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	<title>Fragen Sie Dr. Bopp! &#187; Regionale Unterschiede</title>
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	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
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		<title>Das Möbel(stück)</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 18:19:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Schreibt man „Ich brauche ein Möbel für mein Telefon“ oder „Ich brauche ein Möbelstück für mein Telefon“? Antwort Sehr geehrte Frau S., das Wort Möbel steht meistens in der Mehrzahl. Es ist aber nicht grundsätzlich falsch, es in der Einzahl zu verwenden (steht zum Beispiel auch in Duden, DWDS, Wahrig, Pons, Canoonet). Je nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Schreibt man „Ich brauche ein Möbel für mein Telefon“ oder „Ich brauche ein Möbelstück für mein Telefon“?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau S.,</p>
<p>das Wort <em>Möbel</em> steht meistens in der Mehrzahl. Es ist aber nicht grundsätzlich falsch, es in der Einzahl zu verwenden (steht zum Beispiel auch in Duden, DWDS, Wahrig, Pons, Canoonet). Je nach Region, Alter, Beruf oder was sonst noch eine Rolle spielen mag, finden wir die Einzahl <em>das Möbel</em> unmöglich, ungewöhnlich oder ganz normal. <em>Möbel</em> ist also – anders als das englische <em>furniture</em> und anders als gelegentlich gesagt wird – nicht ein Wort, das ausschließlich in der Mehrzahl verwendet werden darf.</p>
<p>Daneben wird auch das Wort <em>Möbelstück</em> verwendet, vor allem von denjenigen, die sich nicht mit <em>das Möbel</em> anfreunden können oder wollen. Sie können also beides sagen:</p>
<blockquote><p>Ich brauche ein Möbel für mein Telefon.<br />
Ich brauche ein Möbelstück für mein Telefon.</p></blockquote>
<p>In meinen Ohren klingen allerdings beide Formulierungen etwas ungewöhnlich. Die Einzahl von <em>Möbel</em> ist wohl deshalb wenig gebräuchlich, weil vom winzigen japanischen Lacktischchen bis hin zum kolossalen Bücherschrank aus Eichenholz alles den Namen <em>Möbel</em> trägt. Wenn man einen einzelnen Einrichtungsgegenstand meint, gibt man deshalb meistens genauer an, was gemeint ist. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Im Korridor versperrt ein großer Schrank den Durchgang.<br />
Wann kaufst du endlich ein neues Sofa?<br />
Ich brauche ein Tischchen für mein Telefon</p></blockquote>
<p>Wenn Sie aber noch nicht wissen, welche Art Einrichtungsgegenstand Sie sich anschaffen wollen, können Sie auch von <em>einem Möbel</em> oder <em>einem Möbelstück</em> reden. Dabei steht es Ihnen frei, die Variante zu wählen, die Ihnen weniger ungewöhnlich vorkommt.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Böden, Bögen, Bröte</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/09/24/boden-bogen-brote/</link>
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		<pubDate>Sat, 24 Sep 2011 15:22:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrzahl]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage In „Allerhand Sprachdummheiten“ bin ich über die Pluralbildung gestolpert: „Bei einer Anzahl von Hauptwörtern wird der Plural jetzt oft mit dem Umlaut gebildet, wo dieser keine Berechtigung hat &#8230; Ärme, Böte, Bröte, Röhre, Täge, Böden, Bögen.“ Bei „Ärme“ und „Bröte“ hab ich ja noch geschmunzelt, aber bei „Böden“ und „Bögen“ fühle ich mich ertappt und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong><br />
In „Allerhand Sprachdummheiten“ bin ich über die Pluralbildung gestolpert:</p>
<blockquote><p>„Bei einer Anzahl von Hauptwörtern wird der Plural jetzt oft mit dem Umlaut gebildet, wo dieser keine Berechtigung hat &#8230; Ärme, Böte, Bröte, Röhre, Täge, Böden, Bögen.“</p></blockquote>
<p>Bei „Ärme“ und „Bröte“ hab ich ja noch geschmunzelt, aber bei „Böden“ und „Bögen“ fühle ich mich ertappt und Google liefert jede Menge Belegstelle für z. B. „Bögen“, „Sportbögen“, „Pfeile und Bögen“ etc. Gibt es eine heute gültige Regel, die das teilweise erlaubt, oder ist das nach wie vor schlicht falsch?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr B.,</p>
<p>in den über hundert Jahren, seit „Allerhand Sprachdummheiten“ von Gustav Wustmann (1844&nbsp;–&nbsp;1910) erschienen ist*, hat sich in der deutschen Sprache einiges getan; auch in diesem Bereich: Während die umgelauteten Mehrzahlformen <em>Ärme</em>, <em>Böte</em>, <em>Bröte</em>, <em>Röhre</em> und <em>Täge</em> standardsprachlich immer noch als falsch gelten, ist <em>die Bögen</em> heute als die „im Süden“ gebräuchliche Variante zu <em>die Bogen</em> akzeptiert. Die Form <em>die Böden</em> hat den nicht umgelauteten Plural <em>die Boden</em> standardsprachlich sogar ganz verdrängt:</p>
<blockquote><p>der Bogen – die Bogen, <em>auch: </em>die Bögen<br />
der Boden – die Böden</p></blockquote>
<p>Eine feste Regel gibt es hier nicht. Entscheidend ist der Gebrauch in der sogenannten Standardsprache. Als Standardsprache gilt – einfach gesagt – die Sprache in der Form, in der sie allgemein akzeptiert im offiziellen und im formelleren Umgang verwendet und auch an Schulen gelehrt wird. Das ist eine recht ungenaue Definition. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass häufiger eine gewisse Uneinigkeit oder Unsicherheit herrscht, welche Formen als standardsprachlich korrekt gelten. So geben einige Wörterbücher bei <em>Kragen</em> auch heute noch nur den Plural <em>die Kragen</em> an (z. B. Wahrig), während andere auch <em>die Krägen</em> als im südlichen deutschen Sprachraum verwendeten Pluralvariante erwähnen (z. B. Duden).</p>
<p>Wenn Sie wissen möchten, was heute als richtiges Deutsch gilt, können Sie also besser in Wörterbüchern und Grammatiken nachschlagen, die etwas jüngeren Datums als „Allerhand Sprachdummheiten“* sind. (<a href="http://www.canoo.net/inflection/Boden">Boden</a>, <a href="http://www.canoo.net/inflection/Bogen&amp;features=(Cat+N)">Bogen</a>). Es ist allerdings immer interessant, ältere Beschreibungen der deutschen Sprache zu lesen. Sie zeigen unter anderem, wie zeitgebunden die Etiketten „richtig“ und „falsch“ sein können.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>* Gustav Wustmann: <em>Allerhand Sprachdummheiten. Kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen und des Häßlichen. Ein Hilfsbuch für alle, die sich öffentlich der deutschen Sprache bedienen</em>. Grunow, Leipzig 1891;<br />
2. erw. Aufl. 1896; 3. erw. Aufl. 1903; 4. erw.. 1908;<br />
Nachdruck der 3. Aufl 2008.</p>
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		<title>Es hat</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/09/19/es-hat/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Sep 2011 15:06:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Und hier ist sie dann, die schon lange erwartete, berühmte, unvermeidliche Frage nach es hat: Frage Wir diskutieren gerade, ob „es noch Joghurt im Kühlschrank hat“ oder ob „noch Joghurt im Kühlschrank ist“. Genauso: „Es hat hier viele gute Restaurants“ oder „Es gibt hier viele gute Restaurants“. Was ist richtig? Antwort Guten Tag H., grundsätzlich falsch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und hier ist sie dann, die schon lange erwartete, berühmte, unvermeidliche Frage nach <em>es hat</em>:</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Wir diskutieren gerade, ob „es noch Joghurt im Kühlschrank hat“ oder ob „noch Joghurt im Kühlschrank ist“. Genauso: „Es hat hier viele gute Restaurants“ oder „Es gibt hier viele gute Restaurants“. Was ist richtig?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag H.,</p>
<p>grundsätzlich falsch ist keine der beiden Formulierungen.</p>
<blockquote><p>a) Es gibt hier viele gute Restaurants.<br />
b) Es hat hier viele gute Restaurants.</p>
<p>a) Im Kühlschrank ist noch Joghurt.<br />
b) Im Kühlschrank hat es noch Joghurt</p></blockquote>
<p>Welche Formulierung man verwendet, hängt von der Region ab. Nach den mir vorliegenden Informationen verwendet man b) <em>es hat</em> im Südwesten Deutschlands, im Westen Österreichs (Vorarlberg) und in der Schweiz. Es ist also nicht, wie manchmal gesagt wird, ein rein schweizerisches Phänomen. In Deutschland gilt es als regionale, landschaftliche Variante der Standardformulierung a) mit <em>es gibt</em> oder <em>sein</em>. In der Schweiz ist <em>es hat</em> die allgemein übliche und akzeptierte Variante.</p>
<p>Wenn Sie also sagen: „Es hat hier viele gute Restaurants“, verwenden Sie eine regionalsprachliche Variante, mit der Sie, ob Sie es nun wollen oder nicht, augenblicklich Ihre Herkunft aus der südwestlichen Ecke des deutschen Sprachraums zu erkennen geben. In der Schweiz gehört diese Formulierung zum Standard.</p>
<p>Wenn Sie sagen: &#8220;Es gibt hier viele Restaurants&#8221;, verwenden Sie in Deutschland und Österreich die allgemein akzeptierte, standardsprachliche Variante. In der Schweiz hingegen fällt man damit ein wenig auf. Wenn Sie dann auch noch erklären, dass im Kühlschrank noch Joghurt <em>ist</em>, dann outen Sie sich unweigerlich als „Import aus dem großen Nordkanton*“ (oder als „Groschli*“).</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p><sup>*</sup>Übersetzungshilfe für diejenigen, die die Schweiz (noch) nicht so gut kennen: Der große Nordkanton liegt nördlich der Schweiz und ist im Vergleich zu ihr sehr, sehr groß. Ein(e) Groschli kommt von dort, wo <em>es</em> vor den Eurocents Groschen <em>hatte</em>.</p>
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		<title>Die Bundeswaldinventur</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/06/28/die-bundeswaldinventur/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 21:58:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Hin und wieder fallen mir in den Nachrichten, in einem Zeitungsartikel oder an anderen Orten Wörter und Wendungen auf, die so deutsch sind, dass es sie nur in Deutschland geben kann. Ich meine damit nicht „nur im Deutschen“, sondern tatsächlich „nur in Deutschland“. Ich weiß nicht, woran es liegt, dass gewisse Wörter einfach diese Auswirkung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hin und wieder fallen mir in den Nachrichten, in einem Zeitungsartikel oder an anderen Orten Wörter und Wendungen auf, die so deutsch sind, dass es sie nur in Deutschland geben kann. Ich meine damit nicht „nur im Deutschen“, sondern tatsächlich „nur in Deutschland“. Ich weiß nicht, woran es liegt, dass gewisse Wörter einfach diese Auswirkung auf mich haben. Einer meiner Spitzenreiter ist nach wie vor die Aufforderung <em>Tropfmengen sind sofort aufzunehmen</em>, mit der man an bundesdeutschen Zapfsäulen konfrontiert werden kann. Gestern war es das Wort <em>Bundeswaldinventur</em>. Es ist weder neu (es soll bereits die dritte <a href="http://www.bundeswaldinventur.de/">Bundeswaldinventur</a> sein), noch kommt <em>Waldinventur</em> nur in Deutschland vor. In der Schweiz nennt man es einfach <em>Waldinventur</em> und fügt, wenn nötig, ein <em>schweizerische</em> davor. Ähnliches gilt für Österreich, dort natürlich mit dem Adjektiv <em>österreichische</em>. Die Zusammensetzung <em>Bundeswaldinventur</em> kann einfach nur deutsch(ländisch) sein, und das liegt nicht nur daran, dass Deutschland nun einmal eine <em>Bundes</em>republik ist. Es geht vor allem um die „Präzision des Ausdrucks“, die das Wort ausstrahlt.</p>
<p>Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich weiß, dass es in allen Regionen typische, andernorts eher sonderbar wirkende Wörter und Wendungen gibt. <em>Vive la différence!</em> Ich weiß auch, dass es meist mehr oder weniger gute Gründe gibt, weshalb ein Wort so zusammengesetzt ist, wie es das ist. Ich meine auch nicht, dass das Wort im Titel falsch, schlecht oder lächerlich sei. Ich will nur sagen, dass mir gestern <em>Bundeswaldinventur</em> als durch und durch bundesdeutsches Wort aufgefallen ist.</p>
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		<title>Hähbät Bähgä</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/02/27/herbert/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Feb 2011 16:17:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aussprache]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Soeben hörte ich jemanden „Extremdeutsch“ sprechen. Er sagte etwas, dass ich ungefähr so aufschreiben würde: Eä heißt Hähbät Bähgä. Gemeint war: Er heißt Herbert Berger. In die gleiche Reihe gehören Aussprachen wie: eeählich (ehrlich) hähtä (härter) Fahbe (die Farbe) a la kaaht (à la carte) Nun ist es so, dass das r in vielen Regionen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Soeben hörte ich jemanden „Extremdeutsch“ sprechen. Er sagte etwas, dass ich ungefähr so aufschreiben würde:</p>
<blockquote><p>Eä heißt Hähbät Bähgä.</p></blockquote>
<p>Gemeint war:</p>
<blockquote><p>Er heißt Herbert Berger.</p></blockquote>
<p>In die gleiche Reihe gehören Aussprachen wie:</p>
<blockquote><p>eeählich (ehrlich)<br />
hähtä (härter)<br />
Fahbe (die Farbe)<br />
a la kaaht (à la carte)</p></blockquote>
<p>Nun ist es so, dass das r in vielen Regionen nicht „rollend“ gesprochen wird und das rollende r entsprechend im Standarddeutschen fast nicht (mehr) üblich ist, aber man kann alles übertreiben! Das sollten sich <em>Hähbät</em>-Sager und <em>Gähda-</em>Sagerinnen überlegen, bevor sie die Aussprache anderer kritisieren oder belächeln. Es sind nämlich häufig solche extremen „r‑Vokalisierer“, die meinen, eine besonders gute Standardaussprache zu haben.</p>
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		</item>
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		<title>Eierschwammerln</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/10/05/eierschwammerln/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Oct 2010 10:13:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Variation in der deutschen Sprache gefällt mir immer. Deshalb war ich froh über die folgende Frage von Frau M., dank der ich etwas Neues gelernt habe. In Österreich möge man mir meine bisherige Unwissenheit verzeihen. Frage Was ich nirgendwo finde: Österreichische Begriffe mit der Endung -erl (zum Beispiel Eierschwammerl), wie werden die dekliniert? Antwort Sehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Variation in der deutschen Sprache gefällt mir immer. Deshalb war ich froh über die folgende Frage von Frau M., dank der ich etwas Neues gelernt habe. In Österreich möge man mir meine bisherige Unwissenheit verzeihen.</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Was ich nirgendwo finde: Österreichische Begriffe mit der Endung <em>-erl</em> (zum Beispiel <em>Eierschwammerl</em>), wie werden die dekliniert?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau M.,</p>
<p>österreichische Wörter mit der Endung <em>-erl</em> haben im Genitiv Singular die Endung -s und im Plural die Endung -n. Es heißt also:</p>
<blockquote><p>das Eierschwammerl<br />
dem Eierschwammerl<br />
des Eierschwammerls</p>
<p>die Eierschwammerln<br />
den Eierschwammerln<br />
der Eierschwammerln</p></blockquote>
<p>Daneben gibt es bei „Österreichunkundigen“, die sich trotzdem österreichischer Begriffe bedienen, auch die endungslosen Mehrzahlformen <em>die Eierschwammerl</em> und <em>der Eierschwammerl</em>.</p>
<p>Das Wort <em>Einerschwammerl</em> finden Sie leider noch nicht im Canoonet-Wörterbuch. Sehen Sie aber zum Beispiel <em><a href="http://www.canoo.net/inflection/Nockerl">Nockerl</a> </em>und<em> <a href="http://www.canoo.net/inflection/schmankerl">Schmankerl</a></em>.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>Anmerkung: Ein Eierschwammerl ist übrigens kein eiförmiger Badeschwamm, sondern ein Pfifferling. Diesen kleinen, gelben, schmackhaften Pilz, den ich unbedingt wieder einmal essen muss, bevor die Saison zu Ende geht, nennt man vor allem in südlicheren Gefilden auch Eierschwamm.</p>
<p><a href="http://canoo.net/blog/wp-content/uploads/2010/10/Eierschwamm.jpg"><img class="size-full wp-image-3436 alignnone" title="Eierschwamm" src="http://canoo.net/blog/wp-content/uploads/2010/10/Eierschwamm.jpg" alt="" width="88" height="108" /></a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Schläger, Schlägel und Schlegel</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/09/28/schlaeger-schlaegel-und-schlegel/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Sep 2010 10:28:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Schlegel und Schläger? Sagt man Trommelschlegel oder Trommelschläger oder &#8230;? Antwort Guten Tag E., man schreibt diese Wörter heute mit ä, weil sie von schlagen abgeleitet sind. Danach hilft einem aber die Logik nicht mehr viel weiter. Ein Schläger ist: ein Sportgerät, mit dem man einen Ball, Puck o. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Was ist eigentlich der Unterschied zwischen <em>Schlegel</em> und <em>Schläger</em>? Sagt man <em>Trommelschlegel</em> oder <em>Trommelschläger</em> oder &#8230;?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag E.,</p>
<p>man schreibt diese Wörter heute mit ä, <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Amtlich/LautBuchst/pgf13-15.html#pgf13">weil</a> sie von <em>schlagen</em> abgeleitet sind. Danach hilft einem aber die Logik nicht mehr viel weiter.</p>
<p>Ein Schläger ist:</p>
<ul>
<li>ein Sportgerät, mit dem man einen Ball, Puck o. Ä. schlägt (<em>Tennisschläger, Golfschläger, Hockeyschläger, Baseballschläger</em> usw.)</li>
<li>ein unangenehmer Mensch, der oft Streit hat und seinen Standpunkt dann prügelnderweise deutlich zu machen versucht</li>
</ul>
<p>Ein Schlägel ist:</p>
<ul>
<li>ein schwerer Bergmannshammer</li>
<li>ein Art schwerer Holzhammer</li>
<li>ein Holzstab bei Schlaginstrumenten (<em>Trommelschlägel</em> u. a.)</li>
</ul>
<p>Vor allem im südlichen deutschen Sprachraum gibt es daneben noch das Wort <em>Schlegel</em>.</p>
<p>Ein Schlegel ist:</p>
<ul>
<li>eine Tierkeule, die man brät und als Nichtvegetarier auch aufisst (<em>Hühnerschlegel, Lammschlegel, Rehschlegel</em> usw.)</li>
</ul>
<p>Warum dieser <em>Schlegel</em> mit e geschrieben wird, ist mir nur teilweise klar. Das Wort kommt ursprünglich nämlich auch von <em>schlagen</em> (nach der Form der Keule). Das ist aber offenbar schon so lange her, dass dieser Zusammenhang nicht mehr (genügend) ersichtlich ist, sodass man <em>Schlegel</em> wie ein nicht abgeleitetes Wort behandelt und entsprechend mit e schreibt.</p>
<p>Kurz zusammengefasst: Beim Sport schlägt man den Ball oder den Puck mit einem Schläger, auf ein Musikinstrument haut man mit einem Schlägel und bei Obelix macht man sich mit einem Schlegel (am besten vom Wildschwein) besonders beliebt.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Bundeswehr, das Bundesheer und die Armee</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/08/25/die-bundeswehr-das-bundesheer-und-die-armee/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2010/08/25/die-bundeswehr-das-bundesheer-und-die-armee/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 12:40:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus mehr oder weniger aktuellem Anlass bin ich wieder einmal über die unterschiedliche Benennung von Behörden, Instanzen usw. in den deutschsprachigen Ländern gestolpert. Früher hatte man einfach eine Söldnertruppe, die direkt vom Monarchen oder, wenn der nicht selbst „kriegen“ wollte, von einem Heeresleiter oder General geleitet wurde. Andernorts stellten sich bewaffnete Bürgertruppen den Belagerern ihrer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus mehr oder weniger aktuellem Anlass bin ich wieder einmal über die unterschiedliche Benennung von Behörden, Instanzen usw. in den deutschsprachigen Ländern gestolpert. Früher hatte man einfach eine Söldnertruppe, die direkt vom Monarchen oder, wenn der nicht selbst „kriegen“ wollte, von einem Heeresleiter oder General geleitet wurde. Andernorts stellten sich bewaffnete Bürgertruppen den Belagerern ihrer Stadt entgegen.** Heute ist alles viel komplizierter; auch die Namensgebung.</p>
<p>Wenn in Deutschland davon die Rede ist, die <em>Wehrpflicht</em> auszusetzen und die <em>Bundeswehr</em> zu verkleinern, müsste man in einer auf die österreichischen Verhältnisse übertragenen „Übersetzung“ die Bezeichnungen <em>Wehrpflicht</em> und <em>Bundesheer</em> verwenden und auf gut Schweizerisch von <em>Militärdienstpflicht</em> und <em>Armee</em> sprechen.</p>
<p>In Deutschland und in Österreich besteht die <em>Wehrpflicht</em>, die als <em>Wehrdienst</em> oder als <em>Zivildienst</em> geleistet werden kann. In der Schweiz gibt es dafür die <em>Militärdienstpflicht</em>, die als <em>Militärdienst</em> oder als <em>Zivildienst</em> geleistet werden kann. Weitere Unterschiede gibt es bei den offiziellen Namen der Streitkräfte und der Instanz, in deren Verantwortungsbereich sie fallen:</p>
<p>Deutschland:</p>
<ul>
<li>Bundeswehr</li>
<li>Bundesministerium der Verteidigung</li>
<li>Bundesminister der Verteidigung (Karl-Theodor zu Guttenberg)</li>
</ul>
<p>Österreich:</p>
<ul>
<li>Bundesheer</li>
<li>Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport (BMLVS)</li>
<li>Bundesminister für Landesverteidigung und Sport (Norbert Darabos)</li>
</ul>
<p>Schweiz:</p>
<ul>
<li>Schweizer Armee (<em>Armée suisse, Esercito svizzero, Armada svizra</em>)</li>
<li>Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).</li>
<li>Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (Ueli Maurer)</li>
</ul>
<p>Das war natürlich noch nicht das ganze deutsche Sprachgebiet: In der Luxemburger Armee ist der <em>Militärdienst</em> freiwillig, in der belgischen und der italienischen Armee ist der <em>Wehrdienst</em> nicht mehr obligatorisch und Liechtenstein hat keine Streitkräfte. Erst jetzt ist die Liste der Länder, in denen Deutsch Amtssprache ist, vollständig.</p>
<p>Wie bei den Lottozahlen gilt hier übrigens: alle Angaben ohne Gewähr. Es ist nämlich nicht unwahrscheinlich, dass alles eigentlich viel komplexer ist.</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>** Historiker und historisch Interessierte bitte ich für diese Vereinfachung um Entschuldigung. Es gab auch früher schon verschiedene, zum Teil sehr komplexe Heeresstrukturen wie zum Beispiel der durch und durch organisierte militärische Apparat des alten Roms.</p>
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		<title>Was tun Sprachexperten auf der Stör?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/08/15/was-tun-sprachexperten-auf-der-stoer/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2010 15:01:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbedeutung]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Ich habe gerade einen Artikel mit der Überschrift „Sprachexperten auf der Stör“ gelesen. Kennen Sie diesen Ausdruck? Ist er eher regional? Antwort Sehr geehrte Frau W., den Ausdruck auf (der) Stör sein resp. auf (die) Stör gehen kenne ich. Nach den Angaben der Wörterbücher war und ist [?] er in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage<br />
</strong><br />
Ich habe gerade einen Artikel mit der Überschrift „Sprachexperten auf der Stör“ gelesen. Kennen Sie diesen Ausdruck? Ist er eher regional?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau W.,</p>
<p>den Ausdruck <em>auf (der) Stör sein</em> resp. <em>auf (die) Stör gehen</em> kenne ich. Nach den Angaben der Wörterbücher war und ist [?] er in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz üblich. Ob man in weiter nördlich auch kennt und versteht, kann ich von hier aus leider so schnell  nicht beurteilen. Ich vermute aber, dass dem eher nicht so ist. Dort denkt man bei<em> auf der Stör</em> wohl eher an den Fluss <em>die Stör</em> (ein Nebenfluss der Elbe) und wundert sich dann, was ein Sprachexperte dort außer Bötchenfahren und Angeln zu tun haben soll. Gemeint ist im Artikel aber, dass Sprachexperten direkt beim Kunden tätig sind.</p>
<p>Auf  Stör gingen früher Handwerker, wenn <span style="text-decoration: line-through;">Sie</span> sie anstatt in <span style="text-decoration: line-through;">Ihrer</span> ihrer Werkstatt beim Kunden zu Hause arbeiteten. Das verstieß eigentlich gegen die Zunftordnung. Es war ursprünglich eine Störung der Zunftordnung. <em>Die Stör</em> ist also eine Ableitung von <em>stören</em>. Ganz sicher ist dass allerdings nicht, denn – wie könnte es anders sein – es gibt auch andere Erklärungen für die Herkunft dieses Wortes.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
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		<title>Die Struktur der Hundekotaufnahmepflicht</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2010/06/26/die-struktur-der-hundekotaufnahmepflicht/</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 12:40:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wortbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Regionale Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich nach Hause kam, lag in der kleinen öffentlichen Grünanlage vor unserem Haus schon wieder so ein brauner, fliegenumschwärmter Haufen; ganz am Rand, auf etwas mehr als zweieinhalb Meter Abstand von der Haustür. Seit ungefähr zwei, drei Wochen hat sich ein Hundebesitzer diese Stelle ausgesucht, um seinen Hund ab und zu –&#160;pardonnez le mot&#160;– [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich nach Hause kam, lag in der kleinen öffentlichen Grünanlage vor unserem Haus schon wieder so ein brauner, fliegenumschwärmter Haufen; ganz am Rand, auf etwas mehr als zweieinhalb Meter Abstand von der Haustür. Seit ungefähr zwei, drei Wochen hat sich ein Hundebesitzer diese Stelle ausgesucht, um seinen Hund ab und zu –&nbsp;<em>pardonnez le mot</em>&nbsp;– scheißen zu lassen. Letzteres wäre gar nicht so schlimm. Ich habe nicht grundsätzlich etwas gegen Hunde, auch wenn die Wohnung, in der ich wohne, bewusst haustierfrei war, ist und, soweit es an mir liegt, auch bleibt. Störend ist also nicht, dass der Hund sein Geschäft dort verrichtet. Das arme Geschöpf muss ja irgendwo mal müssen können. Störend ist, dass es immer noch solch asoziale Hundebesitzer gibt, die meinen, den Hundedreck nicht aufräumen zu müssen. In der Weite der unberührten Natur, so wie man sie in diesem Teil Europas praktisch nirgends mehr antrifft, ist das kein Problem. In der relativen Enge eines Wohnviertels mit zahlreichen Hundebesitzern und vielen spielenden Kindern geht es einfach nicht. Das haben die meisten einigermaßen normal denkenden Menschen mittlerweile begriffen. Für die Unverbesserlichen hat man die Hundekotaufnahmepflicht erfunden.</p>
<p>Es ist nicht besonders originell, über das Liegenlassen von Hundekot zu schreiben, aber ich konnte mich dabei so richtig schön abreagieren. Es geht eigentlich um das schöne Wort <em>Hundekotaufnahmepflicht,</em> das mir beim Anblick des besagten Hundehaufens in den Sinn gekommen ist. Obwohl diese Pflicht auch in Deutschland vielerorts besteht, kommt das Wort im Gegensatz zum oft damit kombinierten <em>Leinenzwang</em> fast nur in Österreich und der Schweiz vor. Weshalb dieses eindeutig amts- und beamtendeutsche Wort „ausgerechnet“ in Deutschland nicht verwendet wird, ist mir schon seit einiger Zeit ein Rätsel.</p>
<p>Mir ist etwas anderes an <em>Hundekotaufnahmepflicht</em> aufgefallen: Es handelt sich hier um eine für das Deutsche typische Wortschöpfung, bei der eine Aussage, die viele andere Sprachen mit mindestens einem Nebensatz oder zwei Präpositionalgruppen ausdrücken, in ein einziges Wort gepfropft wird. Die Struktur solcher vielteiligen Zusammensetzungen lässt sich in der Regel gut analysieren und schön wissenschaftlich mit Hilfe von Strukturbäumchen u. Ä. darstellen. Und genau darüber bin ich gestolpert. Muss man die Hundekotaufnahmepflicht nun als Aufnahmepflicht für Hundekot oder als Pflicht zur Hundekotaufnahme analysieren?</p>
<p>Eigentlich ist es egal. Das Wort umschreibt genau, worum es geht, nämlich die Pflicht, Hundekot aufzunehmen. Der Bedeutungsunterschied zwischen den beiden Strukturanalysen ist, wenn es überhaupt einen gibt, vernachlässigbar. Der Hundebesitzer, um den es hier geht, schert sich sowieso nicht darum. Deshalb mache ich mir nun keine weiteren Gedanken mehr zur Struktur dieses Wortes, erfreue mich am Sonnenschein und hoffe, dass ich das fehlbare Frauchen oder Herrchen bald einmal auf frischer „Nicht-Tat“ ertappe und sie oder ihn zur Rede stellen kann.</p>
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