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	<title>Fragen Sie Dr. Bopp! &#187; Fremdwörter</title>
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	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
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		<title>Gluten wie zehn oder wie sputen?</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 11:46:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aussprache]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdwörter]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Im heutigen Beitrag spielen nicht etwa glühende Kohlen oder gar feurige Leidenschaft die Hauptrolle, sondern das Gluten, ein klebriger, zäher Eiweißstoff, der in den Körnern gewisser Getreidearten vorkommt. Gluten ist offenbar beim Backen eines schönen Brotlaibs wichtig, es kann aber auch – wie einige wahrscheinlich besser wissen, als ihnen lieb ist – zu allergischen Reaktionen führen (Glutenintoleranz). Es geht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im heutigen Beitrag spielen nicht etwa glühende Kohlen oder gar feurige Leidenschaft die Hauptrolle, sondern das Gluten, ein klebriger, zäher Eiweißstoff, der in den Körnern gewisser Getreidearten vorkommt. Gluten ist offenbar beim Backen eines schönen Brotlaibs wichtig, es kann aber auch – wie einige wahrscheinlich besser wissen, als ihnen lieb ist – zu allergischen Reaktionen führen (Glutenintoleranz). Es geht hier allerdings nicht um so praktische Inhalte wie Tipps für das Brotbacken oder glutenfreie Ernährung, sondern rein um die Form: Wie spricht man <em>Gluten</em> aus?</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p><strong> </strong>In Ernährungsabhandlungen wird öfters das Wort „Gluten“ benutzt,  auch in der Verbindung „glutenfrei“. Allerdings erfolgt die Aussprache in zweierlei Weise: einmal „glú-ten“ mit Betonung von „glut“, das andere Mal „glu-tén“ mit betontem langem „ten“. Welche Betonung ist richtig?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p><strong> </strong>Sehr geehrter Herr K.,</p>
<p>das Wort <em>Gluten</em> wird heute meist auf dem e der zweiten Silbe betont, wobei das e lang gesprochen wird. Dies geschieht in Anlehnung an die Namen chemischer Verbindungen mit der Endung <em>-en</em> wie zum Beispiel <em>Äthylen, Propen</em>. Die Betonung auf dem u kommt ebenfalls vor. Sie orientiert sich an der Herkunft des Wortes, das heißt dem lateinischen Wort für Leim: <em>gluten</em> (Genitiv: <em>glutinis</em>). Das lateinische Wort hat einen langen Vokal (ū), der im Deutschen in dieser Position normalerweise die Hauptbetonung erhält (vgl. <em>volūmen, volūminis – Volúmen; nōmen, nōminis – Nómen; imāgō, imāginis – Imágo</em>)</p>
<p>Dieses „Herkunftsprinzip“ bei der Betonung kann man auch in anderen Sprachen beobachten:</p>
<blockquote><p>en: gl<strong>u</strong>ten vs ethyl<strong>e</strong>ne, prop<strong>e</strong>ne<br />
nl: gl<strong>u</strong>ten vs ethyl<strong>ee</strong>n, prop<strong>ee</strong>n<br />
it: gl<strong>u</strong>tine vs etli<strong>e</strong>ne, prop<strong>e</strong>ne</p></blockquote>
<p>Trotzdem ist heute im Deutschen, wie gesagt, die Betonung auf dem e üblicher. Die Betonung auf dem u der ersten Silbe ist aber nicht als falsch anzusehen. <em>Gluten</em> reimt sich also heute meist „modern“ auf <em>zehn</em>, aber manchmal auch noch „klassisch“ auf <em>sputen.</em></p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Von den Social Media zum Möchtegern-Latin-Lover</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Aug 2011 10:14:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Bindestrich]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdwörter]]></category>
		<category><![CDATA[getrennt/zusammen]]></category>

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		<description><![CDATA[Um es gleich vorwegzunehmen: Es geht hier nicht um besondere Aspekte des Internetdatings, sondern lediglich um den Bindestrich bei englischen Lehnwörtern. Frage Ich habe eine Frage zu getrennt geschriebenen Wörtern, die es in der englischen Sprache gibt (Social Media, Social Network): Laut den Regeln sollte man überall einen Bindestrich dazwischensetzen, sobald man sie ins Deutsche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Um es gleich vorwegzunehmen: Es geht hier nicht um besondere Aspekte des Internetdatings, sondern lediglich um den Bindestrich bei englischen Lehnwörtern.</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Ich habe eine Frage zu getrennt geschriebenen Wörtern, die es in der englischen Sprache gibt (<em>Social Media, Social Network</em>): Laut den Regeln sollte man überall einen Bindestrich dazwischensetzen, sobald man sie ins Deutsche übernimmt. Wie schreibe ich einen Begriff, den ich aus der englischen Sprache übernehme und mit einem deutschen Wort verbinde?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr Rest,</p>
<p>englische Lehnwörter machen uns das Schreiben manchmal schwer. Wenn wir englische Komposita übernehmen, die man in der Ursprungssprache getrennt schreibt, wird die Lage besonders heikel. Man sieht dann sehr oft, dass sie auch im Deutschen getrennt geschrieben werden. Das ist aber nach den amtlichen Rechtschreibregeln sehr oft falsch. Aus zwei Substantiven bestehende Zusammensetzungen sollten im Deutschen nämlich entweder mit Bindestrich oder zusammengeschrieben werden:</p>
<blockquote><p>Beauty-Case <em>oder</em> Beautycase<br />
Bungee-Jumping <em>oder </em>Bungeejumping<br />
Internet-Dating <em>oder</em> Internetdating<br />
Midlife-Crisis <em>oder</em> Midlifecrisis</p></blockquote>
<p>Auch aus einem Verb und einer Partikel bestehende Zusammensetzungen schreibt man mit Bindestrich (oder, wenn die Lesbarkeit es zulässt, zusammen):</p>
<blockquote><p>das/der Back-up <em>oder</em> Backup<br />
das Coming-out <em>oder</em> Comingout<br />
der/das Flash-back <em>oder</em> Flashback<br />
das Make-up</p></blockquote>
<p>Wer jetzt verständlicherweise meint, dass man bei Verbindungen aus dem Englischen immer einen Bindestrich verwenden kann, irrt sich leider. So einfach wird es uns nicht gemacht:</p>
<p>Die beiden Beispiele in Ihrer Frage bestehen aus einem Adjektiv und einem Substantiv. Adjektiv-Substantiv-Verbindungen wie <em>Social Media, Social Network, Electronic Banking</em> oder <em>Latin Lover</em> werden nicht mit Bindestrich geschrieben, sondern wie im Englischen getrennt (oder, wenn die Hauptbetonung auf dem Adjektiv liegt, auch zusammen: <em>Latinlover</em>). Andere Beispiele:</p>
<blockquote><p>der Long Drink <em>oder</em> Longdrink<br />
Slow Food <em>oder</em> Slowfood<br />
das Mobile Banking<br />
Public Relations</p></blockquote>
<p>Wenn solche getrennt geschriebenen Wortgruppen in Zusammensetzungen vorkommen, setzt man allerdings wieder Bindestriche, und zwar zwischen alle Teile der Zusammensetzung:</p>
<blockquote><p>das Slow-Food-Restaurant*<br />
die Public-Relations-Managerin<br />
die Social-Media-Plattform<br />
eine Mobile-Banking-ähnliche Dienstleistung<br />
der Möchtegern-Latin-Lover*</p>
<p>(*<em>Bei Zusammenschreibung</em> Slowfood<em> und</em> Latinlover <em>auch möglich:</em><br />
Slowfood-Restaurant <em>oder</em> Slowfoodrestaurant<br />
Möchtegern-Latinlover <em>oder</em> Möchtegernlatinlover)</p></blockquote>
<p>Eine Übersicht über die Verwendung von Bindestrichen bei Fremdwörtern finden Sie <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Bindestrich/Fremdwort.html">hier</a>. Für Angaben zur Getrennt- und Zusammenschreibung bei Fremdwörtern, siehe <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Getrennt-zusammen/Nomen.html#Anchor-Die-47857">hier</a>.</p>
<p>Damit ist noch nicht ganz alles zur Schreibung von mehrteiligen englischen Lehnwörtern gesagt, aber ich will ich Sie hier nicht mit weiteren Detailfragen belästigen. Wer weiß, wie man Wörter wie <em>Mobile-Banking-ähnlich</em> und <em>Möchtegern-Latin-Lover</em> richtig schreibt, weiß in Sachen Rechtschreibung eigentlich mehr als genug. Den Rest schlägt man notfalls nach – oder man fragt „Dr. Bopp“.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
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		<title>Urlaubsphotos und Filosofie*</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/05/20/urlaubsphotos-und-filosofie/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 May 2011 08:32:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdwörter]]></category>
		<category><![CDATA[Reform]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Man darf gemäß neuer Rechtschreibung zum Beispiel Geografie, Typografie etc. schreiben. Aber zum Beispiel bei Philosophie bleibt man beim ph. Grafie (graphos) kommt doch wie philos und sophos aus dem Griechischen. Warum ist man dann nicht konsequent und schreibt überall f anstelle von ph? Gibt es eine grammatikalische Erklärung oder ist es einfach eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Man darf gemäß neuer Rechtschreibung zum Beispiel <em>Geografie</em>, <em>Typografie</em> etc. schreiben. Aber zum Beispiel bei <em>Philosophie</em> bleibt man beim ph. <em>Grafie</em> (<em>graphos</em>) kommt doch wie <em>philos</em> und <em>sophos</em> aus dem Griechischen. Warum ist man dann nicht konsequent und schreibt überall f anstelle von ph? Gibt es eine grammatikalische Erklärung oder ist es einfach eine subjektive Entscheidung? <em>Filosofie</em>: okay, gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie schön.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr H.,</p>
<p>Grammatik und Rechtschreibung haben oft wenig bis nichts miteinander zu tun. Es gibt keinen grammatischen Grund, den Laut f durch ph wiederzugeben, wenn ein Wort griechische Wurzeln hat. Die Schreibung ph ist rein historisch-kulturell bestimmt. Ob sie sinnvoll, nützlich, schön oder überflüssig ist, sei hier dahingestellt.</p>
<p>Ganz willkürlich ist die Entscheidung der Rechtschreibkommission nicht. Die aus dem Griechischen stammenden Wortbildungselemente <em>graph</em>, <em>phot</em> und zum Beispiel auch <em>phon</em> kommen nicht nur in „gelehrten“, sondern auch in ganz allgemeinsprachlichen Wörtern vor: <em>Foto</em>, <em>fotografieren</em>, <em>Telefon</em>. Solche durch und durch deutsch gewordenen Wörter sollen wie andere deutsche Wörter mit f geschrieben werden. Das ist gut vertretbar – und das taten die meisten sowieso schon.</p>
<p>Man wollte (besser gesagt: durfte) aber nicht so weit gehen, alle ph abzuschaffen. Insbesondere „gelehrte“ Wörter sollten davon verschont bleiben. Dadurch entstand das Problem der Bestimmung der Grenze zwischen allgemeinen Wörtern mit f und gelehrten Wörtern mit ph. Da sich diese Grenze nicht eindeutig feststellen lässt, sind für die meisten Wörter mit <em>graph</em>, <em>phon</em> und <em>phot</em> beide Schreibweisen möglich gemacht worden. Das erklärt, warum man sowohl <em>Geografie</em> und <em>Typografie</em> als auch <em>Geographie</em> und <em>Typographie</em> schreiben kann. Bei Wörtern wie <em>Philosophie</em> und  <em>Strophe</em> hat der Rechtschreibrat (oder jemand im Auftrag des Rechtschreibrates) beschlossen, dass sie nur gelehrte Elemente enthalten, die ausschließlich mit ph geschrieben werden sollen.</p>
<p>Das ist ziemlich inkonsequent. Solange man aber nicht zu <em>telephonieren</em> und <em>Urlaubsphotos</em> zurückkehrt oder andererseits dazu übergeht, <em>Filosofie</em> und <em>Strofe</em> zu schreiben, gibt es keine konsequent anwendbare Lösung. Es geht hier um die letztlich nicht eindeutig beantwortbare Frage, wann genau man die Schreibung welcher Fremdwörter in welcher Weise eindeutscht.</p>
<p>Es gab übrigens Bestrebungen, ph, th, rh und andere „gelehrten“ Schreibungen einzudeutschen. Solche Vorschläge lösten aber zum Teil derart heftige Reaktionen aus, dass man hätte meinen können, Schreibungen wie <em>Filosofie</em>, <em>retorisch</em> und <em>Fysik</em> (oder gar <em>Füsik</em>) seien Ausdruck unaussprechlicher Ignoranz und würden den Untergang der deutschen Sprache, wenn nicht gar der gesamten abendländischen Kultur deutscher Prägung auslösen**. Ganz so schlimm wäre das natürlich nicht, denn in einigen anderen Kultursprachen wie dem Italienischen und Spanischen schreibt man problemlos <em>filsofia</em> und <em>fisica</em> resp.<em> <em>filsofía</em> </em>und<em> <em>física</em></em>, im Niederländischen <em>filosofie</em> und <em>fysica</em>, im Dänischen <em>filosofi </em>und <em>fysik</em>, im Polnischen<em> </em><em>filozofia</em> und <em>fizyka</em> u. a. m.</p>
<p>Die Unterschiede bei der amtlichen Schreibung von <em>Foto</em>, <em>Fotografie/Photographie </em>und <em>Philosophie</em> sind also nicht grammatisch begründet, sonder das Resultat eines Kompromisses zwischen Anpassen und Bewahren. Ob es der bestmögliche Kompromiss ist – wenn es so etwas überhaupt gibt –, weiß ich nicht. Ich bin mir aber sicher, dass jede andere Lösung ebenfalls Anlass zur Kritik gäbe.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>* Damit ich auch ganz bestimmt keine Zweifel säe: Nach der amtlichen Rechtschreibregelung schreibt man <em>Urlaubsfotos</em> und <em>Philosophie</em>.</p>
<p>** Diese leicht übertreibenden Formulierungen sind nicht von mir. Sie gefallen mir aber so gut, dass ich das Klauen nicht lassen konnte. Nach all den Plagiatsvorwürfen, von denen man in letzter Zeit hört, gibt man so etwas am besten sofort zu.</p>
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		<title>Italien und Aserbaidschan</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/05/15/italien-und-aserbaidschan/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 May 2011 15:07:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Eigennamen]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdwörter]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn gestern Abend in Düsseldorf der italienische Beitrag das Finale des Eurovisonsfestivals gewonnen hätte, wäre ich in unserem Wohnzimmertippspiel trotzdem Letzter geworden. Ich hatte die Iren auf den ersten Platz gesetzt, die Gewinner auf dem vierten Platz vorhergesehen und, den Geschmack des gesamteuropäischen Publikums völlig unterschätzend, den zweitplatzierten, ausgezeichneten italienischen Beitrag unter „ferner liefen“ eingeteilt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn gestern Abend in Düsseldorf der italienische Beitrag das Finale des Eurovisonsfestivals gewonnen hätte, wäre ich in unserem Wohnzimmertippspiel trotzdem Letzter geworden. Ich hatte die Iren auf den ersten Platz gesetzt, die Gewinner auf dem vierten Platz vorhergesehen und, den Geschmack des gesamteuropäischen Publikums völlig unterschätzend, den zweitplatzierten, ausgezeichneten italienischen Beitrag unter „ferner liefen“ eingeteilt. Doch was hat dies alles mit Sprache oder Rechtschreibung zu tun? – Nichts. Ich schweife nur wieder einmal ab.</p>
<p>Wenn also gestern Abend in Düsseldorf der italienische Beitrag gewonnen hätte, gäbe es für die schreibenden Kommentatoren und Kommentatorinnen nächstes Jahr höchstens das Problem, dass man <em>die</em><em> italienischen Organisatoren</em> und nicht <em>die</em><em> Italienischen Organisatoren</em> schreibt.  Wie man <em>Italien</em>, <em>italienisch, Italiener, Italienerin</em> und zum Beispiel <em>Rom, Mailand</em> oder <em>Venedig</em> schreibt, müsste man als allgemein bekannt voraussetzen können. <em>Sanremo</em> ist ebenfalls einfach, denn auch <em>San Remo</em> ist richtig. Probleme auf der Ebene der Schreibung gäbe es wohl erst, wenn die Italiener das Festival in zum Beispiel <em>Civitavecchia</em>, <em>Giugliano in Campania</em> oder <em>Chioggia</em> veranstalten würden.</p>
<p>Anders sieht es beim gestrigen Gewinnerland aus. Wie schreibt man <em>Aserbaidschan</em> offiziell auf Deutsch? Genau so: <em>Aserbaidschan</em>, nicht (mehr?) <em>Aserbeidschan</em> und auch nicht wie im Englischen <em>Azerbaijan</em>. Das wusste ich natürlich auch nicht. Ich musste es in den offiziellen Länderlisten nachschlagen. Die Einwohner sind <em>Aserbaidschaner</em> und <em>Aserbaidschanerinnen</em> und das Adjektiv ist <em>aserbaidschanisch</em> (vgl. <a href="http://www.canoo.net/wordformation/Aserbaidschan">hier</a>). Die auf i endende Form <em>Azerbaijani</em> oder <em>Aserbaidschani</em>, die irgendwie so klingt, als kenne man sich gut aus, ist englisch (resp. wahrscheinlich durch das Englische inspiriert). Dies sind, wie gesagt, die offiziellen Namen und deren Schreibung. Wie so oft bei „exotischeren“ geographischen Namen, trifft man auf der freien Sprachwildbahn auch andere Schreibweisen an (z. B. <em>Aserbaidjan</em>). Am meisten <del>viel</del> fiel mir übrigens auf, dass man die Hauptstadt Aserbaidschans genau so schreibt, wie man sie ausspricht: <em>Baku</em>; nicht <em>Bhaku</em>, <em>Bakhu</em> oder <em>Bakou</em>, nein, einfach <em>Baku</em>. Das ist so einfach, dass man es kaum glauben will, und in dieser Hinsicht schon fast wieder ein Problem.</p>
<p>Wer also nächstes Jahr etwas über das Songfestival schreiben will, weiß nun, wie man all diese Namen schreibt. Ich befürchte allerdings, dass dieses Wissen bis zum nächsten Mai nicht mehr bei allen ganz präsent sein wird. Aber wer weiß, vielleicht schreibt ja vor dem großen, fröhlichen Liederfest noch jemand etwas über zum Beispiel den wenig demokratischen Charakter des dortigen politischen Systems.</p>
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		<title>Die Hafenwelle</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/03/15/die-hafenwelle/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 15:44:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdwörter]]></category>

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		<description><![CDATA[Was es  ist und wie man es nennt, ist seit 2004 vielen bekannt. Am vergangenen 11. März ist auch deutlicher geworden, warum wir dafür ein japanisches Wort verwenden: Tsunami. Seine ursprüngliche Bedeutung ist Hafenwelle, Welle im Hafen (tsu = Hafen, nami = Welle). Es soll von japanischen Fischern stammen, die auf See nichts von Sturm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was es  ist und wie man es nennt, ist seit 2004 vielen bekannt. Am vergangenen 11. März ist auch deutlicher geworden, warum wir dafür ein japanisches Wort verwenden: <em>Tsunami</em>. Seine ursprüngliche Bedeutung ist <em>Hafenwelle, Welle im Hafen </em>(<em>tsu = Hafen</em>, <em>nami = Welle</em>). Es soll von japanischen Fischern stammen, die auf See nichts von Sturm oder großen Wellen bemerkt hatten und  bei ihrer Rückkehr trotzdem einen durch eine große Flutwelle zerstörten Hafen vorfanden.</p>
<p>Die Bedeutung des Wortes ist leicht verständlich. Die schreckliche Bedeutung, die das Phänomen für die Betroffenen haben muss, bleibt trotz aller Fernsehbilder unbegreiflich. Möge das Volk, das unseren Wortschatz auch mit zum Beispiel <em>Bonsai, Ginkgo, Sushi, Sashimi, Shiitake, Sake, Kimono, Futon, Judo, Karate, Ikebana, Origami, Manga, Sudoku </em>und<em> Karaoke</em> bereichtert hat, von weiteren Katastrophen verschont bleiben.</p>
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		<title>Es gibt keine DIN für Wurst!</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/02/06/es-gibt-keine-din-fuer-wurst/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Feb 2011 16:09:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Essen/Trinken]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdwörter]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einiger Zeit kam hier die Frage auf, ob man Cervelatwurst oder Zervelatwurst schreibt. Gemeint ist nicht der Schweizer Cervelat, den man im Sommer an beiden Enden einschneidet, aufspießt und über einem Lagerfeuer halb verkohlen lässt, weil man nicht aufpasst. So sieht jedenfalls mein nostalgisch verklärter Blick diese Wurst. Andere denken vielleicht eher an einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit kam hier die Frage auf, ob man <em>Cervelatwurst</em> oder <em>Zervelatwurst</em> schreibt. Gemeint ist nicht der Schweizer Cervelat, den man im Sommer an beiden Enden einschneidet, aufspießt und über einem Lagerfeuer halb verkohlen lässt, weil man nicht aufpasst. So sieht jedenfalls mein nostalgisch verklärter Blick diese Wurst. Andere denken vielleicht eher an einen Wurst-Käse-Salat mit Cervelat und Gruyère. Doch ich schweife ab. Es geht hier um die Dauerwurst, die zwar der Salami gleicht, die aber, wie Kenner wissen, etwas ganz anderes ist (u. a. feinkörniger, ohne Knoblauch).</p>
<p>Nach der Wörterliste, die zur amtlichen Rechtschreibregelung gehört, kann man <em>Zervelatwurst</em> oder <em>Servelatwurst</em> schreiben. Die deutschen Kollegen und Kolleginnen aus Nord und Süd (als Schweizer ist einem diese Wurstart mehr oder weniger unbekannt) meinten aber, sie würden auch oder vor allem die Schreibung <em>Cervelatwurst</em> kennen.</p>
<p>Ich konnte nur auf die Rechtschreibregelung verweisen. Damit war man aber nicht zufrieden. Es wurde deshalb beschlossen, die entsprechende <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Institut_für_Normung">DIN</a>-Norm herbeizuziehen. Es gibt schließlich für alles eine DIN, es muss also auch eine Wurst-DIN geben. Hendrik hat sich der Sache angenommen (wofür hier noch einmal ganz herzlichen Dank) und ist zu folgendem enttäuschendem Ergebnis gekommen:</p>
<blockquote><p>Es gibt keine entsprechende DIN. Dafür gibt es aber das sogenannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Lebensmittelbuch">Lebensmittelbuch</a> vom deutschen Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), in dem unter anderem jedes Fleischerzeugnis in seiner Rezeptur definiert wird, um sich der „Verkehrsbezeichnung XYZ“ rühmen zu dürfen.</p>
<p>Die Verkehrsbezeichnung ist in <a href="http://bundesrecht.juris.de/lmkv/__4.html">§4 der deutschen Verordnung über die Kennzeichnung von Lebensmitteln</a> geregelt. Dort heißt es, dass jedes Lebensmittel die richtige Verkehrsbezeichnung zu tragen hat. Diese Verkehrsbezeichnung (zum Beispiel <em>Cervelatwurst, Gouda, Orangensaft</em>) muss der allgemeinen Verkehrsauffassung entsprechen. Das bedeutet vereinfacht ausgedrückt, dass man einem Lebensmittelerzeugnis keine Phantasiebezeichnung geben darf und dass man Lebensmittel, die üblicherweise als z. B. <em>Salamiwurst</em> bekannt sind, nicht unter der Bezeichnung <em>Gemüseeintopf</em> in den Handel bringen darf.</p>
<p>Die allgemeine Verkehrsauffassung ist, wie der Name ja schon vermuten lässt, keine in Stein gemeißelte Definition, sondern eben eine übliche Auffassung. Als Grundlage wird in Deutschland üblicherweise das schon erwähnte Lebensmittelbuch vom BMELV verwendet. Dort findet man unter dem Punkt 2.211.07 der „<a href="http://www.bmelv.de/SharedDocs/Downloads/Ernaehrung/Lebensmittelbuch/LeitsaetzeFleisch.pdf?__blob=publicationFile">Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse</a>“ die Vorgaben über die Zusammensetzung von <strong><em>C</em></strong><em>ervelatwurst</em>.</p>
<p>Der langen Rede kurzer Sinn: Die Schreibweise scheint nicht festgelegt zu sein. Das BMELV verwendet in den als übliche Definition anerkannten Leitsätzen jedoch die Schreibweise <em>Cervelatwurst</em>.“</p></blockquote>
<p>Weiter meinte Hendrik (mit einem Augenzwinkern), dass ihn dies nicht so recht zufriedenstellen könne, weil er als Deutscher lieber eine klare Regel habe. Auch ich muss sagen, dass mich diese Erkenntnis etwas erstaunt hat: Es gibt keine DIN für Wurst!</p>
<p>Man kann sich also an die Rechtschreibregelung halten und <em>Zervelatwurst</em> (oder auch <em>Servelatwurst</em>) schreiben. Wer nicht als Schüler oder Staatsangestellter an die amtliche Regelung gebunden ist, kann sich auch nach dem Deutschen Lebensmittelbuch richten und <em>Cervelatwurst</em> schreiben. Denen, die diese Wurst einfach mögen, ist die korrekte Schreibweise wahrscheinlich ohnehin – gewisse Wortspiele drängen sich so auf, dass ich sie auch mit äußerster Willensanstrengung nicht unterdrücken kann – Wurst.</p>
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		</item>
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		<title>Der Anglizismus des Jahres 2010</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/02/02/der-anglizismus-der-jahres-2010/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Feb 2011 16:13:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdwörter]]></category>

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		<description><![CDATA[In Anlehnung an die verschiendenen Wörter und Unwörter des Jahres und als Gegenpol zur Entrüstung über die „furchtbar vielen englischen Wörter im Deutschen“ hat der Sprachlog des Sprachwissenschaftlers Anatol Stefanowitsch gestern zum ersten Mal den Anglizismus des Jahres bekanntgegeben. Den dritten Platz nimmt Whistleblower ein. An zweiter Stelle steht App. Der Sieger ist leaken. Mehr Informationen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Anlehnung an die verschiendenen Wörter und Unwörter des Jahres und als Gegenpol zur Entrüstung über die „furchtbar vielen englischen Wörter im Deutschen“ hat der <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/">Sprachlog</a> des Sprachwissenschaftlers Anatol Stefanowitsch gestern zum ersten Mal den Anglizismus des Jahres bekanntgegeben.</p>
<p>Den dritten Platz nimmt <em>Whistleblower</em> ein. An zweiter Stelle steht <em>App</em>. Der Sieger ist <em>leaken</em>. Mehr Informationen und eine Begründung für die Wahl dieses Verbs zum Anglizismus des Jahres finden Sie <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachkritik/2011-02-01/anglizismus-des-jahres-das-ergebnis  ">hier</a>.</p>
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		<title>Professionals, Fachleute und Professionelle</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 17:03:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdwörter]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbedeutung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortwahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage In erziehungswissenschaftlichen Debatten, egal ob schriftlich in Veröffentlichungen oder mündlich in Vorträgen, hat sich der Begriff „Professionelle“ etabliert, um die Arbeit und die Entwicklung von ausgebildeten Pädagogen zu beschreiben. Niemand scheint an die eigentliche Bedeutung dieses Begriffs, einer Prostituierten, erinnert zu werden, so mein Eindruck. Nun suche ich schon lange ein Wort, dass den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>In erziehungswissenschaftlichen Debatten, egal ob schriftlich in Veröffentlichungen oder mündlich in Vorträgen, hat sich der Begriff „Professionelle“ etabliert, um die Arbeit und die Entwicklung von ausgebildeten Pädagogen zu beschreiben. Niemand scheint an die eigentliche Bedeutung dieses Begriffs, einer Prostituierten, erinnert zu werden, so mein Eindruck.</p>
<p>Nun suche ich schon lange ein Wort, dass den „professional“ im Deutschen bezeichnet und nicht so doppeldeutig wie „Professionelle“ ist.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau T.,</p>
<p>wenn Sie <em>Professionelle</em> und den Anglizismus <em>Professional</em> vermeiden möchten, wäre das Wort <em>Fachleute</em> (m. <em>Fachmann</em>, w. <em>Fachfrau</em>) ein guter Ersatzkandidat. Auch das vor allem in der Schweiz verwendete Wort <em>Berufsleute</em> könnte man verwenden. Ich befürchte aber, dass man Ihnen entgegenhalten wird, dass <em>Fachleute</em> nicht das Gleiche ausdrücke wie <em>Professionelle</em>. Ob dies zu Recht oder zu Unrecht behauptet wird, sei hier dahingestellt. Da sich der Begriff <em>Professionelle</em>, wie Sie sagen, bereits etabliert hat, ist es wahrscheinlich am besten, ihn als gegeben zu akzeptieren. Es ist nämlich sehr schwierig, Begriffe wieder zu ändern, wenn sie einmal eingebürgert sind.</p>
<p>Die Bedeutung <em>Prostituierte</em> hat <em>Professionelle</em> nur in bestimmten Zusammenhängen, so dass es in der Regel zu keinerlei Verwechslungen kommen dürfte. Eventuellen „Witzen“ auf pubertärem Niveau sollte in einem professionellen Umfeld ein sehr kurzes Leben beschieden sein. Sie sind im Übrigen auch bei zum Beispiel <em>Fachfrau</em> nicht völlig auszuschließen. Mich persönlich würde diese Nebenbedeutung nicht stören. So nenne ich zum Beispiel die Einwohnerinnen und Einwohner der französischen Hauptstadt ohne zu zögern <em>Pariserinnen </em>und<em> Pariser</em> und auch bei Adressen wie <em>Pariser Platz</em> und <em>Pariser Straße</em> denke ich nicht gleich an ein Kondom. Je etablierter ein Begriff ist, desto weniger wichtig sind irgendwelche Nebenbedeutungen.</p>
<p>Wenn Sie sich dennoch nicht an den Begriff <em>Professionelle</em> gewöhnen können oder möchten, könnten Sie, wie gesagt, <em>Fachleute</em> oder vielleicht doch das englische <em>Professionals</em> verwenden.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
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		<title>Silvester</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Dec 2010 09:07:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdwörter]]></category>

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		<description><![CDATA[Zuerst möchte ich Sie noch ein letztes Mal in diesem Jahr mit einer kleinen Rechtschreibfrage belästigen: Gemäß dem amtlichen Wörterverzeichnis schreibt man Silvester und nicht Sylvester, wenn es wie heute um den letzten Tag des Jahres geht. Die Schreibung mit y gehört zum Beispiel zur Hollywood-Berühmtheit Stallone oder zum katzenartigen Gegenspieler des Trickfilmvögelchens Tweety. Nachdem nun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zuerst möchte ich Sie noch ein letztes Mal in diesem Jahr mit einer kleinen Rechtschreibfrage belästigen: Gemäß dem amtlichen Wörterverzeichnis schreibt man <em><a href="http://www.canoo.net/spelling/Silvester  ">Silvester</a></em> und nicht <em>Sylvester</em>, wenn es wie heute um den letzten Tag des Jahres geht. Die Schreibung mit y gehört zum Beispiel zur Hollywood-Berühmtheit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sylvester_Stallone">Stallone</a> oder zum <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sylvester_(Looney_Tunes)">katzenartigen Gegenspieler</a> des Trickfilmvögelchens <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Tweety">Tweety</a>.</p>
<p>Nachdem nun die nicht gerade weltbewegende Frage geklärt ist, was Herr Stallone und Tweetys Opponent einerseits und der heutige Tag andererseits <span style="text-decoration: underline;">nicht</span> miteinander gemeinsam haben, bleibt mir nur noch, Ihnen einen schönen, festlich-brausenden oder ruhig-besinnlichen Silvesterabend zu wünschen. Rutschen Sie gut rüber!</p>
<p>Dr. Bopp</p>
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		<title>Groß und klein bei Must-haves</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/12/14/gros-und-klein-bei-must-haves/</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 16:23:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Bindestrich]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdwörter]]></category>
		<category><![CDATA[groß/klein]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Heute hätte ich mal eine Frage zu den immer mehr um sich greifenden Anglizismen. So ein neumodisches Wort ist das „Must-have“, also etwas, was man (angeblich) unbedingt haben muss. Würden Sie das Wort auch so schreiben? Oder gibt’s da eine genaue Regel, wie man solche Wörter zu behandeln hat? Antwort Sehr geehrter Herr A., [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage </strong></p>
<p>Heute hätte ich mal eine Frage zu den immer mehr um sich greifenden Anglizismen. So ein neumodisches Wort ist das „Must-have“, also etwas, was man (angeblich) unbedingt haben muss. Würden Sie das Wort auch so schreiben? Oder gibt’s da eine genaue Regel, wie man solche Wörter zu behandeln hat?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr A.,</p>
<p>Wenn ich das Wort <em>Must-have</em> benutzen müsste, würde ich es auch so schreiben. Das englische Wort <em>must-have </em>wird als Substantiv verwendet, deshalb schreibt man den Anfangsbuchstaben im Deutschen groß. Der Wortteil nach dem Bindestrich ist kein Substantiv (<em>have</em> ist ein Verb) und bleibt deshalb klein:</p>
<blockquote><p>das Must-have</p></blockquote>
<p>Ebenso zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>das Know-<strong>h</strong>ow<br />
das Make-<strong>u</strong>p<br />
die Hit-<strong>a</strong>nd-<strong>r</strong>un-Strategie<br />
das Savoir-<strong>v</strong>ivre<br />
der Tour-<strong>d</strong>e-France-Gewinner</p></blockquote>
<p>Sehen Sie hierzu <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Gross-klein/Nomen.html#Anchor-49575  ">diese Angaben</a>.</p>
<p>So weit die Regel. Natürlich geht es auch hier nicht ohne Ausnahmen: Die <a href="http://www.ids-mannheim.de/service/reform/">amtliche Wörterliste</a> gibt zum Beispiel an, dass man <em>Rock-and-<strong>R</strong>oll-Musiker</em> schreiben muss (seufz).</p>
<p>Diese Kleinschreibregelung gilt im Prinzip auch in „deutscheren“ Zusammensetzungen mit Bindestrich. Auch hier werden Wortbestandteile, die keine Substantive sind (und nicht an erster Stelle stehen), kleingeschrieben. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>die Ad-<strong>h</strong>oc-Entscheidung<br />
der Trimm-<strong>d</strong>ich-Pfad<br />
die Links-<strong>r</strong>echts-Kombination<br />
die Berg-<strong>u</strong>nd-Tal-Bahn</p></blockquote>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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