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Das Einleitewort im Relativsatz

 
 
Ein Relativsatz wird durch ein Relativpronomen oder ein relativ verwendetes Adverb eingeleitet. Diese Einleitewörter beziehen sich auf ein Nomen (oder Pronomen) im Hauptsatz und repräsentieren dieses im Nebensatz.

Die Wahl des Einleitewortes und dessen Form hängen vom Bezugswort im Hauptsatz und von der Funktion des Einleitewortes im Nebensatz ab.

Form des Einleitewortes
Wahl des Einleitewortes 


Form des Einleitewortes

Die Form eines flektierbaren Einleitewortes hängt von zwei Kriterien ab:

Genus und Numerus werden durch das Bezugswort im Hauptsatz bestimmt.
(= Kongruenz zwischen Relativpronomen und Bezugswort)

männlich: der Mann, der hier wohnt 
weiblich: eine Frau, die hier wohnt
sächlich: dieses Kind, das hier wohnt
 
Singular: der Mann, der hier wohnt 
Plural: die Männer, die hier wohnen 

Der Kasus wird durch die Funktion, die das Einleitewort im Nebensatz hat, bestimmt.

Subjekt (Nominativ): der Mann, der hier wohnt 
Akkusativobjekt: der Mann, den ich gut kenne
Dativobjekt: der Mann, dem ich vertraue
Genitivobjekt: der Mann, dessen ich mich erinnere
Genitivattribut: der Mann, dessen Frau gestorben ist 
Präpositionalobjekt:  der Mann, über den ihr lacht. (Kasus abhängig von Präposition)
der Mann, vor dem ich Angst habe


Wahl des Einleitewortes

Die Wahl des Einleitewortes hängt von der Art des Bezugswortes im Hauptsatz und von der Funktion des Einleitewortes im Nebensatz ab.



Bezugswort: Nomen oder stellvertretendes Pronomen
Funktion Einleitewort:  Subjekt, Akkusativobjekt, Dativobjekt oder Genitivobjekt 
Einleitewort: Relativpronomen der/die/das
Relativpronomen welcher

Wenn das Bezugswort im Hauptsatz ein Nomen oder ein stellvertretendes Pronomen ist und das Einleitewort im Nebensatz Subjekt, Akkusativ-, Dativ- oder Genitivobjekt ist, steht das Relativpronomen der/die/das oder das Relativpronomen welcher:

Der Demonstrant kettete sich an den Baum, der gefällt werden sollte.
Das Brot, das du heute Morgen gekauft hast, war von gestern.
Er ist einer, dem man vertrauen kann.
Sie sammelt alle Pinguinbilder und -figuren, deren sie habhaft werden kann.

Die Pronomen der/die/das und welcher sind ohne Bedeutungsunterschied austauschbar. Das Relativpronomen welcher gilt aber in der Gegenwartssprache als unschön. Es wird meist nur noch aus stilistischen Gründen verwendet, um das Zusammentreffen von zwei gleichlautenden Wörtern zu vermeiden:

das Vorgehen, das das Komitee vorschlägt   oder  das Vorgehen, welches das Komitee vorschlägt 



Bezugswort: Nomen oder stellvertretendes Pronomen
Funktion Einleitewort:  Präpositionalobjekt oder Adverbialbestimmung mit Präposition 
Einleitewort: Präposition + Relativpronomen der/die/das
Präposition + Relativpronomen welcher
Pronominaladverb wo(r)-

Wenn das Bezugswort im Hauptsatz ein Nomen oder ein stellvertretendes Pronomen ist und das Einleitewort im Nebensatz Präpositionalobjekt oder eine Adverbialbestimmung mit Präposition ist, steht das Relativpronomen der/die/das oder seltener (siehe oben) das Relativpronomen welcher:

Die Adresse des Redakteurs, an den sie sich wandte, hatte sie im Telefonbuch gefunden.
Ich kenne die Leute nicht, mit denen du gestern geredet hast.
Ich finde den Witz, über den ihr lacht, gar nicht lustig.
Das Gebäude, in dem ich arbeite, hat eine Klimaanlage.

Wenn das Bezugswort eine Nicht-Person ist, kann auch das entsprechende Pronominaladverb der Form wo(r)- stehen. Das Pronominaladverb wird aber in der Gegenwartssprache seltener verwendet als die Fügung Präposition und Pronomen:

Ich finde den Witz, worüber ihr lacht, gar nicht lustig. häufiger: Ich finde den Witz, über den ihr lacht, gar nicht lustig.
Das Gebäude, worin ich arbeite, hat eine Klimaanlage.  häufiger: Das Gebäude, in dem ich arbeite, hat eine Klimaanlage



Bezugswort: Nomen oder stellvertretendes Pronomen
Funktion Einleitewort:  Genitivattribut
Einleitewort: dessen, deren (= Genitiv des Relativpronomens der/die/das). 

Wenn das Bezugswort im Hauptsatz ein Nomen oder ein stellvertretendes Pronomen ist und das Einleitewort im Nebensatz eine Genitivattribut ist, steht deren oder dessen (= Genitiv des Relativpronomens der/die/das):

Der Junge, dessen Eltern verunglückt sind, wohnt jetzt bei seiner Tante.
Er hat sich bei den Leuten, deren Auto er zerkratzt hatte, entschuldigt.
Die Madonnenlilie ist eine uralte Kulturpflanze, deren Zwiebel schon die Römer zu Heilzwecken nutzten.
 
Der Junge, mit dessen Eltern wir befreundet sind, spielt oft bei uns im Garten.
Ein Beispiel für absurde Spekulation ist die Tulpe, für deren Zwiebel im 17. Jahrhundert enorme Beträge gezahlt wurden.



Bezugswort: sächliches Demonstrativ- oder Indefinitpronomen,
sächliches unbestimmtes Zahladjektiv oder
sächliches substantiviertes Adjektiv im Superlativ
Funktion Einleitewort:  Subjekt oder Akkusativobjekt
Einleitewort: Relativpronomen was

Wenn das Bezugswort im Hauptsatz
  • unbestimmtes sächliches Demonstrativpronomen oder sächliches Indefinitpronomen (z. B. das, dasjenige, dasselbe; alles, einiges, nichts, manches, etwas u.a)
  • sächliches unbestimmtes Zahladjektiv (z. B. vieles, weniges)
  • sächliches substantiviertes Adjektiv im Superlativ (z. B. das Beste, das Schönste, auch das Einzige)
ist und das Einleitewort im Nebensatz Subjekt oder Akkusativobjekt ist, steht das Relativpronomen was:

Habt ihr alles, was ihr euch wünscht?
Das ist etwas, was ich nicht verstehe. seltener auch: etwas, das ich nicht verstehe
Es gibt vieles, was mir nicht klar ist.
Das ist das Schönste, was ich je gesehen habe.
Das war das Beste, was mir je passiert ist.

Anmerkung: Nach einem sächlichen Nomen muss das stehen:

Es gibt da ein Problem, das mir nicht klar ist.
Gibt es ein spezielles Buch, das ihr euch wünscht?
(siehe oben)



Bezugswort: sächliches Demonstrativ- oder Indefinitpronomen,
sächliches unbestimmtes Zahladjektiv oder
sächliches substantiviertes Adjektiv im Superlativ 
Funktion Einleitewort:  Präpositionalobjekt oder Adverbialbestimmung mit Präposition 
Einleitewort: Pronominaladverb wo(r)-

Wenn das Bezugswort im Hauptsatz
  • unbestimmtes sächliches Demonstrativpronomen oder sächliches Indefinitpronomen (z. B. das, dasjenige, dasselbe; alles, einiges, nichts, manches, etwas u.a)
  • sächliches unbestimmtes Zahladjektiv (z. B. vieles, weniges)
  • sächliches substantiviertes Adjektiv im Superlativ (z. B. das Beste, das Schönste, auch das Einzige)
ist und das Einleitewort im Nebensatz Präpositionalobjekt oder Adverbialbestimmung mit Präposition ist, steht das entsprechende Pronominaladverb der Form wo(r)-:

Es gibt nichts, worüber er keine Meinung hätte.
Eine Weltreise ist etwas, wovon wir schon lange träumen.
Das Schönste, woran sie sich erinnerten, war der Abschlussball.
Geld war nicht das Einzige, womit er sie unterstützte.

Umgangssprachlich wird auch die Fügung Präposition + das/dem verwendet:

Es gibt nichts, über das er keine Meinung hätte.
Eine Weltreise ist etwas, von dem wir schon lange träumen.
Das Schönste, an das sie sich erinnerten, war der Abschlussball.
Geld war nicht das Einzige, mit dem er sie unterstützte.



Bezugswort: sächliches Demonstrativ- oder Indefinitpronomen,
sächliches unbestimmtes Zahladjektiv oder
sächliches substantiviertes Adjektiv im Superlativ 
Funktion Einleitewort:  Genitivobjekt oder Dativobjekt
Einleitewort: wessen/dessen bzw. dem

Wenn das Bezugswort im Hauptsatz
  • unbestimmtes sächliches Demonstrativpronomen oder sächliches Indefinitpronomen (z. B. das, dasjenige, dasselbe; alles, einiges, nichts, manches, etwas u.a)
  • sächliches unbestimmtes Zahladjektiv (z. B. vieles, weniges)
  • sächliches substantiviertes Adjektiv im Superlativ (z. B. das Beste, das Schönste, auch das Einzige)
ist und das Einleitewort im Nebensatz ein Genitivobjekt ist, steht wessen oder dessen:

Es gibt nichts, wessen/dessen ich mich schämen müsste.
Das ist das Einzige, wessen/dessen ich sicher bin.

Wenn das Einleitewort im Nebensatz ein Dativobjekt ist, steht dem:

Es gibt nichts, dem er aus dem Weg gehen würde.
Seine Bücher sind nicht das Einzige, dem er sich widmet.




Bezugswort: Nomen oder Adverb mit lokaler Bedeutung (Ortsangabe)
Funktion Einleitewort:  Ortsbestimmung oder Richtungsbestimmung (Lokalbestimmung
Einleitewort: wo, wohin, woher
Präposition + der/die/das

Wenn das Bezugswort im Hauptsatz ein Nomen oder ein Adverb mit lokaler Bedeutung ist und das Einleitewort im Nebensatz eine Orts- oder Richtungsbestimmung ist, stehen die Relativadverbien wo, wohin oder woher. Bei einem Nomen mit Artikel kann auch die Fügung Präposition + der/die/das stehen:

Sie arbeitet in Hamburg, wo sie auch studiert hat, als Rechtsanwältin.
Sie arbeitet in der Stadt, wo/in der sie auch studiert hat, als Rechtsanwältin.
Er kommt von dort, woher auch seine Frau stammt.
Das Dorf, woher/aus dem er stammt, ist bei einem Erdbeben zerstört worden.
Sie fahren in das Skigebiet, wohin/in das auch wir fahren.



Bezugswort: Nomen oder Adverb mit temporaler Bedeutung (Zeitangabe) 
Funktion Einleitewort:  Zeitbestimmung (Temporalbestimmung)
Einleitewort: wo, wenn, als
Präposition + der/die/das

Wenn das Bezugswort im Hauptsatz ein Nomen oder ein Adverb mit zeitlicher Bedeutung ist und das Einleitewort im Nebensatz eine Zeitbestimmung ist, steht wo, wenn (Gegenwart und Zukunft) oder als (Vergangenheit). Bei einem Nomen mit Artikel kann auch die Fügung Präposition + der/die/das stehen:

Wir möchten dich jetzt, wo/wenn du so beschäftigt bist, nicht mit Fragen belästigen.
Wir wollten dich damals, wo/als du so beschäftigt warst, nicht mir Fragen belästigen.
Er dachte an den Tag, wo/als/an dem sie sich kennen gelernt hatten.
Sie freut sich auf die Zeit, wo/wenn/in der es morgens wieder früher hell wird.







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