Blogspektrogramm 4

Die vierte Ausgabe des Blogspektrogramms finden Sie diesen Monat im Texttheater.

Diesmal geht es um das Wort Titelhuberei, um das sch, um Euro(s), um die Frauenfußballweltmeisterschaft, passend dazu um sicksche Kommentare zur Sprache in Frauenfußballkommentaren und darum, worauf er und sie sich beziehen. Es gibt also vieles, das an der deutschen Sprache Interessierte interessieren könnte!

Blogspektrogramm 3
Blogspektrogramm 2
Blogspektrogramm 1

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Welche Künste gibt es auch im Plural?

Frage

Nach welchen Regeln haben z. B. Kochkunst und Malkunst einen Plural (…künste), Filmkunst aber nicht?

- Weitere Beispiele mit Pluralformen: Kriegskunst, Verführungskunst
- Weitere Beispiele ohne Pluralformen: Dichtkunst, Schmiedekunst

Antwort

Guten Tag Herr oder Frau Z.,

es gibt keine allgemeinen Regeln, die festlegen, welche Wörter einen Plural haben und welche nicht. Entscheidend sind die Bedeutung und der Gebrauch. Für Zusammensetzungen mit Kunst an zweiter Stelle gilt Folgendes:

Wörter wie Kochkunst, Malkunst, Filmkunst, Dichtkunst usw. haben keinen Plural, wenn es um die Kunst des Kochens, des Malens, des Filmemachens, des Dichtens usw. geht. Bei einigen dieser Wörter wird aber häufiger der Plural verwendet, wenn damit das Können, die Fähigkeiten auf einem gewissen Gebiet gemeint sind:

die Kochkünste der Küchenchefin
die Malkünste unserer Kleinen
die Verführungskünste eines Latin Lovers
usw.

Es gibt, wie gesagt, keine feste Regeln, bei welchen Wörtern dieser Plural vorkommt. Möglich ist er im Prinzip überall. Wenn ein solches Wort in unserem Wörterbuch Mehrzahlformen hat, bedeutet dies, dass der Lexikograph oder die Lexikographin in den zur Verfügung stehenden Wörterlisten und anderen Quellen solche Formen gefunden hat. Wenn keine Pluralformen angegeben werden, bedeutet dies entsprechend, dass zur Zeit der Spezifikation in den verfügbaren Quellen keine oder fast keine Pluralformen zu finden waren. Es bedeutet nicht, dass man nicht in einem bestimmten Zusammenhang von den Filmkünsten eines Urlaubscineasten oder den Dichtkünsten einer Hobbypoetin reden dürfte.

Bei der Bestimmung, ob ein Wort Pluralformen hat oder nicht, geht es bei abstrakten Begriffen wie …kunst oft um eine Art Gratwanderung zwischen dem, was theoretisch möglich ist, und dem, was wirklich (einigermaßen regelmäßig) vorkommt. Es ist deshalb leider nicht immer möglich, eine in jeder Hinsicht konsequente Darstellung anzubieten. So weit reichen unsere Wörterbuchkünste leider nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Blogspektrogram 3

Urlaubsbedingt viel zu spät und mit zu kurzem Kommentar: Die dritte Ausgabe des Blogsprektrogramms ist da:

Mehr dazu finden Sie bei */ˈdɪːkæf/

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Dr. Bopp geht wandern

Ja, ich gehe wandern. Dabei müssen Sie sich allerdings nicht allzu sportliche oder gar bergsteigerartige Leistungen vorstellen. Wanderstrecken und -tempo sind im rein touristischen Rahmen vorgesehen. Gesund und sportlich ist ja schön und gut, aber wir möchten es nicht gleich übertreiben. Schließlich muss man ja auch Landschaft und Kultur bewundern, ein spannendes Buch lesen, einfach nichts tun und die lokalen Ess- und Trinkgewohnheiten erkunden.

Wie meistens im Urlaub nehme ich auch diesmal keinen Laptop und keine mit  i beginnenden oder sonstigen „smarten“ Kommunikationsmittel mit, die es mir auch von unserem Reiseziel aus ermöglichen würden, mich „WWWend“ mit meiner Arbeit in Verbindung zu setzen. Anders gesagt: Vom 7. bis 18. Juli lese und beantworte ich keine Fragen. In diesen Tagen auftauchende Fragen können Sie mir aber jederzeit zuschicken (hier). Ich werde versuchen, sie nach meinem Urlaub so schnell wie möglich zu beantworten.

Canoonet läuft natürlich wie gewohnt weiter: Unser Team sorgt dafür, dass die unter www.canoo.net angebotenen Sprachdienste wie immer vierundzwanzig Stunden am Tag online zur Verfügung stehen!

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Blogspektrogramm 2

Gerne mache ich Sie auf die zweite Ausgabe des Bogspektrogramms aufmerksam.

Anatol Stefanowitsch hat auch diesen Monat die Beiträge gesammelt, die Sprachblogger und -bloggerinnen für ihre besten oder interessantesten des letzten Monats halten, und sie in einem Artikel zusammengefasst. Alles Weitere lesen Sie in Anatol Stefanowitschs Sprachlog.

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Blogspektrogram

Gerne mache ich Sie auf das

aufmerksam. Auch wenn oder vielleicht gerade weil die Farben des Logos nicht so gut zu den eher antiquierten Farben des Dr.-Bopp-Blogs passen, lohnt es sich, einmal darauf zu klicken.

Anatol Stefanowitsch vom Sprachblog hat die Initiative ergriffen und verschiedene bloggende „Sprachlerinnen“ und „Sprachler“ eingeladen, ihren besten oder interessantesten Beitrag des letzten Monats anzugeben. Er hat diese Angaben in einem Artikel zusammengefasst, den Sie hier finden. Das Blogspektrogramm erlaubt es Sprachinteressierten schnell einen Eindruck davon zu erhalten, was sich im deutschsprachigen Sprachblogland so tut. Es soll zu einem monatlich wiederkehrenden Ereignis werden, das jeweils in einem der beteiligten Blogs veröffentlicht wird. Alles Weitere lesen Sie in Anatol Stefanowitschs Sprachlog.

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Osterflaute

Mit „Osterflaute“ ist hier nicht das Gegenteil von „Westerwelle“ gemeint. Diesem eher flauen Witz bin ich auf dem Internet begegnet, als ich googelnd das im Titel dieses Beitrags stehende Wort als Suchbegriff eintippte. Man verzeihe mir bitte, dass ich es einfach nicht lassen konnte, ihn hier zu erwähnen!

Mit „Osterflaute“ meine ich die stark zurückgehenden Besucherzahlen auf Canoonet und das fast vollständige Ausbleiben von Fragen an „Dr. Bopp“. Es ist ein jährlich wiederkehrendes Phänomen: Wenn die Osterglocken (ver)blühen und die Kohlmeisen den Nistkasten an unserem Haus beziehen, weiß ich, dass Sie mich wieder in großer Zahl im Stich lassen werden. Das nehme ich Ihnen natürlich nicht übel, schon gar nicht bei dem Osterwetter, das für einen großen Teil des deutschsprachigen Raumes vorhergesagt wird. Wen kümmern schon Sprach- und Rechtschreibfragen, wenn man ein paar Tage frei hat und das Wetter fast nichts zu wünschen übrig lässt?

Ich wünsche Ihnen jedenfall ganz schöne Ostertage und hoffe, dass Sie sich danach wieder zahlreich Canoonet und „Dr. Bopp“ besuchen werden.

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Das zweite l des Kellners

Bei einem Cafébesuch heute Nachmittag waren die Kellner und Kellnerinnen so schlecht organisiert (alle kümmerten sich um alles und deshalb niemand wirklich um etwas), dass man immer ziemlich lange warten musste, obwohl ihre Gesamtzahl kaum geringer war als die Zahl der Gäste. Auch das Kellnern will gelernt sein. Mir kommt dabei die folgende Frage von Frau S. in den Sinn:

Frage

Laut der Rechtschreibregelung wird ein Konsonant nach einem kurzen Vokal nur dann verdoppelt, wenn er allein steht. Wie verhält es sich nun mit dem Wort „Kellner“? Das e wird kurz gesprochen, darauf folgen l und n. Also dürfte das l nicht verdoppelt werden. Wo liegt also der Ursprung des Wortes, durch den man das Doppel-l erklären könnte? Kommt es von „Keller“?

Antwort

Sehr geehrte Frau S.,

das Wort Kellner (lat. cellenarius) ist tatsächlich mit Keller (lat. cellarium) verwandt. Der Kellner war ursprünglich der Kellermeister, der Vorsteher des Wein- und Vorratskellers. Die heutige Bedeutung (Bedienung in Gasthäusern) hat das Wort seit dem 18. Jahrhundert.

Ein Ober ist übrigens nichts anderes als ein verkürzter Oberkellner. Der Oberkellner ist eigentlich der Kellner, der für die Abrechung mit den Gästen verantwortlich ist. Die Kurzversion Ober wird aber in der Regel als Anrede für alle bedienenden Herren verwendet. Wenn man die Aufmerksamkeit einer Kellnerin erheischen will, muss man sich meist mit einem Entschuldigen Sie bitte behelfen. Die Anredeform Oberin hat sich nicht durchgesetzt. Das hat vielleicht damit zu tun, dass Oberin bereits die Bezeichnung für eine Oberschwester oder die Leiterin eines Nonnenklosters ist. Auch bei Kellnern ziehe ich heutzutage übrigens das Entschuldigen Sie bitte! dem Ober! vor.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

PS:

Dieses Entschuldigen Sie bitte! war heute leider etwas häufiger nötig, als mir eigentlich lieb ist. Dafür war das Wetter vorfrühlingshaft schön! Dann wird man auch weniger professionellem Kellnerhandwerk gegenüber vergebungsgesinnt.

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Canoonet-App nun auch im Offline-Modus einsatzbereit!

Wenn Sie nicht ohne Canoonet auskommen (wer kann das schon?) und sich einmal in einem internetzugangslosen Zustand befinden, brauchen Sie nicht mehr zu verzagen: Die neueste Version der mobilen Canoonet-App für iPhone und iPod touch kann man nun auch im Offline-Modus benutzen! Mehr dazu finden Sie HIER.

Die Anwendung ist nicht ganz schlank und rank, da sie den ganzen Informationsreichtum von Canoonet  (Rechtschreibung, Flexionstabellen, vollständige Grammatik usw.) umfasst. Keine andere App in diesem Bereich bietet so viele Informationen zur deutschen Sprache an. Ihre Entwicklung war mit einem größeren Aufwand verbunden, so dass wir sie leider nicht kostenlos anbieten können. (Man hat mir allerdings zugeflüstert, dass zum Beispiel eine bekannte Universalwörterbuch-App doppelt so viel kostet.)

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