Können deutsche Autos gehen?

Frage

Wieso heißt es in Deutschland „Umgehungsstraße“? Bei uns in der Schweiz heißt es „Umfahrungsstraße“. Ein Auto fährt doch – oder geht es doch?

Antwort

Dass man in Deutschland Umgehungsstraße und nicht Umfahrungsstraße sagt, liegt daran, dass die Deutschen das Wort umgehen in diesem Zusammenhang ein bisschen anders, abstrakter verwenden als die Schweizer und die Österreicher. Mit umgehen kann nicht nur um etwas herumgehen, sondern auch um etwas herumfahren oder um etwas herumverlaufen gemeint sein. Auf gut „Deutschländisch“ kann man deshalb sagen:

Wir umgehen die Stadt westlich auf der A 81.
Die Schnellstraße umgeht das Dorf in einem weiten Bogen.

Für deutsche Ohren klingt Umgehungsstraße also ganz normal, auch wenn man nicht zu Fuß, sondern im Auto auf ihr unterwegs ist. In der Schweiz und in Österreich versteht man das natürlich auch, man sagt aber:

Wir umfahren die Stadt westlich auf der A3.
Die Schnellstraße führt in einem weiten Bogen um das Dorf.

Entsprechend heißt es dann nicht Umgehungsstraße, sondern Umfahrungsstraße (oder nach gut schweizerischer Orthografie Umfahrungsstrasse).

In Deutschland können Autos also auch nicht wirklich gehen, aber man kann in ihnen – sofern das Straßennetz es zulässt – einen Ort fahrend umgehen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Regelmässig trennen

Wenn Sie denken, im Titel einen Fehler entdeckt zu haben, stimmt das nur bedingt.  Es geht heute um eine Frage, die mich hin und wieder aus der Schweiz erreicht. In der schweizerischen Rechtschreibung gibt es das ß (Eszett) ja nicht. Man verwendet immer ss. Manchmal stellt sich dann am Zeilenende die Frage, wie dieses anstelle von ß verwendete ss zu trennen ist. Wie also trennt man regelmäßig, wenn man regelmässig schreibt?

Frage

Können Sie mir bitte die korrekte Trennung von „regelmässig“ sagen. Im Duden finde ich nur die deutsche Schreibweise.

Antwort

Sehr geehrte Frau W.,

wenn man ss statt ß schreibt, trennt man ss gleich wie andere Doppelkonsonanten:

re-gel-mäs-sig (re-gel-mä-ßig)
schweis-sen (schwei-ßen)
Straus-sen-fe-der (Strau-ßen-fe-der)
gros-se Füs-se (gro-ße Fü-ße)

und

schweiss-te (schweiß-te)
scheuss-lich (scheuß-lich)
Fleiss-ar-beit (Fleiß-ar-beit)
klei-ne Füss-chen (kleine Füß-chen)

Die entsprechende Regel finden Sie hier (unter „x, ss und ß“).

Das war früher, das heißt vor der Rechtschreibreform, übrigens anders. Damals war man „offiziell“ gehalten, für ß stehendes ss gemeinsam abzutrennen (re-gel-mä-ssig). Wahrscheinlich haben sich aber nur wenige an diese Regel gehalten – sofern sie überhaupt bekannt war. Die mit der Reform eingeführte Änderung ist kaum jemandem aufgefallen, geschweige denn, dass es zu Protesten gekommen wäre. Man trennt in der Schweiz heute also nicht nur in der Praxis, sondern auch mit offzieller „Genehmigung“ der Rechtschreibregelung re-gel-mäs-sig.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

NS: Leser und Leserinnen, die diese schweizerische Schreibgewohnheit nicht kennen, und sich nun vielleicht fragen, wie man überhaupt ohne ß auskommen kann, verweise ich auf den schon etwas älteren Blogeintrag „Die Maße und die Masse in der Schweiz“.

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Der Bürgersteig

Frage

Bürgersteig! Ist diese Bezeichnung für „Gehweg“ heute noch standesgemäß? Während meines Studiums, wurde uns erklärt, diese Definition stamme aus Kaisers Zeiten! Um den Kaiser bei Besuchen, Paraden etc. besser sehen zu können, sollten die Bürger den höher gelegenen Teil der Straße (den Bürgersteig) benutzen! Warum nicht heute generell „Gehweg“?

Antwort

Sehr geehrter Herr B.

am Wort Bürgersteig gibt es eigentlich nicht so viel auszusetzen. Die Erklärung, die man Ihnen während des Studiums gegeben hat, scheint mir nicht wirklich zutreffend zu sein. Bürgersteige gab es schon vor des Kaisers Zeiten. Vielleicht war aber auch einfach allgemein ein Fürst gemeint oder wurden Bürgersteige erst unter kaiserlicher Herrschaft so genannt. Bürgersteige gab es allerdings auch dort, wo keine kaiserlichen oder sonstigen fürstlichen Paraden zu erwarten waren. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie außerdem häufiger Trottoir genannt. Eine andere überzeugende Erklärung muss ich Ihnen aber ehrlich gesagt auch schuldig bleiben. Ich konnte sie in keiner der mir zur Verfügung stehenden Quellen finden. So behauptet jemand, dass der Bürgersteig so heiße, weil nur die gute Bürgerschaft, nicht aber das gewöhnliche Volk ihn benutzen durfte. Bei dieser Erklärung ist die Benutzung des Bürgersteigs also nicht dem niedrigeren Stand, sondern umgekehrt den Höhergestellten vorbehalten.

Die genaue Herkunft des Wortes ist also ungeklärt oder einfach so unspektakulär, dass ich keine Informationen dazu finden konnte. Heute heißt der erhöhte Gehweg für Fußgänger jedenfalls so, ohne dass ein bestimmter sozialer Stand damit verbunden wäre. Ich finde also keinen Grund, weshalb man das Wort Bürgersteig nicht mehr verwenden sollte. (Man könnte sich höchstens Fragen, ob denn Fahrradfahrer, Motorradfahrer und Automobilisten nicht auch Bürger sind. Nicht alle Verkehrsteilnehmer auf Rädern sind schließlich ungehobelte Rüpel und auch unter den Fußgängern gibt es sich eher proletenhaft Benehmende.) Das Wort Bürgersteig ist allerdings nicht überall üblich und manche finden den Begriff etwas veraltet. Deshalb hört man oft eher Gehweg, Gehsteig (SO-Deutschland, Österreich) oder Trottoir (Schweiz).

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Das Möbel(stück)

Frage

Schreibt man „Ich brauche ein Möbel für mein Telefon“ oder „Ich brauche ein Möbelstück für mein Telefon“?

Antwort

Sehr geehrte Frau S.,

das Wort Möbel steht meistens in der Mehrzahl. Es ist aber nicht grundsätzlich falsch, es in der Einzahl zu verwenden (steht zum Beispiel auch in Duden, DWDS, Wahrig, Pons, Canoonet). Je nach Region, Alter, Beruf oder was sonst noch eine Rolle spielen mag, finden wir die Einzahl das Möbel unmöglich, ungewöhnlich oder ganz normal. Möbel ist also – anders als das englische furniture und anders als gelegentlich gesagt wird – nicht ein Wort, das ausschließlich in der Mehrzahl verwendet werden darf.

Daneben wird auch das Wort Möbelstück verwendet, vor allem von denjenigen, die sich nicht mit das Möbel anfreunden können oder wollen. Sie können also beides sagen:

Ich brauche ein Möbel für mein Telefon.
Ich brauche ein Möbelstück für mein Telefon.

In meinen Ohren klingen allerdings beide Formulierungen etwas ungewöhnlich. Die Einzahl von Möbel ist wohl deshalb wenig gebräuchlich, weil vom winzigen japanischen Lacktischchen bis hin zum kolossalen Bücherschrank aus Eichenholz alles den Namen Möbel trägt. Wenn man einen einzelnen Einrichtungsgegenstand meint, gibt man deshalb meistens genauer an, was gemeint ist. Zum Beispiel:

Im Korridor versperrt ein großer Schrank den Durchgang.
Wann kaufst du endlich ein neues Sofa?
Ich brauche ein Tischchen für mein Telefon

Wenn Sie aber noch nicht wissen, welche Art Einrichtungsgegenstand Sie sich anschaffen wollen, können Sie auch von einem Möbel oder einem Möbelstück reden. Dabei steht es Ihnen frei, die Variante zu wählen, die Ihnen weniger ungewöhnlich vorkommt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Böden, Bögen, Bröte

Frage
In „Allerhand Sprachdummheiten“ bin ich über die Pluralbildung gestolpert:

„Bei einer Anzahl von Hauptwörtern wird der Plural jetzt oft mit dem Umlaut gebildet, wo dieser keine Berechtigung hat … Ärme, Böte, Bröte, Röhre, Täge, Böden, Bögen.“

Bei „Ärme“ und „Bröte“ hab ich ja noch geschmunzelt, aber bei „Böden“ und „Bögen“ fühle ich mich ertappt und Google liefert jede Menge Belegstelle für z. B. „Bögen“, „Sportbögen“, „Pfeile und Bögen“ etc. Gibt es eine heute gültige Regel, die das teilweise erlaubt, oder ist das nach wie vor schlicht falsch?

Antwort

Sehr geehrter Herr B.,

in den über hundert Jahren, seit „Allerhand Sprachdummheiten“ von Gustav Wustmann (1844 – 1910) erschienen ist*, hat sich in der deutschen Sprache einiges getan; auch in diesem Bereich: Während die umgelauteten Mehrzahlformen Ärme, Böte, Bröte, Röhre und Täge standardsprachlich immer noch als falsch gelten, ist die Bögen heute als die „im Süden“ gebräuchliche Variante zu die Bogen akzeptiert. Die Form die Böden hat den nicht umgelauteten Plural die Boden standardsprachlich sogar ganz verdrängt:

der Bogen – die Bogen, auch: die Bögen
der Boden – die Böden

Eine feste Regel gibt es hier nicht. Entscheidend ist der Gebrauch in der sogenannten Standardsprache. Als Standardsprache gilt – einfach gesagt – die Sprache in der Form, in der sie allgemein akzeptiert im offiziellen und im formelleren Umgang verwendet und auch an Schulen gelehrt wird. Das ist eine recht ungenaue Definition. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass häufiger eine gewisse Uneinigkeit oder Unsicherheit herrscht, welche Formen als standardsprachlich korrekt gelten. So geben einige Wörterbücher bei Kragen auch heute noch nur den Plural die Kragen an (z. B. Wahrig), während andere auch die Krägen als im südlichen deutschen Sprachraum verwendeten Pluralvariante erwähnen (z. B. Duden).

Wenn Sie wissen möchten, was heute als richtiges Deutsch gilt, können Sie also besser in Wörterbüchern und Grammatiken nachschlagen, die etwas jüngeren Datums als „Allerhand Sprachdummheiten“* sind. (Boden, Bogen). Es ist allerdings immer interessant, ältere Beschreibungen der deutschen Sprache zu lesen. Sie zeigen unter anderem, wie zeitgebunden die Etiketten „richtig“ und „falsch“ sein können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

* Gustav Wustmann: Allerhand Sprachdummheiten. Kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen und des Häßlichen. Ein Hilfsbuch für alle, die sich öffentlich der deutschen Sprache bedienen. Grunow, Leipzig 1891;
2. erw. Aufl. 1896; 3. erw. Aufl. 1903; 4. erw.. 1908;
Nachdruck der 3. Aufl 2008.

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Es hat

Und hier ist sie dann, die schon lange erwartete, berühmte, unvermeidliche Frage nach es hat:

Frage

Wir diskutieren gerade, ob „es noch Joghurt im Kühlschrank hat“ oder ob „noch Joghurt im Kühlschrank ist“. Genauso: „Es hat hier viele gute Restaurants“ oder „Es gibt hier viele gute Restaurants“. Was ist richtig?

Antwort

Guten Tag H.,

grundsätzlich falsch ist keine der beiden Formulierungen.

a) Es gibt hier viele gute Restaurants.
b) Es hat hier viele gute Restaurants.

a) Im Kühlschrank ist noch Joghurt.
b) Im Kühlschrank hat es noch Joghurt

Welche Formulierung man verwendet, hängt von der Region ab. Nach den mir vorliegenden Informationen verwendet man b) es hat im Südwesten Deutschlands, im Westen Österreichs (Vorarlberg) und in der Schweiz. Es ist also nicht, wie manchmal gesagt wird, ein rein schweizerisches Phänomen. In Deutschland gilt es als regionale, landschaftliche Variante der Standardformulierung a) mit es gibt oder sein. In der Schweiz ist es hat die allgemein übliche und akzeptierte Variante.

Wenn Sie also sagen: „Es hat hier viele gute Restaurants“, verwenden Sie eine regionalsprachliche Variante, mit der Sie, ob Sie es nun wollen oder nicht, augenblicklich Ihre Herkunft aus der südwestlichen Ecke des deutschen Sprachraums zu erkennen geben. In der Schweiz gehört diese Formulierung zum Standard.

Wenn Sie sagen: „Es gibt hier viele Restaurants“, verwenden Sie in Deutschland und Österreich die allgemein akzeptierte, standardsprachliche Variante. In der Schweiz hingegen fällt man damit ein wenig auf. Wenn Sie dann auch noch erklären, dass im Kühlschrank noch Joghurt ist, dann outen Sie sich unweigerlich als „Import aus dem großen Nordkanton*“ (oder als „Groschli*“).

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

*Übersetzungshilfe für diejenigen, die die Schweiz (noch) nicht so gut kennen: Der große Nordkanton liegt nördlich der Schweiz und ist im Vergleich zu ihr sehr, sehr groß. Ein(e) Groschli kommt von dort, wo es vor den Eurocents Groschen hatte.

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Die Bundeswaldinventur

Hin und wieder fallen mir in den Nachrichten, in einem Zeitungsartikel oder an anderen Orten Wörter und Wendungen auf, die so deutsch sind, dass es sie nur in Deutschland geben kann. Ich meine damit nicht „nur im Deutschen“, sondern tatsächlich „nur in Deutschland“. Ich weiß nicht, woran es liegt, dass gewisse Wörter einfach diese Auswirkung auf mich haben. Einer meiner Spitzenreiter ist nach wie vor die Aufforderung Tropfmengen sind sofort aufzunehmen, mit der man an bundesdeutschen Zapfsäulen konfrontiert werden kann. Gestern war es das Wort Bundeswaldinventur. Es ist weder neu (es soll bereits die dritte Bundeswaldinventur sein), noch kommt Waldinventur nur in Deutschland vor. In der Schweiz nennt man es einfach Waldinventur und fügt, wenn nötig, ein schweizerische davor. Ähnliches gilt für Österreich, dort natürlich mit dem Adjektiv österreichische. Die Zusammensetzung Bundeswaldinventur kann einfach nur deutsch(ländisch) sein, und das liegt nicht nur daran, dass Deutschland nun einmal eine Bundesrepublik ist. Es geht vor allem um die „Präzision des Ausdrucks“, die das Wort ausstrahlt.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich weiß, dass es in allen Regionen typische, andernorts eher sonderbar wirkende Wörter und Wendungen gibt. Vive la différence! Ich weiß auch, dass es meist mehr oder weniger gute Gründe gibt, weshalb ein Wort so zusammengesetzt ist, wie es das ist. Ich meine auch nicht, dass das Wort im Titel falsch, schlecht oder lächerlich sei. Ich will nur sagen, dass mir gestern Bundeswaldinventur als durch und durch bundesdeutsches Wort aufgefallen ist.

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Hähbät Bähgä

Soeben hörte ich jemanden „Extremdeutsch“ sprechen. Er sagte etwas, dass ich ungefähr so aufschreiben würde:

Eä heißt Hähbät Bähgä.

Gemeint war:

Er heißt Herbert Berger.

In die gleiche Reihe gehören Aussprachen wie:

eeählich (ehrlich)
hähtä (härter)
Fahbe (die Farbe)
a la kaaht (à la carte)

Nun ist es so, dass das r in vielen Regionen nicht „rollend“ gesprochen wird und das rollende r entsprechend im Standarddeutschen fast nicht (mehr) üblich ist, aber man kann alles übertreiben! Das sollten sich Hähbät-Sager und Gähda-Sagerinnen überlegen, bevor sie die Aussprache anderer kritisieren oder belächeln. Es sind nämlich häufig solche extremen „r‑Vokalisierer“, die meinen, eine besonders gute Standardaussprache zu haben.

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Eierschwammerln

Variation in der deutschen Sprache gefällt mir immer. Deshalb war ich froh über die folgende Frage von Frau M., dank der ich etwas Neues gelernt habe. In Österreich möge man mir meine bisherige Unwissenheit verzeihen.

Frage

Was ich nirgendwo finde: Österreichische Begriffe mit der Endung -erl (zum Beispiel Eierschwammerl), wie werden die dekliniert?

Antwort

Sehr geehrte Frau M.,

österreichische Wörter mit der Endung -erl haben im Genitiv Singular die Endung -s und im Plural die Endung -n. Es heißt also:

das Eierschwammerl
dem Eierschwammerl
des Eierschwammerls

die Eierschwammerln
den Eierschwammerln
der Eierschwammerln

Daneben gibt es bei „Österreichunkundigen“, die sich trotzdem österreichischer Begriffe bedienen, auch die endungslosen Mehrzahlformen die Eierschwammerl und der Eierschwammerl.

Das Wort Einerschwammerl finden Sie leider noch nicht im Canoonet-Wörterbuch. Sehen Sie aber zum Beispiel Nockerl und Schmankerl.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Anmerkung: Ein Eierschwammerl ist übrigens kein eiförmiger Badeschwamm, sondern ein Pfifferling. Diesen kleinen, gelben, schmackhaften Pilz, den ich unbedingt wieder einmal essen muss, bevor die Saison zu Ende geht, nennt man vor allem in südlicheren Gefilden auch Eierschwamm.

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Schläger, Schlägel und Schlegel

Frage

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Schlegel und Schläger? Sagt man Trommelschlegel oder Trommelschläger oder …?

Antwort

Guten Tag E.,

man schreibt diese Wörter heute mit ä, weil sie von schlagen abgeleitet sind. Danach hilft einem aber die Logik nicht mehr viel weiter.

Ein Schläger ist:

  • ein Sportgerät, mit dem man einen Ball, Puck o. Ä. schlägt (Tennisschläger, Golfschläger, Hockeyschläger, Baseballschläger usw.)
  • ein unangenehmer Mensch, der oft Streit hat und seinen Standpunkt dann prügelnderweise deutlich zu machen versucht

Ein Schlägel ist:

  • ein schwerer Bergmannshammer
  • ein Art schwerer Holzhammer
  • ein Holzstab bei Schlaginstrumenten (Trommelschlägel u. a.)

Vor allem im südlichen deutschen Sprachraum gibt es daneben noch das Wort Schlegel.

Ein Schlegel ist:

  • eine Tierkeule, die man brät und als Nichtvegetarier auch aufisst (Hühnerschlegel, Lammschlegel, Rehschlegel usw.)

Warum dieser Schlegel mit e geschrieben wird, ist mir nur teilweise klar. Das Wort kommt ursprünglich nämlich auch von schlagen (nach der Form der Keule). Das ist aber offenbar schon so lange her, dass dieser Zusammenhang nicht mehr (genügend) ersichtlich ist, sodass man Schlegel wie ein nicht abgeleitetes Wort behandelt und entsprechend mit e schreibt.

Kurz zusammengefasst: Beim Sport schlägt man den Ball oder den Puck mit einem Schläger, auf ein Musikinstrument haut man mit einem Schlägel und bei Obelix macht man sich mit einem Schlegel (am besten vom Wildschwein) besonders beliebt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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