesetztes Wort wäre. Wenn Sie also finden, dass ein Korrekturprogramm wie hier einen unsinnigen Vorschlag macht, sollten Sie sich einfach darüber hinwegsetzen. Die Verwendung von Korrekturprogrammen ist zwar sehr nützlich, aber es hilft, wenn man selber auch noch ein bisschen etwas von der Rechtschreibung weiß und dem Programm dann ein wenig selbstbewusster „gegenübertritt&#8221;. Die wichtigsten Regeln kennen wir nämlich auch nach der Reform besser, als viele von uns meinen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>PS: Man kann <em>zufriedenstellend</em> übrigens auch getrennt schreiben: <a href="http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=spelling&amp;input=zufriedenstellend"><em>zufrieden stellend</em></a>.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Türkische Birnen statt Quitten</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2008/08/23/turkische-birnen-statt-quitten/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2008/08/23/turkische-birnen-statt-quitten/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 23 Aug 2008 14:26:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute wieder einmal etwas Persönlicheres: Dr. Bopp kocht – nicht etwa bei Canoo, sondern ganz privat zu Hause. Dieses Wochenende soll es sogar etwas „Ausländisches“ mit Lammfleisch, Pflaumen und Quitten geben. Da stellt man sich gleich drei Fragen: Wann haben Quitten Saison, wo kauft man sie und wie kommen sie zu ihrem Namen? Da dies [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute wieder einmal etwas Persönlicheres: Dr. Bopp kocht – nicht etwa bei Canoo, sondern ganz privat zu Hause. Dieses Wochenende soll es sogar etwas <span class="examples">„</span>Ausländisches“ mit Lammfleisch, Pflaumen und Quitten geben. Da stellt man sich gleich drei Fragen: Wann haben Quitten Saison, wo kauft man sie und wie kommen sie zu ihrem Namen? Da dies nicht in eine Kochrubrik ausarten soll, beschäftige ich mich hier mit der dritten Frage. Regelmäßigere Besucherinnen und Besucher dieses Blogs wird es kaum wundern: Bei einem mit Q beginnenden Wort will man als <span class="examples">„</span>Sprachler“ einfach wissen, woher es kommt.</p>
<p>Dieser Frage nachzugehen war diesmal ganz einfach: Das Wort Quitte  geht über verschiedene Schritte wie vulgärlateinisch <em>quidonea</em> und lateinisch <em>cydonia </em>auf das griechische <em>kydonia mela</em> zurück. Das wiederum heißt <em>Apfel aus Kydonia</em>. Kydonia war eine antike Hafenstadt im Nordosten Kretas. Heute heißt die Stadt übrigens Chania. Wenn sie einmal in der Gegend sind, ist die etwas gar touristische griechische Hafenstadt mit ihren vielen venezianischen Einflüssen einen Besuch mehr als wert. Ob ich dort auf dem Markt Quitten gefunden hätte?</p>
<p>Ich konnte nämlich keine Quitten finden. Ich habe mir sagen lassen, dass ihre Saison wie diejenige der zur gleichen Familie gehörenden Äpfel und Birnen erst im September beginne. Ich habe dann halt beim türkischen Gemüsehändler türkische Birnen gekauft. Das sind zwar keine Quitten, aber es sind immerhin ebenfalls gelbe Früchte und sie kommen aus etwa der gleichen geographischen Ecke wie ursprünglich der  <span class="examples">„</span>kydonische Apfel“. (Weshalb gibt es schon türkische Birnen, aber noch keine türkischen Quitten? Das hätte ich den Gemüsehändler fragen müssen!)</p>
<p>Zum Schluss noch eine kleine, fast schon hämische Bemerkung: Bei <em>Quitte, Quittung, Quelle, quasi, quer</em> und <em>Querulant</em> hat die Rechtschreibreform eine ausgezeichnete Möglichkeit verpasst, weiteres äußerst empörtes Aufschreien zu provozieren. Man hätte ja einfach <em>Kwitte, Kwittung, Kwelle, kwasi, kwer</em> und <em>Kwerulant</em> schreiben können. Mich persönlich hätte das übrigens gar nicht so furchtbar gestört, außer dass der arme Buchstabe q im Deutschen ein Außenseiterdasein hätte fristen müssen, da er dann eigentlich nur noch in fremdsprachigen Zitaten vorgekommen wäre.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Praktikumszeugnis, das Korrekturprogramm und das Fugen-s</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2008/08/21/das-praktikumzeugnis-das-korrekturtprogramm-und-das-fugen-s/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2008/08/21/das-praktikumzeugnis-das-korrekturtprogramm-und-das-fugen-s/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 Aug 2008 08:59:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
Bei einer Bewerbung hat mein Word-Rechtschreibprogramm mir das Wort Praktikumszeugnis in Praktikumzeugnis korrigiert. Auf allen Zeugnissen, die ich aus Praktika erhalten habe, steht aber Praktikumszeugnis. Was ist richtig?
Antwort
Sehr geehrter Herr M.,
das s ist ein sogenanntes Fugenelement. Es entsprach früher dem s des Genitivs. Zum Beispiel:
Essenszeit = Zeit des Essens
Gesprächsleitung = Leitung des Gesprächs
Diese Funktion hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Bei einer Bewerbung hat mein Word-Rechtschreibprogramm mir das Wort <em>Praktikumszeugnis</em> in <em>Praktikumzeugnis</em> korrigiert. Auf allen Zeugnissen, die ich aus Praktika erhalten habe, steht aber <em>Praktikumszeugnis</em>. Was ist richtig?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr M.,</p>
<p>das s ist ein sogenanntes Fugenelement. Es entsprach früher dem s des Genitivs. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Essenszeit = Zeit des Essens<br />
Gesprächsleitung = Leitung des Gesprächs</p></blockquote>
<p>Diese Funktion hat es aber im Laufe der Sprachgeschichte verloren. So kann es zum Beispiel bei weiblichen Wörtern gar kein Genitiv-s sein, weil diese Wörter kein Genitiv-s haben:</p>
<blockquote><p>Heiratsanzeige<br />
Flüchtigkeitsfehler<br />
Mitternachtsmahl</p></blockquote>
<p>Im heutigen Deutschen gibt es einfach nur an, dass zwei Wörter zusammengesetzt sind. Nach bestimmten Endungen (z.B. <em>-heit, -keit, -tum, -ion</em>) MUSS es stehen. Bei anderen Gruppen von Wörtern KANN es stehen. Mehr Angaben dazu finden Sie auf <a href="http://www.canoo.net/services/WordformationRules/Komposition/WB-Elements/Fuge.html">dieser</a> und <a href="http://www.canoo.net/services/WordformationRules/Komposition/WB-Elements/Fuge-s.html">dieser</a> Grammatikseite.</p>
<p>Wenn man nun zweifelt und ein Wort – wie hier <em>Praktikum(s)zeugnis</em> – nicht im Wörterbuch steht, kann man die folgende grobe Faustregel anwenden: Schauen Sie bei anderen Zusammensetzungen mit dem gleichen Wort an erster Stelle nach, ob sie mit oder ohne Fugenelement gebildet werden, und machen Sie es dann gleich.</p>
<p>In unserem Wörterbuch stehen zwei <a href="http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=wordformation&amp;input=Praktikum&amp;features=(Cat+N)">zusammengesetzte Wörter </a>mit <a href="http://www.canoo.net/services/Controller?input=Praktikum*&amp;service=canooNet">Praktikum an erster Stelle</a>:</p>
<blockquote><p>Praktikum<strong>s</strong>platz<br />
Praktikum<strong>s</strong>stelle</p></blockquote>
<p>Sie haben beide ein Fugen-s. Demnach heißt es also tatsächlich auch:</p>
<blockquote><p>Praktikum<strong>s</strong>zeugnis</p></blockquote>
<p>Diese Methode funktioniert nicht zu hundert Prozent, sie ist aber im Allgemeinen eine gute Faustregel bei Unsicherheiten.</p>
<p>Man kann natürlich auch mit Hilfe von Webbrowsern das Internet absuchen.  Diese Methode ist aber mit sehr großer Vorsicht zu genießen, da  vor allem bei einer geringen Anzahl Fundstellen eine ganze Reihe von störenden Faktoren eine Rolle spielen kann. Hier ist die Bilanz aber sehr deutlich: über 40.000 Fundstellen für &#8220;Praktikumszeugnis&#8221; gegenüber nur etwas mehr als 400 für &#8220;Praktikumzeugnis&#8221;. Man kann also davon ausgehen, dass die Form <em>Praktikumszeugnis</em> eindeutig die im Deutschen übliche Form ist.</p>
<p>Am besten verlassen Sie sich in solchen Fällen ganz einfach auf Ihr Sprachgefühl und darauf, was Sie in Ihrer sprachlichen Umgebung als allgemein üblich wahrnehmen. Ein Rechtschreibprogramm erfüllt die Kontrolle der Fugenelemente nämlich oft nur (sehr) unvollständig.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wenn es buchstäblich Bindfäden regnet</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2008/08/18/wenn-es-buchstablich-bindfaden-regnet/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2008/08/18/wenn-es-buchstablich-bindfaden-regnet/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 11:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Stilistisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern las ich in einem Ferienbericht aus den Azoren, dass es dort einen Tag lang buchstäblich Bindfäden geregnet habe. Ich kann mir zwar vorstellen, dass es ausgiebig, sehr stark, heftig, sintflutartig oder eben Bindfäden regnet, aber auch auf den Azoren wird es wohl kaum je buchstäblich Bindfäden regnen. Darüber hätte man gerade im Sommerloch sicher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern las ich in einem Ferienbericht aus den Azoren, dass es dort einen Tag lang buchstäblich Bindfäden geregnet habe. Ich kann mir zwar vorstellen, dass es ausgiebig, sehr stark, heftig, sintflutartig oder eben Bindfäden regnet, aber auch auf den Azoren wird es wohl kaum je <em>buchstäblich</em> Bindfäden regnen. Darüber hätte man gerade im Sommerloch sicher in der Zeitung oder im Wetterbericht nach den Abendnachrichten etwas erfahren. Und was hätten die armen Azorer mit all den Bindfäden anfangen müssen?</p>
<p>Es geht um das Wort <em>buchstäblich</em>, das so viel wie <em>im wahrsten Sinne des Wortes, regelrecht, ohne zu übertreiben</em> bedeutet. Beispiele sind:</p>
<blockquote><p>Er hat den Zirkus buchstäblich aus dem Nichts erschaffen.<br />
Bei Rettungseinsätzen zählt buchstäblich jede Sekunde.</p></blockquote>
<p>Weiter kann <em>buchstäblich</em> angeben, dass das nachfolgend Gesagte wörtlich und nicht etwa in einem übertragenen Sinne gemeint ist:</p>
<blockquote><p>Schokolade ist buchstäblich in aller Munde.<br />
Mit dauernd gekippten Fenstern heizen Sie buchstäblich zum Fenster hinaus.<br />
Madonna hebt buchstäblich ab.<em> (Sie plant einen Flug ins All &#8230;)</em><br />
<span class="examples">„</span>L<span class="examples">’</span>Orfeo“ war buchstäblich atemberaubend. <em>(Ein paar Zuschauer waren während der Vorstellung ohnmächtig geworden.)</em><br />
Schreiender Junge erschreckt Hühner buchstäblich zu Tode. <em>(Die Hühner sind vor Stress tatsächlich tot umgefallen.)</em></p></blockquote>
<p>Vergleichen Sie nun die folgenden Sätze, bei denen eine gut gelungene einer weniger empfehlenswerten Verwendung von <em>buchstäblich</em> gegenübergestellt wird:</p>
<blockquote><p>Teppiche werden schließlich buchstäblich mit Füßen getreten.</p></blockquote>
<p>Dagegen ist nichts einzuwenden. Die Frage ist aber, wie Folgendes buchstäblich geschehen kann:</p>
<blockquote><p>Menschenrechte werden hier buchstäblich mit Füßen getreten.</p></blockquote>
<p>Zwei weitere Beispiele:</p>
<blockquote><p>Sie haben mir den Müllcontainer buchstäblich vor die Haustüre gestellt.<br />
In Aachen liegt die niederländische Sprache buchstäblich vor der Haustür.</p></blockquote>
<p>Wie die niederländische Sprache, so seltsam sie manchmal klingen mag, im wörtlichen Sinne vor Aachener Haustüren liegen soll, ist mir ein Rätsel.</p>
<blockquote><p>Eine Frau, die einmal spät abends nach Hause kam, wurde von einem Bären, der aus dem Hauseingang flüchtete, buchstäblich überrannt.<br />
Die Zwerge wurden von Orks – der Höllenbrut Mordors und Isengards – buchstäblich überrannt.</p></blockquote>
<p>Von Bären und Orks kann man, wenn man Pech hat, tatsächlich buchstäblich überrannt werden. Bei den nächsten zwei Sätzen mag man aber wieder hoffen, dass das Überrennen nicht ganz so buchstäblich erfolgte:</p>
<blockquote><p>Einzige Medienfakultät Deutschlands wurde buchstäblich überrannt.<br />
Dennoch wird die Kursleitung von Anmeldungen buchstäblich überrannt.</p></blockquote>
<p>Ich könnte noch lange so weitermachen. Es geht mir nicht darum, dass <em>buchstäblich</em> nur buchstäblich verstanden werden könnte. Es ist ein Wort, das auch mit einer rein verstärkende Funktion verwendet werden darf. Die Beispiele sollen nur aufzeigen, dass man vorsichtig sein sollte, wenn man <em>buchstäblich</em> vor in übertragenem Sinne verwendete Ausdrücke stellt. Man riskiert dann nämlich, unfreiwillig humorvoll zu sein. Achten Sie darauf, wenn Sie einmal meinen, es regne schon so lange buchstäblich Bindfäden, dass Ihnen bald buchstäblich der Himmel auf den Kopf falle.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Zeit mit Singen, Spielen, Tanzen und Lesen verbringen.</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2008/08/14/die-zeit-mit-singen-spielen-tanzen-und-lesen-verbringen/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2008/08/14/die-zeit-mit-singen-spielen-tanzen-und-lesen-verbringen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Aug 2008 09:18:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=220</guid>
		<description><![CDATA[Frage
Werden die Verben im folgenden Satz groß- oder kleingeschrieben?
Ich verbringe viel Zeit mit singen, spielen, tanzen und lesen.
Antwort
Sehr geehrte Frau M.,
viele von uns wissen, dass man Verben großschreiben muss, wenn sie als Substantive verwendet werden. Oft sind solche substantivierten Verben relativ leicht daran zu erkennen, dass ein Artikel (das, ein) oder ein anderes Artikelwort (zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Werden die Verben im folgenden Satz groß- oder kleingeschrieben?</p>
<blockquote><p>Ich verbringe viel Zeit mit singen, spielen, tanzen und lesen.</p></blockquote>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau M.,</p>
<p>viele von uns wissen, dass man Verben großschreiben muss, wenn sie als Substantive verwendet werden. Oft sind solche substantivierten Verben relativ leicht daran zu erkennen, dass ein Artikel (<em>das, ein</em>) oder ein anderes <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Artikel/Artikelwort/Liste.html">Artikelwort</a> (zum Beispiel <em>alles, kein, dieses, jedes, sein</em>) vor ihnen steht:</p>
<blockquote><p><strong>Das</strong> Schwimmen ist hier verboten.<br />
Ich finde das nicht zu<strong>m</strong> Lachen.<br />
Dort war nur <strong>ein</strong> Flüstern zu hören.<br />
<strong>Alles</strong> Bitten war vergeblich, <strong>kein</strong> Betteln half.<br />
<strong>Dieses</strong> Ausbleiben jeglichen Kommentars erstaunt mich.<br />
Was findest du von <strong>seinem</strong> Schweigen?<br />
(siehe aber unten unter ***)</p></blockquote>
<p>Wie steht es jetzt mit dem Beispielsatz in der obenstehenden Frage? Wie schreibt man ein Verb, wenn es direkt nach einer Präposition wie <em>mit, in, auf</em> usw. steht? Ehrlich gesagt musste ich das sicherheitshalber auch nachschauen, damit ich Ihnen sicher nichts Falsches erzähle. Die Antwort lautet: Auch dann wird großgeschrieben. Das Verb gilt dann als „kasusbestimmter Satzteil“ und als solches ist es wie ein Substantiv zu behandeln. Das hat sogar etwas für sich, denn die Präpositionen bestimmen ja in der Regel den Fall des Wortes, das von ihnen abhängig ist, und „echte“ Verben haben keinen Fall. Richtig ist also:</p>
<blockquote><p>Ich verbringe viel Zeit mit Singen, Spielen, Tanzen und Lesen</p></blockquote>
<p>Vergleichen Sie hierzu:</p>
<blockquote><p>Ich verbringe viel Zeit mit Musik, Fußball, Ballett und Büchern.</p></blockquote>
<p>Ich wollte eigentlich weitere Beispiele in eine kleine Erzählung einflechten. So etwas wie: „Er wollte<strong> </strong>auf<strong> B</strong>iegen und <strong>B</strong>rechen durch<strong> J</strong>oggen und <strong>S</strong>chwimmen abnehmen. Aber wegen<strong> A</strong>usbleiben jeglichen Erfolges brach er wider<strong> E</strong>rwarten in<strong> W</strong>einen aus.&#8221; Doch wie Sie sehen, gelingt mir das heute (noch) weniger gut als sonst. Es klingt alles viel zu forciert. Deshalb hier nur eine kurze, langweilige Liste mit weiteren Beispielen:</p>
<blockquote><p>auf Biegen und Brechen<br />
durch Joggen, Schwimmen und gesündere Ernährung<br />
in Weinen ausbrechen<br />
mit Hoffen und Bangen<br />
ohne Zaudern<br />
trotz intensiven Suchens <em>oder</em> intensivem Suchen<br />
wegen Ausbleiben(s) des Angeklagten<br />
wider Erwarten</p></blockquote>
<p>Die Regeln finden  Sie in <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Amtlich/GrossKlein/pgf57-58.html#pgf57">§ 57</a> und  <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Amtlich/GrossKlein/pgf57-58.html#pgf57-2">§ 57.2</a> der amtlichen Rechtschreibregelung.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>***<br />
Die Großschreibung gilt natürlich nur, wenn diese Wörter auch wirklich als Artikelwörter verwendet werden. In anderen Fällen schreibt man klein:</p>
<blockquote><p>Ich müsste <strong>das</strong> wissen.<br />
Du kannst mich um <strong>alles</strong> bitten.<br />
Solange <strong>dies</strong> ausbleiben wird, &#8230;</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ähnlich dem Genitiv hat es der Dativ manchmal schwer</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2008/08/11/ahnlich-dem-genitiv-hat-es-der-dativ-manchmal-schwer/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2008/08/11/ahnlich-dem-genitiv-hat-es-der-dativ-manchmal-schwer/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 Aug 2008 16:01:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=218</guid>
		<description><![CDATA[Frage
Bitte helfen Sie mir bei folgendem Problem: Für jede Bewegung benötigt der Muskel Energie, ähnlich einem Motor. Ist dieser Satz so richtig oder müsste es &#8230;ähnlich eines Motors heißen?
Antwort
Sehr geehrter Herr N.,
ähnlich wird mit dem Dativ verwendet:
jemandem/einer Sache ähnlich sein
Dies gilt auch dann, wenn ähnlich wie eine Präposition verwendet wird:
Einem Insekt ähnlich fliegt dieses Fluggerät [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Bitte helfen Sie mir bei folgendem Problem: <em>Für jede Bewegung benötigt der Muskel Energie, ähnlich einem Motor.</em> Ist dieser Satz so richtig oder müsste es <em>&#8230;ähnlich eines Motors</em> heißen?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr N.,</p>
<p><em>ähnlich</em> wird mit dem Dativ verwendet:</p>
<blockquote><p>jemandem/einer Sache ähnlich sein</p></blockquote>
<p>Dies gilt auch dann, wenn <em>ähnlich</em> wie eine Präposition verwendet wird:</p>
<blockquote><p>Einem Insekt ähnlich fliegt dieses Fluggerät in alle Richtungen.<br />
Ähnlich einem Insekt fliegt dieses Fluggerät in alle Richtungen.<br />
Dieses Fluggerät fliegt einem Insekt ähnlich in alle Richtungen.<br />
Dieses Fluggerät fliegt in alle Richtungen, ähnlich einem Insekt.</p></blockquote>
<p>Richtig ist also:</p>
<blockquote><p>Für jede Bewegung benötigt der Muskel Energie, ähnlich einem Motor.</p></blockquote>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p><strong>Nachtrag</strong></p>
<p>Wenn man es richtig machen will, wird man manchmal ganz unsicher. Das gilt auch bei der Frage, ob man den Dativ oder den Genitiv verwenden muss. Ersterer soll ja gemäß einer populären Meinung des Letzeren Untergang sein. Wenn einem auch im südlichen deutschen Sprachraum <em><a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Genitiv.html#Anchor-wegen-58500">wegen</a> dem schlechten Wetter</em> oder manchmal sogar <em><a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Genitiv.html#Anchor-trotz-30408">trotz</a> dem schlechten Wetter </em>als falsch angestrichen wird, weil es unbedingt Genitiv sein müsse, dann ist die Gefahr der Übergeneralisierung groß. So liest man oft <em>gemäß eines Berichtes</em> und <em>entsprechend Ihres Auftrags</em> statt richtig <em><a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Dativ.html#Anchor-34289">gemäß</a> einem Bericht</em> und <em><a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Dativ.html#Anchor-47857">entsprechend</a> Ihrem Auftrag</em>. Der Genitiv klingt eben irgendwie gebildeter – und irgendwie auch <span class="examples">„</span>richtiger“. Man hört und liest schließlich viel häufiger etwas über falsch verwendete Dative als über nicht korrekte Genitive. Dann ist es nicht mehr weit bis zum Motto: <span class="examples">„</span>Besser einen Genitiv zu viel als einen zu wenig“. Das Wörtchen <em>ähnlich</em> steht aber trotzdem mit dem Dativ.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>China, Peking und Beijing</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2008/08/08/china-peking-und-beijing/</link>
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		<pubDate>Fri, 08 Aug 2008 16:33:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Pünktlich zur Eröffnung der Olympischen Spielen 2008 ein paar kleine sprachliche Hintergrundinformationen: Woher kommt der Name China und was hat es mit Peking und Beijing auf sich?
Wieso heißt China eigentlich China? Die Chinesen selber nennen ihr Land Zhōngguó (auf Deutsch: Reich der Mitte). Von diesem Namen aus kommt man auch mit noch so viel Zungenfertigkeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pünktlich zur Eröffnung der Olympischen Spielen 2008 ein paar kleine sprachliche Hintergrundinformationen: Woher kommt der Name China und was hat es mit Peking und Beijing auf sich?</p>
<p>Wieso heißt China eigentlich China? Die Chinesen selber nennen ihr Land <em>Zhōngguó</em> (auf Deutsch: <em>Reich der Mitte</em>). Von diesem Namen aus kommt man auch mit noch so viel Zungenfertigkeit – oder Mangel an Zungenfertigkeit – nicht auf China, ganz gleich ob man das Ch am am Anfang als ich-Laut oder als k ausspricht.</p>
<p>Der in den westlichen Sprachen übliche Name <em>China</em> geht auf nur einen Teil des heutigen Chinas zurück: Qin (ausgesprochen ungefähr <em>tschin</em>). Dieser Staat im Nordosten Chinas umfasste &#8220;nur&#8221; etwa einen Viertel der heutigen Staatsfläche. Seine Geschichte ist eng mit derjenigen der Qin-Dynastie (221-206 v.Chr.) verknüpft. Sie wurde von einem gewissen Yíng Zhèng gegründet, der sich – dies sei nur nebenbei erwähnt – ganz unbescheiden <em>Qin Shihuangdi</em> nannte, was so viel wie <em>erster erhabener Gottkaiser von Qin</em> bedeutet. Der Name des Landes Qin gelangte im Laufe der Geschichte über Südostasien zu den europäischen Seefahrern, die ihn in die westliche Welt zurücknahmen.</p>
<p>Nun zur Hauptstadt: Je mehr die Olympischen Spiele 2008 in Blickfeld rücken, desto mehr erhält der Name Peking Konkurrenz von der Bezeichnung Beijing. Der chinesische Name Beijing bedeutet <em>Nördliche Hauptstadt (bei = Norden, jing = Hauptstadt)</em>. Aber wenn die Chinesen Beijing sagen, wieso sagen wir dann Peking?</p>
<p>Der Name soll auf französische Missionare zurückgehen, die ihn im 17. Jahrhundert nach Europa gebracht haben sollen. Vielleicht waren es ja auch nicht französische Jesuiten, aber auf jeden Fall gelangte der Name zu uns, bevor ein bestimmter chinesischer Lautwandel stattfand. Während der Qing-Dynastie (1644-1911) veränderte die Aussprache des k vor einem i in etwas Ähnliches wie ein dsch (geschrieben j). Dehalb heißt die Stadt im modernen Chinesisch Beijing.</p>
<p>Der im Deutschen nach wie vor üblichere Name ist Peking. So steht er zum Beispiel auch im Länderverzeichnis für den amtlichen Gebrauch in der Bundesrepublik Deutschland. Ob das wohl nach den Spielen immer noch so sein wird?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Argumente einbrauchen</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2008/08/06/argumente-einbrauchen/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Aug 2008 09:05:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Unbekannte Wörter]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage
I cannot find the verb einbrauchen. Canoo.net says „Keine Einträge gefunden“. What does this word mean?
Antwort
Auf die Frage, was das Wort einbrauchen bedeute, musste ich Herrn G. die Antwort vorerst schuldig bleiben. Ich weiß, dass man neue Autos einfahren sollte. Ich habe gelesen, dass Musiker neue Instrumente einspielen. Ich habe auch schon in verschiedenen Western [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>I cannot find the verb <em>einbrauchen</em>. Canoo.net says „Keine Einträge gefunden“. What does this word mean?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Auf die Frage, was das Wort <em>einbrauchen</em> bedeute, musste ich Herrn G. die Antwort vorerst schuldig bleiben. Ich weiß, dass man neue Autos einfahren sollte. Ich habe gelesen, dass Musiker neue Instrumente einspielen. Ich habe auch schon in verschiedenen Western gesehen, dass wagemutige Cowboys wilde Mustangs einreiten. Das Verb <em>einbrauchen</em> kenne ich aber nicht.</p>
<p>Eine erste Nachfrage ergab, dass Herr G. das Partizip <em>eingebraucht</em> in einer Zeitung gelesen hatte. Aber auch mit dem Partizip konnte ich nicht viel mehr anfangen. Erst mit Hilfe des Kontextes wurde es klarer: „Eine entsprechende Initiative solle nach der Sommerpause [...] eingebraucht werden &#8230;“ Vielleicht wäre es ganz gut, wenn eine Initiative erst einmal ein bisschen eingebraucht würde, bevor man sie lanciert. Doch was tut man normalerweise mit der Initiative: Man ergreift sie, überlässt sie anderen, entfaltet sie und – wenn es sich um eine politische Initiative handelt – man bringt sie zum Beispiel in den Bundesrat ein.</p>
<p>Damit war mir die Sache endlich klar: ein Tippfehler. Gemeint ist nicht <em>eingebraucht</em> sondern <em>eingebracht</em>: „Die Initiative solle nach der Sommerpause [...] <em>eingebracht</em> werden“. Fall gelöst: nicht <em>einbrauchen</em>, sondern <em>einbringen</em>.  Und doch ist es ein bisschen schade, denn das Verb <em>einbrauchen</em> fing schon an mir zu gefallen. Es wäre manchmal gar nicht so schlecht, wenn Argumente zur Erhöhung ihrer Stichhaltigkeit erst einmal kurz eingebraucht würden, bevor sie eingebracht werden. Das könnte manche langwierige Diskussion um einiges verkürzen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Vandalismus mit Apostroph</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2008/08/04/vandalismus-mit-apostroph/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2008/08/04/vandalismus-mit-apostroph/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 04 Aug 2008 10:35:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute wieder einmal eine Frage zu einem Dauerbrenner in den Top Ten der Rechtschreibung: der Apostroph.
Frage
Kürzlich bekam ich folgende Antwort auf eine Mail:
„Der Artikel war wegen vermehrten Vandalismus&#8217; seit letztem Jahr gesperrt.“
Liege ich richtig, wenn ich den Apostroph als falsch ansehe? Schließlich wird er doch nur dann gesetzt, wenn ein Eigenname auf s, x, z&#8230; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute wieder einmal eine Frage zu einem Dauerbrenner in den <em>Top Ten</em> der Rechtschreibung: der Apostroph.</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Kürzlich bekam ich folgende Antwort auf eine Mail:</p>
<p>„Der Artikel war wegen vermehrten Vandalismus&#8217; seit letztem Jahr gesperrt.“</p>
<p>Liege ich richtig, wenn ich den Apostroph als falsch ansehe? Schließlich wird er doch nur dann gesetzt, wenn ein Eigenname auf<em> s, x, z&#8230;</em> endet.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr P.,</p>
<p>Sie liegen richtig: Der Apostroph steht nur bei auf s, x oder z endenden Eigennamen anstelle eines Genitiv-s – und auch dort nur, wenn die Genitivform alleine, das heißt ohne Artikelwort steht. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Aristoteles&#8217; Werke<br />
Lukas&#8217; Schwester<br />
Karl Marx&#8217; „Das Kapital“</p></blockquote>
<p>aber ohne Apostroph:</p>
<blockquote><p>die Werke des Aristoteles<br />
die Schwester unseres Lukas<br />
„Das Kapital“ des Karl Marx</p></blockquote>
<p>Bei Wörtern, die keine Eigennamen sind, schreibt man im Genitiv nie einen Apostroph:</p>
<blockquote><p>wegen Vandalismus<br />
trotz Optimismus und guter Laune<br />
die Effekte des Vandalismus<br />
anstelle eines Genitiv-s<br />
usw.</p></blockquote>
<p>Diese Substantive sind im Genitiv ganz einfach endungslos. Weitere Informationen finden Sie hier:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=inflection&amp;input=Vandalismus&amp;features=(Cat+N)">Wortformen von Vandalismus</a></li>
<li><a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Interpunktion/Apostroph.html#Anchor-Apostroph-47857"> Apostroph bei Eigennamen</a></li>
<li><a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Interpunktion/Apostroph.html">Apostroph allgemein</a></li>
</ul>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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