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	<title>Fragen Sie Dr. Bopp! &#187; Mehrzahl</title>
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	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
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		<title>Böden, Bögen, Bröte</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Sep 2011 15:22:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
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		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage In „Allerhand Sprachdummheiten“ bin ich über die Pluralbildung gestolpert: „Bei einer Anzahl von Hauptwörtern wird der Plural jetzt oft mit dem Umlaut gebildet, wo dieser keine Berechtigung hat &#8230; Ärme, Böte, Bröte, Röhre, Täge, Böden, Bögen.“ Bei „Ärme“ und „Bröte“ hab ich ja noch geschmunzelt, aber bei „Böden“ und „Bögen“ fühle ich mich ertappt und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong><br />
In „Allerhand Sprachdummheiten“ bin ich über die Pluralbildung gestolpert:</p>
<blockquote><p>„Bei einer Anzahl von Hauptwörtern wird der Plural jetzt oft mit dem Umlaut gebildet, wo dieser keine Berechtigung hat &#8230; Ärme, Böte, Bröte, Röhre, Täge, Böden, Bögen.“</p></blockquote>
<p>Bei „Ärme“ und „Bröte“ hab ich ja noch geschmunzelt, aber bei „Böden“ und „Bögen“ fühle ich mich ertappt und Google liefert jede Menge Belegstelle für z. B. „Bögen“, „Sportbögen“, „Pfeile und Bögen“ etc. Gibt es eine heute gültige Regel, die das teilweise erlaubt, oder ist das nach wie vor schlicht falsch?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr B.,</p>
<p>in den über hundert Jahren, seit „Allerhand Sprachdummheiten“ von Gustav Wustmann (1844&nbsp;–&nbsp;1910) erschienen ist*, hat sich in der deutschen Sprache einiges getan; auch in diesem Bereich: Während die umgelauteten Mehrzahlformen <em>Ärme</em>, <em>Böte</em>, <em>Bröte</em>, <em>Röhre</em> und <em>Täge</em> standardsprachlich immer noch als falsch gelten, ist <em>die Bögen</em> heute als die „im Süden“ gebräuchliche Variante zu <em>die Bogen</em> akzeptiert. Die Form <em>die Böden</em> hat den nicht umgelauteten Plural <em>die Boden</em> standardsprachlich sogar ganz verdrängt:</p>
<blockquote><p>der Bogen – die Bogen, <em>auch: </em>die Bögen<br />
der Boden – die Böden</p></blockquote>
<p>Eine feste Regel gibt es hier nicht. Entscheidend ist der Gebrauch in der sogenannten Standardsprache. Als Standardsprache gilt – einfach gesagt – die Sprache in der Form, in der sie allgemein akzeptiert im offiziellen und im formelleren Umgang verwendet und auch an Schulen gelehrt wird. Das ist eine recht ungenaue Definition. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass häufiger eine gewisse Uneinigkeit oder Unsicherheit herrscht, welche Formen als standardsprachlich korrekt gelten. So geben einige Wörterbücher bei <em>Kragen</em> auch heute noch nur den Plural <em>die Kragen</em> an (z. B. Wahrig), während andere auch <em>die Krägen</em> als im südlichen deutschen Sprachraum verwendeten Pluralvariante erwähnen (z. B. Duden).</p>
<p>Wenn Sie wissen möchten, was heute als richtiges Deutsch gilt, können Sie also besser in Wörterbüchern und Grammatiken nachschlagen, die etwas jüngeren Datums als „Allerhand Sprachdummheiten“* sind. (<a href="http://www.canoo.net/inflection/Boden">Boden</a>, <a href="http://www.canoo.net/inflection/Bogen&amp;features=(Cat+N)">Bogen</a>). Es ist allerdings immer interessant, ältere Beschreibungen der deutschen Sprache zu lesen. Sie zeigen unter anderem, wie zeitgebunden die Etiketten „richtig“ und „falsch“ sein können.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>* Gustav Wustmann: <em>Allerhand Sprachdummheiten. Kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen und des Häßlichen. Ein Hilfsbuch für alle, die sich öffentlich der deutschen Sprache bedienen</em>. Grunow, Leipzig 1891;<br />
2. erw. Aufl. 1896; 3. erw. Aufl. 1903; 4. erw.. 1908;<br />
Nachdruck der 3. Aufl 2008.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Welche Künste gibt es auch im Plural?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/07/27/kuenste-im-plural/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Jul 2011 12:50:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Über Canoonet]]></category>
		<category><![CDATA[canoonet]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrzahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Nach welchen Regeln haben z. B. Kochkunst und Malkunst einen Plural (&#8230;künste), Filmkunst aber nicht? - Weitere Beispiele mit Pluralformen: Kriegskunst, Verführungskunst - Weitere Beispiele ohne Pluralformen: Dichtkunst, Schmiedekunst Antwort Guten Tag Herr oder Frau Z., es gibt keine allgemeinen Regeln, die festlegen, welche Wörter einen Plural haben und welche nicht. Entscheidend sind die Bedeutung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Nach welchen Regeln haben z. B. <em>Kochkunst</em> und <em>Malkunst</em> einen Plural (<em>&#8230;künste</em>), <em>Filmkunst</em> aber nicht?</p>
<p>- Weitere Beispiele mit Pluralformen: <em>Kriegskunst, Verführungskunst</em><br />
- Weitere Beispiele ohne Pluralformen: <em>Dichtkunst, Schmiedekunst</em></p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag Herr oder Frau Z.,</p>
<p>es gibt keine allgemeinen Regeln, die festlegen, welche Wörter einen Plural haben und welche nicht. Entscheidend sind die Bedeutung und der Gebrauch. Für Zusammensetzungen mit <em>Kunst</em> an zweiter Stelle gilt Folgendes:</p>
<p>Wörter wie <em>Kochkunst</em>, <em>Malkunst</em>, <em>Filmkunst</em>, <em>Dichtkunst</em> usw. haben keinen Plural, wenn es um die Kunst des Kochens, des Malens, des Filmemachens, des Dichtens usw. geht. Bei einigen dieser Wörter wird aber häufiger der Plural verwendet, wenn damit das Können, die Fähigkeiten auf einem gewissen Gebiet gemeint sind:</p>
<blockquote><p>die Kochkünste der Küchenchefin<br />
die Malkünste unserer Kleinen<br />
die Verführungskünste eines Latin Lovers<br />
usw.</p></blockquote>
<p>Es gibt, wie gesagt, keine feste Regeln, bei welchen Wörtern dieser Plural vorkommt. Möglich ist er im Prinzip überall. Wenn ein solches Wort in unserem Wörterbuch Mehrzahlformen hat, bedeutet dies, dass der Lexikograph oder die Lexikographin in den zur Verfügung stehenden Wörterlisten und anderen Quellen solche Formen gefunden hat. Wenn keine Pluralformen angegeben werden, bedeutet dies entsprechend, dass zur Zeit der Spezifikation in den verfügbaren Quellen keine oder fast keine Pluralformen zu finden waren. Es bedeutet nicht, dass man nicht in einem bestimmten Zusammenhang von den <em>Filmkünsten</em> eines Urlaubscineasten oder den <em>Dichtkünsten</em> einer Hobbypoetin reden dürfte.</p>
<p>Bei der Bestimmung, ob ein Wort Pluralformen hat oder nicht, geht es bei abstrakten Begriffen wie <em>&#8230;kunst</em> oft um eine Art Gratwanderung zwischen dem, was theoretisch möglich ist, und dem, was wirklich (einigermaßen regelmäßig) vorkommt. Es ist deshalb leider nicht immer möglich, eine in jeder Hinsicht konsequente Darstellung anzubieten. So weit reichen unsere Wörterbuchkünste leider nicht.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Der doch nicht so unveränderliche Euro</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/07/01/der-veraenderliche-euro/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2011/07/01/der-veraenderliche-euro/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 12:09:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Genitiv]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrzahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Wieso heißt es: „Die Einführung des Euro“ und nicht „des Euros“. Im Spiegel stand kürzlich ein Artikel über den Euro: „Der Erfinder des Euro“. Welche Regel wird hier angewendet? Antwort Guten Tag J., die „Regel“ im Zusammenhang mit Euro lautet, dass Euro bei der Angabe von Beträgen unveränderlich ist: zwei Euro drei Euro fünfzig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Wieso heißt es: „Die Einführung des Euro“ und nicht „des Euros“. Im Spiegel stand kürzlich ein Artikel über den Euro: „Der Erfinder des Euro“. Welche Regel wird hier angewendet?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag J.,</p>
<p>die „Regel“ im Zusammenhang mit <em>Euro</em> lautet, dass <em>Euro</em> bei der Angabe von Beträgen unveränderlich ist:</p>
<blockquote><p>zwei Euro<br />
drei Euro fünfzig<br />
über eine Million Euro<br />
17 500 Euro<br />
14,75 Euro</p></blockquote>
<p>Auch wenn deshalb viele meinen und einige sogar steif und fest behaupten, dass <em>Euro </em>immer unveränderlich sei, kann das Wort im Genitiv der Einzahl mit oder ohne s stehen. Die Spiegelüberschrift hätte also auch lauten können: „Der Erfinder des Euros&#8221;. Ebenso:</p>
<blockquote><p>die Einführung des Euro <em>oder</em> die Einführung des Euros<br />
der Wert des Euro <em>oder</em> der Wert des Euros</p></blockquote>
<p>Auch in der Mehrzahl kann resp. sollte <em>Euro</em> gebeugt werden (außer wenn – wie oben gesagt – <em>Euro</em> bei der Angabe von Beträgen nach einem Zahlwort steht). Dies ist vor allem dann der Fall, wenn <em>Euro</em> allein steht oder von einem Adjektiv oder Artikelwort begleitet wird. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Ich habe nur noch ein paar Euro <em>oder</em> ein paar Euros.<br />
einige wenige Euro <em>oder</em> einige wenige Euros<br />
Euros für Griechenland<br />
Ich investiere keinen einzigen meiner Euros in dieses Projekt!<br />
ihre sauer verdienten Euros</p></blockquote>
<p>Dass der Euro als Währung nicht unveränderlich ist, wissen dank Finanzkrisen und Kurs- und Preisschwankungen die meisten. Nun wissen Sie ebenfalls, dass der Euro auch als Wort weniger „stabil“ ist, als oft gesagt wird.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>KMUs?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/10/21/kmus/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2010/10/21/kmus/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 Oct 2010 14:13:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Abkürzung]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrzahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute wieder einmal etwas ziemliche Trockenes zum Thema Abkürzungen: Frage Ich bin beauftragt, ein Kundenmagazin anzufertigen. Der Kunde nutzt in diesem Magazin die Bezeichnungen „KMU“ und „KMUs“. Die Abkürzung bedeutet ausgeschrieben „klein- und mittelständische Unternehmen“. Ist „KMUs“ als Schreibweise für den Plural grundsätzlich zulässig? Antwort Sehr geehrter Herr R., im Prinzip ist KMU mit der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute wieder einmal etwas ziemliche Trockenes zum Thema Abkürzungen:</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Ich bin beauftragt, ein Kundenmagazin anzufertigen. Der Kunde nutzt in diesem Magazin die Bezeichnungen „KMU“ und „KMUs“. Die Abkürzung bedeutet ausgeschrieben „klein- und mittelständische Unternehmen“. Ist „KMUs“ als Schreibweise für den Plural grundsätzlich zulässig?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr R.,</p>
<p>im Prinzip ist <em>KMU</em> mit der Bedeutung <em>kleine und mittlere Unternehmen</em> bereits ein Plural. Es ist deshalb nicht notwendig, ein Plural-s anzufügen. Richtig ist also:</p>
<blockquote><p>die KMU<br />
viele KMU<br />
KMU liefern einen wichtigen Beitrag &#8230;</p></blockquote>
<p>Das bedeutet auch, dass man KMU nicht in der Einzahl verwenden sollte. Die Frage lautet also nicht <em>Was ist ein KMU?</em>, sondern <em>Was sind KMU?</em></p>
<p>Soweit die grundsätzliche „Regel“. Immer häufiger wird allerdings <em>ein KMU</em> gesagt. Damit ist <em>ein V</em><em>ertreter der KMU</em> oder einfach <em>ein kleines <strong>oder</strong> mittleres Unternehmen</em> gemeint. Dann kann man die Einzahl verwenden (<em>Was ist ein KMU?,</em> <em>dieses KMU</em> usw.). Es ist dann auch möglich, aber nicht zwingend, den Plural mit s zu bilden: <em>die KMUs</em> <em>(die kleinen oder mittleren Unternehmen; die zu den KMU gehörenden Unternehmen</em>).</p>
<p>Eine solche Bedeutungserweiterung ist weder ungebräuchlich noch grundsätzlich falsch. So steht <em>BMW</em> für <em>Bayerische Motorenwerke</em>, also eindeutig einen Plural. Trotzdem ist es allgemein üblich und akzeptiert von <em>einem BMW</em> und mehreren <em>BMWs</em> zu sprechen, wenn es sich um Autos dieses Herstellers handelt.</p>
<p>Ich kann hier leider nicht beurteilen, inwieweit diese Einzahl-Verwendung von KMU sich eingebürgert hat und akzeptiert ist. Sie ist aber erklärbar, da KMU im Sinne von <em>kleine und mittlere Unternehmen</em> eigentlich nicht auf individuelle Unternehmen bezogen werden kann. Ein Unternehmen ist klein <strong>oder</strong> mittelgroß, nicht klein <strong>und</strong> mittelgroß. Daher stammt wohl die Neigung, <em>K</em><em>MU </em>und<em> KMUs</em> im Sinne von <em>Vertreter der KMU</em> zu verwenden, wenn einzelne Unternehmen gemeint sind.</p>
<p>Ich empfehle Ihnen, KMU nur im Plural und ohne die Endung s zu verwenden. Die derzeitige „offizielle“ Bedeutung von <em>KMU</em> ist <em>kleine und mittlere Unternehmen</em>. Falls Sie aber doch lieber von <em>einem KMU</em> und <em>mehreren KMUs</em> sprechen, geben Sie vorläufig am besten noch ausdrücklich an, dass mit KMU <em>kleines <strong>oder</strong> mittleres Unternehmen</em> gemeint ist.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Global Player und Latin Lover in der Mehrzahl</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/06/30/global-player-und-latin-lover-in-der-mehrzahl/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2010/06/30/global-player-und-latin-lover-in-der-mehrzahl/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 09:38:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdwörter]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrzahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Wie heißt es eigentlich richtig: die Global Player oder die Global Players? Ist der Plural hier überhaupt erlaubt? Antwort Guten Tag J., der Plural von Global Player lautet: die Global Player oder die Global Players Lehnwörter aus dem Englischen, die auf unbetontes er enden und im Deutschen männlich sind, bilden den Nominativ Plural in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Wie heißt es eigentlich richtig: <em>die Global Player</em> oder <em>die Global Players</em>? Ist der Plural hier überhaupt erlaubt?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag J.,</p>
<p>der Plural von <em>Global Player</em> lautet:</p>
<blockquote><p>die Global Player<br />
<em> oder</em><br />
die Global Players</p></blockquote>
<p>Lehnwörter aus dem Englischen, die auf unbetontes <em>er</em> enden und im Deutschen männlich sind, bilden den Nominativ Plural in der Regel endungslos:</p>
<blockquote><p>der Computer – die Computer<br />
der Printer – die Printer<br />
der MP3-Player – die MP3-Player<br />
der Ghostwriter – die Ghostwriter</p></blockquote>
<p>Dies geschieht in Übereinstimmung mit heimischen, ebenfalls mit der Endung <em>er</em> von Verben abgeleiteten Wörtern wie <em>Rechner, Drucker, Spieler, Schreiber</em> usw.</p>
<p>Bei <em>Global Player</em> wirkt einerseits diese Tendenz, das heißt, man sagt <em>die Global Player</em>. Andererseits wird <em>Global Player</em> wegen des ungebeugten und englisch ausgesprochenen Adjektivs <em>global</em> noch stark als englischer Begriff empfunden. Entsprechend wird noch häufig der englische Plural verwendet: <em>die Global Players</em>. Beide Pluralformen kommen vor und beide sind „verteidigbar“.</p>
<p>Ein anderer Ausdruck, der aus den gleichen Gründen zwei Pluralformen hat, erinnert irgendwie an Urlaubsabenteuer in südlichen Gefilden: Wenn sie in der Mehrzahl auftreten, versprühen <em>die Latin Lover </em>oder <em>die Latin Lovers </em>ihren berühmt-berüchtigten unwiderstehlichen Charme mit oder ohne die Pluralendung s.</p>
<p>Der Ausdruck <em>Global Player</em> kann im Übrigen wie seine deutschen Entsprechungen <em>die Weltkonzerne</em> oder <em>die weltweit tätigen Unternehmen</em> problemlos in der Mehrzahl verwendet werden.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Von Litern, Metern und Vierteln</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/06/24/von-litern-metern-und-vierteln/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 09:57:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Maße]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrzahl]]></category>
		<category><![CDATA[Zahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute geht es wieder einmal um eine häufiger gestellte Frage, nämlich das Dativ-n bei gewissen Maß- und Mengenangaben. Frage Nie werde ich es mir merken: Heißt es „ein Gefäß von zwei Litern Inhalt“ oder „zwei Liter Inhalt“? Antwort Sehr geehrte Frau M., vielleicht können Sie es sich nicht  merken, weil beides möglich und korrekt ist: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute geht es wieder einmal um eine häufiger gestellte Frage, nämlich das Dativ-n bei gewissen Maß- und Mengenangaben.</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Nie werde ich es mir merken: Heißt es „ein Gefäß von zwei Litern Inhalt“ oder „zwei Liter Inhalt“?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau M.,</p>
<p>vielleicht können Sie es sich nicht  merken, weil beides möglich und korrekt ist:</p>
<blockquote><p>ein Gefäß von zwei Liter Inhalt<br />
<em>oder</em><br />
ein Gefäß von zwei Litern Inhalt</p></blockquote>
<p>Männliche und sächliche Maß- und Mengenbezeichnungen bleiben nach Zahlenangaben in der Regel unveränderlich:</p>
<blockquote><p>zwei Paar Schuhe<br />
2,5 Kilo Äpfel<br />
zehn Fuß dicke Mauern<br />
eine Bildschirmgröße von 17 Zoll<br />
27 Euro</p></blockquote>
<p>Eine Ausnahme sind Bezeichnungen wie <em>Meter</em>, <em>Liter</em> und <em>Viertel</em> im Dativ Plural. Diese Wörter haben die Eigenschaft, dass sie nur im Dativ eine Pluralendung haben: <em>den Metern, den Litern, den Vierteln</em>. Die anderen Pluralformen sind mit der Form des Nominativ Singular identisch: <em>der Meter ­– die Meter</em>. Bei solchen Maß- und Mengenangaben wird im Dativ Plural nach der allgemeinen Regel die endungslose Form verwendet oder (seltener) als Ausnahme doch die Pluralform:</p>
<blockquote><p><em><strong>endungslos<br />
</strong></em>aus sieben Meter Stoff<br />
auf 750 Meter Höhe liegen<br />
ein Gewicht von drei Zentner<br />
mit drei Viertel der Menge</p></blockquote>
<blockquote><p><strong><em>gebeugt</em></strong><br />
aus sieben Metern Stoff<br />
auf 750 Metern Höhe liegen<br />
ein Gewicht von drei Zentnern<br />
mit drei Vierteln der Menge</p></blockquote>
<p>Beide Formulierungen gelten als korrekt. Mehr dazu finden Sie <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Nomen/Numerus/Menge.html#Anchor-49575  ">hier</a> und <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Nomen/Numerus/Menge.html#Anchor-Spezialfall-49575">hier</a>.</p>
<p>Wie Sie sehen, gibt es im Deutschen auch bei etwas so Präzisem wie Maß- und Mengenangaben nicht nur Regeln, sondern auch Ausnahmen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die USA und die Mehrzahl</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/05/25/die-usa-und-die-mehrzahl/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2010/05/25/die-usa-und-die-mehrzahl/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 25 May 2010 13:58:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Abkürzung]]></category>
		<category><![CDATA[Eigennamen]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdwörter]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrzahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Heißt es „Die USA versinken im Chaos“ oder „Die USA versinkt im Chaos“? Klar, die Abkürzung steht für United States of America (also Plural), und somit ist wohl der Plural richtig. Des ungeachtet finde ich die Formulierung irgendwie ungewöhnlich und holprig. Auch treffe ich häufig auf die genau gegenteilige Wendung, zum Beispiel: „Die USA [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p><strong><span style="font-weight: normal; ">Heißt es „Die USA versinken im Chaos“ oder „Die USA versinkt im Chaos“? Klar, die Abkürzung steht für <em>United States of America</em> (also Plural), und somit ist wohl der Plural richtig. Des ungeachtet finde ich die Formulierung irgendwie ungewöhnlich und holprig. Auch treffe ich häufig auf die genau gegenteilige Wendung, zum Beispiel: „Die USA ist ein beliebtes Reiseziel.“ Was nun?</span></strong></p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p><strong><span style="font-weight: normal; ">Guten Tag H.,</span></strong></p>
<p><strong><span style="font-weight: normal; ">den US-Amerikanern wünsche ich, dass ihr Land nicht wirklich im Chaos versinken möge und dass entsprechend nur die Form und nicht auch die Bedeutung des folgenden Satzes korrekt ist:</span></strong></p>
<blockquote><p>Die USA versinken im Chaos.</p></blockquote>
<p>Standardsprachlich verwendet man die Länderbezeichnung <em>USA</em> mit dem Plural. Weitere Beispiele:</p>
<blockquote><p>Die USA sind ein beliebtes Reiseziel.<br />
Studieren in den USA<br />
Obama und die neuen USA</p></blockquote>
<p>Für die Verwendung des Plurals sprechen zwei Gründe: Wie sie richtig bemerken, ist die Bezeichnung, für die die Abkürzung <em>USA</em> steht, im Prinzip pluralisch: <em>United States of America</em>.** Auch die deutsche Übersetzung wird in der Mehrzahl verwendet: <em>die Vereinigten Staaten [von Amerika]</em>. Weil sowohl das Grundwort in der Ursprungssprache als auch die Übersetzung ins Deutsche pluralisch sind, hat hier der Plural eindeutig die besseren Karten. Die Verwendung in der Einzahl sieht man zwar auch manchmal, sie gilt aber standardsprachlich als nicht korrekt.</p>
<p>Das ist aber noch nicht ganz alles: Die Abkürzung <em>USA</em> wird im Deutschen immer mit dem bestimmten Artikel verwendet;</p>
<blockquote><p>Sind <em>die</em> USA ein guter Bündnispartner?<br />
Wir sind quer durch <em>die</em> USA gereist.<br />
Chaos in <em>den</em> USA<br />
die Regierung <em>der</em> USA</p></blockquote>
<p>Es heißt also im Standarddeutschen nicht <em>Chaos in USA</em> oder <em>Reise quer durch USA</em>.</p>
<p>Es mag in Ihren Ohren ungewöhnlich oder sogar holprig klingen, doch wenn Sie es standardsprachlich richtig machen wollen, verwenden Sie <em>die USA</em> immer im Plural und mit Artikel, so wie dies zum Beispiel auch für<em> </em><a href="http://canoo.net/blog/2008/09/04/die-niederlande-und-die-mehrzahl/"><em>die Niederlande</em></a><em>, die Philippinen, die Malediven </em>oder <em>die Vereinigten Arabischen Emirate</em> üblich ist.</p>
<p>Falls sich Ihre Ohren trotz alledem nicht an <em>die USA</em> im Plural gewöhnen wollen, sagen und schreiben Sie doch einfach:</p>
<blockquote><p>Die Vereinigten Staaten sind ein beliebtes Reiseziel.</p></blockquote>
<p>Das klingt überhaupt nicht holprig und es herrschen hier, soweit ich weiß, auch keinerlei Zweifel darüber, ob man den Plural verwenden soll.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>** Man muss hier präzisieren, dass <em>USA</em> und vor allem <em>U.S.</em> im Englischen manchmal auch als Singular behandelt werden. Die zugrundeliegende Wortgruppe, so wie wir sie als durchschnittliche Englischkönner kennen, ist aber eindeutig pluralisch.</p>
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		<item>
		<title>Wegen Äpfelkuchen zum Zähnearzt</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/04/07/wegen-apfelkuchen-zum-zahnearzt/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 10:05:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrzahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Wieso geht man nicht zum Zähnearzt, nachdem man durch zu viel Äpfelkuchen Zahnschmerzen hat, die ja auch Zähneschmerzen sein könnten?!? Unmengen von Wörtern werden in der Singularform benutzt, obwohl sie sehr oft mehrere Dinge gemeint sind. Antwort Guten Tag A., Sie haben recht: Man bäckt einen Apfelkuchen und nicht einen Äpfelkuchen. Man geht zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p><strong><span style="font-weight: normal; ">Wieso geht man nicht zum <em>Zähnearzt</em>, nachdem man durch zu viel <em>Äpfelkuchen</em> Zahnschmerzen hat, die ja auch <em>Zähneschmerzen</em> sein könnten?!? Unmengen von Wörtern werden in der Singularform benutzt, obwohl sie sehr oft mehrere Dinge gemeint sind.</span></strong></p>
<p><strong>Antwort<span style="font-weight: normal; "> </span></strong></p>
<p>Guten Tag A.,</p>
<p>Sie haben recht: Man bäckt einen Apfelkuchen und nicht einen Äpfelkuchen. Man geht zum Zahnarzt und nicht zum Zähnearzt. Das hat damit zu tun, dass die Form einer Zusammensetzung im Deutschen meist nur wenig darüber aussagt, wie sich die beiden beteiligten Wörter genau zueinander verhalten. Bei einer Zusammensetzung der Form XY kann man in der Regel nur sagen, dass ein XY eine Art Y ist, die in irgendeiner Weise etwas mit X zu tun hat:</p>
<blockquote><p>Ein Apfelkuchen ist ein Kuchen, der etwas mit <em>Apfel</em> zu tun hat.<br />
Ein Hochzeitskuchen ist ein Kuchen, der etwas mit <em>Hochzeit</em> zu tun hat<br />
Ein Streuselkuchen ist ein Kuchen, der etwas mit <em>Streusel</em> zu tun hat.<br />
Ein Pfannkuchen ist ein Kuchen, der etwas mit <em>Pfanne</em> zu tun hat.</p></blockquote>
<p>Die Art des Verhältnisses zwischen dem ersten und dem zweiten Teil einer Zusammensetzung kann also ganz unterschiedlich sein. Bei den soeben genannten Kuchen bezeichnet der erste Teil:</p>
<blockquote><p>- eine wichtige Zutat,<br />
- die Gelegenheit, für die er gebacken wird,<br />
- seine Form,<br />
- das Mittel der Zubereitung.</p></blockquote>
<p>Auch die Einzahl- oder Mehrzahlform des ersten Wortteils X sagt lange nicht immer etwas darüber aus, ob es um ein oder mehrere X geht:</p>
<blockquote><p>Eine Baumreihe besteht immer aus mehreren Bäumen.<br />
Für Erdnussbutter braucht man viele Erdnüsse.</p></blockquote>
<p>Umgekehrt:</p>
<blockquote><p>Ein Hundebiss kann nur von einem Hund verursacht sein.<br />
Eine Kinderhand gehört nur einem Kind.</p></blockquote>
<p>Wichtig für die Form ist meist nicht die Bedeutung, sondern die Analogie mit anderen Wörtern, die mit dem gleichen ersten Element gebildet werden. Vgl.</p>
<blockquote><p>Apfelbaum, Apfelsorte, Apfelsorbet, Apfelwangen<br />
Zahnbelag, Zahnfleisch, Zahnlücke, Zahnstocher<br />
Baumgruppe, Baumstamm, Baumkrone, Baumstruktur<br />
Kindergruppe, Kinderwagen, Kinderfahrrad, Kinderseele<br />
Hundehalterin, Hundefloh, Hundeleben, Hundepfote</p></blockquote>
<p>Ein Apfelkuchen ist also nicht deshalb ein Apfelkuchen und kein Äpfelkuchen, weil man nur einen Apfel verwenden dürfte, sondern weil man auch Apfelbaum, Apfelsorte und Apfelbäckchen sagt. Man darf einfach nicht zu viel in die Form einer Zusammensetzung hineinlesen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie viele Häuser hat der Popstar?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/03/20/wie-viele-hauser-hat-der-popstar-in-welchem-land/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2010/03/20/wie-viele-hauser-hat-der-popstar-in-welchem-land/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 20 Mar 2010 16:12:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrzahl]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage In einer älteren Duden-Ausgabe las ich einmal von einem „distributiven Singular“, der inhaltlich auch schon von Ihnen thematisiert wurde. Mich beschäftigen folgende Zweifelsfälle: Die Menschen, die ein Haus besitzen &#8230; Ohne Kontext ist der Satz scheinbar uneindeutig. Besitzen mehrere Menschen gemeinsam ein Haus oder besitzt jeder Mensch ein eigenes? Die Menschen, die Häuser besitzen &#8230; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>In einer älteren Duden-Ausgabe las ich einmal von einem „distributiven Singular“, der inhaltlich auch schon <a href="http://canoo.net/blog/2008/06/26/drehen-unsere-vorfahren-sich-in-ihrem-grab-oder-in-ihren-grabern-um/">von Ihnen thematisiert</a> wurde. Mich beschäftigen folgende Zweifelsfälle:</p>
<blockquote><p>Die Menschen, die ein Haus besitzen &#8230;</p></blockquote>
<p>Ohne Kontext ist der Satz scheinbar uneindeutig. Besitzen mehrere Menschen gemeinsam ein Haus oder besitzt jeder Mensch ein eigenes?</p>
<blockquote><p>Die Menschen, die Häuser besitzen &#8230;</p></blockquote>
<p>Besitzt jeder Mensch jeweils ein Haus oder besitzt jeder Mensch gleich mehrere Häuser?</p>
<blockquote><p>Der Popstar besitzt ein Haus / Häuser in Italien, Deutschland und Frankreich.</p></blockquote>
<p>Verteilt der Singular „ein Haus“ eine Immobilie auf jedes Land oder muss dazu doch der Plural gesetzt werden. Oder würde der Plural „Häuser“ mehrere Immobilien in jedes Land verorten?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr P.,</p>
<p>die Antwort auch diese Frage ist eigentlich ganz einfach: Es gibt keine feste Regel, ob man in diesen Fällen die Einzahl oder die Mehrzahl verwenden muss. Ein paar zusätzliche Worte sind trotzdem angebracht:</p>
<blockquote><p>Die Menschen, die ein Haus besitzen, &#8230;</p></blockquote>
<p>Hier können mehrere Menschen zusammen ein Haus besitzen oder es kann um ein Haus pro Person gehen. Nur der Zusammenhang oder eine klärende Erläuterung können angeben, was genau gemeint ist.</p>
<blockquote><p>Die Menschen, die Häuser besitzen, &#8230;</p></blockquote>
<p>Hier kann es um mehrere Häuser pro Person gehen, aber auch um ein Haus pro Person, mehrere Personen pro Haus oder mehrere Personen mit mehreren Häusern. Nur der Kontext oder eine klärende Erläuterung können angeben, was genau gemeint ist. Meistens ist das nicht nötig, denn gemeint sind oft einfach <em>Hausbesitzer</em>, ganz gleich ob sie ein oder mehrere Häuser besitzen und ob sie dies als Einzelperson oder gemeinsam mit anderen tun. So flexibel ist die Sprache.</p>
<p>Das kann, wenn man es sich recht überlegt, sehr praktisch sein. Wenn diese flexible Art etwas auszudrücken nicht erlaubt wäre und man die gleiche allgemeine Aussage machen müsste, ergäbe das eine ziemlich lange, nicht zufällig an Juristendeutsch erinnernde Formulierung:</p>
<blockquote><p>Die Einzelpersonen oder Personengruppen, die individuell oder zusammen ein oder mehrere Häuser besitzen, &#8230;</p></blockquote>
<p>Nun zu den Häusern des Popstars:</p>
<blockquote><p>Der Popstar besitzt ein Haus in Italien, Deutschland und Frankreich.</p></blockquote>
<p>Endlich ein Satz, der eindeutig ist! Es kann sich nur um drei Häuser handeln. Ein entsprechendes Dreiländereck, auf dem ein Haus stehen könnte, gibt es ja nicht. (Die Schweiz liegt „im Weg“.) Die Formulierung ist korrekt, mutet aber trotzdem irgendwie unnatürlich an. Man würde eher sagen <em>je ein Haus in &#8230; </em>oder <em>ein Haus in Italien, eines in Deutschland und eines in Frankreich</em>.</p>
<blockquote><p>Der Popstar besitzt Häuser in Italien, Deutschland und Frankreich.</p></blockquote>
<p>Und schon wieder ist es vorbei mit der Eindeutigkeit. Hier kann es um je ein Haus pro Land oder aber um mehrere Häuser pro Land gehen. Nur der Zusammenhang oder eine klärende Erläuterung können angeben, was genau gemeint ist.</p>
<p>Gerade dieser letzte Satz zeigt, dass es sehr oft gar nicht darum geht, mathematisch genaue Angaben zu machen. Ganz im Gegenteil! In einem Prominentenblatt ist vor allem wichtig, dass der Popstar <em>mehrere</em> [!] Häuser hat, und zwar in <em>mehreren</em> [!!] Ländern. Wie viele Häuser genau wo stehen, ist eher nebensächlich (insbesondere wenn es dann doch „nur“ drei sind). Wenn es wichtig ist, zählt man sie einfach auf: <em>zwei Häuser in Italien, drei in Deutschland und eines in Frankreich</em>.</p>
<p>Die Verteilung von Objekten innerhalb eines Satzes ist meistens nicht mathematisch präzise und eindeutig festgelegt. Dem verdankt die Sprache ihre große Flexibilität. Was genau gemeint ist, lässt sich meistens aus dem Kontext ermitteln. Oft ist es auch gar nicht nötig oder gewünscht, alles präzise auszudrücken. Und wenn es doch sein muss, muss man eben umformulieren oder erläutern. So viel ungeregelte Mehrdeutigkeit scheint verwirrend zu sein, das ist es aber nicht. Wir gehen täglich damit um und es funktioniert im Normalfall ausgezeichnet.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ungewohnt unveränderlich: Campus, Status, Kasus</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2009/09/04/ungewohnt-unveranderlich-campus-status-kasus/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2009/09/04/ungewohnt-unveranderlich-campus-status-kasus/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Sep 2009 10:18:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdwörter]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrzahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Bei einer etwas umfangreicheren Übersetzungsarbeit bin ich auf Fragen gestoßen, die ich nicht mit den üblichen Rechtschreib-Nachschlagwerken beantworten konnte. So verlangt der englische Originaltext den Plural von Campus, den es laut Duden oder auch laut Canoo nicht gibt – bzw. der mit dem Singular identisch ist: … die studentischen Übernahmen an der Columbia University [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Bei einer etwas umfangreicheren Übersetzungsarbeit bin ich auf Fragen gestoßen, die ich nicht mit den üblichen Rechtschreib-Nachschlagwerken beantworten konnte. So verlangt der englische Originaltext den Plural von <em>Campus</em>, den es laut Duden oder auch laut Canoo nicht gibt – bzw. der mit dem Singular identisch ist:</p>
<blockquote><p>… die studentischen Übernahmen an der Columbia University und hunderten von Campus waren Teil einer breiten Bewegung &#8230;</p></blockquote>
<p>So sehr ich mich bemühe, klingt das Wort <em>Campus</em> an dieser Stelle äußerst komisch. Im Internet wird <em>Campusse</em> oder auch <em>Campi</em> als Plural vorgeschlagen. Natürlich kann man einfach auf das deutsche Wort <em>Universitätsgelände</em> ausweichen, das sich ohne Schwierigkeiten deklinieren lässt.</p>
<p>Ähnlich ist es mit dem Wort <em>Status</em>, für das es im Deutschen auch keinen Plural gibt.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr D.,</p>
<p>auch wenn sie ungewohnt aussieht, ist Ihre Formulierung richtig:</p>
<blockquote><p>… die studentischen Übernahmen an der Columbia University und hunderten von <strong>Campus</strong> waren Teil einer breiten Bewegung &#8230;</p></blockquote>
<p>Ich habe es noch einmal für Sie kontrolliert: Die mir zur Verfügung stehenden Wörterbücher geben für <em>Campus</em> alle wie <a href="http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=inflection&amp;input=Campus&amp;features=(Cat+N)">CanooNet</a> die Pluralform <em>die Campus</em> an. (Nur Wahrig weicht davon ab, indem angegeben wird, dass <em>Campus</em> keinen Plural habe. Letzteres hilft Ihnen aber nicht viel weiter, wenn Sie eine Mehrzahlform von <em>Campus</em> benötigen.) Wenn Sie also einen standardsprachlich korrekten Text schreiben möchten, verwenden Sie, wie gesagt, einfach <em>die Campus</em>. Sie können tatsächlich auch auf eine andere Formulierung ausweichen und hier zum Beispiel „und auf hunderten von Universitätsgeländen“ oder einfach „und an hunderten von anderen Universitäten“ schreiben.</p>
<p><em>Campus</em> ist nicht das einzige Wort, das im Plural unveränderlich ist. Im Prinzip gehören die meisten männlichen und sächlichen Wörter, die auf unbetontes <em>-er</em> oder <em>-el</em> enden, auch dazu: <em>die Reiter, die Esel, die Ruder, die Übel</em>. Diese Wörter bilden allerdings eine große Gruppe, deren Pluralformen zu häufig vorkommen, als dass uns ihre Unveränderlichkeit in irgendeiner Weise erstaunen würde. Außerdem sind sie nicht völlig unveränderlich, denn im Genitiv Singular haben sie ein<em> s</em> und im Dativ Plural ein<em> n</em>. Wörter mit einer anderen Form haben meistens Pluralformen, die durch eine Endung (oder einen Umlaut) markiert sind. Deshalb sieht <em>die Campus </em>so ungewohnt aus, dass man lieber eine markierte Pluralform einsetzen würde. Hier bietet sich in Anlehnung an zum Beispiel <em>Kaktusse, Globusse </em>und <em>Atlasse</em> am ehesten <em>Campusse</em> an. Diese Form ist aber (noch?) nicht akzeptiert, so dass Sie sich dem Risiko aussetzen, dass man Ihnen einen Fehler vorwirft. Die Form <em>Campi</em> würde ich außerhalb eines lateinischen Kontextes (z.B. <em>Campi Elysii</em>) nicht empfehlen.</p>
<p>Beim Wort <em>Status</em> kann man ebenfalls nicht sagen, dass es keinen Plural gebe. Die Pluralformen sind (in der Schrift) einfach unveränderlich: <a href="http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=inflection&amp;input=Status&amp;features=(Cat+N)"><em>der Status/die Status</em></a>. Hier erklärt sich die ungewohnte Pluralform aus der lateinischen Beugung. Andere Beispiele sind <em><a href="http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=inflection&amp;input=Kasus&amp;features=(Cat+N)"><em>der Kasus/die Kasus</em></a></em> und <em><a href="http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=inflection&amp;input=Passus&amp;features=(Cat+N)"><em>der Passus/die Passus</em></a></em>. Auch hier gilt, dass die Pluralformen vielleicht ungewohnt aussehen, aber in dieser Weise korrekt sind:</p>
<blockquote><p>Im Deutschen gibt es vier Kasus.<br />
Einige Passus daraus möchte ich zusammenfassen: &#8230;<br />
die verschiedenen gesellschaftlichen Status</p></blockquote>
<p>Vor allem in nicht fachsprachlichen Texten wird aber auch hier im Plural oft auf andere Wörter ausgewichen:</p>
<blockquote><p>Im Deutschen gibt es vier Fälle.<br />
Einige Passagen daraus möchte ich zusammenfassen: &#8230;<br />
die verschiedenen gesellschaftlichen Stellungen</p></blockquote>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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