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Die Funktionsverben

 
 
Funktionsverben sind Verben, die das Prädikat zusammen mit einem Nomen bilden. Beispiele:

Einfluss ausüben
Anerkennung finden
zur Anwendung kommen/bringen
Mitteilung machen
in Verlegenheit geraten

Das Verb hat in diesen Verbindungen keine eigentliche Bedeutung. Die lexikalisch Bedeutung wird durch das Nomen bestimmt.

Form

Die Verbindung von einem Funktionsverb mit einem Nomen nennt man auch Funktionsverbgefüge. Das Nomen ist von einem Verb oder seltener von einem Adjektiv abgeleitet. Es kann die Form eines Akkusativobjekts oder eines Präpositionalobjekts haben:

Akkusativ    Mit Präposition
die/eine Wahl treffen
in Angriff nehmen
einen/den Vorwurf erheben unter Beobachtung stehen
Rücksicht nehmen zu Ansehen gelangen
Einfluss ausüben zur Vernunft bringen

Funktion

Die Funktion der Funktionsverben ist es, dem durch das Nomen ausgedrückten Ereignis eine bestimmte Perspektive zu geben. Sie drücken meist einen Zustand, eine Zustandsveränderung oder das Bewirken einer Zustandsveränderung aus.

Passiv-Perspektive
Aktiv-Perspektive
Zustand/Dauer Zustandsveränderung     Bewirken einer Zustandsveränderung
in Bewegung sein in Bewegung kommen in Bewegung bringen
zu Ende sein zu Ende gehen zu Ende bringen
in Gang sein in Gang kommen in Gang bringen
in Druck sein in Druck gehen in Druck geben
sich in Abhängigkeit befinden      in Abhängigkeit geraten         in Abhängigkeit bringen
in Verlegenheit sein in Verlegenheit geraten in Verlegenheit bringen
- zum Ausdruck kommen zum Ausdruck bringen
zur Verfügung stehen - zur Verfügung stellen
in Scheidung liegen - -

Bedeutung und Anwendungsbeschränkungen

Das Verb und das Nomen sind so eng miteinander verbunden, dass das Funktionsverb außer der Angabe einer bestimmten Perspektive keine eigene lexikale Bedeutung mehr hat. Diese enge Verbindung kommt unter anderem dadurch zum Ausdruck, dass sich das Funktionsverbgefüge meist durch ein Vollverb resp. durch ein Adjektiv + sein o. werden ersetzten lässt:

Einfluss ausüben (auf)   =   beeinflussen
Anerkennung finden   =   anerkannt werden
zur Anwendung bringen   =   anwenden
in Verlegenheit geraten   =   verlegen werden
in Verbindung stehen   =   verbunden sein

Die gemeinsam Bedeutung des Funktionsverbgefüges ist oft so verfestigt, dass es nur bedingt verändert werden kann. Zum Beispiel:
  • Der Numerus des Nomens kann nicht verändert werden:
    Nicht: Einflüsse ausüben

  • Bei Nomen mit Präposition kann nicht nach dem Nomen gefragt werden:
    Nicht: Wohin ist er gekommen? In Verlegenheit.

  • Ein Funktionsverbgefüge kann nicht mit einem anderen Satz zusammengezogen werden:
    Nicht: Er brachte sie in Verlegenheit und nach Hause.






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