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Valenz und Satzbauplan

 
 
Valenz (beim Verb)
Inhaltliche und formale Valenz 
Valenzklassen und Satzbaupläne 
Verben und Satzbaupläne
 
Sekundäre Valenzträger (Adjektiv) 


Valenz

Die Valenz (Wertigkeit) eines Verbs besagt, mit welchen anderen Satzteilen das Verb stehen muss resp. kann.

Die zentrale Einheit eines Satzes ist das Verb, genauer gesagt das Prädikat. Es besteht immer aus mindestens einer finiten Verbform (= eine in Person und Numerus bestimmte Verbform). Jeder vollständige Satz enthält ein Prädikat. Das Prädikat bestimmt in hohem Maße die Struktur eines Satzes. Die anderen Satzglieder sind von ihm abhängig.

Zum Beispiel:

Die Wahl des Verbs geben ruft verschiedene Rollen im Satz auf:
  • die Rolle des Gebers
  • die Rolle des Empfängers
  • die Rolle dessen, was gegeben wird.
Siehe z. B. in: Der Großvater gibt dem Enkel einen Euro.

Das Verb geben bestimmt auch, welche Satzglieder diese Rolle übernehmen müssen. Das Prädikat gibt verlangt:

Rolle Satzglied Beispiel
Geber Subjekt der Großvater 
Empfänger Dativobjekt dem Enkel
Gegebenes   Akkusativobjekt   einen Euro

Das Verb geben steht also mit den Ergänzungen
  • Geber
  • Empfänger
  • Gegebenes
respektive
  • Subjekt
  • Dativobjekt
  • Akkusativobjekt.

Inhaltliche und formale Valenz

Das oben stehende Beispiel zeigt, dass die Ergänzungen, die bei einem Verb stehen, unter verschiedenen Gesichtspunkten beschrieben werden können. Zum Beispiel
  • inhaltlich nach ihrer Bedeutung (Geber, Empfänger, Gegebenes) oder
  • formal nach der Funktion im Satz (Subjekt, Dativobjekt, Akkusativobjekt).
Bei den Satzbauplänen beschränken wir uns hier auf die Beschreibung der formalen Satzstrukturen.

Wichtig ist, dass die formale Beschreibungen und inhaltliche Beschreibungen nicht übereinstimmen müssen. Eine formale Struktur kann mehreren Bedeutungsstrukturen entsprechen und umgekehrt kann eine Bedeutungsstruktur durch mehrere formale Strukturen ausgedrückt sein.


Valenzklassen und Satzbaupläne

Verben, die die gleiche Valenz haben, gehören zur gleichen Valenzklasse. Eine solche Valenzklasse kann mittels eines Satzbauplanes beschrieben werden. Das Beispielverb geben gehört zum Satzbauplan:

Subjekt
 Prädikat 
Dativobjekt
 Akkusativobjekt 
 Der Großvater 
gibt
 seinem Enkel  
einen Euro

Zu dieser Gruppe gehören zum Beispiel auch die folgenden Verben: schenken, schicken, bringen, mitteilen, vergeben, verheimlichen, zurufen, zurückzahlen und viele andere mehr.

Subjekt  Prädikat  Dativobjekt  Akkusativobjekt 
Sie schickte ihrer Mutter  einen Brief.
Die Angestellten verheimlichen dem Chef vieles.
Der Ober empfahl uns das Tagesmenü.

Satzbaupläne ermöglichen es, die unendliche Anzahl möglicher Sätze in eine endliche Anzahl formaler Gruppen einzuteilen.


Verben und Satzbaupläne

Ein Verb kann mehr als eine Valenz haben. Zum Beispiel:

rollen
Der Ball rollt.  Subjekt   Prädikat 
Sie rollt den Ball.   Subjekt   Prädikat  Akkusativobjekt 

sagen
Er sagt mir etwas.  Subjekt   Prädikat  Dativobjekt Akkusativobjekt
Er sagt etwas zu mir.  Subjekt   Prädikat Akkusativobjekt  Präpositionalobjekt 

Solche Verben folgen somit verschiedenen Satzbauplänen. Die unterschiedliche Valenz stimmt häufig – aber nicht immer – mit einem Bedeutungsunterschied überein.


Sekundäre Valenzträger (Adjektiv)

Als zentrale Einheit im Satz sind Verben primäre Valenzträger. Die direkt von Verben abhängige Ergänzungen werden deshalb Ergänzungen ersten Grades genannt. Neben den Verben können auch einige Adjektive im Satz Ergänzungen fordern. Diese Ergänzungen werden Ergänzungen zweiten Grades genannt.

Siehe Sekundäre Valenzträger: Adjektive







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