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	<title>Fragen Sie Dr. Bopp! &#187; Deklination</title>
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	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
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		<title>Athen und Basel im Genitiv</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/03/23/athen-und-basel-im-genitiv/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 11:13:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Eigennamen]]></category>
		<category><![CDATA[Genitiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Ist es richtig, dass man zum Beispiel „die Territorialverteidigung des hellenistischen Athen“ und nicht „die Territorialverteidigung des hellenistischen Athens&#8221; schreibt? In der Literatur finde ich beides. Antwort Sehr geehrter Herr O., in der Literatur finden Sie beides, weil Athen – wie viele andere Dörfer, Städte, Regionen und Länder – hier mit und ohne Genitiv-s stehen kann. Wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p><strong></strong>Ist es richtig, dass man zum Beispiel „die Territorialverteidigung des hellenistischen Athen“ und nicht „die Territorialverteidigung des hellenistischen Athens&#8221; schreibt? In der Literatur finde ich beides.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr O.,</p>
<p>in der Literatur finden Sie beides, weil Athen – wie viele andere Dörfer, Städte, Regionen und Länder – hier mit und ohne Genitiv-s stehen kann. Wenn sonst ohne Artikel stehende geographische Namen mit Artikel verwendet werden, wird die Genitivendung oft weggelassen:</p>
<blockquote><p>Bremen<br />
der Baumeister Bremens<br />
der Baumeister des neuen Bremens <em>oder</em><br />
der Baumeister des neuen Bremen</p></blockquote>
<blockquote><p>Deutschland<br />
die Hauptstadt Deutschlands<br />
die Hauptstadt des vereinigten Deutschlands <em>oder<br />
</em>die Hauptstadt des vereinigten Deutschland</p></blockquote>
<p>Ebenso:</p>
<blockquote><p>Athen<br />
die Territorialverteidigung Athens<br />
die Territorialverteidigung des hellenistischen Athens <em>oder</em><br />
die Territorialverteidigung des hellenistischen Athen</p></blockquote>
<p>All diese Formulierungen gelten als korrekt. Sehen Sie hierzu auch die folgenden Angaben in der<a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/InflectionRules/FRegeln-N/FKlassen/Name-Geo-13.html  "> Canoonet-Grammatik (ganz unten auf der Seite)</a>.</p>
<p>Wenn ich die Schönheit Basels anpreise, muss ich also ein Genitiv-s verwenden. Fakultativ ist dieses s aber dann, wenn ich von der Schönheit des frühlingshaften Basels oder eben des frühlingshaften Basel schwärme. Heute möchte ich ergänzend sagen: Hauptsache, die Sonne scheint!</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-7683" title="Mittlere Brücke in Basel" src="http://canoo.net/blog/wp-content/uploads/2012/03/basel-image-300x199.jpg" alt="" width="240" height="159" /></p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Zahlen im Genitiv</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/03/15/zahlen-im-genitiv/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/03/15/zahlen-im-genitiv/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 Mar 2012 14:04:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Genitiv]]></category>
		<category><![CDATA[Zahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es geht hier nicht darum, wie man im Genitiv zahlt (zum Beispiel: sich der Kreditkarte bedienen). Mit „Zahlen im Genitiv“ sind  zweier und dreier, die Genitivformen von zwei und drei, gemeint. Frage Auf einer Nachrichtenwebseite las ich diese Formulierung: „Die Anwälte berufen sich auf die Aussagen drei iranischer Überläufer.“ Ist der Genitiv „drei iranischer Überläufer&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es geht hier nicht darum, wie man im Genitiv zahlt (zum Beispiel: sich <em>der Kreditkarte</em> bedienen). Mit „Zahlen im Genitiv“ sind  <em>zweier</em> und <em>dreier</em>, die Genitivformen von <em>zwei</em> und <em>drei,</em> gemeint.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Auf einer Nachrichtenwebseite las ich diese Formulierung: „Die Anwälte berufen sich auf die Aussagen drei iranischer Überläufer.“ Ist der Genitiv „drei iranischer Überläufer&#8221; so richtig? Ist „dreier Überläufer“ eine oft benutzte falsche Floskel oder geht beides?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr K.,</p>
<p>der Satz, den Sie zitieren, ist tatsächlich nicht ganz richtig formuliert. Wenn die Zahlen <em>zwei</em> und <em>drei</em> ohne ein Artikelwort bei einem Nomen im Genitiv stehen, verwendet man nämlich die Formen <em>zweier</em> und <em>dreier</em>:</p>
<blockquote><p>der Verkauf zweier Ponys<br />
mit Hilfe dreier Schräubchen<br />
Die Anwälte berufen sich auf die Aussagen dreier Überläufer.</p></blockquote>
<p>Das gilt auch dann, wenn ein gebeugtes Adjektiv folgt:</p>
<blockquote><p>der Verkauf zweier schwarzer Ponys<br />
mit Hilfe dreier kleiner Schräubchen<br />
Die Anwälte berufen sich auf die Aussagen dreier iranischer Überläufer.</p></blockquote>
<p>Mit Artikelwort verwendet man diese Zahlwörter aber ohne Endung:</p>
<blockquote><p>der Verkauf <em>ihrer</em> zwei [schwarzen] Ponys<br />
mit Hilfe <em>dieser</em> drei [kleinen] Schräubchen<br />
Die Anwälte berufen sich auf die Aussagen <em>der</em> drei [iranischen] Überläufer.</p></blockquote>
<p>Bei der zitierten Formulierung <em>die Aussagen drei iranischer Überläufer</em> handelt es sich also um eine ungebräuchliche Mischform. Sehen Sie hierzu auch <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Adjektiv/Zahlen/Kardinal.html#Anchor-zwei-33869">diese Seite in der Canoonet-Grammatik</a>.</p>
<p>Bei Zahlen ab <em>vier</em> sind Gentivformen mit <em>–er</em> übrigens ungebräuchlich. Ohne Artikelwort verwendet man eine Formulierung mit <em>von</em> (auch wenn man dem Genitiv sonst sehr gewogen ist):</p>
<blockquote><p>mit Hilfe von vier Schräubchen<br />
die Mutter von fünf Kindern<br />
die intelligenten Fragen von sechs Canoonet-Nutzern</p></blockquote>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Vor, während und nach dem Spiel</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/03/13/vor-waehrend-und-nach-dem-spiel/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/03/13/vor-waehrend-und-nach-dem-spiel/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 11:50:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Bekanntlich ist ja nach dem Spiel vor dem Spiel. Während man aber vor und nach dem Spiel den Dativ zu benutzen hat, ist während des Spiels der Genitiv angesagt [...]. Wenn ich immer den richtigen Fall benutzen möchte, also „vor dem Spiel“, „während des Spiels“ und „nach dem Spiel“, darf ich dann sagen „vor, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Bekanntlich ist ja nach dem Spiel vor dem Spiel. Während man aber vor und nach dem Spiel den Dativ zu benutzen hat, ist während des Spiels der Genitiv angesagt [...]. Wenn ich <em>immer</em> den richtigen Fall benutzen möchte, also „vor dem Spiel“, „während des Spiels“ und „nach dem Spiel“, darf ich dann sagen „vor, während und nach dem Spiel“? Oder fühlt sich der Genitiv da vernachlässigt? Gibt es dazu eine Regel? Und gilt diese Regel dann nur auf dem Platz oder auch außerhalb des Platzes? Oder sowohl auf dem als auch außerhalb des Platzes?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr K.,</p>
<p>Die Grundregel sieht recht kompliziert aus:</p>
<p>Wenn</p>
<ul>
<li>mehr als eine Präposition vor einem Nomen (oder Pronomen) steht,</li>
<li>die Präpositionen nicht den gleichen Fall fordern,</li>
<li>das Nomen in den unterschiedlichen Fällen unterschiedliche Formen hat,</li>
</ul>
<p>dann richtet sich das Nomen nach dem Fall der letzten Präposition.</p>
<p>Nach dieser allgemeinen Regel kann man also sagen und schreiben:</p>
<blockquote><p>vor, während und nach dem Spiel<br />
Die Regel gilt auf und außerhalb des Platzes.<br />
Du redest viel von und über dich.</p></blockquote>
<p>Nun kommt wohl nicht ganz überraschend das ABER: Solche Zusammenziehungen gelten stilistisch als unschön. Es empfiehlt sich deshalb, das Nomen in solchen Fällen zu wiederholen oder – das ist oft noch besser – eine andere Formulierung zu wählen:</p>
<blockquote><p>vor dem Spiel, während des Spiels und nach dem Spiel<br />
Die Regel gilt auf dem Platz und außerhalb des Platzes.<br />
Du redest viel von dir und viel über dich.</p></blockquote>
<p>Wenn ein Wort in den verschiedenen Fällen die gleiche Form hat, ist die Zusammenziehung übrigens stilistisch meist unbedenklich:</p>
<blockquote><p>vor, während und nach der Feier<br />
Die Regel gilt auf und außerhalb der Spielfläche.<br />
Er redet viel von und über sich.</p></blockquote>
<p>Eine besondere Stellung haben <em>mit und ohne</em> und <em>mit oder ohne</em>. Die Zusammenziehung ist in diesem Fall standardsprachlich auch dann üblich, wenn ein Wort im Dativ und Akkusativ unterschiedliche Formen hat:</p>
<blockquote><p>Wir werden die Sache mit oder ohne dich zu Ende führen.<br />
Apfelkuchen mit und ohne gesüßte Schlagsahne</p></blockquote>
<p>(Siehe auch <a href="http://canoo.net/blog/2010/02/19/mit-oder-ohne-wen-oder-wem/  ">hier</a>. Mehr Informationen zu dieser Frage finden Sie auf <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/index.html#Anchor-Schwierigkeiten-35882">dieser Seite in der Canoonet-Grammatik</a>)</p>
<p>Soweit die grammatischen und stilistischen Grundsätze. Nun noch ein kleiner persönlicher Zweifel (auch Sprachler zweifeln, wenn es um Sprache geht): Bin ich der Einzige, dem <em>vor, während und nach dem Spiel</em> trotz des oben Gesagten auch stilistisch nicht verunglückt vorkommt? Es mag daran liegen, dass meine Wiege im südlichen deutschen Sprachraum stand, in dem der Dativ nach <em>während</em> gang und gäbe ist. Es könnte aber auch sein, dass es eine allgemein akzeptierte Formulierung ist, die erst dann als „stilistisch unschön“ abgetan wird, wenn man bewusst auf den Erhalt des Genitivs nach <em>während</em> achtet. Kurzum: Gleitet man ins Umgangssprachliche ab, wenn man <em>vor, während und nach dem Spiel</em> akzeptabel findet, oder macht man sich anderseits der stilistischen Prinzipienreiterei schuldig, wenn man diese Formulierung für inakzeptabel hält? Wie so oft bei stilistischen Fragen liegt die Antwort wohl irgendwo dazwischen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Aus 15 Meter(n) Entfernung</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/02/27/aus-15-metern-entfernung/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/02/27/aus-15-metern-entfernung/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 08:37:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Maße]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage In Fußballreportagen höre ich immer wieder die Formulierung „ein Schuss aus 15 Metern Entfernung“. Meine Frage dazu wäre, ob es „Meter“ oder „Metern“ heißt – oder ist „Metern“ nur richtig, wenn man dahinter nicht mehr das Wort „Entfernung“ anhängt? Antwort Guten Tag S., beides ist hier möglich. Wenn Meter wie hier als Maßangabe im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>In Fußballreportagen höre ich immer wieder die Formulierung „ein Schuss aus 15 Metern Entfernung“. Meine Frage dazu wäre, ob es „Meter“ oder „Metern“ heißt – oder ist „Metern“ nur richtig, wenn man dahinter nicht mehr das Wort „Entfernung“ anhängt?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag S.,</p>
<p>beides ist hier möglich. Wenn <em>Meter</em> wie hier als Maßangabe im Plural nach einer Zahlenangabe steht, gelten sowohl die endungslose Form <em>Meter</em> also auch die gebeugte Form <em>Metern</em> als richtig. Ob das Wort <em>Entfernung</em> folgt oder nicht, hat darauf keinen Einfluss:</p>
<blockquote><p>ein Schuss aus 15 Metern [Entfernung]<br />
ein Schuss aus 15 Meter [Entfernung]</p></blockquote>
<p>Normalerweise stehen männliche und sächliche Maß- und Mengenangaben ungebeugt im Nominativ Singular:</p>
<blockquote><p>2,5 Kilo Äpfel<br />
zwei Paar Schuhe<br />
fast drei Dutzend Polizisten<br />
12 Euro<br />
eine Bildschirmgröße von 17 Zoll/Inch</p></blockquote>
<p>Eine besondere Stellung nehmen hier die männlichen und sächlichen Maß- und Mengenangaben ein, die auf unbetontes <em>el </em>oder <em>er</em> enden. Speziell sind sie deshalb, weil man ihrer Form oft nicht ansieht, ob sie im Singular oder im Plural stehen:</p>
<blockquote><p>(der/das) Drittel – (die) Drittel<br />
(der) Liter – (die) Liter<br />
(der) Kilometer – (die) Kilometer</p></blockquote>
<p>Im Dativ Plural allerdings unterscheiden sich die Wortformen vom Nominativ Singular. Sie haben dann die Endung n, die sie als Pluralform „verrät“:</p>
<blockquote><p>den Dritteln<br />
den Litern<br />
den Kilometern</p></blockquote>
<p>Bei Maß- und Mengenangaben dieser Art gelten im Dativ Plural sowohl die gebeugte als auch die endungslose Form als korrekt:</p>
<blockquote><p>bei zwei Drittel der Befragten<br />
bei zwei Dritteln der Befragten</p>
<p>ein Inhalt von bis zu 7,5 Liter<br />
ein Inhalt von bis zu 7,5 Litern</p>
<p>ein Schuss aus 15 Meter Entfernung<br />
ein Schuss aus 15 Metern Entfernung</p>
<p>eine Höhe von 10 Zentimeter<br />
eine Höhe von 10 Zentimetern</p></blockquote>
<p>Mehr hierzu finden Sie auf der <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Nomen/Numerus/Menge.html#Anchor-49575">dieser Seite</a> in der  Canoonet-Grammatik (insbesondere Abschnitt „Spezialfall: Meter, Liter, Drittel“).</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>PS: Außergewöhnlich aufmerksamen Lesern und Leserinnen mag aufgefallen sein, dass dieses Thema im Jahr 2010 <a href=" http://canoo.net/blog/2010/06/24/von-litern-metern-und-vierteln/">schon einmal</a> im Blog behandelt wurde. Da ich davon ausgehe (so realistisch bin ich schon), dass die meisten den Blog nicht so regelmäßig und lesen, nehme ich es niemandem übel, dass die Frage nach diesem Dativ-n immer wieder auftaucht. Ich hoffe, dass mir umgekehrt niemand diese Wiederholung zum Vorwurf macht.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8230; außer dem Holz im Kamin</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/02/06/auser-dem-holz-im-kamin/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 16:07:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Genitiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage „Als Konrad Lang zurückkam, stand alles in Flammen, außer dem Holz im Kamin.“ So beginnt der Roman „Small World“ von Martin Suter. Gerühmt wird dabei allenthalben der eben zitierte Eingangssatz. Ich bin dabei ein paar Male hängengeblieben. Ist das nun richtig mit dem Dativ? [...] Gefühlsmäßig hätte ich den Genitiv angewendet. [...] Hat das vielleicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>„Als Konrad Lang zurückkam, stand alles in Flammen, außer dem Holz im Kamin.“ So beginnt der Roman „Small World“ von Martin Suter. Gerühmt wird dabei allenthalben der eben zitierte Eingangssatz. Ich bin dabei ein paar Male hängengeblieben. Ist das nun richtig mit dem Dativ? [...] Gefühlsmäßig hätte ich den Genitiv angewendet. [...] Hat das vielleicht damit zu tun, dass Suter Schweizer ist? Es tauchen im Buch eine Reihe von Schweizer Ausdrücken auf, wie z. B. Serviertochter für Kellnerin, Randen für rote Bete etc.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr S.,</p>
<p><em>Serviertocher</em> und <em>Randen</em> sind eindeutig schweizerische Wörter, das erste eher etwas antiquiert, das zweite so lebendig wie gesund. Der Dativ nach <em>außer</em> hingegen ist kein Helvetismus. Den Genitiv verwendet man nach <em>außer</em> nämlich nur in festen Wendung:</p>
<blockquote><p>außer Landes<br />
außer Hauses</p></blockquote>
<p>Sonst steht nach der Präposition <em>außer</em> in der Regel der Dativ:</p>
<blockquote><p>Niemand war im Haus außer mir selbst.<br />
Wir brauchen außer einem Liter Milch auch etwas Butter und Käse.<br />
am Ende jedes Monats außer dem letzten</p></blockquote>
<p>Deshalb schreibt Martin Suter ganz korrekt (also ohne den Tod des Genitivs zu fördern): <em>außer dem Holz</em>.</p>
<p>Das ist aber nicht alles: Man kann <em>außer</em> auch als Konjunktion verwenden. Die ihm folgende Wortgruppe steht dann im gleichen Fall wie das Wort, auf das sie sich bezieht:</p>
<blockquote><p>Alles stand in Flammen, außer das Holz im Kamin.<br />
Niemand war im Haus außer ich selbst.<br />
Wir brauchen außer einen Liter Milch auch etwas Butter und Käse.<br />
am Ende jedes Monats außer des letzten.</p></blockquote>
<p>Hier steht also</p>
<blockquote><p><em>- das Holz</em> im Nominativ wie <em>alles</em>,<br />
<em>- ich selbst</em> im Nominativ wie <em>niemand,</em><br />
<em>- einen Liter Milch</em> im Akkusativ wie <em>etwas Butter und Käse,</em><br />
<em>- des letzten</em> im Genitiv wie<em> jedes Mo</em><em>nats</em>.</p></blockquote>
<p>Vgl. die Angaben zu <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/Dativ.html#Anchor-11306"><em>außer</em> in Canoonet</a>.</p>
<p>Die mit <em>außer</em> eingeleitete Wortgruppe kann übrigens durch Kommas abgetrennt werden, wenn sie besonders hervorgehoben werden soll. Dies ist bei Suters einleitendem Satz der Fall. Das Komma vor <em>außer</em> deutet hier eine kleine Pause an, die den Überraschungseffekt schön unterstützt:</p>
<blockquote><p>„Als Konrad Lang zurückkam, stand alles in Flammen, außer dem Holz im Kamin.“<br />
<small>[Martin Suter,<em> Small World</em>, Diogenes, Zürich, 1997]</small></p></blockquote>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mit Fokus auf den Akkusativ oder mit Fokus auf dem Dativ</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/01/26/mit-fokus-auf-den-akkusativ-oder-mit-fokus-auf-dem-dativ/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 11:17:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=7189</guid>
		<description><![CDATA[Frage Ich bin zwar Deutsche, verzweifle gerade aber an der Frage, ob es „englischsprachig mit Fokus auf interkulturelle Kompetenz“ oder „englischsprachig mit Fokus auf interkultureller Kompetenz“ heißt. Antwort Sehr geehrte Frau L., auch Muttersprachige können hier unsicher werden, sobald sie anfangen, darüber nachzudenken. Das liegt daran, dass Fokus in Kombination mit auf in unterschiedlicher Weise [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Ich bin zwar Deutsche, verzweifle gerade aber an der Frage, ob es „englischsprachig mit Fokus auf interkulturell<strong>e</strong> Kompetenz“ oder „englischsprachig mit Fokus auf interkulturell<strong>er</strong> Kompetenz“ heißt.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau L.,</p>
<p>auch Muttersprachige können hier unsicher werden, sobald sie anfangen, darüber nachzudenken. Das liegt daran, dass <em>Fokus</em> in Kombination mit <em>auf</em> in unterschiedlicher Weise in einem Satz auftreten kann:</p>
<blockquote><p>Der Fokus ist auf eine Sache gerichtet.<br />
Der Fokus liegt auf einer Sache.</p></blockquote>
<p>Je nachdem, ob der Fokus gerichtet ist oder ob er liegt, steht nach <em>auf</em> der „dynamische“ Akkusativ  oder der „statische“ Dativ. In der Wendung<em> mit Fokus auf </em>kann man nicht sehen, ob es sich um einen liegenden oder einen gerichteten Fokus handelt. Der entscheidende Satzzusammenhang fehlt und es gibt eigentlich keinen merkbaren Bedeutungsunterschied. Deshalb sind beide Formulierungen möglich:</p>
<blockquote><p>mit Fokus auf interkulturelle Kompetenz<br />
= mit auf interkulturelle Kompetenz gerichtetem Fokus</p></blockquote>
<blockquote><p>mit Fokus auf interkultureller Kompetenz<br />
= mit auf interkultureller Kompetenz liegendem Fokus</p></blockquote>
<p>Der mit der üblichen Vorsicht zu genießende schnelle Google-Blick ins Internet zeigt allerdings, dass der Akkusativ hier häufiger vorzukommen scheint.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Möbel(stück)</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/01/16/das-moebelstueck/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 18:19:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=7103</guid>
		<description><![CDATA[Frage Schreibt man „Ich brauche ein Möbel für mein Telefon“ oder „Ich brauche ein Möbelstück für mein Telefon“? Antwort Sehr geehrte Frau S., das Wort Möbel steht meistens in der Mehrzahl. Es ist aber nicht grundsätzlich falsch, es in der Einzahl zu verwenden (steht zum Beispiel auch in Duden, DWDS, Wahrig, Pons, Canoonet). Je nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Schreibt man „Ich brauche ein Möbel für mein Telefon“ oder „Ich brauche ein Möbelstück für mein Telefon“?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau S.,</p>
<p>das Wort <em>Möbel</em> steht meistens in der Mehrzahl. Es ist aber nicht grundsätzlich falsch, es in der Einzahl zu verwenden (steht zum Beispiel auch in Duden, DWDS, Wahrig, Pons, Canoonet). Je nach Region, Alter, Beruf oder was sonst noch eine Rolle spielen mag, finden wir die Einzahl <em>das Möbel</em> unmöglich, ungewöhnlich oder ganz normal. <em>Möbel</em> ist also – anders als das englische <em>furniture</em> und anders als gelegentlich gesagt wird – nicht ein Wort, das ausschließlich in der Mehrzahl verwendet werden darf.</p>
<p>Daneben wird auch das Wort <em>Möbelstück</em> verwendet, vor allem von denjenigen, die sich nicht mit <em>das Möbel</em> anfreunden können oder wollen. Sie können also beides sagen:</p>
<blockquote><p>Ich brauche ein Möbel für mein Telefon.<br />
Ich brauche ein Möbelstück für mein Telefon.</p></blockquote>
<p>In meinen Ohren klingen allerdings beide Formulierungen etwas ungewöhnlich. Die Einzahl von <em>Möbel</em> ist wohl deshalb wenig gebräuchlich, weil vom winzigen japanischen Lacktischchen bis hin zum kolossalen Bücherschrank aus Eichenholz alles den Namen <em>Möbel</em> trägt. Wenn man einen einzelnen Einrichtungsgegenstand meint, gibt man deshalb meistens genauer an, was gemeint ist. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Im Korridor versperrt ein großer Schrank den Durchgang.<br />
Wann kaufst du endlich ein neues Sofa?<br />
Ich brauche ein Tischchen für mein Telefon</p></blockquote>
<p>Wenn Sie aber noch nicht wissen, welche Art Einrichtungsgegenstand Sie sich anschaffen wollen, können Sie auch von <em>einem Möbel</em> oder <em>einem Möbelstück</em> reden. Dabei steht es Ihnen frei, die Variante zu wählen, die Ihnen weniger ungewöhnlich vorkommt.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Von geschlossenen und zuen Schuhen</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/01/08/von-geschlossenen-und-zuen-schuhen/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 16:16:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Umgangssprache]]></category>
		<category><![CDATA[Wortwahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer zurzeit nicht in den Bergen im Schnee versinkt, hört in tieferen Gefilden meist sumpfig-schmatzende Geräusche unter den Sohlen, wenn er zu Fuß abseits asphaltierter oder anderweitig befestigter Straßen unterwegs ist. Bei den gegenwärtigen Schnee- und Regenmengen ist von Sandalen und anderem offenem Schuhwerk dringend abzuraten. Die zu diesem Thema passende, nicht allzu neue Frage: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer zurzeit nicht in den Bergen im Schnee versinkt, hört in tieferen Gefilden meist sumpfig-schmatzende Geräusche unter den Sohlen, wenn er zu Fuß abseits asphaltierter oder anderweitig befestigter Straßen unterwegs ist. Bei den gegenwärtigen Schnee- und Regenmengen ist von Sandalen und anderem offenem Schuhwerk dringend abzuraten. Die zu diesem Thema passende, nicht allzu neue Frage:</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Wenn man von geschlossenem Schuhwerk spricht, wie schreibt man dann „zuhe“ Schuhe?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr R.,</p>
<p>wenn man von geschlossenen Schuhen redet und das Wort <em>zu</em> verwendet, schreibt man <em>zue Schuhe</em> oder<em> zune Schuhe</em>. Diese Verwendung von <em>zu</em> als vorangestelltes Adjektiv ist allerdings rein umgangssprachlich. Sie gilt standardsprachlich sogar als falsch. Standardsprachlich spricht und schreibt man nur von <em>geschlossenen Schuhen</em>. Auch zu(n)e Türen, ein am Sonntag zu(n)es Restaurant oder eine noch zu(n)e Kaugummipackung trifft man in der Standardsprache nicht so an, sondern als geschlossene Türen, ein am Sonntag geschlossenes Restaurant oder eine noch ungeöffnete Kaugummipackung.</p>
<p>Dasselbe gilt übrigens auch für das Gegenteil von <em>zu</em>. Weder ein <em>aufes Fenster</em> noch <em>aufe Schuhe</em> sind im Standardeutschen akzeptiert. Wenn es zieht und man an die Füße friert, liegt das standardsprachlich an einem offenstehenden Fenster und offenen Schuhen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Mord an Polizeibeamten</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/01/06/mord-an-polizeibeamten/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 18:19:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Auf einem Fahndungsplakat heißt es „Mord an Polizeibeamten“, wobei ein einzelner Polizeibeamter gemeint ist. Nun bin ich unsicher, ob es nicht „Mord an Polizeibeamtem“ heißen müsste. &#8230; Antwort Sehr geehrter Herr G., es müsste tatsächlich heißen: Mord an Polizeibeamtem Das Wort Beamter wird wie ein Adjektiv gebeugt: Singular: Nom.: der Beamte, ein Beamter, Beamter Dat.: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage<br />
<span style="font-weight: normal;"> </span></strong></p>
<p><strong><span style="font-weight: normal;">Auf einem Fahndungsplakat heißt es „Mord an Polizeibeamten“, wobei ein </span></strong>einzelner Polizeibeamter gemeint ist. Nun bin ich unsicher, ob es nicht „Mord an Polizeibeamtem“ heißen müsste.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-7044" title="Fahndungsbild" src="http://canoo.net/blog/wp-content/uploads/2012/01/Fahndungsbild-300x116.jpg" alt="" width="300" height="116" /></p>
<p style="text-align: center;">&#8230;</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr G.,</p>
<p>es müsste tatsächlich heißen:</p>
<blockquote><p>Mord an Polizeibeamtem</p></blockquote>
<p>Das Wort <em>Beamter</em> wird wie ein Adjektiv gebeugt:</p>
<blockquote><p><em>Singular:</em><br />
<em>Nom.:</em> der Beamte, ein Beamter, Beamter<br />
<em> Dat.:</em> dem Beamten, einem Beamten, <strong>Beamtem<br />
</strong><br />
<em> Plural:</em><br />
<em>Nom.:</em> die Beamten, Beamte<br />
<em>Dat.:</em> den Beamten, <strong>Beamten</strong></p></blockquote>
<p>Im Dativ Singular steht also die Endung <em>em</em>, wenn <em>Beamter</em> oder <em>Polizeibeamter</em> ohne Artikelwort steht:</p>
<blockquote><p>Mord an Polizeibeamtem<br />
= Mord an einem Polizeibeamten</p></blockquote>
<p>Die Endung <em>en</em> steht im Dativ dann, wenn <em>Polizeibeamter</em> von einem gebeugten Artikelwort begleitet wird:</p>
<blockquote><p>Mord an einem Polizeibeamten<br />
der Mord an diesem Polizeibeamten</p></blockquote>
<p>Die Endung <em>en</em> steht aber auch im Plural. Wenn mehr als ein Polizeibeamter ermordet worden wäre, müsste die Kriminalpolizei auf dem Fahndungsplakat schreiben:</p>
<blockquote><p>Mord an Polizeibeamten<br />
= Mord an mehreren Polizeibeamten</p></blockquote>
<p>Solche artikellosen Formulierungen findet man vor allem in Titeln, stichwortartigen Aufzählungen und juristischen oder juristisch daherkommenden Texten. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Zielvereinbarungen zwischen <em>Studierendem/Studierender</em> und Ausbildungsinstitut<br />
Verkehrsmissstände mit <em>Verantwortlichem</em> des Campingplatzes besprechen<br />
Rentner wegen erzwungenem Sex mit <em>Verlobter</em> vor Gericht<br />
<em>Mitreisende</em> gesucht<br />
Drei<em> Jugendliche</em> vemisst<br />
Staatsanwaltschaft wirft <em>Angeklagter</em> 50 Straftaten vor<em>.</em><em> </em><br />
<em>Betrunkener</em> bricht <em>Polizeibeamtem</em> den Finger</p></blockquote>
<p>Im zweitletzten Satz ist mit <em>Angeklagt<strong>er</strong></em> (Dativ Singular) eine Frau gemeint. Im letzten Satz bezeichnet <em>Betrunken<strong>er</strong></em> (Nominativ Singular) aber einen Mann. Kein Wunder, dass die Fälle hier manchmal durcheinandergeraten.</p>
<p>Wenn Sie einmal gar nicht mehr weiterwissen, denken Sie sich einfach <em>Mann</em> oder <em>Frau</em> (oder im Plural <em>Menschen</em>) dazu, dann finden Sie die richtige Form ganz einfach:</p>
<blockquote><p>Staatsanwalt wirft angeklagter Frau 50 Straftaten vor.<br />
=&gt; Staatsanwalt wirft Angeklagter 50 Straftaten vor.</p></blockquote>
<blockquote><p>Betrunkener Mann bricht Polizeibeamtem den Finger.<br />
=&gt; Betrunkener bricht Polizeibeamtem den Finger.</p></blockquote>
<p>Beim Beamten ist dies allerdings schwieriger. Wenn Sie ihn ohne Artikel verwenden wollen oder müssen und nicht sicher sind, welche Endung Sie verwenden sollten, ersetzen Sie ihn am besten durch ein Wort wie <em>Angestellter</em>:</p>
<blockquote><p>Betrunkener bricht angestellt<strong>em</strong> Mann den Finger.<br />
Betrunkener bricht Angestellt<strong>em </strong>den Finger.<br />
=&gt; Betrunkener bricht Polizeibeamt<strong>em</strong> den Finger.</p></blockquote>
<p>Wenn hier stehen würde</p>
<blockquote><p>Betrunkener bricht Polizeibeamten den Finger.</p></blockquote>
<p style="text-align: left;">müsste der Betrunkene mindestens zwei Polizistenfinger gebrochen haben.</p>
<p>Im öffentlichen Dienst tätige Frauen machen uns das Leben hier übrigens wieder einmal viel einfacher: Die Beugung des Wortes <em>Beamtin/Beamtinnen</em> bietet keine größeren Schwierigkeiten.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Sie hüteten des Nachts ihre Herde</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/12/22/sie-hueteten-des-nachts-ihre-herde/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2011/12/22/sie-hueteten-des-nachts-ihre-herde/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 18:25:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>

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		<description><![CDATA[»Es waren Hirten aus derselben Gegend auf dem Felde und sie hüteten des Nachts ihre Herde &#8230;« Für die Weihnachtsgeschichte ist es allerdings noch ein bisschen zu früh. Es geht hier dann auch nicht um Hirten, Engel, Ställe, Esel, Ochsen, Krippen und den Heiland. Herrn M.s Frage richtet sich also nicht an meine Bibelkenntnisse, sondern auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>»Es waren Hirten aus derselben Gegend auf dem Felde und sie hüteten des Nachts ihre Herde &#8230;« Für die Weihnachtsgeschichte ist es allerdings noch ein bisschen zu früh. Es geht hier dann auch nicht um Hirten, Engel, Ställe, Esel, Ochsen, Krippen und den Heiland. Herrn M.s Frage richtet sich also nicht an meine Bibelkenntnisse, sondern auf die bei genauerer Betrachtung recht seltsame Wendung <em>des Nachts</em>.</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Ausdruck „des Nachts“? Ist das Wort „Nacht“ einmal männlich gewesen oder woher stammt diese Redewendung? Logisch kann ich das nicht nachvollziehen.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr M.,</p>
<p>soweit ich weiß, war <em>Nacht</em> auch früher nicht männlich. Das Wortgeschlecht spielt aber trotzdem eine Rolle. Die Entstehung dieser grammatisch sehr ungewöhnlichen Wendung (der Genitiv müsste ja <em>der Nacht</em> lauten) hat damit zu tun, dass <em>Nacht</em> die einzige weibliche Tageszeitangabe ist. Die Wendungen <em>des Nachts</em> und <em>eines Nachts</em> sind Analogiebildungen zu <em>des Morgens, des Mittags, des Abends</em> bzw.<em> eines Morgens, eines Mittags, eines Abends, eines Tages</em>. Das weibliche Wort <em>Nacht</em> hat sich bei dieser Ausdrucksweise also der Übermacht männlicher Tageszeitangaben beugen müssen (typisch!). „Logisch“ gesehen und nach den Regeln der deutschen Grammatik müsste man die Wendungen <em>des Nachts</em> und <em>eines Nachts</em> also eigentlich als falsch bezeichnen. Sie gehören aber trotzdem zur Standardsprache –  sogar zur gehobenen!</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>PS: Zur Groß- und Kleinschreibung bei <em>eines Nachts</em> und <em>nachts</em> siehe <a href="http://www.canoo.net/spelling/Nacht&amp;features=(Cat+N)">hier</a>. Zur Frage, weshalb hier überhaupt der Genitiv steht, siehe <a href="http://canoo.net/blog/2010/09/14/der-adverbialgenitiv/">hier</a>.</p>
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