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	<title>Fragen Sie Dr. Bopp! &#187; Regionale Unterschiede</title>
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	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
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		<title>Können deutsche Autos gehen?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/05/10/konnen-deutsche-autos-gehen/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 13:50:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>
		<category><![CDATA[Wortwahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Wieso heißt es in Deutschland „Umgehungsstraße“? Bei uns in der Schweiz heißt es „Umfahrungsstraße“. Ein Auto fährt doch – oder geht es doch? Antwort Dass man in Deutschland Umgehungsstraße und nicht Umfahrungsstraße sagt, liegt daran, dass die Deutschen das Wort umgehen in diesem Zusammenhang ein bisschen anders, abstrakter verwenden als die Schweizer und die Österreicher. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Wieso heißt es in Deutschland „Umgehungsstraße“? Bei uns in der Schweiz heißt es „Umfahrungsstraße“. Ein Auto fährt doch – oder geht es doch?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Dass man in Deutschland <em>Umgehungsstraße</em> und nicht <em>Umfahrungsstraße</em> sagt, liegt daran, dass die Deutschen das Wort <em>umgehen</em> in diesem Zusammenhang ein bisschen anders, abstrakter verwenden als die Schweizer und die Österreicher. Mit <em>umgehen</em> kann nicht nur <em>um etwas herumgehen</em>, sondern auch <em>um etwas herumfahren</em> oder um <em>etwas herumverlaufen</em> gemeint sein. Auf gut „Deutschländisch“ kann man deshalb sagen:</p>
<blockquote><p>Wir umgehen die Stadt westlich auf der A 81.<br />
Die Schnellstraße umgeht das Dorf in einem weiten Bogen.</p></blockquote>
<p>Für deutsche Ohren klingt <em>Umgehungsstraße</em> also ganz normal, auch wenn man nicht zu Fuß, sondern im Auto auf ihr unterwegs ist. In der Schweiz und in Österreich versteht man das natürlich auch, man sagt aber:</p>
<blockquote><p>Wir umfahren die Stadt westlich auf der A3.<br />
Die Schnellstraße führt in einem weiten Bogen um das Dorf.</p></blockquote>
<p>Entsprechend heißt es dann nicht <em>Umgehungsstraße</em>, sondern <em>Umfahrungsstraße</em> (oder nach gut schweizerischer Orthografie <em>Umfahrungsstrasse</em>).</p>
<p>In Deutschland können Autos also auch nicht wirklich gehen, aber man kann in ihnen – sofern das Straßennetz es zulässt – einen Ort fahrend umgehen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Regelmässig trennen</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/04/25/regelmaessig-trennen/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 10:20:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>
		<category><![CDATA[Silbentrennung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Sie denken, im Titel einen Fehler entdeckt zu haben, stimmt das nur bedingt.  Es geht heute um eine Frage, die mich hin und wieder aus der Schweiz erreicht. In der schweizerischen Rechtschreibung gibt es das ß (Eszett) ja nicht. Man verwendet immer ss. Manchmal stellt sich dann am Zeilenende die Frage, wie dieses anstelle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Sie denken, im Titel einen Fehler entdeckt zu haben, stimmt das nur bedingt.  Es geht heute um eine Frage, die mich hin und wieder aus der Schweiz erreicht. In der schweizerischen Rechtschreibung gibt es das <em>ß</em> (Eszett) ja nicht. Man verwendet immer<em> ss</em>. Manchmal stellt sich dann am Zeilenende die Frage, wie dieses anstelle von <em>ß</em> verwendete <em>ss </em>zu trennen ist. Wie also trennt man <em>regelmäßig</em>, wenn man <em>regelmässig</em> schreibt?</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Können Sie mir bitte die korrekte Trennung von „regelmässig“ sagen. Im Duden finde ich nur die deutsche Schreibweise.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau W.,</p>
<p>wenn man <em>ss</em> statt <em>ß</em> schreibt, trennt man <em>ss</em> gleich wie andere Doppelkonsonanten:</p>
<blockquote>
<table border="0" cellspacing="2" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td>re-gel-mäs-sig</td>
<td>(re-gel-mä-ßig)</td>
</tr>
<tr>
<td>schweis-sen</td>
<td>(schwei-ßen)</td>
</tr>
<tr>
<td>Straus-sen-fe-der</td>
<td>(Strau-ßen-fe-der)</td>
</tr>
<tr>
<td>gros-se Füs-se</td>
<td>(gro-ße Fü-ße)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>und</p>
<blockquote>
<table border="0" cellspacing="2" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td>schweiss-te</td>
<td>(schweiß-te)</td>
</tr>
<tr>
<td>scheuss-lich</td>
<td>(scheuß-lich)</td>
</tr>
<tr>
<td>Fleiss-ar-beit</td>
<td>(Fleiß-ar-beit)</td>
</tr>
<tr>
<td>klei-ne Füss-chen</td>
<td>(kleine Füß-chen)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Die entsprechende Regel finden Sie <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Trennung/Einfache.html#Anchor-Einfache-11481  ">hier</a> (unter „x, ss und ß“).</p>
<p>Das war früher, das heißt vor der Rechtschreibreform, übrigens anders. Damals war man „offiziell“ gehalten, für <em>ß </em>stehendes<em> ss </em>gemeinsam abzutrennen (<em>re-gel-mä-ssig</em>). Wahrscheinlich haben sich aber nur wenige an diese Regel gehalten – sofern sie überhaupt bekannt war. Die mit der Reform eingeführte Änderung ist kaum jemandem aufgefallen, geschweige denn, dass es zu Protesten gekommen wäre. Man trennt in der Schweiz heute also nicht nur in der Praxis, sondern auch mit offzieller „Genehmigung“ der Rechtschreibregelung <em>re-gel-mäs-sig</em>.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>NS: Leser und Leserinnen, die diese schweizerische Schreibgewohnheit nicht kennen, und sich nun vielleicht fragen, wie man überhaupt ohne <em>ß</em> auskommen kann, verweise ich auf den schon etwas älteren Blogeintrag <a href="http://canoo.net/blog/2008/09/11/die-mase-und-die-masse-in-der-schweiz/">„Die Maße und die Masse in der Schweiz“</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Bürgersteig</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/02/09/der-burgersteig/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/02/09/der-burgersteig/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 13:21:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Reform]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Bürgersteig! Ist diese Bezeichnung für „Gehweg“ heute noch standesgemäß? Während meines Studiums, wurde uns erklärt, diese Definition stamme aus Kaisers Zeiten! Um den Kaiser bei Besuchen, Paraden etc. besser sehen zu können, sollten die Bürger den höher gelegenen Teil der Straße (den Bürgersteig) benutzen! Warum nicht heute generell „Gehweg“? Antwort Sehr geehrter Herr B. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Bürgersteig! Ist diese Bezeichnung für „Gehweg“ heute noch standesgemäß? Während meines Studiums, wurde uns erklärt, diese Definition stamme aus Kaisers Zeiten! Um den Kaiser bei Besuchen, Paraden etc. besser sehen zu können, sollten die Bürger den höher gelegenen Teil der Straße (den Bürgersteig) benutzen! Warum nicht heute generell „Gehweg“?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr B.</p>
<p>am Wort <em>Bürgersteig</em> gibt es eigentlich nicht so viel auszusetzen. Die Erklärung, die man Ihnen während des Studiums gegeben hat, scheint mir nicht wirklich zutreffend zu sein. Bürgersteige gab es schon vor des Kaisers Zeiten. Vielleicht war aber auch einfach allgemein ein Fürst gemeint oder wurden Bürgersteige erst unter kaiserlicher Herrschaft so genannt. Bürgersteige gab es allerdings auch dort, wo keine kaiserlichen oder sonstigen fürstlichen Paraden zu erwarten waren. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie außerdem häufiger <em>Trottoir</em> genannt. Eine andere überzeugende Erklärung muss ich Ihnen aber ehrlich gesagt auch schuldig bleiben. Ich konnte sie in keiner der mir zur Verfügung stehenden Quellen finden. So behauptet jemand, dass der Bürgersteig so heiße, weil nur die gute Bürgerschaft, nicht aber das gewöhnliche Volk ihn benutzen durfte. Bei dieser Erklärung ist die Benutzung des Bürgersteigs also nicht dem niedrigeren Stand, sondern umgekehrt den Höhergestellten vorbehalten.</p>
<p>Die genaue Herkunft des Wortes ist also ungeklärt oder einfach so unspektakulär, dass ich keine Informationen dazu finden konnte. Heute heißt der erhöhte Gehweg für Fußgänger jedenfalls so, ohne dass ein bestimmter sozialer Stand damit verbunden wäre. Ich finde also keinen Grund, weshalb man das Wort <em>Bürgersteig</em> nicht mehr verwenden sollte. (Man könnte sich höchstens Fragen, ob denn Fahrradfahrer, Motorradfahrer und Automobilisten nicht auch Bürger sind. Nicht alle Verkehrsteilnehmer auf Rädern sind schließlich ungehobelte Rüpel und auch unter den Fußgängern gibt es sich eher proletenhaft Benehmende.) Das Wort <em>Bürgersteig</em> ist allerdings nicht überall üblich und manche finden den Begriff etwas veraltet. Deshalb hört man oft eher <em>Gehweg</em>, <em>Gehsteig</em> (SO-Deutschland, Österreich) oder <em>Trottoir</em> (Schweiz).</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Möbel(stück)</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/01/16/das-moebelstueck/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/01/16/das-moebelstueck/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 18:19:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Schreibt man „Ich brauche ein Möbel für mein Telefon“ oder „Ich brauche ein Möbelstück für mein Telefon“? Antwort Sehr geehrte Frau S., das Wort Möbel steht meistens in der Mehrzahl. Es ist aber nicht grundsätzlich falsch, es in der Einzahl zu verwenden (steht zum Beispiel auch in Duden, DWDS, Wahrig, Pons, Canoonet). Je nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Schreibt man „Ich brauche ein Möbel für mein Telefon“ oder „Ich brauche ein Möbelstück für mein Telefon“?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau S.,</p>
<p>das Wort <em>Möbel</em> steht meistens in der Mehrzahl. Es ist aber nicht grundsätzlich falsch, es in der Einzahl zu verwenden (steht zum Beispiel auch in Duden, DWDS, Wahrig, Pons, Canoonet). Je nach Region, Alter, Beruf oder was sonst noch eine Rolle spielen mag, finden wir die Einzahl <em>das Möbel</em> unmöglich, ungewöhnlich oder ganz normal. <em>Möbel</em> ist also – anders als das englische <em>furniture</em> und anders als gelegentlich gesagt wird – nicht ein Wort, das ausschließlich in der Mehrzahl verwendet werden darf.</p>
<p>Daneben wird auch das Wort <em>Möbelstück</em> verwendet, vor allem von denjenigen, die sich nicht mit <em>das Möbel</em> anfreunden können oder wollen. Sie können also beides sagen:</p>
<blockquote><p>Ich brauche ein Möbel für mein Telefon.<br />
Ich brauche ein Möbelstück für mein Telefon.</p></blockquote>
<p>In meinen Ohren klingen allerdings beide Formulierungen etwas ungewöhnlich. Die Einzahl von <em>Möbel</em> ist wohl deshalb wenig gebräuchlich, weil vom winzigen japanischen Lacktischchen bis hin zum kolossalen Bücherschrank aus Eichenholz alles den Namen <em>Möbel</em> trägt. Wenn man einen einzelnen Einrichtungsgegenstand meint, gibt man deshalb meistens genauer an, was gemeint ist. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Im Korridor versperrt ein großer Schrank den Durchgang.<br />
Wann kaufst du endlich ein neues Sofa?<br />
Ich brauche ein Tischchen für mein Telefon</p></blockquote>
<p>Wenn Sie aber noch nicht wissen, welche Art Einrichtungsgegenstand Sie sich anschaffen wollen, können Sie auch von <em>einem Möbel</em> oder <em>einem Möbelstück</em> reden. Dabei steht es Ihnen frei, die Variante zu wählen, die Ihnen weniger ungewöhnlich vorkommt.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Böden, Bögen, Bröte</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/09/24/boden-bogen-brote/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2011/09/24/boden-bogen-brote/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 Sep 2011 15:22:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrzahl]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage In „Allerhand Sprachdummheiten“ bin ich über die Pluralbildung gestolpert: „Bei einer Anzahl von Hauptwörtern wird der Plural jetzt oft mit dem Umlaut gebildet, wo dieser keine Berechtigung hat &#8230; Ärme, Böte, Bröte, Röhre, Täge, Böden, Bögen.“ Bei „Ärme“ und „Bröte“ hab ich ja noch geschmunzelt, aber bei „Böden“ und „Bögen“ fühle ich mich ertappt und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong><br />
In „Allerhand Sprachdummheiten“ bin ich über die Pluralbildung gestolpert:</p>
<blockquote><p>„Bei einer Anzahl von Hauptwörtern wird der Plural jetzt oft mit dem Umlaut gebildet, wo dieser keine Berechtigung hat &#8230; Ärme, Böte, Bröte, Röhre, Täge, Böden, Bögen.“</p></blockquote>
<p>Bei „Ärme“ und „Bröte“ hab ich ja noch geschmunzelt, aber bei „Böden“ und „Bögen“ fühle ich mich ertappt und Google liefert jede Menge Belegstelle für z. B. „Bögen“, „Sportbögen“, „Pfeile und Bögen“ etc. Gibt es eine heute gültige Regel, die das teilweise erlaubt, oder ist das nach wie vor schlicht falsch?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr B.,</p>
<p>in den über hundert Jahren, seit „Allerhand Sprachdummheiten“ von Gustav Wustmann (1844&nbsp;–&nbsp;1910) erschienen ist*, hat sich in der deutschen Sprache einiges getan; auch in diesem Bereich: Während die umgelauteten Mehrzahlformen <em>Ärme</em>, <em>Böte</em>, <em>Bröte</em>, <em>Röhre</em> und <em>Täge</em> standardsprachlich immer noch als falsch gelten, ist <em>die Bögen</em> heute als die „im Süden“ gebräuchliche Variante zu <em>die Bogen</em> akzeptiert. Die Form <em>die Böden</em> hat den nicht umgelauteten Plural <em>die Boden</em> standardsprachlich sogar ganz verdrängt:</p>
<blockquote><p>der Bogen – die Bogen, <em>auch: </em>die Bögen<br />
der Boden – die Böden</p></blockquote>
<p>Eine feste Regel gibt es hier nicht. Entscheidend ist der Gebrauch in der sogenannten Standardsprache. Als Standardsprache gilt – einfach gesagt – die Sprache in der Form, in der sie allgemein akzeptiert im offiziellen und im formelleren Umgang verwendet und auch an Schulen gelehrt wird. Das ist eine recht ungenaue Definition. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass häufiger eine gewisse Uneinigkeit oder Unsicherheit herrscht, welche Formen als standardsprachlich korrekt gelten. So geben einige Wörterbücher bei <em>Kragen</em> auch heute noch nur den Plural <em>die Kragen</em> an (z. B. Wahrig), während andere auch <em>die Krägen</em> als im südlichen deutschen Sprachraum verwendeten Pluralvariante erwähnen (z. B. Duden).</p>
<p>Wenn Sie wissen möchten, was heute als richtiges Deutsch gilt, können Sie also besser in Wörterbüchern und Grammatiken nachschlagen, die etwas jüngeren Datums als „Allerhand Sprachdummheiten“* sind. (<a href="http://www.canoo.net/inflection/Boden">Boden</a>, <a href="http://www.canoo.net/inflection/Bogen&amp;features=(Cat+N)">Bogen</a>). Es ist allerdings immer interessant, ältere Beschreibungen der deutschen Sprache zu lesen. Sie zeigen unter anderem, wie zeitgebunden die Etiketten „richtig“ und „falsch“ sein können.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>* Gustav Wustmann: <em>Allerhand Sprachdummheiten. Kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen und des Häßlichen. Ein Hilfsbuch für alle, die sich öffentlich der deutschen Sprache bedienen</em>. Grunow, Leipzig 1891;<br />
2. erw. Aufl. 1896; 3. erw. Aufl. 1903; 4. erw.. 1908;<br />
Nachdruck der 3. Aufl 2008.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Es hat</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/09/19/es-hat/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Sep 2011 15:06:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Und hier ist sie dann, die schon lange erwartete, berühmte, unvermeidliche Frage nach es hat: Frage Wir diskutieren gerade, ob „es noch Joghurt im Kühlschrank hat“ oder ob „noch Joghurt im Kühlschrank ist“. Genauso: „Es hat hier viele gute Restaurants“ oder „Es gibt hier viele gute Restaurants“. Was ist richtig? Antwort Guten Tag H., grundsätzlich falsch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und hier ist sie dann, die schon lange erwartete, berühmte, unvermeidliche Frage nach <em>es hat</em>:</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Wir diskutieren gerade, ob „es noch Joghurt im Kühlschrank hat“ oder ob „noch Joghurt im Kühlschrank ist“. Genauso: „Es hat hier viele gute Restaurants“ oder „Es gibt hier viele gute Restaurants“. Was ist richtig?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag H.,</p>
<p>grundsätzlich falsch ist keine der beiden Formulierungen.</p>
<blockquote><p>a) Es gibt hier viele gute Restaurants.<br />
b) Es hat hier viele gute Restaurants.</p>
<p>a) Im Kühlschrank ist noch Joghurt.<br />
b) Im Kühlschrank hat es noch Joghurt</p></blockquote>
<p>Welche Formulierung man verwendet, hängt von der Region ab. Nach den mir vorliegenden Informationen verwendet man b) <em>es hat</em> im Südwesten Deutschlands, im Westen Österreichs (Vorarlberg) und in der Schweiz. Es ist also nicht, wie manchmal gesagt wird, ein rein schweizerisches Phänomen. In Deutschland gilt es als regionale, landschaftliche Variante der Standardformulierung a) mit <em>es gibt</em> oder <em>sein</em>. In der Schweiz ist <em>es hat</em> die allgemein übliche und akzeptierte Variante.</p>
<p>Wenn Sie also sagen: „Es hat hier viele gute Restaurants“, verwenden Sie eine regionalsprachliche Variante, mit der Sie, ob Sie es nun wollen oder nicht, augenblicklich Ihre Herkunft aus der südwestlichen Ecke des deutschen Sprachraums zu erkennen geben. In der Schweiz gehört diese Formulierung zum Standard.</p>
<p>Wenn Sie sagen: &#8220;Es gibt hier viele Restaurants&#8221;, verwenden Sie in Deutschland und Österreich die allgemein akzeptierte, standardsprachliche Variante. In der Schweiz hingegen fällt man damit ein wenig auf. Wenn Sie dann auch noch erklären, dass im Kühlschrank noch Joghurt <em>ist</em>, dann outen Sie sich unweigerlich als „Import aus dem großen Nordkanton*“ (oder als „Groschli*“).</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p><sup>*</sup>Übersetzungshilfe für diejenigen, die die Schweiz (noch) nicht so gut kennen: Der große Nordkanton liegt nördlich der Schweiz und ist im Vergleich zu ihr sehr, sehr groß. Ein(e) Groschli kommt von dort, wo <em>es</em> vor den Eurocents Groschen <em>hatte</em>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Bundeswaldinventur</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/06/28/die-bundeswaldinventur/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 21:58:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Hin und wieder fallen mir in den Nachrichten, in einem Zeitungsartikel oder an anderen Orten Wörter und Wendungen auf, die so deutsch sind, dass es sie nur in Deutschland geben kann. Ich meine damit nicht „nur im Deutschen“, sondern tatsächlich „nur in Deutschland“. Ich weiß nicht, woran es liegt, dass gewisse Wörter einfach diese Auswirkung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hin und wieder fallen mir in den Nachrichten, in einem Zeitungsartikel oder an anderen Orten Wörter und Wendungen auf, die so deutsch sind, dass es sie nur in Deutschland geben kann. Ich meine damit nicht „nur im Deutschen“, sondern tatsächlich „nur in Deutschland“. Ich weiß nicht, woran es liegt, dass gewisse Wörter einfach diese Auswirkung auf mich haben. Einer meiner Spitzenreiter ist nach wie vor die Aufforderung <em>Tropfmengen sind sofort aufzunehmen</em>, mit der man an bundesdeutschen Zapfsäulen konfrontiert werden kann. Gestern war es das Wort <em>Bundeswaldinventur</em>. Es ist weder neu (es soll bereits die dritte <a href="http://www.bundeswaldinventur.de/">Bundeswaldinventur</a> sein), noch kommt <em>Waldinventur</em> nur in Deutschland vor. In der Schweiz nennt man es einfach <em>Waldinventur</em> und fügt, wenn nötig, ein <em>schweizerische</em> davor. Ähnliches gilt für Österreich, dort natürlich mit dem Adjektiv <em>österreichische</em>. Die Zusammensetzung <em>Bundeswaldinventur</em> kann einfach nur deutsch(ländisch) sein, und das liegt nicht nur daran, dass Deutschland nun einmal eine <em>Bundes</em>republik ist. Es geht vor allem um die „Präzision des Ausdrucks“, die das Wort ausstrahlt.</p>
<p>Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich weiß, dass es in allen Regionen typische, andernorts eher sonderbar wirkende Wörter und Wendungen gibt. <em>Vive la différence!</em> Ich weiß auch, dass es meist mehr oder weniger gute Gründe gibt, weshalb ein Wort so zusammengesetzt ist, wie es das ist. Ich meine auch nicht, dass das Wort im Titel falsch, schlecht oder lächerlich sei. Ich will nur sagen, dass mir gestern <em>Bundeswaldinventur</em> als durch und durch bundesdeutsches Wort aufgefallen ist.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Hähbät Bähgä</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/02/27/herbert/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2011/02/27/herbert/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 27 Feb 2011 16:17:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aussprache]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=4420</guid>
		<description><![CDATA[Soeben hörte ich jemanden „Extremdeutsch“ sprechen. Er sagte etwas, dass ich ungefähr so aufschreiben würde: Eä heißt Hähbät Bähgä. Gemeint war: Er heißt Herbert Berger. In die gleiche Reihe gehören Aussprachen wie: eeählich (ehrlich) hähtä (härter) Fahbe (die Farbe) a la kaaht (à la carte) Nun ist es so, dass das r in vielen Regionen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Soeben hörte ich jemanden „Extremdeutsch“ sprechen. Er sagte etwas, dass ich ungefähr so aufschreiben würde:</p>
<blockquote><p>Eä heißt Hähbät Bähgä.</p></blockquote>
<p>Gemeint war:</p>
<blockquote><p>Er heißt Herbert Berger.</p></blockquote>
<p>In die gleiche Reihe gehören Aussprachen wie:</p>
<blockquote><p>eeählich (ehrlich)<br />
hähtä (härter)<br />
Fahbe (die Farbe)<br />
a la kaaht (à la carte)</p></blockquote>
<p>Nun ist es so, dass das r in vielen Regionen nicht „rollend“ gesprochen wird und das rollende r entsprechend im Standarddeutschen fast nicht (mehr) üblich ist, aber man kann alles übertreiben! Das sollten sich <em>Hähbät</em>-Sager und <em>Gähda-</em>Sagerinnen überlegen, bevor sie die Aussprache anderer kritisieren oder belächeln. Es sind nämlich häufig solche extremen „r‑Vokalisierer“, die meinen, eine besonders gute Standardaussprache zu haben.</p>
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		<title>Eierschwammerln</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Oct 2010 10:13:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Variation in der deutschen Sprache gefällt mir immer. Deshalb war ich froh über die folgende Frage von Frau M., dank der ich etwas Neues gelernt habe. In Österreich möge man mir meine bisherige Unwissenheit verzeihen. Frage Was ich nirgendwo finde: Österreichische Begriffe mit der Endung -erl (zum Beispiel Eierschwammerl), wie werden die dekliniert? Antwort Sehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Variation in der deutschen Sprache gefällt mir immer. Deshalb war ich froh über die folgende Frage von Frau M., dank der ich etwas Neues gelernt habe. In Österreich möge man mir meine bisherige Unwissenheit verzeihen.</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Was ich nirgendwo finde: Österreichische Begriffe mit der Endung <em>-erl</em> (zum Beispiel <em>Eierschwammerl</em>), wie werden die dekliniert?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau M.,</p>
<p>österreichische Wörter mit der Endung <em>-erl</em> haben im Genitiv Singular die Endung -s und im Plural die Endung -n. Es heißt also:</p>
<blockquote><p>das Eierschwammerl<br />
dem Eierschwammerl<br />
des Eierschwammerls</p>
<p>die Eierschwammerln<br />
den Eierschwammerln<br />
der Eierschwammerln</p></blockquote>
<p>Daneben gibt es bei „Österreichunkundigen“, die sich trotzdem österreichischer Begriffe bedienen, auch die endungslosen Mehrzahlformen <em>die Eierschwammerl</em> und <em>der Eierschwammerl</em>.</p>
<p>Das Wort <em>Einerschwammerl</em> finden Sie leider noch nicht im Canoonet-Wörterbuch. Sehen Sie aber zum Beispiel <em><a href="http://www.canoo.net/inflection/Nockerl">Nockerl</a> </em>und<em> <a href="http://www.canoo.net/inflection/schmankerl">Schmankerl</a></em>.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>Anmerkung: Ein Eierschwammerl ist übrigens kein eiförmiger Badeschwamm, sondern ein Pfifferling. Diesen kleinen, gelben, schmackhaften Pilz, den ich unbedingt wieder einmal essen muss, bevor die Saison zu Ende geht, nennt man vor allem in südlicheren Gefilden auch Eierschwamm.</p>
<p><a href="http://canoo.net/blog/wp-content/uploads/2010/10/Eierschwamm.jpg"><img class="size-full wp-image-3436 alignnone" title="Eierschwamm" src="http://canoo.net/blog/wp-content/uploads/2010/10/Eierschwamm.jpg" alt="" width="88" height="108" /></a></p>
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		<title>Schläger, Schlägel und Schlegel</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/09/28/schlaeger-schlaegel-und-schlegel/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Sep 2010 10:28:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Schlegel und Schläger? Sagt man Trommelschlegel oder Trommelschläger oder &#8230;? Antwort Guten Tag E., man schreibt diese Wörter heute mit ä, weil sie von schlagen abgeleitet sind. Danach hilft einem aber die Logik nicht mehr viel weiter. Ein Schläger ist: ein Sportgerät, mit dem man einen Ball, Puck o. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Was ist eigentlich der Unterschied zwischen <em>Schlegel</em> und <em>Schläger</em>? Sagt man <em>Trommelschlegel</em> oder <em>Trommelschläger</em> oder &#8230;?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag E.,</p>
<p>man schreibt diese Wörter heute mit ä, <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Amtlich/LautBuchst/pgf13-15.html#pgf13">weil</a> sie von <em>schlagen</em> abgeleitet sind. Danach hilft einem aber die Logik nicht mehr viel weiter.</p>
<p>Ein Schläger ist:</p>
<ul>
<li>ein Sportgerät, mit dem man einen Ball, Puck o. Ä. schlägt (<em>Tennisschläger, Golfschläger, Hockeyschläger, Baseballschläger</em> usw.)</li>
<li>ein unangenehmer Mensch, der oft Streit hat und seinen Standpunkt dann prügelnderweise deutlich zu machen versucht</li>
</ul>
<p>Ein Schlägel ist:</p>
<ul>
<li>ein schwerer Bergmannshammer</li>
<li>ein Art schwerer Holzhammer</li>
<li>ein Holzstab bei Schlaginstrumenten (<em>Trommelschlägel</em> u. a.)</li>
</ul>
<p>Vor allem im südlichen deutschen Sprachraum gibt es daneben noch das Wort <em>Schlegel</em>.</p>
<p>Ein Schlegel ist:</p>
<ul>
<li>eine Tierkeule, die man brät und als Nichtvegetarier auch aufisst (<em>Hühnerschlegel, Lammschlegel, Rehschlegel</em> usw.)</li>
</ul>
<p>Warum dieser <em>Schlegel</em> mit e geschrieben wird, ist mir nur teilweise klar. Das Wort kommt ursprünglich nämlich auch von <em>schlagen</em> (nach der Form der Keule). Das ist aber offenbar schon so lange her, dass dieser Zusammenhang nicht mehr (genügend) ersichtlich ist, sodass man <em>Schlegel</em> wie ein nicht abgeleitetes Wort behandelt und entsprechend mit e schreibt.</p>
<p>Kurz zusammengefasst: Beim Sport schlägt man den Ball oder den Puck mit einem Schläger, auf ein Musikinstrument haut man mit einem Schlägel und bei Obelix macht man sich mit einem Schlegel (am besten vom Wildschwein) besonders beliebt.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
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