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	<title>Fragen Sie Dr. Bopp! &#187; Satzbau</title>
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	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
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		<title>In dieser Weise und auf diese Weise</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 11:32:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation/Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Ich habe eine Frage zu folgendem Satz: „Man könne sehen, in welcher Weise alles miteinander verbunden ist.“ Wie muss man sich das r in „in welcher Weise“ erklären? Man schreibt doch „auf diese Weise“ und nicht „auf dieser Weise“. Antwort Sehr geehrter Herr M., eine schöne, rundum schließende Erklärung für den Unterschied zwischen in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Ich habe eine Frage zu folgendem Satz: „Man könne sehen, in welcher Weise alles miteinander verbunden ist.“ Wie muss man sich das r in „in welcher Weise“ erklären? Man schreibt doch „auf diese Weise“ und nicht „auf dieser Weise“.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr M.,</p>
<p>eine schöne, rundum schließende Erklärung für den Unterschied zwischen <em>in dieser Weise</em> und <em>auf diese Weise</em> muss ich Ihnen schuldig bleiben. Das <em>r</em> in <em>dieser</em> gehört zur weiblichen Dativendung <em>er</em>. Nach <em>in</em> steht <em>dieser Weise</em> im Dativ und nach <em>auf</em> steht <em>diese Weise</em> im Akkusativ:</p>
<blockquote><p>auf diese Weise; auf welche Weise; auf meine Weise; auf eine bestimmte Weise; auf keine andere Weise<br />
in dieser Weise; in welcher Weise; in meiner Weise; in einer bestimmten Weise; in keiner anderen Weise</p></blockquote>
<p>Das erklärt aber noch nicht viel. Schließlich können sowohl <em>in</em> also auch <em>auf</em> mit dem Dativ oder dem Akkusativ stehen. Es sind sogenannte <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/2Kasus.html">Wechselpräpositionen</a>. Bei einer Richtungsangabe <em>(wohin?)</em> stehen sie mit dem Akkusativ, bei einer statischen Ortsangabe <em>(wo?)</em> mit dem Dativ:</p>
<blockquote><p>Sie steigt auf den Berg. ­– Sie wohnt auf dem Berg.<br />
Sie steigt in den Wagen. – Sie sitzt im Wagen.</p></blockquote>
<p>Bei Ihrer Frage geht es aber nicht um eine konkrete räumliche Verwendung von <em>in</em> und <em>auf</em>. Warum man bei nicht räumlicher Verwendung einer Wechselpräposition einen bestimmten Fall wählt, ist oft nicht oder nicht einfach zu erklären.</p>
<p>Nach <em>auf</em> steht bei einer nicht räumlichen Verwendung meistens der Akkusativ (<em>auf keinen Fall, auf den Cent genau</em>; siehe <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/2Kasus.html#Anchor-auf-27347">hier</a>). Dies gilt auch für <em>auf eine bestimmte Weise</em>.</p>
<p>Nach <em>in</em> steht bei nicht räumlicher und nicht zeitlicher Verwendung der Akkusativ, wenn die Bedeutung „dynamisch“ ist (<em>ins Gespräch kommen, in einen Frosch verwandeln</em>), und der Dativ, wenn die Bedeutung „statisch“ ist (<em>im Gespräch sein, im Notfal</em>l; siehe <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/2Kasus.html#Anchor-in-29677">hier</a>). In übertragenem Sinne tut man etwas nicht <em>in eine bestimmte Weise hinein</em>, sondern <em>innerhalb einer bestimmten Weise</em>. Deshalb sagt man <em>in einer bestimmen Weise</em>.</p>
<p>Bei der Wechselpräposition <em>in</em> hat der Unterschied zwischen statisch und dynamisch also bei nicht räumlicher Verwendung einen größeren Einfluss auf die Wahl des Falles als bei <em>auf</em>.</p>
<p>Warum dies so ist, weiß ich nicht. Das bisher Gesagte taugt noch nicht einmal als strenge Regel. Schwierig ist hier nämlich, dass es keine genaue Grenze zwischen räumlicher und nicht räumlicher Verwendung gibt. In den folgenden Redewendungen ist das räumliche Bild nämlich noch so gut erkennbar, dass auch nach <em>auf</em> der Unterschied zwischen dynamisch und statisch durch den Kasus angegeben wird:</p>
<blockquote><p>auf großem Fuß leben<br />
jemanden auf die Folter spannen</p></blockquote>
<p>Deutschlernenden bleibt also nichts anderes übrig, als sich dies mühsam zu erarbeiten. Muttersprachige sollten sich entsprechend darüber freuen, dass ihnen meist nicht einmal auffällt, dass hier etwas schwierig sein könnte.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Mit frischem Bärlauch</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/04/21/mit-frischem-baerlauch/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Apr 2012 09:30:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Essen/Trinken]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Passend zur Saison (oder ist sie schon wieder vorbei?) gibt es heute eine Bärlauchfrage: Frage Wie heißt es richtig: „Frischkäsecreme mit frischem Bärlauch“ oder „Frischkäsecreme mit frischen Bärlauchblättern“? Bitte bedenken Sie, dass in die Frischkäsecreme mehrere Bärlauchblätter reinkommen Antwort Sehr geehrte Frau K., richtig ist beides, häufiger komt vor: Frischkäsecreme mit frischem Bärlauch Man kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Passend zur Saison (oder ist sie schon wieder vorbei?) gibt es heute eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bärlauch  ">Bärlauch</a>frage:</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Wie heißt es richtig: „Frischkäsecreme mit frischem Bärlauch“ oder „Frischkäsecreme mit frischen Bärlauchblättern“? Bitte bedenken Sie, dass in die Frischkäsecreme mehrere Bärlauchblätter reinkommen <img src='http://canoo.net/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau K.,</p>
<p>richtig ist beides, häufiger komt vor:</p>
<blockquote><p>Frischkäsecreme mit frischem Bärlauch</p></blockquote>
<p>Man kann <em>Bärlauch</em> als <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Nomen/Bedeutung/index.html#Anchor-Stoffbezeichnungen-14210">Stoffbezeichnung</a> wie zum Beispiel <em>Kaffee, Weizen, Kohlrabi, Feldsalat, Spinat, Brunnenkresse</em> usw. verwenden. Es steht dann <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Nomen/Numerus/Singular.html#Anchor-Stoffbezeichnungen-47857">in der Einzahl</a> und hier <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Artikel/Gebrauch/Ohne.html#Anchor-Stoffbezeichnungen-49575">ohne Artikel</a>. Ob Sie die Frischkäsecreme mit einem halben, einem ganzen oder mehreren Bärlauchblättern zubereiten, spielt dabei keine Rolle. Letzteres gilt natürlich nur für die sprachliche Formulierung, nicht für den Geschmack!</p>
<p>Ihre Frage bringt mich auf die Idee, dieses Wochenende wieder einmal etwas mit Bärlauch zu essen. Mir gefällt der Knoblauchgeschmack der jungen Bärlauchblätter auch zum Beispiel im Salat zusammen mit jungem Spinat, an einer Vinaigrette, dazu frisches Brot – ich komme ganz vom Thema ab &#8230; Vielen Dank für diese Frage!</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Im Gegensatz zu im Gegenteil</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/03/26/im-gegensatz-zu-im-gegenteil/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/03/26/im-gegensatz-zu-im-gegenteil/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 19:55:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Redewendungen]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute wieder einmal eine Frage, über die Muttersprachige sich kaum je Gedanken machen. Entsprechend muss man zuerst einmal gut nachdenken, wenn Deutschlernende sie stellen: Frage Ich würde gern wissen, wie ich meinen kanadischen Deutschschülern den Unterschied zwischen „im Gegenteil“ und „im Gegensatz“ erklären kann. Antwort Sehr geehrte Frau K., auf der Bedeutungsebene gibt es zwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute wieder einmal eine Frage, über die Muttersprachige sich kaum je Gedanken machen. Entsprechend muss man zuerst einmal gut nachdenken, wenn Deutschlernende sie stellen:</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p><strong> </strong>Ich würde gern wissen, wie ich meinen kanadischen Deutschschülern den Unterschied zwischen „im Gegenteil“ und „im Gegensatz“ erklären kann.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau K.,</p>
<p>auf der Bedeutungsebene gibt es zwischen den gegenüberstellenden Wendungen <em>im Gegenteil</em> und <em>im Gegensatz</em> kaum einen merkbaren Unterschied. Das gilt nicht bei ihrer Verwendung im Satz.</p>
<p>Die Wendung <em>im Gegenteil</em> wird allein stehend verwendet, das heißt, das Gegenteilige wird nicht mehr genannt. Mit <em>im Gegenteil</em> wird angegeben, dass etwas vorher Gesagtes (ganz und gar) nicht zutrifft:</p>
<blockquote><p>Gestern war das Wetter schön, aber heute nicht mehr. Heute hat es im Gegenteil den ganzen Tag geregnet.<br />
Ich bin nicht unzufrieden, ganz im Gegenteil.</p></blockquote>
<p>Bei <em>im Gegensatz</em> wird die Person oder Sache, der etwas gegenübergestellt wird, mit <em>zu</em> angefügt. Eine vorher genannte Sache oder ein vorher genannter Umstand erscheint oft als <em>dazu</em> oder <em>hierzu</em>:</p>
<blockquote><p>Gestern war das Wetter schön. Heute hat es im Gegensatz dazu den ganzen Tag geregnet.<br />
Du bist unzufrieden. Ich bin im Gegensatz zu dir sehr zufrieden.<br />
Im Gegensatz zu seiner Schwester ist er nicht sehr sportlich.</p></blockquote>
<p>Mit der üblichen Vorsicht können Sie den Unterschied für Ihre kanadischen Schüler wie folgt auf das Englische und Französische übertragen:</p>
<blockquote><p>im Gegenteil = <em>on the contrary, au contraire</em><br />
im Gegensatz zu = <em>in contrast to, contrairement à</em></p></blockquote>
<p>Einfach die Übersetzung anzubieten ist im Fremdsprachenunterricht nicht die eleganteste Methode, aber in diesem Fall vielleicht doch die effizienteste.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Vor, während und nach dem Spiel</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/03/13/vor-waehrend-und-nach-dem-spiel/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 11:50:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Deklination]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Bekanntlich ist ja nach dem Spiel vor dem Spiel. Während man aber vor und nach dem Spiel den Dativ zu benutzen hat, ist während des Spiels der Genitiv angesagt [...]. Wenn ich immer den richtigen Fall benutzen möchte, also „vor dem Spiel“, „während des Spiels“ und „nach dem Spiel“, darf ich dann sagen „vor, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Bekanntlich ist ja nach dem Spiel vor dem Spiel. Während man aber vor und nach dem Spiel den Dativ zu benutzen hat, ist während des Spiels der Genitiv angesagt [...]. Wenn ich <em>immer</em> den richtigen Fall benutzen möchte, also „vor dem Spiel“, „während des Spiels“ und „nach dem Spiel“, darf ich dann sagen „vor, während und nach dem Spiel“? Oder fühlt sich der Genitiv da vernachlässigt? Gibt es dazu eine Regel? Und gilt diese Regel dann nur auf dem Platz oder auch außerhalb des Platzes? Oder sowohl auf dem als auch außerhalb des Platzes?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr K.,</p>
<p>Die Grundregel sieht recht kompliziert aus:</p>
<p>Wenn</p>
<ul>
<li>mehr als eine Präposition vor einem Nomen (oder Pronomen) steht,</li>
<li>die Präpositionen nicht den gleichen Fall fordern,</li>
<li>das Nomen in den unterschiedlichen Fällen unterschiedliche Formen hat,</li>
</ul>
<p>dann richtet sich das Nomen nach dem Fall der letzten Präposition.</p>
<p>Nach dieser allgemeinen Regel kann man also sagen und schreiben:</p>
<blockquote><p>vor, während und nach dem Spiel<br />
Die Regel gilt auf und außerhalb des Platzes.<br />
Du redest viel von und über dich.</p></blockquote>
<p>Nun kommt wohl nicht ganz überraschend das ABER: Solche Zusammenziehungen gelten stilistisch als unschön. Es empfiehlt sich deshalb, das Nomen in solchen Fällen zu wiederholen oder – das ist oft noch besser – eine andere Formulierung zu wählen:</p>
<blockquote><p>vor dem Spiel, während des Spiels und nach dem Spiel<br />
Die Regel gilt auf dem Platz und außerhalb des Platzes.<br />
Du redest viel von dir und viel über dich.</p></blockquote>
<p>Wenn ein Wort in den verschiedenen Fällen die gleiche Form hat, ist die Zusammenziehung übrigens stilistisch meist unbedenklich:</p>
<blockquote><p>vor, während und nach der Feier<br />
Die Regel gilt auf und außerhalb der Spielfläche.<br />
Er redet viel von und über sich.</p></blockquote>
<p>Eine besondere Stellung haben <em>mit und ohne</em> und <em>mit oder ohne</em>. Die Zusammenziehung ist in diesem Fall standardsprachlich auch dann üblich, wenn ein Wort im Dativ und Akkusativ unterschiedliche Formen hat:</p>
<blockquote><p>Wir werden die Sache mit oder ohne dich zu Ende führen.<br />
Apfelkuchen mit und ohne gesüßte Schlagsahne</p></blockquote>
<p>(Siehe auch <a href="http://canoo.net/blog/2010/02/19/mit-oder-ohne-wen-oder-wem/  ">hier</a>. Mehr Informationen zu dieser Frage finden Sie auf <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Praeposition/Kasus/index.html#Anchor-Schwierigkeiten-35882">dieser Seite in der Canoonet-Grammatik</a>)</p>
<p>Soweit die grammatischen und stilistischen Grundsätze. Nun noch ein kleiner persönlicher Zweifel (auch Sprachler zweifeln, wenn es um Sprache geht): Bin ich der Einzige, dem <em>vor, während und nach dem Spiel</em> trotz des oben Gesagten auch stilistisch nicht verunglückt vorkommt? Es mag daran liegen, dass meine Wiege im südlichen deutschen Sprachraum stand, in dem der Dativ nach <em>während</em> gang und gäbe ist. Es könnte aber auch sein, dass es eine allgemein akzeptierte Formulierung ist, die erst dann als „stilistisch unschön“ abgetan wird, wenn man bewusst auf den Erhalt des Genitivs nach <em>während</em> achtet. Kurzum: Gleitet man ins Umgangssprachliche ab, wenn man <em>vor, während und nach dem Spiel</em> akzeptabel findet, oder macht man sich anderseits der stilistischen Prinzipienreiterei schuldig, wenn man diese Formulierung für inakzeptabel hält? Wie so oft bei stilistischen Fragen liegt die Antwort wohl irgendwo dazwischen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>In oder auf Highheels gehen?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/03/05/in-oder-auf-highheels-gehen/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/03/05/in-oder-auf-highheels-gehen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 13:12:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Heißt es korrekt: „auf Highheels (o. Stöckelschuhen) gehen&#8221; oder &#8220;in Highheels gehen&#8221;? Ich finde das nirgends und es sind beide Varianten zahlreich vertreten. Antwort Sehr geehrte Frau B., beide Varianten kommen häufig vor, weil beide Varianten möglich sind: in Highheels/Stöckelschuhen gehen auf Highheels/Stöckelschuhen gehen. Man geht in Stöckelschuhen, wie man auch in „normalen“ Schuhen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p><strong></strong>Heißt es korrekt: „auf Highheels (o. Stöckelschuhen) gehen&#8221; oder &#8220;in Highheels gehen&#8221;? Ich finde das nirgends und es sind beide Varianten zahlreich vertreten.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau B.,</p>
<p>beide Varianten kommen häufig vor, weil beide Varianten möglich sind:</p>
<blockquote><p>in Highheels/Stöckelschuhen gehen<br />
auf Highheels/Stöckelschuhen gehen.</p></blockquote>
<p>Man geht <em>in</em> Stöckelschuhen, wie man auch in „normalen“ Schuhen, Wanderschuhen, Stiefeln usw. geht. Man geht <em>auf</em> Stöckelschuhen, wie man auch auf anderen erhöhten „Untersätzen“ geht und steht: auf Stelzen, Rollschuhen, Schlittschuhen.</p>
<p>Highheels vereinigen zwei Aspekte in sich, von denen der eine (Fußbekleidung) mit <em>in</em> und der andere (hohe Absätze) mit <em>auf</em> verwendet werden kann. Es gibt deshalb, wie so oft in der Sprache, mehr als eine korrekte Ausdrucksweise.</p>
<p>Vor einiger Zeit waren wir mit unserer Nachbarstocher und ihrem Freund im übrigens ausgezeichneten italienischen Restaurant ganz in der Nähe essen. Das junge Paar hatte sich zu diesem Anlass fein gemacht. Dazu gehörten bei ihr Highheels, die ihrem Namen alle Ehre machten: bestimmt 15 cm. Obwohl man zu Fuß gerade so schnell ist, wie man ein Auto aus- und wieder einparkt, hätte sie sich wohl doch lieber zum Restaurant chauffieren lassen. Sie bestritt es tapfer, aber es war offensichtlich, dass man weder <em>in</em> noch <em>auf</em> Highheels dieser Höhe wirklich gehen kann. Sie sind vielleicht zum Stehen, aber kaum zum Gehen geeignet. Wirklich neu ist diese Erkenntnis natürlich nicht. Neu war für mich dank unserer Highheels-Debütantin das Folgende: Sitzen mit 15 Zentimeter Absatz am Fuß hat auch so seine Tücken. An manchen Restauranttischen geht das nämlich nur mit eher undamenhaft unter dem Tisch ausgesteckten Beinen oder mit sittlich seitlich geneigten Unterschenkeln. Frau kriegt sonst die Knie nicht unter den Tisch.</p>
<p>Um auf Ihre Frage zurückzukommen: Grammatisch gesehen kann man also <em>in</em> oder <em>auf</em> Highheels gehen. Ob man darin oder darauf wirklich <em>gehen</em> kann, müssen die Trägerinnen (und vereinzelten Träger) allerdings selbst entscheiden.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>20 Minuten Zeit, (um) 100 000 Mark zu besorgen</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/03/02/20-minuten-zeit-um-100-000-mark-zu-besorgen/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/03/02/20-minuten-zeit-um-100-000-mark-zu-besorgen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Mar 2012 15:17:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Auf der Rückseite der DVD „Lola rennt“ aus 1998, steht: „Nur 20 Minuten Zeit, um 100&#160;000 Mark zu besorgen. Nur 20 Minuten Zeit, Mannis Leben zu retten.“ Frage: Warum steht nicht in beiden Sätzen „um zu“ oder nur „um“? Antwort Sehr geehrte Frau B., ohne Ihre Frage hätte ich wohl einfach über diesen kleinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Auf der Rückseite der DVD „Lola rennt“ aus 1998, steht: „Nur 20 Minuten Zeit, um 100&nbsp;000 Mark zu besorgen. Nur 20 Minuten Zeit, Mannis Leben zu retten.“ Frage: Warum steht nicht in beiden Sätzen „um zu“ oder nur „um“?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau B.,</p>
<p>ohne Ihre Frage hätte ich wohl einfach über diesen kleinen Unterschied hinweggelesen. Es handelt sich hier um zwei verschiedene Konstruktionen, die in diesem Fall ungefähr die gleiche Bedeutung haben.</p>
<blockquote><p>20 Minuten Zeit, um 100 000 Mark zu besorgen.</p></blockquote>
<p>Die Infinitivkonstruktion mit <em>um zu</em> entspricht hier einem Zwecksatz. Sie hat im Satz die Rolle einer adverbialen Bestimmung des Zwecks.</p>
<blockquote><p>- Wofür/wozu hat Lola (nur 20 Minuten) Zeit?<br />
- Lola hat nur 20 Minuten Zeit, um 100 000 Mark zu besorgen.</p></blockquote>
<p>Im ersten Satz gibt die Infinitivgruppe an, welchem Zweck die 20 Minuten Zeit dienen. Nun zum zweiten Satz:</p>
<blockquote><p>20 Minuten Zeit, Mannis leben zu retten</p></blockquote>
<p>Die Infinitivkonstruktion ohne <em>um</em> hat hier die Funktion eines Attributs. Sie ist im Satz Teil der Wortgruppe mit dem Kern <em>Zeit</em> und bestimmt diesen näher.</p>
<blockquote><p>- Welche (nur 20 Minuten) Zeit hat Lola?<br />
- Lola hat nur 20 Minuten Zeit, Mannis Leben zu retten.</p></blockquote>
<p>Im zweiten Satz gibt die Infinitivgruppe an, um welche Art zwanzig Minuten Zeit es sich handelt.</p>
<p>In diesem Fall kann also dasselbe (<em>Zeit für etwas</em>) mit einem finalen Adverbialsatz (d. h. <em>die Zeit, um etwas zu tun</em>) oder mit einem Attribut (d. h. <em>die Zeit, etwas zu tun</em>) ausgedrückt werden. Der Text auf der Rückseite der DVD hätte also zum Beispiel auch wie folgt formuliert werden können:</p>
<blockquote><p>Nur 20 Minuten Zeit, um 100 000 Mark zu besorgen. Nur 20 Minuten Zeit, um Mannis Leben zu retten.<br />
Nur 20 Minuten Zeit, 100 000 Mark zu besorgen. Nur 20 Minuten Zeit, Mannis Leben zu retten.</p></blockquote>
<p>Es gibt hier, wenn überhaupt, kaum einen Bedeutungsunterschied zwischen dem Attribut mit <em>zu</em> und dem Zwecksatz mit <em>um zu</em>. Das ist aber meistens nicht so:</p>
<blockquote><p>Lisa benutzt ihre Fähigkeit, andere zu überzeugen.</p></blockquote>
<p>Hier wird gesagt, dass Lisa die Fähigkeit hat, andere zu überzeugen, und dass sie diese Fähigkeit (zu einem nicht genannten Zweck) einsetzt. Die Infinitivkonstruktion bestimmt als Attribut die Fähigkeit, die benutzt wird, näher. Der Zweck wird nicht genannt.</p>
<blockquote><p>Lisa benutzt ihre Fähigkeit, um andere zu überzeugen.</p></blockquote>
<p>Hier wird gesagt, dass Lisa ihre (nicht näher bestimmte) Fähigkeit einsetzt und dass sie dies tut, um andere zu überzeugen. Die Infinitivkonstruktion gibt als Adverbialbestimmung den Zweck an, für den die Fähigkeit eingesetzt wird. Die Art der Fähigkeit wird nicht näher bestimmt. Vgl.:</p>
<blockquote><p>Lisa benutzt ihre Fähigkeit, deutlich zu formulieren, <em>um andere zu überzeugen</em>.<br />
Lisa benutzt ihre Fähigkeit, <em>andere zu überzeugen</em>, um ihre Pläne zu realisieren.</p></blockquote>
<p>Dass die Unterscheidung wichtig sein kann, zeigt das letzte Beispiel:</p>
<blockquote><p>Ich bin gegen ihren Plan, dir zu schaden.<br />
Ich bin gegen ihren Plan, um dir zu schaden.</p></blockquote>
<p>Wäre die erste Aussage an mich gerichtet, wäre ich über die freundliche Unterstützung erfreut. Bei der zweiten würde mich die feindliche Absicht betrüben.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ist oder sind die Groß- und Kleinschreibung problematisch?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/02/16/ist-oder-sind-die-gross-und-kleinschreibung-problematisch/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/02/16/ist-oder-sind-die-gross-und-kleinschreibung-problematisch/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 16 Feb 2012 10:50:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Kongruenz]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=7399</guid>
		<description><![CDATA[Frage Wir sind uns sehr uneins. Heißt es: Die Groß- und Kleinschreibung bereitet ihm große Probleme. oder: Die Groß- und Kleinschreibung bereiten ihm große Probleme. Antwort Sehr geehrter Herr S., hoffenlich waren Sie nicht allzu sehr uneins, denn beides ist möglich: Die Groß- und Kleinschreibung bereitet ihm große Probleme. Hier wird die Wortgruppe die Groß- [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Wir sind uns sehr uneins. Heißt es:</p>
<blockquote><p>Die Groß- und Kleinschreibung bereitet ihm große Probleme.</p></blockquote>
<p>oder:</p>
<blockquote><p>Die Groß- und Kleinschreibung bereiten ihm große Probleme.</p></blockquote>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr S.,</p>
<p>hoffenlich waren Sie nicht allzu sehr uneins, denn beides ist möglich:</p>
<blockquote><p>Die Groß- und Kleinschreibung <em>bereitet</em> ihm große Probleme.</p></blockquote>
<p>Hier wird die Wortgruppe <em>die Groß- und Kleinschreibung</em> als eine Einheit aufgefasst. Die beiden Subjektteile sind durch den gemeinsamen Artikel <em>die</em> und den gemeinsamen Wortteil <em>&#8230;schreibung</em> eng miteinander verbunden. Entsprechend steht das Verb in der Einzahl: <em>bereitet</em>.</p>
<blockquote><p>Die Groß- und Kleinschreibung <em>bereiten</em> ihm große Probleme.</p></blockquote>
<p>Hier wird die Wortgruppe <em>Groß- und Kleinschreibung</em> als zwei separate Subjektteile behandelt (<em>Großschreibung</em> und <em>Kleinschreibung</em>). Entsprechend steht das Verb in der Mehrzahl: <em>bereiten</em>.</p>
<p>Wieder einmal führen unterschiedliche Sehensweisen zu unterschiedlichen Resultaten. Die Groß- und Kleinschreibung <em>ist</em> als ein Rechtschreibphänomen problematisch oder die Groß- und Kleinschreibung <em>sind</em> als zwei verschiedene Schreibweisen problematisch. Beide Auffassungen und Formulierungen gelten als korrekt. Mehr dazu lesen Sie, wenn Sie möchten, auf <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Verb/Numerus-Person/ProblemNum.html#Anchor-Mit-49575">dieser Seite</a> in der Canoonet-Grammatik.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2012/02/16/ist-oder-sind-die-gross-und-kleinschreibung-problematisch/feed/</wfw:commentRss>
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		</item>
		<item>
		<title>Anders, keiner, niemand, nichts und umgekehrt als</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/02/03/anders-keiner-niemand-nichts-und-umgekehrt-als/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/02/03/anders-keiner-niemand-nichts-und-umgekehrt-als/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 11:57:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Ist es richtig, zu sagen: „Bei mir ist es anders wie bei allen anderen“, oder wäre es besser, zu sagen: „Bei mir ist es anders als bei allen anderen&#8221;? Antwort Guten Tag S., bei Vergleichen mit anders verwendet man standardsprachlich das Vergleichswort als: Bei mir ist es anders als bei allen anderen. anders als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p><strong> </strong>Ist es richtig, zu sagen: „Bei mir ist es anders wie bei allen anderen“, oder wäre es besser, zu sagen: „Bei mir ist es anders als bei allen anderen&#8221;?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag S.,</p>
<p>bei Vergleichen mit <em>anders</em> verwendet man standardsprachlich das Vergleichswort <em>als</em>:</p>
<blockquote><p>Bei mir ist es anders als bei allen anderen.<br />
anders als erwartet<br />
Ihr wart ganz anders als sonst.<br />
Ich mache das anders als du.<br />
Es kommt oft anders, als man denkt.</p></blockquote>
<p>Das Vergleichswort<em> als</em> steht auch bei <em>kein, niemand, nichts </em>und<em> umgekehrt</em>:</p>
<blockquote><p>Der Eingebildete sieht keinen als sich selbst.<br />
Sie verneigt sich vor niemandem als vor Gott und dem König.<br />
Mit dir hat man nichts als Scherereien.<br />
Die Sache verhält sich umgekehrt, als man dir erzählt hat.</p></blockquote>
<p>Genauso wie bei <em>größer wie</em> statt <em>größer als</em> gilt hier die Verwendung von <em>wie</em> statt <em>als</em> als umgangssprachlich. (Ein Satz wie der letzte kann mit all den <em>als</em> und <em>wie</em> eher verwirrend als erhellend wirken. Falls dem so ist, können Sie alles in der <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Adjektiv/Komparation/Komparativ.html#Anchor-Vergleichswort-47857  ">Canoonet-Grammatik</a> nachlesen.)</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Seit ich fünf bin</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/01/24/seit-ich-fuenf-bin/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 11:36:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konjugation]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage Wie muss es richtig heißen: „Ich kann lesen, seit ich 5 Jahre alt bin“ oder „seit ich 5 Jahre als war“? Oder sage ich besser: „Ich kann lesen, seit ich 5 Jahre geworden bin/geworden war“? Jetzt bin ich schon beträchtlich älter als 5. Antwort Guten Tag M., es heißt üblicherweise: Ich kann lesen, seit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Wie muss es richtig heißen: „Ich kann lesen, seit ich 5 Jahre alt bin“ oder „seit ich 5 Jahre als war“? Oder sage ich besser: „Ich kann lesen, seit ich 5 Jahre geworden bin/geworden war“? Jetzt bin ich schon beträchtlich älter als 5.</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Guten Tag M.,</p>
<p>es heißt üblicherweise:</p>
<blockquote><p>Ich kann lesen, seit ich fünf Jahre alt bin.</p></blockquote>
<p>Das ist die am häufigsten vorkommende, gebräuchliche Ausdrucksweise, auch wenn sie bei genauerem Hinschauen und allzu „logischem“ Interpretieren aus dem Munde von Fünfundwanzig- oder Fünfundfünfzigjährigen etwas seltsam klingen mag. Man ist ja spätestens, wenn man sechs Jahre alt geworden ist, nicht mehr fünf.</p>
<p>Eine andere, aber selten verwendet Formulierung ist:</p>
<blockquote><p>Ich kann lesen, seit ich fünf Jahre alt geworden bin.</p></blockquote>
<p>Auch hier könnte bei genauerem Betrachten stören, dass die meisten, die dies sagen, schon lange nicht mehr fünf Jahre alt sind.</p>
<p>Dennoch sollte man die Formulierungen</p>
<blockquote><p>Ich kann lesen, seit ich fünf Jahre alt war.<br />
Ich kann lesen, seit ich fünf Jahre alt geworden war.</p></blockquote>
<p>nicht verwenden. Man kann nämlich im Deutschen das Präteritum (<em>war</em>) besser nicht mit dem Präsens (<em>kann</em>) kombinieren. Vgl.</p>
<blockquote><p>nicht: Es kommen viele neue Kunden, seit wir den Laden umbauten.<br />
sondern: Es kommen viele neue Kunden, seit wir den Laden umgebaut haben.<br />
oder: Es kommen viele neue Kunden, seit der Laden umgebaut ist.</p></blockquote>
<p>Möglich wäre <em>seit ich fünf Jahre alt war</em> in einer Formulierung wie dieser:</p>
<blockquote><p>Ich konnte lesen, seit ich fünf Jahre alt war, als &#8230;</p></blockquote>
<p>Die gebräuchlichste und in der Regel problemlos verstandene Formulierung ist hier also <em>seit ich x Jahre alt bin</em>:</p>
<blockquote><p>Seit ich vierzig Jahre alt bin, brauche ich eine Lesebrille.<br />
„Seit ich dreißig bin“, sagt die heute Neunundvierzigjährige, „hat mich das Publikum am Leben erhalten“.<br />
Ich arbeite im Filmbereich, seit ich zwanzig bin.<br />
Ich kann lesen, seit ich fünf Jahre alt bin.</p></blockquote>
<p>Wenn Ihnen <em>seit ich fünf Jahre alt bin</em> trotz allem nicht gefallen will, können Sie auf die folgende Formulierung ausweichen:</p>
<blockquote><p>Ich kann seit meinem sechsten Lebensjahr lesen.</p></blockquote>
<p>Ob es hier das fünfte oder das sechste Lebensjahr heißen muss, ist dann wieder eine ganz andere Frage &#8230;</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Welche Rolle spielt der Relativsatz?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2012/01/19/welche-rolle-spielt-der-relativsatz/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2012/01/19/welche-rolle-spielt-der-relativsatz/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 15:22:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>

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		<description><![CDATA[In letzter Zeit scheint die Bestimmung der Satzglieder aktuell zu sein. Es werden häufiger als sonst Fragen zu diesem Thema gestellt. Ich nehme allerdings an, dass es sich um einen Zufall handelt. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass viele für 2012 den guten Vorsatz gefasst haben, ihre Kenntnisse der deutschen Satzanalyse aufzupolieren. Ein besonderes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In letzter Zeit scheint die Bestimmung der Satzglieder aktuell zu sein. Es werden häufiger als sonst Fragen zu diesem Thema gestellt. Ich nehme allerdings an, dass es sich um einen Zufall handelt. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass viele für 2012 den guten Vorsatz gefasst haben, ihre Kenntnisse der deutschen Satzanalyse aufzupolieren. Ein besonderes Knacknüsschen ist offenbar der Relativsatz:</p>
<p><strong>Frage</strong></p>
<p>„Alle, die sich interessieren, können einen Museumsführer kaufen.“ Stimmt es, dass der Relativsatz ein Subjektsatz ist, zu dem das Artikelwort &#8220;alle&#8221; gehört? Oder ist der Relativsatz ein Attributsatz?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr B.,</p>
<p>der Relativsatz in Ihrem Beispiel</p>
<blockquote><p>Alle, die sich interessieren, können einen Museumsführer kaufen.</p></blockquote>
<p>ist kein Subjektsatz. Ein Subjektsatz ist ein Nebensatz, der im Gesamtsatz die Funktion des Subjekts hat. Beispiele sind die folgenden Nebensätze:</p>
<blockquote><p>Dass du gekommen bist, freut mich.<br />
Wann wir ankommen werden, ist ungewiss.</p></blockquote>
<blockquote><p><em>– Wer oder was</em> freut mich?<br />
<em>– Dass du gekommen bist</em>, freut mich.</p></blockquote>
<blockquote><p>– <em>Wer oder was</em> ist ungewiss?<br />
– <em>Wann wir ankommen</em>, ist ungewiss.</p></blockquote>
<p>Mehr zum Subjektsatz finden Sie <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Komplex/Funktion/Subjekt.html">hier</a>.</p>
<p>Nebensätze erfüllen in der Regel eine bestimmte Funktion im Hauptsatz. Was ist nun die Funktion des Relativsatzes <em>die sich interessieren</em>? Es ist kein Subjektsatz, denn der Kern der Antwort auf die Frage, wer oder was einen Museumsführer kaufen kann, ist das Pronomen* <em>alle</em>:</p>
<blockquote><p>– <em>Wer oder was</em> kann einen Museumsführer kaufen?<br />
– <em>Alle</em> können einen Museumsführer kaufen.</p></blockquote>
<p>Der Relativsatz bestimmt genauer, was mit <em>alle</em> gemeint ist, d. h., um „welche alle“ es sich handelt: <em>alle, die sich interessieren</em>:</p>
<blockquote><p>– <em>Wer oder was kann</em> einen Museumsführer kaufen?<br />
– <em>Alle, die sich interessieren</em>, können einen Museumsführer kaufen.</p></blockquote>
<p>Das Subjekt des Gesamtsatzes ist also <em>alle, die sich interessieren</em>. Es besteht aus dem Kern <em>alle</em> und einem sogenannten <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Satzgliedbau/Attribut.html">Attribut</a>, das ihn genauer bestimmt:  <em>die sich interessieren</em>. Man nennt den Relativsatz nach dieser Funktion einen Attributsatz.</p>
<p>Attributsätze kommen nicht nur beim Subjekt vor:</p>
<blockquote><p>Ich habe die Frage, die Sie gestellt haben, beantwortet.</p></blockquote>
<p>Die Wortgruppe <em>die Frage, die Sie gestellt haben</em> ist das Akkusativobjekt. Dabei ist der Relativsatz<em> die Sie gestellt haben</em> ein Attribut zum Kern <em>Frage</em>.</p>
<blockquote><p>– <em>Wen oder was</em> habe ich beantwortet?<br />
– <em>Die Frage, die Sie gestellt haben</em>, habe ich beantwortet.<em> [hoffe ich zumindest]</em></p></blockquote>
<p>Ein weiteres Beispiel:</p>
<blockquote><p>Sie wohnt in dem Haus, das abgerissen werden soll.</p></blockquote>
<p>Hier ist der Relativsatz (<em>das abgerissen werden soll</em>)<em> </em>Attribut zu einem Nomen (<em>Haus</em>) in einer Adverbialbestimmung des Ortes:</p>
<blockquote><p><em>– Worin/wo </em>wohnt sie?<br />
– Sie wohnt<em> in dem Haus, das abgerissen werden soll.</em></p></blockquote>
<p>Ich weiß nicht, welchen konkreten Nutzen dieses Wissen haben könnte, wenn man sich nicht gerade mit der Bestimmung von Satzgliedern beschäftigt. Falls Sie dies aber tun wollen oder müssen, wissen Sie nun, dass Relativsätze im Gesamtsatz in der Regel die Funktion eines Attributs haben. Es sind Attributsätze. Mehr dazu finden Sie <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Komplex/Funktion/Attribut/index.html  ">hier</a> und <a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Satz/Komplex/Funktion/Attribut/Relativ/index.html">hier</a>.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>* <em><a href="http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/InflectionRules/FRegeln-P/Pron-Indef/Pron-all3.html">alle</a></em> wird hier als Pronomen, nicht als Artikelwort verwendet.</p>
]]></content:encoded>
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