Der erwartetste Moment?

Frage

Kann man „erwartet“ steigern? Zum Beispiel: „Der Urlaub ist der erwartetste Moment des Jahres.“ Heißt es nicht besser: „Der Urlaub ist der am meisten erwartete Moment des Jahres“?

Antwort

Sehr geehrte Frau F.,

es ist tatsächlich nicht üblich, das adjektivische Partizip erwartet zu steigern. Sie sagen oder schreiben hier besser zum Beispiel:

der am sehnlichsten erwartete Moment des Jahres

Woran liegt das? Als Adjektive verwendete Partizipien haben in der Regel keine Steigerungsformen, wenn ihre Bedeutung noch eng mit der Verbbedeutung verbunden ist:

nicht: das besuchteste Museum – sondern: das meistbesuchte Museum
nicht: ihr wachsenderer Einfluss – sondern: ihr stärker wachsender Einfluss
nicht: die gehörteste Entschuldigung – sondern: die am häufigsten gehörte Entschuldigung

Adjektivische Partizipien können dann gesteigert werden, wenn sie mit einer mehr oder weniger eigenständigen, übertragenen Bedeutung verwendet werden:

die rührendste Geschichte
erfahrenere Fachleute
die verlockendsten Angebote

eine blühendere Phantasie – nicht: eine blühendere Rose
die schreiendsten Farben – nicht: die schreiensten Kinder
der ausgekochteste Kriminelle – nicht: die ausgekochtesten Knochen

Wie immer, wenn es um „übertragene Bedeutung“ geht, sind die Übergänge fließend. Ein Zauberer kann nicht verzaubernder sein als der andere, auch wenn er Menschen und Dinge noch so behände zu verwandeln vermag. Ein Lächeln hingegen kann bezaubernder sein als das andere. Es ist nicht immer einfach zu sagen, wann und warum eine Steigerungsform möglich ist oder nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Höchstbezahlt und höchst interessant

Frage

Heute einmal eine Anfrage zur Zusammen- bzw. Getrenntschreibung bei dem Ausdruck „höchst“: Man schreibt „der höchstbezahlte Star“, aber „ein höchst interessanter“ Film. Ist die Lösung des Problems etwa folgende: Wenn ich statt „höchst“ „äußerst“ einsetzen kann, schreibe ich auseinander?

Wobei ich aber dann das Problem mit einem „höchstbegabten“ Schüler habe: Der ist zwar „äußerst begabt“, trotzdem heißt es nicht „höchst begabt“, sondern eben „höchstbegabt“.

Antwort

Sehr geehrter A.,

man schreibt höchst mit einem Adjektiv oder Partizip zusammen, wenn die Hauptbetonung der Verbindung auf „höchst“ liegt. Seine Bedeutung ist dann am höchsten. Es gibt den höchsten Grad einer Eigenschaft an (vgl. Superlativ):

der höchstbezahlte Star = der am höchsten bezahlte (bestbezahlte) Star
der höchstgelegene Ort = der am höchsten gelegene Ort
der höchstbegabte Schüler = der am höchsten begabte Schüler

Man schreibt getrennt, wenn höchst nicht die Hauptbetonung der Verbindung trägt. Die Bedeutung ist dann verstärken wie sehr, äußerst, außerordentlich. Es gibt einen sehr hohen Grad einer Eigenschaft an (vgl. Elativ):

der höchst interessante Film = der sehr interessante Film
es kommt höchst gelegen = es kommt äußerst gelegen
der höchst begabte Schüler = der außerordentlich begabte Schüler

Es gibt also einen Unterschied zwischen höchst begabt und höchstbegabt. Die höchst begabten Schülerinnen sind zwar äußerst begabt, aber im Gegensatz zu den höchstbegabten Schülerinnen nicht unbedingt die allerbegabtestesten von allen. Ihre Annahme war also richtig: Wenn höchst die Bedeutung äußerst, außerordentlich hat, schreiben Sie getrennt.

Wenn der Star, der am meisten von allen verdient, in einem sehr interessanten Film spielt, dann spielt also der höchstbezahlte Star in einem höchst interessanten Film. Und der Linguistenberuf ist zwar höchst interessant, gehört aber nicht zu den best- oder höchstbezahlten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Unter blaustem Himmel wird der Wald immer grüner

Eine häufig diskutierte Frage: die Steigerung von Farbadjektiven.

Frage

Können Farben gesteigert werden?

Antwort

Sehr geehrte Frau G.,

Farbadjektive bezeichnen außerhalb von physikalischen und ähnlichen Fachtexten keine absoluten Größen. Farben können eine höhere oder eine niedrigere Intensität haben. Sie können mehr oder weniger der Farbe entsprechen, die wir als „Basisrot“, „Basisblau“, „Basisgrün“ usw. empfinden. Farbadjektive können deshalb in vielen Fällen problemlos gesteigert werden.

Der Himmel wirkt heute noch blauer als in den letzten Tagen.
Der Wald wird jetzt jeden Tag grüner.
Mit einem Quarzgehalt von 99,7% ist es der weißeste Sand der Welt!

Dies gilt auch bei der Verwendung von Farbadjektiven mit übertragener Bedeutung:

der schwärzeste Tag ihres Lebens
H. war einer der braunsten Politiker des Landes.

Nicht gesteigert werden aber in der Regel zusammengesetzte Farbadjektive wie „hellblau“, „flaschengrün“, „graublau“.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Frühlingstag mit blaustem Himmel und strahlendstem Sonnenschein!

Dr. Bopp

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Tot, toter, toteste

Hier ist sie wieder einmal, die regelmäßig auftauchende Frage nach „unerlaubten“ Steigerungsformen:

Frage

Ist eine Steigerung von tot nicht etwas problematisch? Kann man (auch) toter als tot sein?

Antwort

Sehr geehrter Herr I.,

die Frage nach der Steigerung der sogenannten absoluten Adjektive wird recht häufig gestellt. Ich erlaube mir hier deshalb, statt einer ausführlichen Erklärung zwei Hinweise auf die Seiten von Canoonet zu anzugeben:

Steigerungsformen kommen auch bei „absoluten“ Adjektiven vor, wenn sie in einem übertragenen Sinne oder bewusst verstärkend verwendet werden. Sie haben natürlich Recht, dass tot in seiner Grundbedeutung ein absolutes Adjektiv ist, das nicht gesteigert werden kann. Wir gehen aber wie gesagt davon aus, dass „absolute“ Adjektive nicht immer ganz so absolut sind, das heißt, dass sie manchmal auch gesteigert werden können. Das gilt selbst für tot. Hier ein paar (Internet-)Zitate, die ich – es sei gleich vorweggenommen – für richig formuliert halte:

Vor dreißig Jahren hat ein Toter einem noch Toteren die Hand in den Hosenstall gesteckt.
(Anne Enright, „Das Familientreffen“, übersetzt von Hans-Christian Oeser)

Auf dem Schiff werden uns wilde Geschichten von toten Schiffspassagieren auf dem Grund des Königssees und noch toteren Bergsteigern in der Ostwand erzählt.

Ich habe Lebende gesehen, die einen toteren Eindruck gemacht haben als du.

… man spricht heutigentages übrigens gerade da am meisten vom Leben und vom Übergehen ins Leben, wo man in dem totesten Stoffe und in den totesten Gedanken versiert
(Hegel, „Grundlinien der Philosophie des Rechts“, 3. Teil, 2. Abschnitt, B, a)

Den Rest des Jahres herrscht kulturell toteste Hose.

Irgendwann müssen Menschen begriffen haben, dass aus dem totesten Material, das wir uns denken können, aus toten Steinen, lebendiges flammendes Feuer zu gewinnen war, indem man sie aneinanderschlug, bis der Funke sprühte.
(Aus einer Predigt zur Karwoche)

Die Steigerungsformen von tot grundsätzlich zu verbieten bedeutet der Sprache zu enge Zügel anzulegen. Es ist tatsächlich wenig sinnvoll, das Adjektiv tot in der Grundbedeutung von nicht lebend zu steigern. Ein friedlich der Altersschwäche erlegenes Huhn ist nicht toter oder weniger tot als ein im Backofen brutzelndes Hähnchen. Die ethischen Fragen rund um den klinischen und den biologischen Tod sind u. a. deshalb so schwierig, weil wir nicht in den Begriffen mehr oder weniger tot, sondern lebend oder tot denken. Die obenstehenden Beispiele zeigen aber, dass das Wort tot nicht nur in diesem absoluten Sinne verwendet wird und dass es dann manchmal sogar Steigerungsformen hat.

Wenn diese Beispielsätze falsches oder schlechtes Deutsch wären, dann wären sie dies nicht, weil es die Steigerungsformen nicht geben könnte, sondern nur, weil es sie nicht geben dürfte. Wenn es toter und toteste wirklich nicht geben dürfte, müsste wohl auch die Wendung mehr tot als lebendig als unzulässige Vergleichsform rot angestrichen werden. Das Deutsche würde dadurch vielleicht etwas „präziser“, aber bestimmt nicht lebendiger.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Die besser als erwarteten Konjunkturdaten?

Der Jahreswechsel ist eine Zeit, in der neue Erwartungen formuliert und alte überprüft werden. Vor allem bei Letzterem begegnet man häufiger einer fragwürdigen Formulierung.

Frage

Ist die folgende Formulierung zulässig?

die meist besser als erwarteten Konjunkturdaten

Müsste es nicht etwa heißen: „Die Konjunkturdaten, die meist besser ausfielen als erwartet …“?

Antwort

Sehr geehrter Herr F.,

die Formulierung ist tatsächlich „krumm“. Das liegt daran, dass erwartet in besser als erwartet sich nicht als Adjektiv auf Konjunkturdaten bezieht. Es ist ein Partizip, das zu einem Vergleichssatz gehört:

besser, als man erwartet hatte

Dieser verkürzte Vergleichssatz ist eine Erweiterung von besser (wie? – besser als erwartet). Die Wortgruppe als erwartet bezieht sich also auf besser. Das Adjektiv, das sich auf Konjunkturdaten bezieht, ist besser.

Die Konjunkturdaten sind besser.
die besseren Konjunkturdaten

Die Konjunkturdaten sind viel besser.
die viel besseren Konjunkturdaten.

Die Konjunkturdaten sind besser als erwartet.
die ??? Konjunkturdaten

Das Partizip erwartet kann hier eigentlich nicht attributiv vor das Substantiv gestellt werden. Vergleichen Sie zum Beispiel:

Die Konjunkturdaten sind nicht so hoch wie erwartet.
Die Konjunkturdaten sind besser als von den Analysten erwartet.
Die Konjunkturdaten sind besser als letztes Jahr.
(Der Schrank ist breiter als hoch.)

In diesen Fällen kann erwartet ebenfalls nicht vor das Substantiv treten. Also nicht:

*die nicht so hoch wie erwarteten Konjunkturdaten
*die besser als von den Analysten erwarteten Konjunkturdaten
*die besser als letztes Jahr Konjunkturdaten
(*der breiter als hohe Schrank)

Genauso wenig kann man eigentlich sagen:

*die besser als erwarteten Konjunkturdaten

Trotzdem kommt die letzte Formulierung häufig vor, auch in eher standardsprachlichen Kontexten. Sie ist nämlich so schön kurz und bündig. Grammatisch ist sie aber wie gesagt sehr fragwürdig und stilistisch ist sie alles andere als ein Meisterwerk. Ich würde sie auf jeden Fall vermeiden! Zum Beispiel:

Die Konjunkturdaten, die meist besser ausfielen als erwartet, …
Die Konjunkturdaten sind meist besser als erwartet. Sie …

Manchmal lohnt es sich einfach, ein paar Wörter mehr zu „investieren“.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Nicht minder wichtig als oder wie

Die Frage nach als und wie in Vergleichen ist ein Dauerbrenner in vielen Diskussionen rund um den korrekten Sprachgebrauch. „Bei Gleichheit wie, bei Ungleichheit als“, lautet die allgemeine Regel:

gleich groß wie
größer als

Die Formulierung größer wie wird im Allgemeinen als falsch oder zumindest als nur umgangssprachlich bezeichnet. Sie kommt allerdings so häufig vor, dass ich mich schon lange frage, ob man diese Regel nicht einmal etwas lockerer nehmen könnte. Doch darum geht es hier heute nicht. Die maßgeblichen deutschsprachigen Geister (wer immer das sein mag) sind noch lange nicht so weit. Man sollte deshalb in der Standardsprache als und wie noch schön säuberlich voneinander trennen.

Doch wie ist es genau im folgenden Fall?

Frage

Die Aufgabe lautet:

Die Vorbereitungen halte ich für nicht minder wichtig … die eigentliche Arbeit.

Auf dem Lösungsblatt steht „wie“. Da es sich um einen verneinten ungleichen Vergleich handelt, bin ich aber für „als“. Was meinen Sie?

Antwort

Sehr geehrte Frau K.,

Sie haben recht. Im heutigen Standarddeutsch sollte hier als stehen. Mit nicht minder wird auf der Bedeutungsebene zwar eine Art Gleichheit ausgedrückt, die eigentliche Konstruktion ist aber, wie Sie richtig sagen, ein verneinter ungleicher Vergleich. Bei Ungleichheit steht in Vergleichen als.

Die Vorbereitungen halte ich für minder wichtig als die eigentliche Arbeit.
Verneint:
Die Vorbereitungen halte ich für nicht minder wichtig als die eigentliche Arbeit.

Dass die Verneinung hier keinen Einfluss auf die Wahl von als oder wie hat, zeigen auch die folgenden Beispiele:

– Sie sind besser als wir.
– Nein, sie sind nicht besser als wir.

– Mit dem Zug ist man weniger schnell als mit dem Auto.
– Nein, mit dem Zug ist man nicht weniger schnell als mit dem Auto.

Kurz zusammengefasst: Bei verneinter Ungleichheit steht in Vergleichen als. Komplizierter als das ist es nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Die nächste und die näheste Tankstelle

Frage

Mich fragte ein Student neulich, was es mit dem Komparativ und Superlativ von „nah“ auf sich hat.

nah – näher – am nächsten

Gibt es nicht auch im Volksmund den Begriff „am nähesten“ und ist das eine legitime Alternative?

Antwort

Sehr geehrter Herr D.,

das Adjektiv nah oder nahe hat nach den Angaben aller Grammatiken, Lehrbücher und Wörterbücher die folgenden Steigerungsformen:

nah(e) – näher – am nächsten

Dies sind die standardsprachlich akzeptierten Formen. Daneben trifft man aber auch die Superlativform am nähesten an. Sie gilt standardsprachlich als nicht korrekt, aber sie ist nicht einfach nur „dumm“. Sie lässt sich wahrscheinlich wie folgt erklären:

Die Form näheste folgt einem regelmäßigen Steigerungsmuster:

nah – näher – am nähesten

wie zum Beispiel:

froh – froher – am frohesten
lang – länger – am längsten

Wichtiger als diesen formalen Aspekt finde ich, dass diese Steigerungsform dem offenbar bei einigen bestehenden Bedürfnis entgegenkommt, nächste im Sinne von a) unmittelbar folgende und nächste im Sinne von b) am wenigsten weit entfernte voneinander zu unterscheiden:

a)
am nächsten Morgen
Wir halten nicht bei dieser Tankstelle, sondern erst bei der nächsten.

b)
Dieses Zimmer liegt am *nähesten beim Ausgang.
Ich muss tanken. Wo ist die *näheste Tankstelle?

Die Form näheste kommt nur für nächste im Sinne b) vor. Äußerungen wie am *nähesten Morgen oder Wir halten nicht bei dieser Tankstelle, sondern erst bei der *nähesten hört man nicht. Die Form näheste hat also neben nächste eine unterscheidende Funktion. Dabei steht sie als die formal regelmäßigere Form für die auch sinngemäß regelmäßigere Steigerung von nahe.

Dass diese Unterscheidung nicht an den Haaren herbeigezogen ist, zeigt ein Vergleich mit anderen Sprachen, in denen die Bedeutungen a) und b) durch verschiedene Wörter ausgedrückt werden:

unmittelbar folgend am wenigsten weit entfernt
en the next service station the nearest service station
fr la prochaine station-service la station-service la plus proche
it la prossima stazione di servizio la stazione di servizio più vicina
nl de volgende benzinepomp de dichtstbijzijnde benzinpomp
Zum Vergleich:
de die nächste Tankstelle die nächste Tankstelle

Das Deutsche ist hier nicht gerade ein Paradebeispiel für Präzision. Es gäbe also gute Gründe dafür, neben nächste auch eine Form näheste zu haben!

Bevor man mich nun aber beschuldigt, dass ich hier falsche Formen doziere, wiederhole ich noch einmal: Die Form näheste ist in der deutschen Standadsprache nicht akzeptiert. Wenn einmal eine Unterscheidung oder Verdeutlichung notwendig sein sollte, drückt man dies standardsprachlich nicht mit näheste, sondern mit zum Beispiel nächstgelegene aus. Ich möchte hier nur zeigen, dass eine Form wie näheste oft nicht einfach nur ein dummer Fehler ist.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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Wenn breitbandig nicht breit genug ist, wie sagt man dann?

Frage

Wenn man sagt „breitbandigere Verbindung in der Telekommunikation“, weiß jeder, was gemeint ist, aber ist diese vielleicht erst gerade erfundene Steigerungsform auch richtig? Muss es heißen „breiterbandig“ – oder ist das genau so schlimm?

Antwort

Sehr geehrte Frau M.,

wenn man denn das Wort breitbandig unbedingt steigern will oder muss, ist breitbandiger eine grammatisch richtige Möglichkeit (vgl. weiträumig –  weiträumiger, breitschultrig – breitschultriger). Diese Form ist allerdings nicht sehr geläufig. Auch breiterbandig wäre im Prinzip möglich (vgl. hochwertig – höherwertiglangfristig – längerfristig), es scheint aber noch weniger üblich zu sein.

Bei manchen Zusammensetzungen dieser Art wird der erste Teil gesteigert (längerfristig), bei vielen aber der zweite Teil, d. h. das ganze Adjektiv (zartgliedriger). Es ist übrigens nie richtig, beide Teile zu steigern (nicht: *breiterbandigere, *höherwertigere).

Stilistisch ist es wohl am besten, breitbandig nicht zu steigern, sondern – wenn Platz und andere Vorgaben es zulassen – eine Formulierung wie zum Beispiel Verbindungen mit größerer Bandbreite zu verwenden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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So schnell wie möglich, so schnell als möglich

Frage

„Wir haben Ihre Anfrage erhalten und werden diese so schnell als möglich beantworten.“ Ist das korrekt? Müsste es nicht heissen „… so schnell wie möglich“?

Antwort

Sehr geehrte Frau G.,

beide Formulierungen sind möglich und korrekt:

so schnell wie möglich
so schnell als möglich

In Vergleichen mit der Grundstufe ist das Vergleichswort normalerweise wie:

Der Baum ist gleich hoch wie das Haus.
Das Mittel war
so teuer wie nutzlos.
Ich bleibe so lange wie möglich bei euch.

In Verbindung mit möglich, das heißt, wenn so … wie möglich die Bedeutung möglichst … hat, wird seltener als statt wie verwendet:

Ich bleibe so lange als möglich bei euch.

Ebenso:

so bald wie möglich / so bald als möglich
so rasch wie möglich / so rasch als möglich
so viel wie möglich / so viel als möglich
usw.

Die Verwendung von als ist seltener, sie gilt aber in diesem Fall als korrekt. Sehen Sie auch diese Seite der CanooNet-Grammatik (insbesondere unter „Vergleichswort“).

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Bopp

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Das Allerwesentlichste

Frage

Bisher glaubte ich, dass „das Allerwesentlichste“ eindeutig zuviel ist; also „das Wesentliche in Kürze“, allenfalls noch „das Wesentlichste in Kürze“. Nun habe ich gesehen, dass es dafür sogar Übersetzungen in Englisch, Portugiesisch etc. gibt. Kann man das so sagen?

Antwort

Sehr geehrte Frau M.,

im Prinzip reicht es, das Wesentlichste zu sagen, wenn man das wirklich Wichtigste meint. Wesentlicheres als das Wesentlichste kann es rein logisch gesehen ja nicht geben. Dennoch kennt das Deutsche eine Vorsilbe, mit der man Superlative zusätzlich verstärken kann: aller-:

allerbeste
allergrößte
allerheiligste
allerliebste
allerschönste
allerwichtigste
usw.

Die Form allerwesentlichste gibt es also – und sie ist korrekt. Stilistisch gesehen sollte man Formen mit aller- aber eher sparsam verwenden, denn man riskiert sonst ziemlich marktschreierisch zu wirken.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

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