<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Fragen Sie Dr. Bopp! &#187; Silbentrennung</title>
	<atom:link href="http://canoo.net/blog/tag/silbentrennung/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://canoo.net/blog</link>
	<description>Deutsche Rechtschreibung und Grammatik</description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Feb 2012 16:11:37 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Vermischtes über Vögel</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2011/05/07/vermischtes-ueber-voegel/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2011/05/07/vermischtes-ueber-voegel/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 07 May 2011 10:17:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Silbentrennung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortgeschichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=4839</guid>
		<description><![CDATA[Zu Hause brüten die Kohlmeisen. Das habe ich Ihnen schon erzählt. Hier im Ferienhäuschen gab mir ein anderer Vogel zu denken. An das Hausamselpärchen, das um das Haus herum Regenwürmer sammelt, hatte ich mich schon gewöhnt (und sie sich an mich). Letzthin sah ich aber einen anderen, etwas kleineren, braunen Vogel mit hellem Bauch und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Hause brüten die Kohlmeisen. Das habe ich Ihnen schon erzählt. Hier im Ferienhäuschen gab mir ein anderer Vogel zu denken. An das Hausamselpärchen, das um das Haus herum Regenwürmer sammelt, hatte ich mich schon gewöhnt (und sie sich an mich). Letzthin sah ich aber einen anderen, etwas kleineren, braunen Vogel mit hellem Bauch und Tupfen und Streifen, der ebenfalls im Garten Würmer und anderes, was solche Vögel mögen, aufpickte. Das gefiel den Amseln nicht besonders gut, aber ihre Vertreibungsversuche waren wohl nicht allzu erfolgreich. Ich sehe den Vogel seither regelmäßig im Garten herumtrippeln. Da meine ornithologischen Kenntnisse nicht viel weiter reichen als bis zum Erkennen von Kohlmeisen, Amseln, Stadttauben, Spatzen und Flamingos, wusste ich nicht, um was für einen Vogel es sich handelt. Der Nachbar brachte Klarheit: „Das ist eine Lerche.“</p>
<p>Von Lerchen wusste ich bis anhin wenig, außer dass eine Vertreterin dieser Vogelart Romeo und Julia den Tag ankündigte und dass man sie im Gegensatz zum Lärche genannten Baum mit e schreiben muss. Den Unterschied <em>Lerche = Vogel</em> und<em> Lärche = Baum</em> musste ich auswendig lernen. Welche Eselsbrücke ich auch ausprobierte, es gab immer auch einen Baum mit e oder einen Vogel mit a oder ä, der mir das neu erdachte Brücklein gleich wieder einstürzen ließ. Geblieben ist nur das wenig überzeugende „L<em>e</em>rche wie Vog<em>e</em>l und L<em>ä</em>rche wie B<em>a</em>um.“</p>
<p>Nachdem ich nun zum ersten Mal bewusst eine Lerche gesehen hatte, nahm mich wunder, ob vielleicht die Wortherkunft als Stütze dienen kann. Der Name des Vogels ist ein altes germanisches Wort, dessen  althochdeutsche Form <em>lerahha</em> sich zum heutigen <em>Lerche</em> entwickelt hat. Der Name des Baumes (das klingt fast wie ein Roman eines Eco-Nachahmers) geht auf die lateinische Bezeichnung <em>larix</em> zurück, die über die Formen <em>larche</em> und <em>lerche</em> zur heutigen <em>Lärche</em> wurde. Wenn man nicht des Althochdeutschen mächtig ist und einem die lateinischen Bezeichnungen von Bäumen auch nicht allzu geläufig sind, hilft einem die Wortherkunft also nicht viel weiter. Das ist aber nicht sehr tragisch. Es gibt Schwierigeres in der Rechtschreibung und Wichtigeres im Leben als den Unterschied zwischen <em>Lerche</em> und <em>Lärche</em>. Und in „Notfällen“ hilft <a href="http://www.canoo.net/spelling/Lerche">Canoonet</a> weiter.</p>
<p>Während des Schreibens höre ich, wie die Amselmännchen in der Umgebung sich sehr melodiös fast die Lungen aus dem Leibe singen. Dabei stellt sich mir plötzlich eine ganz andere Frage: Warum treten in Literatur und Dichtung eigentlich immer die Nachtigallen und Lerchen auf, wenn in der Vogelwelt schön gesungen wird? Die Amseln haben doch auch ein großes Repertoire, das sie in sehr verdienstvoller Weise zu Gehör bringen!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2011/05/07/vermischtes-ueber-voegel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Tren-nung oder Trenn-ung?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2009/08/24/tren-nug-oder-trenn-ung/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2009/08/24/tren-nug-oder-trenn-ung/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 08:04:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Silbentrennung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=828</guid>
		<description><![CDATA[Hier wieder einmal eine häufiger vorkommende Frage: Fragen Darf ich das Wort: Fragestellungen auch hinter den beiden ll trennen, also Fragestell- ungen? Wie trennt man das Wort Mitarbeiterinnen? Mitarbeiter-innen oder Mitarbeite-rinnen? Antwort Sehr geehrter Herr F., sehr geehrte Frau K., richtig trennt man: Fragestel-lungen Mitarbeite-rinnen Wörter mit einem Suffix (einer Nachsilbe) wie -ung, -er, -in, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier <a href="http://canoo.net/blog/2008/02/19/149/">wieder einmal</a> eine häufiger vorkommende Frage:</p>
<p><strong>Fragen</strong></p>
<ul>
<li>Darf ich das Wort: <em>Fragestellungen</em> auch hinter den beiden<em> ll</em> trennen, also <em>Fragestell- ungen</em>?</li>
<li>Wie trennt man das Wort <em>Mitarbeiterinnen</em>? <em>Mitarbeiter-innen</em> oder <em>Mitarbeite-rinnen</em>?</li>
</ul>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr F.,<br />
sehr geehrte Frau K.,</p>
<p>richtig trennt man:</p>
<blockquote><p>Frageste<strong>l-l</strong>ungen<br />
Mitarbeit<strong>e-r</strong>innen</p></blockquote>
<p>Wörter mit einem Suffix (einer Nachsilbe) wie <em>-ung, -er, -in, -isch, -ig</em> usw. trennt man wie einfache Wörter nach Sprechsilben. Das Suffix wird also nicht als Ganzes abgetrennt (außer wenn es einer Sprechsilbe entspricht). Zum Beispiel:</p>
<blockquote>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="1">
<tbody>
<tr>
<td>Stel-lung</td>
<td>(<em>nicht: </em>Stell-ung)</td>
</tr>
<tr>
<td>Trai-ning</td>
<td>(<em>nicht:</em> Train-ing)</td>
</tr>
<tr>
<td>Spie-ler</td>
<td>(<em>nicht:</em> Spiel-er)</td>
</tr>
<tr>
<td>Spie-le-rin</td>
<td>(<em>nicht:</em> Spiel-er-in)</td>
</tr>
<tr>
<td>schlam-mig</td>
<td>(<em>nicht:</em> schlamm-ig)</td>
</tr>
<tr>
<td>bas-kisch</td>
<td>(<em>nicht:</em> bask-isch)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</blockquote>
<p>Nur wenn das Suffix auch einer Sprechsilbe entspricht, wird es als Ganzes abgetrennt. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Schön-heit<br />
Wachs-tum<br />
brief-lich</p></blockquote>
<p>Genauere Angaben zur Trennung nach Sprechsilben finden Sie <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Trennung/Einfache.html#Anchor-Einfache-11481">hier</a>.</p>
<p>Präfixe (Vorsilben) hingegen werden immer als Ganzes abgetrennt:</p>
<blockquote><p>aus-atmen<br />
Ein-fluss<br />
ent-arten<br />
be-klemmen<br />
Ge-zwitscher<br />
Re-flex<br />
zu-kneifen</p></blockquote>
<p>Sehen Sie hierzu <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Trennung/Komplexe.html?MenuId=SpellingRules081#Anchor-Zusammengesetzte-49575">diese Rechtschreibregel</a>.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2009/08/24/tren-nug-oder-trenn-ung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wenig zufriedens-tellende Silbentrennung</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2008/08/25/wenig-zufriedens-tellende-silbentrennung/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2008/08/25/wenig-zufriedens-tellende-silbentrennung/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2008 09:26:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Korrekturprogramme]]></category>
		<category><![CDATA[Silbentrennung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/?p=226</guid>
		<description><![CDATA[Frage Mein Word 2007 trennt mir mit der automatischen Silbentrennung das Wort zufriedenstellend immer zufriedens-tellend. Ich weiß, dass man mit der neuen Rechtschreibung st trennen darf (Fens-ter usw.), aber in diesem Fall macht das doch überhaupt keinen Sinn, oder? Ist es trotzdem korrekt? Antwort Sehr geehrte Frau L., richtig trennt man zufrieden-stellend. Man darf st [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Mein Word 2007 trennt mir mit der automatischen Silbentrennung das Wort <em>zufriedenstellend</em> immer<em> zufriedens-tellend</em>. Ich weiß, dass man mit der neuen Rechtschreibung st trennen darf (<em>Fens-ter</em> usw.), aber in diesem Fall macht das doch überhaupt keinen Sinn, oder? Ist es trotzdem korrekt?</p>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau L.,</p>
<p>richtig trennt man <em>zufrieden-stellend</em>. Man darf <em>st</em> zwar trennen, aber nicht an dieser Stelle. Die hier geltende Trennregel lautet nämlich, dass bei zusammengesetzten Wörtern zwischen den Teilen der Zusammensetzung getrennt wird: <em>zufrieden-stellend</em>. Erst dann wird innerhalb der Einzelteile getrennt: <em>zu-frie-den-stel-lend</em>. Ebenso:</p>
<blockquote><p>Abend-stern <em>nicht </em>Abends-tern<br />
Dach-stube <em>nicht </em>Dachs-tube<br />
ein-streichen <em>nicht </em> einst-reichen</p></blockquote>
<p>Die entsprechende Rechtschreibregel finden Sie <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Trennung/Komplexe.html#Anchor-Zusammengesetzte-49575">hier</a>.</p>
<p>Dann folgen ganz ungefragt ein paar „erbauliche Worte von Dr. Bopp“: Es fällt mir immer wieder auf, dass viele Leute eigentlich viel ungezwungener mit den automatischen Korrekturhilfen umgehen sollten. Diese Programme können nämlich viel, aber nicht alles. Hier kennt das Programm offenbar das Wort <em>zufriedenstellend</em> nicht und es kann auch dessen Zusammenstellung nicht analysieren. Deshalb trennt es falsch, nämlich wie wenn <em>zufriedenstellend</em> ein nicht zusammengesetztes Wort wäre. Wenn Sie also finden, dass ein Korrekturprogramm wie hier einen unsinnigen Vorschlag macht, sollten Sie sich einfach darüber hinwegsetzen. Die Verwendung von Korrekturprogrammen ist zwar sehr nützlich, aber es hilft, wenn man selber auch noch ein bisschen etwas von der Rechtschreibung weiß und dem Programm dann ein wenig selbstbewusster „gegenübertritt&#8221;. Die wichtigsten Regeln kennen wir nämlich auch nach der Reform besser, als viele von uns meinen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p>PS: Man kann <em>zufriedenstellend</em> übrigens auch getrennt schreiben: <a href="http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=spelling&amp;input=zufriedenstellend"><em>zufrieden stellend</em></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2008/08/25/wenig-zufriedens-tellende-silbentrennung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kon-trol-le und Kont-rol-le</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2008/03/31/kon-trol-le-und-kont-rol-le/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2008/03/31/kon-trol-le-und-kont-rol-le/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Mar 2008 10:49:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Wortschatz]]></category>
		<category><![CDATA[Silbentrennung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/2008/03/31/kon-trol-le-und-kont-rol-le/</guid>
		<description><![CDATA[Letzte Woche fragte Frau H., wie denn Kontrolle zu trennen sei. Die Antwort lautet: Kon-trol-le oder Kont-rol-le. Das Wort gehört zu den Fremdwörtern, die nach der Rechtschreibreform auf zwei verschiedenen Arten getrennt werden können, je nachdem ob man „gebildet“ fremdwörtlich oder „nüchtern“ deutsch trennen möchte. Dabei gibt es zwei Gruppen: Zusammengesetzte Wörter und Wörter mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche fragte Frau H., wie denn <em>Kontrolle</em> zu trennen sei. Die Antwort lautet:<em> Kon-trol-le</em> oder <em>Kont-rol-le</em>. Das Wort gehört zu den Fremdwörtern, die nach der Rechtschreibreform auf zwei verschiedenen Arten getrennt werden können, je nachdem ob man „gebildet“ fremdwörtlich oder „nüchtern“ deutsch trennen möchte. Dabei gibt es zwei Gruppen:</p>
<ul>
<li>Zusammengesetzte Wörter und Wörter mit Vorsilben, die nicht mehr als solche erkannt werden (<a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Trennung/Komplexe.html#Anchor-Wenn-47857">Regel</a>). Zum Beispiel:<br />
fw. <em>Syn-onym</em> oder dt. <em>Sy-no-nym</em><br />
fw. <em>in-ter-es-sant</em> oder dt. <em>in-te-res-sant</em><br />
fw. <em>kon-stant </em>oder dt. <em>kons-tant</em></li>
<li>Wörter mit einer Buchstabenfolge Konsonant + <em>l, n </em>oder <em>r </em>(<a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Trennung/Einfache.html#Anchor-In-35882">Regel</a>). Zum Beispiel:<br />
fw. <em>Re-pu-blik</em> oder dt. <em>Re-pub-lik</em><br />
fw. <em>ma-gne-tisch</em> oder dt. <em>mag-ne-tisch</em><br />
fw. <em>Ma-tro-ne</em> oder dt. <em>Mat-ro-ne</em></li>
</ul>
<p>Soweit war mir eigentlich alles klar. Dann aber wäre Dr. Bopp beinahe über seine eigene Bildung gestolpert. Ich wollte nämlich Frau H. auf die erste, das heißt die Rechtschreibregel mit der Vorsilbe hinweisen. Schließlich fängt ja <em>Kontrolle</em> mit <em>Kon-</em> an wie <em>Konfirmand</em>, <em>Konzentration</em> und <em>konstant</em>. Ich hatte die Antwort schon beinahe abgeschickt, als mir auffiel, dass es wirklich nicht klar ist, wo denn der zweite Wortteil<em> -trolle</em> herkommen soll, wenn man <em>Kon-</em> als Vorsilbe anschaut. Gibt es vielleicht eine Erklärung aus der germanischen Mythologie, in der Trolle in irgendeiner mehr oder weniger unergründlichen Weise mit dem Überprüfen zu tun haben? Gemäß Tolkiens „Herr der Ringe“ sollen Trolle zwar furchterregend, aber nicht besonders intelligent und zuverlässig sein. Für den Erklärungsweg von <em>Trolle</em> zu <em>Kontrolle</em> wären wohl ein paar Schritte zu viel nötig. Deshalb habe ich statt die germanische Mythologie und Tolkiens Werk einfach ein paar Wörterbücher mit etymologischen Angaben zu Rate gezogen.</p>
<p>Das Wort <em>Kontrolle</em> kommt vom Französischen <em>contrôle</em>, das eine Verkürzung von <em>contre-rôle</em> ist. Der Ausdruck <em>contre-rôle</em> lässt sich ungefähr mit <em>Gegenregister</em> übersetzen. Ein <em>contre-rôle</em> und später <em>contrôle</em> war ein Buch oder ein Register, das neben dem eigentlichen Register, <em>rôle</em> (<em>= Rolle</em>) genannt, geführt wurde. Die Kontrolle ist also ursprünglich eine im Französischen verkürzte „Gegenrolle“, die der Überprüfung der registrierten Angaben diente.</p>
<p>Es handelt sich beim <em>Kon-</em> in <em>Kontrolle</em> somit nicht um eine Vorsilbe (diese war ja ursprünglich <em>contre</em>). Ich habe Frau H. deshalb nicht auf die erste, sondern auf die zweite der beiden obengenannten Trennregeln hingewiesen (Trennung der Konsonatengruppe -tr-). Auch für  „Sprachler“ gilt also: Vertrauen (in die eigene Kenntnis) ist gut, Kontrolle ist besser.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2008/03/31/kon-trol-le-und-kont-rol-le/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>-ung oder -rung: Werden Suffixe abgetrennt?</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2008/02/19/149/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2008/02/19/149/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 19 Feb 2008 09:19:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Silbentrennung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/2008/02/19/149/</guid>
		<description><![CDATA[Frage Wie kann ich das Wort Berufserfahrungen trennen (Einkonsonantenregel oder Stamm-Suffix Regel)? Berufserfahr-ung-en oder Berufserfah-run-gen Antwort Sehr geehrte Frau V., Bei der Worttrennung gibt es in der deutschen Rechtschreibung keine Stamm-Suffix-Regel. Anders als zum Beispiel im Englischen wird am Zeilenende nicht zwischen dem Stamm und der Endung getrennt, sondern wie im Wortinnern zwischen zwei Sprechsilben. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frage</strong></p>
<p>Wie kann ich das Wort <em>Berufserfahrungen</em> trennen (Einkonsonantenregel oder Stamm-Suffix Regel)?</p>
<blockquote><p>Berufserfahr-ung-en oder<br />
Berufserfah-run-gen</p>
</blockquote>
<p><strong>Antwort</strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau V.,</p>
<p>Bei der Worttrennung gibt es in der deutschen Rechtschreibung keine Stamm-Suffix-Regel. Anders als zum Beispiel im Englischen wird am Zeilenende nicht zwischen dem Stamm und der Endung getrennt, sondern wie im Wortinnern zwischen zwei Sprechsilben. Bei der Worttrennung gelten die folgenden Grundregeln:</p>
<p>Präfixe (Vorsilben) werden abgetrennt:</p>
<blockquote><p>Be-ruf<br />
be-enden<br />
ver-arbeiten<br />
Aus-übung</p>
</blockquote>
<p>Zusammengesetzte Wörter werden voneinander getrennt:</p>
<blockquote><p>Trenn-regel<br />
Hoch-ebene<br />
Leder-waren-abteilung<br />
Berufs-erfahrung</p>
</blockquote>
<p>Innerhalb dieser Segmente wird nach Sprechsilben getrennt:</p>
<blockquote><p>ar-bei-ten<br />
Re-gel<br />
Ebe-ne</p>
</blockquote>
<p>Dies gilt auch, wenn es sich um eine Kombination Stamm+Endung handelt:</p>
<blockquote><p>Ab-tei-lung<br />
Er-fah-rung<br />
Bä-cke-rei<br />
mu-tig<br />
ak-zep-ta-bel</p>
</blockquote>
<p>Richtig ist also <em>Be-rufs-er-fah<strong>-run-gen</strong></em>.</p>
<p>Auch andere Sprachen gehen sehr ähnlich vor. Achten Sie auf die Trennstelle beim Suffix <em>-abel</em> in zum Beispiel dem Französischen (<em>ac-cep-<strong>ta</strong>-ble</em>), Italienischen (<em>ac-cet-<strong>ta</strong>-bi-le</em>), Spanischen (<em>acep-<strong>ta</strong>-ble</em>), Niederländischen (<em>ac-cep-<strong>ta</strong>-bel</em>) und Norwegischen (<em>ak-sep-<strong>ta</strong>-bel</em>).</p>
<p>Im Englischen macht man das allerdings anders: <em>ac-cep<strong>t-a</strong>ble</em>. Dies geschieht dort aus begreiflichen Gründen. Es hat mit der mehr historischen als phonetischen Schreibweise zu tun, aber ich kann hier leider nicht weiter darauf eingehen. Es scheint jedenfalls so zu sein, dass die englischsprachigen Kinder viel später – oder gar nie – lernen, wie man richtig trennt. Man muss dort oft auch die unterliegende Struktur eines Wortes kennen, was nicht immer ganz so einfach ist wie bei <em>-able</em>. Dass man Suffixe nicht abtrennt, sondern sich einfach an die Sprechsilben hält, macht unser System offenbar im Vergleich dazu einfacher.</p>
<p>Die entsprechenden Trennregeln und weitere Informationen finden Sie hier:<br />
<a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Trennung/Einfache.html">Wortrennung bei einfachen Wörtern</a><br />
<a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Trennung/Komplexe.html">Worttrennung bei komplexen Wörtern</a></p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2008/02/19/149/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der untrennbare Igel</title>
		<link>http://canoo.net/blog/2007/07/02/untrennbare-igel/</link>
		<comments>http://canoo.net/blog/2007/07/02/untrennbare-igel/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Jul 2007 08:54:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Bopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Reform]]></category>
		<category><![CDATA[Silbentrennung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://canoo.net/blog/2007/07/02/untrennbare-igel/</guid>
		<description><![CDATA[Dass die neuen Rechtschreibregeln mehr Unklarheiten geschaffen als beseitigt hätten, darüber wurde schon sehr, sehr viel geschrieben, gebloggt und gesagt, auch gestritten, geseufzt und geklagt. Ich bin damit nicht ganz einverstanden. Auch aus meiner Sicht hätte vielleicht hie und da etwas einfacher oder übersichtlicher geordnet werden können. Wenn man aber bedenkt, wer alles zufriedengestellt sein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass die neuen Rechtschreibregeln mehr Unklarheiten geschaffen als beseitigt hätten, darüber wurde schon sehr, sehr viel geschrieben, gebloggt und gesagt, auch gestritten, geseufzt und geklagt. Ich bin damit nicht ganz einverstanden. Auch aus meiner Sicht hätte vielleicht hie und da etwas einfacher oder übersichtlicher geordnet werden können. Wenn man aber bedenkt, wer alles zufriedengestellt sein wollte, ist es nicht erstaunlich, dass das Regelwerk eben lange nicht jeden zufriedenstellen kann. Grammatikprofessoren und Grundschüler, konservative &#8220;Verteidiger&#8221; der Sprache Goethes und progressive Anhänger des Neudeutschen, professionelle Schreiber und Menschen, die außer vielleicht der wöchentlichen Einkaufsliste nichts mehr schreiben, sie alle sollten die gleichen Rechtschreibregeln einigermaßen verstehen und sich daran halten können. Wenn man sich diese Aufgabe vor Augen hält, ist das (inzwischen schon gar nicht mehr so) neue Regelwerk ein recht gut gelungener Kompromiss. Und mehr als ein Kompromiss ist eben in nicht diktatorisch geführten Gesellschaften meistens nicht möglich.</p>
<p>Für den Eindruck, alles sei (noch) schwieriger geworden, sind unter anderem zwei Ursachen anzuführen: Die neuen Regeln sind nicht komplizierter, akademischer oder unlogischer als die alten. Vor der Reform wusste wir einfach nicht, dass es SO viele Tücken, Schwierigkeiten und Zweifelsfälle gab. Nach der Reform und der Diskussion über die Regeln, sind wir uns dessen plötzlich viel stärker bewusst. Früher hat man sich nicht so oft gewundert, ob eine Verbindung getrennt oder zusammengeschrieben wird, wie man es heute tut. Das hat aber vor allem damit zu tun, dass wir früher nicht wussten, dass wir die Regeln eigentlich gar nicht so gut kannten, und wir heute wissen, dass wir die Regeln nicht so gut kennen.</p>
<p>Der zweite Grund für zumindest einen Teil der Verunsicherung ist die gestaffelte Einführung der Neuregelung. Und damit sind wir dann endlich beim &#8220;untrennbaren Igel&#8221; in der Überschrift:</p>
<p>Die Tochter von Frau S. musste in der Schule Wörter trennen. Eines der Wörter war eben <em>Igel</em>. Auf Canoo.net hat Frau S. die entsprechende Regel gefunden:</p>
<blockquote><p>Einzelne Vokalbuchstaben werden am Wortanfang und am Wortende nicht<br />
abgetrennt (§107 E1)<br />
Zum Beispiel:<em> aber, Efeu, Echo, Idee, Ofen, Ufer, über</em></p></blockquote>
<p>Dass aber die Lehrerin ihrer Tochter den ungetrennten <em>Igel </em>als Fehler angestrichen hat und auch ihr Rechtschreibduden <em>I-gel</em> vorschreibt, fand Frau S. dann zurecht ziemlich verwirrend.</p>
<p><strong>Antwort </strong></p>
<p>Sehr geehrte Frau S.,</p>
<p>wie die bereits von Ihnen zitierte  Rechtschreibregel besagt, darf <em>Igel </em>nicht getrennt  werden. Siehe die entsprechende <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Regeln/Trennung/Einfache.html#Anchor-Einzelne-14210">Rechtschreibregel</a> (oder den <a href="http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/Amtlich/Trennung/pgf107-112.html#pgf107-E1">Originaltext</a> der amtlichen Regelung).</p>
<p>Ich vermute, dass Sie das Wort nicht in der aktuellsten Ausgabe des Dudens nachgeschlagen haben. Auch nach dem Rechtschreibduden, Ausgabe 2006, darf das Wort <em>Igel </em>nämlich nicht getrennt werden. Die Verwirrung ist aber nicht so erstaunlich. Einzelne Vokalbuchstaben durften in der alten Rechtschreibung nicht abgetrennt werden. Mit der Reform von 1998 wurde diese Regel aufgehoben, d.h. man durfte <em>I-gel</em> trennen. Dies war auch noch nach der Neuregelung von 2004 möglich. Mit der letzten Reform im Jahre 2006 wurde die genannte Regel aber wieder eingeführt, so dass man also jetzt <em>Igel </em>wie vor 1998 nicht trennen darf. Wahrscheinlich ist die von Ihnen benutzte Dudenversion nach 1998, aber vor 2006 erschienen und deshalb in einigen Punkten nicht mehr aktuell.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Dr. Bopp</p>
<p><strong>Nachtrag</strong><br />
Wie Frau S. mir freundlicherweise mitteilte, stamm ihr Rechtschreibduden tatsächlich aus dem Jahr 2004 und werden an der Schule ihrer Tochter Rechtschreibunterlagen aus dem Jahr 2000 verwendet. Ein Teil der Verwirrung und des Ärgers über die Reform ließe sich also vermeiden, wenn wir alle immer die aktuellsten Regeln vor Augen hätten. Das kostet zwar wieder einiges (und das ist eine ganz andere Diskussion), aber die Reform von 2006 soll nun für längere Zeit die letzte gewesen sein.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://canoo.net/blog/2007/07/02/untrennbare-igel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

